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"Schwerpunkt Nachfolge" - Thema bei Brand eins

In Konzernen ist die "Nachfolge" bei Managern, die in den Ruhestand gehen, in der Regel kein Problem und wird rechtzeitig vorbereitet. Anders sieht das häufig bei Inhaber-geführten Unternehmen im Mittelstand aus. Der Inhaber ist oft so lange im Unternehmen operativ engagiert, bis es zu spät ist für eine geordnete Übernahme. In vielen Fällen setzt er auf ein Familienmitglied als Nachfolger, das entweder kein Interesse an einer Übernahme hat oder für die Führung des Unternehmens ungeeignet ist. Je nach Quelle werden 70.000 bis 80.000 kleinere und mittlere Unternehmen genannt, die pro Jahr durch eine fehlende Nachfolge bedroht sind.

Jetzt hat sich auch das Magazin Brand eins in der Ausgabe 09 / 2010 mit der Nachfolgethematik beschäftigt. In einem ausführlichen Gespräch mit dem Redakteur durfte ich meine Erfahrungen für den Artikel einbringen. Für alle in nächster Zeit von einer Nachfolge betroffenen Unternehmer sollte der Artikel eine Pflichtlektüre sein. Online findet sich der vollständige Artikel unter diesem Link. Im Folgenden wird ein Auszug mit meinen Stellungnahmen als Zitat aus dem Artikel wiedergegeben:

" ... Das kennt der Nachfolgeberater Jürgen Kaack von der STZ-Consulting in Erftstadt auch ganz gut. Seit Jahren berät er Unternehmen auf der Suche nach Nachfolgern. Sein Satz zur Nachfolgeproblematik ist für ihn Fluch und Segen zugleich: "Die unternehmerische Leistung sitzt im Kopf." Und wer Nachfolger will, der muss diese Leistung wenigstens teilweise aus diesem Kopf herauskriegen - und sich klarmachen, was er tut. "In Konzernen ist das eigentlich normal - da werden Prozesse abgebildet, durch die ganze Organisation. Im Mittelstand ist das schon selten, bei Kleinunternehmen meistens unbekannt."

 

Das Rezept für den tollen Kranzkuchen hat der Bäcker im Kopf. Die Wurst schmeckt nur bei Vati so. Kann ich mal das Rezept haben? Nö, hab' ich im Gefühl, hab' ich im Gespür. Eine schöne Sache für die, die nachkommen sollen: Das intellektuelle Kapital vom Vorgänger hundertprozentig mündelsicher angelegt - nur weil der sein Wissen nicht teilen mag oder kann. Und wie viele Gründerfiguren gar nicht darüber nachdenken mag, was nach ihm kommt - wie der alte Julius. Memento Mori? Fehlanzeige.

 

Für Kaack hat die Nachfolgeproblematik-Diskussion nicht nur als Berater ihr Gutes: "Viele Unternehmer machen sich beim Thema Nachfolge zum ersten Mal bewusst, was sie eigentlich wie machen - im Sinne eines klaren Prozesses." Genau das fehle den Klein- und Mittelständlern vielfach: "Ein klares Risikomanagement, in dem es um frühzeitiges Erkennen von möglichen Problemen geht, beispielsweise: Wer führt den Laden nach mir? Mit welchen Mitteln? Und wissen das im Unternehmen alle, die es wissen müssen?"

 

Verlieren kleinere Firmen dadurch nicht den persönlichen Charme, werden sie nicht zu Kopien anonymer Konzerne, in denen alles durch die Matrix bestimmt wird - und eine Idee nur etwas ist, das man via Powerpoint darstellen kann? "Nein, es geht darum, den Leuten ihren unternehmerischen Freiraum zurückzugeben. Wer sich rechtzeitig um die Fragen kümmert, was tun wir, und wer tut es nach mir, der hat mehr Zeit, um seine Kreativität und Ideen umzusetzen", sagt Kaack. Dem Berater geht es um das richtige Maß, nicht um Ewigkeits- oder Hochsicherheitsformeln, mit denen man Nachfolge exakt definieren kann. Kein Korsett, ein Gerüst, auf dem man aufbauen kann, eine Bilanz, die beim Entscheiden und Handeln hilft ..."

 

Jürgen Kaack 10.09.2010, 22.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Unternehmensnachfolge – das „Stiefkind“ vieler Unternehmer

"Jährlich steht bei fast 80.000 Unternehmen in Deutschland die Regelung der Unternehmensnachfolge an. Teilweise werden jedoch selbst wirtschaftlich gut laufende Unternehmen aufgelöst, weil die Unternehmensnachfolge nicht rechtzeitig genug eingeleitet wurde und kein Nachfolger gefunden werden konnte.

Nicht zuletzt vor dem Hintergrund der fortlaufend rückläufigen Zahlen von Unternehmensgründungen, sollten Unternehmen sich daher frühzeitig intensiver mit der Nachfolge-Thematik befassen und die Vorteile einer Nachfolgeregelung für sich nutzbar machen. Dies gilt umso mehr, als die Sicherstellung der Unternehmensnachfolge ein für alle Beteiligten langwieriger Prozess ist, der rechtzeitig im Lebenszyklus eines Unternehmens begonnen werden muss. So bedarf die Durchführung eines Projektes für eine Unternehmensnachfolge einer sorgfältigen Vorbereitung, damit das Unternehmen im Rahmen dieses Prozess keinen Schaden nimmt, bzw. der Wert des Unternehmens sinkt."

Mein am 10.07.07 bei Perspektive Mittelstand veröffentlichter Artikel betrachtet die Unternehmensnachfolge als einen Prozess mit drei Phasen. Ich habe schon mehrfach Artikel über mögliche Käufer und Investoren für Unternehmen veröffentlicht und auch dieser Artikel enthält eine Übersicht über mögliche Käufer und Nachfolger. Der Artikel kann hier herunter geladen werden.

Als Berater und Coach unterstützen wir von der STZ-Consulting Group den Unternehmer oder fallweise auch den Übernehmer bei der Vorbereitung und Durchführung des Unternehmensverkaufs, insbesondere aber auch bei der wichtigen Überleitungsphase (Post-Merger Phase). Gerade die Überleitungsphase ist aufgrund unterschiedlicher Führungsstile und Managementmethoden für den Erfolg kritisch!

Jürgen Kaack 12.07.2007, 09.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Unternehmensnachfolge: Die neue Unternehmensführung übernimmt das Ruder, und was kommt dann?

Für viele Unternehmer bildet das eigene Unternehmen den Mittelpunkt ihres Lebens. Geht dann im Zuge einer Unternehmensnachfolge die Verantwortung für das Unternehmen an einen Anderen über und fällt der Lebensinhalt „Unternehmensführung“ weg, stößt dies nicht wenige in eine tiefe Krise. Was bleibt im Leben noch zu tun, was ist ein Unternehmer ohne Unternehmen wert?

Im Grunde erlaubt unsere gesellschaftliche Struktur hierzulande auf das Arbeitsleben bezogen nur zwei „Zustände“: Aktiv in Vollzeit oder im Ruhestand. Teilzeittätigkeiten sind gerade noch erlaubte Zwischenformen. Um was es geht, ist nicht etwa die Problematik der Arbeitslosigkeit näher zu erörtern, sondern auf die Situation älterer Führungskräfte aufmerksam zu machen, die aus dem einen oder anderen Grunde nicht mehr ihrem bisherigen Beruf nachgehen können. Oder aber auch all jene, die schweren Herzens die Übergabe oder den Verkauf des eigenen Unternehmens an einen Nachfolger in die Wege geleitet und zum Abschluss gebracht haben. Die Gründe für den Rückzug aus der Erwerbstätigkeit sind unterschiedlich - angefangen vom scheinbaren Zwang zur Modernisierung und der fehlenden Bereitschaft in die Qualifizierung älterer Mitarbeiter zu investieren über Rationalisierungsmaßnahmen bis hin zur Nachfolge in mittelständischen Unternehmen.

Mit Blick auf Rationalisierungsmaßnahmen werden in Deutschland jedoch nach wie vor bevorzugt ältere Mitarbeiter im Rahmen einer Vorruhestandsregelung abgebaut, da dies weniger Probleme mit Betriebsrat und Arbeitsagentur bringt. Die Kosten für eine solche Regelung sind überschaubar und Arbeitsgerichtsauseinandersetzungen eher die Ausnahme. Die Kehrseite dieser Vorgehensweise ist, dass das Unternehmen auf diesem Wege wichtige Erfahrungen verliert, die nicht so leicht zu ersetzen ist. Für den Mitarbeiter wird es trotz aller gut gemeinter politischer Aktionen ab einem Alter über 50 schwierig bis nahezu unmöglich eine neue Anstellung zu finden. Ein nicht vorhandener Kündigungsschutz, größere Erfahrung und oft auch Flexibilität der Mitarbeiter sind immer noch kein ausreichendes Argument.

Mein jetzt bei Perspektive-Mittelstand erschienener Beitrag beschäftigt sich mit der Situation von Unternehmern, die Ihr Unternehmen an einen Nachfolger übergeben haben.  Es erscheint ratsam, als Betroffener rechtzeitig und aktiv die weitere Gestaltung zu übernehmen. Es bieten sich durchaus eine breite Palette von alternativen Betätigungen beginnend mit der eigenen Selbstverwirklung über die Gründung neuer Unternehmen, die Unterstützung bestehender Unternehmen als Berater und Coach, aber auch eine Aktivität als Coach. Schließlich bietet auch eine politische Betätigung ein sinnvolles Feld!


Jürgen Kaack 07.06.2007, 09.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL