Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Breitband

Voucher als Alternative zu Förderprogrammen für Breitbandausbau?

Der Vorschlag zu Voucher-Lösungen für den Breitbandausbau kommt ja immer wieder mal auf. Möglicherweise vereinfacht ein Vouchersystem das Verfahren gegenüber anderen Förderprogrammen. Zu beachten ist aber, dass auch ein staatlich vergebener Voucher eine öffentliche Beihilfe aus Steuermitteln darstellt und die Ausgabe daher nicht zwangsläufig einfacher wird. Zum anderen ist ein fester Betrag von, wie in diesem Artikel laut den Vorstellungen der Verbände vorgeschlagen, € 1.500 in vielen Fällen von Gebväuden in Streusiedlungen oder in Einzellagen deutlich zu gering, um die tatsächlichen Kosten zu decken. Für den Ausbau von Einzelanschlüssen werden nicht selten Beträge im fünfstelligen Bereich gefordert. 

Zudem müsste irgendjemand die Koordination bei der Auswahl des TKU übernehmen. Wenn bei beispielsweise 10 benachbarten Grundstücken die Eigentümer ihre Voucher an drei unterschiedliche TKU geben, dürfte ein Ausbau immer noch unattraktiv oder unwirtschaftliche sein.

Die Erprobung eines Vouchersystems in einem Pilotversuch kann Erkenntnisse über die Handhabbarkeit und die tatsächlichen Vorteile gegenüber den bisherigen Förderprogrammen liefern. Die bessere Alternative zum geförderten Ausbau bleibt aber in jedem Fall der eigenwirtschaftliche Ausbau.
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Jürgen Kaack 21.07.2018, 13.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der langsame Glasfaser-Ausbau in Deutschland

Dieser Artikel bei Heise online gibt eine zutreffende Darstellung zum Glasfaser-Ausbau in Deutschland. Die Notwendigkeit für den Aufbau eines flächendeckenden Glasfaser-Anschlussnetzes ist schon lange erkannt, die Umsetzung lässt bislang noch sehr zu wünschen übrig. Der breite Ausbau der nicht zukunftssicheren Vectoring-Technologie ist dabei ein Hemmschuh für den Ausbau mit Glasfaser. Den Einsatz öffentlicher Fördermittel jetzt auf Glasfaser zu begrenzen, bringt wenig, wenn die Aufgreifschwelle für die Förderung bei der EU nicht in nächster Zeit deutlich nach oben korrigiert wird. Die genannten Beispiele zeigen trotzdem, dass der Glasfaser-Ausbau durchaus gelingen kann, wenn Kommunen und Netzbetreiber zusammenarbeiten.
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Jürgen Kaack 18.07.2018, 14.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erste geförderte FTTB-Projekte sind umgesetzt

So langsam kommen die Projekte nach dem Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau in Gang. Der erste in diesem Artikel beschriebene Bauabschnitt auf Rügen ist mit 110 angeschlossenen Haushalten zwar noch klein, aber es ist ein FTTB-Ausbau mit Glasfaser bis zum Hausanschluss, und bis Ende des Jahres sollen in diesem Projekt schon 1.700 Haushalte angeschlossen sein. Alleine in Mecklenburg-Vorpommern gibt es weitere 78 Teilprojekte zum Ausbau der Breitband-Infrastruktur. Mit dem Bundesförderprogramm und den vorläufig bewilligten Anträgen sind Investitionen in Höhe von geschätzt ca. € 12 Mrd. zu erwarten, so dass es in nächster Zeit noch mehr Erfolgsmeldungen über realisierte (Teil)-Projekte geben wird.

Abgesehen von den hohen bürokratischen Hürden und zum Teil unverständlich aufwändigen Verfahrensschritten, die jetzt mit der Novellierung der Förderrichtlinie Anfang Juli weitgehend ausgeräumt wurden, kann man das Bundesförderprogramm schon jetzt als Erfolg ansehen. Neben den geförderten Projekten wurde auch der eigenwirtschaftliche Ausbau im Wettbewerb intensiviert.


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Jürgen Kaack 17.07.2018, 12.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Konzept-Ansätze für die Migration von Kupfer- zu Glasfasernetzen

Die Bedeutung von Glasfaser für die Digitalisierung dürfte inzwischen nicht mehr infrage gestellt werden. Der Weg von den heute ca. 90% Kupferanschlüssen zu Glasfaser ist dagegen immer noch offen. Die beste Option ist und bleibt auch zukünftig der eigenwirtschaftliche Ausbau durch die Netzbetreiber im Wettbewerb untereinander.

Der wesentliche Treiber bleibt dabei allerdings der Wettbewerb. Ist der Wettbewerb in einer Region schwach und der Kundendruck nicht hoch, dann dürfte diese Region vermutlich länger warten müssen. Neben dem eigenwirtschaftlichen Ausbau stellt der mit öffentlichen Geldern geförderte Ausbau immer noch eine gerne gesehene Option dar.

Allerdings beschränkt die geltende Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s die weiteren Möglichkeiten einer Förderung erheblich. Dabei war schon 2015 bei Einführung des Bundesförderprogramms offensichtlich, dass diese Aufgreifschwelle keine längerfristige Perspektive für einen nachhaltigen Breitbandausbau bietet. Leider hat man bis heute die Zeit verpasst, die Aufgreifschwelle in Brüssel anzuheben.

Mitte letzten Jahres habe ich ein Konzeptpapier mit den grundsätzlichen Möglichkeiten zur Erzielung eines Glasfaser-Ausbaus erstellt und erst in einzelnen Kapiteln veröffentlicht und dann als etwas ausführlicheres eBook. Darin beschreibe ich die möglichen Geschäftsmodelle und Ansätze mit denen ein FTTB-Ausbau möglich wird. In vielen Fällen werden Gebietskörperschaften aber auch Unternehmer und Privatpersonen sich stärker für den Glasfaser-Ausbau engagieren müssen, als dies in der Vergangenheit der Fall war.

Im Hinblick auf die Bedeutung der Glasfaser-Migration habe ich wesentliche Teile aus meinem Konzeptpapier zur Anregung für das eigene Handeln als eigene Rubrik unter "Glasfaser-Migration" auf meiner Homepage www.STZ-Consulting.de eingestellt.

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Jürgen Kaack 16.07.2018, 12.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bücher und eBooks

Eine Übersicht über die von mir in den letzten Jahren veröffentlichten Büchern sowie über eine Reihe von älteren eBook zu unterschiedlichen Themen findet sich mit Links zu den jeweiligen Verlagen auf der Seite „Bücher / eBook“ der Homepage von STZ-Consulting Group.

Detailliertere Informationen zu den die Familienforschung betreffenden Veröffentlichungen finden sich auf der Seite „Bücher“ meiner neuen Homepage kaack.org

Derzeit sind keine neuen Veröffentlichungen geplant, aber über neue Entwicklungen werde ich auf den Blog-Seiten der Homepages berichten.


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Jürgen Kaack 13.07.2018, 11.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Neue Webseite zu meiner Familien- und Regionalforschung fertig!


Vor einiger Zeit habe ich über meine Pläne zur Neustrukturierung meiner Kommunikationsstränge berichtet. Auf der neuen Homepage will ich Auszüge aus Inhalten und Ergebnisse meiner Familienforschung darstellen, über neue Erkenntnisse aus der Genealogie werde ich auf dem Blog der neuen Seite informieren. Damit ist das Durcheinander mit anderen Themen aus meinem Beratungsgeschäft beseitigt.

Die Homepage www.kaack.org ist jetzt nach doch etwas längeren Vorarbeiten im ersten Wurf fertig und ich bin mit dem Ergebnis durchaus zufrieden. Natürlich lässt sich auch auf einer Homepage nicht der Inhalt der gesamgten Familienchronik wiedergeben, aber das ist auch nicht die Intention. Anders als auf diesem Blog sind die verschiedenen Beiträge auf der neuen Seite thematisch sortiert. Die hier in 28 Einzelbeiträgen vorgestellten „Zeitzeugnisse meiner Vorfahren“ sind auf der neuen Webseite auf einer (längeren) Seite chronologisch angeordnet zu finden unter diesem Link.

Zu einigen Familienzweigen habe ich auf eigenen Unterseiten kurze Abrisse zusammengestellt. Natürlich finden sich auf der neuen Seite auch hier nicht richtig darstellbare Fotos alter Photochrom- und Lichtdrucke, Scans von Holzschnitten aus dem 19. Jahrhundert, aber auch Links zu Galerien mit aktuellen Fotos, von denen ich hier auch Teile unter dem Titel „Sylt-Impressionen“ versuchsweise eingestellt hatte. Interessierte mögen sich auf der Seite "Sylt-Impressionen" umsehen.

Ich hoffe, dass die neue Seite ebenso viele interessierte Leser findet, wie es hier auf dem Blog der Fall war! Ich lade daher gerne zur Durchsicht oder zum vertieften Lesen der (bis auf Hinweise zu meinen Büchern) werbefreie und nicht-kommerzielle private Homepage www.kaack.org ein. 

Für Inhalte zu meinem Beratungsgeschäft mit den Themenschwerpunkten Unternehmensführung, Digitalisierung und Breitbandausbau steht weiterhin meine Homepage www.stz-consulting.de zur Verfügung. Zukünftig werde ich dort im Blog über Aktuelles berichten, sofern es nicht eher Themen für die Social-Media sind.


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Jürgen Kaack 12.07.2018, 15.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Beiträge zum Ausbau von Breitbandinfrastrukturen

Meine Beiträge zu den von mir in den letzten Jahren schwerpunktmäßig bearbeiteten Themen rund um Breitband und den Ausbau von Breitband-Infrastrukturen habe ich auf zwei Seiten meiner Homepage STZ-Consulting Group zusammengefasst.

Der Breitbandausbau ist ein komplexes Vorhaben, bei dem in der Regel viele Institutionen beteiligt sind. Diese Seite mit ihren Unterseiten beschäftigt sich dabei nur mit solchen Ausbau-Vorhaben, die nicht von Netzbetreibern eigenwirtschaftlich umgesetzt werden. Im Fokus der folgenden Seiten steht ein Breitbandausbau, der unter Einbindung von Gebietskörperschaften, Stadtwerken oder auch im Rahmen von Bürgerinitiativen erfolgt. Zur Finanzierung der Maßnahmen wurden in eingien Fällen öffentliche Förderprogramme von Bund und Land genutzt. Auf dieser Seite werden unten ausgewählte Fallbeispiele aus der Beratungspraxis von STZ-Consulting.

STZ hat aufgrund der Erfahrung seiner Partner seit der Gründung 2002 einen Branchen-Schwerpunkt in der Telekommunikation und unterstützt Telekommunikationsanbieter bei der Entwicklung und Ausgestaltung neuer Geschäftsmodelle, der Realisierung von Kooperationen und der Gestaltung und Markteinführung von neuen Diensten. Schon seit 2006 stehen Kreisen, Kommunen, Stadtwerken als Kunden im Vordergrund mit Vorhaben zum Ausbau einer nachhaltigen Breitbandinfrastruktur. Der ursprüngliche Schwerpunkt der Projekte lag in der Sicherstellung der Grundversorgung in unterversorgten Ortsteilen mit mindestens 1 bzw. später 2 Mbit/s. Diese Phase ist seit 2013 weitgehend abgeschlossen und jetzt liegt der Fokus auf der Schaffung von Glasfaser-Anschlussnetzen. Immer noch aktuell ist der Bedarf in Gewerbegebieten, die aufgrund ihrer Lage oft unter schwachen Breitbandanschlüssen leiden. Zunehmend entwickelt sich die Nachfrage nach Beratungsunterstützung in Richtung auf neue Hochleistungsnetze (NGA), die in Kooperation oder durch eigene Infrastrukturaktivitäten aufgebaut werden.

Informationen zum grundsätzlichen Ablauf eines Breitbandprojektes finden sich auf der Seite "Vorgehen beim Breitbandausbau". Eine wichtige Aufgabe ist die Konkretisierung in Verbindung mit der Gestaltung tragfähiger Geschäftsmodelle im Zusammenspiel zwischen Kommune, privaten Infrastrukturbetreibern und den Anbietern von Diensten. Hierzu sei auf die Unterseiten "Geschäftsmodell vor Netzplan" und  "Geschäftsmodelle für den Breitbandausbau" verwiesen. Aufgrund der durch Tiefbauarbeiten bedingten hohen Kostenm für den Breitbandausbau ist der Ausgestaltung des Geschäftsmodells hohe Bedeutung einzuräumen, um Fehlinvestitionen zu vermeiden. Auf der Seite "9-Punkte Maßnahmenplan für den Glasfaser-Ausbau" erläutert einige Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, um eine flächendeckenden Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen innerhalb von etwa zehn Jahre zu erreichen. Die Seiten "Grundbegriffe Telekommunikation" und ein "Glossar" mit häufig verwendeten Begriffen und Abkürzungen für Telekommunikation und Breitband helfen beim Verständnis des Fach-Jargons.

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt gut voran, das Bundesförderprogramm für den NGA-Ausbau hat einen guten Schub ergeben. Bis 2020 oder 2022 werden mit Zuwendungen in Höhe von ca. € 8 Mrd. Infrastrukturen ausgebaut, die mindestens 50 Mbit/s ermöglichen, in vielen Fällen werden dabei direkt FTTB-Anschüsse mit Glasfaser bis zum Hausanschluss verlegt. So weit ist eigentlich alles gut, wenn es nicht die Notwendigkeit gäbe innerhalb der nächsten 10 Jahre flächendeckende Glasfaseranschlüsse zu schaffen.

Das laufende Bundesförderprogramm ermöglicht Zuwendungen nur für Anschlüsse, die heute weniger als 30 Mbit/s haben. Bei Start des Programms im Dezember 2015 betraf dies ca. 25% aller Anschlüsse in Deutschland. Glasfaseranschlüsse sind in Deutschland bislang eher die Ausnahme. Nur etwa 5% der Anschlüsse sind in Glasfaser ausgeführt (die tatsächliche Nutzungsquote liegt sogar nur bei etwas der Hälfte). Mithilfe der Mittel aus dem Bundesförderprogramm könnten weitere 15% der Anschüsse mit Glasfaser-Hausanschüssen ausgebaut werden, so dass bei fertiger Umsetzung des Bundesförderprogramm Ende 2019 noch ca. 80% der Hausanschüsse immer noch in Kupfer ausgeführt sind. Nicht nur im Hinblick auf die Glasfaser-Infrastruktur besteht in Deutschland Nachholbedarf, auch bei der Entwicklung und Nutzung von digitalen Anwendungen sind andere Länder mittlerweile weiter als Deutschland. Dabei bietet die Digitalisierung gute Chancen zur Gründung von neuen Unternehmen und neuen Wachstumssegmenten.

Eine Förderung des flächendeckenden Aufbaus von Glasfaser-Anschlüssen mit Zuwendungen zur Schließung einer Deckungslücke ist im Hinblick auf die zu erwartende Höhe der Förderbudgets und die Komplexität vermutlich nur schwer zu vertreten. Aus  meiner Sicht müssen neue Ansätze mit einem längerfristigen Horizont begangen werden. Auch für die Entwicklung von innovativen digitalen Anwendungen sind neue Ansätze erforderlich, bei der die stärkere Einbindung von Hochschulen, der Abbau von Bürokratie und die Schaffung von geeigneten Rahmenbedingungen zu gestalten sind. In einem Konzeptpapier habe ich meine Analyse zur Situation erläutert und stelle meine konzeptionellen Ansätze für die weitere Ausgestaltung zur Diskussion. Die ausführliche Studie zur Glasfasermigration habe ich Mitte 2017 unter dem Titel "Digitalisierung und die Migration zu Glasfaser-Netzen" als eBook veröffentlicht. Auszüge aus der Konzeptstudie finden sich entsprechend iherer Bedeutung auf der entsprechenden Seite "Glasfaser--Migration" meiner Homepage.

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Jürgen Kaack 08.07.2018, 13.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Beiträge zur Unternehmensführung

Auf diesem Blog habe ich über die Jahre hinweg verschiedene Beiträge zu Themen der Unternehmensführung eingestellt, die aber nicht so ohne Weiteres im Zusammenhang zu finden sind. Im Rahmen der Neuordnung meiner Kommunikation habe ich die Homepage meiner Beratung STZ-Consulting Group https://www.stz-consulting.de überarbeitet und die Themen dort zusammengeführt. Die folgende Übersicht beschreibt die Themen in aller Kürze und gibt Links zu den betreffenden Seiten.

Für die meisten Geschäftsmodelle ist die Gestaltung wettbewerbsgerechter Produkte ein erfolgsentscheidender Faktor, insbesondere im Hinblick auf die in vielen Fällen nicht unerheblichen Kosten der Produktentwicklung und der Zeitbedarf, der im Falle eines ausbleibenden Erfolgs für die Entwicklung anderer, erfolgsversprechender Produkte fehlt. Es ist daher mehr als empfehlenswert und eher unabdingbar, sich intensiv mit Fragen des Marketings zu beschäftigen. Hierbei sind mittels Segmentierung Zielgruppen zu bilden und zu analysieren. Eine entscheidende Rolle beim Produktdesign und der Wirtschaftlichkeit kommt dem quantitativen und qualitativen Nutzen eines Produktes zu, so dass der Nutzenanalyse eine zentrale Bedeutung eingeräumt werden sollte. Auf der Unterseite "Marketing-Instrumente" werden die grundlegenden Aspekte kurz beschrieben.

Diese Instrumente des Marketings sollten nicht nur in etablierten Unternehmen regelmäßig zur Überprüfung bestehender und der Planung neuer Produkte genutzt werden. Für die Vorbereitung einer Unternehmensgründung sind sie unerlässlich. Beim Start eines neuen Unternehmens steht in der Regel nur ein begrenztes Produktangebot zur Verfügung und bei ausbleibendem Markterfolg kann dies das Ende des neuen Unternehmens bedeuten. Eine Unternehmensgründung gehört zu den spannendsten und gleichzeitig herausforderndsten Vorhaben, die man angehen kann. In der Regel wird man im Berufsleben nur wenige Male die Ideen und Gelegenheit haben, um eine Unternehmensgründung tatsächlich anzugehen. Dabei sind neben der Produktidee und ihrer Umsetzung eine Vielzahl anderer Aufgaben zu lösen, z.B. die Aufstellung eines Gründungsteams, die Sicherstellung der Finanzierung, die Auswahl der passenden Rechtsform und die Ausgestaltung der Organisation. Aus der Erfahrung von mehreren selbst durchgeführten und beratend begleiteten Unternehmensgründungen werden auf der Unterseite "Unternehmensgründung" Hinweise gegeben.

Eine ähnlich weitgehende Veränderung wie eine Unternehmensgründung kann von Wachstumsvorhaben ausgehen. Die Seite "Wachstumsvorhaben" strukturiert die unterschiedlichen Arten von Wachstumsansätzen und beschreibt einige Wege zur Vorbereitung. Für manche Geschäftsmodelle ist Wachstum notwendig, um das Unternehmen langfristig erfolgreich am Markt zu halten. Wachstum darf aber kein Selbstzweck sein und muss sorgfältig vorbereitet und geplant werden. In diesem Punkt ist das Ansatz ähnlich wie bei der Unternehmensgründung. Misserfolge bei Wachstumsvorhaben können bislang erfolgreiche Unternehmen ernsthaft gefährden, Sorgfalt ist daher geboten.

Eine Möglichkeit, um die Erfolgschancen einer neuen Produktidee im Vorfeld einzuschätzen, ist der "Innovations-Check", für den auf der entsprechenden Unterseite ein beispielhaftes Vorgehen beschrieben wird. Dabei kann dieser "Check" insbesondere dabei helfen, alle wesentlichen Aspekte zu berücksichtigen und die Bewertung systematisch durchzuführen. Ein aussagekräftiges Ergebnis erhält der Unternehmer aber nur dann, wenn neutral und ohne Voreingenommenheit Fakten vollständig erfasst werden. Wird mit "geschönten" Annahmen auf ein gewünschtes Ergebnis hingearbeitet, weil man sich vielleicht schon lange mit dem Vorhaben beschäftigt hat und sich damit identifiziert, dann kann das Ergebnis auch nur ein Stimmungsbild liefern.

Egal welches Produkt ein Unternehmen herstellt, Hardware, Software oder Dienstleistung, der unternehmerische Erfolg wird in wesentlichen Teilen von der Qualität und Effizienz der Vertriebsorganisation bestimmt. Auch gute Produkte verkaufen sich nicht "von alleine" und der gesamte Kundenprozess muss sorgfältig geplant und regelmäßig überprüft werden. Auch hierfür sind Marketinginstrumente eine wichtige Hilfe, ein Produkt muss nicht nur einen Nutzenwert für den potenziellen Käufer darstellen, der einen Kauf rechtfertig, der Kunde sollte das Produkt auch über den für ihn passenden Vertriebskanal finden und beziehen können. Daher ist die Vertriebskanalauswahl eine wichtige Grundlage und für die ausgewählten Kanäle muss eine geeignete Betreuung von der Akquisition der Form der Bindung über Schulungsmaßnahmen bis hin zu verkaufsfördernden Maßnahmen sichergestellt werden. Eine oft zu treffende Entscheidung ist diejenige zwischen direktem und indirektem Vertrieb, wobei beide Vertriebsformen auch parallel betrieben werden können, wenn eine transparente und ausgewogene Behandlung geschaffen wird. Der eigentliche Vertriebsprozess sollte je nach Produkt vorgeplant und ausgestaltet werden, damit keine Leads verlorengehen und es sollte auch nicht vergessen werden, dass der Vertriebsprozess nicht mit dem Kauf enden muss. Kundenbindung und Empfehlungsmarketing sind Instrumente, die effizienzfördernd eine bessere Wirtschaftlichkeit ermöglichen. Die Seite zum "Vertriebskonzept und Vertriebsprozess" gibt Hinweise. Ergänzend enthält die Seite "Vertriebsoptimierung" eine Checkliste, anhand derer man seinen Vertriebsprozess überprüfen und gegebenenfalls anpassen kann.

Zur Absicherung eines Unternehmens gehören neben einem wettbewerbsgerechten Produkt und einer effizienten Vertriebsorganisation die Einrichtung eines regelmäßigen Risikomanagement-Prozesses mit definierten Zuständigkeiten im Unternehmen und einem festgelegten Vorgehen. Geschäftsgefährdende Risiken entstehen meist nicht "über Nacht", sondern entwickeln sich oft schleichend über einen längeren Zeitraum. Dabei sind alle Faktoren, die auf den Geschäftsprozess einwirken potenzielle Risikofaktoren. Externe Risiken können von neuen Technologien, die bisherige substituieren, über veränderte rechtliche Rahmenbedingungen, steigende Finanzierungskosten bis hin zu Lieferengpässen und steigenden Kosten für extern bezogene Leistungen sein. Ein verändertes Kaufverhalten und sinkende Kaufkraft können Einbrüche im Umsatz bewirken und ähnlich kann der Wegfall wichtiger Vertriebskanäle ernsthafte Einbrüche im Umsatz auslösen. Interne Risiken können durch fehlendes Personal, ineffiziente Organisation und unzureichende Kontrollen entstehen. Viele Risiken enthalten bei rechtzeitiger Identifikation Chancen durch Anpassung. Dies kann im Produkt selber begründet sein, im Produktionsprozess, aber auch in der Suche nach neuen Kooperationen. Mit dem in der Seite "Risikomanagement" beschriebenen Prozess kann ein Unternehmen zwar nicht das Auftreten von Risiken vermeiden und vermutlich auch nicht alle Risiken beseitigen. Aber es hilft bei der frühzeitigen Erkennung und Einordnung der Risiken. Die Bewertung von Eintrittswahrscheinlichkeiten und möglichen Schadenshöhen liefert eine hilfreiche Grundlage für die Entwicklung von Strategien zur Risikobeherrschung.

Ein im Lebenszyklus eines Unternehmens nicht so häufig vorkommendes Risiko liegt in der erfolgreichen Vorbereitung und Umsetzung der Unternehmensnachfolge. Auch hierbei gilt, dass eine langfristige und strategisch geplante Nachfolgeregelung Risiken beim Unternehmensübergang reduziert. Zunächst stellt sich die Frage, wer für eine Übernahme in Betracht kommt. Nicht immer sind Familienangehörige geeignet oder an der Übernahme interessiert. Ein rechtzeitiger Unternehmensverkauf kann dann ebenso eine Lösung sein wie ein Management Buy-out. Vor einer Unternehmensübergabe ist in vielen Fällen die Organisation entsprechend vorzubereiten, insbesondere wenn bislang alle Entscheidungen auf den Unternehmer zugeschnitten sind. Die Optionen für die Unternehmensnachfolge und Hinweise zur Vorbereitung gibt die Unterseite "Unternehmensnachfolge".

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Jürgen Kaack 07.07.2018, 13.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Förderprogramme für den Breitbandausbau optimieren

Wenn der eigenwirtschaftliche Ausbau der Breitbandinfrastruktur durch Netzbetreiber nicht wirtschaftlich ist und auch andere Geschäftsmodelle ohne finanzielle Zuwendungen an Dritte nicht funktionieren, bleiben die Förderprogramme für den Breitbandausbau. Die Förderprogramme haben gemeinsam, dass sie einen Eingriff in den Wettbewerbsmarkt darstellen und die Fördermittel letztlich aus Steuermitteln gespeist werden. Dies hat zur Folge, dass der Einsatz von Fördermitteln unter strikten Vorgaben und mit Einschränkungen versehen sind.

Insbesondere das Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau hat einiges im Hinblick auf die Breitbandversorgung bewirkt. Nahezu alle Kommunen beschäftigen sich mittlerweile mit dem Thema Breitband, Bürger fragen nach Verbesserungen bei der Versorgung und das allgemeine Bewusstsein für die Bedeutung einer guten Breitbandversorgung ist gestiegen. Auch setzt sich mehr und mehr die Erkenntnis durch, dass nur durchgehende Glasfaser-Leitungen eine zukunftssichere Versorgung ermöglichen. Die hohe Akzeptanz des Förderprogramms dokumentiert sich nicht zuletzt dadurch, dass die vorhandenen Mittel in vorläufigen Förderzusagen gebunden sind. Zunehmend mehr Vorhaben kommen zwar spät, aber immerhin doch in die Umsetzung. So werden Zug um Zug die vorhandenen weißen Flecken beseitigt werden. Aber bis zu einer flächendeckenden Versorgung mit Glasfaser-Hausanschlüssen ist es noch ein weiter Weg. Es zeigt sich aber auch, dass bei dem Förderprogramm noch einiges Optimierungspotenzial vorhanden ist.

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Jürgen Kaack 04.06.2018, 15.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Fallbeispiele für den Ausbau von Infrastrukturen für schnelles Internet

Für den Breitbandausbau gibt es unterschiedliche Vorgehensweisen und Geschäftsmodelle. Der größte Teil des Ausbaus erfolgt unverändert auf eigenwirtschaftlicher Grundlage durch die Netzbetreiber. Dabei mögen die Gründe in der erwartenden Rendite liegen, strategischen Ansätzen zum Aufbau der Infrastruktur oder in wettbewerbstaktischen Überlegungen zur Fernhaltung von anderen Netzbetreibern. Dieser eigenwirtschaftliche Ausbau lässt sich von außen eigentlich nicht beeinflussen (mit der wichtigen Ausnahme der politisch gesetzten Rahmenbedingungen wie z.B. der Regulierung). Die durch Gebietskörperschaften beeinflussbaren Geschäftsmodelle habe ich aus der Erfahrung vieler Projekte in folgende Cluster unterteilt:

  • Ausbau nach finanziellen Zuwendungen zum Ausgleich einer Deckungslücke beim Netzbetreiber
  • (nicht-finanzielle) Motivation von Netzbetreibern zum Ausbau       
  • Ausbau durch Stadtwerke      
  • Kooperationen mit Infrastrukturbetreibern, die keine Netzbetreiber sind
  • Gründung von kommunalen Infrastrukturbetreibern      
  • Genossenschaften oder Zweckverbände als interkommunale Vorhaben
  • Ausbau mit bürgerschaftlichem Engagement      
  • Einbringung von vorhandenen Infrastrukturen und Nutzung von Sanierungsarbeiten im Straßenraum 

Bis Mitte 2016 habe ich eine Reihe von detaillierten Fallbeispiele aus eigener Projekttätigkeit für Kreise, Kommunen und Stadtwerke veröffentlicht. 

Da ich nach Aufnahme der Projekt-Tätigkeit für das Breitband-Kompetenzzentrum in NRW im Februar 2016 keine eigenen Förderprojekte in NRW als Berater begleite, gibt es von mir erst mal keine neuen Fallbeispiele.

Die aus meiner Sicht sinnvollen Geschäftsmodelle sowie die rechtlichen und technischen Grundlagen habe ich zusammen mit zum Teil sehr ausführliche beschriebenen Fallbeispielen in dem Buch „Schnelles Internet in Deutschland - Geschäftsmodelle und Fallbeispiele für den Ausbau“ zusammengestellt. Der Stand des Inhaltes ist somit Frühjahr 2016 und seither hat sich einiges verändert. Insbesondere das Bundesförderprogramm hat zu Veränderungen im Markt beigetragen. Je mehr geförderter Ausbau stattfindet, desto weniger Potenzial verbleibt für eigene Infrastruktur-Vorhaben von Gebietskörperschaften und Stadtwerken (mit Ausnahme von denjenigen, die bereits mit dem Ausbau begonnen haben). Auch für neue Zweckverbände gibt es wohl kaum noch tragfähige Ansätze.

Die beschriebenen Geschäftsmodelle sind aber unverändert relevant und neue Ansätze sind nach meiner Erkenntnis nicht hinzugekommen. Die Möglichkeiten zur Einflussnahme der Gebietskörperschaften sind immer noch so wie in meinem Buch beschrieben. Insbesondere die Einsetzung von hauptamtlichen Breitbandkoordinatoren in Kreisen und kreisfreien Städten in NRW hat sich nach meinem Eindruck sehr bewährt. Bei den Fallbeispielen finden sich zwar auch eine Reihe von Vorhaben, die auf den FTTB-Ausbau gesetzt haben, die Mehrzahl erfolgte aber doch mit FTTC-Lösungen, da Angebote zum FTTB-Ausbau in Förderprojekten eigentlich erst seit Anfang 2017 in nennenswertem Umfang eingehen. Das in den Fallbeispielen in meinem Buch beschriebene Vorgehen ist bis auf die spezifischen Anforderungen der Förderprogramme immer noch gültig.

Aktuelle Fallbeispiele (aber auch eine Reihe von in meinem Buch beschriebenen) finden sich z.B. auf der Seite des Kompetenzzentrums Gigabit.NRW unter diesem Link.

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Jürgen Kaack 02.06.2018, 10.08 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL