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Einträge vom: 22.12.2018

Der Stammbaum der frühen Burgunder

Die Abfolge der Burgunder seit dem frühesten einigermaßen sicher nachgewiesenen und um 280 geborenen Vorfahren Guntharich III. zeigt die folgende Stammtafel. Anhand der Tafel lassen sich die im Post zu den Burgundern während der Völkerwanderung leichter nachvollziehen, insbesondere bei den vier Söhnen von König Gundioch (geboren um 410 bis 473). Die Stammtafel reicht bis zum letzten der frühen Burgunder Godomar II. Die späteren Burgunder aus dem Hochmittelalter sind nicht mit den frühen Burgunder verwandt.



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Jürgen Kaack 22.12.2018, 20.46| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung

Die Burgunder während der Völkerwanderung

Das Volk der Burgunder stammt vermutlich ebenso wie Goten, Heruler und Vandalen aus dem Gebiet südlich der Ostsee und es ist anzunehmen, dass die Siedlungsgebiete direkt benachbart waren. Möglich wäre eine vergleichsweise kleine Region westlich der Vandalen und südlich von Goten und Herulern, z.B. im Bereich des heutigen Bundeslands Brandenburg. Vielleicht waren die Burgunder einen Teil oder eine Abspaltung der Vandalen waren, heute dürfte dies kaum noch zu klären sein. Ob die Insel Bornholm ihren Namen „Burgundarholm“ im 8. Jahrhundert von den Burgundern als frühen Bewohnern oder als Zwischenstation ableitet, dürfte Spekulation bleiben. Generell ist davon auszugehen, dass in den frühen Zeiten eher einzelne Sippen anzutreffen waren als geschlossene Volksgruppen.

Früheste Erwähnung finden die Burgunder, als sie im Verbund mit den Vandalen im Jahr 276 wohl am Lech von römischen Truppen geschlagen wurden. Vielleicht siedelten die Burgunder danach in einem Gebiet am Main. Im 4. Jahrhundert werden die Burgunder als Verbündete Roms gegen die Alemannen verzeichnet. Möglicherweise haben sie sich in dieser Zeit im Bereich der Main-Mündung und am Neckar niedergelassen. Auf jeden Fall haben die Burgunder am 31.12.406 gemeinsam mit Vandalen und Alanen den Rheinübergang bei Mainz gegen fränkische Truppen erzwungen. Wohin sich die Burgunder nach der Rheinüberquerung gewandt haben, ist anscheinend nicht endgültig geklärt. Vielleicht blieben sie am Rhein im Raum Mainz und standen als Föderati in römischen Diensten, um die Rheingrenze für Rom zu schützen. Diese Vereinbarung hat offenbar für einen Zeitraum von ca. 20 Jahren Bestand gehabt und es finden sich Spuren der burgundischen Föderati-Truppen in verschiedenen Kastellen, z.B. Alzey und Gellep-Stratum.

Im Jahr 411 stellten sich die Burgunder unter ihrem Anführer Gundahar (um 376 bis 435) gegen Rom und unterstützten den gallorömischen Gegenkaiser Jovenius, um auf diesem Wege den eigenen Machtbereich weiter nach Westen auszuweiten. Nach der Niederlage in einer Schlacht gegen den römischen Heermeister Aetius im Jahr 435, bei der König Gundahar ums Leben kam, mussten sich die Burgunder aber wieder an den Rhein zurückziehen. Im Folgejahr wurde das Herrschaftsgebiet der Burgunder am Rhein von hunnischen Kräften überrannt. Auf dem Untergang des Burgunderreiches basiert das viel später geschriebene Nibelungenlied.


Auf der linken Karte sind die Bewegungen des hunnischen Heeres durch Gallien bis zur Schlacht Schlacht auf den katalaunischen Felder von 451 dargestellt, due rechte Karte zeigt die Bewegungen der einzelnen Heeresteile (Quelle: Es wird MapMaster als Autor angenommen (basierend auf den Rechteinhaber-Angaben), CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1357218 Rechte Karte: Von Dryzen in der Wikipedia auf Englisch - Übertragen aus en.wikipedia nach Commons durch MGA73., Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=10991950)

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Jürgen Kaack 22.12.2018, 16.57| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung