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Einträge vom: 15.12.2018

Die Vandalen während der Völkerwanderung

"... und hausen wie die Vandalen"

Dieser Spruch fiel mir als erstes ein, als ich mich im Zuge der Familienforschung mit den Herulern beschäftigt hab eund auf die Verbindung zu den Vandalen stieß. Dabei ist die Geschichte des kleinen Volkes der Vandalen spannend und hat zu erheblichen Machverschiebungen im Europa des 5. und 6. Jahhunderts geführt. Die Herkunft der Vandalen erscheint ebenso unsicher wie bei den anderen ostgermanischen Volksstämmen. Vermutlich waren die ersten Wohnsitze nicht weit von denen der Heruler und Goten entfernt, vielleicht nordöstlich von beiden Stämmen im Bereiche der Flüsse Oder und Weichsel. Eine Herkunft aus Skandinavien wird nicht als wahrscheinlich angesehen. Ob die Vandalen in der Frühzeit ein eigenes Volk gebildet haben, kann ebenso wie bei den Goten bezweifelt werden. Vielleicht waren es zunächst einzelne Gruppen, die erst später einen eigenen Volksstamm gebildet haben.

Um 400 entstand wohl durch das Vordringen der Hunnen aus Osten eine größere Wanderungsbewegung, an der die Vandalen zusammen mit den benachbarten Alanen und Sueben teilhatten. Die Vandalen wurden von ihrem König Godegisel angeführt, der zum Teilstamm der Hasdingen gehörte. Er ist gleichzeitig der erste mit einiger Sicherheit dokumentierte Vorfahre aus dem Stamm der Vandalen. Diese gemischte Gruppe überquerte in der Silvesternacht des Jahres 406 den Rhein bei Mainz auf dem Weg in die römischen Provinz Gallien. 

Schon im Jahr 405 war der Gotenführer Radagaisus mit einem großen Heer von ca. 20.000 Kriegern in Italien eingefallen und konnten vom römischen Heerführer Stilicho nur mit Unterstützung hunnischer, vandalischer und alanischer Söldner in der Schlacht bei Faesulae gestoppt werden. Nach der Schlacht wurde Radagaisus am 23.08.406 von Stilicho hingerichtet. 


Die folgende Karte gibt einen Überblick zu der möglichen Verteilung der germanischen Stämme im Jahr 100 (Quelle: Von Karl Udo Gerth - Eigenes Werk, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5819588)


Da die römischen Truppen gegen Radagaisus zusammengezogen waren, blieb die Grenztruppe aus fränkischen Föderatentruppen vermutlich nur schwach besetzt zurück und konnte von den vorrückenden Vandalen überrannt werden. Trotzdem war diese Schlacht für die Vandalen sehr verlustreich und ihr König Godegisel kam dabei ums Leben. Der Durchbruch über den Rhein blieb im 6. Jahrhundert der einzige erfolgreiche Einfall in das weströmische Reich.

Godegisels ältester überlebender Sohn Guntherich, der 379 geboren worden war, folgte 407 als König der hasdingischen Vandalen. Plündernd führte Guntherich seinen Stamm durch Gallien, wurden aber durch fränkische Truppen bedrängt und zogen weiter südlich. 409 überschritten die Vandalen die Pyrenäen und wurden 411 für kurze Zeit als Förderaten von Westrom in Nordspanien angesiedelt. 416 drängten aber auch die Westgoten nach Spanien, so dass die Vandalen weiter nach Süden bis nach Andalusien zurückweichen mussten. In den verlustreichen Kämpfen war 418 der König der Alanen gefallen und die Alanen und Silingen unterstellten sich Guntherich, der sich fortan König der Vandalen und Alanen nannte.

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Jürgen Kaack 15.12.2018, 20.58| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung