Zum aktuellsten Eintrag

Einträge vom: 31.05.2018

Digitalisierung braucht Glasfaser!

Mitte 2018 besteht Einvernehmen, dass der Breitbandausbau mit durchgehenden Glasfaser-Trassen bis zum Hausanschluss erfolgen sollte, um zu nachhaltigen Infrastrukturen zu kommen. Als ich dies vor etwa zehn Jahren gefordert habe, und zwar auch für den ländlichen Raum, stand ich damit ziemlich alleine. Das Interesse der Netzbetreiber lag damals auf der möglichst langfristigen Ausnutzung der zum Teil schon vor 100 Jahren verlegten Kupferdoppelader. Betriebswirtschaftlich ist das verständlich, Politik und Regulierer sollten aber eher das volkswirtschaftliche Interesse im Blick haben. In den zehn Jahren hätte man viel erreichen können durch den konsequenten Aufbau eines passiven Leerrohrnetzes, mit dem man heute große Teile der Republik mit Glasfaser ausrüsten könnte. Leider ist es beim "könnte" geblieben und heute braucht man Steuergelder, um die jetzt natürlich vorhandenen Deckungslücken auszugleichen.

Anstatt schon vor Jahren die Förderung des Breitbandausbaus in unterversorgten Flächen mit Glaasfaser-Infrastruktur voranzutreiben, hat der Staat auf die Förderung zur Ertüchtigung der vorhandenen Kupfer-Anschlussnetze gesetzt. Noch bei dem im Dezember 2015 veröffentlichten Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau ist eine Präferenz für diesen Weg mit dem Ausbau der FTTC-Netze ("Fiber -To-The-Curb") herauszulesen. Entsprechend haben Netzzbetreiber in den ersten Förderaufrufen bevorzugt FTTC-Lösungen angeboten. Unter großzügiger Auslegung der Förderrichtlinie haben schon früh Gebietskörperschaften für unterversorgte Gebiete Mindestbandbreiten von 100 Mbit/s im Up- und Downstream gefordert, die eigentlich nur mit Richtfunk oder Glasfaser-Anschlussnetzen realisiert werden können. Es zeichnet sich ab, dass zukünftig nur noch Netzinfrastrukturen auf der Basis von FTTB ("Fiber-To-The-Building") förderfähig sind - spät aber immerhin!

Durchgehende Glasfaser-Anbindungen sind die Voraussetzung für die Digitalisierung. Dabei geht es nicht nur um die reine Übertragungsgeschwindigkeit, im Massenmarkt sind derzeit keine Anwendungen vorhanden oder in nächster Zeit zu erwarten, die mehr als 100 Mbit/s benötigen. Aber die steigende Nutzung von Cloud-Diensten erfordert schnelle Upload-Geschwindigkeiten und symmetrische Bandbreiten. Zunehmend mehr Anwendungen in Industrie 4.0, Medizin und z.B. beim autonomen Fahren erfordern kurze Latenzzeiten, hohe Verfügbarkeit bei niedrigen Ausfallzeiten. Und natürlich wächst das zu übertragende Datenvolumen weiterhin stetig, derzeit mit ca. 20% im Jahr. Mittelfristig gibt es keine Alternative zu Glasfaser-Infrastrukturen.
...weiterlesen

Jürgen Kaack 31.05.2018, 12.44| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Glasfaser, FTTB, Vectoring, Förderung,

Fraktale Stammbaum-Ansicht



Die auf dem Foto gewählte Darstellung eines fraktalen Stammbaums gefällt mir in seiner Übersichtlichkeit deutlich besser als die übliche Form der Sanduhr-Präsentation. Ein Stammbaum mit mehr als 15 Generationen ist unübersichtlich und enthält für die frühen Vorfahren kaum zusätzliche Informationen. Ich habe aus meinem Stammbaum m it teilweise bis zu 60 Generationen die ersten 5 Generationen näher betrachtet. Dies deckt einen Zeitraum bis zum frühen 19. Jahrhundert ab.

Von 31 Personen haben 18 auf Sylt gelebt, die anderen lebten in Braunschweig, Hamburg, Flensburg, Husum, Borgdorf und Hedwigenkoog. Der Berufsquerschnitt ist interressant und in erstaunlichem Maße heterogen. Drei Arbeitern (davon ein Cigarrenarbeiter) und einer Dienstmagd stehen je zwei Unternehmer und Tierärzte sowie der Leiter eines Zollamtes gegenüber. Es finden sich ein Hofbesitzer, ein Lehrer, ein Kaufmann und eine Kaufmannsgehilfin sowie ein Uhrmacher, ein Meierist und ein Zimmermann. Einem Austernfischer und Kirchendiener steht ein Kapitän zur See und späterer Mitarbeiter der Kurverwaltung gegenüber.

Ein breiteres Spektrum an Berufstätigkeiten dürfte schwer zu finden sein. Allerdings löst sich die Heterogenität zum Teil wieder auf, wenn man nicht die letzten fünf Generationen der Vorfahren betrachtet, sondern die davor lebenden Generationen, die oft über Jahrhunderte in einem kleinen regionalen Umfeld gelebt haben und oft die Berufe ihrer Eltern und Großeltern fortgeführt haben. Oft waren dies landwirtschaftliche Tätigkeiten. Handwerliche Arbeiten wurden oft im Nebenerwerb ausgeführt.

...weiterlesen

Jürgen Kaack 31.05.2018, 10.49| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung | Tags: Familienforschung, Regionalhistorie, Schleswig-Holstein, Jütland, Sylt,

Auswanderer im 19. Jahrhundert

Ich habe meine Stammbaum-Datei durch ergänzende Recherchen noch mal erweitert und habe jetzt über 12.000 Personen erfasst. Bei der Auswertung im Hinblick auf Auswanderer habe ich ein paar zusätzliche Familien gefunden, die in die USA emigriert sind. Es finden sich dabei 63 Verwandte, die im Zeitraum von 1853 bis 1907 nachweislich in die USA ausgewandert sind. 13 davon sind nach kürzerem oder längerem Aufenthalt wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Da nicht bei allen Verwandten in Nebenlinien die vollständigen Daten vorliegen, wird die tatsächliche Zahl noch höher liegen.

Unter den direkten Vorfahren gibt es nur eine Familie, die im Oktober 1853 vermutlich nach Evansville in Indiana ausgewandert ist (oder zumindest alle Vorbereitungen für eine Ausreise getroffen hat). Ob sie tatsächlich ausgewandert sind, konnte nicht mit Sicherheit verifiziert werden. Entweder sie haben die Pläne kurzfristig aufgegeben, oder sie sind nach wenigen Jahren wieder nach Deutschland zurückgekehrt. Es handelt sich um Carl Friedrich Blume (03.11.1812 bis 24.02.1875) aus Bad Gandersheim und Johanne Henriette Mügge (16.03.1811 bis 03.07.1899) aus Teichhütte sowie ihre acht Kinder. Spätestens 1864 sind die Mitglieder der Familie Blume wieder in Braunschweig.

...weiterlesen

Jürgen Kaack 31.05.2018, 10.35| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Ahnenforschung | Tags: Familienforschung, Regionalhistorie, Schleswig-Holstein, Nordamerika, Jütland, Sylt,