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Einträge vom: 18.04.2018

8. Epitaph von 1602 im Meldorfer Dom für Antonius Steinhaus



Die Zeugnisse aus der Zeit vor dem 17. Jahrhundert sind selten, die weiteren Posts werden sich mit Zeugnissen aus der Zeit nach 1600 beschäftigen. Die insgesamt gesehen vermutlich eindrucksvollsten Zeugen sind die Epitaphe für Antonius Steinhaus und seinen Schwiegersohn Johannes Wasmer. Die Fotos wurden dankenswerterweise bereitgestellt von Jochen Bufe aus Meldorf. Damit findet sich hier nach dem frühesten mir vorliegenden Dokument von 134 ein weiteres Zeugnis aus der Familie Steenhuis / Steinhaus. Den Kaufvertrag, den Ritter Gottfried Steenhuis geschlossen hat, als die Familie noch in Rees am Niederrhein gelebt hat, habe ich im ersten Teil der Zeitzeugen beschrieben.


Antonius Steinhaus stammt aus einem alten bis auf das Jahr 1060 zurückgehenden westfälischen Adelsgeschlecht und wurde am 22.10.1534 in Antwerpen geboren. Er kam mit seinem Vater Goert van Steenhuys (um 1510 bis 1594) und Bruder Gert (1532 bis ca.1620) nach Dithmarschen. Die Familie war ursprünglich römisch-katholischen Glaubens und ist im Zuge der Reformation zum lutherischen Glauben übergetreten. Aus diesem Grunde wurden sie zusammen mit zahlreichen anderen Lutheranern von dem römisch-katholischen Statthalter der spanischen Niederlande, Herzog Alba, verfolgt und zur Flucht aus den Niederlanden getrieben. Goert van Steenhuys ist um 1567 in Heide urkundlich in Erscheinung getreten und sein zweiter Sohn Gert erwarb im selben Jahr Grundbesitz in Marne. Die drei Vertreter der Familie Steinhaus waren somit in drei wichtigen Städten und Handelsplätzen in Dithmarschen vertreten. Zu diesem Zeitpunkt war Antonius bereits seit sechs Jahren als Landschreiber tätig, einem der höchsten Ämter der herzoglichen Verwaltung.
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Jürgen Kaack 18.04.2018, 11.18| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Familienforschunbg, Regionalhistorie, Schleswig-Holstein, Dithmarschen, Mittelalter, Sylt, ,