STZ - Consulting Group

Fallbeispiel Kreis Olpe: Kreisweiter Vectoring-Ausbau mit Mitteln aus dem Bundesförderprogramm

In Abstimmung mit allen sieben kreisangehörigen Städten und Gemeinden des Kreises Olpe wurden potenzielle Ausbaugebiete identifiziert. Berücksichtigt wurde bei der Auswahl der Gebiete die Maßgabe, dass nach einem geförderten Ausbau mindestens 85  % der Haushalte eine Versorgung mit 50 Mbit/s  und mehr erhalten sollen. Dies wäre aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Kreis Olpe in einigen Siedlungsbereichen (z.B. Aussiedlerhöfe, kleine Weiler) nur mit einem FTTB-Ausbau zu realisieren. Diese sind daher im Ausbaugebiet nicht berücksichtigt. Zum Ausbaugebiet gehören insgesamt 104 Siedlungs- / Ortsteilbereiche bzw. Gewerbe- / Industriegebiete mit einer Gesamtfläche von 15,98 km². In diesen Gebieten finden sich knapp 11.000 Haushalte und 1.600 Gewerbebetriebe. Bei der Bemessung der Gesamtfläche ist zu berücksichtigen, dass die Ausbaugebiete nahezu parzellenscharf definiert wurden und darüber hinaus keine freien Flächen einbezogen sind. Insbesondere alle unterversorgten Gewerbe- und Industriegebiete wurden zum Erhalt und zur Stärkung der vorhandenen Wirtschaftsstruktur im Kreis Olpe einbezogen.
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Jürgen Kaack 29.05.2016, 15.37| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: NGA, Breitband, Glasfaser, Förderprogramm, Vectoring,

Zweckverband und Netzbetreiber schaffen in Kooperation Breitbandnetz in der Altmark

Im Juli 2012 wurde von den Landkreisen Salzwedel und Stendal der erste kommunale Breitbandzweckverband gegründet, um in Eigenregie nachhaltige Telekommunikationsnetze auf der Basis von FTTH-Anschlüssen zu errichten. 20 Städte und Gemeinden sind dem Zweckverband beigetreten, in dem Gebiet leben ca. 210.000 Einwohner.

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Jürgen Kaack 06.04.2016, 08.34| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: NGA, Breitband, Förderprogramm, verlorene Zuschüsse, Infrastrukturbetreiber, Glasfaser,

Überarbeitete Rahmenbedingungen für Breitbandausbau nach dem GAK-Programm

Derzeit liegt der Fokus bei den Ausbau-Vorhaben bei interkommunalen oder kreisweiten NGA-Vorhaben nach dem Bundesförderprogramm. Daneben läuft aber auch weiterhin das vor kurzem überarbeitete GAK-Programm zur Beseitigung einer Unterversorgung in Gebieten (innerhalb der Förderkulisse), die weniger als 6 Mbit/s haben. Mit dem GAK wird zwar zunächst nur ein "großflächiger" Ausbau mit mindestens 16 Mbit/s gefordert, in der Regel führt dies allerdings mit einem VDSL-Ausbau auch zu Zugangsgeschwindigkeiten von maximal 50 Mbit/s. Zwar liegt die Förderquote bei GAK-Projekten bei nur 75% im v Ergleich zu den mit dem Bundesprogramm unter Zufinanzieurng durch die Länder erreichbaren 90%. Dafür ist der Aufwand bei der Stellung eines Förderantrags nach dem GAK-Programm um ein Vielfaches einfacher und erfordert weder GIS-Daten noch Vergleichsrechnungen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum aktuell immer noch eine Reihe von Verfahren nach GAK laufen. Es ist abzusehen, dass auch parallel oder nach Verfahren nach dem Bundesförderprogramm weiterhin Förderprojekte auf der Grundlage von GAK durchgeführt werden, obwohl die Förderquote mit 75% niedriger liegt als die mit dem Bundesprogramm möglichen 90%. Vermutlich werden die dabei bearbeiteten Ausbaugebiete weiter kleiner mit sinkenden Anschlusszahlen. Die aktuelle Förderrichtlinie für GAK findet sich bei recht.NRW.de und der für die konkrete Projektarbeit wichtigere Leitfaden in der letzten Version vom 20.11.2015 auf der Seite von Breitband.NRW.de.

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Jürgen Kaack 04.04.2016, 11.29| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Beihilferecht, NGA-Rahmenregelung, Förderprogramme, Glasfaser, Vectoring, DSL,

Fallbeispiel TKG Südwestfalen: NGA-Ausbau beschleunigt

Die TKG geht auf eine 2005 gestartete Initiative im Hochsauerlandkreis zurück und hat nach Gründung der Telekommunikationsgesellschaft Hochsauerlandkreis mbh an der erfolgreichen Beseitigung von unterversorgten Gebieten gearbeitet. Hierzu wurde ein regionaler Backbone-Ring auf der Basis von Richtfunkstrecken errichtet, von dem aus die Bandbreite zu den größtenteils sehr kleinen Siedlungen gebracht wurde. Die so mit eigenem Kapital sowie mit Förder- und Finanzierungsmitteln errichtete passive Infrastruktur wird an geeignete Netzbetreiber („Internet Service Provider“) verpachtet, die den Dienst gegenüber dem Kunden erbringen und das Kundenmanagement von der Akquisition bis zur Abrechnung übernehmen. In den Folgejahren sind mit Olpe, Soest, Siegen-Wittgenstein und dem märkischen Kreis weitere Landkreise als Gesellschafter beigetreten und die Telekommunikationsgesellschaft erhielt den heutigen Namen. Bei den Investitionen in Netzinfrastruktur wird eine langfristige Amortisation der Investitionen angestrebt.

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Jürgen Kaack 02.04.2016, 14.57| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Infrastruktur, Förderung, Kataster, NGA, Glasfaser,

Fallbeispiel Odenwaldkreis: Breitbandausbau durch den Kreis

Die Brenergo ist eine 100%-ige Tochtergesellschaft der Odenwald-Regional-Gesellschaft (OREG), die sich als Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Odenwaldkreises um die nachhaltige Entwicklung der Odenwald-Region bemüht. Ein zunehmend wichtigerer Standortfaktor ist eine leistungsfähige Infrastruktur für die Breitbandversorgung.

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Jürgen Kaack 29.03.2016, 13.19| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: NGA, Breitband, Förderprogramm, verlorene Zuschüsse, Infrastrukturbetreiber, Glasfaser,

Fallbeispiel Cochem-Zell: NGA-Breitbandausbau in Kooperation mit Netzbetreibern

Aufgrund von Siedlungsstrukturen und Topographie war der Kreis Cochem-Zell früher nur mit langsamen Zugängen zum Internet versorgt. Ein Ausbau durch die regional tätigen Netzbetreiber war auch bei punktueller Förderung unwirtschaftlich. Daher haben die fünf Verbandsgemeinden und der Landkreis gemeinsam mit Partnern für den Aufbau der Infrastrukturen und den Netzbetrieb ein Konzept für einen kreisweiten Ausbau erarbeitet. Hieraus ist Ende 2011 die erste kreisweite Public-Private-Partnership hervorgegangen. Gesellschafter der gegründeten BIG Breitband-Gesellschaft Cochem-Zell GmBH sind die Verbandsgemeinden Kaisersesch, Cochem, Ulmen, Zell, der Kreis Cochem-Zell, die Infrastrukturbetreiber und Energieversorger RWE Deutschland, Energieversorgung Mittelrhein, der Softwareanbieter mps public solutions und der Netzbetreiber inexio.

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Jürgen Kaack 28.03.2016, 11.23| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: NGA, Breitband, Förderprogramm, Public-Private-Partnership, verlorene Zuschüsse,

STZ-Consulting für Breitband.NRW tätig

Seit 2004 berät STZ-Consulting im Bereich Breitband, zunächst mit Schwerpunkt bei den Anbietern von Breitbandlösungen und Netzbetreibern und ab 2007 überwiegend für Kreise, Kommunen und Stadtwerke. In dieser Zeit wurden u.a. für über 100 Ortschaften und Gewerbegebiete Ausbaukonzepte entwickelt und teils privatwirtschaftlich, teils unter Nutzung von Fördermitteln umgesetzt. Seit 2011 war Dr. Kaack im Lenkungskreis von BreitbandConsulting.NRW engagiert.

2015 hat sich STZ-Consulting zusammen mit PwC um den Betrieb des neu ausgeschriebenen Breitbandbüros in NRW beworben. Nach einem langwierigen Auswahl- und Entscheidungsprozess fiel die Entscheidung zugunsten des gemeinsamen Angebots und seit Mitte Februar 2016 hat Dr. Kaack die Leitung des Teilprojekts "Beratung und Coaching" bei Breitband.NRW übernommen. Die neue Aufgabe hat zur Folge, dass STZ ab diesem Zeitpunkt keine neuen Beratungsprojekte in NRW annimmt, die in Verbindung mit einem öffentlich geförderten Breitbandvorhaben stehen. Die Erfahrungen aus den letzten Jahren stehen somit in NRW ausschließlich über Breitband.NRW zur Verfügung, für Kreise und Kommunen ist die Nutzung des Unterstützungsangebots kostenlos.

Allen Kunden, die in den letzten Jahren STZ-Consulting bei der Behebung von Breitband-Engpässen vertraut haben, möchten wir danken und hoffen auf eine auch zukünftig gute und erfolgreiche Zusammenarbeit.

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Jürgen Kaack 05.03.2016, 14.42| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation

Das Bundes-Breitbandförderungsprogramm in der praktischen Umsetzung

Das NGA-Förderprogramm des Bundes eröffnet die lange überfällige Möglichkeit, auch den nachhaltigen Ausbau mit Glasfaseranschlussnetzen zu fördern. Allerdings ist dies nur in „weißen“ NGA-Flecken möglich, die den Nutzern mehrheitlich weniger als 30 Mbit/s ermöglichen. Insgesamt sind dies noch knapp 25% der Anschlüsse in Deutschland. Allerdings berücksichtigt dieser Wert noch nicht den derzeit stark fortschreitenden Vectoring-Ausbau, der schon bis 2018 von den Netzbetreibern geplant und zum Teil auch verbindlich zugesagt ist. Das neue Bundesförderprogramm ist in der Handhabung recht bürokratisch und setzt hohe Hürden für die Vorbereitung eines Förderantrags.

 

Gleichzeitig sind viele Facetten immer noch unklar. Eine erste Liste mit Fragen und Antworten hat Breitband.NRW zusammengestellt, die unter dem Link http://www.breitband.nrw.de/faq.html#faqisp zu finden sind. Die folgende FAQ-Liste stellt das Ergebnis beri der Suche nach weiteren offenen Fragen dar und ist nur als Anhaltspunkt für eigene Überlegungen zu verstehen. Da sie  im Kontext einer konkreten Projektbearbeitung entstanden ist, können die Antworten nicht verallgemeinert werden. Insbesondere beim Beginn eines Projektes können die Antworten aber vielleicht bei der Planung helfen. Konkrete Fragen sollten auf jeden Fall entweder an das Breitbandbüro des Bundes oder diejenigen der betreffenden Länder gerichtet werden.

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Jürgen Kaack 01.02.2016, 14.01| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Beihilferecht, NGA-Rahmenregelung, Förderprogramme, GAK, RWP, Bundesförderung, Glasfaser, Vectoring, DSL,

Breitbandausbau im ländlichen Raum mit NGA-Förderprogramm?

Das NGA-Förderprogramm des Bundes eröffnet die lange überfällige Möglichkeit, auch den nachhaltigen Ausbau mit Glasfaseranschlussnetzen zu fördern. Allerdings ist dies nur in „weißen“ NGA-Flecken möglich, die den Nutzern mehrheitlich weniger als 30 Mbit/s ermöglichen. Imsgesamt sind dies noch knapp 25% der Anschlüsse in NRW. Allerdings berücksichtigt dieser Wert noch nicht den derzeit stark fortschreitenden Vectoring-Ausbau, der schon bis 2018 von den Netzbetreibern geplant und zum Teil auch verbindlich zugesagt ist. Welche NGA-Versorgungsquote sich für NRW ergibt, wenn man die bestehenden Planungen berücksichtigt. Meine Schätzung liegt im Bereich von 10 bis 15%. Nur für einen Ausbau in diesen Flecken kann eine Förderung nach dem neuen Bundesprogramm gewährt werden.

Vorteile des Vectoring-Ausbaus sind der vergleichsweise schnelle und weitgehend flächendeckende Infrastrukturaufbau und der Entfall einer Zuwendungen durch Kreise und Kommunen, der zudem die bestehenden Anforderungen der überwiegenden Mehrzahl der Nutzer gut befriedigt und dies auch für die nächsten Jahre gut sichert. Auf der anderen Seite ist unbestritten, dass nur ein bis zum Hausanschluss durchgehender Glasfaser-Anschluss eine zukunftssichere und nachhaltige Lösung darstellt. In Gebieten mit Vectoring-Ausbau wird aber kaum noch ein Netzbetreiber investieren, wenn keine Mindest-Kundenzahlen garantiert werden. Somit bremst der Vectoring-Ausbau den ohnehin schon langsamen Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen.

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Jürgen Kaack 21.01.2016, 10.19| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Beihilferecht, NGA-Rahmenregelung, Förderprogramme, GAK, RWP, Bundesförderung, Glasfaser, Vectoring, DSL,

Förderprogramme für den Breitbandausbau

Förderprogramme für den Breitbandausbau unterscheiden zum Teil zwischen dem Ausbau in ländlichen und gewerblichen Gebieten sowie zwischen Unterversorgung und NGA-Ausbau. Die Förderprogramme basieren auf wenigen rechtlichen Grundlagen und Verordnungen, die europaweite Gültigkeit haben. Dies sind insbesondere die „Allgemeine Gruppenfreistellungs-Verordnung“ (AGVO), die EU-Breitbandleitlinien und für Deutschland die BNGA-Rahmenregelung.

 

Zu den derzeit wichtigsten Förderprogrammen gehören zur Sicherstellung der Grundversorgung die „Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz und Agrarentwicklung“ (GAK), für die Ausbau der Infrastrukturen in Gewerbegebieten das regionale Wirtschaftsförderungs-Programm“ (RWP) und für den bundesweiten NGA-Ausbau in Wohn- und Gewerbegebieten die „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“. Eine Sonderrolle kann für einige Kommunen das „Kommunal-Investitions-Förderungs-Gesetz“ (KInvFG) spielen. Neben den Förderrichtlinien sind für die Umsetzung die zugehörigen Leitfäden von Bedeutung.

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Jürgen Kaack 18.01.2016, 11.40| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Beihilferecht, NGA-Rahmenregelung, Förderprogramme, GAK, RWP, Bundesförderung, Glasfaser, Vectoring, DSL,

Jahresrückblick 2015

Auch 2015 stand wie in den Vorjahren der Breitbandausbau im Mittelpunkt der geschäftlichen Aktivitäten bei STZ-Consulting. In den letzten Jahren ist insbesondere die Schließung von Versorgungslücken auch in ländlichen Gebieten vorangegangen. Dagegen bleiben die Fortschritte bei der Errichtung nachhaltiger Glasfaser-Hausanschlüsse weiterhin schwach.

STZ-Consulting hat 2015 Kreise, Kommunen und Stadtwerke bei der Konzeption, der Entwicklung von Geschäftsmodellen und der Gestaltungen von Kooperationen in Verbindung mit dem Ausbau von Breitband-Infrastrukturen unterstützt. Daneben wurden Rahmenbedingungen für das Angebot von öffentlichen WLAN-Netzen in Kommunen analysiert und natürlich Förderprojekte zur Beseitigung unterversorgter Gebiete durchgeführt, u.a. ein kreisweites Projekt zum NGA-Ausbau in Gewerbegebieten. Ungeplanten Aufwand hat 2015 die Mitwirkung an der Erarbeitung eines Angebots zum Betrieb des Breitbandbüros.NRW bereitet.

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Jürgen Kaack 20.12.2015, 10.33| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines | Tags: Breitband, Beihilferecht, NGA-Rahmenregelung, Förderprogramme, Glasfaser, Vectoring, DSL,

Erfahrungen aus aktuellen Breitbandprojekten: kleiner, teurer und weniger Anbieter!

In den letzten Wochen wurden einige Beratungsprojekte zum Breitbandausbau fertiggestellt, die STZ-Consulting begleitet hat. In 12 Ortschaften sollte flächendeckend eine bessere Breitbandanbindung erreicht werden. Gemeinsam ist allen Einzelvorhaben, dass sie erst nach der Erhöhung der Unterversorgungsschwelle auf 6 Mbit/s in der Förderrichtlinie vom 04.05. diesen Jahres förderfähig geworden sind und die Mehrheit der Anschlüsse bereits mit Zugängen von über 2 Mbit/s versorgt sind. Gemeinsam ist dem Vorhaben in allen 12 Ortschaften ebenfalls, dass der Ausbau in wesentlichen Teilen durch Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarentwicklung und Küstenschutz (GAK) finanziert werden sollen.

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Jürgen Kaack 05.12.2015, 11.52| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Internet, Glasfaser, Brückentechnologie, Kabelnetz, DSL, Vectoring, FttB, Förderprogramme,

Nachhaltiger Breitbandausbau und Fördermittel: kein Allheilmittel in Sicht!

Phasen eines Breitbandausbaus

Auf dem Weg zu schnellen und nachhaltigen Zugangsinfrastrukturen, bei denen der Dienst die erforderliche Geschwindigkeit bestimmt und nicht das Übertragungs-Medium, ist der Ausbau in Phasen sinnvoll. Dabei ist zunächst ...

  • die verbleibende Unterversorgung (< 6 Mbit/s im Downstream) zu beseitigen,
  • gleichzeitig oder in der Folge ist NGA-Fähigkeit (> 30 Mbit/s) sicherzustellen und schließlich
  • die flächendeckende Errichtung von Glasfaser-Anschlussnetzen voranzutreiben, die in transparenter Form allen heutigen und zukünftigen Dienstebetreibern zur Verfügung gestellt werden.

Die aktuell von der Bundesnetzagentur getroffene Entscheidung zum Ausbau der Nahbereichs-KVz im Umkreis von 550 Meter um die ca. 7.900 Hauptverteiler mit Vectoring ist im Hinblick auf die Wettbewerbssituation unter den TK-Anbietern kaum förderlich, für den Ausbau von weißen NGA-Flecken bringt sie in der überwiegenden Zahl der Fälle keinen Vorteil, da das Umfeld der Hauptverteiler bereits heute fast vollständig mit VDSL versorgt ist. Parallel dazu finden sich in diesen Gebieten in der Regel auch Anschlussnetze der Kabelnetzbetreiber mit Bandbreiten bis 200 Mbit/s. Der 550 Meter Umkreis um die Hauptverteiler ist somit in vielen Kommunen nicht nur ein grauer, sondern sogar ein schwarzer NGA-Fleck.

Einsatzfelder vorhandener Förderprogramme

Die Notwendigkeit und Einsetzbarkeit von Förderprogrammen kann anhand der jeweiligen Bedingungen analysiert werden. Bis auf die Herstellung der Grundversorgung basieren die Förderprogramme auf der NGA-Rahmenreglung vom 15.06.2015, die die Gewährung von Zuwendungen in Gebieten ermöglicht, die heute nicht mit mindestens 30 Mbit/s im Downstream versorgt sind oder innerhalb von 36 Monaten im Eigenbau aufgerüstet werden.

  • Sicherstellung der Grundversorgung und Schließung der „weißen“ Flecken, von denen es insbesondere in Randbereichen vieler Kommunen immer noch welche gibt. In NRW verbleiben ca. 5% der Anschlüsse mit einer Versorgung von weniger als 6 Mbit/s. Diese verbleibenden weißen Flecken liegen typischerweise in Siedlungen mit niedrigen Einwohnerzahlen und langen Anlaufwegen. Beim Ausbau mit DSL-Technologien steigt die Wirtschaftlichkeitslücke deutlich an. Die Co-Finanzierung einer Deckungslücke ist innerhalb der Förderkulisse in der Regel über das GAK-Programm möglich.
  • Die Finanzierung auch eines nachhaltigen Ausbau der Betriebe in Gewerbegebieten mit Glasfaser-Hausanschlusses ist mit der Neugestaltung des RWP-Programms deutlich verbessert worden. Der Entfall einer Förderkulisse und die Anhebung der Unterversorgungsgrenze erweitern die förderfähigen Gebiete. Nicht förderfähig bleiben Gebiete, die mit einer Vectoring-Technologie oder mit Kabelnetzen versorgt sind. Bei Gewerbegebieten im ländlichen Raum mit wenigen Betrieben und langen Anlaufstrecken kann es allerdings trotz Förderung schwierig werden, einen wirtschaftlichen Ausbau zu realisieren.
  • Ein nachhaltiger Ausbau in Neubau- und Erschließungsgebieten ist mittlerweile oft problemlos möglich, wenn die Kommune rechtzeitig vor der Erschließung mit den Netzbetreibern Kontakt aufnimmt. In dieser frühen Phase ist die Mitverlegung der Glasfaser ohne größere Kosten möglich. Als Netzbetreiber kommen sowohl DSL- als auch Kabelnetzbetreiber in Betracht. Fördermaßnahmen sind in diesem Fall nicht erforderlich.
  • Mit dem neuen NGA-Förderprogramm des Bundes kann jetzt auch der Ausbau der weißen NGA-Flecken mit weniger als 30 Mbit/s durch Fördermittel cofinanziert werden. Betroffen sind ca. 25% Anschlüsse in NRW. Die Ausführungsbestimmungen des NGA-Förderprogramms sind zwar noch nicht bekannt und die Anforderungen an die Auswahl an förderfähige Gebiete nicht bekannt. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass wesentliche Teile der verbleibenden weißen NGA-Flecken förderfähig sind, sofern sich ein Infrastrukturbetreiber findet. Nicht förderfähig sind alle Gebiete, die mit Kabelnetzen oder Vectoring-Technologie ausgebaut sind.
  • Für die Errichtung von flächendeckenden Glasfaser-Anschlussnetze in NRW, die in einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren benötigt werden, gibt es bislang weder ein Ausbaukonzept noch Fördermittel von Bund und Land.

Restriktionen der Förderprogramme

Bei derBeseitigung von unterversorgten Gebieten hat sich in manchen Fällen die Förderkulisse als begrenzende Größe erwiesen, so dass in diesen Gebieten eine Finanzierung nur mit Haushaltsmitteln möglich ist. Mit dem neuen Bundesförderprogramm können Kommunen auch in diesen Gebieten eine Förderung für den Ausbau erhalten, allerdings muss dafür ein Anbieter gefunden werden, der eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s garantiert. So lange Vectoring nicht förderfähig ist, bleiben als Technologien Richtfunk und Glasfaser-Hausanschlüsse ( FttB oder FttH).

In Kommunen, in denen Infrastrukturbetreiber (z.B. Stadtwerke) bereits mit der Errichtung von FttB-Netzen begonnen haben, kann das Förderprogramm den wirtschaftlichen Ausbau in den in der Regel am Rande der Kommunen anzutreffenden weißen NGA-Flecken ermöglichen. Die auch für den FttB-Ausbau benötigte aktive Systemtechnik (Glas-PoP) erfordert eine ausreichende Kundenzahl für einen wirtschaftlichen Betrieb. Bei der Ergänzung vorhandener FttB-Netze um weiße NGA-Flecken stellt das Marktpotential keine direkt begrenzende Größe dar. Hier kann davon ausgegangen werden, dass die neu zu errichtenden  Anschlussnetze an die vorhandenen Netzknoten angebunden werden.

In Kreisen und Kommunen, in denen bislang keine Infrastrukturbetreiber tätig sind, dürfte der durch das Förderprogramm gegebene Anreiz nicht ausreichen, um einen wirtschaftlichen Ausbau der verteilten und dünn besiedelten weißen NGA-Flecken zu beginnen. In diesen Fällen muss auch die aktive Netzinfrastruktur neu errichtet werden und das Erreichen der Wirtschaftlichkeit ist vermutlich nur in Einzelfällen gegeben.

Die bei den Anforderungen an einen Förderantrag enthaltenen Daten zum Netzausbauplan sollte auf die Fälle begrenzt werden, in denen Kommunen im Eigenbetrieb oder durch kommunale Unternehmen einen Infrastrukturausbau vornehmen wollen. Fehlen eigene Betreiber passiver TK-Infrastrukturen, sollte die Netzplanung auf den privatwirtschaftlichen Betreiber verlagert werden, der sich am Auswahlverfahren beteiligen wird. Unterschiedliche Netzbetreiber haben unterschieldiche Planungsstandards, möglicherweise andere Übergabepunkte zu nationalen Backbonenetzen und andere Anforderungen an die Netztopologie. Die Kosten, der auch in diesem Fall erforderlichen Netzplanungen sollten im Rahmen der Deckungslücke kompenasiert werden. Die Aufgabe der Kreise und Kommunen besteht bei diesem Vorgehen in erster Linie in der Ausgestaltung eines tragfähigen Geschäftsmodells und der Gewinnung von Unternehmen für Infrastrukturerrichtung und –betrieb, den Betrieb der aktiven Netzkomponenten und den Dienstebetrieb.

Ähnliche Fragestellungen gelten auch für die Förderung der Gewerbegebiete, wobei aufgrund der hier oft anzutreffenden höheren Bedarfe bei Unternehmen und den teureren Geschäftskunden-Tarifen ein höheres Interesse der Betreiber an einem Ausbau zu erwarten ist. Dies zeigt sich auch in der vergleichsweise höheren Anzahl an Betreibern, die heute bereits im Bereich der Vernetzung von Unternehmen tätig sind. Bislang erfolgt dies allerdings eher mit Glasfaserdirektanschlüssen für einzelne Unternehmen und eher seltener durch den Ausbau ganzer Gewerbegegebiete. In Wohnsiedlungen, aber auch in Gewerbegebieten kann die verbindliche Zusicherung eines Vectoring-Ausbaus bestehende FttB-Ausbauplanungenunter Zufinanzierung durch ein Förderprogramm zunichte machen.

Förderprojekten ist gemeinsam, dass der bürokratische Aufwand zunehmend steigt. Die Anforderungen bis zum Förderantrag sind so hoch, dass viele Kommune selbst für vergleichsweise einfache Vorhaben Unterstützung durch externe Berater benötigt. In Verbindung mit dem bürokratischen Aufwand ist die Zeitdauer bis zu einem Förderbescheid zu sehen. Es gibt Fälle, in denen der geförderte Ausbau die bevorzugte Variante ist. Aber es gibt auch Fälle, in denen in Zusammenarbeit mit Netzbetreibern Lösungen gefunden werden, die ohne Fördermittel umgesetzt werden können. Optionen sind die Gewinnung von Vorverträgen, der Bau von Leerrohren und die Erleichterung von Tiefbaumaßnahmen.


Im Gegensatz zu Förderprojekten besteht bei Beachtung der beihilferechtlichen Grenzen höhere Flexibilität. Allerdings erfordert dieses Vorgehen eine intensivere Beschäftigung der Kreise und Kommunen mit der Konzeption und Umsetzung. Ohne einen hauptberuflichen Breitbandkoordinator wird eine solche Lösung weder erarbeitet noch umgesetzt werden können. Gerade auch en Ausbau mit FttB-Strukturen ist auf diesem Wege möglich und dies nicht nur begrenzt auf die zunehmend kleineren weißen NGA-Flecken. Sofern aber doch Fördermittel für eine Breitband-Maßnahme erforderlich (oder sinnvoll) ist, dann sollte der bürokratische Aufwand so niedrig wie im Rahmen der beihilferechtlichen Anforderungen möglich gehalten werden.
 

Unterstützung des flächendeckenden Glasfaser-Ausbaus


Da das neue Bundes-Förderprogramm durch die Begrenzung auf weiße NGA-Flecken vermutlich wenig zu einem flächendeckenden Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen beitragen kann, sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auf dieses Ziel einzahlen. Die (anteilige) Finanzierung der Personalkosten von neu einzustellenden Breitbandkoordinatoren in den Kreisen und kreisfreien Städten ist ein wichtiger und sinnvoller Schritt, da der Breitbandausbau ein langfristig anzulegendes Unterfangen ist.

Im Hinblick auf die erheblichen Kosten für den Bau neuer Anschlussnetze sollte insbesondere in Gebieten mit bestehender NGA-Versorgung („graue“ oder „schwarze“ NGA-Flecken) der Ausbau in erster Linie unter Nutzung von Synergien zu anderen Tiefbaumaßnahmen auf der Basis von Grenzkosten erfolgen. In NGA-versorgten Gebieten ist es dabei aus heutiger Sicht nicht kritisch, wenn sich der Ausbau bis zur Flächendeckung über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren erstreckt.

Für den flächendeckenden Ausbau von FttB-Netzen sollte eine rechtliche Grundlage für den Ausbau in grauen und schwarzen NGA-Flecken geschaffen werden, da auch diese heute mit Brückentechnologien ausreichend versorgten Gebiete zukünftig eine auf einer Leerrohr-Infrastruktur aufbauende Versorgung benötigen. Durch den Ausbau mit Brückentechnologien wird die notwendige Zeit geschaffen, um unter Nutzung von Synergien Leerrohr (Micro-Duct)-Netze längerfristig aufzubauen. Da aber auch ein solcher Ausbau Kosten verursacht, sollte eine rechtliche Grundlage für Kommunen und kommunale Unternehmen geschaffen werden. Der „Umweg“ über eine Nutzung zur Smart-Meter Zählerfernablesung erscheint dafür nicht zielführend.

Entstehen auf diesem Wege über die Zeit Inseln mit Glasfaser-Anschlussnetzen, können diese verdichtet und vervollständigt werden unter Nutzung kostensenkender Verlegetechniken, z.B. der mindertiefen Verlegung. Dies kann in solchen Fällen sinnvoll sein, wenn Betreiber an der Anmietung der neuen Anschlussnetze interessiert sind. Die Nutzung der passiven Anschlussnetze muss allen – insbesondere aber den heutigen Netzbetreibern – diskriminierungsfrei und zu gleichen Bedingungen offenstehen. Auf diesem Wege kann über eine längeren Zeitraum auch in grauen und schwarzen NGA-Flecken ein Umstieg auf Glasfaser-Hausanschlüsse ermöglicht werden. Auf lange Sicht kann durch die mit den Dienstebetreibern vereinbarten Nutzungsentgelte Wirtschaftlichkeit dieser Infrastrukturen erreicht werden.

Jürgen Kaack 30.11.2015, 10.23| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Internet, Glasfaser, Brückentechnologie, Kabelnetz, DSL, Vectoring, FttB, Förderprogramme,

"VDSL-Vectoring kann in die Sackgasse führen" - Vectoring ist mittelfristig eine Sackgasse!

Zwar ist der Breitband-Ausbau mit Vectoring eine gute Brückentechnologie, um mit begrenztem Aufwand größere Flächen zu versorgen und die Umstellung von analoge auf All-IP-Anschlüsse voranzubringen. Es ersetzt aber nicht das Konzept für den flächendeckenden Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen! Dass der Antrag der Telekom zur Exklusivität der Nahbereichsanschlüsse um alle HVt überhaupt geprüft wird, ist geradezu grotesk. Zwar gibt es im Umfeld der meisten HVt auch Kabelnetze als alternative Breitband-Infrastruktur, aber für die Marktwirtschaft stellt das eine Beeinträchtigung und die Einführung eines Quasi-Monopols dar. Eine Stellungnahme des Branchenverbandes VATM findet sich unter diesem Link.
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Jürgen Kaack 29.06.2015, 11.16| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Förderung, Vectoring,

20 Jahre Selbständigkeit!

Nach 12 Jahren angestellter Tätigkeit habe ich 1995 die Entscheidung getroffen, den Wechsel aus dem Konzern mit damals noch planbarer Karriere in die Selbständigkeit zu wagen. Eigentlich war dies ein langgehegter Wunsch, der aber durch eine Reihe von spannenden und herausfordernden Aufgaben und einem durchaus schnellen Aufstieg immer wieder herausgeschoben worden war.

Mitte 1995 kam dann der Abschied aus dem Daimler-Konzern und danach der Aufbau einer mittelständischen Beratung für Telekommunikationsunternehmen, die Gründung eines eigenen Netzbetreibers für Geschäftskundendienste und der Einstieg in Beratungsprojekte für Kreise und Kommunen. Seit neun Jahren bildet das Thema Breitband von Infrastrukturvorhaben bis zu Breitbandanwendungen für die Smart-City den Schwerpunkt und bietet in seiner Vielfältigkeit und Dynamik immer wieder neue Herausforderungen. Den Schritt in die Selbständigkeit habe ich nie bereut, Gestaltungsmöglichkeiten, Freiheiten und Eigenverantwortung sind hohe Werte, die für mich den Ausschlag geben.

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Jürgen Kaack 25.06.2015, 21.52| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines

Frequenzauktion erbringt 1,33 Mrd. € für den Ausbau schneller Breitbandnetze

Die große Auktion der frei gewordenen Frequenzen in den verschiedenen Frequenzbändern zwischen 700 und 1.850 MHZ wurde mit Spannung erwartet und das Interesse an dem verfügbaren Spektrum war bei den drei Mobilfunkbetreibern offensichtlich sehr hoch! Mit einem Ergebnis in Höhe von € 1,33 bei der Frequenzauktion für die 700 MHz Bänder aus der digitalen Dividende II steht ein höherer Beitrag für den Breitbandausbau zur Verfügung, als ursprünglich erwartet.


Die Hälfte des Auktionsergebnisses geht an die Länder und nach dem Königsteiner Schlüssel 21% für NRW. Somit kann NRW knapp 140 Mio. € in den Breitbandausbau investieren. Interessant bleibt allerdings, wie das zugehörige Förderprogramm aussehen wird, welche Bedingungen an eine Förderung geknüpft werden und wann auf dieses Programm zugegriffen werden kann? Die zur Verfügung stehende Summe könnte ja vielleicht auch anteilig in die Personalkosten für die regionalen Breitband-Koordinatoren gesteckt werden! Sofern ein Kreis oder eine Kommune ein Konzept für die Errichtung eines Glasfaser-Anschlussnetzes erstellt hat und ein Infrastrukturbetreiber für das passive Netz gefunden wurde, könnte die anteilige Förderung der Erstellung eines technischen Netzplanes die Eintrittsbarrieren für Gebietskörperschaften senken.


Die offiziellen Ergebnisse der Auktion finden sich auf der Seite der Bundesnetzagentur.


Jürgen Kaack 19.06.2015, 13.54| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Förderung, FttB, FttH, LWL, Leerrohr, Anschlussnetz,

NGA-Rahmenregelung erweitert die Möglichkeiten für den Breitbandausbau

Die Förderung des Breitbandausbaus beschränkte sich bislnag auf die Beseitigung von weißen Flecken in der Grundversorgung. Eine Ausnahme bildete das zeitlich befristete Programm des Konjunkturpakets II. Hiermit konnte auf der beihilferechtlichen Grundlage der Bundesrahmenregelung Leerrohre unter bestimmten Bedingungen der Aufbau eines FttB-Netzes mit Leerrohren bis zur Grundstücksgrenze gefördertwerden. Seit der Beendigung des Programms konnten Kommune auch weiterhin unter den Bedingungen der Bundesrahmenregelung Leerrohre für den Breitbandausbau verlegen. Eine Förderung hierfür gab es in NRW nicht und auch eine zusätzlich vorhandene Deckungslücke konnte nicht ausgeglichen werden. Die am 15.06.2015 durch die EU notifizierte NGA-Rahmenregelung schafft endlich eine brauchbare Grundlage für den nachhaltigen NGA-Ausbau.


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Jürgen Kaack 17.06.2015, 10.07| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Förderung, Vectoring, FttB, FttH, LWL,

Zusätzliche unterversorgte Gebiete mit Unterversorgungsgrenze von 6 Mbit/s

Mit einer Untergrenze von 6 Mbit/s ergeben sich wieder eine Reihe von jetzt ebenfalls unterversorgten Gebieten. Auch in der Gemeinde Kerken gibt es unterversorgte Ortschaften. Eine der vermutlich letzten Befragungen in der Fläche haben gezeigt, die Mehrheit von Betrieben und Haushalten wünscht mehr als 45 Mbit/s! Die Markterkundung nach der neuen Förderrichtlinie läuft bis Mitte Juli! Die Markterkundung ist öffentlich unter dem folgenden
Link.

Bis zum 15.07.2015 können Netzbetreiber ihre Planungen und Ausbauabsichten in Kerken bei einer Versorgung von mindestens 30 Mbit/s für die Mehrzahl der unterversorgten Anschlüsse bei der Gemeinde einreichen.

Im Laufe der Zeit wird auch die Unterversorgungsgrenze von 6 Mbit/s genauso wie die 1 Mbit/s Grenze von 2008 angehoben werden müssen. Letztlich ist das "Nachlaufen" nach immer höheren Bandbreiten erst dann beendet, wenn es flächendeckende Glasfaser-Anschlussnetze gibt!
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Jürgen Kaack 15.06.2015, 15.38| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, LWL, Vectoring, VDSL, Grundversorgung, Förderung, GAK,

Vectoring im Nahbereich - Bremse für Glasfaser-Anschlüsse?

Deutschland bemüht sich um die Verbesserung der Breitbandversorgung. In Bezug auf verfügbare Geschwindigkeiten und Glasfaserhausanschlüsse liegt Deutschland im internationalen Vergleich noch immer deutlich vom Spitzenfeld entfernt. Der Breitbandausbau benötigt je nach den regionalen Randbedingungen unterschiedliche Lösungen und auch Brückentechnologien sind erforderlich, um schnell Versorgungsengpässe zu beseitigen. Vectoring als Weiterentwicklung von VDSL ist eine solche Brückentechnologie, die hiermit versorgten Kommunen durchaus Vorteile bringt. Trotzdem birgt die Vectoring-Technologie Risiken für die weitere Entwicklung hin zu nachhaltigen Infrastrukturen auf Basis durchgehender Glasfaserstrecken (Fiber-to-the-Building).

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Jürgen Kaack 11.06.2015, 10.07| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, LWL, Vectoring, VDSL,

Aktivitäten des Kreises Heinsberg bringen schnelle Internetzugänge

Schnelle Internetzugänge sind ein wichtiger Standortfaktor für alle Kommunen. Nur 70% der Anschlüsse sind heute in der Lage, einen Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s zu nutzen. Zur Verbesserung der Versorgungslage und bei der Errichtung zukunftssicherer NGA-Netze ist Eigeninitiative von Kreisen und Kommunen unerlässlich. Der Kreis Heinsberg hat vorgemacht, wie mandabeivorgehenkann.
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Jürgen Kaack 14.05.2015, 12.41| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, ländlicher Raum, GAK, Förderpromme, Internet,

Vorgehen beim Breitbandausbau

Jürgen Kaack 25.12.2014, 12.01| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, VDSL, Vectoring, Brückentechnologie, Fördermittel, GAK, Glasfaser, FttB,

Ihr Doppelgänger braucht dringend Geld - Identitätsdiebstahl im Internet

Soziale Netzwerke erleichtern die Kommunikation, helfen dabei, Kontakte zu pflegen und Kontaktdaten aktuell zu halten. Es gibt kaum eine andere Möglichkeit, eigene Informationen so schnell zu verbreiten. Das Risiko sehen viele eher darin, das die Betreiber Informationen sammeln, aufbereiten und weiterverkaufen. Weniger häufig und daher auch weniger präsent ist das Problem des Identitätsmissbrauchs, also der Übernahme von Accounts und Inhalten durch Betrüger.

Ein persönlicher Bericht aus leidvoller Erfahrung, der hoffentlich anderen aktiv oder passiv Betroffenen im Vorfeld hilft und Schaden vermeidet.

Jürgen Kaack 13.12.2014, 20.45| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Politik und Gesellschaft | Tags: Breitband, Internet, social medien, Facebook, Identitätsdiebstahl,

Großflächiger Breitbandausbau in Erkelenz ohne Zuwendungen

Erkelenz war bis vor Kurzem mit Breitband bis auf die Kernstadt eher schlecht versorgt. 16 Ortsteile waren sogar mit mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s unterversorgt. Für Erkelenz hat sich die Durchführung eines größeren Breitbandprojektes Ende 2012 gelohnt. Die Deutsche Glasfaser baut einige der bislang unterversorgten, aber auch einige schwach versorgte Ortslagen mit Glasfaser-Hausanschlüssen aus und die Deutsche Telekom versorgt ergänzend mit dem Vorwahlbereich 02431 große Teile im Stadtgebiet einschließlich Kernstadt und  Gewerbegebieten mit Vectoring.

Ein Einsatz von Fördermitteln und Eigenleistungen der Stadt (außer im Rahmen der Projektdurchführung) ist nicht erforderlich. Nach Abschluss des Projektes im Herbst 2013 waren mit Katzem und Kleinbouslar noch zwei Ortsteile als förderfähig übriggeblieben, vielleicht ergeben sich aber auch für diese noch Lösungen ohne Zuwendungen.

In einem Bericht der "RP" wird über den aktuellen Ausbaustand berichtet. Erkelenz ist ein gutes Beispiel dafür, dass Eigeninitiative einer Kommune zu einem verbesserten Breitbandausbau führen kann. Manchmal gelingt es sogar ohne Fördermittel und ohne eigene Zuwendungen. Hierfür gibt es aber natürlich keine Garantie. Wettbewerb zwischen mehreren Netzbetreibern wirkt zusätzlich stimulierend!

In einem ausführlichen Bericht habe ich über die fast zeitgleich durchgeführten Breitbandprojekte in Wegberg und Erkelenz berichtet. Wegberg gehörte zu den ersten Kommunen mit ausgeprägt verteilter Besiedlung im ländlichen Raum, die einen (fast) flächendeckenden Vectoring-Ausbau erhalten haben.

Jürgen Kaack 12.12.2014, 15.28| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, VDSL, Vectoring, Fördermittel, GAK, Glasfaser, FttB,

Glasfaseranschlüsse für alle in 140 Jahren?

Die Internetnutzung steigt jedes Jahr. In Deutschland sind derzeit noch gut 20 % der Bevölkerung nicht online. Das übertragene Datenvolumen steigt in Deutschland um jährlich ca. 20 %. Über 58 % der Haushalte nutzen bereits eine "Breitband"-Anschluss (dabei beginnt Breitband allerdings schon bei 2 Mbit/s). Es könnten zwar schon ca. 70 % der Haushalte mehr als 50 Mbit/s nutzen, tatsächlich gibt es aber noch weniger als 20 %, die dieses tatsächlich nutzen.

Trotzdem führt in der weiteren Entwicklung kein Weg an dem zugegebenermaßen aufwändigen Bau flächendeckender Glasfaser-Anschlussnetze vorbei, die die teilweise bereits über 60 Jahre alten Kupferdoppeladern in der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) ersetzen sollen. Mit durchgehenden Glasfaser-Strecken gibt es (fast) keine Geschwindigkeitsgrenzen und und nahezu unbegrenzte Übertragungskakpzitäten. Damit bestimmt der vom Kunde gewünschte Dienst, welche Bandbreite benötigt wird und nicht der vorhandene Anschluss entscheidet, ob ein Dienst überhaupt genutzt werden kann.

Der Bau von Glasfaseranschlussnetzen kommt nur langsam voran. Nachdem die Telekom den Bau von Glasfaser-Anschlussnetzen im Wesentlichen auf Neubaugebiete beschränkt bleiben die alternativen Netzbetreiber (Regional- und Stadtnetzbetreiber, Stadtwerke etc.), die den Ausbau insbesondere auch im ländlichen Raum vorantreiben. Diese Netzbetreiber haben bislang 1,4 Mio. Glasfaser-Hausanschlüsse (FttB) in Deutschland realisiert. 2015 sollen weitere 0,27 Mio. FttB-Anschlüsse hinzukommen., wie dem Bericht über die Jahresversammlung des Buglas-Verbandes zu entnehmen ist.

Das ist für die überwiegend mittelständischen Unternehmen eine große Leistung. Aber Deutschland hat 40,4 Mio. Haushalte und wenn der Ausbau nur durch die alternativen Netzbetreiber erfolgt, dauert es über 140 Jahre bis alle Haushalte einen Glasfaser-Anschluss erhalten! Ist das der Wille der Politik oder endet das Denken in der Poltik bei VDSL mit 50 Mbit/s oder bei Vectoring mit 100 Mbit/s? Gleichzeitig wächst das im Internet übertragene Datenvolumen um über 20% im Jahr. Ohne konkrete Unterstützungsleistung durch den Staat wird es wohl bei 140 Jahren Bauzeit bleiben.

Dabei müssen Unterstützungsleistungen nicht nur in Form von Fördermitteln gewährt werden. Vereinfachung von bürokratischen Hürden für die Tätigkeit von kommunalen Unternehmen, Schaffung von Investitonsschutz - z.B. durch die Vergabe von regionalen Konzessionen für FttB-Netze, die Normierung alternativer Verlegetechniken, die einfache Einräumung von Wegerechten etc. können ebenfalls stimulierend wirken.

Die in der Poststrukturreform II nicht vorgenommene Trennung von Netz und Dienst wirkt bis heute bremsend auf den Ausbau. Daher könnte es in Regionen ohne privatwirtschaftliche Aktivitäten auch notwendig werden, öffentliche Infrastrukturgesellschaften zu gründen, die zwar aus Steuermitteln vorfinanziert werden müssten, aber auf eine längere Sicht von 20 bis 30 Jahren aufgrund der Mieteinnahmen für die passive Infrastruktur durchaus wirtschaftlich arbeiten könnten. Allerdings bedarf es dazu eine nachhaltigen und zukunftsortientierten Breitbandstrategie anstatt einer einseitigen Fokussierung auf die Optimierung von Brückentechnologien mit begrenztem Potenzial.

Jürgen Kaack 11.12.2014, 10.32| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, LWL, Förderung, FttB, FttH,

Wachstum nur mit Ziel

Wachstumsziele sind zentrale Elemente der Unternehmensführung und stagnierendes Wachstum wird als Zeichen ausbleibenden unternehmerischen Erfolgs stigmatisiert. Wachstumsvorhaben gehören zu den anspruchsvollen und komplexen Projekten im unternehmerischen Handeln. Da hilft es zunächst Kategorien unterschiedlicher Wachstumsformen zu bilden und zu prüfen, welche am ehesten zum eigenen Unternehmen passt.

Wachstum eröffnet Chancen, schafft aber auch Risiken, die für ein Unternehmen existenzbedrohend wirken können. Daher sollten Wachstumsvorhaben sorgfältig geplant werden. Am anfang steht dabei eine Standortbestimmung mit einer ehrlichen Ermittlung von Stärken und Schwächen. Vor der Umsetzung von Wachstumsinvestitionen steht die Festlegung von Zielen mit einem Zeit- und Ressourcenplan sowie einem Meilensteinplan. Je näher ein Wachstumsprojekt an den eigenen Kernkompetenzen im Unternehmen bleibt, umso eher lassen sich Risiken einschätzen und begrenzen. Je weiter man sich vom Kerngeschäft inhaltliche oder regional entfernt, desto eher werden Kooperationen mit anderen Unternehmen oder Institutionen erforderlich.

Bei entsprechend guter und systematischer Vorbereitung eröffnen Wachstumsvorhaben Chancen und können die langfristige Entwicklung eines Unternehmens absichern. Dabei kann externe Beratung, die nicht durch die interne Brille des Unternehmens vorgeprägt ist, bei der Entscheidungsfindung helfen und den Prozess kritisch morderierend begleiten, entscheiden muss aber letztlich trotzdem der Unternehmer.

In einem von mir erstellten eBooks zur planmäßigen Durchführung von Wachstumsvorhabens findet sich ein allgemeiner Leitfaden. In einem aktuell erschienen Artikel wird auf mein eBook verwiesen und einige Zitate aus einem Interview widergegeben. Der informative Artikel findet sich unter diesem Link zum Magazin Hofkurier, das eBook habe ich auf der STZ-Consulting-Homepage verlinkt.

Jürgen Kaack 09.12.2014, 09.17| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Wachstum | Tags: Umnternehmensführung, Planung, Wachstum, Strategie, Kooperartion,

Identitätsklau in sozialen Netzwerken

Social networks erleichtern die Kommunikation neben Telefon und Mail, helfen dabei, Kontakte zu pflegen und Kontaktdaten aktuell zu halten. Es gibt kaum eine andere Möglichkeit, eigene Informationen so schnell zu verbreiten. Auch gezielte Recherchen und ungeplante Kontakte sind möglich. Dank der offensichtlichen Vorteile werden social networks in steigendem Maße genutzt. Die Schattenseiten einer weitgehenden Öffnung eigner Daten und Informationen einschließlich des Risikos der Verletzung von Urheberrechten ist bekannt und wird mal mehr und mal weniger beachtet. Auch ist bekannt und akzeptiert, dass die Betreiber von social network Portalen Daten sammeln, aufbereiten und weiterverkaufen, um Werbeangebote noch gezielter zu ermöglichen. Weniger häufig und daher auch weniger präsent ist das Problem des Identitätsklaus, also der Übernahme von Accounts und Inhalten, um betrügerische Aktionen unter dem Schutz oder unter Nutzung einer fremden Identität zu verüben.

Seit 2004 nutze ich mit unterschiedlicher Intensität verschiedene social network Dienste, u.a. als eine Plattform für PR-Zwecke und zur Verbreitung eigener Artikel. Dabei verhalte ich mich vermutlich mehr oder weniger so wie die Mehrzahl aller Nutzer, allerdings ohne zu viel an privaten Informationen preiszugeben oder auch nur weitergeben zu wollen. Dabei selber Opfer eines verbrecherischen Angriffs zu werden, war mir eigentlich nie als übermäßig wahrscheinlich erschienen. Trotzdem ist genau dies am letzten Novemberwochenende 2014 mit meinem Facebook-Account geschehen. In der Absicht, an einem Sonntagabend noch mal Emails zu lesen, haben mich einige Nachrichten von Freunden und Bekannten überrascht, die anscheinend merkwürdige Nachrichten von mir erhalten haben und nicht wussten, was diese zu bedeuten haben. Anhand von Screenshots hat sich später ein klares Bild der Betrugsattacke ergeben. Jemand hat meinen Account gehackt und persönliche Bilder meiner Seite gestohlen und mit diesen eine neue Seite erstellt, die der meinen auf den ersten Blick täuschend ähnlich sieht. Durch eine Änderung des Passworts habe ich weitere Zugriffe zumindest kurzfristig unterbinden können, wobei natürlich jederzeit wieder ein Angriff auf die Seite erfolgen kann und jedes Passwort durch Software-Programme und unbegrenzte Versuche geknackt werden kann.

Der Betrüger hat aber nicht nur persönliche Fotos entwendet, sondern auch die Kontaktdaten von Freunden, Bekannten und Geschäftspartnern kopiert. Mithilfe dieser Daten hat er von der Fake-Seite aus die Kontakte angeschrieben und ihnen mitgeteilt, dass ich (er) sie aus Versehen aus der Freundesliste gelöscht habe und um eine erneute Kontaktbestätigung bitte, natürlich auf der neuen „falschen“ Seite. Bis auf die etwas merkwürdige Formulierung dieser Nachricht, ist der Vorgang nicht so ungewöhnlich, wenn man davon absieht, dass ich bislang keine Kontakt unabsichtlich gelöscht habe.

Die eigentlichen kriminellen Absichten haben sich dann in weiteren Nachrichten an die Kontakte gezeigt. Darin bittet er unter Angabe einer gefälschten Email-Adresse, die der von mit genutzten nicht mal zu ähnlich ist, um Kontaktaufnahme per Mail, weil die Nachrichten über das soziale Netzwerk zu „unsicher“ sind. Da sicher kaum jemand unter meinen Kontakten meine Email-Adresse auswendig kennen, kann ein solcher Vorgang gelingen, wenn die Emailadresse nicht im Mailprogramm gespeichert ist. Hier hätte eigentlich jeder Empfänger stutzig werden können. „Unbeabsichtigte“ Löschung von Kontakten und unbekannte Emailadresse, ohne auf diesen Umstand hinzuweisen, ist zumindest merkwürdig. Mit der bei näherer Betrachtung ziemlich dubiosen Begründung, dass ich (er) wegen leerem Akku gerade nicht telefonieren kann und für einen Einkauf dringend € 500 oder 750 benötige, bittet er unter meinem Namen, ihm Geld in Form von Gutscheinen oder Geldkarten zu schicken und die entsprechenden Codes zur Einlösung z.B. an einer Tankstelle bitte auch gleich vorab an die neue angegebene Email-Adresse zu schicken. Die Rückerstattung sollte gleich am nächsten Morgen bis spätestens 11 Uhr erfolgen unter einer Erhöhung auf 110% der geliehenen Summe.

Merkwürdig bei dieser Aktion ist, dass zwar der Akku leer sein sollte und ich (er) mich unterwegs befinde, so dass kein Geld beschafft werden kann. Aber die Nutzung des sozialen Netzwerkes ist möglich und auch Emails können verschickt und empfangen werden? Bei genauerem Hinsehen sind auch die Nachrichten selber ungewöhnlich, zunächst mal enthalten sie keine Anrede. Eine Anfrage nach geliehenem Geld und dann nur ein „Hallo, ...“ erscheint mir nicht passend. Auch der Sprachstil passt nicht zu meinem üblichen. Eine Nachfrage nach einem Gespräch über Skype wurde abgebogen, weil ich (er) kein Skype-Account habe, was nun definitiv nicht stimmt – dumm, wenn dies dem Angesprochenen bekannt ist.

Nachdem mir der Zugriff auf meinen Account bekannt war, habe ich meinen Account zunächst deaktiviert, was aber nicht viel helfen konnte, da der Zugriff ja bereits erfolgt war und so nur noch ein Account sichtbar war und zwar der Gefälschte! Selber konnte ich den falschen Account nur sehen, wenn ich mich abgemeldet habe. Bei der Suche nach meinem Namen tauchten beide Accounts nebeneinander auf. Damit dies möglich war, hat der Betrüger einen anderen Nutzernamen eingetragen, der nicht mit meinem identisch war, wohl aber in umgestellter Reihenfolge einem anderen Facebook-Nutzer zugeordnet ist. Da mir der Zugang auf die gefälschte Seite verwehrt war – aus Sicht des Betrügers eine sinnvolle Aktion – konnte ich die Seite nicht direkt als betrügerisch kennzeichnen. Als „Sofortreaktion“ blieb mir nur eine Mitteilung auf meiner eigenen Seite, damit möglichst kein weiterer Schaden entsteht. Mithilfe der mir zugesandten Screenshots habe ich bei Facebook einen „Missbräuchlichen Inhalt“ gemeldet und nach anderthalb Tagen war die gefälschte Seite verschwunden. Es ist doch ein ungutes Gefühl, wenn die eigene Identität missbraucht wird und die eigenen Möglichkeiten zur Reaktion recht beschränkt sind.

Nach dem Schock mit der geklauten Identität kann man einige Schlüsse ziehen, um dem Erfolg der Betrüger entgegenzuwirken. Als Betreiber der Seite hat man selber kaum Möglichkeiten. Zwar kann der Zugriff eingeschränkt werden, aber bei geschäftlichen Seiten ist der Sinn ja eher eine breitere Zielgruppe zu erreichen und nicht eine eingeschränkte. Die Privatsphären-Einstellungen für die privaten Seiten lassen sich natürlich schon restriktiver betreiben, so dass Postings und Nachrichten nur für Freunde sichtbar sind. Ob man dabei nur direkte Kontakte oder auch „Bekannte“ zulässt, muss jeder für sich entscheiden, ich habe „Bekannte“, also Freunde von Freunden mittlerweile ausgeschlossen. Auch die „Freundesliste“ sollte nur beschränkt sichtbar sein. Gegen ein Ausspähen der Seite schützt dies allerdings im Zweifelsfall nicht. Hier ist also am ehesten der Betreiber der entsprechenden Netzwerk-Portale gefordert, um „doppelte“ Identitäten zu finden und zu prüfen. Insbesondere sollte ein Ausspähen von Passworten durch unbegrenzte Versuche ausgeschlossen werden, selbst wenn vergessliche Nutzer dadurch gezwungen werden, häufiger ihr Passwort zurückzusetzen. Aber was können Empfänger dubiose Nachrichten tun, ohne alle Anfragen von „Freunden“ von vorneherein zu ignorieren?

Die entscheidende Tücke bei allen social media Netzwerken ist die Überprüfung der tatsächlichen Identität. Insbesondere bei Anfragen mit wirtschaftlichem Gegenwert muss durch unabhängige Medien überprüft werden, ob es sich tatsächlich um denjenigen handelt, für den er sich ausgibt. Am einfachsten kann dies über eine Sprachidentifikation geschehen. Ist ein Mobiltelefon nicht verfügbar, steht oft zumindest ein Festnetztelefon zur Verfügung oder falls ein Computer mit Internet verfügbar ist, kann z.B. über Skype ohne größeren Aufwand eine Verifikation erfolgen. Keinesfalls kann hierfür eine neue Email-Adresse dienen, die von dem Anfragenden gewünscht wird, wie in diesem Fall. Der Angefragte sollte alternativ eine Mail- oder Sprachkommunikation über die bekannten Telefon- und Maildaten erfolgen. Ein einfacher Betrugsversuch kann damit schnell erkannt werden.

Hinweise zur Seriosität der Anfrage liefert möglicherweise der Kontext einer Anfrage. Geld für einen Onlinekauf mithilfe von Wertkarten durchzuführen, die von Freunden beschafft werden, ist auf jeden Fall dubios. Warum kann ein Einkauf nicht bis zum nächsten Tag warten und warum können Online-Bezahlsysteme nicht genutzt werden? Form und Inhalt einer Nachricht können stutzig machen, wenn der Sprachstil deutlich von dem sonst üblichen abweicht. Auch der Verzicht auf eine persönliche Anrede in diesem Zusammenhang sollte nachdenklich stimmen. Generell heben diese Art von Betrugsversuchen darauf ab, einen zeitlichen Handlungsdruck zu schaffen, den es eigentlich nur sehr selten gibt. Daher ist eine der besten Verhaltensweisen, sich nicht unter Druck setzen zu lassen und kritisch zu prüfen. Auch einige Verkäufer versuchen in ähnlicher Weise, den Kaufinteressenten zu einem schnellen Abschluss zu motivieren.

Jürgen Kaack 07.12.2014, 15.39| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Politik und Gesellschaft | Tags: social network, Facebook, ,

Geschäftsmodell vor Netzplanung beim Aufbau von Glasfasernetzen

Die Stadt  hat in Teilen eine in Bezug auf die heutigen Bedürfnisse ausreichende Versorgung mit bis zu 200 MBit/s. Außerhalb der Kernstadt, in der oft durch einen Kabelnetzbetreiber ein leistungsfähiges Koaxialnetz verfügbar ist, und anderer durch Eigenleistung der Netzbetreiber und auf Initiative der Kommune ausgebauten Gebiete fällt die Versorgung meist deutlich ab. Durch den derzeit in vielen Kommunen im Eigenausbau durch die Netzbetreiber vorgenommenen Ausbau mit Vectoring-Technologie werden große Gebiete eine NGA-Versorgung erhalten. Schon heute könnten im Durchschnitt ca. 70 % der Haushalte NGA-Anschlüsse mit mindestens 50 Mbit/s nutzen.

 

Allerdings ist auch die Vectoring-Technologie „nur“ als eine Brückentechnologie zu sehen, da sie für die Teilnehmerzugang auf die alten Kupferdoppeladern der Telekom setzen. Aufgrund der mit der Frequenz und der Entfernung ansteigenden Dämpfung in einem Kupferkabel wird mit dieser Technologie die Bandbreite kaum über 150 MBit/s ausweitbar sein. Mit dem Koaxialkabel der Kabel-TV-Netze ist bereits heute mit DOCSIS 3.0 eine Bandbreite von 200 (maximal derzeit 450) MBit/s verfügbar. Aber auch diese Technologie stößt an Ihre Grenzen und bietet genau sie Vectoring nur in begrenztem Umfang offene Netzplattformen. Mit Funktechnologien (UMTS, WLAN, WiMAX, LTE) werden in erster Linie mobile Anwendungen unterstützt. Nur in Ausnahmefällen können Funklösungen als Brückentechnologie auch für die stationäre Anbindung genutzt werden. Jede dieser Anschlusstechnologien benötigt eine breitbandige Zuführung entweder über Glasfaserstrecken oder Richtfunk.

 

Langfristig nachhaltig ist nur ein Ausbau mit durchgehenden Glasfaserstrecken bis zum Hausanschluss (FttB und FttH). Eine flächendeckende Lösung mit Glasfaser-Anschlüssen durch die Netzbetreiber ist allerdings auch in 10 Jahren kaum zu erwarten. Die schlechtere Wirtschaftlichkeit in Gebieten mit niedrigerer Besiedlungsdichte, langen Anlaufstrecken und die kurzen Abschreibungsfristen von 4 bis 5 Jahren sprechen dagegen. Somit wird der Ausbau von FttB-Netzen nur durch ein aktives Engagement der Kreise und Kommunen erfolgen. Im Rhein-Erft Kreis ist eine kreisweite Infrastruktur-Aktivität nicht absehbar, so dass eine Umsetzung in durch Initiative der Stadt erfolgen muss. 

 

Alternative Geschäftsmodelle prüfen

 

Bis auf Einzelfälle gibt es im Backbone-Bereich (überregional, aber fallweise auch interkommunal) ausreichende Kapazitäten, die zu Marktpreisen angemietet werden können. Problematisch ist dagegen in vielen Fällen das intra-kommunale Breitbandnetz. Für den Aufbau und Betrieb eines FttB-Netzes durch eine Kommune oder in Kooperation zwischen Kommune und Netzbetreiber beschränkt sich die Aktivität des kommunalen Partners in vielen Fällen auf den passiven Teil eines Anschlussnetzes mit in Schutzrohren verlegten Lichtwellenleitern. Eine Beteiligung am Betrieb von aktiven Netzkomponenten kann fallweise sinnvoll sein, das Angebot und die Vermarktung von Diensten dagegen in der Regel nicht. Der Aufbau eines Leerrohr-Netzes bis zu den Hausanschlüssen kann nur dann kostengünstig erfolgen, wenn alle Synergien mit anderen Baumaßnahmen (Straßen- und Kanalsanierung, Arbeiten am Niederspannungsnetz) genutzt werden und die Aktivitäten über einen längeren Zeitraum geplant und koordiniert werden.

 

Für die Umsetzung ist ein tragfähiges Geschäftsmodell für den Aufbau eines regionalen NGA-Netzes zu entwickeln. Die Amortisationsdauer sollte vergleichbar mit anderen Infrastrukturen im kommunalen Umfeld mit bis zu 20 Jahren angesetzt werden. Nach Festlegung des Betreibers der passiven Infrastruktur (in der Regel durch die Kommune oder eine kommunale Einrichtung) ist ein detailliertes Geschäfts- und Partnerschaftsmodell parallel zur technischen Netzplanung („Masterplan“) aus zu gestalten. Dabei müssen Interessen von Telekommunikationsunternehmen an der Nutzung eines NGA-Zugangsnetzes ermittelt und berücksichtigt werden. In der Praxis kommen folgende Gesschäftsmodelle für den Breitbandausbau unter Beteiligung eines Kreises oder einer Kommune in Betracht:

  • Ausbau mit Zuwendungen (Deckungslücke)
  • Ausbau unter Nutzung vorhandener Infrastrukturen
  • Ausbau mit bürgerschaftlichem Engagement
  • Ausbauoptionen mit Stadtwerken
  • Motivation von Netzbetreibern zum Ausbau
  • Kooperationen mit Infrastrukturbetreibern
  • Gründung von Infrastrukturinstitutionen (alleine / Private-Public-Partnership)
  • Netzaufbau in Verbindung mit Sanierungsarbeiten im Versorgungsnetz
  • Zweckverbände als interkommunale Aktivitäten.


Wenn neben dem Betrieb des passiven Netzes auch die aktive Übertragungstechnik betrieben und Dienste angeboten werden sollen, könnte es für den wirtschaftlichen Erfolg des Konzeptes erforderlich sein, weitere Kommunen zur Teilnahme zu bewegen, damit eine kritische Masse an Kundenpotentialen erreicht wird.

 
Festlegung von Zielen

 

Vor einer Ausgestaltung der Projektumsetzung sind im Hinblick auf die grundsätzliche Breite möglicher Geschäftsmodelle Zielsetzungen und Prioritäten zu klären. Nach Darstellung der möglichen Geschäftsmodelle sind die Ziele für einen nachhaltigen Breitbandausbau zu erörtern:

  • Sicherstellen einer langfristig nachhaltigen Infrastruktur im Sinne der Daseins-Vorsorge;
  • Absicherung von Standortvorteilen gegenüber Nachbarkommunen
  • Eröffnung von Möglichkeiten zum Angebot eigener Dienste (verwaltungsnahe Dienste, Dienste der Versorger und Stadtwerke, Dienste gemeinnütziger Institutionen)
  • Erzielung von langfristigen Erträgen

 

Für die Umsetzung sind erste Ansätze zu prüfen (ohne endgültige Festlegung):

  • Abgleich von bestehender Versorgung und Bedarfsanalyse mit geplanten Sanierungsarbeiten als Grundlage für eine Priorisierung der Ausbaugebiete (Wohn- und Gewerbegebiete einschließlich Erweiterungs- und Neubaugebiete);
  • Diskussion der verschiedenen Alternativen und Optionen für ein tragfähiges Geschäftsmodell (Betrieb von Leerrohren, Dark-Fiber-Netzen oder Diensteplattform für digitalen Marktplatz …;
  • Einschätzung von potenziellen Risiken für die Amortisation eines Dark-Fiber Netzes mit Identifikation von Risikofaktoren und ihrer Bewertung. Zu den Risiken gehören z.B. technologische Entwicklungen, Marktveränderungen, anfangs schwache Nutzerakzeptanz, geringe Wechselbereitschaft, Preisverfall und Änderungen im Nutzungsverhalten, neue Wettbewerber, regulatorische Änderungen;
  • Beihilferechtliche Rahmenbedingungen für eine Umsetzung.

 

Diskussion vorhandener eigener Ressourcen (Personal und Infrastrukturen) der Stadt und durch kommunale Instituionen einzubringende Infrastrukturen und Kapazitäten. Da in kaum eigene Leerrohrinfrastrukturen vorhanden sind, ist zu prüfen, ob Infrastrukturen anderer Betreiber durch die Stadt genutzt werden können. Bei einem über die Motivation von Netzbetreibern hinausgehenden Wertschöpfungsziel sind u.a. auch personelle Ressourcen aufzubauen.


Evaluation alternativer Geschäftsmodelle

 

Falls der Aufbau eines eigenen Glasfaser-Anschlussnetzes ein Ziel für die Stadt ist, muss ein Betreiber für die passive Infrastruktur identifiziert werden. Sofern in dem Workshop zur Zielfestlegung noch keine Entscheidung über den Betreiber der passiven Infrastruktur getroffen werden kann, sind weitere Zwischenschritte mit möglichen Betreibern erforderlich. Es wäre von Vorteil, wenn hierfür eine Institution des Kreises oder der Stadt gefunden wird, um langfristige Kontinuität zu sichern. Aufbau und Betrieb eines Glasfaser-Anschlussnetzes ähnelt grundsätzlich dem Geschäft mit Versorgungsleitungen insbesondere im Strombereich, so dass sich hier am ehesten unmittelbare Synergien ergeben. Vor der eigentlichen Umsetzung von Netz- und Geschäfts-Planung ist das Geschäftsmodell zu konkretisieren und mögliche Kooperationspartner auszuwählen (in diesem Stadium aber noch ohne verbindliche Festlegung).

 

Für die Erstellung einer Netzplanung sollten Standorte für Glasfaser-Knoten und mögliche Übergabepunkte zu einem der nationalen Backbone-Betreiber bekannt sein. Außerdem sollte die Planung auf dem GIS-System erfolgen, dass von dem Infrastrukturbetreiber genutzt wird. Andernfalls kann eine spätere Überleitung der Planungsergebnisse für die Feinplanung zur Durchführung der Tiefbauplanung erschwert werden. Für die technische Planung und die Kalkulation von Kosten sollte auch schon zu einem frühen Zeitpunkt geklärt werden, ob alternative Verlegetechniken (Spül- / Bohrverfahren, Mini- und Microtrenching) mit einer niedrigen Verlegetiefe für die Stadt akzeptabel ist.

 

 Kooperationsszenarien für aktive Netzkomponenten und Dienste 

 

Schon zu einem frühen Zeitpunkt sollte mit der Erarbeitung und Prüfung von möglichen Kooperationsmodellen entlang der Wertschöpfungskette begonnen werden. Hierzu werden Sondierungs-Gespräche mit Netzbetreibern als möglichen Nutzern (Mieter) der NGA-Infrastruktur geführt. Das Geschäftsmodell soll ein tragfähiges und zukunftssicheres Konzept für den Aufbau einer eigenen Betreiber-Aktivität für die passive Infrastruktur liefern. Eine Strategie zur Vermarktung an Endverbraucher kann das Erreichen der Wirtschaftlichkeitsziele unterstützen. Dabei ist zu entscheiden, ob die (kommunale) Infrastrukturbetreiberinstitution zusätzlich eine eigene Vermarktung von Diensten an Verbraucher übernimmt, eine Vermarktung unter der eigenen Marke im Wettbewerb zu anderen Vermarktern erfolgen soll (abhängig vom ausgewählten Kooperationspartner).

 

Nach ersten Gesprächen erfolgt eine erste Bewertung und Priorisierung der potentiell geeigneten Partner für (dabei kommen sowohl überregional tätige wie die Deutsche Telekom und Unitymedia in Betracht, als auch mittelständische Anbieter wie inexio, NetCologne, Versatel oder teliko) mit Abschätzung der Auswirkungen auf das Geschäftsmodell und der Vor- und Nachteile für die spätere Umsetzung. Zur Vertiefung können mehrere Gesprächsrunden mit den priorisierten Betreibern in Form von Vor-Ort-Workshops erforderlich werden zur Konkretisierung des Geschäftsmodells, der Übergabepunkte für die Bandbreiten-Zuführung, der auszubauenden Trassen und der bevorzugten Technik (Leerrohre, Fasertypen, Schächte, Muffen) und der Kosten / Risiko Aufteilung für die Nutzung des Leerrohres sowie der organisatorischen Ausgestaltung einer Zusammenarbeit. Mit der Bewertung der Ergebnisse und einer Empfehlung zum weiteren Vorgehen kann die weitere Umsetzung in enger Kooperation zwischen Infrastruktur- und Netzbetreiber erfolgen.

 

Technische Netzplanung („Masterplan“) 

 

Bevor eine technische Netzplanung oder Trassenplanung für die Verlegung von Leerrohren erfolgt, sollte der Infrastrukturbetreiber gefunden sein. Da sehr unterschiedliche GIS-Systeme im Einsatz sind und oft unterschiedliche Backbonenetze im regionalen Umfeld anschließbar sind, kann die Erstellung eines Masterplans nur dann optimalen Nutzen erzeugen, wenn er auf die Belange und technische Ausstattung des Infrastrukturbetreibers Rücksicht nimmt. Die Netzplanung muss vorhandene Infrastrukturen des Infrastrukturbetreibers sowie Standorte für Glasfaser-Knoten berücksichtigen. Eine Planung auf der Basis von durchgehenden Microduct-Röhrchen vom Glasfaser-Knoten bis zum Hausanschluss beinhaltet die Linienführung, Angaben zur Konfektionierung der Leerrohrbündel, Standorte von Schächten und strategischen Muffen. Die Planung endet in der Straße an den Abzweigern zu den Hausanschlüssen. Die Anbindung an die Häuser wird in der Regel durch eine Schiess-Technik erfolgen. Typischerweise enthält der Masterplan noch keine Detailtiefe für eine Tiefbauausschreibung, da diese Leistung oft von dem Infrastrukturbetreiber erbracht werden kann.

 

Durch das zu beauftragende Ingenieurbüro sollte neben der eigentlichen Netzplanung auf der Basis der zu erarbeitenden Stücklisten indikative Preisangaben ermittelt werden bei potenzeillen Anbietern von benötigten Infrastrukturkomponenten wie z.B. Leerrohren, Microducts, Muffen, Schächten, Installationsmaterial etc. auf der Basis der in der technischen Netzplanung erstellten Angaben und Stücklisten. Anfragen bei Tiefbau- und Rohrverlegungs-Unternehmen sowie Dienstleistern für technische Feinplanung, Projektkoordination, Dokumentation und Abnahme auf der Basis der in der Netzplanung festgelegten Trassenverläufe und Verlege-Techniken. 

 
Aufstellung eines ersten Geschäftsplanes

 

Die Aufstellung eines Business Cases sollte entweder durch den ausgewählten Infrastrukturbetreiber erfolgen, um seine eigenen Regelen zu berücksichtigen, oder in enger Kooperation mit diesem. Um die gesamte Wertschöpfungskette abzubilden, sollte auch der potentielle Betreiber der aktiven Netzkomponenten und Dienste beteiligt werden. Gemeinsam mit den ausgewählten Netzbetreibern erfolgt eine erste Ermittlung von Preisansätzen für die Vermietung der passiven Anschlussnetze mit den Alternativen: gestaffelte Preise, Festpreise, umsatzabhängige Preise und Verprobung bei anderen Vorhaben; Abschätzung von zu erwartenden Nutzungspreisen auf der Basis der Workshops und ergänzender Recherchen.

 

Im Ergebnis des Arbeitsschrittes sollte eine Zusammenstellung der für eine wirtschaftliche Kalkulation für Aufbau und Betrieb einer passiven Infrastruktur erforderlichen Kennzahlen vorliegen, auf deren Grundlage eine Entscheidung zum Aufbau der Infrastruktur getroffen werden kann. Der Geschäftsplan kann mit dem Projektfortschritt weiter verfeinert und laufend fortgeschrieben werden. 

 

Markterkundung und Auswahlverfahren (je nach Geschäftsmodell)

 

Kommunen und kommunale Unternehmen müssen die Vorgaben aus dem EU-Wettbewerbsrecht einhalten. Als EU-seitig notifiziertes Verfahren bietet sich ein Vorgehen nach der angepassten Bundesrahmenregelung Leerrohre an, nach einer Notifizierung wäre die NGA-Rahmenregelung zugrunde zu legen. Sofern die Kommune allerdings nach Ausgestaltung des Geschäftsmodells nur eine Minderheitsbeteilung an einem noch zu identifizierenden Infrastrukturbetreiber für hält, entfallen die Beihilferegeln. Andernfalls sind aufgrund des Eingriffs in dem Markt mit öffentlichen Mitteln die festgelegten Abläufe mit Markterkundung und Auswahlverfahren einzuhalten oder im Rahmen eines Private-Investor-Tests nachzuweisen, dass sich der kommunale Betreiber als Investor genauso verhält wie ein privatwirtschaftlich agierender Anbieter.

 

Vor der Durchführung eines Auswahlverfahren ist eine Bedarfsermittlung bei Haushalten und Betrieben vorzunehmen und ein Markterkundungsverfahren durchzuführen, in dem das Interesse von Netzbetreibern abgefragt wird, innerhalb von 36 Monaten einen Ausbau mit mindestens 30 Mbit/s vorzunehmen. Die Vergabe der Nutzungsrechte („Vermietung“) für das zu errichtende Anschlussnetz erfolgt in Form einer öffentlichen und transparenten Ausschreibung, um späteren Anfechtungen und Problemen mit dem Beihilferecht zu entgehen. Hierfür ist ein Ausschreibungstext zu erstellen und Bewertungskriterien für die Auswahl unter den Angeboten aufzustellen. Nach dem Submissionstermin sind die eingehenden Angebote zu bewerten und eine Empfehlung für die Vergabe zu erarbeiten. 

Jürgen Kaack 27.11.2014, 22.43| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, FttB, FttH, Stadtwerke, Masterplan, Kooperation,

12 Jahre STZ-Consulting Group

Im Oktober 2002 fiel nach längeren Vorüberlegungen die Entscheidung zur Gründung der Management-Beratung STZ-Consulting Group als Sozietät erfahrener Unternehmer und Manager. Gegründet wurde die Beratung in Bad Homburg, wo auch schon der von Dr. Kaack mit gegründete spezialisierte Netzbetreiber mcn-tele.com seinen Sitz hatte. Im Frühjahr 2003 erfolgte dann der Wechsel nach Erftstadt.

STZ-Consulting hat in den 12 Jahren ihres Bestehens Unternehmen aus der ITK-Branche bei Wachstumsvorhaben unterstützt, bei der Gestaltung von Kooperationen unterstützt und die strategische Neuausrichtung von mittelständischen Unternehmen begleitet.

Seit nahezu 8 Jahren ist die Beschäftigung mit Breitband-Themen aufgrund der hohen Dynamik und des Bedarf bei kommunalen Institutionen in den Mittelpunkt getreten. Neben der Gestaltung von innovativen Breitband-Anwendungen, wie bei dem T-City Projekt für die Stadt Friedrichshafen, ist die Schaffung von leistungsfähigen Breitband-Infrastrukturen eine unerlässliche Voraussetzung. Dabei erfordert die Konzeption eine den lokalen Gegebenheiten angepasste kreative Konzeption, um unnötige Kosten zu vermeiden. In dieser Zeit ist es gelungen, für über 100 Orte und Gewerbegebiete tragfähige und nachhaltige Lösungen für die Breitbandversorgung zu finden.

Alle Kunden, Projektbeteiligten und Kooperationspartnern möchte ich für Ihr Vertrauen und die gute Zusammenarbeit danken!

Dr. Jürgen Kaack

Jürgen Kaack 31.10.2014, 10.02| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines | Tags: Beratung, Breitband, Mittelstand,

eBooks zu Themen der Unternehmensführung

Aus teilweise langjährigen Management-Erfahrungen oder aus Beratungs-Projekten von Dr. Kaack seit 1983 ist im Laufe der Jahre eine Reihe von Ratgebern entstanden:

 
  • Unternehmensgründung (basierend auf den Erfahrungen aus den Gründungsvorbereitungen für die debitel Kommunikationstechnik in den Jahren 1989 bis 1992 und für die mcn-tele.com AG in den Jahren 1998 bis 2001, sowie aus Beratungsvorhaben für Unternehmensgründer nach 2002)

  • Produktentwicklung, Zielgruppen und marktorientierte Planung (basiert aus vielfältigen Erfahrungen in den Jahren 1983 bis heute, z.B. bei SEL (heute Alcatel-Lucent, dann bei der der BMW-Tochtergesellschaft Mitec, für AEG-Olympia im Bereich von professionellen Funklösungen, bei der Dienstegestaltung für debitel und mcn-tele.com, sowie in beratender Funktion für verschiedene Netzbetreiber)

  • Wachstum (geht auf Erfahrungen in vielen Funktionen zurück, u.a. in negativer Weise bei AEG-Olympia, bei MITEC durch Unternehmenszukäufe, bei debitel durch Gründung von Tochtergesellschaften im Ausland, sowie aus Projekten für Netzbetreiber und mittelständische Unternehmen)

  • Telekommunikationslösungen und -einsatzgebiete (die Basis sind Produktplanungen für konvergente Dienste und VPN-Lösungen im Rahmen der Geschäftsausweitung bei mcn tele.com, sowie aus Projekten für nationale und internationale Geschäftskunden-orientierte Netzbetreiber)

  • Führungsinstrumente, Teambuilding und Coaching (entstanden auf der Basis eigener Führungserfahrung in mittelständischen Unternehmen und Konzernen seit 1983, aber auch aus Coaching-Projekten für mittelständische Unternehmen)

  • Vertrieb und Vertriebssteuerung (basiert insbesondere auf den Erfahrungen als Vertriebsverantwortlicher bei debitel und mcn-tele.com im Zeitraum von 1990 bis 2002, aber auch aus Beratungs-Projekten zur Vertriebsoptimierung, der Gewinnung neuer Vertriebskanäle und zur Optimierung der Vertriebsteuerung)

  • Einführung Risikomanagement (geht auf die erstmalige Einführung eines Risikomanagement-Prozesses bei mcn-tele.com im Jahr 2001 zurück)

  • Nachfolgeregelung (basiert auf Unterlagen zur Vorbereitung von verschiedenen Vorträgen im Rahmen von Risiko-Management-Prozessen)

  • Finanzierungsalternativen für den Mittelstand (gibt einen Überblick über die vorhandenen Alternativen zur Finanzierung von Unternehmensgründungen und Wachstumsvorhaben und basiert auf intensiven Erfahrungen bei der Realisierung der Finanzierungsrunden für mcn-tele.com im Zeitraum von 1999 bis 2002)

  • Fallstudie Insolvenz (beschreibt Erfahrungen im Zusammenhang mit der Insolvenz einer mittelständischen Tochtergesellschaft der mcn-tele.com im Jahr 2001 aus der Sicht des Gesellschafters, beschreibt aber auch die Rolle und Perspektive der Geschäftsführung)

  • Geschäftsmodelle mit Servicerufnummernoder als virtueller Mobilfunk-Netzbetreiber (MVNO), Funklösungen als alternative Daten-Anbindung, und Triple-Play-Lösungen (beschreiben einzelne Geschäftsmodelle und Anwendungsfelder aus der Erfahrung des Produktspektrums der mcn-tele.com und von Konzeptstudien und Beratungsaufträgen für Netzbetreiber, Achtung: Inhalte dieser eBooks basieren auf dem technischen und regulatorischen Stand von 2006/2007)
 

Die Ratgeber können kostenlos heruntergeladen werden. STZ-Consulting Group führt regelmäßig Beratungsprojekte zu den dargestellten Themen durch. Die einzelnen Books haben einen Umfang von 1 bis 2 MB und können durch Anklicken der Bilder auf der eBook-Seite der Homepage von STZ-Consulting beim Verlag herunter geladen werden.

Jürgen Kaack 05.10.2014, 16.16| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Führungsinstrumente | Tags: Unternehmensgründung, Produktplanung, Wachstum, Risiskomanagement, Vertriebsoptimierung, Nachfolge ,

Breitband-Entwicklungsland Deutschland

 

Im Hinblick auf die Verbindungsgeschwindigkeit liegt Deutschland auf Platz 28, im Vergleich zu Österreich, den Niederlanden und der Schweiz ist Deutschland deutlich zurück. Nur 10% der Anschlüsse nutzen mehr als 10 Mbit/s. Weltweit steigt die Durchschnittgeschwindigkeit jährlich um 21%. 8,9 Mbit/s als Durchschnittsgeschwindigkeit in Deutschland im Vergleich zu 14,9 in der Schweiz kritisch. Auch bei der durchschnittlichen Spitzengeschwindigkeit liegt Deutschland mit 41,8 Mbit/s deutlich hinter der Schweiz mit 53,1!

Eine Studie von Akamai liefert Zahlen für den internationalen Vergleich.


Die Ergebnisse zeigen zum einen die teilweise unverständliche Zurückhaltung der Deutschen Angebote mit höherer Geschwindigkeit zu nutzen, immerhin könnten 70% der Haushalte heute schon mehr als 50 Mbit/s nutzen. Zum anderen verhindert die Konzentration auf Brückentechnologien wie Vectoring die schnelle Entwicklung eines unabhängigen Dienstemarktes wie z.B. in den Niederlanden. DSL-Netze wie auch Kabel-TV-Netze sind geschlossen und erschweren die Entwicklung eines breiteren Diensteangebotes.

Die Konzentration auf Brückentechnologien in Deutschland wird sich in einigen Jahren in Form von hohen staatlichen Investitionen rächen, da der doch über die Zeit steigende Bedarf an schnellen Anschlüssen und das steigende übertragene Datenvolumen letztlich den Umstieg auf Glasfaser-Anschlussnetze unvermeidlich machen.

Die Politik in Deutschland müsste endlich aufwachen und sich diesem Infrastrukturthema mit mehr widmen als leeren Zieldefinitionen und einigen Runden Tischen! Deutschland braucht endlich eine Breitbandstrategie mit Zielen, Meilensteinen, Verantwortlichkeiten und Ressourcen für die Umsetzung.

Jürgen Kaack 02.10.2014, 15.11| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, Vectoring, FttH, FttB,

Nutzungszahlen im Juli weiter gestiegen

Seit einiger Zeit steigen die Nutzungszahlen für meinen STZ-designblog kontinuierlich an. Trotz Ferienzeit sind im Juli 2014 neue Höchstwerte erreicht worden:
  • Anzahl der Besucher:       6.159 (ein Zuwachs um 16 % gegenüber dem Vormonat)
  • Zugriffe auf Bloginhalte:  33.334 ( ein Zuwachs um fast 40% gregenüber Juni)

Eine hohe Leserzahl ist eine Motivation für den Autor!

Jürgen Kaack 10.08.2014, 16.03| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines | Tags: blog, Telekommunikation, Breitband, Management, PR,

Kostenloses eBook zu Wachstums-Strategien

Wachstum gilt als ein übergeordnetes Ziel für jedes Unternehmen. Wachstumskennzahlen sind wichtige Indikatoren zur Bewertung der Zukunftsperspektiven eines Unternehmens. Aber nicht in jedem Fall ist Wachstum die richtige Strategie und für die Umsetzung von Wachstumszielen gibt es unterschiedliche Wege mit unterschiedlichem Risikopotenzial. In einer Studie habe ich die verschiedenen Formen von Wachstum analysiert und typische Vorgehensweisen beschrieben.

Das eBook "Wachstum nur mit Ziel - und nicht um jeden Preis" auf der Seite unter dem Link vom MittelstandsWiki kostenlos heruntergeladen werden. Auf meiner Homepage sind kompakte Informationen auf der Seite "Wachstumsvorhaben" zu finden oder auch durch direkte Anfragen über das Kontaktformular.

Jürgen Kaack 08.08.2014, 09.49| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Wachstum | Tags: Unternehmensführung, Wachstum, Partnerschaft, Strategie, Unternehmensplanung, Business Development,

Unternehmen gründen - Informationen und Fallstudie

Die Gründung eines neuen Unternehmens ist eine spannende und herausfordernde Aufgabe, bei der viele Themen bedacht werden müssen. Eine sorgfältige Planung ist daher unumgänglich und vermeidet trotzdem keine Überraschungen.

Aus eigener Erfahrung mit dem Aufbau von ein Unternehmen als Unternehmer und in beratender Funktion ist ein eBook mit 91 Seiten entstanden, in dem nicht nur das allgemeine Vorgehen theoretisch beschrieben wird, sondern anhand einer Fallstudie erläutert. Das eBook "Unternehmen gründen: Von der Idee bis zur Kapitalbeschaffung" kann derzeit kostenfrei über den Verlag MittelstandsWiki heruntergeladen werden über den obigen Link. Ich hoffe, dass mein Text nicht demotivierend wirkt, sondern im Gegenteil die Freude an dieser besonderen Herausforderung steigert!

An dieser Stelle möchte ich darauf hinweisen, dass ich für die Bereitstellung und Verbreitung meiner Studie keinerlei Honorare beziehe, so die Verbreitung des eBooks ohne unmittelbare kommerziellen Interessen erfolgt.

Auch auf der Homepage von STZ-Consulting ist eine Seite dem wichtigen Thema Gründung von Unternehmen gewidmet.

Jürgen Kaack 06.08.2014, 08.59| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Wachstum | Tags: Unternehmensgründung, Partnerschaften, Finanzierung, Produktplanung, Business Plan,

Maßnahmeplan für flächendeckende Glasfasernetze

Hohe Vorleistungskosten bei derzeit niedriger Kundenakzeptanz und langen Amortisationszeiten schrecken Investoren ab. Dabei sollte man jetzt mit dem Bau der neuen Anschlussnetze in der Fläche beginnen, um spätere hohe Kosten zu vermeiden. Diese Möglichkeiten haben Politik und Regierung, den Netzaufbau zu fördern:

  1. Festlegung und Kommunikation des Ziels eines flächendeckenden Ausbaus mit Glasfaseranschlüssen innerhalb von zehn bis 15 Jahren: Auf diese Weise kann man Haushalte und Unternehmen frühzeitig sensibilisieren, die erforderliche Nachfrage generieren und Dienstebetreiber zur Entwicklung innovativer Breitbanddienste motivieren. Für Investoren kann dies ein starkes Signal darstellen, rechtzeitig im entstehenden Markt tätig zu werden.
  2. Behandlung von Glasfasernetzen als eigenständige Dateninfrastruktur, nicht als ein weiteres NGA-Netz: Glasfaseranschlussnetze (FttB oder FttH) als Infrastrukturen zur Sicherstellung einer langfristigen Daseinsvorsorge müssen auch in den sogenannten „schwarzen“ NGA-Flecken aufgebaut werden; es müssen in Kommunen und Kreisen Haushaltsmittel für einen gesteuerten Ausbau unter Nutzung aller möglichen Synergien mit Tiefbaumaßnahmen bereitgestellt werden.
  3. Schaffung der rechtlichen Grundlagen für Kommunen und kommunale Unternehmen zum Ausbau in schwarzen NGA-Flecken: Alle derzeitigen Rahmenregelungen (die angepasste Bundesrahmenregelung Leerrohre bzw. die noch nicht notifizierte NGA-Rahmenregelung) schaffen keinen rechtlichen Ansatz zum Aufbau von neuen Anschlussnetzen in Gebieten mit einer Breitbandversorgung von mehrheitlich über 30 MBit/s (also in „grauen“ oder „schwarzen“ NGA-Flecken, je nachdem, ob ein oder mehrere Infrastrukturbetreiber tätig sind).
  4. Schaffung von Investitionssicherheit für Infrastrukturbetreiber: Das kann z.B. durch Vergabe einer regionalen Konzession für die passive Infrastruktur geschehen. Hohe Baukosten, lange Bau- und Amortisationszeiten sind für Betreiber von Gewerbeimmobilien nichts Ungewöhnliches, aber die Entscheidung für ein finanzielles Engagement braucht Investitionssicherheit. In den meisten Regionen sind zwei parallele Glasfaseranschlussnetze nicht rentabel; daher sollte ein Investor eine realistische Chance auf eine Amortisation erhalten.
  5. Öffentliche Ausschreibungen als langfristige Konzessionen: Eine Konzessionsvergabe für langfristige Versorgungsinfrastrukturen ist üblich und sowohl für Kommunen als auch für Stadtwerke und Versorgungsunternehmen geübte Praxis. Warum sollte nicht auch eine langfristige Infrastruktur wie ein Leerrohranschlussnetz im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung als langfristige Konzession vergeben werden? Die Forderung nach einem offenen und diskriminierungsfreien Netzzugang an den Konzessionsnehmer sollte ebenso selbstverständlich sein wie die Garantie von Versorgungssicherheit und Verfügbarkeit.
  6. Ausgestaltung neuer Förderprogramme für Glasfaseranschlussnetze: Dies ist ein wichtiger Baustein zur nachhaltigen Verankerung des Infrastrukturausbaus in der Fläche. Mit neuen Förderprogrammen sollten anteilig und zeitlich befristet Personalkosten für Breitbandkoordinatoren in Kreisen und Kommunen übernommen werden, damit möglichst flächendeckend Breitbandkoordinatoren eingesetzt werden. Zusätzlich kann der tatsächliche Ausbau durch Förderung der einmaligen Erstellung von Netzplanungen stimuliert werden; diese sind eine Voraussetzung für die Nutzung von Synergien mit Tiefbaumaßnahmen. Als Erfordernis sollte ein fundiertes Geschäftskonzept vorliegen und ein Betreiber der Infrastruktur identifiziert worden sein. Auf diese Weise kann man auch in Regionen, in denen sich z.B. im Rahmen einer Konzessionsausschreibung kein privatwirtschaftlicher Anbieter bewirbt, einen Ausbau durch kommunale Institutionen ermöglichen.
  7. Verbindung von Finanzierungsangeboten an Kommunen und kommunale Institutionen mit einer Landesbürgschaft: Ziel ist es, auch finanzielle schwächere Kommunen in die Lage zu versetzen, eigene Aktivitäten zum langfristigen Aufbau von neuen Anschlussnetzen aufzunehmen.
  8. Entwicklung von verbindlichen Normen und Verordnungen für die Verlegung von Leerrohrsystemen: Das betrifft (auch) Arbeiten in niedrigerer Tiefe und unter Umgehung der bisher üblichen „Tiefenschichtung“ der Infrastrukturen. Ziel ist, Sicherheit sowohl für genehmigende Behörden als auch für investierende Infrastrukturbetreiber zu schaffen. Denn die Tiefbaukosten werden von der Tiefe und Breite der Gräben für die Leerrohrsysteme erheblich beeinflusst. Bei einer Verlegung im Beilauf zu anderen Tiefbaumaßnahmen kann weiterhin die „Standardtiefe“ von 60 cm verwendet werden, für Verlegemaßnahmen ohne Synergien aber reduzieren alternative Verlegetechniken die Kosten erheblich. Damit dies sowohl für die genehmigenden Kommunen als auch für die Infrastrukturbetreiber planbar und ohne zusätzliche Risiken erfolgen kann, sollten hierfür verbindliche DIN-Normen geschaffen werden.
  9. Förderung von interkommunalen oder kreisweiten Aktivitäten: Gesonderte Anreize können zu großflächigen Ausbauregionen führen, die eine höhere Wirtschaftlichkeit erwarten lassen als der Betrieb von kleineren kommunalen Netzen. Die regelmäßige Kommunikation über den Stand der Aufbauaktivitäten und das Herausheben von Best-Practice-Beispielen erhöht die Wahrnehmung und erzeugt zusätzlichen öffentlichen Druck auf die Umsetzung des Infrastrukturaufbaus. Mit einer fachlichen Beratung von Kommunen und der aktiven Begleitung der Ausbauvorhaben kann vor Ort fehlendes Wissen ausgeglichen werden.

Jürgen Kaack 31.07.2014, 09.08| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Regulierung, Zuwendungen, Politik, Förderprogramme,

Referenzbeispiele für den Breitbandausbau

Grundsätzlich gleicht kein Projekt zum Breitbandausbau einem anderen. Unterschiedliche Randbedingungen wie Einwohnzahlen, Siedlungsstrukturen, vorhandene Infrastrukturen, Betreiberaktivitäten, Topographie etc. bedingen regelmäßig unterschiedliche Ergebnisse.  Referenzbeispiele sind trotzdem hilfreich und können dazu anregen, alternative Wege für den Breitbandausbau zu prüfen.

STZ-Consulting unterstützt Kommunen, Stadtwerke und Kreise seit über sieben Jahren bei der Konzeption und Umsetzung eines nachhaltigen Breitbandausbaus. Mit einer strukturierten Beschreibung möglicher Geschäftsmodelle für Kommunen und Kreise wurde in Verbindung mit Beispielen, die aufgrund ihrer spezifischen Besonderheiten besonders geeignet sind, eine umfassende Studie aufbereitet.
Aus der Vielzahl der von STZ-Consulting durchgeführten Maßnahmen ragen einige aufgrund der Besonderheiten bei Konzeption und Umsetzung heraus und können als Best-Practise Beispiele dienen. In einigen Fällen wäre eine Umsetzung ohne die gewählte Konzeption aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen.

Zu den folgenden von STZ-Consulting begleiteten über 100 Einzel-Maßnahmen in 20 beispielhaft ausgewählten Kommunen finden sich Kurzbeschreibungen und Links zu einigen ausführlich dargestellten Projekt-Studien (veröffentlicht auf MittelstandsWiki) entweder auf der Seite "Breitband-Ausbau" auf der Homepage von www.STZ-Consulting.de oder teilweise auf der Seite "Best-Practise" auf dem Portal von Breitband.NRW:
  • Stadt Ahlen:
    Ausbau von Ortsteilen und Gewerbegebieten durch FttC (VDSL und Vectoring) mit Fördermitteln und durch Eigenausbau des Netzbetreibers
  • Stadt Arnsberg:
    Ausbau von Gewerbegebieten mit NGA-Anschlussnetzen und Vernetzung von Krankenhäusern und kommunalen Einrichtungen mittels Richtfunk
  • Stadt Bad Homburg:
    Ausbau eines Stadtteils durch FttC mit Wirtschaftlichkeitslücke und Erstellung einer NGA-Studie

  • Stadt Bedburg:
    Ausbau des Stadtgebietes mit VDSL/Vectoring ohne Zuendungen)
  • Stadt Ennepetal:
    Ausbau mit FttC in zwei Stadtteilen mit Fördermitteln unter Nutzung von neu verlegten und vorhandenen Leerrohren für die Breitband-Zuführung
  • Stadt Erftstadt:
    Ausbau mit FttC in 5 Stadtteilen mit Fördermitteln und in zwei Gewerbegebieten aus Haushaltsmitteln
  • Stadt Erkelenz:
    Ausbau in 17 Ortsteilen durch Eigenausbau mit FttB-Glasfaser-Anschlussnetzen und Eigenausbau mit Vectoring (FttC) in insgesamt 15 Ortsteilen sowie durch VDSL mittels Fördermitteln in zwei Ortsteilen
  • Stadt Friedrichshafen:
    PPP-Projekt zur Entwicklung und Erprobung von über 40 innovativen Breitband-Anwendungen für eine "Smart City" auf der Basis eines VDSL- und eines HSDPA-Mobilfunknetzes
  • Stadt Geilenkirchen:
    Ausbau mit VDSL in 3 der 13 unterversorgten Ortsteilen mithilfe von Fördermitteln und 9 Ortsteilen im Eigenausbau mit Glasfaser-Anschlussnetzen
  • Stadt Haltern am See:
    Ausbau mit FttC in einem abgelegenen Ortsteil mit Fördermitteln unter Nutzung vorhandener Infrastrukturen
  • Kreis Heinsberg:
    Erstellung eines NGA-Konzeptes zum Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen
  • Stadt Kaarst:
    Ausbau in zwei Stadtteilen und einem Gewerbegebiet mit VDSL (FttC) aus Haushaltsmitteln und Erstellung eines NGA-Konzeptes für das Stadtgebiet
  • Stadt Meinerzhagen:
    FttC-Ausbau in zwei Bestandsgewerbegebieten mit RWP-Fördermitteln und in einem Erschließungsgebiet aus Budgetmitteln
  • Stadt Nettetal:
    Ausbau in Wohngebieten durch Herstelung der Rückkanalfähigkeit im Kabel-TV-Netz mit 150 Mbit/s und Erstellung eines Konzept zum Aufbau von FttB-Glasfaser-Anschlussnetzen in 8 Gewerbegebieten, Begleitung der Umsetzung bis zum Aufbau eines Joint-Ventures zum Netzbetrieb
  • Stadt Radevormwald:
    Ausbau in verschiedenen Wohngebieten durch Ausbau des Kabel-TV-Netzes und in einem Gewerbegebiet durch Eigenausbau eines Netzbetreibers mit Vectoring
  • Gemeinde Rheurdt:
    Ausbau in Bauernschaften und Teilen der Kerngemeinde nach dem FttC-Konzept durch Fördermittel und unter Nutzung oberirdischer Zuführung
  • Gemeinde Roetgen:
    Ausbau in einem Ortsteil unter Verlegung von Leerrohren zur Breitbandzuführung und in 2 weiteren Ortsteilen durch Fördermittel mit VDSL
  • Stadt Solingen:
    Erstellung eines NGA-Konzeptes, Aufrüstung des DSL-Netzes im Eigenausbau mit Vectoring und Umsetzungsbegleitung
  • Stadt Viersen:
    Ausbau in einem Bestandsgewerbegebietes und 2 neuen Gebieten im Eigenausbau mit Vectoring
  • Stadt Wegberg:
    Ausbau in 11 von 13 unterversorgten Ortsteilen durch Eigenausbau mit FttB Glasfaser-Anschlussnetzen und Eigenausbau mit Vectoring sowie durch FttC mittels Fördermitteln in 2 Ortsteilen

Bei der Vielzahl der Beispiele sollte ein passendes Vorbild zum Vorgehen für eine konkrete Anforderung finden lassen. Natürlich unterstützt STZ auch gerne bei entsprechenden Vorhaben.

Jürgen Kaack 30.07.2014, 08.43| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, NGA, Grundversorgung, NGA, VDSL, Vectoring, GAK, RWP, Glasfaser,

Checkliste zur Vertriebsoptimierung jetzt online verfügbar

Nach mehreren Anfragen habe ich mich entschlossen, die Checkliste zur Vertriebsoptimierung jetzt auch online zur Verfügung zu stellen. Obwohl die Checkliste schon vor einigen Jahren entstanden ist, sind die Inhalte immer noch aktuell, nur die Instrumente zur Umsetzung ändern sich im Laufe der Zeit. Die Checkliste findet sich auf meiner Homepage www.stz-consulting.de und hat dort nach der Neustrukturierung eine eigene Seite erhalten, zu finden unter diesem Link.

Meine Checkliste ist aus der eigenen Arbeit zur Steigerung von Effizienz und zur Erleichterung der Steuerung einer Vertriebsorganisation entstanden und hat auch in einigen Beratungsprojekten gute Dienste geleistet.

Jürgen Kaack 29.07.2014, 08.47| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Marketing, Vertrieb, Mittelstand, Management, Vertriebsoptimierung, Unternehmensplanung,

Warum die Marktkräfte alleine nicht zu Glasfaser-Hausanschlüssen führen

Im Telekommunikationsmarkt gibt es aufgrund der asymmetrischen Regulierung einen im Großen und Ganzen funktionierenden Wettbewerb. Alle Regelungen basieren auf den bekannten Technologien. Im Mobilfunk funktioniert der Wettbewerb seit Einführung der GSM-Netze Anfang der 90er Jahre und hier sind nur Eingriffe zur Wahrung der Kundeninteressen erforderlich, wie z.B. beim grenzüberschreitenden Roaming. Leitungsgebundene Anschlussnetze wie die Kupfer-Doppelader oder das Koaxialkabel werden von den etablierten Betreibern aufgrund der hohen Tiefbaukosten derzeit außer bei der Aufrüstung von bestehenden Anschlussnetzen (VDSL, Vectoring, Rückkanalfähigikeit von Kabel-TV Netzen) sowie in Neubaugebieten kaum verlegt. Daher ist die Regulierung des Wettbewerbs für die Nutzung der bestehenden Anschlussnetze in hohem Maße erforderlich.

Während der Wettbewerb bei NGA-Diensten noch gut funktioniert, versagt er bislang bei Glasfaser-Anschlussnetze. Aufgrund der hohen Investitionskosten für die Errichtung ist eine rein privatwirtschaftliche Umsetzung schwierig.
Zudem wächst das übertragene Datenvolumen mit Raten von ca. 20% p.a. Bedarf stetig über die Jahre hinweg an und macht den Umstieg auf Glasfaser-Hausanschlüsse in der Breite vermutlich in 10 bis 15 Jahren erforderlich. Die derzeitige Diskussion um Bandbreiten ist dabei allerdings nicht hilfreich, da derzeit keine Massenmarktdienste verfügbar sind, die über 100 Mbit/s erfordern würden.

Die für die Mehrzahl der derzeitigen Anforderungen in der Regel ausreichende Leistungen der DSL-Technologien und Kabel-Netze ergeben durch fehlende Akzeptanz und geringe Wechselbereitschaft bei den potentiellen Kunden ein erhebliches Handicap und Geschäftsrisiko für Betreiber neue Hochleistungsnetze. Trotzdem muss jetzt mit dem Bau der neuen Anschlussnetze begonnen werden, wenn Synergien zur Senkung der Kosten genutzt werden sollen und in 10 bis 15 Jahren bei weiter steigendem Bedarf neue Anschlüsse bis in den Gbit/s-Bereich zur Verfügung stehen.

Um einen flächendeckenden Ausbau zu stimulieren, ist ein Aufbruch der Wertschöpfungsketten insbesondere bei den traditionell vertikal integriert arbeitenden Netzbetreibern erforderlich. Das Geschäft mit passiver Infrastruktur folgt mit hohen Vorabinvestitionen und langen Amortisationszeiten anderen Geschäftsprinzipien als der aktive Netzbetrieb und der Dienstebetrieb. Im Unterschied zur bisherigen Infrastruktur ist zu erwarten, dass nicht einige wenige große Infrastrukturbetreiber den Aufbau übernehmen werden, wie dies in der Vergangenheit insbesondere durch die damals staatliche „graue“ Post für die Kupferdoppelader und das Kabel-TV Netz erfolgte, sondern viele regionale und mittelständisch aufgestellte Betreiber. Beim Ausbau der Infrastruktur können gerade kommunale Unternehmen, wie z.B. Stadtwerke eine wichtige Rolle spielen. Für diese Unternehmen gibt es eine enge Verwandtschaft zum Kerngeschäft mit Versorgungsnetzen und diejenigen Versorger, die Strom-Verteilnetze betreiben, benötigen in Zukunft für die zeitnahe Zählerfernablesung und die Steuerung von Energieerzeugern in Smart-Grids Datenleitungen zu jedem Haushalt.

Hohe Vorleistungskosten bei derzeit niedriger Kunden-Akzeptanz und lange Amortisationszeiten lassen Investoren zurückschrecken, obwohl zur Vermeidung hoher späterer Kosten jetzt mit dem Bau der neuen Anschlussnetze in der Fläche begonnen werden sollte.


Um unter diesen Randbedingungen das neue Geschäft mit passiven Anschlussnetzen zu entwickeln, kann die Politik maßgeblich unterstützen. Dabei ist es nicht erforderlich oder sinnvoll, das neue Anschlussnetz ähnlich wie das „alte“ Anschlussnetz der Kupferdoppelader durch den Staat oder ein Staatsunternehmen zu errichten. Vielmehr müssen Rahmenbedingungen und Planungssicherheit für potentielle Investoren geschaffen werden. Ganz ohne öffentliche Mittel und eine aktive Koordination wird der Infrastrukturaufbau aber nur sehr langsam und vermutlich oft auch ineffizient erfolgen. Öffentliche Mittel im Rahmen von Förderprogrammen können richtig eingesetzt nachhaltig unterstützend wirken. Offensichtlich ist, dass für den Aufbau eines nachhaltigen Anschlussnetzes eine Abkehr vom Grundsatz der Technologie-Neutralität erforderlich ist.

Jürgen Kaack 28.07.2014, 08.40| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Regulierung, Zuwendungen, Politik, Förderprogramme,

Über 3.000 Zugriffe auf meinen STZ-blog pro Tag!

Mein blog beschäftigt sich in erster Linie mit Themen, aus meinem Beratungsalltag, z.B. mit Fragen zur Unternehmensgründung, der Entwicklung von Geschäftsmodellen, der Einführung von Risikomanagement unf Vertriebskonzepten, in letzer Zeit schwerpunktmäßig mit dem Vorgehen beim Breitbandausbau und Breitband-Anwendungen bis zu Smart-City Lösungen. Damit ist das Themenspektrum zwar durchaus breit, über alle möglichen Themen aber doch vergleichsweise eingeschränkt, um nicht zu sagen exotisch.

Der STZ-blog besteht seit mittlerweile acht Jahren und die Zugriffszahlen haben sich von anfänglich niedrigen Werten kontinuierlich gesteigert. Im August 2012 gab es bereits 1.579 Besuche und 7.430 Zugriffe. Im Juni 2014 waren es 5.307 Besuche und 24.549 Zugriffe, eine Steigerung um
sagenhafte 236% bei den Besuchen und um 230% bei den Zugriffen! Die bislang höchsten Tageswerte wurden am 22.07.2014 erreicht mit 264 Besuchen und 3.225 Zugriffen, an einem einzigen Tag! Am diesem Tag wurden insgesamt 2.639 Seiten aufgerufen. Diese Werte liegen doch wesentlich höher, als ich es erwartet habe.

Offensichtlich gibt es doch mehr Interessenten für meine Themen und es freut mich, wenn die Texte Antworten oder Anregungen zu konkreten Fragestellungen geben. Andere Rückmeldungen erhält man als Autor auf die Erstellung von Fachtexten ja nur selten! Kommentare und Anregungen sind allerdings trotzdem immer willkommen.


Vielen Dank für das Interesse!

Jürgen Kaack 26.07.2014, 09.30| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Berateralltag | Tags: Beratung, Breitband, Management, Telekommunikation, Kooperationen, Geschäftsmodelle,

Neue Ansätze für nachhaltige Förderprogramme

Anstatt beim Breitbandausbau in unterversorgten Gebiten einzelne Netzbetreiber mit verlorenen Zuschüssen zur Deckung einer Wirtschaftlichkeitslücke zu unterstützen, sollte eine öffentliche Förderung auf Nachhaltigkeit beim Infrastrukturausbau ausgerichtet werden. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist die langfristige Verankerung der Zuständigkeit für Breitbandinfrastrukturen bei Kreis- und Kommunalverwaltungen. Die Zuständigkeit im Sinne der Daseinsvorsorge bedingt die Einrichtung von Breitbandbeauftragten zur dauerhaften Koordination und Steuerung der regionalen Ausbauaktivitäten. Dabei muss nicht in jeder Kommune ein Breitbandbeauftragter eingesetzt werden, interkommunale oder kreisweite Lösungen sind ebenfalls geeignet. Die Einrichtung von Personalstellen für die Breitbandkoordination bedingt zusätzliche Personalkosten, deren anteilige und zeitlich befristete Kompensation mithilfe von Fördermitteln den Kommunen die Umsetzung erleichtern könnte.

Langfristige Zukunftssicherheit bei weiter stark steigenden Datenvolumina schaffen letztlich nur Glasfaser-Anschlussnetze. Aufgrund der hohen Investitionskosten wirkt die Nutzung anderer Tiefbaumaßnahmen in hohem Maße kostensenkend. Die Nutzung von Synergien mit anderen Tiefbaumaßnahmen führt allerdings zu langen Zeiträumen für die Reaslisierung. Regionale Infrastruktur-Betreiber wie z.B. Stadtwerke könnten den Aufbau neuer Anschlussnetze in Ergänzung zu den Kernaufgaben übernehmen und dabei die gewohnt langen Amortisationszeiten für Versorgungsleitungen auch für Breitband-Anschlussnetze nutzen. Die rechtlichen Grundlagen für den Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen in „grauen“ oder „schwarzen“ NGA-Flecken (mehr als 30 Mbit/s im Downstream und mindestens zwei Anbieter mit eigener Infrastruktur) durch kommunale Institutionen müssen allerdings erst geschaffen werden, da weder die angepasste Bundesrahmenregelung Leerrohre noch die im Notifizierungsprozess befindliche NGA-Rahmenregelung diese Möglichkeit vorsehen.

Die Nutzung von Synergien mit anderen Tiefbaumaßnahmen setzt die Erstellung eines detaillierten Netzplans mit Trassenverläufen, Standorten für Glasfaser-Knoten, Schächten, Muffen und Anbindung an ein Backbone-Netz („Masterplan“) voraus. Anhand des Plans kann der Breitbandbeauftragte oder der Infrastrukturbetreiber entscheiden, ob und wie eine konkrete Tiefbaumaßnahme zur Netzerweiterung genutzt kann und welche Leerrohr-Systeme (z.B. Micro-Ducts) eingesetzt werden. Da auch die Kosten für die Erstellung eines flächendeckenden Netzplans nicht unerheblich sind, können diese für Kreise und Kommunen eine Hemmschwelle darstellen. Auch für diese Maßnahme könnte eine anteilige Kostenübernahme im Rahmen eines Förderprogramms Barrieren senken. In diesem Fall sollte aber vor Bewilligung von Fördermitteln ein schlüssiges Geschäftsmodell vorliegen und ein Betreiber der passiven Anschluss-Infrastruktur identifiziert worden sein.

Sofern bereits ein privatwirtschaftlich aufgestellter Infrastrukturbetreiber tätig geworden ist oder für die Übernahme der Aufgabe gewonnen wurde, kann die Erstellung eines Netzplans durch diesen erfolgen. Um den Einsatz öffentlicher (Förder)-Mittel niedrig zu halten, kann vor Beauftragung einer Netzplanung nach einem privatwirtschaftlichen Infrastruktur-Betreiber gesucht werden. Unter Umständen kann der Betrieb eines Glasfaser-Anschlussnetzes in einer Region mit Auflagen langfristig in Form einer Konzession ausgeschrieben und vergeben werden, so dass Umnternehmen einen Anreiz und Planungssicherheit erhalten.

Die Einsetzung von Breitbandbeauftragten und die Erstellung von Netz-Plänen für ein Anschlussnetz gehören eng zusammen und können im Verbund für die betreffende Region nachhaltige Zukunftssicherheit auf einer finanzierbaren Basis ermöglichen.

Jürgen Kaack 25.07.2014, 08.44| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe,

Glasfaser-Hausanschlüsse von Stadtwerken ohne Rechtsgrundlage?

Deutschland braucht mittelfristig flächendeckend Glasfaser-Hausanschlüsse! In diesem Punkt sind sich die meisten Experten einig. Einigkeit besteht auch darin, dass die Investitionen in neue Anschlussnetze bedingt durch die erheblichen Tiefbauarbeiten sehr hoch sind. Vor diesem Hintergrund ist es wirtschaftlich sinnvoll, dass unter Nutzung von Synergien zu allen in Wohnbereichen durchgeführten Tiefbauarbeiten Leerrohrnetze bis zum Hausanschluss mitverlegt werden. Dies fordere ich schon seit Jahren und bin in diesem Punkt auch nicht alleine.

Die neuen Anschlussnetze werden wohl nicht mehr wie die bestehenden Kupfernetze durch öffentliche Unternehmen ("graue Post") oder durch wenige große Telekommunikationsunternehmen gebaut, sondern durch viele regional agierende Infrastrukturbetreiber. Aus meiner Sicht sind Stadtwerke und regionale Versorgungsunternehmen eine wichtige, wenn nicht die tragende Säule beim Bau neuer Anschlussnetze!

Stadtwerke als kommunale Unternehmen unterliegen dem europäischen Beihilferecht und sind daher nicht frei in der Betätigung außerhalb ihres Kerngeschäftes. Für den Bau von Telekommunikationsnetzen relevant ist derzeit insbesondere die "angepasste Bundesrahmenregelung Leerrohre" und später nach der Notifizierung die "NGA-Rahmenregelung". Beide Regelungen erlauben unter bestimmten Bedingungen die Errichtung von Telekommunikationsnetzen durch Kommunen und kommunale Unternehmen. Eine Voraussetzung ist, dass es sich bei dem geplanten Versorgungsgebiet nicht um sogenannte "graue" oder "schwarze" NGA-Flecken handelt (Gebiete mit heute mehrheitlich mindestens 30 Mbit/s und einem oder mehreren Infrastrukturbetreibern).

Bei dieser Regelung fallen alle heute mit Kabelnetzen, VDSL-50 und zukünftig mit "Vectoring" (VDSL2) versorgten Gebiete heraus. Damit sind schon heute über 70% aller Anschlüsse nicht mehr zugänglich und nach Abschluss der Ausbauarbeiten mit "Vectoring" werden es wohl an 90% werden. Für die Errichtung der Glasfaser-Anschlussnetze bleiben damit für Stadtwerke und andere kommunale Institutionen knapp 10% der Haushalte in Randlagen und nicht zusammenhängenden Weilern. Für diese verbleibenden Gebiete alleine wird ein Ausbau mit Glasfaser-Hausanschlüssen auch auf sehr lange Sicht nicht wirtschaftlich sein!

Die Alternative zur Erlangung einer Genehmigung über einen Privat-Investor-Test wird für viele Stadtwerke kaum gangbar sein. Es bleibt also, entweder auf den Bau von Glasfaser-Anschlüssen in Deutschland zu verzichten, sie direkt durch den Staat mit öffentlichen Mitteln zu errichten oder Umgehungslösungen zu nutzen, z.B. indem die Stadtwerke neue Anschlussnetze als Netze zur Zählerfernablesung bzw. zur Steuerung von Smart-Grid-Netzen umdeklarieren. Im Hinblick auf die zwar regelmäßig übertragenen, aber sehr geringen Datenemengen zur Steuerung eines Smart-Grid Energienetzes reichen auch Mobilfunklösungen und die Begründung für den Ausbau neuer flächendeckender Anschlussnetze erscheint fadenscheinig.

Kann diese Situation von der Poltik gewollt sein? Aus meiner Sicht besteht dringender Handlungsbedarf sowohl bei der Bundesregierung als auch in den Ländern. Andernfalls dürften wir in 10 Jahren vor einer vergleichbaren Situation stehen wie 2007 im Hinblick auf die Grundversorgung mit 2 Mbit/s!

Jürgen Kaack 24.07.2014, 08.47| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Vectoring, Kabelnetz, Beihilfe, Stadtwerke, EVU, Rahmenregelung Leerrohre,

Förderung für die Grundversorgung beenden

Im Hinblick auf den erreichten Stand des Breitband-Ausbaus verbleiben Mitte 2014 nur kleinere Siedlungen und Ortsteilen sowie Einzelgehöfte unterversorgt mit Bandbreiten von weniger als 2 Mbit/s . Vermutlich liegt die Rate der unterversorgten Anschlüsse aktuell im Bereich von 2 bis 5% und die unterversorgten Gebiete können mit den herkömmlichen Methoden oft nur zu unangemessen hohen Kosten eine bessere Versorgung erhalten. Selbst Möglichkeiten einer Versorgung mit alternativen Technologien sollten in diesen Gebieten inzwischen überprüft worden sein.

Da beim Vectoring-Ausbau nicht die Wirtschaftlichkeit einzelner Kabelverzweiger zugrunde gelegt wird, sondern diejenige eine kompletten Anschlussbereiches, können unter Umständen solche Gebiete von einem Vectoring-Ausbau profitieren, so dass sich Eigeninitiative der Kommune lohnen kann. Da ein Vectoring-Ausbau aber nicht zuwendungsfähig ist, berührt selbst eine solche Möglichkeit zur Verbeserung der Versorgung die Frage nach Förderprogrammen in keiner Weise. Kommen weder ein Vectoring-Ausbau noch ein Ausbau unter Nutzung alternativer Technologien in Betracht, verbleibt die fast überall in Deutschland verfügbare Breitband-Versorgung via Satelliten mit meist bis zu 20 Mbit/s (ohne Kanalbündelung), so dass sich die Frage stellt, ob eine Förderung zur Sicherstellung der Grundversorgung überhaupt noch sinnvoll ist. Rational betrachtet sollte diese Art der Förderung eingestellt werden.

Jürgen Kaack 23.07.2014, 09.26| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe, NGA,

Förderprogramme verhindern Vectoring-Aufrüstung

Da Vectoring aufgrund des nur bedingt gegebenen offenen Netzzugangs („Open-Access“) bislang und mit Recht nicht zuwendungsfähig ist, dürfen mit Fördermitteln ausgebaute Gebiete während der 7-jährigen Bindefrist nicht von VDSL auf Vectoring aufgerüstet werden. Ob der verbleibende, nicht mit Fördermitteln ausgebaute Teil eines Anschlussbereichs dann von dem Netzbetreiber auf Vectoring hochgerüstet wird oder überhaupt aufgerüstet werden kann, ist noch offen. Die Erfahrungen aus ersten Vorhaben sprechen eher dafür, dass die betroffenen Anschlussgebiete bis zum Ablauf der Zweckmittelbindung warten müssen.

So könnte es sein, dass mit Fördermitteln ausgebaute Gebiete bei der Nutzung des technischen Fortschritts während der Zweckmittelbindefrist von 7 oder 14 Jahren zunächst draußen vor bleiben. In diesem Sinne bremsen bewilligte Fördermittel die nachhaltige Weiterentwicklung bereits ausgebauter Gebiete und die Verbesserung von Nachbargebieten im gleichen Vorwahlbereich. Volkswirtschaftlich kann dies nicht sinnvoll sein, rechtlich aber eine Konsequenz des Einsatzes von Fördermitteln.

Jürgen Kaack 22.07.2014, 09.23| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe,

STZ-Homepage gründlich überarbeitet

Die Homepage von STZ-Consulting ist nach gründlicher Überarbeitung und Aktualisierung mit neuen Seiten, Inhalten und Funktionalitäten fertig. Ich hoffe, der Informationsgehalt und die Übersichtlichkeit sind ein bisschen nutzerfreundlicher geworden, obwohl der Umfang der Informationen noch zugenommen hat.

Ich freue mich auf Rückmeldungen, entweder hier über die Kommentarfunktion, auf der Homepage über das Kontaktformular oder auch durch Teilen über die sozialen Netzwerke mithilfe der eingebundenen Verweise.

Jürgen Kaack 21.07.2014, 10.54| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Berateralltag | Tags: PR, Beratung, Homepage,

Grenzwerte für die Bandbreite sind immer falsch

Ein Förderprogramm, das in einem dynamischen Markt mit jährlichen Wachstumsraten von ca. 20% beim übertragenen Datenvolumen Grenzwerte für die Unterversorgung setzt, ist schon bei der Verabschiedung eines Grenzwertes tendenziell veraltet. Die Unterversorgungsgrenze von 2 Mbit/s war vor sechs Jahren noch gerade passend, heute ist sie es sicher nicht mehr. Aber auch eine derzeit diskutierte Erhöhung von 2 auf 6 Mbit/s löst das zugrunde liegende Problem nicht.

Die Grenzwerte schaffen fast automatisch Unzufriedenheit und Ungerechtigkeit in nicht ausgebauten Nachbar-Ortsteilen. Wenn es gelingt, in einem unterversorgten Gebiet einen Ausbau mit Werte oberhalb von 50 Mbit/s umzusetzen, verbleiben recht häufig benachbarte Gebiete mit 3 Mbit/s (oder in Zukunft 7 Mbit/s), die fast genauso schlecht versorgt sind. Die Internetnutzung mit einem 3 Mbit/s-Anschluss ist ebensowenig effizient wie mit einem 2 Mbit/s-Anschluss. Nur gibt es für den Ausbau in diesen Gebieten eben keine Fördermittel aus den EU-Gemeinschaftsaufgaben. Vor Verabschiedung der noch zu notifizierenden NGA-Rahmenregelung gibt es in diesen Fällen heute nicht mal eine rechtliche Grundlage für Kommunen, unter Einsatz von Haushaltsmitteln eine Deckungslücke für einen Ausbau als Zuwendung an einen Netzbetreiber zu gewähren. Auf der Grundlage der NGA-Rahmenregelung sind Gebiete mit weniger als 30 Mbit/s „weiße“ NGA-Flecken und Kommunen dürfen unter Einsatz eigener Mittel tätig werden und Zuwendungen an Netzbetreiber als Beihilfen gewähren.

Einige Bundesländer wie Hessen und Bayern haben im Rahmen von Notifizierungsverfahren Förderprogramme für den Ausbau mit NGA-Lösungen eingeführt, sofern die derzeitige Versorgung unter der NGA-Grenze von 30 Mbit/s liegt. Andere Bundesländer, wie z.B. NRW lassen die Kommunen mit diesem Problem bislang alleine. Mit Grenzwerten für die Versorgung bleibt die Förderung eine eher punktuell als flächig wirkende Maßnahme und löst nicht die Anforderungen an einen nachhaltigen und zukunftssicheren Ausbau.

Jürgen Kaack 21.07.2014, 09.17| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe, NGA,

Was den Leser interessiert ...

Seit über 10 Jahren erstelle ich in unregelmäßigen Abständen Texte zu Studien, Fachthemen schreibe Kommentare zu aktuellen Entwicklungen. Mittlerweile sind es deutlich über 200 Artikel geworden, die die Breite der beruflichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus Beratungsprojekten abdecken. Neben den Einträgen in diesem blog und bei verschiedenen Social-Media-Portalen sind so im Durchschnitt 1 bis 2 größere Texte im Monat entstanden.

Thematisch deckt dies ein Spektrum von allgemeinen Themen zur Unternehmensgründung und -führung bis zur Nachfolgeregelung, Strategieentwicklung, Marketing und Produkteinführung, Vertrieb und Kundenbindung. Auf der Marktseite liegt der Schwerpunkt im Telekommunikationssektor und in den letzten Jahren insbesondere bei Internetthemen mit Breitbandinfrastruktur und innovativen Anwendungen.

Welche der abgedeckten Themen und Inhalte interessieren den Leser aber tatsächlich? Neben einzelner Rückmeldung gibt es nur wenig struklturiertes Feedback. Seit fast 10 Jahren veröffentliche ich Texte u.a. auf dem Portal "MittelstandsWiki", da die Zusammenarbeit hier immer sehr konstruktiv und effizient funktioniert. Dafür möchte ich den Beteiligten auch an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich danken!

Durch Zufall habe ich gesehen, dass
vier meiner Texte unter den Top 10 der Beiträge "gelandet" sind:

Die Überschriften stammen vom Lektorat, meine Vorschläge waren doch vergleichsweise einfallsloser! Es ist eine ermunternde Rückmeldung, wenn man als Autor auf diesem Wege erfährt, dass die "mühsam" erstellten Texte auf Interesse stoßen. Eigentlich ist es kein Wunder, dass gerade die Texte zu Marketing und Vertrieb auf den vorderen Plätzen des Leserinteresses landen. Die doch auf eine kleinere Zielgruppe ausgerichteten Texte zu Telekommunikationsfragen und insbesondere zu Breitbandthemen finden offensichtlich (noch) nicht den breiten Zuspruch. Dabei wäre es gerade bei diesen Themen von Vorteil, wenn sich breitere Teile der Bevölkerung mit den Problemstellungen auseinandersetzen und entsprechenden Druck auf die politischen Vertreter ausüben, damit über nachhaltige GbIt/s-Anschlüsse nicht nur geredet wird. Dies ist aber als ein langfristiger Prozess zu betrachten.

Eine Übersicht über meine Veröffentlichungen findet sich mit Links auf meiner Homepage auf der Seite "Veröffentlichungen". Hier sind neben den aktuellen auch eine Reihe von älteren Texten aufgeführt, sofern ich deren Inhalte noch nützlich und mit aktuellem Bezug nutzbar ansehe. In dieser Auflistung finden sich natürlich auch die vier obigen Beiträge aus der Top 10 vom MittelstandsWiki, die alle vier schon vor einigen Jahren entstanden sind.

Jürgen Kaack 20.07.2014, 12.30| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Berateralltag | Tags: Veröffentlichungen, PR, Beratung, Studien, Fachartikel,

Bürokratie und Erfolgsrisiken für Breitband-Förderprojekte

Die Durchführung dvon Förderprojekten mit dem Ziel der Stellung eines Förderantrags ist aufwändig und überfordert oft die Verwaltungen, die bislang keine Zuständigkeit für Breitbandinfrastrukturen haben und daher auch kein Personal. So werden oft zusätzlich externe Berater benötigt, deren Kosten teilweise auch wieder über einen Förderantrag finanziell erstattet werden können.

Bei den EU-Förderprogrammen wird zunächst eine Befragung bei Haushalten und Unternehmen gefordert, um den vorhandenen Bedarf an schnelleren Internetzugängen zu bestätigen. Dabei ist es grundsätzlich unstrittig, dass öffentliche Mittel nur bei tatsächlich vorhandenem Bedarf eingesetzt werden. Gerade im Breitbandbereich kann der Bedarf aber verlässlich aus der vorhandenen Versorgungslage hochgerechnet werden, gegebenenfalls verfeinert mit Angaben zur jeweiligen Bevölkerungs- oder Betriebsstruktur.

Im Durchnschnitt nutzen über 75% der Bevölkerung in Deutschland das Internet, 58% der Anschlüsse verfügen hierfür über einen Breitbandanschluss mit mehr als 2 Mbit/s und geschätzte 20% der Anschlüsse (in entsprechend gut versorgten Gebieten) mit mindestens 25 Mbit/s. Es müssten schon besondere Bedingungen gegeben sein, damit die (repräsentativen) Werte für eine spezifische Kommune erheblich von den Durchschnitten abweichen. Selbst breit angelegte Befragungsaktionen, die mit guter Kommunikation vorbereitet und unterstützt werden, erreichen aber nur sehr selten repräsentative Werte, so dass die Ergebnisse kaum als Grundlage eines Geschäftsplans geeignet sind. Da die Antworten in den Fragebögen teilweise annonym und auf jeden Fall unverbindlich sind, ist der Wert der Befragungsergebnisse an sich schon mehr als fraglich. Gleichzeitig bereitet die Durchführung einer flächendeckenden Befragung zusätzlichen finanziellen wie auch personnellen Aufwand und weckt Erwartungen bei den Befragten, die nicht in jedem Fall zeitnah befriedigt werden können.

Die Unterlagen für einen Förderantrag sind insgesamt recht umfangreich und umfassen nicht selten mehrere Aktenordner. Umfang und Komplexität bedingen oft Nachfragen und eventuell Nacharbeiten, die Zusatzaufwand erzeugen. Die gründliche Prüfung durch den Fördergeber hat allerdings für die Kommunen den positiven Effekt, dass Verstöße gegen das Beihilfe- oder Vergaberecht mit größerer Sicherheit im Vorfeld erkannt und spätere negative Auswirkungen oder gar eine Rückabwicklung weitgehend vermieden werden können.

Neben dem Aufwand mit der Durchführung von Förderprojekten bleibt für die Kommunen das zwar vergleichsweise geringe Risiko einer Bewilligung, aber die reale Unsicherheit, wann ein Förderbescheid ergeht und wann ein Ausbau abgeschlossen wird. Eine Reihe von Vorhaben, die im Sommer 2013 abgeschlossen wurden, wartet Mitte 2014 aufgrund fehlender Budgets bei den Fördergebern noch auf den Förderbescheid. Bindefristen in den Angeboten sind in der Regel nicht länger als 6 Monate, daher sind zwischenzeitlich Verlängerungen mit dem anbietenden Netzbetreiber auszuhandeln. Diese können gewährt werden oder eben nicht. Falls die Bindefristen nicht ohne Neukalkulation verlängert werden und die Kalkulkation zu höheren Deckungslücken führt, muss in vielen Fällen das Auswahlverfahren erneut durchgeführt werden. Es kann über einen so langen Zeitraum auch Teilausbauten von Netzbetreibern in den ausgeschriebenen Gebieten geben, die wiederum eine erneute Durchführung des Auswahlverfahrens erforderlich machen.

 

 

Jürgen Kaack 19.07.2014, 09.16| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe,

Politik kann und sollte den Glasfaserausbau stärken

Der Breitbandmarkt ist weiterhin hoch dynamisch und im letzten Jahr hat die Einführung von Vectoring zu erheblichen Veränderungen in den Geschäftsmodellen geführt, die nicht schwerpunktmäßig im technischen Bereich liegen. Bei allen unbestrittenen Vorteilen bleibt Vectoring eine Brückentechnologie, die allerdings etwas mehr Zeit verschafft für den Aufbau von flächendeckenden Glasfaser-Netzen. Mehr Zeit kann bei konsequenter Nutzung von Synergien gleichbedeutend sein mit niedrigeren Kosten!

Damit ein flächendeckender Aufbau trotz der erschwerten Marktbedingungen in größerem Umfang in Angriff genommen wird, bedarf es auch der Unterstützung durch die Politik. Fördermittel sind dabei zwar nicht unwichtig, aber auch nicht von zentraler Bedeutung. In einem Artikel habe ich die aus meiner Sicht wichtigsten 9 Punkte zusammengetragen:

  1. Flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser-Hausanschlüssen als Ziel mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren formulieren und kommunizieren;
  2. Glasfasernetze als eigenständige Infrastruktur neben den NGA-Netzen etablieren;
  3. Schaffung von rechtlichen Grundlagen zum Aufbau in "schwarzen" NGA-Flecken durch Kommunen und kommunale Unternehmen;
  4. Schaffung von Investitionssicherheit für Infrastrukturbetreiber;
  5. Ausschreibung des Netzaufbaus in Form langlaufender Konzessionen als Option prüfen;
  6. Neue Förderprogramme aufsetzen zum nachhaltigen Ausbau in der Fläche anstatt punktueller Verbesserungen auf der Basis verlorener Zuschüsse an Betreiber;
  7. Finanzierungsangebote für Infrastrukturaufbau mit Landesbürgschaften absichern;
  8. Entwicklung verbindlicher Normen für die Verlegung in geringerer Verlegetiefe und
  9. Förderung interkommunaler oder kreisweiter Aktivitäten.
Die Glasfaser-Anschlussnetze von morgen werden voraussichtlich nicht von wenigen großen Netzbetreibern aufgebaut wie die Kupferdoppelader-Netze und das Koaxialkabel in der Vergangenheit. Vielmehr werden regionale Betreiber (privatwirtschaftliche Betreiber, Stadtwerke und Versorgungsunternehmen oder andere kommunale Institutionen) diesen Ausbau übernehmen. Für diese ist es aber wichtig, die richtigen Voraussetzungen anzutreffen. Hierbei kann die Politik mit den oben beschriebenen Maßnahmen unterstützten.

Jürgen Kaack 18.07.2014, 08.36| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, Glasfaser, FttB, FttH, Partnerschaften, Masterplan, ,

Billig statt nachhaltig in der Breitbandförderung

Die Förderprogramme zur Sicherstellung der Grundversorgung aus den EU-Gemeinschaftsaufgaben geben für den Vergleich mehrerer Angebote Kriterien und ihre Wichtung vor, die nur bedingt Interpretations-Spielraum einräumen. Die größte Bedeutung bekommt die Höhe der Deckungslücke zu mit einer Wichtung von 45%!

Zwar soll der Fokus richtigerweise auf der Auswahl des wirtschaftlichsten Angebotes liegen. Da aber die Minimalanforderungen für die Grundversorgung niedrig sind, erhält die Deckungslücke eine dominante Bedeutung. Nachhaltige Lösungen können bei der Errichtung höhere Investitionen bedingen, z.B. wenn Tiefbauarbeiten zur Verlegung von Glasfasertrassen erforderlich sind. Eine andere Möglichkeit zur Senkung der Deckungslücke sind vergleichsweise hohe monatliche Kosten für potenzielle Kunden. Diese finden dann eine geringere Akzeptanz und ermöglichen auch nicht die gewünschten Nutzungsergebnisse.

Im Einzelfall kann die überhöhte Gewichtung der Deckungslücke bedeuten, dass ein Angebot zum Ausbau ohne Deckungslücke einem nachhaltigen Ausbau unter Verlegung von neuen Infrastrukturen vorzuziehen ist, selbst wenn Performance-Werte, geringe Ausbaumöglichkeiten und schlechte Kundenkondition eneindeutig dagegen sprechen. Dies spricht nicht gegen alternative Technologie, die im Technologiemix weiterhin ihre Berechtigung haben, wenn niedrige Kundenpotenziale, lange Anlauflängen, schwierige Topographie oder niedrige Besiedlungsdichte einen leitungsgebundenen Ausbau unwirtschafltich bzw. Deckungslücken unverhältnismäßig hoch ausfallen lassen. Diese Technologien kommen in diesen Fällen aber auch zum Zug, wenn die generellen Auswahlkritierien eine höhere Wichtung auf Nachhaltigkeit legen.

Jürgen Kaack 17.07.2014, 08.35| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Grundversorgung, NGA-Rahmenregelung,

Förderkulissen für Breitbandförderung sind ungerecht

Für die Erlangung von Fördermitteln ist von Kommunen eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen. Eine davon ist die Lage des betreffenden Gebietes in einer vorgegebenen Förderkulisse und somit durch eine Kommune nicht beeinflußbar. Ballungsgebiete und Ihre Randbereiche sind regelmäßig von einer Förderung ausgenommen. Dabei ist die Versorgung in diesen Regionen zum Teil ebenso schlecht wie in rein ländlichen Gebieten und auch Besiedlungsstrukturen unterscheiden sich nicht grundsätzlich. Für den Nutzer ist es natürlich unerheblich, ob er mit DSL-light am Rande eines Ballungsgebietes kein Internet nutzen kann oder in ländlicher Umgebung. Die regelmäßige Nutzung eines Internet-Cafes in der Innenstadt stellt für beide Nutzer keine Lösung dar.

In Hessen hatte man dieses Problem frühzeitig erkannt und die Landesregierung hat mithilfe einer generell abstrakten Notifizierung bei der EU die Fördermöglichkeit auf alle unterversorgten Gebiete ausgeweitet, die die sonstigen Voraussetzungen an die Unterversorgung erfüllen.

In NRW konnten so unter anderem die Städte Kaarst und Solingen keine Fördermittel nutzen, obwohl signifkante Teile im Stadtgebiet unterversorgt waren und in ihrer Siedlungsstruktur durchaus ländlich geprägt. Kaarst hat die Deckungslücke für den Breitbandausbau schließlich vollständig aus Haushaltsmitteln finanziert. Solingen musste warten, bis die Planung der Telekom einen Vectoring-Ausbau für große Teile der Stadt ohne Zuwendungen ermöglichte. In Hessen lag Bad Homburg zunächst ebenfalls nicht in der Förderkulisse für den Breitbandausbau. Nach der Notifizierung konnte der unterversorgte Stadtteil Ober-Erlenbach dann aber erfolgreich und unter Nutzung von Fördermitteln ausgebaut werden.

Da Gewerbegebiete in vielen Fällen am Rande der Siedlungskerne liegen, sind oft Anlaufwege lang und somit die Internetgeschwindigkeit gering. Gewerbegebiete sind im Hinblick auf eine mögliche Förderung ebenfalls von der Lage in einer Förderkulisse für RWP oder GRW-Programm abhängig. Nicht wenige Kommunen haben notgedrungen den Ausbau ihrer Gewerbegebiete ohne Nutzung von Förderprogrammen aus Haushaltsmitteln vorgenommen.

Jürgen Kaack 16.07.2014, 08.42| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Grundversorgung, NGA-Rahmenregelung,

Offene Fragen zum Einsatz der Vectoring-Technologie

"Vectoring" (VDSL2) als Weiterentwicklung der bewährten VDSL-Technologie verspricht erhebliche Vorteile im Hinblick auf deutlich höhere Leitungswerte im Up- und Downstream mit maximal 40 bzw. 100 Mbit/s. Aufgrund der veränderten Geschäftssystematik mit Betrachtung ganzer Anschlussbereiche werden auch Randbereiche von Siedlungen von einem Ausbau profitieren. In Verbindung mit "Vectoring" bleiben aber sowohl aufgrund der fehlenden Zuwendungsfähigkeit und des veränderten Geschäftsmodells einige Fragen offen:
  • Welchen Einfluss können Kommunen und Kreise aufgrund der fehlenden Zuwendungsfähigkeit überhaupt noch auf Ausbaupläne nehmen, oder steht in Verbindung mit Vectoring der Aspekt der Daseins-Vorsorge völlig zurück hinter betriebswirtschaftlichen Entscheidungen?
  • Welche Auswirkungen auf Kundenakzeptanz und Wettbewerbsangebote werden sich im Markt aufgrund des bei Vectoring auf Bitstream reduzierten Netzzugangs ergeben im Vergleich zur bisher möglichen KVz-Kollokation?
  • Wird die Einschränkung des offenen Netzzugangs zur Stärkung der marktbeherrschenden Unternehmen auf Kosten der alternativen Anbieter führen?
  • Wie wird sich der Vectoring-Effekt unter Last bei zahlreichen gleichzeitigen Nutzern verhalten?
  • Wie bewähren sich in der Praxis die POTS-Portkarten für Umwandlung von IP- in rein analoge Anschlüsse, die auch nach Abschaltung der analogen Netze eine Service-Erbringung für reine Telefoniekunden mit alten Telefongeräten sicherstellen sollen?
  • Wann können Kommunen von einer Aufrüstung mit Vectoring profitieren, falls bereits ein DSL-(Teil)-Ausbau unter Nutzung von Fördermitteln erfolgt ist, wird eine Aufrüstung möglicherweise erst nach Ablauf der Zweckmittelbindung erfolgen?
  • Ist zukünftig die Kommune im Vorteil, die mit Zuwendungen zur Kompensation von Deckungslücken einen Ausbau anstrebt, oder eher diejenige, die abwartet bis ein Betreiber einen Vectoring-Ausbau ohne Zuwendungen vornimmt?
  • Werden nach einem geförderten Teilausbau in einem Anschlussbereich verbleibende Gebiete zeitnah mit Vectoring aufgerüstet oder bleiben diese bis zum Ablauf der Zweckmittelbindung unberücksichtigt?
  • Wird das "Windhundprinzip" für die Reservierung von KVz-Standorten zu einem "Cherry-Picking" der Standorte führen?
  •  Können möglicherweise durch Sicherung kleiner, aber wichtiger Teile eines Anschlussbereiches Wettbewerber aus einer Kommune ferngehalten werden?
  • Welcher Versorgungsgrad mit NGA-Werten wird bis 2018 in der Fläche tatsächlich erreicht und was geschieht mit den relativ gesehen dann noch weiter zurückfallenden nicht aufgerüsteten Gebieten?
  • Wie stellt die Politik die Erreichung der Ausbauziele vor dem Hintergund sicher, dass der Vectoring-Ausbau ausschließlich von Strategien der Netzbetreiber abhängt und Strategien jederzeit geändert werden können (wie z.B. bei dem zwischenzeitlich verworfenen Ziel von 2010 zum Ausbau von 10 % der Haushalte in Deutschland mit Glasfaser-Hausanschlüssen bis 2012)?
  • Wird Vectoring das Problem der "digitalen Spaltung" möglicherweise verschärfen?
  • Was wird unternommen, um trotz eines Vectoring-Ausbaus den Aufbau von nachhaltigen Glasfaser-Anschlussnetzen zu ermöglichen?
Die Beantwortung der Fragen mit stimmigen Konzepten und die Auftstellung einer geschlossenen Breitband-Strategie wird letztlich entscheiden, ob langfristig in der Gesamtwirkung die unbestrittenen Vorteile der Vectoring-Technologie überwiegen werden oder die ebenfalls vorhandenen Nachteile.   

Jürgen Kaack 09.07.2014, 09.24| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, Beihilfe,

Förderung von Breitband-Vorhaben nicht effizient

Viele Kommunen haben in den letzten Jahren die Möglichkeiten zur Finanzierung von Breitbandvorhaben mithilfe von EU-Förderprogrammen genutzt, so dass Mitte 2014  nur noch geschätzte 5 bis 10% aller Anschlüsse in Deutschland unterversorgt sind. In Zeiten klammer Haushalte haben Zuschüsse aus den Förderprogrammen den Ausbau beschleunigt. Aber Förderprogramme unterliegen aufgrund der notwendigen Kriterien für eine Förderbewilligung einem engen Korsett.

Die Nutzung von Förderprogrammen bedeutet nicht nur einen hohen Aufwand für den Antragsteller, sie schafft Ungerechtigkeiten und bringt im Ergebnis nicht zwangsläufig nachhaltige Lösungen. Zu den Kritikpunkten an den Förderprogrammen:
  • die Begrenzung auf Förderkulissen schaft unberechntigte Ungerechtigkeiten;
  • Förderprogramme mit Unterversorgungsgrenzen hinken der Entwicklung von Technoplogie und Bedarf immer hinterher;
  • die Erstellung eines Förderantrags ist aufwändig, brüokratisch und langwierig;
  • eine ausgeprägte Wichtung des Kriteriums "Deckungslücke" bevorzugt billige vor nachhaltigen Lösungen;
  • lange Bearbeitungszeiten bis zur Förderbewilligung passen nicht zu den Bindefristen in den Angeboten und reduzieren Planungssicherheit für Kommunen und Netzbetreiber;
  • bewilligte Fördervorhaben sind vom technischen Fortschritt während der Zweckmittel-Bindefrist abgeschnitten;
  • Teilausbauten mit Fördermitteln in einem Anschlussbereich behindert den weiteren Ausbau mit Vectoring-Technologie.
Im Hinblick auf den Einsatz öffentlicher Mittel sind eindeutige Regeln erforderlich, um einen Mißbrauch zu verhindern, und für die Grundversorgung haben diese mehr oder weniger gut funktioniert. Für den Ausbau mit NGA-Netzen sind sie nicht geeignet. Da die verbleibenden unterversorgten Gebiete aufgrund der Siedlungsstruktur und ihrer Lage kaum für eine wirtschaftlichen Ausbau geeignet sind, sollte die Förderung für die Grundversorgung mit 2 Mbit/s eingestellt werden.

Für NGA-Netze benötigt man andere, nachhaltig wirkende Förderinstrumente. In einem Artikel von Dr. Kaack sind die Resrtriktionen der bestehenden Förderprogramme ausgeführt und ein Vorschlag für alternative Förderprinzipien erläutert.

Jürgen Kaack 08.07.2014, 10.04| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, Beihilfe,

Nur Glasfaser schafft Nachhaltigkeit

Durch den Ausbau der Kabel- und Kupferdoppeladernetze z.B. unter Nutzung von Vectoring (VDSL2) wird ein guter Zwischenstand erreicht mit Zugangs-Geschwindigkeiten, die deutlich über den bisherigen Versorgungs-Werten liegen und den durchschnittlichen Breitband-Bedarf für die nächsten 5 bis 10 Jahre voraussichtlich gut decken werden. Allerdings steigt das übertragene Datenvolumen seit Jahren ständig an, in Deutschland aktuell um jährlich 18 %. Gleichzeitig erfordern neue Anwendungen schnellere Zugänge und Cloud-Lösungen für Betriebe und Haushalte funktionieren am besten mit schnellen Upstream-Anschlüssen. Langfristig führt somit nichts an Glasfaser-Hausanschlüssen vorbei, die nahezu unbegrenzte Datenmengen fast verlustfrei transportieren können. Kein Medium ermöglicht physikalisch eine schnellere Übertragung als das Licht.

Keine andere Breitband-Technologie außer dem Kabelnetz ist allerdings mit so hohen Investitionskosten bei der Verlegung verbunden, da zum Netzaufbau von dem Glasknoten zu jedem Haushalt eine durchgehende optische Verbindung hergestellt werden muss. Glasfaser-Anschlussnetze benötigen hierzu eine aus Microduct-Leerrohren bestehende Infrastruktur. Aufgrund der hiermit verbundenen Investitionskosten kann der Aufbau nur über Jahre verteilt und möglichst gemeinsam mit anderen Tiefbaumaßnahmen erfolgen.  Aufgrund der regional sehr unterschiedlichen Voraussetzungen im Hinblick auf vorhandene Infrastrukturen, Topographie, Bodenklasse, Bevölkerungs- und Siedlungsstruktur sowie potenziellen Infrastrukturbetreibern (z.B. Stadtwerke) sind individuelle Geschäftspläne und Planungen zu erstellen (Studie von Dr. Kaack aus dem Frühjahr 2014).

Der Vectoring-Ausbau und die bestehenden Kabelnetze mit ihren hohen Leistungen verschaffen den Kommunen als Brücken-Technologien die notwendige Zeit, um den Netzaufbau unter Nutzung von allen möglichen Synergien zu bewältigen. Bei einer frühzeitigen Planung und einem zügigen Beginn der Umsetzung kann über einen Zeitraum von ca. 15 Jahren fast überall ein geschlossenes Netz geschaffen werden. Das könnte dann auch der richtige Zeitpunkt für einen Umstieg auf Glasfaser-Hausanschlüsse sein.

Jürgen Kaack 30.06.2014, 08.59| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Innovation, Take-up Rate, Zahlungsbereitschaft,

Studie zu Vectoring als Breitband-Technlogie

Breitband-Ausbau mit Vectoring: was sind die Vorteile, wo liegen Nachteile, wie sind Referenzprojekte abgelaufen? Eine Analyse von STZ-Consulting versucht, Antworten zu geben.

Vectoring ist eine Weiterentwicklung der DSL-Technik VDSL und ermöglicht Downstream-Raten von derzeit bis 100 Mbit/s, aber mit Reichweiten von maximal 600 Meter um einen Verteilerschrank. Vectoring schränkt den offenen Netzzugang für andere Betreiber ein, um die Störsignal-Unterdrückung wirkungsvoll zu halten. Da ein Vectoring-Ausbau einen gesamten Vorwahlbereich abdeckt, profitieren auch Randlagen von Kommunen von einem Ausbau, die bei einem VDSL-Ausbau unwirtschaftlich geblieben wären.

Die Beurteilung von Vor- und Nachteilen muss die jeweilige Interessenslage berücksichtigen. Für die mit Vectoring ausbauenden Netzbetreiber ermöglicht die Technologie erhebliche Einsparungen in den Betriebskosten, die für sich gesehen einen Ausbau ohne Zuwendungen durch die Kommune ermöglichen. Der langfristige Ausbau mit nachhaltigen Glasfaser-Anschlüssen wird durch Vectoring aber eher behindert.

Jürgen Kaack 29.06.2014, 12.47| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, Beihilfe,

Nachteile eines Breitband-Ausbaus mit Vectoring

 

Die Versorgung einer Kommune mit Vectoring kann zum einen die Bandbreite signifkant erhöhen und zum anderen auch in Randlagen deutliche Verbesserungen bringen, die bislang aufgrund der bisherigen Kalkulation für einen Ausbau bezogen auf einen einzelnen Kabelverzweiger unwirtschaftlich und benachteiligt waren. Bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen über ein komplettes Anschlussgebiet können diese bisher benachteiligten Gebiete von Vectoring profitieren.

Allerdings ergeben sich auch technisch bedingte Restriktionen in Verbindung mit Vectoring. Zunächst bedingt eine höhere Downstream-Gechwindigkeit eine höhere Übertragungsfrequenz. Da Kupfer mit steigender Frequenz immer schlechter durchlässig wird, sinkt die Reichweite für die Nutzung einer maximalen Geschwindigkeit von ca. 3.000 Meter bei ADSL über ca. 1.500 Meter mit VDSL auf nur noch 600 Meter mit Vectoring. In Ballungsgebieten mit verhältnismäßig kurzen Anschlussstrecken zwischen Verteilerkasten und Hausanschluss stellt dies meist kein Problem dar. Mit abnehmender Bevölkerungsdichte und längeren Strecken, wie es im ländlichen Raum eher die Regel als eine Ausnahme ist, kann dies eine Einschränkung der maximalen Geschwindigkeit bedeuten. Trotzdem ergibt sich in der Regel eine deutliche Verbesserung gegenüber der Situation ohne einen Vectoring-Ausbau.

 

Neben der höheren Dämpfung und damit sinkender Reichweiten ergibt sich ein nicht unerheblicher Nachteil durch die Störsignalunterdrückung in einem mit Vectoring ausgebauten Anschlussbereich. Dabei ergibt sich, dass nur noch ein Betreiber in einem Outdoor-DSLAM vertreten ist. Eine Kollokation im Kabelverzweiger ist somit bei Vectoring ausgeschlossen. Um allen Anbieter weitgehend gleiche Chancen zu ermöglichen, werden bei der Bundesnetzagentur Listen geführt, in denen Netzbetreiber Kabelverzweiger für sich reservieren können. Dieses „Windhund“-Prinzip ermöglicht den Betreibern, ihre Claims abzustecken und die Kabelverzweiger exklusiv für sich zu nutzen. Für den Fall, dass ein Betreiber erst mal großzügig Kabelverzweiger für sich reserviert, die er aus Kapazitätsgründen gar nicht zeitnah anschließen und überbauen kann, werden von der Bundesnetzagentur Pönalen in Höhe von € 1.000 pro Kabelverzweiger erhoben, der nicht innerhalb von einem Jahr überbaut wird.

 

Ist das „Windhund“-Prinzip für sich schon mal ungewöhnlich als Regulierungsinstrument, so wird der Wettbewerb durch den Ersatz des Nebeneinander-Arbeitens mehrerer Netzbetreiber in einem Verteilerschrank durch das „Highlander“-Prinzip ersetzt. Zwar ist Wettbewerb immer noch möglich, aber nur noch auf der deutlich unattraktiveren Bitstream-Ebene. So führt der Einsatz des technisch fortgeschrittenen Vectorings zu einer faktischen Remonopolisierung des Anschlussnetzes und somit dem Gegenteil der mit dem Prinzip des offenen Netzzugangs verfolgten Intensivierung des Wettbewerbs. Diese Remonopolisierung ist auch der Grund dafür, dass Vectoring bislang nicht als zuwendungsfähig angesehen wird. Konsequenterweise sollte dies auch weiter beibehalten werden.

 

Eine Folge ist, dass für einen Vectoring-Ausbau keine Deckungslücke von den Kommunen gefordert werden kann. Eine andere Folge mit negativer Auswirkung wird aber wohl auch sein, dass Gebiete, die in den letzten Jahren mithilfe von Fördermitteln ausgebaut wurden, während der 7- oder 14-jährigen Zweckmittel-Bindefrist nicht auf Vectoring aufgerüstet werden können. Auch erscheint es fraglich, ob in den nächsten Jahren ganze Anschlussbereichen mit Vectoring ausgebaut werden, wenn Teil-Bereiche mithilfe von Fördermitteln versorgt wurden.

Jürgen Kaack 28.06.2014, 11.29| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, FttB, FttH, Beihilfe,

Erfolgsfaktoren für Vectoring

Vectoring ist aus Sicht vieler Kommunen aufgrund seiner hohen Geschwindigkeiten und des erforderlichen fast flächendeckenden Ausbaus eine attraktive Option, um in einem überschaubaren Zeitraum zu einer sicheren NGA-Versorgung zu kommen. Falls es schon ein Kabelnetz gibt, werden diese Teile im Stadtgebiet zum „schwarzen“ NGA-Fleck, falls es kein Kabelnetz gibt, wird das versorgte Gebiet immerhin zu einem „grauen“ NGA-Fleck. Die Attraktivität der Kommune für Haushalte und Gewerbegebiete steigt auf jeden Fall. Da der Vectoring-Ausbau bislang nicht zuwendungsfähig ist und sich in der Regel über kumulierte eingesparte Betriebskosten bei den Netzbetreibern amortisiert, schont ein Vectoring-Ausbau die Haushaltskasse der Kommunen. Als Erfolgsfaktoren für die Gewinnung eines Netzbetreibers zum Vectoring-Ausbau können gelten:

  • Eigeninitiative der Kommune mit Identifikation von vorhandenen Infrastrukturen, Ermittlung des Bedarfs und die Bereitschaft zu einem beschleunigten Verfahren bei der Wege- und Standortsicherung;
  • Durchführung eines öffentlichen Markterkundungsverfahrens und die aktive Bemühung um Gespräche mit den Betreibern;
  • Das Vorhandensein eines Kabelnetzes in größeren Teilen der Kommune erhöht fallweise die Bereitschaft zu einem Vectoring-Ausbau, da so die gegenüber VDSL vorhandenen Wettbewerbsnachteile ausgeglichen werden können;
  • Schaffung von Kommunikationsplattformen für die Betreiber;
  • Bereits durchgeführte Ausbauvorhaben mit der Schaffung von modernisierten Teilnetzen und Leerrohrtrassen reduziert den Aufwand für eine Umrüstung auf Vectoring.


Die rechtliche Grundlage für die Betätigung der Kommunen in den Bereichen „weißer“ und „grauer“ NGA-Flecken stellt derzeit noch die Bundesrahmeregelung Leerrohre dar, die nach ihrer Notifizierung die NGA-Rahmenregelung (Studie zur Erreichung der NGA-Ziele unter Nutzung von Brückentechnologiern von Dr. Kaack aus dem Frühjahr 2014).

 

Da die Begehrlichkeiten auf Seiten der Kommunen hoch ist, sollten die Chancen durch Eigeninitiative erhöht werden. Für Kommunen mit einer schwachen, nicht NGA-fähigen Internet-Anbindung (< 30 Mbit/s) kann sich Initiative und die Durchführung einer öffentliche Markterkundung als Minimallösung lohnen!

Jürgen Kaack 27.06.2014, 08.56| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, DOCSIS3.0, Beihilfe,

Breko fordert flächendeckende Glasfaser-Anschlussnetze

Die Forderungen nach flächendeckenden Glasfaser-Anschlussnetzen wird in letzter Zeit endlich auch mehr in der Öffentlichkeit erhoben, aktuell vom Breko-Verband, dessen Mitglieder vergleichsweise aktiv sind beim Infrastrukturausbau, wie der neueste Pressebeitrag zeigt.

Vor nicht allzu langer Zeit fühlte ich mich bei der Forderung nach Glasfaser-Anschlüssen wie der sprichwörtliche Rufer in der Wüste. Aber es gibt immer noch zu viele Bürger, die von ihrem heutigen Anspruch ausgehen und 16 Mbit/s für völlig ausreichend halten. Das ist HEUTE auch nicht mal so falsche, wenn man keinen Bedarf an Cloud-Diensten hat, z.B. zur Datensicherung, zum Hochladen von Fotos, Videos und Musik. Tatsächlich gibt es derzeit noch keine Massenmarkt-taugliche Anwendung, die 100 Mbit/s benötigt.

Bei dem steigenden Angebot an multimedialen Inhalt und dem um 20% p.a. wachsenden Datenvolumen in Deutschland gilt das aber nicht mehr lange und es vorausschauend gebaut werden, um die Kosten niedrig zu halten. Ansonsten kommt in 10 Jahren der Ruf nach einem Ausbau durch den Staat und wird dann um ein Vielfaches teurer als bei einem Ausbau unter Nutzung von allen möglichen Synergien.

Jürgen Kaack 26.06.2014, 07.56| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Innovation, ,

Licht und Schatten mit Vectoring in Wegberg

Mit 40 Ortsteilen bei knapp 28.000 Einwohnern zählt Wegberg zu den typischen ländlichen Mittelstädten. Wegberg ist eine der ersten Städte im ländlichen Raum, die von der Deutschen Telekom mit Vectoring (fast) flächendeckend versorgt werden! In den Vorwahlbereichen 02431, 02434 und 02436 wurden bis zum Frühjahr 2014 37 Kilometer Glasfaser-Leitungen verlegt und über 80 Kabelverzweiger mit Multifunktionsgehäusen überbaut (Pressebericht vom 21.05.2014). 13.000 Haushalte können auf der Basis der MSAN-Technik sofort bis zu 50 Mbit/s nutzen und nach Freischaltung von Vectoring bis zu 100 Mbit/s.

 

Neben den beiden mit Vectoring erschlossenen Vorwahlbereichen gibt es drei weitere Anschlussbereiche im Stadtgebiet, von denen in zweien noch unterversorgte Ortsteile liegen. Noch vor dem Projekt der Deutschen Telekom ist die Deutsche Glasfaser mit einem Vorhaben zur Schaffung von Glasfaser-Anschlussnetzen im Stadtgebiet tätig geworden. Aufgrund von wirtschaftlichen Erfordernissen beginnt die Deutsche Glasfaser erst bei einer Vorvertragsquote von 40% mit dem Ausbau. In einigen der Pilotregionen wurde die Mindestquote bei der Vorvermarktung erreicht, in anderen wurde sie deutlich verfehlt. Im Vorwahlbereich 02161 wurde die Mindestquote erst recht spät erreicht und es ist offen, ob und wann ein Ausbau erfolgt. Ergänzend zu dem zuwendungsfreien Ausbau in den Vorwahlbereichen 02131, 02434 und 02436, die mit Vectoring ausgebaut werden, hat die Deutsche Telekom ein Angebot zum Ausbau mit Zuwendungen für die verbleibenden Ortsteile in dem unterversorgten Teil des Vorwahlgebietes 02461 abgegeben.

 

Das Ergebnis des Breitbandprojektes für Wegberg zeigt die Problematik eines Vectoring-Ausbaus auf. Zwar wird in den ausgebauten Gebieten eine hohe Flächendeckung erreicht, aber es verbleiben angrenzend schwach versorgte Gebiete, in denen es zunehmend schwerer wird, eine ausreichende Versorgung zu erzielen. Auf jeden Fall ist Vectoring eine Brückentechnologie und muss in 10 bis 15 Jahren durch ein leistungsfähigeres Glasfaser-Anschlussnetz ersetzt werden. Diese entsteht im Stadtgebiet von Wegberg nur in einigen Ortsteilen, die von der Deutschen Glasfaser ausgebaut werden. In den verbleibenden Ortsteilen ohne FttB-Netze wird es dafür umso schwieriger, einen Anbieter zu finden, der auf privatwirtschaftlicher Basis einen Netzaufbau betreibt. Nach der Ankündigung der Deutschen Telekom für einen Vectoring-Ausbau stagnierten offensichtlich die Abschlussquoten für einen Glasfaser-Anschluss (Interview vom 06.06.2014). Das kann man zwar als kurzsichtig ansehen, ändert aber nichts daran, dass die zukünftigen Investitionen in ein Glasfaser-Anschlussnetz wohl überwiegend mit öffentlichen Mitteln erfolgen muss.

Jürgen Kaack 24.06.2014, 08.12| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, Glasfase, FttB,

Angepasste Rahmenregelung Leerrohre schließt Rechtslücke

Für den Ausbau von schnellen Internetzugängen durch Kreise, Kommunen oder kommunale Unternehmen gab es bislang als Rechtsgrundlage die Bundesrahmeregelung Leerrohre vom 08.06.2011, die allerdings am 26.01.2014 ausgelaufen ist und durch die NGA-Rahmenregelung ersetzt werden sollte. Da die Notifizierung der NGA-Rahmenregeleung aber offensichtlich doch länger dauert, als ursprünglich angenommen, bestand seit dem 26.01. keine Rechtsgrundlage für Beihilfe von Kommune zur Errichtung schneller Internetzugänge ("NGA-Infrastruktur").

Auf der Basis der EU-Beihilfeverordnung wurde die alte Bundesrahmenregelung Leerrohre im Februar 2014 angepasst und Ende Mai genehmigt, so dass jetzt wieder eine Rechtsgrundlage für die Verlegung von Leerrohren gegeben ist. In der angepassten Rahmenregelung wurde der Grenzwert für eine NGA-Unterversorgung auf 30 Mbit/s angehoben. Weiterhin ist ein Bedarfsnachweis zu führen, z.B. durch die Befragung von Haushalten. In Gewerbegebieten reicht die Bedarfsmeldung von drei Unternehmen, damit eine Kommune tätig werden darf.

Wenn in einer Markerkundung kein Anbieter einen Ausbau mit mehr als 30 Mbit/s innerhalb der nächsten 36 Monate zusichert, kann die Kommune (oder das Stadtwerk) ein Auswahlverfahren zur Anmietung von zu verlegenden Leerrohren durchführen. Bei Vorliegen qualifizierter Gebote kann die Kommune Leerrohre verlegen oder verlegen lassen, die dann an den ausgewählten Anbieter vemietet werden. Anbieter müssen den Dienst für mindestens 7 Jahre vorhalten und einen offenen Netzzugang garantieren. Die Forderung nach einem "Open Access" schließt eine Nutzung durch Kabelnetzbetreiber und Vectoring-Anbieter weitgehend aus.

Nach wie vor ist außer der Bereitstellung der Leerrohre keine zusätzliche oder alternative Gewährung von Zuwendungen zur Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken möglich. Wie auch in der NGA-Rahmenregelung vorgesehen sind durch die Kommune und / oder den Netzbetreiber umfangreiche Monitoringaufgaben zu erfüllen.

Ob die NGA-Rahmenregelung, wie ursprünglöich angekündigt, tatsächlich bis Mitte 2014 notifiziert wird, erscheint eher fraglich, so dass die angepasste Bundesrahmenregelung Leerrohre wohl noch eine ganz Weile gültig bleiben wird. Der Text zur angepassten Rahmenregelung findet sich unter diesem Link.

Jürgen Kaack 23.06.2014, 09.05| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Beihilfe, NGA, Leerrohre,

Schnelles Internet für Gewerbegebiete in Viersen dank Vectoring

Die Stadt Viersen mit knapp 75.000 Einwohnern bemüht sich seit einer Reihe von Jahren um eine Verbesserung der Breitbandversorgung in den verschiedenen Gewerbegebieten der Stadt. Insbesondere bei zwei Neuerschließungsgebieten mit bislang schlechter Internetanbindung zeichneten sich Probleme für die Vermarktung ab, wenn keine zeitgemäßen Breitbandgeschwindigkeiten erreicht werden. Aber auch aus Bestandsgebieten kamen dringende Wünsche nach höheren Geschwindigkeiten. Im Vergleich zu den Gewerbegebieten war die Versorgung in den Wohnbereichen bis auf zwei kleinere Ortsteile vergleichsweise gut, insbesondere durch eine weitreichende Verfügbarkeit durch den Kabelnetzbetreiber Unitymedia.

 

2011 und 2012 wurde ein erstes Projekt zur Verbesserung der Versorgungslage durchgeführt, das im Falle des Bestandsgebietes Mackenstein mit einer Aufrüstung von ADSL auf VDSL endete. Für die neuen Erschließungsgebiete sollte auf der Basis der Bundesrahmenregelung Leerrohre ein passives FttB-Netz erreichtet und an einen Betreiber vermietet werden. Nach einem zunächst positiven Ausgang machte der Betreiber für die aktive Netztechnik einen Rückzieher und das Verfahren wurde Anfang 2014 mit einem Markterkundungsverfahren neu aufgegriffen.

 

Mit dem Ablauf der Markterkundungsfrist für die Gewerbegebiete in Viersen zeichnet sich auch in diesem Fall ein Eigenausbau der Breitband-Infrastruktur durch die Deutsche Telekom auf der Basis von Vectoring ohne Zuwendungen der Stadt ab. Der Ausbau kommt dabei nicht nur den Gewerbegebieten zugute, sondern technologiebedingt dem gesamten Vorwahlbereich. Somit wird Viersen nach Abschluss des Ausbaus, der auf Wunsch der Stadt von 2016 auf 2915 vorgezogen wird, mit zwei leistungsfähigen NGA-Netzen fast flächendeckend zum „schwarzen“ NGA-Fleck. Auch die unterversorgten Ortsteile profitieren von dem Ausbau. Das ursprüngliche Ziel, Glasfaser-Anschlussnetze für die Gewerbegebiete zu schaffen, ist damit aber hinfällig geworden. Da die Stadt Viersen nicht über eigene Stadtwerke verfügt, wird die Umsetzung des langfristigen Ziels flächendeckender Glasfaser-Anschlussnetze schwieriger zu erreichen sein.

Jürgen Kaack 21.06.2014, 08.52| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, DOCSIS3.0, Beihilfe,

Ergebnisse des "Runden Tisches" zum Breitbandausbau in NRW

 Beim zweiten Treffen der 40 Mitglieder des "Runden Tisches" zur Breitband-Versorgung am 16.06.2014 in Düsseldorf wurde ein Maßnahmenplan besprochen und verabschiedet, der grundsätzlich sehr vernünftig und zielgerichtet klingt. Zitiert man die sechs Maßnahmenpakete aus der Pressemitteilung, so kann man jedem Punkt zustimmen:
  • Erarbeitung einer Informations- und Datengrundlage für den NGA-Prozess (Next Generation Access) in NRW
  • Erweiterung des BreitbandConsultings NRW mit dem Ziel, den hohen Bedarf an Wissens- und Informationstransfer über Technologien und Ausbaustrategien zu bedienen.
  • Einrichtung von Breitbandverantwortlichen auf Ebene der Städte und Kreise, um die Kompetenz vor Ort zu erhöhen. Dafür wollen die kommunalen Spitzenverbände und die Landesregierung werben.
  • Regionale Breitbandgespräche, um die Akteure vor Ort besser zu vernetzen
  • Das Darlehensprogramm der NRW.BANK zur Finanzierung von Ausbaumaßnahmen soll weiter entwickelt und stärker beworben werden
  • Prüfung rechtlicher und regulatorischer Rahmenbedingungen des Breitbandausbaus
Es wird den Breitbandausbau mit Hochleistungsnetzen auf jeden Fall voranbringen, wenn mindestens in jedem Kreis und jeder größeren kreisfreien Stadt ein Breitbandbeauftragter eingesetzt wird. Aus Hessen kann man lernen, dass diese Maßnahme sehr wirksam ist. Aber es muss jetzt ein Konzept erstellt werden, wie die Umsetzung erfolgen kann und wie insbesondere die Finanzierung sichergestellt werden kann. Kommunen mit knappen Haushalten werden dies alleine kaum stemmen können. Die Landesregierung sollte prüfen, ob EU-Fördermittel aus dem Efre-Programm genutzt werden können, um anteilig und zeitlich befristet eine Co-Finanzierung zu ermöglichen.

Zur Notwendigkeit von regionalen Breitbandkoordinatoren gibt es nicht vielm zu sagen, insbesondere da ich diese schon seit einigen Jahren fordere. Zu klären ist aber die Finanzierung der Personalkosten und der Verbindlichkeit zur Einsetzung.

Auch im Hinblick auf die Verbesserung des Darlehensprogramms der NRW.Bank hilft ein Blick nach Hessen. Die dortigen Darlehensprogramme der WI-Bank sind mit einer 100%-igen Landesbürgschaft abgesichert und nur so können auch Kommunen in der Haushaltssicherung diesen Weg der Fremdkapitalfinanzierung nutzen. In NRW fehlt die Landesbürgschaft und somit ein wesentliches Element zur Steigerung der Attraktivität.

Die nächste Zukunft wird erweisen, was die genannten Maßnahmenpakete für Kreise und Kommunen wirklich "wert" sind und ob der NGA-Ausbau in NRW damit endlich intensiviert wird.
 

Jürgen Kaack 20.06.2014, 09.01| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, DOCSIS3.0, Beihilfe,

5. Breitbandgipfel in Frankfurt und die Veränderungen im Breitbandmarkt

Am 18.06.2014 fand in Frankfurt der mittlerweile 5. Breitbandgipfel des Landes Hessen statt. Mit 600 Teilnehmern wurde wieder ein neuer Rekord erreicht und die hohe Teilnehmerzahl dokumentiert das unverändert hohe - offensichtlich sogar zunehmende Interesse an Fragen in Verbindung mit einem nachhaltigen Ausbau von Hochleistungsnetzen.

Schon in den letzten Jahren konnte man beim Breitbandgipfel die Verschiebung von Anforderungen zur Erfüllung der Grundversorgung hin zu NGA-fähigen Infrastrukturen beobachten. Dieses Jahr stand der Einfluss des Vectoring-Ausbaus im Mittelpunkt mit seinem durchaus kontroversen Einfluss. Viele Kommunen profitieren von einem Vectoring-Ausbau, der im Vergleich zu VDSL in der Regel eine größere Flächenabdeckung ermöglicht. Auf der anderen Seite werden Eigeninitiativen von Kommunen und alternativen Anbietern oft beeinträchtigt oder gar verhindert.

Der Deutschen Telekom kommt dabei unverändert zugute, dass viele Kommune und Kreise sie doch immer noch am liebsten als Partner für einen Ausbau hätten. So kann die Telekom wohl auch darauf hoffen, dass ihr später die jetzt gebauten Infrastrukturen günstig zufallen, entweder durch Kauf oder eine günstige Anmietung. Da ist es erfreulich zu hören, dass einige Kommunen trotz des Gegenwinds durch Vectoring ihre Glasfaser-Ausbauprojekte konsequent durchführen. Die Stadt Rüsselsheim ist hier ein Vorzeigeprojekt.

Während die Anmietung von Trassen und Kapazitäten im Bereich der nationalen und internationalen Backbone-Netze schon seit vielen Jahren von allen Betreibern genutzt wird, ist die Anmietung von Anschlussnetzen immer noch die Ausnahme. die Telekom betreibt seit mehreren Jahren den Aufbau eines Whole-buy Prozesses zur Anmietung fremder Infrastrukturen, kommt aber offensichtlich hiermit nicht voran. Man könnte fast vermuten, dass dies auch im Sinne der Unternehmensstrategie so gewollt ist. Eine verstärkte Whole-buy Aktivität hätte ja vermutlich Einfluss auf die Vectoring-Strategie und könnte den Bau von passiven Anschlussnetzen durch kommunale Institutionen intensivieren?


Neben den Beeinträchtigungen von anderen Breitbandvorhaben durch Vectoring wird immer wieder die fehlende Transparenz über die Ausbauplanungen bemängelt. Da die Einflüsse von Vectoring nicht unerheblich sind, sollten Kommunen und alternative Anbieter möglichst früh Kenntnis über entsprechende Planungen erhalten.

Ein zunehmendes Problem stellt für alle Anbieter
die immer noch sehr niedrige Akzeptanz von schnellen Internetzugängen dar. Nach Schätzungen von STZ-Consulting nutzen gerade mal 20 bis 25% der Haushalte in einem NGA-versorgten Gebiet tatsächlich Bandbreiten von 30 Mbit/s oder mehr. Die Wechselbereitschaft zu einem NGA-Anbieter ist nur dann höher, wenn die Ausgangs-Bandbreite deutlich unter 16 Mbit/s liegt. In diesem Punkt ist insbesondere die Politik gefordert, um durch geeignete Kommunikationsmaßnahmen das Bewusstsein für die Bedeutung schneller Internetzugänge und die Bereitschaft zum Wechsel zu einem Anbieter mit höheren Leistungen zu steigern. Aber auch die Anbieter könnte hierfür mehr tun, der Einsatz von Drückerkolonnen zum Abschluss von Haustürgeschäften ist nicht unbedingt das beste Mittel.

Alle Anbieter vernachlässigen die Entwicklung neuer Dienste für die schnellen Netze. Zwar sind multimediale Inhalte und insbesondere das lineare Fernsehen die Treiber für die Nutzung von schnellen Anschlüssen. Aber die Umsetzung innovativer Dienste findet bislang nur in Form von Diskussionen über zukunftsgerichtete Ideen in den immer gleichen Bereichen statt: Bildung, Gesundheit, Energie, Verwaltung, Wirtschaftsprozesse und Unterhaltung. Nach vielen Jahren der Beschäftigung mit Telekommunikationsthemen ist mein persönliches Ergebnis der Ursachenanalyse, dass die unverändert geschlossenen Wertschöpfungsketten aller Anbieter das Haupthindernis darstellt. Eine Öffnung und Kooperationsbereitschaft wird zwar gerne verbal bekundet, in der Umsetzung findet sie kaum statt. Gerade neue Dienste für kleine und regionale Zielgruppen können nur in enger Kooperation mit Diensteanbietern, Vereinen und Institutionen entwickelt und betrieben werden.

Der Erfolg des hessischen Breitbandgipfels bestätigt, dass es einen Bedarf an einer Austauschplattform zwischen Politik, Kommunen, Kreisen und Netzbetreibern gibt. Bedauerlich ist, dass es insbesondere in NRW keine vergleichbaren Kommunikationsplattformen gibt. Das Bewusstsein für die Bedeutung des Zukunftsthemas Breitband ist bei Politik und Regierung leider kaum irgendwo so ausgeprägt vorhanden wie in Hessen.

Jürgen Kaack 19.06.2014, 13.01| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Innovation, Take-up Rate, Zahlungsbereitschaft,

Vectoring schafft Breitband-Alternative für Solingen

Solingen hat bei über 155.000 Einwohnern eine teilweise schwierige Topographie und eine verteilte Siedlungsstruktur. Zu Beginn des Breitbandprojektes war die Breitbandverteilung äußerst heterogen. Aufgrund einer in den Kernbereichen guten Abdeckung und bis zu 150 Mbit/s. Alleine durch die Kabelnetz-Versorgung wurden NGA-Quoten von über 75% erreicht. Zu den nicht versorgten Gebieten an den Rändern der Kernbereiche und in kleineren Stadtteilen fiel die Versorgung allerdings erheblich ab, zum Teil mit weniger als 2 Mbit/s bis unter die Grenze der Unterversorgung.Allerdings liegt Solingen nicht in der Förderkulisse für die Breitbandprogramme von Bund und Land, so dass Zuwendungen alleine aus Haushaltsmitteln gestremmt werden  müsste.

 

Ein Zwischenergebnis in der Projektarbeit für die Verbesserung des Breitbandausbaus in Solingen ist der Ausbau mit Vectoring in 5 der 8 Anschlussbereiche von Solingen (Pressebericht vom 25.01.2014). Hierfür müssen 100 Kilometer Glasfaserleitungen neu verlegt und 153 Verteilerschränke zu Multifunktionsgehäusen überbaut werden. Durch den Ausbau erhalten weite Teile der Stadt, die bislang schon durch Unitymedia mit über 50 Mbit/s NGA-fähig waren, einen weiteren NGA-Anbieter.

Aus bislang „grauen“ NGA-Flecken werden somit „schwarze“, aber auch bislang schwach versorgte „weiße“ NGA-Flecken mit weniger als 30 Mbit/s erhalten eine bessere Versorgung und werden zu „grauen“ NGA-Flecken. Es ist zwar nicht abzusehen, wann es in diesen Gebieten einen weiteren NGA-Anbieter geben wird, aber für Haushalte und Betriebe in den bislang schwach versorgten Gebieten stellt dieser Ausbau einen erheblichen Fortschritt dar. Die schon vor dem Vectoring-Ausbau mit über 75% gute NGA-Verfügbarkeit (> 50 Mbit/s) steigt nach dem Ausbau in den 5 Anschl
ussbereichen auf über 80% sein und liegt damit deutlich über dem Durchschnitt in NRW mit gut 69%. Andererseits fallen die verbleibenden, nicht ausgebauten Anschlussbereichen relativ gesehen weiter ab und es wird die Aufgabe der Verwaltung sein, dafür zu sorgen, dass auch in diesen Gebieten eine gute Versorgung erzielt wird. Eine tatsächliche Unterversorgung wird es aber nach dem Ausbau durch die Deutsche Telekom in Solingen kaum noch geben, die Quote wird voraussichtlich auf unter 2% sinken.

 

Da auch Solingen nicht bei der Brückentechnologie stehen bleiben muss, sind Konzepte für einen mittelfristigen Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen zu erarbeiten. Im Hinblick auf die für heutige Bedürfnisse sehr gute aktuelle Versorgung, kann dies investitionsschonend unter Nutzung aller Synergien erfolgen. Solingen hat als eine von wenigen Städten in NRW seit Anfang 2014 einen eigenen Breitbandbeauftragten, der allerdings auch dringend erforderlich ist, um die langfristige Koordination zu ermöglichen und eine regelmäßige Abstimmung der beteiligten kommunalen Akteure untereinander und mit den Netzbetreibern sicherzustellen. Zudem hat der Gemeinderat am 13.02.104 die Erstellung eines digitalen Gesamtkonzeptes beauftragt, das neben den erforderlichen Infrastrukturen auch das Diensteangebot betrachten soll (Antrag an den Gemeinderat vom 29.01.2014).

Jürgen Kaack 17.06.2014, 07.42| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Innovation, Take-up Rate, Zahlungsbereitschaft,

FttB-Eigenausbau leidet unter Vectoring

Die Stadt Nettetal mit gut 41.000 Einwohnern hatte vor der Umsetzung des Breitband-Vorhabens auch aufgrund ihrer Grenzlage eine eher schwache Versorgung mit maximal 16 Mbit/s. Nach einer Analyse der Ausgangslage wurde ein zeitliches Stufenkonzept für die Umsetzung erstellt. Ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaser-Anschlüssen in einem Schritt erfordert zu hohen Mitteleinsatz. Daher wurde mit Unitymedia ein rückkanalfähiger Ausbau des Kabelnetzes der Primacom vereinbart und durch den Bau fehlender Glasfasertrassen für den Anlauf durch die Stadtwerke Nettetal werden heute nahezu 90 % der Haushalte mit 150 Mbit/s erreicht (Pressebericht vom 09.09.2013).

 

In Gewerbegebieten wurden in der Vergangenheit keine Kabelnetze verlegt, so dass die Betriebe nicht von der Aufrüstung der Kabelnetze profitieren. Es war daher eine folgerichtige und nachhaltige Entscheidung, dass die Stadtwerke Nettetal sich für den sukzessiven Ausbau aller Gewerbegebiete mit Glasfaser-Anschlussnetzen entschieden haben. Hierdurch wird über einen langen Zeitraum Zukunftssicherheit geschaffen und bereits zum Start sind symmetrische Dienste von 2 Mbit/s bis 10 Gbit/s verfügbar. Mit dem niederländischen Unternehmen Systemec B.V. wurde ein Joint-Venture gegründet, das den Betrieb des aktiven Netzes übernimmt und eine offene Plattform für Diensteanbieter betreibt. Geplant ist zunächst eine Ringleitung zur Verbindung der einzelnen Gewerbegebiete, der in der Folge weiter verteilt wird. In de rersten Phase werden mit einer Investition in Höhe von € 1,3 Mio. 40 Kilometer Glasfaserstrecken realisiert. Der Ausbau der ersten Gewerbegebiete und des Kabelnetzes war Anfang 2014 abgeschlossen (Pressebericht vom 09.09.2013).

 

Unabhängig von dem rückkanalfähigen Ausbau des Primacom-Kabelnetzes und des Aufbaus eines FttB-Netzes durch die Stadtwerke baut die Deutsche Telekom große Teile von Nettetal im Vorwahlbereich 02153 mit dem neuen VDSL-Vectoring Verfahren auf der Basis der vorhandenen Kupfer-Doppelader aus (Pressebericht vom 18.10.2013). Mit Vectoring werden in Nettetal ab Ende 2014 in einem Umkreis von ca. 600 Metern um die aufgerüsteten Outdoor-DSLAMs Downstream-Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s erreicht. Bei der Vectoring-Technik müssen nahezu alle Kabelverzweiger mit Glasfaser angebunden und zu einem Outdoor-DSLAM überbaut werden, so dass auch die Randgebiete von einem Ausbau profitieren. Im Vergleich zum Ausbau der Kabelnetze wird mit Vectoring eine großflächige Versorgung erreicht. Dies kann in Nettetal insbesondere den nicht von Primacom erreichten Teilen zugutekommen können. Allerdings bleibt es auch bei einem Vectoring-Ausbau bei einer zunehmenden Dämpfung der Signale in Abhängigkeit von der Länge der Kupferdoppelader zwischen Outdoor-DSLAM und Hausanschluss. Zudem ist zu beobachten, dass die Akzeptanz neuer Glasfaseranschlüsse unter dem Angebot von Vectoring leidet und daher die Ausbaupläne für die Gewerbegebiete zeitlich gestreckt werden müssen. Für den FttB-Ausbau hat sich Vectoring auch in diesem Fall als hinderlich erwiesen und hätte den Ausbau möglicherweise ganz verhindert, wenn die Ankündigung zum Vectoring-Ausbau früher erfolgt wäre.

Jürgen Kaack 16.06.2014, 09.17| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Innovation, Take-up Rate, Zahlungsbereitschaft,

Was Kommunen für einen Vectoring-Ausbau tun können!

Grundsätzlich planen die Netzbetreiber den weiteren Ausbau aufgrund ihrer eigenen Kriterien, wie z.B. nach der Erwartung für das Kundenpotenzial, aufgrund der Wettbewerbssituation oder der möglichen Einsparungen für die Betriebskosten. Auf diese Kriterien und die Bewertungen der Netzbetreiber haben die Kommunen kaum Einfluss. Aber sofern eine Kommune durch Eigeninitiative zeigt, dass vielleicht ein besonders hoher Bedarf vorhanden ist, durch entsprechende Unterstützungsleistungen von Seiten der Verwaltung der Infrastrukturaufbau erleichtert oder beschleunigt werden kann, so hat dies möglicherweise Einfluss auf die Planungen und die Prioritäten für einen Ausbau.

 

Daher sollten sich die Kommunen vor dem Hintergrund des Vectoring-Ausbaus erst recht und mit vielleicht größeren Erfolgschancen mit der Breitbandversorgung auseinandersetzen und entsprechende Projekte starten. Sofern nach den bisherigen Aktivitäten zur Verbesserung der Grundversorgung mit mindestens 2 Mbit/s noch „weiße“ NGA-Flecken mit weniger als 30 Mbit/s verblieben sind, kann es erfolgversprechend sein, eine öffentliche Markterkundung durchzuführen. Manche Netzbetreiber äußern sich erst dann zu den bestehenden Ausbauplanungen, wenn es eine öffentliche Markterkundung gibt. Nach wie vor gilt, dass eine Verbesserung der Breitband-Infrastruktur ohne Anstoß und aktive Bemühungen der Kreise und Kommunen dem Zufall überlassen bleibt. Das Geschäftsmodell für den Breitbandausbau ohne eigene Infrastrukturverlegung wurde von Dr. Kaack als "Motivation der Netzbetreiber" bezeichnet.


In manchen Fällen führt eine Markterkundung zu einem Eigenausbau durch einen Netzbetreiber. Beispiele hierfür finden sich in meiner aktuellen Projektarbeit der letzten Monate. Vor der Markterkundung muss eine Befragung bei Haushalten und Betrieben in dem jeweiligen Untersuchungsgebiet durchgeführt werden, sofern von einem zu stellenden Förderantrag ausgegangen wird. Nach der NGA-Rahmenregelung kann die Befragung auch entfallen und da ein Vectoring-Ausbau nicht zuwendungsfähig ist, entfällt ein späterer Förderantrag. Dann kann auch auf eine Befragung im Vorfeld verzichtet werden. Die Aussagekraft der Befragungsergebnisse ist so oder so fraglich und selten repräsentativ, so dass der Entfall keinen zu großen Inforamtionsverlust darstellt. Zudem weckt eine breite Befragungsaktion Erwartungen, die nicht in allen Fällen zeitnah erfüllt werden können.

 

Die Netzbetreiber stehen beim Vectoring-Ausbau im Wettbewerb zueinander. Nicht nur die Deutsche Telekom rüstet ihre Netze mit Vectoring auf, auch andere Betreiber wie z.B. NetCologne, EWE-Tel, VSE-Net oder inexio nutzen die Technologie und es kann eben nur einen Vectoring-Betreiber in einem Anschlussbereich geben. Daher kann es sich für Kommunen lohnen, neben der Veröffentlichung der verschiedene Netzbetreiber direkt anzusprechen.

Jürgen Kaack 14.06.2014, 10.51| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, DOCSIS3.0, Beihilfe,

Radevormwald: erst Ausbau des Kabelnetzes, dann Vectoring!

Die Stadt Radevormwald mit gut 23.000 Einwohnern und einer hohen Zahl einzelner Ortsteile beschäftigt sich schon seit 2010 mit den Möglichkeiten zur Verbesserung der Breitband-Versorgung. In einem ersten Schritt wurde 2012 eine Maßnahme nach dem GAK-Förderprogramm eingeleitet, die die Herstellung der Rückkanalfähigkeit im Kabelnetz von Unitymedia zum Ziel hatte und im Ergebnis nicht nur die bislang unterversorgten Wupperorte mit bis zu 150 Mbit/s NGA-fähig gemacht hat, sondern auch die gesamte Kernstadt und insgesamt knapp 8.700 Haushalte erreicht (Pressebericht vom 24.03.2014). Für die beiden Stadtteile Krebsöge und Wihelmstal konnte damals keine wirtschaftliche Ausbauoption realisiert werden.

 

Ermutigt von dem positiven Ergebnis und der positiven Resonanz in der Bevölkerung wurde eine Verbesserung der Internetanbindung für das Gewerbegebiet Ost angestrebt (Pressebericht vom 24.09.2013). Die 2013 nach dem RWP-Programm durchgeführte Markterkundung für eine Verbesserung der Breitbandversorgung im unterversorgten Gewerbegebiet konnte erfolgreich abgeschlossen werden. Die Deutsche Telekom wird das Gebiet im Eigenausbau auf ein derzeit ausreichendes Niveau von 50 Mbit/s heben. Damit ist das Gewerbegebiet nicht mehr unterversorgt und es werden keine Haushaltsmittel zur Umsetzung benötigt. Dieser Ausbau erfolgt im Zuge des Vectoring-Ausbaus für das gesamte Stadtgebiet bis 2016 und führt bereits 2014 zu einer Verbesserung für die bislang unterversorgten Ortsteile Krebsöge und Wihelmstal, die durch die Zuführung von Remscheid-Lennep schneller von der Umsetzung profitieren als die anderen Stadtgebiete und für die ein Ausbau noch Anfang 2012 unverhältnismäßig teuer geworden wäre (Pressebericht vom 30.04.2014).


Für Radevormwald stellt der Breitband-Versorgung somit für die nächsten Jahre kein Problem mehr dar. Das Ergebnis der Vorgehensweise in Radevormwald bestätigt die Tendenz der Betreiber, unterversorgte Gebiete mit Vectoring ohne Zuwendungen auszubauen. Es kann sich also für Kommunen lohnen, eigene Aktivitäten zu entwickeln und eine öffentliche Markterkundung durchzuführen, selbst wenn keine Haushaltsmittel zur Bedienung einer Deckungslücke zur Verfügung stehen!
 

Jürgen Kaack 13.06.2014, 07.54| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, DOCSIS3.0, Beihilfe,

Der lange Weg zu einer auskömmlichen Breitband-Versorgung

Seit Jahren ist eine Verbesserung des Breitbandausbaus ein erklärtes Ziel in Bedburg (knapp 23.000 Einwohner). So konnte für einige Ortsteile recht früh ein DSL-Ausbau erreicht werden. Die Versorgung des kleinen Ortsteils Pütz mit unter 150 Haushalten stellte schon eine größere Herausforderung dar. Hier ergibt die Wirtschaftlichkeitsanalyse für die Anbindung und den Ausbau eines Kabelverzweigers keine attraktiven Ergebnisse. Mithilfe eines WLAN-Netzes konnte 2012 aber auch in diesem Ortsteil die Unterversorgung beseitigt werden und es sind durch das Unternehmen Lanstream derzeit auskömmliche 15 Mbit/s verfügbar.

 

Es verblieben jetzt aber immer noch Teilbereiche mit einer Unterversorgung oder mit Bandbreiten knapp oberhalb davon. Die Stadt hat aktiv Gespräche mit mehreren Betreibern gesucht und über längere Zeit in Workshops Alternativen diskutiert und geprüft. Schließlich waren die Bemühungen von Erfolg gekrönt und Anfang 2014 konnte gemeinsam mit NetCologne verkündet werden, dass das Stadtgebiet 2015 mit Vectoring aufgerüstet sein wird. Hierzu müssen 56 Kabelverzweiger mit Leerrohren angebunden und mit Multifunktionsgehäusen überbaut werden (Pressebericht vom 22.04.2014).

 

Zusammen mit dem Kabelnetz von Unitymedia werden große Teile im Stadtgebiet zu „schwarzen“ NGA-Flecken werden und für die nächste Zeit auskömmliche Geschwindigkeiten ermöglichen. Allerdings werden wohl viele Kunden hierfür den Anbieter wechseln müssen, da auch in Bedburg die Mehrzahl der Internetnutzer dies derzeit wohl über den Anschluss der Deutschen Telekom nutzen. Den schnellen Zugang gibt es dann zukünftig nur über NetCologne, oder sofern heute schon verfügbar über das Kabelnetz von Unitymedia.

Jürgen Kaack 12.06.2014, 09.35| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL, NGA, WLAN, Funklösung, Förderung, GAK,

Konsequentes Dranbleiben führt zu flächendeckendem Ausbau

Die Stadt Ahlen mit knapp 52.000 Einwohnern hat 2011 das erste Breitbandprojekt durchgeführt zur Verbesserung der Internetanbindung im Stadtteil Dolberg mit knapp 3.500 Einwohnern (Vorwahlbereich 02388) und zwei Bauernschaften. Nach einem „klassischen“ Projektablauf konnte mithilfe von GAK-Fördermitteln ein VDSL-Ausbau vorgenommen werden, der 2013 zu einem erfolgreichen Abschluss gekommen ist (Pressebericht vom 16.11.2012). Für die beiden Bauernschaften konnte außer der Nutzung von Satelliten-DSL und einer Forcierung des LTE-Ausbaus kein wirtschaftliches Konzept für eine leitungsgebundene Lösung gefunden werden.

 

Nach dem Abschluss der Maßnahme für Dolberg kamen die Gewerbegebiete in den Fokus. Hier sollten Breitbandprojekte entsprechend dem Leitfaden für das RWP-Programm durchgeführt werden. So wurden in sequentieller Ordnung Befragungen und Markterkundungsverfahren für die fünf Gewerbegebiete Olfetal (Pressebericht vom 20.06.2013), Industriegebiet Ost, Kleiwellenfeld (Pressebericht vom 02.10.2013), Vatheuershof und Vorhelm-Bahnhof (Pressebericht vom 14.02.2014) durchgeführt. Für alle fünf Gewerbegebiete konnte ein Ausbau zur Verbesserung im Internetzugang ohne Zuwendungen vereinbart werden, der bis 2016 durchgeführt werden soll. Die Kommune profitiert von dem Vectoring-Vorhaben der Deutschen Telekom, die nicht nur die 5 Gewerbegebiete mit MSAN-Technik ausbauen wird, sondern das komplette Vorwahlgebiet 02382, in dem auch die fünf Gewerbegebiete liegen. Im Fall des Gewerbegebietes in Vorhelm-Bahnhof zeigt sich das auch bei Vectoring nicht beseitigte Problem der Signaldämpfung. Der das Gebiet versorgende Kabelverzweiger steht ca. 3 Kilometer entfernt und es werden auch nach dem Ausbau voraussichtlich nicht mehr als 6 Mbit/s im Downstream erreicht, ein sicher nicht zukunftssicherer Wert.


Somit verbleibt zukünftig nur noch ein kleines Wohngebiet im Stadtteil Vorhelm-Bahnhof mit einer unzureichenden Internetanbindung. Da dieses Gebiet aus einer anderen Richtung versorgt wird und mit 02528 eine andere Vorwahl hat als das mit Vectoring ausgebaute Gebiet mit der Vorwahlnummer 02382, ist ein Eigenausbau durch die Telekom unwahrscheinlich. Für dieses Gebiet verbleibt nur der bisherige Weg eines VDSL-Ausbaus gegen Ausgleich einer Deckungslücke.

 

Jürgen Kaack 11.06.2014, 08.39| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, GAK, RWP, Förderprogramm, VDSL, Beihilfe,

Breitband-Ausbau in Schritten: Erftstadt

Erftstadt (gut 49.000 Einwohner, 14 Stadtteile) hatte bis 2012 eine für den ländlichen Raum nicht untypische Versorgung: die beiden großen Stadtteile waren Dank einer zumindest teilweisen Versorgung durch das Kabelnetz von Unitymedia und die Nähe zu den beiden Ortsvermittlungsstellen mit VDSL durch die Deutsche Telekom auskömmlich versorgt. In den Randlagen und in den anderen 12 Stadtteilen war die Versorgung eher schwach und in 5 Ortsteilen bestand sogar eine mehrheitliche Unterversorgung mit weniger als 2 Mbit/s.

 

Die Verwaltung hat konsequenterweise bereits im Jahr 2009 das Förderangebot aus dem GAK-Programm genutzt und ein erstes großes Projekt zum Ausbau der Internetanbindung in den fünf unterversorgten Ortsteilen für ca. 15.000 Einwohner durchgeführt. Der erfolgreiche Projektabschluss und der VDSDL-Ausbau nach der Förderbewilligung hat mit dem bislang wohl immer noch nach der Zahl der versorgten Einwohner größten GAK-Projekt in NRW Anfang 2012 zu Bandbreiten bis 50 Mbit/s geführt.

 

2013 wurde dann in einem Folgeprojekt der Ausbau in zwei schwach versorgten Gewerbegebieten in Lechenich auf der beihilferechtlichen Grundlage des RWP-Programmes betrieben. In beiden Vorhaben erfolgte der Ausbau nach Gewährung einer Zuwendung und unter Einsatz von Eigenmitteln aus dem Haushalt der Stadt. Seit der Fertigstellung des Ausbaus in den Gewerbegebieten in Lechenich Anfang 2014, bei dem auch noch 300 Haushalte mit höheren Geschwindigkeiten profitieren, gibt es keine größeren unterversorgten Gebiete mehr in Erftstadt (Pressebericht vom 25.03.2014). Unter der NGA-Perspektive verbleiben allerdings noch größere Gebiete und ganze Ortsteile als „weiße“ NGA-Flecken mit zum Teil deutlich weniger als 30 Mbit/s. Um die digitale Spaltung im Stadtgebiet zu beseitigen, wurde im Frühjahr 2014 auf der Basis der neuen und derzeit immer noch nicht notifizierten NGA-Rahmenregelung eine Markterkundung durchgeführt. Dabei war von Anfang klar, dass ein mögliches Auswahlverfahren erst nach einer Notifizierung durch die EU durchgeführt werden könnte.

 

Allerdings hat sich bei Ablauf der Markterkundung ergeben, dass ein Vectoring-Ausbau ohne Zuwendungen möglich ist, wenn auch voraussichtlich erst in 2017. Der bis 2012 erfolgte VDSL-Ausbau mit GAK-Fördermitteln war vermutlich eine wichtige Voraussetzung für die nun angekündigte Aufrüstung, da im Zuge dieser Maßnahme 17 Kilometer Glasfaserleitungen verlegt wurden, davon 14 Kilometer in neuen Leerrohren. Gleichzeitig wurden 32 Kabelverzweiger mit Multifunktionsgehäusen überbaut. Die Aufrüstung in diesem Teil des Netzes kann jetzt ohne größeren Aufwand erfolgen. Da der Ausbau ohne Zuwendungen erfolgen wird, kann die Durchführung eines Auswahlverfahrens für die geplanten Ausbauregionen entfallen. Mit dem Abschluss der Infrastrukturarbeiten werden in Erftstadt aus "weißen" „graue“ NGA-Flecken (mehr als 30 Mbit/s, aber nur ein Infrastrukturanbieter) entstehen und die Zahl der verbleibenden "weißen" Flecken reduziert sich deutlich. Da ein Kabelnetz als alternatives NGA-Netz in Teilen von zwei Stadtteilen verfügbar ist, werden diese dann zu „schwarzen“ NGA-Flecken (mehr als 30 Mbit/s und mindestens zwei Anbieter mit NGA-Infrastruktur). Da wie so oft beim Ausbau mit DSL-Technologien nicht alle Stadtteile auf eine gleich hohe Breitband-Geschwindigkeit gehoben werden, bleibt als nächster notwendiger Schritt die Schaffung eines Glasfaser-Anschlussnetzes, damit die Breitbandversorgung auch in 15 Jahren auf einem hohen Niveau bleibt.

Jürgen Kaack 10.06.2014, 11.44| (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Rahmenregelung, Beihilfe,

Sind Glasfaser-Hausanschlüsse tatsächlich zu teuer?

„Glasfaser-Anschlussnetze sind viel zu teuer in der Verlegung und werden sich daher in der Fläche nie durchsetzen!“

Ähnliche Argumente hört man häufiger, wenn es um die Frage geht, ob, wann und wer Glasfaser-Anschlussnetze baut. In Deutschland kursieren Beträge in Höhe von € 1.500 bis 4.000 für die Errichtung eines Glasfaser-Hausanschlusses mit passiver Infrastruktur bestehend aus einem anteiligen Stück eines Micro-Duct Systems, der eigentlichen Glasfaserleitung und dem Netzabschluss im Keller eines Gebäudes. In der Debatte gibt es gute Gründe, warum die Verlegung im innerstädtischen Bereich besonders teuer ist: viele Versorgungs- und Steuerleitung unter dem Bürgersteig, viele Querungen, hochwertige Oberflächen. Im ländlichen Raum sind Glasfaser-Hausanschlüsse deshalb so teuer, weil die Strecken zwischen den einzelnen Hausanschlüssen so lang sind! Auf jeden Fall ist es zu teuer!

Das Fallbeispiel von „Citynet“ in Amsterdam zeigt, dass es irgendwie doch geht und das sogar in einer dicht besiedelten Stadt mit vielen alten Gebäuden. In einem Joint-Venture aus kommunalen Institutionen und privatwirtschaftlichen Unternehmen (PPP) werden seit 2005 in Amsterdam Glasfaser-Anschlüsse nach dem aufwändigen, aber zukunftssicheren Point-to-Point Verfahren verlegt und an Netzbetreiber vermietet.

In einer ersten Phase wurden Gebiete mit 43.000 Häusern erschlossen, von denen sich 10.000 direkt haben anschließen lassen. Die verbleibenden können als „homes passed“ später mit vergleichsweise geringem Aufwand angebunden werden, vielleicht unter Berechnung eines einmaligen Baukostenzuschusses. Hinter jedem der Hausanschlüsse finden sich ca. zehn Wohneinheiten, da in Amsterdam fast ausschließlich Mehrfamilienhäuser anzutreffen sind. Die erste Phase wurde finanziert mit insgesamt € 30 Mio., davon € 12 Mio. aus Fremdkapital. Bezogen auf alle erschließbaren Häuser liegt der einmalige Invest bei knapp € 700 je Hausanschluss und somit weit unter den in Deutschland bekannten Beträgen! Die günstigere Bodenklasse in den Niederlanden reduziert die Tiefbaukosten sicher zum Teil. Wichtiger ist aber vermutlich der Effekt günstigerer Verlege-Technologien, z.B. in einer niedrigeren Verlege-Tiefe als den in Deutschland von den meisten Tiefbauämtern geforderten 60 cm unter der Oberfläche. Obwohl diese kostensparende Verlege-Methode in den Niederlanden schon seit einigen Jahren eingesetzt wird, ist über vermehrte Störungen, Ausfälle oder die Beeinträchtigung bei der Reparatur von anderen Versorgungsleitungen nichts bekannt.

Der Netzaufbau erlitt Verzögerungen durch die Bearbeitung von Beihilfe-Beschwerden von Seiten der Kabelnetzbetreiber. 2007 wurden die Beschwerden von der EU-Kommission nach Prüfung der Unterlagen für einen Private-Investor-Test abgewiesen. Die Gesellschafter des Citynet Amsterdam Vorhabens haben sich damit so verhalten, wie es ein privater Investor in der gleichen Situation tun würde. In den folgenden Phasen sollen sukzessive alle Häuser im Stadtgebiet angeschlossen werden.

Es könnte sich in Deutschland lohnen, Beispiele wie die aus den Niederlanden oder auch dasjenige des Regional-Betreibers Wilhelm.Tel aus Norderstedt zu prüfen. Außerdem eröffnet die Prüfung alternativer Verlege-Technologie mit niedrigerer Tiefe unter Umständen Potenziale zur Senkung der Verlegekosten, sofern die Verlegung nicht unter Nutzung von Synergien gemeinsam mit anderen Tiefbauarbeiten in den gängigen Tiefen erfolgt. Nur das Argument der zu teuren Glasfaser-Hausanschlüsse sollte endlich – in möglichst großer Tiefe – abgelegt werden, denn über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren braucht auch Deutschland flächendeckende Glasfaser-Anschlussnetze (FttB oder FttH)! Auch in Amsterdam hat es nach Projektstart ca. 10 Jahre gedauert, bis die erste Bauphase abgeschlossen werden konnte.

Jürgen Kaack 09.06.2014, 09.22| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Private-Public-Partnership, PPP, Take-up-Rate,

Interview zu Hemmnissen für den Glasfaser-Ausbau

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt unbestreitbar voran, die Zahl der "Weißen Flecken" mit weniger als 2 Mbit/s hat seit 2007 deutlich abgenommen und beschränkt sich mit ca. 5% der Anschlüsse überwiegend auf Randlagen von Ortschaften und auf abgelegene Siedlungen mit niedriger Bevölkerungszahl, die nur mit unverhältnismäßig hohen Kosten ausgebaut werden können.

In den letzten Monaten rückt die Frage nach höheren Geschwindigkeiten oberhalb der Grundversorgung in den Fokus. Die nächste Stufe sind 30 Mbit/s, um die von der EU definierte NGA (Next-Generation-Access) Geschwindigkeit zu erreichen. Die Umsetzung kann mit unterschiedlichen Technologien erfolgen, Mobilfunk (insbesondere LTE), DSL (zukünftig mit Vectoring bis zu 100 Mbit/s) oder Kabelnetzen (derzeit schon bis 150 Mbit/s).

Damit nicht in regelmäßigen Abständen aufgrund steigender Geschwindigkeits-Anforderungen und steigender Datenvolumina zu teure Umrüstungen erforderlich werden, sollte zumindest in einem mittelfristigen zeitlichen Rahmen ein flächendeckender Glasfaser-Anschlussnetz realisiert werden. Es gibt keine höhere Übertragungsgeschwindigkeit als die Lichtgeschwindigkeit und auch das übertragene Datenvolumen kann nahezu beliebig erhöht werden. Der Nachteil der Technologie ist alleine die erforderliche hohe Investitionssumme, da in erheblichem Maße Tiefbauarbeiten bis zu jedem Hausanschluss zu erbringen sind. Als Folge ergeben sich lange Amortisationszeiten, die für viele Netzbetreiber nicht akzeptabel sind. Es werden neue Geschäftsmodelle benötigt, die Netze und Dienste trennen.

Neben kommunalen Institutionen (insbesondere Stadtwerke und regionale Versorgungsunternehmen) sind auch vereinzelt privatwirtschaftliche Unternehmen mit dem Geschäftsmodell des Infrastrukturbetreibers tätig. Diese Unternehmen müssen neben der Beschaffung erheblicher Kapitalbeträge die Koordination und Organisation einer vergleichsweise komplexen Aufgabe bewältigen und werden dann nicht selten mit einer schwachen Akzeptanz bei den potenziellen Kunden konfrontiert, gemessen in Prozent als Take-up Rate. Je nach unternehmerischen und regionalen Voraussetzungen sind 30 bis 70% der Haushalte erforderlich, um die Netzausbau rentabel zu gestalten. Schon ab einer Verfügbarkeit von 6 Mbit/s sinkt die Wechselbereitschaft erheblich und ab 16 Mbit/s reicht sie in der Regel nicht mehr aus. Dies ist kurzsichtig, da nach einem erfolglosen Versuch der Bedarfsbündelung durch einen privatwirtschaftlichen Betreiber zunächst über längere Zeit kaum ein anderer Anbieter einen neuen Versuch starten wird und letztlich die dann doch erforderliche Investition wieder unter Nutzung öffentlicher Mittel erfolgen muss.

Zu dieser Thematik am Beispiel der Ausbauaktivitäten in der Stadt Wegberg und im Kreis Heinsberg habe ich vor ein paar Tagen ein Interview gegeben, dass unter diesem Link abgerufen werden kann.

Jürgen Kaack 07.06.2014, 09.22| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, FttB, FttH, Innovation, Take-up Rate, Zahlungsbereitschaft,

Breitbandausbau durch Stadtwerke ein Beihilfe-Tatbestand?

Der Bau von Glasfaser-Anschlussnetzen erfordert hohe Investitionen und kann aus wirtschaftlichen Gründen kaum von den Netzbetreibern alleine gestemmt werden. Aufgrund der Nähe zu ihrem Kerngeschäft sind Stadtwerke und regionale Versorgungsunternehmen eigentlich prädestiniert, den Aufbau der passiven Infrastruktur zu übernehmen und diese an Netzbetreiber zu vermieten.

Nur nach welchen Regeln soll dies erfolgen, handelt es sich bei diesem Geschäft um eine durch die EU geregelte Beihilfe und einen Eingriff in den Wettbewerb? In diesem Fall müssten die Regeln von Bundesrahmenregelung Leerrohre und zukünftig NGA-Rahmenregelung eingehalten werden. Um die Beihilfe-Frage zu entscheiden, kommt ein Private-Investor-Test in Betracht, der beantworten soll, ob sich das kommubnale Unternehmen so verhält wie ein typischer privater Investor. Die Regeln für diesen Test sind schwammig und bieten Interpretationsspielraum.

Gleichzeitig wird der in den Beihilfe-Regelungen mit Recht eingeforderte offene Netzzugang mit der neuen Vectoring-Technologie auf VDSL-Basis auf eine Bitstream-Zugang weitgehend eingeschränkt und die Kabelnetzbetreiber können ebenfalls aus technischen Gründen anderen Netzbetreibern keinen tatsächlichen Netzzugang ermöglichen.

Für Stadtwerke soll dies aber gefordert werden? Und die Deutsche Telekom legt Beihilfebeschwerde gegen Versorger ein, die möglicherweise Synergien mit dem Kerngeschäft zur Errichtung von TK-Netzen nutzen, wie dieser Artikel vermuten lässt?

Aufgrund der Quersubventionsproblematik grenzen viele Stadtwerke Leerrohrverlegungen für TK-Zwecke oft aus oder betreiben zumindest eine getrenne Rechnungslegung. Trotzdem kann die Leerrohr-Verlegung bei der Nutzung von Synergien durch den angesetzten Kostenverteilungsschlüssel gestaltet werden. Wie sollten Stadtwerke also ihre Kalkulation gestalten, so dass keine Beihilfe unterstellt werden kann? Eine vollständig getrennte Verlegung ohne die Nutzung anderer Tiefbaumaßnahmen verhindert  jeden großflächigen Ausbau und die Mitverlegung bietet Ansätze zur Infragestellung der Kalkulationsansätze.

Eigentlich wäre die Politik gefordert, denn so lange es keine allgemein verbindlichen Regeln für einen Private-Investor-Test gibt, besteht die Gefahr der Beliebigkeit oder auf der anderen Seite des langfristigen Streits über Einzelansätze. Für Juristen ist das sicher eine schöne und ergiebige Spielwiese, für die beteiligten Akteure stellt es ein erhebliches Risiko dar.

Um sicher zu gehen, müsste ein Stadtwerk seine Planungen und Kalkulationen vor Beginn der Umsetzung an die EU-Kommission zur Prüfung geben. Nach welchen Maßstäben dann entschieden wird, bleibt im Ungewissen. Ein solcher Ansatz bringt zusätzlichen Aufwand für ein Stadtwerk. Wenn sich Stadtwerke entscheiden, im Sinne der Nachhaltigkeit heute Leerrohrsysteme verlegen, um in ca. 10 Jahren ein geschlossenes Glasfaser-Anschlussnetz geschaffen zu haben, dürfte es schwer sein, die Wirtschaftlichkeit nachzuweisen. Wie wird in 10 Jahren eine marktübliche TAL-Miete aussehen? Wie hoch ist der Nutzungsgrad im Sinne einer Take-up Rate anzusetzen? Unter Umständen ist bei einem Investor-Test eine mögliche spätere Mitnutzung für die Smart-Grid Steuerung zu berücksichtigen.

Die Beschäftigung mit dem Breitbandausbau wird für Stadtwerke und regionale Versorgungsunternehmen durch die Beihilfebeschwerde der Telekom nicht einfacher. Und die Politik unterstützt zwar die Nutzung von Synergien für den Netzausbau, lässt die Akteure bislang bei der konkreten Umsetzung im Stich.

Jürgen Kaack 03.06.2014, 09.52| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Rahmenregelung, Beihilfe,

40 Jahre Abitur-Jubiläum

  • 1974 war das Jahr nach der großen Ölkrise 1973 und durch das Ende des Wirtschaftswunders deutlich geprägt.
  • Es war auch das Jahr der Rücktritte von mehreren Staatsführern: Richard Nixon in USA nach der Watergate-Affäre, Golda Meir in Israel nach dem Jom Kippur Krieg 1973 und von Willy Brand nach der Guilaume-Affäre.
  • Helmut Schmidt wurde als Bundeskanzler Nachfolger von Brand und Walter Scheel Bundespräsident.
  • Im Sommer 1974 begann die Teilung Zyperns durch die gewaltsame militärische Besetzung des Nordteils durch türkische Truppen.
  • In China ging die Phase der Kulturrevolution mit dem Machtwechsel von Zhou Enlai zu Deng Xiaping ihrem Ende entgegen und Indien wurde Atommacht.


Bei all diesen weltbewegenden Ereignissen mutet mein eigenes Jubiläum eher bescheiden an, aber Anfang Juni 1974 endete meine Schulzeit mit dem Abiturzeugnis. Fast unvorstellbare 40 Jahre sind seither vergangen und in der vergangenen Zeit es ist beruflich und privat viel passiert, Veränderungen, Erfolge und Rückschläge.

Im Mai 1983, vor 31 Jahren war auch die Universitätskarriere mit der Verleihung der Doktorwürde abgeschlossen. Und seit 19 Jahren arbeite ich auf selbständiger Basis, damals sicher eine der besten Entscheidungen, die sich über die Jahre bewährt hat und mittlerweile deutlich länger währt als die 12 Jahre als angestellter Manager. Und im Herbst besteht meine Beratung „STZ-Consulting Group“ ebenfalls 12 Jahren.

Jürgen Kaack 03.06.2014, 09.11| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines

Schnelles Internet in der Stadt Wegberg verfügbar!

Die Stadt Wegberg im Kreis Heinsberg mit knapp 28.000 Einwohnern ist eine der ersten Städte im ländlichen Raum, die mit Vectoring (fast) flächendeckend versorgt werden und auch in der Kernstadt kein Kabel-TV Netz haben!

Trotzdem ist Vectoring eine Brückentechnologie und in 10 bis 15 Jahren muss die Kupferdoppelkader durch ein leistungsfähigeres Glasfaser-Anschlussnetz ersetzt werden. Für die Kommunen bleibt die Beschäftigung mit dem Breitbandausbau ein Langfrist-Thema.

Ein Artikel zur Freischaltung des Netzausbaus findet sich bei der RP.

Neben der Telekom baut die Deutsche Glasfaser einzelne Ortsteile in Wegberg mit zukunftssicheren Glasfaseranschlussnetzen aus, z.B. in Rath-Anhoven. Leider sind die Ausbauaktivitäten der Deutschen Glasfaser in letzter Zeit ins Stocken geraten. Dies wird vermutlich einige Haushalte mit Vorverträgen zu einer Kündigung und einer Rückkehr zur Telekom bewegen.

Jürgen Kaack 22.05.2014, 18.53| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Rahmenregelung, Beihilfe,

Breitband-Ausbau in NRW

Am 19.03.2014 hat sich der Wirtschaftsauschuss im Düsseldorfer Landtag mit dem Breitbandausbau in NRW beschäftigt und insbesondere die Möglichkeiten zur zukünftigen Finanzierung über europäischen EFRE-Mitteln erörtert.

Bei der Sitzung konnte ich als Experte meine auf der Basis der Erfahrungen der letzten Jahre gesammelten Erkenntnisse und meine Schlussfolgerungen zu den Optionen und Erfordernissen einbringen. Die Pressemitteilung des Landtags dokumentiert die Ergebnisse.

In NRW fehlt aus meiner Einschätzung nach wie vor eine tragfähige Strategie für den nachhaltigen Breitbandausbau. Die bislang kommunizierten Ausbau-Ziele geben im Wesentlichen nur die Ziele der Netzbetreiber wieder und sind nicht mit Maßnahmen und Meilensteinen unterlegt. Dabei wäre es Insbesondere notwendig, den weiteren Weg von der Grundversorgung zu NGA-Strukturen - insbesondere in Form von Glasfaser-Anschlussnetzen - zu konkretisieren und gemeinsam mit Kreisen und Kommunen auszugestalten.

Der Anfang 2014 eingeführte "runde Tisch" ist eine grundsätzlich richtige Maßnahme, aber für das Erreichen von konkreten Zielen bedarf es im Vorfeld ebenfalls einer verabschiedeten Strategie. Der diskutierte Einsatz von Fördermitteln aus dem europäischen EFRE-Programm kann auf jeden Fall nur ein - eher unbedeutendes - Element sein.

Jürgen Kaack 14.05.2014, 16.07| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Rahmenregelung, Beihilfe,

Ohne Synergien wird der Glasfaserausbau teuer

Die Errichtung eines Glafaser-basierenden Anschlussnetzes erfordet in der Regel erhebliche Tiefbauarbeiten und schlägt mit € 1.500 bis über 3.000 zu Buche. Diese erheblichen Investitionen bei gleichzeitig erst langsam steigender Nutzungsrate ("Take-up Rate") erschweren die Aufstellung eines Geschäftsplanes mit einer absehbaren Amortisation. Daher erfolgt der Glasfaser-Ausbau in Deutschland eher schleppend.

Kommunen und kommunale Institutionen
(z.B. Stadtwerke) können bei einer langfristig angelegten Planung Synergien mit anderen Tiefbaumaßnahmen nutzen, die die Investitionskosten auf bis zu 15 % der Vollkosten bei gesonderter Betrachtung senken kann. Die Kostenvorteile können nur realisiert werden, wenn in der Kommune eine übergeordnete Planung und eine langjährige Koordination mit allen Baulastträgern durch einen Breitbandkoordinator erfolgt. Statistisch gesehen wird jede Straße alle zehn Jahre einmal aufgebrochen. Sobald größere zusammenhängende Gebiete ausgebaut sind, können diese interessierten Netzbetreibern im Rahmen eines transparenten Auswahlverfahrens angeboten werden.

Im Idealfall stehen die zukunftssicheren Anschlussnetze fertig zur Verfügung, wenn die derzeitigen Infrastrukturen ihre Kapazitätsgrenzen erreichen werden. Leerrohre und Glasfaserleitungen haben Lebensdauern von über 50 Jahren, so dass eine ausreichende Nutzungszeit gegeben ist. Auch bei einer Verlegung undter Nutzung von Synergien sollten Amortisationszeiten von von zehn Jahren nach Vermietung an einen Netzbetreiber angesetzt werden. Sollte sich die Notwendigkeit ergeben, Glasfaserleitungen auszutauschen, bedeutet dies bei den gängigen Leerrohrsystemen keinen größeren Aufwand.

Der Aufbau eines Glasfaser-Anschlussnetzes in einer Region erfordert eine sorgfältige Planung und ein stimmiges Konzept, das auf Grund der unterschiedlichen Voraussetzungen individuell ausgestaltet und optimiert werden muss. STZ-Consulting hat in den letzten Jahren gemeinsam mit Kreisen und Kommunen entsprechende Konzepte entwickelt.

Jürgen Kaack 06.05.2014, 15.04| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, Synergien, FttH, FttB,

Bedburg erhält einen Breitbandausbau durch Netcologne

Die Breitband-Versorgung im Stadtgebiet von Bedburg ist schon seit Jahren sehr heterogen. Selbst im Bereich der Kernstadt gibt es nach heutigen Standards noch unterversorgte Gebiete. In der unmittelbaren Nachbarschaft sind dagegen über das Kabelnetz Bandbreiten von 150 Mbit/s verfügbar.

Viele Bemühungen haben in den letzten Jahren Verbesserungen in einzelnen Teilorten ergeben. Jetzt wurde für die Stadt Bedburg eine großflächige Lösung für schnelle Internetanbindungen gefunden, die ohne Zuwendungen aus dem Haushalt umgesetzt wird. Im Rahmen der Maßnahme werden von NetCologne 56 Verteilerkästen überbaut und mit VDSL und später vermutlich auch mit Vectoring betrieben. Damit stehen für die Mehrzahl der Anschlüsse Anfang 2015 100 Mbit/s zur Verfügung. Bis dahin sind Glasfaserleitungen zu den Standorten der Outdoor-DSLAMs zu verlegen und die Multifunktionsgehäuse zu bauen.


Jürgen Kaack 05.05.2014, 08.28| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: breitband, Vectoring, Glasfaser, DSL, TAL, Kooperationen, Kommunen, Netzbetreiber,

Trennung von Netz und Diensten ein Erfolgsfaktor für Glasfasernetze

Wann ein Übergang von den bislang kupferbasierten Anschlussnetzen auf durchgängige Glasfaserstrecken für FttB- oder FttH-Netze („Fiber-to-the-Building“ oder „Fiber-to-the-Home“) erfolgen wird, kann derzeit nur vermutet werden. Realistisch ist aber eine Zeitdauer von 10 bis 15 Jahren. Dann werden auch weitere Updates bei der Übertragungstechnik über Kupferleitungen nicht mehr helfen. Schon heute zeigt sich bei VDSL-Lösungen, dass eine Erhöhung der Geschwindigeit mit einer höheren Dämpfung verbunden ist und somit mit einer abnehmenden Reichweite. Die Ursache wird die die mit höherer Bandbreite und damit höherer Übertragungsfrequenz zunehmende Undurchlässigkeit des Mediums Kupfer. Mit Vectoring werden voraussichtlich nur Anschlüsse im Umfeld von 600 Metern um den Verteilerschrank die volle Leistung erhalten, für den ländlichen Raum bleibt somit die Steigerung der Geschwindigkeit über längere Anschlussstrecken begrenzt.

Eine Zeitdauer von bis zu 15 Jahren eröffnet Chancen für den Aufbau der erforderlichen Infrastruktur. Von den großen Netzbetreibern mit Bestandsnetzen ist ein Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen nicht zu erwarten, da der mögliche Mehrumsatz die Investitionen kaum decken kann. Zudem ist die Errichtung eines neuen Anschlussnetzes bei Investitionskosten im Bereich von € 1.500 bis über 3.500 je Anschluss mit Amortisationszeiten von über 10 Jahren verbunden. Insbesondere für börsennotierte Unternehmen ist ein solcher Zeitraum nur schwer gegenüber den Analysten und Aktionären zu vertreten.

Der flächendeckende Glasfaser-Ausbau wird daher erstmals im Telekommunikationsmarkt in größerem Stil arbeitsteilig erfolgen mit Infrastrukturbetreibern, die sich auf passive Infrastrukturen mit oder ohne eine Beleuchtung der Fasern beschränken und Betreiber aktiver Netze, die Ihre Dienste über angemietete Anschlussnetze an den Kunden vermarkten. Mit einer durch Wirtschaftlichkeitsüberlegungen bedingten Auftrennung der Wertschöpfungskette wird einer der Konstruktionsfehler der Poststrukturreform II beseitigt und das Netz von den Diensten getrennt.

Der Betrieb passiver Anschlussnetze entspricht im Geschäftsmodell der Entwicklung von Gewerbeimmobilien oder dem Betrieb von Versorgungsnetzen für Strom, Gas oder Wasser. Entsprechend kommt Stadtwerken und Versorgungsbetrieben eine wichtige Rolle zu. Aber auch andere Arten von privatwirtschaftlichen Betreibern und Kreise oder Kommunen sind passende Kandidaten. Den Betrieb der aktiven Netzkomponentenen können entweder technische Dienstleister erbringen oder die etablierten Netzbetreiber, die auch Dienste und Kundenmanagement übernehmen können.

Die Aufteilung von passiven Netzen und aktiven Komponanten einschließlich der Dienste ermöglicht einen offenen Zugang („open access“) zur passiven Infrastruktur für unterschiedliche Dienstebetreiber im Wettbewerb. Somit kommen auch Dienstebetreiber zum Zug, die über kein eigenes Zugangsnetz verfügen. Gleichzeitig wird eine wichtige Voraussetzung für die Betätigung von Kreisen und Kommunen beim Aufbau von Breitband-Infrastrukturen erfüllt.

Jürgen Kaack 29.04.2014, 08.20| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: breitband, Vectoring, Glasfaser, DSL, TAL, Kooperationen, Kommunen, Netzbetreiber,

Der Weg zu schnellen Internetzugängen

Flächendeckend 100 Mbit/s für einen schnellen Internetzugang für alle Haushalte in der EU ist das Ziel. Der Weg dahin ist nicht einfach. Mein Artikel weist mögliche Strategien für die langfristige Umsetzung eines Glasfaser-Anschlussnetzes in Kooperation mit Kreisen und Kommunen auf. Bei einem Ausbau von Leerrohrinfrastrukturen unter Nutzung von Synergien vergeht unter Umständen eine lange Zeit bis zur Freischaltung des Netzes. Daher werden Ansätze für die Schaffung von zwischenzeitlichen Brückenlösungen, z.B. unter Nutzung der Vectorinmg-Technologie benötigt.

Die neue NGA-Rahmenregelung der Bundesregierung kann als rechtliche Grundlage beim Breitband-Ausbau in Gebieten mit mehr als der Grundversorgung (> 2 Mbit/s) helfen. Eine Notifizierung dieser Rahgmenregelung für die Gewährung von Beihilfen zur Errichtung von schnellen Datennetzen wird bis Mitte 2014 erwartet. Trotzdem bleibt die Politik weiterhin gefordert, um Kreise und Kommunen bei der Planung und Umsetzung zu unterstützen.

Jürgen Kaack 26.04.2014, 13.58| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation

Kupferbasierte Netze sichern die Grundversorgung und mehr

In den letzten Jahren wurden viele Anstrengungen unternommen, um unterversorgte Gebiete, so genannte „weiße Flecken“, zu beseitigen. Trotz aller Bemühungen verbleiben 2014 noch ca. 5 % aller Anschlüsse, die selbst unter Inanspruchnahme von Fördermitteln kaum ausbauen lassen. Dies trifft Siedlungen, die nur über lange Anlaufstrecken erreicht werden oder wenige Anschlüsse an einem Verteilerschrank haben.

Mit dem verstärkten Einsatz von Vectoring wird sich diese Situation verbessert, da statt der Wirtschaftlichkeitsanalyse pro Kabelverzweiger die Wirtschaftlichkeit pro Anschlussbereich als Entscheidungsgrundlage dient. So können auch eigentlich unwirtschaftliche Kabelverzweiger in der Peripherie mit überbaut werden. Dr. Kaack hat mit STZ-Consulting in den letzten Jahren Projekte für den Breitbandausbau in mehreren Dutzend Fällen für unterversorgte Wohn- und Gewerbegebiete durchgeführt, die in der Regel zu deutlich höheren Geschwindigkeiten in den Ausbaugebieten geführt haben als die EU-weit festgelegte Unterversorgungsgrenze von 2 Mbit/s.

Mit Vectoring werden über die Kupferdoppelader zum Hausanschluss bis zu 100 Mbit/s bereitgestellt werden, über die Koaxialkabel können die Kabelnetzbetreiber schon heute 150 Mbit/s realisieren. Trotzdem ist absehbar, dass beide Technologien nur Brückentechnologien auf dem Weg zu Glasfaser-Anschlussnetzen darstellen. Dabei ist die maximale Downstream-Geschwindigkeit weniger entscheidend als das Übertragungsvolumen. Zudem spielt die Leitungsdämpfung eine Rolle und die Energieeffizienz im Netz. Ein durchgängiges Glasfasernetz bietet nicht nur eine nahezu unbegrenzte Kapazität und ermöglicht Geschwindigkeiten im Gbit/s-Bereich, es gibt nur eine geringe Leitungsdämpfung und kann zwischen Glasfaser-PoP (Point-of-Presence) und Hausanschluss in der Regel auf aktive Netzkomponenten verzichten.

Jürgen Kaack 24.04.2014, 09.21| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: breitband, Vectoring, Glasfaser, DSL, TAL,

NGA-Rahmenregelung eröffnet Möglichkeiten für den Breitbandausbau

Bislang gab es für den Ausbau von Gebieten, die bereits mit mehrheitlich mehr als die Grundversorgung von 2 Mbit/s versorgt sind, für Kreise und Kommunen keine rechtliche Grundlage neben der Bundesrahmenregelung Leerrohre, die allerdings am 27.01.2014 ausgelaufen ist. Allerdings hat die Bundesrahmenregelung Leerrohre vorausgesetzt, dass Kommunen Leerrohre verlegen und betreiben. Dabei gibt es Kommunen, die hierfür eine neue Institution schaffen müssten, weil bislang keine eigene Infrastruktur betrieben wird. Selbst für Stadtwerke war die Bundesrahmenregelung nicht in jedem Fall optimal geeignet. Die Vermietung der Leerrohre in wirtschaftlich wenig attraktiven Gegenden bieten Betreiber oft nur ohne Mietzahlung an, da der Betrieb andernfalls unwirtschaftlich bleibt. Eine mietfreie Nutzung widerspricht allerdings der Gewinnerzielungsabsicht der Stadtwerke.

Auf keinen Fall durften bisher Kommunen in Regionen mit durchschnittlich > 2 Mbit/s eine Deckungslücke an einen Netzbetreiber gewähren. Die in der Notifizierung befindliche NGA-Rahmenregelung („Next-Generation-Access-Network“) wird in dieser Situation erhebliche Verbesserungen bringen. Neben der Verlegung und Vermietung der Infrastruktur kommt auch ein Ausbau gegen Gewährung einer Deckungslücke in Betracht. In den Fällen, in denen selbst bei einem Mietzins von Null € keine Wirtschaftlichkeit erreicht wird, ist zukünftig auch die Gewährung einer Deckungslücke rechtlich zulässig.

 

 

Im Verfahren entfällt die bislang sowohl in Projekten zur Grundversorgung und bei Maßnahmen nach der Bundesrahmenregelung Leerrohre eine Bedarfserhebung bei Haushalten und Betrieben erforderlich, die aber nur in Ausnahmefällen aussagekräftig oder repräsentativ sind. Die NGA-Rahmenregelung sieht eine solche Bedarfserhebung nicht mehr vor. Für den Durchschnittsnutzer ist so oder so sehr schwer, seinen zukünftigen Breitbandbedarf einzu schätzen, wenn die aktuelle Zugangsgeschwondigkeit bereits deutlich über der Grundversorgung von 2 Mbit/s liegt. Weiterhin sind auch in der NGA-Rahmenregelung transparente Markterkundung und Auswahlverfahren vorgeschrieben – und sinnvoll.

 

Nach Umsetzung der Maßnahme sollen > 95 % der Anschlüsse mindestens 30 Mbit/s erhalten und immerhin > 75 % mindetens 50 Mbit/s. So kommt man den EU-Zielen der Breitbanddurchdringung mit schnellen Anschlüssen ein Stück näher, die 2020 für alle Haushalte in Europa die Verfügbarkeit von Anschlüssen mit mindestens 50 Mbit/s anstreben. Die Vectoring-Technologie ist derzeit noch nicht förderfähig und kann somit nicht durch Gewährung einer Deckungslücke unterstützt werden. Im Hinblick auf den kaum gegebenen offenen Netzzugang ist dies auch nachvollziehbar. Allenfalls über einen Bitstream-Access kann in einem Vectoring-Netz Dritten ein Zugang eröffnet werden.

Jürgen Kaack 22.04.2014, 09.55| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, Beihilfe, FttB, FttH, Vectoring, Internet,

Protokoll zur Breitband-Anhörung im Landtag

Das Protokoll zur Anhörung im Düsseldorfer Landtag zum "Fahrplan zum Breitbandausbau für NRW" am 11.09.2013 liegt jetzt zum Download auf der Seite des Landtags NRW bereit. Konkrete Ergebnisse sind für die nächste Zeit aber wohl nicht zu erwarten, vor allem hat NRW nach wie vor keine Breitband-Strategie. Anders als in Hessen und Bayern wird es anscheinend wohl auch keine speziellen NGA-Programme für Hochleistungsnetze geben.

Somit bleibt es Aufgabe von Kreisen und Kommunen, den Breitbandausbau voran zu treiben. Einige Gebiete werden wohl auch von dem geplanten Vectoring-Ausbau (VDSL2) profitieren, da hierbei ganze Vorwahlgebiete anstatt einzelner Kabelverzweiger-Gebiete betrachtet und erneuert werden.

Während es z.B. in Hessen eine durchgängige Organisationsstruktur vom Ministerium über die Institution Hessen-IT, den Fördergeber WI-Bank, regionale Breitband-Berater bis zu Breitband-Koordinatoren in den Kreisen und Kommunen gibt, bietet das Land NRW eigentlich nur die Institution Breitband.NRW als Informationsportal und die Finanzierungsprogramme der NRW.Bank.

Kommunen sind gut beraten, wenn sie selber aktiv werden und im Idealfall die Funktion eines Breitband-Koordinators in der Verwaltung schaffen und Informationen sammeln und aufbereiten, die für einen Breitbandausbau hilfreich sein können. Über Markterkundungsverfahren lässt sich dann in Erfahrung bringen, welche Ausbaupläne die Netzbetreiber haben.

Sofern dies nicht reicht und sich kein Ausbau ohne öffentliche Zuwendungen eröffnet, sind konzeptionelle Schritte erforderlich und im Regelfall die Bereitstellung von Haushaltsmitteln.

 

Jürgen Kaack 19.12.2013, 15.10| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, FttC, Microduct, Förderung, NGA, GAK, RWP, Glasfaser,

Jahresrückblick auf das "Breitband"-Jahr 2013

Im Jahresrückblick war 2013 auch für den Breitbandausbau ein dynamisches Jahr. Es wurden (immer noch) viele Projekte zur Unterversorgung durchgeführt, aber auch schon eine Reihe von NGA-Vorhaben auf der Basis von Glasfaser-Anschlussnetzen.

STZ hat in 2013 an Projekten für den Ausbau in 33 Stadtteilen und 18 Gewerbegebieten Kommunen und Stadtwerke unterstützt und etwa ebenso viele frühere Vorhaben von STZ wurden 2013 fertig gestellt! Eine durchaus positive Bilanz.

Mit der Freigabe von Vectoring durch die Bundesnetzagentur haben sich 2013 die Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau verändert, für viele Kommunen zum Vorteil, für manche langfristig und nachhaltig angelegte Vorhaben aber auch zum Nachteil.

In einer Anhörung hat sich der Landtag in NRW mit dem Breitbandausbau beschäftigt. Leider sind bislang noch keine Konsequenzen erkennbar und sowohl im Bund wie auch in NRW fehlt es an einer belastbaren Breitbandstrategie.

So wird wohl auch 2014 für den Telekommunikationsmarkt und das Segment Breitband einige Überraschungen bieten. Es bleibt auf jeden Fall ein Thema für Kreise und Kommunen!

Jürgen Kaack 19.12.2013, 10.40| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, FttB, Kabel-TV, NGA,

Best-Practise Kreis Heinsberg: NGA-Ausbau muss zukunftssicher sein

Der Kreis Heinsberg gehört zu den Kreisen, die den Ausbau der Breitband-Infrastruktur konsequent und systematisch betrieben haben. Nach einer Analyse bis auf die Ortschaften mit anschließender Entwicklung eines Ausbaukonzeptes, bei dem alle Bürgermeister mitziehen, wurde noch vor Beauftragung eines technischen Masterplans für das gesamte Kreisgebiet mit der Deutschen Glasfaser ein Partner gefunden, der das Ziel verfolgt, den gesamten Kreis mit Glasfaser-Hausanschlüssen zu versorgen. Mit Glasfaser-Hausanschlüssen sind bereits heute symmetrische Bandbreiten von 100 Mbit/s verfügbar und eine zukünftige Steigerung bedarf keiner neuen Infrastrukturarbeiten.

Derzeit werden knapp 100 Ortsteile im Kreisgebiet von der Deutschen Glasfaser ohne finanzielle Unterstützung durch die Kommunen bearbeitet und über die Hälfte davon hat die erforderliche Vorvertragsquote bereits erreicht. Auf diesem Wege werden inzwischen nahezu alle unterversorgten Ortsteile einbezogen. Problematrisch erweist sich dabei allerdings die Kundenakzeptanz in solchen Gebieten, die mit 6 Mbit/s oder mehr versorgt sind.

Ein vorausschauendes Handeln der Bürger könnte ohne größere Mehrkosten den nachhaltigen Ausbau auch im Sinne eines bürgerschaftlichen Engagements unterstützen. Eine "Geiz-ist-geil"-Mentalität verträgt sich schlecht mit dem Wunsch nach zukunftssicheren Infrastrukturen und einer Entlastung der öffentlichen Kassen. Wenn andere Investoren durch das Vorbild der Deutschen Glasfaser motiviert werden, ebenfalls in passive -Infrastrukturen zu investieren, könnte das den Breitband-Ausbau in Deutschland deutlich beschleunigen.

Einen Bericht zum Vorgehen im Kreis Heinsberg mit einer Analyse von Chancen und Hemmnissen findet sich hier.

Jürgen Kaack 19.09.2013, 09.31| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, FttC, Microduct, Glasfaser, Förderung, RWP, VDSL,

Nachhaltig sind nur Glasfaser-Hausanschlüsse!

Die Breitbandprojekte für die beiden Nachbarstädte Erkelenz und Wegberg sind im Vergleich zu manchen anderen Vorhaben recht speziell. Insgesamt waren 30 Ortsteile mit ca. 10 % der Bevölkerung unterversorgt. Die Deutsche Glasfaser ist während der Projektlaufzeit in beiden Städten aktiv und die zum Submissionstermin eingegangenen Angebote für die einzelnen Ortsteile waren durch Abhängigkeiten von anderen Ortsteilen kaum zu nutzen. Beim Angebot der Deutschen Telekom zeigt sich die Auswirkung von Vectoring.

Im Ergebnis werden 25 Ortsteile ohne Zuwendungen mit bis zu 100 Mbit/s ausgebaut, 2 Ortsteile können gegen ausgleich einer Deckungslücke eine bessere Versorgung erhalten und nur für 3 kleinere Ortsteile mit weniger als 3 % der ursprünglich unterversorgten Haushalte konnte während der Projektlaufzeit keine Lösung gefunden werden.

Ein Bericht zu den beiden Breitbandprojekten findet sich hier.

Jürgen Kaack 10.09.2013, 09.24| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, FttC, Microduct, Glasfaser, Förderung, RWP, VDSL,

Verbindliche Regeln für die Glasfaserverlegung

Zukunftssichere Breitbandnetze basieren auf Glasfaser-Trassen zwischen dem Netzknoten und dem Hausanschluss. Der Bau neuer Infrastrukturen erfordert erhebliche Tiefbauarbeiten und wird dadurch teuer. Dies ist aber nur eine der Hürden für die Errichtung neuer Netze. Die Absicherung des Wegerechts und die Verlegeart eröffnen mögliche Problembereiche mit zusätzlichen wirtschaftlichen Belastungen.

Bei der Verlegung von Leerrohren kann sich zwischen Infrastrukturbetreiber, Tiefbauunternehmen und der genehmigenden Behörde Diskussionsbedarf darüber ergeben, wie tief ein Leerrohr zu verlegen ist und wie die Verfüllung zu erfolgen hat. Ein Beispiel ist die Unstimmigkeit zwischen der Deutschen Telekom und der Stadt Witten, ob eine Frostschutzschicht zwischen Leerrohr und Oberfläche von 0,15 Meter ausreichend ist, oder ob es doch 0,40 Meter sein sollten. In Witten hat diese Diskussion dazu geführt, dass nur ein Teil der Kunden, die einen Vorvertrag geschlossen haben, tatsächlich einen Glasfaseranschluss erhalten. Auch im Kreis Heinsberg gab es offensichtlich mehrfach Diskussionen darüber, wie die Verlegung zu erfolgen hat. Hier herrscht auf der einen Seite Unsicherheit bei den genehmigenden Tiefbauämtern und ein wirtschaftliches Interesse der Infrastrukturbetreiber auf der anderen Seite.

Die Erwähnung und Genehmigung von Microtrenching im TKG reicht an dieser Stelle nicht aus. Die Telekom verwendet bislang ein umfassendes Regelwerk mit dem Titel „Zusätzliche Vertragsbedingungen der Telekom für Bauleistungen am Telekommunikations-Netz Teil 10: Tiefbau“. Eine generelle Regelung der Verlegung von Leerrohr-Infrastruktur für NGA-Netze durch die Landesregierung könnte den Beteiligten Rechtssicherheit geben und vermeidet langwierige Diskussionen. Für Infrastrukturbetreiber ergäbe sich hiermit zudem eine höhere Planungssicherheit, da die Kosten entsprechend der Vorgaben kalkuliert werden können.

Wenn Kreise, Kommunen oder kommunale Unternehmen sich für den Aufbau von passiven NGA-Netzen einsetzen, sollte der bürokratische und wirtschaftliche Aufwand nach Möglichkeit gering gehalten werden. Um entlang von Landesstraßen Leerrohre zu verlegen, ist in NRW eine Genehmigung des Landesbetriebes Straßen.NRW erforderlich. Für den Aufbau von Telekommunikationsnetzen ist hierfür die Übertragung des Wegerechts durch die Bundesnetzagentur eine Voraussetzung. Zur Genehmigung der Wegerechts-Übertragung wird dann wiederum ein Geschäfts- und Investitionsplan sowie ein Leistungs- und Zuverlässigkeitsnachweis benötigt.

Sind diese Voraussetzungen geschafft, wird für die Nutzung der benötigten Trassen eine Konzessionszahlung fällig. Es ist nachvollziehbar, dass der Straßenbau erhebliche Mittel benötigt, aber es erscheint nicht sinnvoll, hierfür Mittel von Institutionen zu holen, die ebenfalls eine wichtige Infrastruktur errichten. Erschwerend kommt beim Aufbau der Breitband-Infrastruktur hinzu, dass mögliche Einnahmen aus der Vermietung der Infrastruktur erst Jahre später zu erwarten sind, Konzessionszahlungen sind aber von Anfang an fällig.

Vor diesem Hintergrund sollten öffentliche Institutionen und Unternehmen, die vorsorglich Breitband-Infrastrukturen über einen längeren Zeitraum errichten, ein Wegerecht auf allen öffentlichen Flächen erhalten ohne ein für privatwirtschaftliche Unternehmen sinnvolles aufwändiges Antragsverfahren mit Nachweis von Zuverlässigkeit und Leistungsfähigkeit zu erfordern und möglichst ohne zusätzliche Kosten für den Zeitraum ohne Umsatzrückflüsse aus der Vermietung.

Jürgen Kaack 26.08.2013, 10.14| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, Infrastrukturbetreiber, Microduct, NGA, Wegerecht,

Best-Practise Beispiele für den Breitband-Ausbau

Seit über sechs Jahren führt STZ-Consulting Projekte für Kommunen, Kreise und Stadtwerke zur Verbesserung der Breitbandversorgung durch. Obwohl die Betätigung einer Gebietskörperschaft im Telekommunikationsbereich nach den Leitlinien der EU zur Gewährung von Beihilfen erfolgen muss, sind die Randbedingungen so unterschiedlich, dass kaum ein Projekt einem anderen gleicht. Aus der Vielzahl der bislang begleiteten Vorhaben habe ich einige aufgrund ihrer spezifischen Besonderheiten als Best-Practise Beispiele in ausführlichen Berichten beschrieben. Eine Kurzübersicht zu den Fallbeispielen findet sich auf der Homepage von STZ-Consulting. Aktuelle Informationen zu derzeit laufenden Breitbandvorhaben finden sich auf der Facebook-Seite von STZ-Consulting.

Im Folgenden finden sich Links zu einigen der bislang veröffentlichten Best-Practise Beispielen:
  • Stadt Kaarst: Kaarst liegt nicht in der Förderkulisse für den Breitbandausbau in NRW. Trotzdem gab es unterversorgte Wohn- und Gewerbegebiete und ein Bürgerinitiative hat selber verschiedene Möglichkeiten geprüft. In einem aufwändigen Verfahren konnte in Anlehnung an notifizierte Verfahren ein wirtschaftlicher Ausbau mit VDSL erreicht werden. Im Gerwerbegebiet Kaarster Kreuz sind inzwischen für fast alle Betriebe Geschwindigkeiten mit mehr als 25 Mbit/s verfügbar.
  • Stadt Geilenkirchen: eine Stadt mit gut 26.000 Einwohnern, 30 Stadtteilen und 13 Stadtbezirken ist nicht ideal zur Herstellung einer nachhaltigen und bezahlbaren Breitband-Infrastruktur. Für 13 unterversorgte Stadtteile können nach verschiedenen Anläufen mit unterschiedlichen Vorgehensweisen  große Teile des unterversorgten Gebietes ausgebaut werden, überwiegend sogar mit Glasfaser-Hausanschlüssen.
  • Gemeinde Rheurdt: in einer Gemeinde mit dünner Besiedlung in den Randlagen und unterschiedlichen Versorgungsrichtungen konnte durch den Einsazu oberirdischer Leitungen ein vollwertiger VDSL-Ausbau unter wirtschaftlichen Bedingung ermöglicht werden.
  • Stadt Ennepetal: zwei Stadtteile mit recht langem Anlauf hat unter Nutzung von Synergien mit vorhandenen Infrastrukturen und in Kooperation mit einem Versorgungsunternehmen schnelle Internetanschlüsse mit VDSL erhalten.
  • Stadt Haltern am See: ein Stadtteil von Haltern am See war nicht nur mit weniger als 1 Mbit/s unterversorgt, sondern durch drei Siedlungungskerne und lange Strecken bei geringer Siedlungsdichte kaum wirtschaftlich zu versorgen. Erst die Kooperation mit einem Fernwasserunternehmen und eine komplette Änderung der Netzstruktur führte zu einem zufiredenstellenden VDSL-Ausbau.
  • Stadt Friedrichshafen: der Breitbandausbau ist kein Selbstzweck sondern dient der Schaffung einer Smart-City mit Breitband-Anwendungen für unterschiedliche Bereiche: Verwaltung (eGovernment), Bildung, Gesundheit (eHealth), Verkehrssteuerung, Seniorennetzwerken, Kulturangeboten etc.

Die Liste der Fallbeispiele wird sukzessive ergänzt, einige Artikel warten im Lektorat auf ihre Fertigstellung.

Jürgen Kaack 10.08.2013, 14.57| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: breitband, Glasfaser, Förderung, Geschäftsmodell, VDSL, Kabelnetz,

Nutzungslücke bremst den Breitbandausbau

Aus der Rubrik "Aktuelles" der Seite www.Breitband.NRW.de:

"Dr. Jürgen Kaack, Geschäftsführer und Inhaber der STZ-Consulting Group, ist ein Experte für Telekommunikationsthemen und innovative Geschäftsmodelle rund um das Thema Breitband. In seiner neusten Veröffentlichung setzt er sich mit der tatsächlichen Nutzung von hochleistungsfähigen Breitbandanschlüssen sowie dem hochaktuellen Thema Vectoring auseinander. Darüber hinaus schildert er mögliche Handlungsoptionen für Kreise und Kommunen. Nach Schätzungen von STZ-Consulting nutzen im Durchschnitt nicht mehr als 25% der Haushalte in den mit mehr als 25 Mbit/s versorgten Regionen die Möglichkeit, einen schnellen Internetanschluss zu erhalten. Auch bei den nachhaltig zukunftssicheren Glasfaser-Hausanschlüssen herrscht bei den potenziellen Nutzern Zurückhaltung. Nach Schätzung des Branchenverbandes VATM waren Ende 2012 gut 800.000 Glasfaser-Hausanschlüsse verfügbar. Aktiv genutzt wurden auch hier nur 343.500 Anschlüsse, was einem Anteil von 43% entspricht.

Nach dem zweiten Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur ist das Thema Vectoring einmal mehr ein viel diskutiertes Gesprächsthema in der IKT-Branche. Dr. Kaack befürchtet, dass die Einführung des Verfahrens eine erhebliche Re-Monopolisierung der DSL Netze mit sich zieht. Durch Einsparungen im Bereich der Betriebskosten könne der Vectoring-Ausbau finanziert und die Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den Kabelnetzbetreibern erhöht werden. Wettbewerber können jedoch nur unter engen Auflagen selber tätig werden und genau hier verberge sich die Gefahr der Re-Monopolisierung. Dabei mache der VDSL-Ausbau, aus Sicht von Dr. Kaack, zum jetzigen Zeitpunkt betriebswirtschaftlich durchaus Sinn, sei aber zukünftig nicht mit dem prognostizierten Bandbreitenbedarf gewachsen.

Damit Kommunen und Kreise dem entgegenwirken können, erörtert Dr. Kaack darüber hinaus kurz- und langfristige Handlungsoptionen. So soll ein erster Schritt die Analyse der konkreten Versorgungssituation sein. Staat und Länder sollen auf der anderen Seite die notwendigen Rahmenbedingungen schaffen."

Der vollständige Bericht steht hier für Sie zum Download bereit.

Jürgen Kaack 24.07.2013, 08.33| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Koaxialkabel, VDSL, FttH, FttB, digitale Spaltung,

Geschäftsmodelle für den Breitband-Ausbau

Viele Kommunen und Kreise sind seit teilweise über zehn Jahren mit der Verbesserung der Breitbandversorgung befasst. Durch die Förderangebote aus EU-Mitteln wurden diese Aktivitäten ab 2008 deutlich intensiviert. Aber Fördermittel sind nicht für alle Kommunen nutzbar, oder die Förderkriterien führen nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Bei der Beschäftigung mit dem Breitbandausbau gibt es ein breites Spektrum unterschiedlicher Vorgehensoptionen und es gibt kaum zwei identische Vorgehensweisen.

Übersicht zu Geschäftsmodellen für den Breitbandausbau:

  • Ausbau mit Zuwendungen (Deckungslücke)
  • Ausbau unter Nutzung vorhandener Infrastrukturen
  • Ausbau mit bürgerschaftlichem Engagement
  • Ausbauoptionen mit Stadtwerken
  • Motivation von Netzbetreibern zum Ausbau
  • Kooperationen mit Infrastrukturbetreibern
  • Gründung von Infrastrukturinstitutionen (alleine  / Private-Public-Partnership)
  • Netzaufbau in Verbindung mit Sanierungsarbeiten im Versorgungsnetz
  • Zweckverbände als interkommunale Aktivitäten


Ergänzende Informationen und Erläuterungen zu den Geschäftsmodellen mit Fallbeispielen für die Umsetzung in ausgewählten Kommune und Kreisen auf Anfrage verfügbar.

Jürgen Kaack 10.07.2013, 18.26| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Kabel-TV, Glasfaser, GAK, Förderung, Geschäftsmodell, FttH, FttB, VDSL,

Erfahrungen aus Breitbandprojekten: kleiner und teuerer!

In den letzten Wochen wurden einige Beratungsprojekte zum Breitbandausbau fertiggestellt, die STZ-Consultung begleitet hat. In 12 Ortschaften sollte flächendeckend eine bessere Breitbandanbindung erreicht werden. Gemeinsam ist allen Einzelvorhaben, dass sie erst nach der Erhöhung der Unterversorgungsschwelle auf 6 Mbit/s in der Förderrichtlinie vom 04.05. diesen Jahres förderfähig geworden sind und die Mehrheit der Anschlüsse bereits mit Zugängen von über 2 Mbit/s versorgt sind. Gemeinsam ist dem Vorhaben in allen 12 Ortschaften ebenfalls, dass der Ausbau in wesentlichen Teilen durch Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarentwicklung und Küstenschutz (GAK) finanziert werden sollen. ...weiterlesen

00.00.0000, 00.00| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Internet, Glasfaser, Brückentechnologie, Kabelnetz, DSL, Vectoring, FttB, Förderprogramme,

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