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Wirtschaftliche Grundlage von Sylt im 19. Jahrhundert

1850 waren 300 der insgesamt 1.209 männlichen Bewohner von Sylt in der Seefahrt tätig und davon wiederum 136 Kapitäne und Steuerleute - dies entspricht einer Quote von fast 25%! In Westerland lebten zu dieser Zeit knapp 500 Einwohner, das größte Dorf war zu dieser Zeit Morsum mit 770 Einwohnern. Aufschlussreich ist ein Blick auf die „Produktion“ der 2.706 Einwohner in jenem Jahr vor über 160 Jahren: es wurden 2.900 Tonnen Roggen, 5.960 Tonnen Gerste, 1.660 Tonnen Hafer sowie in nennenswertem Umfang Wollprodukte hergestellt. Mit elf Austernfahrzeugen wurden von den damals 20 Austernbänken 1.700 Tonnen Austern geerntet. Dies entspricht 1,5 Millionen Stück, die auf das Festland und bis nach Russland transportiert wurden.

 

In den Dünen wurden 40.000 Möweneier gesammelt und in der Vogelkoje 22.916 Krickenten gefangen. Die Hauptausfuhrprodukte von der Insel waren über viele Jahre Austern, Gerste und Wollwaren. Neben den Einwohnern lebten 226 Pferde, 1.393 Kühe und 6.563 Schafe auf der Insel. Offensichtlich funktionierte die Steuerbürokratie der Dänen damals auch schon sehr effizient, wenn so genaue Zahlen zu Möweneiern und Schafen ermittelt wurden! Die Produktion auf Föhr war bis auf Austern und Möweneier ähnlich wie auf Sylt, die Einwohnerzahl lag 1850 mit 5.400 doppelt so hoch wie auf Sylt. Auf den Halligen waren Schifffahrt, Krabbenfang sowie die Produktion von Butter, Käse, Fleisch und Wollwaren die Haupteinnahmequellen. Auf Langeneß gab es 1850 gerade mal 57 Häuser.Unter den Uthland-Friesen finden sich in nicht geringer Zahl Seeleute, Schiffer und Kapitäne. Eine hohe Zahl der Seefahrer starb vergleichsweise jung bei einem Schiffsunglück, bis hin zu den fernen Gestaden. Insbesondere die Seefahrer von Sylt und den Halligen waren als Navigatoren und Schiffsführer anerkannt. Im 17. Jahrhundert haben viele Sylter für den Walfischfang bei Spitzbergen und Grönland bei holländische und Hamburger Reeder angeheuert und manche waren danach in der Handelsschifffahrt tätig. So anerkannt die Sylter als Schiffsführer und Fischer waren, so wenig angesehen waren sie in Landwirtschaft und Viehzucht. Die Festlandsfriesen waren dagegen schon früh erfolgreich mit Landwirtschaft und Viehzucht.

Jürgen Kaack 28.07.2017, 10.00

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