STZ - Consulting Group

Ausgewählter Beitrag

Vorprodukte für Vectoring-Ausbau von der EU genehmigt

Die EU-Kommission hat den Netzbetreibern Deutsche Telekom, DNS:NET und NetCologne die Vorprodukte für Vectoring genehmigt, die anderen Netzbetreibern den Zugang zum Vectoring-Netz ermöglichen, ohne einen physischen Zugang zu bieten. Mit diesen "VULA"-Vorprodukten wird somit auch der Ausbau der Vectoring-Netze förderfähig. VULA ist ein ungebündeltes virtuelles Zugangsprodukt auf der Basis eines Bitstream-Zugangs. Für Kreise, die in den ersten Förderrunden im Bundesförderprogramm einen Antrag auf Basis eines FTTC-Ausbaus gestellt haben, ist das eine gute Nachricht, da ihre Vorhaben jetzt eine Rechtsgrundlage erhalten. 

 

Ansonsten ist die Förderfähigkeit von Brückentechnologien ein erheblicher Rückschritt, da Vectoring-Netze in absehbarer Zeit wieder überbaut werden müssen mit Glasfaser-Anschlussnetzen. Sowohl Bund als auch das Land fordern einen flächendeckenden FTTB-Ausbau bis 2025. Für dieses Ziel ist ein Vectoring-Ausbau kontraproduktiv und schädlich. Antragsteller für einen geförderten Breitband-Ausbau können aber bereits heute diese Falle umgehen, indem im Förderantrag eine symmetrische von mindestens 100 Mbit/s-Leistung gefordert wird. Vectoring ermöglicht im Upstream derzeit nur bis zu 40 Mbit/s. Für die Antragsteller aus den ersten Förderrunden zum Bundesförderprogramm hatten zum Teil keine andere Wahl als auf einen FTTC-Ausbau mit Vectoring-Technik zu setzen, da in der Interessenbekundung kein Netzbetreiber einen FTTB-Ausbau in Aussicht gestellt hat. Mit der Genehmigung der VULA-Produkte wird dem formalen Anspruch auf einen offenen Netzzugang Rechnung getragen, ob dieses Angebot in der Praxis von anderen Netzbetreibern in größerem Umfang genutzt wird, bleibt abzuwarten. Skepsis zu einer marktwirtschaftlichen Auswirkungen erscheinen angebracht.

 

Den Pressetext der EU-Kommission zu der aktuellen Entscheidung findet sich unter diesem Link.




Jürgen Kaack 17.08.2017, 12.27

Kommentare hinzufügen


Kommentare zu diesem Beitrag

3. von

Gruss M.G.

vom 07.09.2017, 04.14
2. von

:ok: danke schön!

vom 07.09.2017, 04.09
1. von

:ok: - passt zur Info vom 25.8., warum Vektoring als Brückentechnologie doch benötigt wird

vom 26.08.2017, 20.17
Antwort von Jürgen Kaack:

Die Vectoring-Technologie hat sicher geholfen, schnell größere Gebiete auszubauen. Wie alle DSL-Techniken ist auch Vectoring mit Leitungsdämpfung verbunden, so dass nur "bis zu" Geschwindigkeitswerte angegeben werden und insbesondere im ländlichen Bereich nur mit hohem Aufwand eine Verbesserung erreicht wird. Leitungsdämpfung, asymmetrische Bandbreite und hohe Latenzzeiten sprechen nicht unbedingt für Vectoring. Für die erklärten Ziele einer Gigabit-Versorgung ist der Schritt zu Glasfaser-Anschlüssen unumgänglich. Geschwindigkeiten von derzeit bis zu 10 Gbit/s, symmetrische Bandbreite, sehr geringe Dämpfung und Latenz sprechen für Glasfaser. 

Der Technologieleitfaden auf der Seite von Breitband.NRW liefert ergänzende Informationen zu den Vor- und Nachteilen einzelner Übertragungstechnologien.

2017
<<< Dezember >>>
Mo Di Mi Do Fr Sa So
    010203
04050607080910
11121314151617
18192021222324
25262728293031

Einträge ges.: 794
ø pro Tag: 0,2
Kommentare: 50
ø pro Eintrag: 0,1
Online seit dem: 19.05.2006
in Tagen: 4228
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3