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Vectoring im Nahbereich - Bremse für Glasfaser-Anschlüsse?

Deutschland bemüht sich um die Verbesserung der Breitbandversorgung. In Bezug auf verfügbare Geschwindigkeiten und Glasfaserhausanschlüsse liegt Deutschland im internationalen Vergleich noch immer deutlich vom Spitzenfeld entfernt. Der Breitbandausbau benötigt je nach den regionalen Randbedingungen unterschiedliche Lösungen und auch Brückentechnologien sind erforderlich, um schnell Versorgungsengpässe zu beseitigen. Vectoring als Weiterentwicklung von VDSL ist eine solche Brückentechnologie, die hiermit versorgten Kommunen durchaus Vorteile bringt. Trotzdem birgt die Vectoring-Technologie Risiken für die weitere Entwicklung hin zu nachhaltigen Infrastrukturen auf Basis durchgehender Glasfaserstrecken (Fiber-to-the-Building).



Eigentlich ist es eine Farce, wenn es nicht so folgenschwer wäre! Technologisch reizt Vectoring die Möglichkeiten der alten (lange abgeschriebenen und für die Telefonie verlegten) Kupferdoppelader optimal aus - allerdings um den Preis einer Remonopolisierung. Es wird technisch kaum anders möglich sein, als dass es nur einen Anbieter im Nahbereich um die Hauptverteiler gibt, der Vectoring ermöglicht. Ob dies die Telekom oder ein Wettbewerber ist, erscheint aus marktwirtschaftlicher Sicht fast gleichgültig. Durch die hohe Besiedlungsdichte begründet der Vectoring-Ausbau im Nahbereich ein neues Monopol (neben den meist in diesen Gebieten parallel vorhandenen Kabelnetzen). Damit wird der Aufbau nachhaltiger Glasfaser-Anschlussnetze auf lange Sicht erheblich erschwert! Die Förderfähigkeit von Vectoring als Lösung ohne einen offenen Netzzugang wäre die nächste Eskalation in dieser Farce ...

Es ist eigentlich auf allen Seiten unstrittig, dass mittel- bis langfristig nur die Glasfaser ausreichend hohe Geschwindigkeiten - nämlich Lichtgeschwindigkeit, symmetrische Bandbreiten und hohe Übertragungsraten ermöglicht. Im Vergleich zu einem Vectoring-Netz ist die Glasfaser energetisch erheblich günstiger und unterleigt keine äußeren elektro-magnetischen Einflüssen. Wann stellt sich Deutschland endlich richtig für die Herausforderungen der Gigabit-Gesellschaft auf, anstatt aufwändige Lösungen für eine mittelfristig auslaufende Technologie zu schaffen?

Jürgen Kaack 11.06.2015, 10.07

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