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Stühlerücken bei NetCologne - Indikator für veränderte Marktbedingungen?

Der schnelle Wechsel an der Spitze von NetCologne ist vermutlich mehr ein Zeichen für die Unsicherheit bei den Gesellschaftern über die zukünftige Entwicklung im TK-Markt als Ausdruck von Fehlentscheidungen. NetCologne ist immerhin einer der wichtigen Protagonisten im Bereich der Glasfasernetze und einer der Pioniere unter den Stadtnetzen.

Seit der Unternehmensgründung von NetCologne hat sich der TK-Markt mehrfach deutlich verändert durch neue Technologien und veränderte Geschäftsmodelle. Die frühzeitige Entscheidgung von NetCologne (und M''net, Wilhelm.tel und anderen Netzbetreibern) für den Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen war richtungsweisend und strategisch sinnvoll. Deutschland liegt im internationalen Vergleich bei Glasfaseranschlüssen weit hinten und braucht Unternehmen wie NetCologne, die diesen Weg beschreiten. Die Konsequenz ist, dass die alternativen Anbietern bei Glasfaser-Hausanschlüssen heute eine gewichtigere Rolle im Markt spielen als die Deutsche Telekom.

Allerdings kann das Geschäft mit Glasfaser-Anschlussnetzen nur langfristig betrieben werden und braucht Investitionssicherheit. Mit der verspäteten Aktivität der Kabelnetzbetreiber und ihrem attraktiven Angebot mit Anschlüssen bis 150 Mbit/s ist vor geraumer Zeit eine ernstzunehmende Alternative zu anderen NGA-Angeboten im Markt. Durch den geplanten Vectoring-Ausbau durch die Deutsche Telekom mit Downstream-Raten von 100 Mbit/s auf der Basis der seit Jahrzehnten im Boden liegenden Kupfer-Doppelader wird dieser Wettbewerb noch mal verschärft und dies wird Auswirkungen auf die Margen der Anbieter haben. Die sich verändernden Wettbewerbsbedingungen sprechen für eine neue Marktphase in der Telekommunikationsmarkt: die Zeit der Hochgeschwindigkeits-Anschlüsse.

Gleichzeitig kann das Bewusstsein beim Verbraucher und die Akzeptanz für Angebote mit höheren Bandbreiten weiterentwickelt werden und damit den gesamten Breitband-Markt voranbringen. Dabei wird sich auch die Erkenntnis durchsetzen, dass hochwertige Telekommunikationsangebote mit Bandbreiten von 100 Mbit/s nicht für 19,90 Euro pro Monat zu haben sind. Die Preise für Telekommunikationsdienste liegen in Deutschland schon heute unter dem europäischen Durchschnitt und weitere Preisnachlässe wären kontraproduktiven für den notwendigen Netzausbau.

Einen Beitrag zu den Änderungen in der Geschäftsführung von NetCologne finden sich z.B. hier.

 

Jürgen Kaack 15.09.2013, 12.57

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