Ausgewählter Beitrag

Standortqualität durch modernste I&K Technologie

Im Folgenden der Abstract für meinen Vortrag im Rahmen der "TelematikCity" Veranstaltung von Fraunhofer in Stuttgart am 16.12.2008. Der Programmflyer (und das Anmeldeformular) finden sich unter diesem Link auf der Seite des Fraunhofer IAO-Instituts.

Telekommunikation ist für vielfältige Änderungen im privaten und wirtschaftlichen Umfeld verantwortlich. Zukünftig sind Internet und Breitbandanwendungen Treiber für Umwälzungen. Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Deutschland drohen Nachteile durch die digitale Spaltung z.B. im Vergleich von Ballungsgebieten und ländlichem Raum. Welche Möglichkeiten gibt es und wer muss die Initiative ergreifen?

 

Ein wichtiger Treiber für die weitere Entwicklung ist das Internet. Erst 1993 kam der erste Webbrowser auf den Markt und ermöglichte das heutige WorldWideWeb (WWW). Obwohl erst gerade 15 Jahre in dieser Form verfügbar, hat das Internet weltweit bereits 1,23 Mrd. Nutzer – und dies mit stark steigender Tendenz. Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung war das Aufkommen von Web2.0 Funktionalitäten im Jahr 2004. Das drastische Wachstum verändert nicht nur viele Strukturen, es führt auch zu einer erheblichen Belastung für die Netzinfrastrukturen, die nicht auf solche Datenmengen und ein Wachstum von derzeit 60 % pro Jahr ausgelegt wurden.

 

Auch in Deutschland ist der Siegeszug des Internets zu beobachten, 65 % der Bevölkerung nutzen bereits heute das Internet, weitere 5 % planen die Nutzung noch in diesem Jahr. In der Altersgruppe der 14 – 29-Jährigen nutzen 91 % das Internet. Nur in der Gruppe der über 50-Jährigen ist die Nutzung mit 40 % noch vergleichsweise gering. Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit diesen Werten gerade mal im Mittelfeld. In vielen asiatischen Ländern, aber auch in Skandinavien oder den Niederlanden beträgt die Durchdringung inzwischen über 80 % und wächst weiter! Der Bandbreiten-Bedarf wächst kontinuierlich, vor wenigen Jahren war 1 MBit/s noch völlig ausreichend, mittlerweile sind immer mehr Anschlüsse mit 2, 6 oder 16 MBit/s im Einsatz. Mit VDSL können auch Privatpersonen 25 oder 50 MBit/s nutzen. Glasfaser (ftth) ermöglicht auch Bandbreiten über 100 MBit/s. Auch die Unternehmen haben die Bedeutung von Breitband erkannt. Als Standortfaktor rangiert die Breitbandversorgung fast gleich auf mit Personalkosten und der Straßenanbindung.

 

Bei der rasant steigenden Bedeutung des Internet auf allen Ebenen des Lebens ist es wichtig, dass es nicht zu ungewollten Abspaltungen („Digital Divide“) von einzelnen Bevölkerungsgruppen kommt. Es gibt traditionell gesellschaftliche Gruppen, die der Internet-Nutzung weniger offen gegenüber stehen. Die ältere Generation ist aber bei weitem noch nicht ausreichend eingebunden. Der Breitbandausbau in der Fläche ist teuer. Nach Expertenschätzung ist für einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser (ohne den Hausanschlussbereich) Investitionen in Höhe von 30 bis 50 Mrd. € erforderlich. Dies ist sicher für keinen der Anbieter alleine zu schaffen. Aufgrund der oben aufgeführten Randbedingungen sind die Investitionen in den Breitband-Ausbau in Deutschland im Vergleich zu anderen Industrie-Staaten erschreckend gering. Der Ausweg kann nur in Eigeninitiative und Kooperationen liegen.

 

Als ein Modellprojekt werden im Rahmen von T-City verschiedene Breitband-Anwendungen auf der Basis der modernsten Mobilfunk- und Festnetz-Infrastruktur erprobt in den für das T-City Projekt definierten Projektfeldern:

 

  • Bürger & Staat
  • Wirtschaft & Arbeit
  • Lernen & Forschen
  • Gesundheit und Betreuung
  • Verkehr & Mobilität
  • Tourismus & Kultur

 

Die derzeit verfolgten 25 Projekte werden gemeinsam mit Partnern aus der Region umgesetzt und sollen einen Beitrag zu den Oberzielen des Projektes liefern:

 

  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Verbesserung der Standortqualität
  • Steigerung des Vernetzungsgrads zwischen Bürgern, Unternehmen und Institutionen
 

Jürgen Kaack 02.12.2008, 08.13

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