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Private-Public-Partnerships als Erfolgsmodell für die Zukunft

In vielen Bereichen wird die Umsetzung größerer Aufgaben für das Gemeinwesen sowohl für öffentliche Einrichtungen wie auch für Privatunternehmen alleine schwierig im Hinblick auf Finanzierung und Management. Ein aktuelles Beispiel ist der Breitbandausbau in der Fläche, der für manche Netzbetreiber alleine unwirtschaftlich ist. Durch Nutzung von Synergien zwischen den Kommunen, die sowohl im Bereich von Wegerechten und bei der Durchführung von Baumaßnahmen, aber auch bei der Gewinnung von lokalen Geschäftspartnern beitragen können und somit die Wirtschaftlichkeit verbessern. Die Kommune profitiert von einem schnelleren und flächendeckenderen Ausbau.

 

In Friedrichshafen ist der Breitbandausbau zwar kein akutes Thema mehr, nachdem im Festnetz mit VDSL bis zu 50 MBit/s verfügbar sind und im Mobilfunk mit HSDPA bis zu 7,2 MBit/s. Trotzdem ist die Ausgestaltung des Innovationsvorhabens T-City Friedrichshafen als Private-Public-Partnership (PPP) sinnvoll. In einer PPP wirken Partner mit unterschiedlichen Erfahrungen, Zielen und Voraussetzungen zusammen. T-City soll Lebensqualität verbessern und Standortqualität sowie Vernetzung steigern. Dies ist nicht alleine mit der Bereitstellung von Technologie zu bewerkstelligen. Anwendungsideen und Partner, die mit Eigeninitiative Projektideen zum Leben erwecken, sind mindestens ebenso wichtig und erfolgsentscheidend.

 

Im T-City Projekt werden neue Projektideen gemeinsam zwischen den Partner der PPP bewertet. Dabei hat jede Seite aufgrund der eigenen Zielsetzungen eine eigene Sicht und eigene Kriterien. Trotzdem kommt es in vielen Fällen zu deckungsgleichen Entscheidungen. Allerdings geht in einer PPP ohne beidseitige Zustimmung nichts und Projektideen, an denen nur ein Partner Interesse haben, werden nicht umgesetzt – zumindest nicht im Rahmen von T-City! Der jeweilige Beitrag zur Umsetzung eines Projektes in Form von Ressourcen oder Finanzmitteln wird in einer PPP einvernehmlich festgelegt. Die Beiträge der Parteien hängen unter anderem von dem Nutzen ab, den die jeweilige Seite für sich sieht. Auch diese Einschätzung kann fallweise sehr unterschiedlich ausfallen.

Da in einer PPP die Interessen und Perspektiven von mindestens zwei Parteien eingebracht werden, ist die Chance auf einen Erfolg viel höher als bei einer „eindimensionalen“ Bewertung und Umsetzung. Da gleichzeitig die unterschiedlichen Stärken der Partner genutzt werden können, lassen sich die viel beschworenen Synergien in einer Kooperation tatsächlich nutzen. Dies schafft normalerweise Effizienz-Vorteile und eine verbesserte Wirtschaftlichkeit.

Aus diesen Gründen ist für mich eine PPP in vielen Fällen eine zukunftsweisende Organisationsform zur Umsetzung vielfältiger Aufgaben. Dabei ist eine PPP nicht gleich zu setzen mit Privatisierungsbestrebungen. Beispiele aus Großbritannien (Eisenbahn, Gefängnisse, …) zeigen, dass reine Privatisierungsbestrebungen nicht unbedingt nachhaltig vorteilhaft sind. Das Modell der PPP vermeidet die Risiken, da die Kommune (oder andere öffentliche Einrichtungen) weiterhin mit im Boot – und in der Verantwortung – bleiben. Breitbandanwendungen für die Bereiche Bildung und Gesundheit bieten sich für PPPs an, da ähnlich wie beim Breitbandausbau die Umsetzung von Innovations-Projekten schneller und effizienter erfolgen kann.

Jürgen Kaack 08.04.2009, 21.52

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