Ausgewählter Beitrag

Ein wenig norwegische Geschichte auf dem Weg zur Staatsbildung

Sofern die aufgefundenen Verbindungen korrekt sind, war Walbert von Bardenburg (um 810 bis 872) ein direkter Vorfahre und stammt einerseits über seinen Großvater Widukind von Sachsen (um 735 bis 11.01.810) von den sächsichen Herrschern ab und über seine Großmutter Gerburg Oysteinsdotter Yngling (um 755 bis nach 807) von dem alten norwegischen Herrscherhaus der Ynglings.


Gerburgs Vater Oystein I. Halfdansson (um 736 bis 780) war König im Teilreich von Romeike und war verheiratet mit Hilda Eriksdotter von Vestfold (722 bis 769), einer Tochter von Eric Agnarsson (geboren um 695), dem König von Vestfold, einem Gebiet im Westen des Oslofjordes. Da Eric ohne männliche Erben blieb, übernahm Hildas Ehemann Oystein das Gebiet. Oystein starb bei einem Raubzug mit seinen Wikingern nach Varna auf der östlichen Seite vom Oslofjord. Als König Skjöld den Angreifern folgte, fiel Oystein über den Bord seines Schiffes und ertrank.



Über Oysteins Vater König Halfdan Olafsson „Whiteshanks“ von Värmland (704 bis 750) und dessen Vorfahren wird in der 1220 von Snorri Sturluson geschrieben „Yngling-Saga“ berichtet, für die historische Authentizität gibt es aber keine konkreten Belege.


Unter seinem Vater Olaf Tretelgia Ingjaldsson von Värmland „dem Holfäller“ (662 bis 710) hatte sich mit seinem Volk nach dem Tod seines Vaters König Ingjald Onundsson von Uppsala (um 660 bis um 734) im Bezirk Nerike angesiedelt, aber aufgrund der durch die Grausamkeiten seines Vaters ausgelösten Feindseligkeiten wich er mit seinem Volk über die Berge zum See Vänern aus und siedelte in Värmland. Aufgrund seiner Rodungsarbeiten am Vänern gab man ihm den Beinamen „der Holzfäller“. In späteren Jahren litt das Volk an einer Hungersnot in Värmland, die möglicherweise eher durch eine Überbevölkerung als einen Fluch der Götter ausgelöst wurde. Die Bevölkerung übersiedelte von Värmland nach Soleyar in Norwegen und wählte Halfdan zum König.


Halfdan unterwarf erst die Provinz Soleyar und anschließend Romeike. Er gilt als großer König, der sich mit Asa Eysteinsdotter (680 bis 718) verheiratete. Sie war die Tochter von König Eystein Trondsson von Hedmark und Oppland (668 bis 710). Auf Oystein I. Halfdansson „the Magnificent“ folgte sein Sohn Halfdan II. Oysteinsson „the Mild“ (752 bis nach 800) als König über Romerike und Vestfold. Er ist ein Bruder der oben genannten Gerburg Oysteinsdotter Yngling. Es ist überliefert, dass er mit Gold großzügig war, seine Männer aber hungern ließ. Er galt als großer Krieger, der oft zu Plünderungen aufbrach und dabei große Beute machte. Verheiratet war Halfdan mit Liv, der Tochter des Königs Dag von Vestmar. Halfdan konnte in den Unruhen nach 800 gegen die Könige von Hedeby die Unabhängigkeit der Provinz Vestfold erstreiten. Er starb mit etwa 48 Jahren an den Folgen einer Krankheit.

Jürgen Kaack 03.03.2018, 23.00

Kommentare hinzufügen

Die Kommentare werden redaktionell verwaltet und erscheinen erst nach Freischalten durch den Bloginhaber.



Kein Kommentar zu diesem Beitrag vorhanden