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Claus Kaack - der erste Lehrer in der Familiengeschichte

Über das Leben von Jochim Kaack, der nach dem Umzug von Mühbrook über Langwedel am 12.01.1775 in Nübbel geboren wird, und seiner Familie ist nichts bekannt, er hatte mit Wiebke zwei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn wurde wieder nach seinem Großvater Hans (15.08.1804 bis 1873) genannt und erhielt als Viertel-Hufner auf Flurstück Nr. 15 in Nübbel. Die Familie hatte zwei Töchter, die ältere der Beiden war Margarethe Kaack (16.07.1810 bis 1898) und heiratete am 12.11.1828 den aus Fockbeck stammenden Jürgen Grimm (08.11.1806 bis 1864), einen Enkel von Hans Grimm, dem Vater ihrer Mutter Wiebke. Nach dem Vater von Jürgen Grimm, Claus Grimm (23.03.1774 bis 27.08.1831) wurde Claus Kaack benannt und dieser war auch sein Taufpate. So gab es offensichtlich enge familiäre Bande zwischen den Familien Grimm und Kaack. Margarethe und Jürgen Grimm lebten in Fockbeck, wo Jürgen als Hufner arbeitete und von 1830 bis 1850 zum Bauernvogt gewählt war. Die Familie hatte drei Töchter und zwei Söhne). Die jüngere Tochter von Wiebke und Jochim erhielt nach ihrer Mutter den Namen Wiebke Kaack (25.09.1815 bis 1873) und heiratete den Käthner auf dem Flurstück Nr. 38 in Nübbel, Hans Bock (1807 bis 1884). Die gemeinsame Tochter Eva Bock (28.12.1841 bis 26.01.1894) heiratet am 01.11.1863 Hans Grimm 13.09.1840 bis 03.11.1917), den Sohn von Margarethe Kaack und Jürgen Grimm.



Der jüngere Sohn von Wiebke und Jochim, Claus Kaack, wurde am 28.07.1807 in Nübbel geboren und machte Karriere als Lehrer, zunächst 1826 mit knapp 19 Jahren als Unterlehrer in Hohn bei Plön, dann 1827 als Lehrer in Agethorst und als letzte Station 1843 in Borgdorf. Damit ist Claus der erste Vertreter in der Geschichte der Kaack-Familie, der eine andere Betätigung als in der Landwirtschaft wählt! Die Entscheidung für das Lehreramt muss er aus tiefster Überzeugung getroffen haben, denn weder gab es Verwandte, die in diesem Beruf tätig waren, noch kann die schlechte Entlohnung der Lehrer ein Anreiz gewesen sein. Mit der Übernahme der Lehrererstelle in Borgdorf kehrt Claus vielleicht unwissentlich in die Gegend zurück, aus der Hans Kaack und seine Eltern Jochim und Magdalena Kaack knapp 100 Jahre zuvor nach Nübbel bei Rendsburg umgesiedelt sind. Ob es zu dieser Zeit noch Verwandte im benachbarten Mühbrook gab, ist nicht bekannt. Claus hat sich als Autodidakt selber zum Lehrer ausgebildet, zumal die „Präparandenanstalten“, die später die Lehrerausbildung übernahmen, erst ab 1880 gegründet wurden. Auch nach der Unterordnung unter die preußische Verwaltungsstruktur ab 1866 hat Claus den Lehrerberuf bis zu seiner Pensionierung 1884 weiter ausgeübt.

 

In seiner Zeit als Lehrer in Borgdorf wurde 1858 aufgrund einer Anordnung der Regierung ein neues Schulgebäude errichtet, das das bisherige von 1812 bis 1814 errichtete und mit zahlreichen baulichen Mängeln behaftete Gebäude ersetzte. Am 21. November 1877 brannte dieses 19 Jahre alte Schulhaus nach Brandstiftung nieder. Als Schuldiger wurde ein Enkel von Claus Kaack ermittelt, nur die Gründe für diese Tat sind nicht überliefert. Es könnte sich bei dem Brandstifter um einen der beiden Söhne von Joachim Alexius oder von Hinrich Hermann Kaack handeln, die von Glückstadt oder Kiel zu Besuch in Borgdorf waren. Aber auch ein Sohn von Wiebke und Claus Rohwer aus Nübbel könnte der Schuldige sein.


Aufrisszeichnung für das neue Schulgebäude

   

Da es der Gemeinde an finanziellen Mitteln für den Neuaufbau fehlte, fand der Schulunterricht in den nächsten Jahren in der „Zieglerkate“ in der Mitte des Dorfes statt. Der Versuch, eine neue Schule zusammen mit der benachbarten Gemeinde Seedorf aufzubauen und zu nutzen, scheiterte am Widerstand der dortigen Dorfgemeinschaft. Erst 1879 wurde der erste Spatenstich für die neue Schule ausgeführt. Der Neubau am Schulweg kostete 3.800 Mark und wurde am 01. Januar 1880 bezugsfertig. In der Schule gab es eine Lehrerwohnung mit drei Zimmern, eine Küche, einen Keller und eine Speisekammer. Der Klassenraum konnte durch einen separaten Eingang betreten werden. Das Dach war mit Schieferplatten gedeckt. Da das Schulgebäude erst 1911 an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen wurde, musste in den ersten Jahren das Wasser aus dem schuleigenen Brunnen geschöpft werden.

 

Im Jahres-Durchschnitt haben etwa 45 Schulkinder die Schule in Borgdorf besucht. Claus Kaack ging an 01.01.1884 nach einundvierzigjähriger Lehrertätigkeit in Borgdorf im Alter von 76,5 Jahren in Pension. Nach Claus unterrichteten bis 1918 noch 8 weitere Lehrer in dem Schulgebäude. Zusammen mit den vorangegangenen Lehrerstellen war Claus somit 58 Jahre lang als Lehrer tätig! Nachdem er vorher etwa 1.110 Mark als Jahresgehalt bekommen hatte (einschließlich 60.000 gelieferten Torfsoden für den Hausbrand) bekam er im Ruhestand eine Pension in Höhe von 450 Mark jährlich. Catharina ist vor 1884 in Borgdorf verstorben und Claus ist nach der Pensionierung nach Kiel Gaarden umgezogen. In der Lehrerwohnung konnte er nach seiner Pensionierung auf jeden Fall nicht weiter wohnen, da der nächste Lehrer sie benötigte. Von Borgdorf nach Kiel-Gaarden ist die Entfernung mit ca. 25 Kilometern recht kurz. In Kiel lebte zu der Zeit sein zweitältester Sohn Hinrich Hermann Kaack, der am 12.08.1836 in Agethorst geboren wurde. Claus starb 13 Jahre später am 17.09.1897 mit 90 Jahren in seiner letzten Wohnung im Poppenbrügger Weg 21.

 

Von den 10 Kindern von Thrin und Claus Kaack lebten bei seinem Tod 1897 nur noch die beiden Brüder Hinrich Herrmann in Kiel und Johannes in Flensburg, sowie Enkel seiner Tochter Wiebke Catharina Grimm in Nübbel, von seinen Söhnen Joachim Alexius in Hamburg, Hinrich Herrmann in Kiel sowie von Johannes in Flensburg. Über den Verbleib der zweiten Tochter Catharina ist außer einer Ehe mit einem Herrn Zimmermann nichts bekannt. Von den direkten Nachkommen ist nur die älteste Tochter wieder nach Nübbel, dem Geburtsort ihres Vaters, zurückgekehrt und hat den Landwirt Claus Rohwer geheiratet. Die älteren Söhne haben einen kaufmännischen Beruf ergriffen, Joachim Alexius mit einer Handelsvertretung in Hamburg, seine Söhne als Buchhalter und Händler mit Eisenwaren und Schiffsausstattung in Hamburg, Hinrich Herrmann als Herrenausstatter in Kiel.  Johannes wird Buchbinder, Drucker und später Eigentümer einer Groß- und Einzelhandlung in Flensburg.

Jürgen Kaack 16.07.2017, 10.59

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