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Chronik der Familie Kaack: Wege nach Sylt



Die Analyse der Geschichte der Familie Kaack erlaubt einen Rückblick auf eine nahezu 500-jährige Geschichte. Im Hinblick auf die Herkunft finden sich zu drei Vierteln nordelbische Holsaten, Jüten und Nordfriesen und zu einem Viertel Vorfahren aus dem Gebiet Braunschweig in Niedersachsen. Ein Vorfahre stammt aus Göteborg und zwei weitere aus Nimptsch (Schlesien). Die Vorfahren aus der Gegend nördlich der Elbe gliedern sich in drei Viertel:

  • Jüten aus Süddänemark (Højer, Hadersleben, Mögeltondern, Süderlügum, Humptrup);
  • Inselfriesen (Uthlands-Friesen) von Sylt, Föhr und den Halligen Gröde, Habel und Langeneß;
  • Holsaten aus den Bereichen Bordesholm, Vaale, Neuenkoogsdeich und Westerbüttel (Brunsbüttel), Steinburg zwischen Glückstadt und Elmshorn sowie Nübbel bei Rendsburg.

Die Ur-Sylter Familien, die eine Verbindung mit den Zugezogenen eingegangen sind, lebten überwiegend in dem kleinen regionalen Gebiet um Westerland, Tinnum und Keitum. Betrachtet werden die Ursprünge und Veränderungen in den Familienzweigen Carstensen, Wachsmuth, Janssen, Lorenzen, Johannsen, Dose, Kröger, Thormählen, Müller, Niedhardt, Buchwald, Søeberg, Schröder und Kaack. Aus diesen Zweigen gab es insbesondere seit Anfang des 19. Jahrhunderts Zuzüge auf die Insel Sylt, die Geburtsort und Heimat für nachfolgende Generationen wurde. Durch Einheirat kam es zu Verbindungen mit den Ur-Sylter Familien Bleicken, Erken, Boysen. Seit den 1990er Jahre lebt keiner der engeren Verwandten der Familie Kaack mehr auf Sylt. Wie bei viele anderen Familien sind Verwandte in der Vergangenheit zugezogen und später entweder in anderen eigener Familien aufgegangen oder wieder weggezogen.


Wann kann eine Familie als Sylter Familie bezeichnet werden? Eine eindeutige Definition besteht wohl nicht und daher habe ich für das Buch definiert, dass eine Familie dann als Sylter Familie gilt, wenn sie mindestens eine Generation lang auf Sylt gelebt haben. Nur wenige der heutigen Bewohner stammen ursprünglich von Sylt. So hatte Westerland noch 1804 bescheidene 437 Einwohner, gut 100 Jahre später waren es bereits 2.292! Erst der zweite Weltkrieg und der starke Zuzug durch Flüchtlinge nach dem Krieg hat die Einwohnerzahl deutlich gesteigert. Der stärkste Zuzug erfolgte im 19. Jahrhundert, insbesondere nachdem Westerland 1855 Nordseebad wurde. Als „Ursylter“ Familien werden im Folgenden solche bezeichnet, deren Geschichte sich bis in 16. Jahrhundert auf Sylt zurückverfolgen lässt. Damit ist natürlich nicht ausgeschlossen, dass auch diese Familien in den Jahren davor zugewandert sind. Nur lassen sich diese Ereignisse in der Regel nicht mehr nachvollziehen, da es an schriftlichen Aufzeichnungen mangelt.

 

Um den Zuzug und die Beweggründe für einen Umzug zu verstehen, reichen die nackten Zahlen der Statistiken kaum aus. Nähere Aufschlüsse kann die nähere Betrachtung einzelner Familien geben und die Entwicklung von Beginn der dokumentierten Geschichte nachzuverfolgen. Die Veränderungen in den Familien nach dem Umzug und die Vermischung mit einheimischen Familien gibt Aufschluss über Auswirkungen. Für die Betrachtung des Zuzugs wurden Informationen zu Familien oder einzelnen Personen aus Mögeltondern, Hadersleben, Sonderborg, Eckernförde, Bordesholm sowie Brunsbüttel, Vaale und Steinburg recherchiert. Aus weiterer Entfernung stammen je eine Familie aus Braunschweig und aus Schlesien und ein Kapitän aus Göteborg.  Die Betrachtung der Einzelschicksale kann zwar nicht alle möglichen Fälle der Zuwanderung auf die Insel Sylt abdecken, aber einen guten Einblick in die Hintergründe geben.

 

Die systematische Recherche in der Neuzeit anhand von online verfügbaren Quellen und Auftragsrecherchen bei Stadt- und Kirchenarchiven hat teilweise erstaunliche Fakten zu Tage gebracht. Aber nicht alle Lücken konnten sicher geschlossen werden und so enthalten die dargestellten Informationen einen Teil an Mutmaßungen. Auch konnten nicht alle Daten eindeutig zugeordnet werden. Aber es ist auch nicht Ziel dieses Werks in allen Bereichen wissenschaftlich exakte Daten zu liefern. Mit den genannten Methoden ist es gelungen, fast alle Teile der Vorfahren über 400 Jahre hinweg zu erforschen. Die frühesten identifizierten Familienmitglieder lebten am Anfang des 16. Jahrhunderts. Insgesamt konnten über 3.500 Personen aus dem Kreis der Vorfahren der Familien identifiziert und in einer Datenbank erfasst werden.

 

Spannender als die nackten Daten zu Geburt, Heirat und Tod sind die „weichen“ Faktoren, wer waren die Menschen und was hat sie bewegt, wie sind sie mit Krisen im Leben umgegangen? Diese Fragen lassen sich umso schwieriger zu beantworten, je weiter die Ereignisse in der Vergangenheit zurückliegen. Aber auch zu Ereignissen im frühen 20. Jahrhundert wird es immer schwieriger, Zeitzeugen zu finden. So basieren die Darstellungen der Personen, von Helden wie Versagern,  aus subjektiven Einschätzungen zu Informationen und mündlichen Überlieferungen. Dabei erhebt die Abhandlung nicht den Anspruch einer wissenschaftlich exakten historischen Ableitung.

 

Der Text gliedert sich in eine Hintergrunddarstellung zur Entwicklung auf Sylt und dem angrenzenden Festland und folgt anschließend den einzelnen Familienzweigen, die für die Geschichte der Familie besondere Bedeutung hatten. Aufgrund des Erkenntnisstandes liegen für einzelne Familienzweige mehr oder weniger Informationen vor. Fehlen vertiefende Daten, so werden einzelne Zweige nur im Rahmen eines Unterkapitels dargestellt. Sofern sich nach Veröffentlichung der Abhandlung neue Erkenntnisse ergeben, werden sie bei einer späteren Überarbeitung berücksichtigt. Neben den direkten Vorfahren werden Nebenlinien beschrieben, die entweder eine interessante Entwicklung durchgemacht haben oder im Kontext der Familiengeschichte interessant erscheinen.

Als eBook verfügbar unter diesem Link und in Kürze auch als Printversion im DIN A4-Format verfügbar, das die eingebundenen Fotos und Grafiken besser darstellt.

Jürgen Kaack 29.12.2016, 14.08

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