Ausgewählter Beitrag

14. Erbvertrag von Frenz Kaack von 1675



Der 14. Teil der Serie führt wieder zum Familienzweig Kaack nach Mühbrook bei Bordesholm zurück. Es ist gleichzeitig das letzte Zeitzeugnis direkter Vorfahren aus dem 17. Jahrhundert. Wie schon im 3. Teil belegt, lebten Vorfahren der Familie Kaack wohl mindestens seit dem 15. Jahrhundert in dem kleinen Dorf Mühbrook am Rand des Einfelder Sees.


Der älteste nachgewiesene Vorfahre der Familie ist der um 1585 geborene und in Mühbrook verstorbene Hufner Lorenz Kaack, weitere Daten über ihn sind nicht bekannt. Sein Sohn ist der etwa 1620 in Mühbrook geborene Frenz Kaack, der mit einer Margaretha verheiratet war und 1670 verstarb. Auf ihn folgte sein gleichnamiger Sohn Frenz Kaack, der gegen 1650 in Mühbrook zur Welt kam. Außer ihm hatten Margaretha und Franz vier weitere Kinder: Hans (um 1652 bis 1713, Hufner in Mühbrok), Anike, Jochim und Heinrich.



Frenz Kaack (um 1650 bis nach 1711), ein Enkel von Lorenz, übernahm per Erbvertrag vom 06.02.1675 von seinem Vater Frenz die Hufe in Mühbrook. Dabei sind anscheinend auch Güter von Heinrich Ersen, Joachim Eggert Ersen und Joachim Oßeborn (?) mit einbezogen. Der Wert des Anwesens wurde laut Aufstellung aus verschiedenen Posten ermittelt:

  • 30,00 Mark für das Haus      
  • 100,00 Mark für die Gespann
  • 40,00 Mark für die übrigen Pferde      
  • 100,00 Mark für Schafe und Schwein      
  • 100,00 Mark für das Winterkorn
  • 80,00 Mark für anderes Gerät     
Insgesamt ergibt sich ein Wert von 450 Mark.

  • Hiervon abgezogen werden die „privilegierten“ Schulden:
  • 48,00 Mark für die Contribution aus dem Jahr 1674
  • 19,25 Mark an königlicher Contribution für den Monat August
  • 72,00 Mark an monatlicher Contribution für weitere vier Monate
  • 48,00 Mark an Dienstgelder
  • 22,00 Mark für Rockenheuer
  • 9,00 Mark für den Amtsschreiber und die Vogtei
  • 21,06 Mark für weitere Kosten       
Insgesamt ergeben sich Schulden in Höhe von 233 Mark.

Zur Verteilung stehen 216 Mark zur Verfügung. Die Regelungen sehen vor (nicht alle Teile sind leserlich): „Die Tochter Anike soll von den Geldern voraus haben 58 Mark, den Rest soll die Mutter mit den übrigen fünf Kindern, als Hans, Frenz, Anike, Jochim und Heinrich zu gleichem Teile behalten, bekommt also ein jedes von Mutter und Kind 2 Mark ... zu ihrem Anteil jedoch ist hierbei ihre abgeführt, wenn in diesem Jahr die königkliche Contribution ... Als die ... Monat vorhergesagt beliese, soll er sämtliche Erben von ihren Forderungen fallen lassen, damit aus dem Fall ... der Besitzer die Contribution abtragen kann. Der Tochter hat der Besitzer versprochen 2 Tonnen Roggen wenn Sie zu Ehren kommt (Anmerkung: vermutlich im Sinne von: als Mitgift, wenn sie sich verheiratet). Die Mutter bekommt zu ihrem Abschied je einen Scheffel Saat aus dem Kamp, aus dem hinteren Kamp, aus Hohenstimers Kamp das mittelste Teil, aus dem Kamp bei der Hirtenkatedas Teil, aus dem Bast das vorderste Teil, aus der alten Erle das vorderste Teil, aus der Koppel und aus dem Mohrbekskamp (Anmerkung: insgesamt also acht Scheffel).

Jürgen Kaack 01.05.2018, 11.10

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