Ausgewählter Beitrag

11. Münsterprediger Thomas Funck (1617 bis 1690)



In der zeitlichen Folge nach Johannes Vietor folgt Thomas Funck aus Ulm, ein Sohn des im 6. Teil dieser kleinen Reihe vorgestellten Jacobus Funccius, ebenfalls Münsterprediger in Ulm. Der Kupferstich von Thomas Funck aus dem Jahr 1660 findet sich hier: "Die Porträtsammlung der Herzog August-Bibliothek Wolfenbüttel" unter dem Link: http://portraits.hab.de/werk/19139/bild/


Die Taufe von Thomas Funcke wird im Kirchenbuch Ulm unter dem 23.02.1617 gewürdigt mit dem Eintrag: „Februarius. Den 23t[en]. Thomas – Eltt[ern:] H[err] M[agister] Jacobus Funccius Prediger am Spital Fr[au] Anna Bischöffin. gev[attern:] Philips Zallinger Hofmeister am Spital, Fr[au] Zusanna H[errn] Pfarrers Gockelij Hausfraw.“  Um 1630 besucht Thomas das Ulmer Gymnasium und mit 16 Jahren immatrikuliert er sich am 22.10.1633 an der Universität Tübingen. Nach zwei Jahren wechselt er am 25.09.1635 zur Universität Straßburg, wo er am 14.06.1636 seinen Magister-Abschluss erhält. 1638 tritt er in Jungingen eine Stelle als Diakon an und wechselt 1640 nach Langenau. Dort heiratet er in erster Ehe Sabine Meckel und bekommt mit ihr ein Kind. Sabine Meckel stirbt jung vor 1645. 1642 wird Thomas Funck in Langenau mit 25 Jahren zum Pfarrer bestellt. Schon 1645 tritt er mit 28 Jahren eine Stelle als Supernumerarius im Ulmer Münster an, 1653 wird er als Münsterprediger Ordinarius. Mit 61 Jahren wird Thomas Funck zum Eleemosinarius (Almosenpfleger) am Ulmer Münster ernannt und ein Jahr später zum „Consistorii Matrimonialis Assessor“ (Eherichter).



Thomas Funck hat in den Jahren von 1636 bis 1688 neun Schriften publiziert, „De natura Ethics, pro Gradu“, 1636, „Jo. Meckelii Gnomologia Patrum“, 1651 und „Johann Peter Hubers Predigten“, 1671 sowie sechs Leichpredigten (1656 zum Tod des Notars Andreas Bergers, 1665 für Georg Henseler, 1671 für den Münsterprediger Peter Huber, 1678 für Dorothea Schifferlin, die Frau Buchhändlers Johann Görlin und 1688 zum Tod des Buchhändlers Thomas Görlin). Thomas Funck stirbt am 22.06.1690 mit 73 Jahren. Die Leichpredigt zu seiner Beerdigung am 25.06. hält der Münsterprediger Johann Conrad Mayer und erläutert hierin seine Erkrankung: „So ist die Ursach der Kranckheit vornemlich gewesen/ das hohe und krafftlose Alter: Die Mattigkeit aber und Mangel an Kräfften ist vornemlich herkommen von dem starcken Nasen Bluten/ daß er bey wenig Jahren etlich Mal gehabt / wobey gemeiniglich in 2, 3 und mehr Maß Blut von ihm kommen/ dadurch den ganzen Leib die Kräfften entzogen / sonderlich weil Er auch den Appetit zum Essen verlohren/ in dem der Magen sehr schwach war ... etliche Mal starcke Magenschwächinnen gehabt/ daß man ihm in einer Gutschen nach Hause führen müssen ... musste er sich zu Bette legen/ weil an den Füssen wegen des bösen unreinen Geblüts sich eine Geschwulst wiewol ohne Schmerzen ereygnet. Nach diesem wurde der Magen so schwach und schlecht ... Alles/ auch der Wein widerstund ihm ... und haben die Magen- Schwächenen so überhandgenommen/ daß Er offt 2 in 3 Stund eine über die andere gehabt ... biß ich mit mir selbst 60 in 70 gezehlet hab; doch hat Er sich jederzeit wieder erholet ..."


Im Kirchenbuch Ulm von 1690 findet sich zur Beerdigung von Thomas Funck der Eintrag: „Begräbnisse Ulm 1690, S. 243: „[am Rand: Herr M. Thomas Funck] Die 65 L[eich]Pr[edigt]. Hab ich M. Joh. Chunrad Mayer gethan dem Ehrwu

Jürgen Kaack 26.04.2018, 14.37

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