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Ausgewählter Beitrag

10. Schriften von Dr. Johannes Vietor von 1609 und 1611




Nach den Steinhaus- und Wasmer-Epitaphen aus Meldorf kommen unter den Zeugnissen der direkten Vorfahren in der zeitlichen Folge als 10. Teil die Schriften von Dr. Johannes Vietor aus Alsfeld. Er liess den im 5. Teil dieser Serie vorgestellten Grabstein für seine 1599 verstorbene Mutter Marie Vietor errichten.


Johannes Vietor kommt als jüngster Sohn von Marie und Justus Vietor am 01.08.1574 in Alsfeld zur Welt. Justus Vietor begann seine Ausbildung mit 11 Jahren als Chorknabe in der fürstlichen Hofkapelle in Kassel. Mit 17 begann er ein Studium in Marburg und war mit 20 Jahren 1552 als Lehrer in Alsfeld tätig. Im selben Jahr erhielt er seinen Magister-Abschluss von der Universität Marburg und wurde 1555 Rektor der Lateinschule in Alsfeld. Zwei Jahre später wurde Justus mit 25 Jahren zweiter Prediger in Alsfeld. 1559 ernannte man ihn zum Spezialsuperintendenten und gleichzeitig zum ersten Prediger in Alsfeld. Er war jetzt 27 Jahre alt. Mit 43 Jahren wurde Justus zum Pfarrer und Inspector in Alsfeld, starb aber kurz darauf am 09.09.1575 mit 43 Jahren.Beim Tod seines Vaters ist Johannes Vietor erst ein Jahr alt sein Vater und die Familie überlebt mithilfe von Unterstützung durch Verwandte. So kann Johannes 1578 die dortige Schule besuchen. Mit einem Stipendium der Heimat-Stadt Alsfeld besucht er mit 12 Jahren 1586 das Pädagogicum in Marburg und ab 1589 die Akademie. Seinen Magister-Abschluss in Philosophie erhält Johannes 1591 mit 17 Jahren. Es schließt sich ein Theologie-Studium bis 1596 an. Danach unternimmt er mit finanzieller Unterstützung des Landesherrn eine Studienreise nach Jena, Leipzig, Wittenberg, Meißen, Straßburg, Basel, Tübingen, Heidelberg, Mainz und macht sich mit den lutherischen und reformatorischen Kirchenverhältnisse im Vergleich vertraut. Nach der Rückkehr betreibt Johannes zunächst private Studien in Gießen, wird aber schon Ende 1598 auf die Pfarrstelle in Goddelau-Erfelden berufen.


1599 heiratet Johannes Vietor die am 05.06.1580 in Darmstadt geborene Magdalena Angelus, das siebte von elf Kindern des Darmstädter Pfarrers und Superintendenten Johannes Angelus (1542 bis 21.07.1608) und der Elisabeth König (1551 bis 10.08.1622). Der Vater von Johannes Angelus trug noch die deutsche Form des Namens Heinrich Happel Engel (1512 bis 22.04.1597) und war in Marburg Schuhmachermeister wie sein Vater Engelbrecht Happel Engel (1492 bis 1571). Der früheste bekannte Vorfahre aus diesem Zweig ist ein N. Happeln, der um 1405 geboren wurde, vermutlich auch in Marburg.

Dr. Johannes Vietor hat eine Reihe von Schriften hinterlassen, u.a. seine Dissertationsschrift von 1609 und zum anderen eine Leichenpredigt von 1611, die in digitalisierter Form zum Download zur Verfügungs gestellt werden. Seine Werke finden sich auf der Seite der Universität- und Landesbibliothek Halle (http://bibliothek.uni-halle.de/dbib/digital/historische drucke/). 

Die Abbildungen der Deckblätter erfolgen unter der 4.0 Internationale (CC BY-SA 4.0) Lizenz.



Jürgen Kaack 24.04.2018, 09.53

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