Neue Monopole beim Ausbau der Glasfasernetze?
Der Breitband-Ausbau erfolgt in Schritten
Breitband-Anschlüsse sind gerade für ländliche Regionen ein
essentieller Standortfaktor, der über den Zuzug von Unternehmen und
Familien entscheidet. In vielen Kommunen ist die verfügbare Bandbreite
unzureichend, selbst wenn sie oberhalb der von der Bundesregierung
definierten 1 MBit/s Grenze liegt. Das Problem für die
Breitbandversorgung in der Fläche liegt in den meisten Fällen in der
Kapazität des regionalen Backbone-Netzes begründet, mit dem das
Weitverkehrsnetz und das Anschlussnetz verbunden werden. Hier sind die
verfügbaren Bandbreiten heute oft zu gering, um eine höhere Bandbreite
bis zum Anschlussnetz zu transportieren. Die regionalen Netze bestehen
typischerweise heute noch aus Kupferkabelstrecken, deren Kapazität nicht
erweitert werden kann. Hier bleibt oft nur der Ausbau des regionalen
Netzes mit Glasfaserstrecken. In einem ersten Schritt werden meist nicht
die Einzelhaushalte angeschlossen sondern die Kabelverzweiger. Die
Verlegung von Glasfasern bis zu den Kabelverzweigern wird als
„Fiber-to-the-Curb“ (FTTC), zu Deutsch etwa „Glasfaser bis zum
Bürgersteig“, bezeichnet und stellt den ersten meist auch kurzfristig zu
realisierenden Ausbau des Glasfasernetzes dar. Mit einem solchen
Schritt können in vielen Fällen für die Mehrzahl der Anschlüsse 16
MBit/s erreicht werden. Nur bei größeren Entfernungen von den überbauten
Kabelverzweigern (> 1,5 km) macht sich die Kabeldämpfung in der nach
wie vor aus Kupfer bestehenden Teilnehmer-Anschluss-Leitung (TAL)
bemerkbar und reduziert die Bandbreite auf 6 MBit/s (oder für abgelegene
Häuser auch weniger).
Die Erweiterung der Glasfaser bis zum Hausanschluss oder
„Fiber-to-the-Building“ (FTTB) oder auch bis in den einzelnen Haushalt
„fiber-to-the-Home“ (FTTH) ist der zweite und erheblich aufwendigere
Schritt des Infrastruktur-Ausbaus. Neben dem Ersatz des teuren Kupfers
durch den unbegrenzt verfügbaren Glasfaserrohstoff sind in einem
Glasfasernetz kaum weitere aktive Komponenten erforderlich. Die Vielzahl
der zum Outdoor-DSLAM überbauten ehemaligen Kabelverzweiger (etwa ein
Kabelverzweiger je 200 Haushalte) kann bei FTTx-Lösungen entfallen. Dies
reduziert den Serviceaufwand im Netz und den Stromverbrauch für die
Signalverteilung. Auf längere Sicht und zur Erreichung von Bandbreiten
oberhalb von 100 MBit/s führt eigentlich nichts an einer durchgängigen
Glasfaser-Anbindung vom Hauptverteiler (HVt) bis zum Teilnehmeranschluss
(TAL) vorbei.
Investitions-Aufwand bremst den Glasfaser-Anschluss zum Haus
Schon der Aufbau der regionalen Netze bis zu den Kabelverzweigern als
FTTC-Lösung ist für Netzbetreiber nicht immer rentabel. Lange Strecken
bei der Verlegung von Glasfasern und eine dünne Besiedlung erhöhen die
Investitionskosten pro Anschluss schnell über die
Wirtschaftlichkeitsgrenze hinaus. Dann bleiben nur zwei Möglichkeiten:
entweder werden die Anschluss- und Monatspreise für die Kunden deutlich
erhöht gegenüber dem gleichen Angebot in dichter besiedelten Räumen oder
irgendjemand trägt die so genannte Wirtschaftlichkeitslücke der
Betreiber. Da man auf die Gleichbehandlung von Einwohnern in der Stadt
und auf dem Land nicht verzichten will, bietet die Regierung den Einsatz
von Fördermitteln aus EU-Töpfen, die Kommunen unter eng definierten
Voraussetzungen gewährt werden für den Ausgleich der
Wirtschaftlichkeitslücke in Form einer Beihilfe an einen Netzbetreiber.
Wenn der Ausbau der Kabelverzweiger schon teuer ist, so steigen die
erforderlichen Investitionen für den Ausbau der Glasfaser bis zum
Hausanschluss um ein Vielfaches. Gerade die „letzte Meile“ (Last Mile)
vom Kabelverzweiger bis zum Hausanschluss erfordert unvermeidbar
umfangreiche Tiefbaumaßnahmen im überbauten Raum. Viele Kommunen haben
keine eigenen Leerrohre in den Straßen verlegt, die zum Einziehen von
Glasfasern genutzt werden könnten. Selbst vorhandene Leerrohre sind
nicht in jedem Fall geeignet, da Glasfasern nur in Netzen mit stumpfem
Winkel und mit geeigneter Wandstruktur mit Luftdruck in ein vorhandenes
Leerrohr eingeblasen werden können. Neue Leerrohre in den Straßen kosten
je nach Verlegungstechnik (Aufgraben, Saug-Spül-Technik, Durchschießen)
von 80 bis 120 Euro pro Meter. Die Kosten für die Leerrohre selbst
(unter 5 Euro pro Meter) und das Setzen von Schächten fallen dabei kaum
zusätzlich ins Gewicht. Von den Leerrohren in der Straße bis zum Haus
können fallweise Mini-Pipes ohne eine Öffnung der Oberfläche
durchgeschossen werden. Für den einzelnen Hausanschluss kann bei einer
unabhängigen Verlegung mit Kosten in Höhe von 1.000 bis 1.600 Euro
gerechnet werden. Dabei sind die Kosten der eigentlichen
Übertragungstechnik und der Hausabschluss sowie die ggf. erforderliche
Inhouse-Verkabelung noch nicht enthalten. Für den Bau eines neuen
flächendeckenden Glasfasernetzes bis in jeden Haushalt dürften
Investitionen in Höhe von 100 Mrd. Euro anfallen.
Für die Netzbetreiber sind auch Teilbeträge solcher
Vorlauf-Investitionen zu hoch, um den Renditeerwartungen der
Gesellschafter und Aktionäre gerecht zu werden. Infrastrukturvorhaben
rechnen sich in den allermeisten Fällen erst bei einer 20-jährigen
Abschreibungsfrist wie bei öffentlichen Infrastrukturen wie
Kanalanschlüssen, Straßen und Bahntrassen. Mit den in der
Telekommunikation üblichen drei bis sieben Jahren für die Abschreibung
von Netzinfrastrukturen ist eine Rendite nur in Ausnahmefällen (z.B. in
Ballungsgebieten) über einen kürzeren Zeitraum zu erzielen.
Netzbetreiber gehen von einer Größenordnung von 15% der Haushalte im
Versorgungsgebiet aus, die unter derzeitigen Bedingungen wirtschaftlich
mit Glasfasern ausgebaut werden können und diese finden sich in
Ballungsgebieten mit einer hohen Zahl von Wohneinheiten je Anschluss.
Daher sind die Netzbetreiber immer noch sehr zurückhaltend beim
Glasfaserausbau bis zum Hausanschluss. In anderen Ländern, die in der
Glasfaser-Durchdringung deutlich vor Deutschland rangieren, hat in der
Regel der Staat den Ausbau entweder als Infrastrukturmaßnahme
subventioniert oder er ist selbst Betreiber der Telekommunikationsnetze.
Hier sind die bestehenden alten Netzinfrastrukturen allerdings oft in
einem solch schlechten Zustand, dass ein Ausbau mit VDSL überhaupt nicht
in Betracht kommt.
Infrastruktur-Betrieb als neues Geschäftsmodell
Neben dem bisher üblichen Ausbau der Netze durch die großen
Netzbetreiber mit ihren vertikal integrierten Wertschöpfungsstufen kann
aufgrund der dargestellten Investitionsvolumina und der erforderlichen
Abschreibungsfristen ist die Entstehung eigenständiger
Betreibergesellschaften für die regionalen Zugangsnetze eine mögliche
Alternative. Dabei sind verschiedene Geschäftsoptionen denkbar vom
reinen Bereitstellen passiver Infrastrukturen (Leerrohre) über das
Angebot „beleuchteter“ Glasfasern auf der Übertragungs- und
Sicherungsebene im OSI-Schichtenmodell bis zur Realisierung von
Übertragungsplattformen, an die sich andere Anbieter auf der
Dienste-Ebene anschalten können. Der Aufbau und der Betrieb eines
regionalen Breitbandnetzes rentieren sich nur in Ausnahmefällen für
Ortsteile oder eine einzelne Kommune. Wenn sich aber mehrere Kommunen
zusammenfinden oder auf Kreisebene entsprechende Aktivitäten entwickelt
werden, ist ein zu mindestens kostendeckender Betrieb möglich.
Bislang erfolgt der Ausbau durch einen der großen Netzbetreiber, der
sich dies fallweise durch die Kommune mittels Zuschüssen im Sinne einer
Beihilfe mitfinanzieren lässt. Dabei bleibt das regionale Netz dabei
aber im alleinigen Besitz des Netzbetreibers und die Kommune hat kein
Mitspracherecht bei der Nutzung oder einem späteren Ausbau. Eine andere
Möglichkeit ist ein Joint Venture zwischen einem Netzbetreiber und einer
Kommune – eine Private Public-Partnership (PPP). Finanzierung und
Nutzungsrechte werden bei diesem Modell vertraglich geregelt. In der
extremen Ausprägung kann die Betreibergesellschaft als hundertprozentige
Tochtergesellschaft des Kreises agieren. Wenn die vorhandene Versorgung
unzureichend ist und das eigentliche Endkundengeschäft an
Kooperationspartner vergeben wird, ist dies wohl auch rechtlich mit dem
kommunalen Versorgungsauftrag verträglich. Eine solche Konstellation
kann von den dargestellten unterschiedlichen Abschreibungszeiträumen für
öffentliche Infrastruktureinrichtungen (bis zu 20 Jahre) im Vergleich
zu den Kalkulationszeiträumen von drei bis fünf Jahren bei den
Netzbetreibern profitieren.
Für den weiteren Ausbau der Netze bis zum Hausanschluss ist es
naheliegend und konsequent, wenn Stadtwerke (oder
Versorgungsunternehmen) neben den Hausanschlüssen für Wasser, Strom, Gas
und Abwasser auch die Anbindung an ein passives Breitband-Netz schaffen
und betreuen. Für ein solches Szenario spricht, dass Straßen
durchschnittlich alle 10 bis 15 Jahre geöffnet oder saniert werden, oft
im Auftrag eines Versorgungsunternehmens. Wenn eine Kommune oder ein
Kreis heute für sich alleine oder zusammen mit einem
Versorgungsunternehmen einen „Masterplan“ erstellt für den Aufbau eines
Leerrohr-Netzes, dann können die geplanten Tiefbauarbeiten genutzt
werden, um an geeigneter Stelle und in passender Tiefe Leerrohre im
Beilauf mit zu verlegen. Die Verlegung von Leerrohren im Beilauf zu
anderen Baumaßnahmen senkt die Kosten von den oben angeführten 80 bis
120 Euro pro Meter auf maximal 5 Euro pro Meter und das Leerrohr ist
dabei schon enthalten. Dabei ist der eigentliche Hausanschluss
allerdings immer noch ein offener Punkt, da entweder an jedem Grundstück
ein Schacht und eine Muffe im Leerrohr gesetzt werden muss oder
Minipipes von wenigen geeigneten Punkten in der Straße über einen
längeren Abschnitt nachträglich verlegt werden müssen. Neubaugebiete
sollten schon heute mit Leerrohren ausgestattet werden, die für eine
spätere Glasfaserverlegung geeignet sind.
Bei entsprechender Vorplanung wird der Aufbau eines Glasfasernetzes
(zunächst als Fiber-to-the-Building) über einen Zeitraum von 10 bis 20
Jahren ausgeführt nur ein Bruchteil der erwähnten 100 Mrd. Euro kosten.
Denn der Anschluss mit Glasfaser wird auf dieser Grundlage vermutlich
bereits für 500 Euro zu realisieren sein. Wird dann jeder dritte
Haushalt tatsächlich angeschlossen, ergibt sich ein abgeschätzter
Break-even schon unter 15 Jahren! Um dies Wirklichkeit werden zu lassen,
muss allerdings jetzt zügig mit den Planungen und der Verlegung
begonnen werden.
Trennung von Netz und Dienst fördert den offenen Netzzugang
Die Rahmenbedingungen für die Glasfaser-Verlegung machen also
offensichtlich neue Geschäftsmodelle erforderlich, die Rückwirkungen auf
die Wertschöpfungsstufen haben werden. Eine Trennung von Netz- und
Dienste-Ebene war in einem bis 1998 auf Telefonie ausgelegten Netz nicht
sinnvoll. Für ein Breitbandnetz schafft dies neue Ansätze bei
Kooperationen und ermöglicht alternative Geschäftsmodellen. Es wird in
Zukunft allein aus wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sein, mehrere
Leerrohrrassen parallel zueinander zu einem Haushalt zu führen.
Allerdings ist es trotzdem vorstellbar, dass mehrere Glasfasern durch
dasselbe Leerrohr ins Haus geführt werden. Die Kosten für eine
zusätzliche Faser liegen bei ca. 3 Euro pro Meter und fallen somit
gegenüber der Leerrohr-Verlegung kaum noch ins Gewicht. Der Einsatz
mehrerer Glasfasern kann dann erforderlich sein, wenn die Schnittstellen
zu Diensten unterschiedlicher Anbieter nicht verfügbar sind. Von der
verfügbaren Bandbreite her ist es aber nicht erforderlich,
unterschiedliche Fasern für mehrere gleichzeitig genutzte
Breitband-Anwendungen zu installieren, können doch Geschwindigkeiten im
GBit/s-Bereich für schnelle Datenübertragung, Sprache und Fernsehen in
hochauflösender Qualität (HDTV) über ein und dieselbe Glasfaser
zugeführt werden.
Wenn es genau wie es nur einen Wasseranschluss zum Haushalt und nur
einen Gasanschluss zukünftig auch nur einen Leerrohranschluss gibt, muss
von vornherein verhindert werden, dass ein solches regionales Monopol
Einschränkungen in der Wahl der Dienste und Inhalte zur Folge hat. Das
Leerrohr muss für alle interessierten Anbieter zu gleichen Bedingungen
nutzbar sein. Selbst die Verwendung einer bereits angeschlossenen
Glasfaser kann mehreren Dienste-Anbietern im Rahmen eines
Open-Access-Modells zugänglich gemacht werden. In diesem Fall muss der
Betreiber der Infrastruktur allerdings auch die notwendige
Übertragungstechnik realisieren sowie eine Plattform, an der sich die
interessierten Anbieter von Diensten anschließen können.
So ist es ein Szenario, dass ein Infrastrukturanbieter den
Haus-Anschluss mit einem Leerrohr und einer beleuchteten Glasfaser
realisiert und hierfür einen Monatsbetrag in Höhe von circa 10 Euro vom
Anschlussinhaber (oder dem Diensteanbieter) berechnet. Mit diesem Betrag
können über einen Zeitraum von 20 Jahren bei permanenter Nutzung 2.400
Euro eingenommen werden. Im Vergleich zu den Erschließungskosten von
1.000 bis 1.600 Euro ergibt sich sicher noch kein wirtschaftlich
auskömmliches Modell wenn man berücksichtigt, dass die Vorfinanzierung
der Investition, ein möglicher Zahlungsausfall und die Tatsache und dass
sich nicht jeder Eigentümer anschließen lassen wird. Lassen sich die
Investitionskosten wie oben erwähnt auf 500 Euro senken, z.B. bei einer
Verlegung im Beilauf, und werden mehrere Anbieter von Diensten für eine
Zusammenarbeit gewonnen, kann ein solches Geschäftsmodell wirtschaftlich
tragfähig und gewinnbringend sein. Dabei können aus Sicht des Nutzers
Telefonie, Internet und Fernsehen, aber auch professionelle Anwendungen,
z.B. in Verbindung mit Cloud-Computing auf Wunsch von unterschiedlichen
Dienste- und Inhalte-Anbietern gebucht werden. Selbst bei diesen
Marktgegebenheiten wird es immer noch eine erhebliche Zahl von Nutzern
geben, die lieber ein Komplettangebot aus einer Hand und mit einer
Rechnung haben, und auch das kann es in diesem Szenario realisiert
werden.
Infrastruktur-Monopole müssen nicht wettbewerbsschädlich
wirken
Wenn es nur einen Anbieter für den Teilnehmeranschluss gibt, dann
muss durch entsprechende Regulierung und Überwachung sichergestellt
werden, dass es nicht Missbrauch der Monopolsituation im Sinne einer
Wettbewerbsverzerrung kommt. Die Situation ist aber durchaus mit der
heutigen vergleichbar. Derzeit hat die Deutsche Telekom immer noch
deutlich mehr als 90% aller Hausanschlüsse in ihrem Besitz. Ein
alternativer Netzbetreiber mietet nach den von der Bundesnetzagentur
festgelegten Regeln und Konditionen die TAL
(Teilnehmer-Anschluss-Leitung) von der Deutschen Telekom für eine
Bitstream-Access. Diese Regelung hat sich in den letzten Jahren
grundsätzlich bewährt, wenn es auch immer wieder unterschiedliche
Auffassungen über die Höhe der zu zahlenden Entgelte gibt. Ähnlich
könnten die Regelungen für die neuen Anschlussnetze gestaltet werden.
Dabei ist allerdings zu unterscheiden, ob es sich bei den
Anschlussnetzen nur um passive Leerrohrnetze handelt oder um Netze mit
beleuchteten Glasfasern.
Eine andere Frage ist, wer die Entscheidung trifft, dass ein
Unternehmen oder ein Joint-Venture ein Anschlussnetz in einer Kommune,
einem Kreis oder einer frei definierten Region aufbauen und betreiben
darf. Für Wasser- und Strom-Anschlüsse sind die Verhältnisse kommunal
geregelt. Es wäre eine Möglichkeit, es für die Breitband-Anschlussnetze
genauso zu handhaben und den Kommunen das Recht vorzubehalten, die neue
Anschluss-Infrastruktur zu betreiben. Eine andere Option ist, die
Vergabe des Rechtes zum Aufbau eines Anschlussnetzes über ein
Lizenzverfahren durch die Bundesnetzagentur zu regeln. Im einen Fall
kann sich durch klamme Haushalte oder ein fehlendes Interesse der
Kommunalpolitik ein Problem für einen planmäßigen Infrastrukturaufbau
ergeben, im anderen Fall könnte es zu Verzögerungen kommen, wenn der
Lizenznehmer den Aufbau nicht wie vorgesehen vornimmt. Mit WiMAX gibt es
für diesen Fall bereits einen Präzedenzfall.
Dabei gibt es noch eine Reihe weiterer Fragen zu klären, z.B. im
Hinblick auf eine zeitliche Exklusivität eines Netzes oder den offenen
Wettbewerb von Anfang an, die Gewährung von Investitionsschutz für das
Unternehmen, das den Aufbau zuerst betreibt. Wie wird mit Unternehmen
verfahren, die trotz aller Investitionsrisiken als zweite ein
Anschlussnetz aufbauen wollen? Für Ballungsgebiete und bei ersten
wirtschaftlichen Erfolgen ist dies vermutlich kein unwahrscheinliches
Szenario. Wer trägt die Kosten für die Entwicklung der erforderlichen
Schnittstellen zwischen Netzplattform und Anwendungsdiensten? Wie
erfolgt die technische Umsetzung im Haushalt, wenn über ein Leerrohr
mehrere Glasfasern unterschiedlicher Anbieter zugeführt werden? Wer
trägt die Verantwortung für den Fall von Netzausfällen und Fehlern? Wie
wird die Qualität der erbrachten Leistung überwacht? Wer hält den
Vertrag mit dem Kunden und hat die Kundenverantwortung? Diese Frage hat
bereits beim Aufkommen der Service-Provider im Mobilfunk zu langwierigen
Diskussionen geführt. Die Klärung der verschiedenen Fragen und die
Entwicklung eines Masterplans für die Umsetzung ist eine Aufgabe für die
Bundespolitik. Es könnte sich für den Standort Deutschland als fatal
erweisen, die weitere Entwicklung alleine dem freien Spiel der
Marktkräfte zu überlassen.
Fazit: die Umsetzung ist nicht trivial, aber realisierbar
Mit geeigneten Lösungsansätzen können Open-Access-Netze entstehen,
die ihren Namen wirklich verdienen und für neuen und fairen Wettbewerb
bei Diensten (Services) und Inhalten (Content) sorgen. Je nachdem, wer
den Glasfaseranschluss beim Kunden realisiert, kann der
Infrastrukturanbieter selbst eigene Dienste und Inhalte im Wettbewerb zu
anderen Unternehmen anbieten, die seinen Anschluss mieten. Die heutige
Struktur im Telekommunikationsmarkt kennt neben den auf Vermarktung
spezialisierten Resellern in erster Linie vertikal integrierte Anbieter,
die ihre Netze nur in Ausnahmefällen für andere Anbieter öffnen. So
kann man sich heute nur schwer vorstellen, dass ein Kabelnetzbetreiber
Sprachdienste anderer Netzbetreiber anbietet.
Bei einem weitgehend vergleichbaren Angebot von Internetzugang und Telefonie ist das sicher heute zu verschmerzen. Aber in Verbindung mit zukünftigen Angeboten für Bildung, Telemedizin, intelligenten Energiediensten (Smart Grid), häusliche Pflege, Hausautomation, Cloud-Computing, Diensten auf der Basis des Internets-der-Dinge (Vernetzung von Geräten) und weiteren innovativen Anwendungen der nächsten Jahre kann das geschlossene, vertikal integrierte Geschäftsmodell der heutigen Anbieter äußerst hinderlich und kontraproduktiv sein. Offene Strukturen schaffen insbesondere für junge und mittelständische Unternehmen neue Marktchancen.
Jürgen Kaack 19.03.2010, 09.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, BBCC, FttH, FttB, Private-Public-Partrnership,
Breitband leistungsfähiger gestalten - Profil von Dr. Jürgen Kaack
"Die Arbeit an Veränderungsprozessen, neuen Geschäftsmodellen und Innovationen bei Produkten sowie Geschäftsmodellen begleitet mich schon während meines gesamten Berufslebens. Dies habe ich sowohl als angestellter Manager, Unternehmensgründer und Unternehmer als auch als Berater von Unternehmern und Kommunen versucht und teilweise auch erfolgreich umgesetzt", erklärt Dr. Jürgen Kaack im Interview mit media|NRW. Der besondere Reiz seines Berufes liege vor allem in der der Gestaltung von Veränderungsprozessen bei der Markteinführung neuer Produkte, Wachstumsvorhaben oder Kooperationen mit anderen Unternehmen und Restrukturierungen. Das Land Nordrhein-Westfalen sieht der promovierte Physiker dabei schon lange als das Zentrum für Telekommunikation in Deutschland, das von vielen großen und kleinen Unternehmen geprägt werde. NRW sei einer der wichtigen "Motoren" für die Entwicklung des IKT-Sektors und so erwarte er auch für die Zukunft interessante Entwicklungen und spannende Innovationen.
Wie die Informations- und Kommunikationstechnologie seinen Arbeitsalltag verändert hat und wofür Dr. Jürgen Kaack gerne einmal Zeit hätte, erfahren Sie im neuesten Profil von media|NRW.
Jürgen Kaack 09.03.2010, 11.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Innovation, Glasfaser, Förderung, Telekommunikation,
IKT und Breitband nicht im Fokus der Bundespolitik?
Die Bundesregierung hat wichtige Aufgaben vor sich, wie ein Konzept
zur Regulierung des Finanzsektors, eine Reform des Gesundheitssystems
und eine Vereinfachung des komplexen deutschen Steuersystems im Zuge
einer grundlegenden Strukturreform.
Auch im Telekommunikationsbereich sind Weichenstellungen für die
weitere Entwicklung vorzunehmen. Die Trennung der gleichzeitig durch das
Bundeswirtschaftsministerium wahrgenommenen Gesellschafter-Rolle und
der Aufsichtsfunktion über die Deutschen Telekom könnte Ungereimtheiten
im Markt wie bei der Markteinführung von VDSL vor drei Jahren vermeiden,
allerdings ist hierfür bislang kein Ansatz zu sehen. Vielleicht nicht
direkt in Verbindung, aber sicher hiervon nicht ganz unbeeinflusst,
fehlt ein Masterplan für den Aufbau einer flächendeckenden
Breitbandinfrastruktur auf der Basis von Glasfaseranschlüssen bis in die
einzelnen Haushalte, bekannt unter dem Schlagwort Fiber-to-the-Home
(FttH oder auch als Fiber-to-the-Building FttB). Wie der internationale
Vergleich mit im Breitband-Bereich weiter „entwickelten“ Ländern zeigt,
gibt es langfristig keine Alternative zur Glasfaser. Funklösungen können
geeignete Migrationstechnologien sein, und stellen auch langfristig
sinnvolle Ergänzungen dar für die portable bis hin zur mobilen
Internet-Nutzung. Funk ist aber sicher keine Substitutionslösung für ein
Glasfasernetz.
Der Weg von der heutigen Netz- und Markt-Struktur hin zu einer
leistungsstarken Glasfaser-Infrastruktur und die Positionierung der
mobilen Lösungen braucht die Kooperation unterschiedlicher Unternehmen,
auch über die engere Telekommunikationsbranche hinaus. Ziele,
Umsetzungsoptionen und Kooperations-Szenarien zu entwerfen, ist Aufgabe
bei Entwicklung des Masterplans. Hierzu gehören auch Überlegungen für
eine sinnvolle Trennung von Übertragungsleistung und Diensten. Ob es
volkswirtschaftlich sinnvoll ist, den ordnungspolitisch vielleicht
gewollten Wettbewerb auf der Ebene der Netzanschluss-Infrastruktur durch
zu halten, erscheint mehr als fraglich. Wenn es im
Teilnehmer-Anschlussbereich aber denn wieder lokale oder regionale
Netzmonopole geben sollte, dann sind funktionierende Regelungen für
einen Wettbewerb auf der Dienstebene zwingend erforderlich.
Für die Umsetzung einer flächendeckenden Hochleistungs-Infrastruktur
ist sicher ein Zeitraum von 15 Jahren anzusetzen. Von alleine und nur
durch die Marktkräfte wird ein solcher Masterplan aber wohl nicht
entstehen, da die einzelnen Aufgaben über Planungshorizonte und
Wirtschaftlichkeitsziele der einzelnen Telekommunikations-Unternehmen
weit hinausgehen. Die Integration von Versorgungsunternehmen und
Kommunen in einen solchen Prozess kann durch eine zentrale
Koordinationsstelle gefördert und in Modellprojekten erprobt werden.
Der Masterplan für einen nachhaltige Ausbau der
Breitbandinfrastruktur und die Entwicklung von Breitband-Anwendungen
beispielsweise für Bildung, Medizin, Verwaltungseffizienz und
Mobilitätsvorhaben könnte durch eine koordinierende Stelle im Sinne
eines zentralen IKT-Kompetenzzentrums beschleunigt werden. Die möglichen
Ergebnisse werden deutlich in Verbindung mit den Aktivitäten des
Bundesinnenministeriums bei der Vorbereitung der rechtssicheren Email
„de-mail“, der einheitlichen Behördenrufnummer D115 und bei den Lösungen
rund um den elektronischen Personalausweis. Ohne die Koordination und
das Projektmanagement durch das Bundesinnenministerium wären diese
Lösungen nicht so weit, wie sie heute tatsächlich sind. Neben diesen
großen und richtigen Lösungen gibt es aber eine Vielzahl von
Anwendungen, die heute eher zufällig und getrieben von Einzelinteressen
umgesetzt werden. Es ist nicht erkennbar, dass die Einrichtung einer
solchen koordinierenden Institution für eine nachhaltige
Breitbandinfrastruktur und für innovative Breitband-Anwendungen geplant
ist, die Breitbandkompetenzzentren der Länder sind für eine solche
Aufgabe nicht aufgestellt. Ohne eine aktive Rolle der Bundesregierung
wird es nicht gelingen, den von der ITU im internationalen Vergleich
festgestellten Rang 13 von Deutschland zu verbessern. Dabei sollte
mittlerweile unstrittig sein, dass IKT eine entscheidende
Querschnitts-Technologie ist für die gesellschaftliche und
wirtschaftliche Entwicklung eines Landes.
Die Anfang 2009 von der Vorgänger-Regierung gesetzten Breitbandziele
für 2014: „Versorgung von 75% der Haushalte mit mindestens 50 MBit/s“
werden ohne konkrete Strategie leere Zahlen bleiben, genau wie die
Zielsetzung, alle „weißen“ Flecken bis Ende 2010 zu schließen. Es
zeichnet sich bereits ab, dass weiße Flecken noch über längere Zeiten
bestehen bleiben werden. Das GAK-Förderprogramm ist auf jeden Fall schon
mal bis Ende 2013 verlängert worden. Die Rahmenbedingungen für eine
Förderung sind für viele Kommunen zu kompliziert und unnötig
bürokratisch. Kommunen mit Nothaushalten sind in der Regel nicht in der
Lage, Förderprojekte durchzuführen. So entsteht eine neue Ausprägung der
digitalen Spaltung.
Bei den Breitband-Ausbau Projekten, die erfolgreich durchgeführt
werden, darf unter den gegebenen Rahmenbedingungen der Förderungen nur
ein Ausbau mit 2 MBit/s gefordert werden. Diese Bandbreite ist als
untere Grenze gerade geeignet, um Standard Internet-Anwendungen zu
nutzen. Für Bildungs- oder Homeoffice-Anwendungen ist dies in der Regel
zu wenig. Wie der weitere Migrationspfad zu höheren Bandbreiten aussehen
kann, wird bei den Anbietern allerdings nicht hinterfragt. Da auch kein
Masterplan für den Breitband-Ausbau existiert, werden die Kommunen in
diesem Punkt alleine gelassen.
Als neues Mittel gegen eine unzureichende Breitband-Versorgung im
ländlichen Raum wird derzeit LTE auf der Basis der digitalen Dividende
gehandelt. An dem im Mai 2010 anstehenden Versteigerungsverfahren
werden wohl auch nur die vier Mobilfunkunternehmen teilnehmen. Es wird
interessant sein, zu beobachten, welche Breitbandangebote dabei für den
ländlichen Raum herauskommen. Vielleicht verläuft die
„Erfolgsgeschichte“ ähnlich wie vor drei Jahren diejenige mit WiMAX?
Dabei war nach der Modifikation der Ausschreibungsbedingungen schon
abzusehen, dass wirtschaftliche Geschäftsmodelle kaum vorstellbar sind.
Schon WiMAX wurde damals als mögliche Technologie für die
Next-Generation-Networks (NGN) gehandelt. Hiervon spricht schon lange
niemand mehr und vermutlich wird auch keiner der Lizenznehmer die von
der Bundesnetzagentur gesetzten Mindest-Ausbauziele erreichen.
Im Rahmen eines nutzenorientierten Technologie-Mix für die
Breitband-Nutzung kann LTE eine komplementäre Ergänzung des stationären
Netzes für portable und mobile Anwendungen darstellen. Die
Basisstationen des LTE-Netzes müssen sich für den Transport hoher
Bandbreiten auf jeden Fall auf ein stationäres Glasfaser-Netz abstützen.
Auch die UMTS-Basisstationen werden derzeit Zug um Zug mit Glasfaser
angebunden. Hier gehen der Ausbau des stationären Glasfasernetzes und
der Aufbau mobiler Breitbandnetze durchaus Hand in Hand. Es bleibt
abzuwarten, wann die Versorgung mit LTE den ländlichen Raum tatsächlich
erreichen wird. Auch heute ist in der Regel gerade dort kein
breitbandiger UMTS-Mobilfunkdienst verfügbar, wo auch die stationäre
Breitband-Versorgung zu wünschen übrig lässt.
Die Bundesregierung ist zwar erst seit einigen Monaten im Amt, aber wenn es nachhaltige Entwicklungen im Telekommunikations-Markt im Sinne der Ziele für 2014 geben soll und Deutschland seinen Wettbewerbsvorteil halten will, dann muss bald etwas geschehen und es müssen Konzepte für eine nachhaltige Strukturierung des Telekommunikations-Marktes erarbeitet werden, die in einen Masterplan für Deutschland münden.
Jürgen Kaack 07.03.2010, 12.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, FttH, FttB, BBCC, LTE, Mobilfunk, Förderung, Innovation,
Geschäftsmodell Glasfaser
Mit den traditionellen Ansätzen der Telekommunikations-Industrie wird es allerdings schwierig, zu einem flächendeckenden Aufbau einer leistungsfähigen Glasfaserinfrastruktur zu kommen. Meine Analyse betrachtet die verscheidenen Ansätze und diskutiert die Trennung von Netzinfrastruktur und Diensten als eine Möglichkeit zur Umsetzung. der vollständige Text findet sich hier.
Jürgen Kaack 04.03.2010, 09.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Telekommunikation, Glasfaser, Breitband, FttH, FttB, Private-Public-Partnership,
Sinn und Unsinn der Vorratsdatenspeicherung
Nachdem der Bundesgerichtshof die Vorratsdatenspeicherung in der
bisherigen Form für nicht mit dem Grundgesetz konform erklärt hat,
müssen alle Provider die gespeicherten Daten löschen. Zu den bislang
gespeicherten Daten gehörten Zeit eines Gespräches, Zielrufnummer und
Dauer eines Gespräches. Bei Mobilfunk-Gesprächen kam noch der Ort
hinzu, von dem aus das Gespräch geführt wurde. Im Online-Bereich wurden
Email-Adressen, IP-Adressen und Termine gespeichert. Was nicht erfasst
wurde, waren Inhalte von Gesprächen oder Mail-Nachrichten. Diese
konnten und können nur nach vorherigem Gerichtsbeschluss abgehört
werden.
Mit den Daten über den gespeicherten Zeitraum lassen sich
Persönlichkeits- und Bewegungsprofile erstellen, die zu
unterschiedlichen Zwecken verwendet werden können. Möglicherweise sind
die Daten für Ermittlungen sinnvoll. Besteht daher jetzt nach dem
Löschen der Verbindungsdaten eine erhöhte Gefahr durch kriminelle
Aktivitäten? Vermutlich nicht, denn bei Verwendung von Prepaid-Karten
und Internet-Cafes lässt sich die Speicherung von Verbindungsdaten
weitgehend umgehen.
Auf der anderen Seite liegt in der Speicherung aller Daten ein nicht
unerhebliches Risiko durch Datenverluste oder –missbrauch bei den
speichernden Stellen. Es hat in den letzten Monaten ja mehrere
Beispiele dafür gegeben, dass das Datenlecks auch bei den großen
Netzbetreibern nicht ausgeschlossen werden können!
Viele Bürger gehen unvorsichtig mit ihren Daten um und geben mehr
preis, als eigentlich nötig wäre. So sammeln die Betreiber von Bonus-
und Kundenbindungsprogrammen viele Daten, die ebenfalls geeignet sind,
Persönlichkeitsprofile zu erstellen. Allerdings erfolgt dies freiwillig
und niemand ist gezwungen, die Angebote der Bonus- oder Rabatt-Karten
zu nutzen. Bei der Nutzung von Telekommunikationsdiensten sieht dies
anders aus, wenn man die Vorteile eines Festnetz-Anschlusses, eines
Mobilfunk-Vertrags und einer dauerhaften Email-Adresse nutzen will.
Daher ist es zu begrüßen, dass die unbegründete Speicherung der Verbindungsdaten zunächst unterbunden wurde.
Jürgen Kaack 03.03.2010, 21.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Mobilfunk, DSL, Datenschutz,
Breitband-Ausschreibung der Stadt Erftstadt
Eine Befragung von Bürgern und Unternehmern hat die schlechte Versorgung bestätigt und eine über 80%-ige Unzufriedenheit sowie eine hohe Wechselbereitschaft ergeben. Die Unterversorgung betrifft insgesamt 11.500 Einwohner und damit fast ein Viertel der gesamten Bevölkerung!
Daher wurde jetzt eine Ausschreibung gestartet, die Netzbetreibern die Möglichkeit gibt, sich bis zum 12. Mai 2010 mit Angeboten für einen Ausbau zu melden. Es wird eine Versorgung mit einer aus heutiger Sicht sicher ausreichenden Bandbreite von 16 MBit/s angestrebt. Die Ausschreibung findet sich auf dem Stadtportal von Erftstadt. Interessierte Betreiber können ergänzende Unterlagen bei der Stadtverwaltung anfordern.
Jürgen Kaack 01.03.2010, 16.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, DSL, Glasfaser, Funk, GAK, Fördermittel,
Deutschland bei IKT auf Platz 13
Die ITU als internationale Institution zur Standardisierung analysiert regelmäßig die Entwicklung der Durchdringung und Nutzung von Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT) und ihren Anwendungen. Da dies ein komplexes Feld ist, hat die ITU einen Index entwickelt, der einen Vergleich der Länder ermöglicht. In den Index gehen drei Komponenten ein:
- die Versorgung mit IKT-Anschlüssen und Diensten in Form von Festnetz- und, Mobilfunkanschlüssen, die verfügbare Bandbreite für die Internetnutzung und die Verfügbarkeit von Computern (z.B. gemessen an der Penetration
- die Nutzungsintensität bei Telefonie, Mobilfunk und Internetnutzung
- die Erfahrung der Nutzer für die Nutzung von Geräten und Diensten sowie die Effizienz der IKT-Nutzung
Die umfassende Berücksichtigung der verschiedenen Parameter gleicht
unterschiedliche Entwicklungsstufen und Nutzungs-Vorlieben aus. So
bekommt der Index trotz des generellen Nachteils von hoch-aggregierten
Kennzahlen eine relevante Aussagekraft.
Die neueste Bewertung für 2007 zeigt, dass die skandinavischen Länder
wieder an der Spitze rangieren, was an sich wenig erstaunlich ist. Zur
Spitzengruppe gehören aber auch Korea, Großbritannien und die Schweiz.
Deutschland liegt auf Platz 13 und damit u.a. vor Österreich,
Frankreich, den USA und Kanada. Im Vergleich zur Bewertung von 2002 hat
Deutschland einen Platz gut gemacht. Bemerkenswert ist die Entwicklung
von China auch im IKT-Bereich mit einer Verbesserung um ganze 17 Plätze,
bislang allerdings immer noch auf Platz 73. Steigerungen in ähnlich
hohem Maße werden in einigen arabischen Staaten registriert, z.B.
Saudi-Arabien um 18 Plätze (auf Platz 55). Auch Iran und Syrien haben
sich um respektable 14 bzw. 13 Plätze verbessert.
Bei der Analyse der drei Komponenten zeigen sich interessante
Unterschiede zwischen den Ländern. Bei den Ländern der Top10-Gruppe gibt
es trotz hoher Durchdringung und intensiver Nutzung eine weitere
Verbesserung insbesondere im Bereich der Nutzungseffizienz, aber auch
bei der Nutzung von Internetdiensten. Deutschland weist ein Profil mit
vergleichsweise guter Versorgung mit Anschlüssen und Geräten auf bei
eher unterdurchschnittlicher Erfahrung und Nutzungseffizienz. Wenig
verwunderlich ist, dass es nach wie vor einen erheblichen Unterschied
zwischen den entwickelten Ländern, Schwellenländern und
Entwicklungsländern gibt.
Die Analyse der IKT-Kennwerte bringt dann einen wirklichen Nutzen,
wenn für die Weiterentwicklung die richtigen Schlüsse gezogen werden. In
Deutschland ist die Durchdringung mit Telefon- und Mobilfunkanschlüssen
auf einem hohen Niveau. Auch die verfügbare Bandbreite ist im
Durchschnitt gut, insbesondere in den Ballungsgebieten. Daher findet
sich Deutschland bei der ICT-Komponente „Versorgung“ sogar unter den
Top10 aller Länder (2002 lag Deutschland noch auf Platz 12).
Für die weitere Entwicklung ist die noch vorhandene Spaltung zwischen
Ballungs- und ländlichen Gebieten bedenklich, da Einwohner und
Unternehmer im ländlichen Raum im Hinblick auf die Breitbandversorgung
oft noch benachteiligt sind. Daneben fehlt in Deutschland ein
Masterplan, der die Migration von der heute ausreichenden Versorgung
zielgerichtet zu einer zukünftig notwendig Glasfaserversorgung bis in
die Wohnung (Fiber-to-the-Home) aufzeigt. Zwar wird die Notwendigkeit
für Bandbreiten von über 100 MBit/s für Standarddienste erst in 10 oder
15 Jahren in der Breite entstehen. Heute gibt es – außer für ausgewählte
Unternehmenslösungen – keine Dienste, die eine solche Bandbreite
überhaupt benötigen. Selbst hochauflösendes (HD)-Fernsehen ist mit unter
30 MBit/s realisierbar und dies ist derzeit die Anwendung mit dem
derzeit höchsten Bandbreitenbedarf.
Unbestritten ist aber, dass der Bandbreiten-Bedarf laufend steigt und
neue Anwendungen entwickelt werden, so dass es zu einer
flächendeckenden Glasfaserversorgung bis zum Haushalt längerfristig
keine Alternative gibt. Wenn nicht heute gezielt auf den Aufbau einer
flächendeckenden Glasfaser-Versorgung hingewirkt wird, kann sich der
Aufbau später als unverhältnismäßig teuer erweisen. Von alleine wird der
notwendige Masterplan allerdings nicht entstehen und auch die
Netzbetreiber werden diesen Plan nicht aus eigener Kraft aufstellen, da
sie als Aktien-notierte Wirtschaftsunternehmen kürzere
Amortisationszeiten brauchen. In einer Kooperation zwischen
Netzbetreibern, Kreisen und Kommunen sowie Versorgungsunternehmen lassen
sich allerdings durchaus tragfähige Geschäftsmodelle vorstellen.
Neben dem Masterplan für den Ausbau der Breitband-Infrastruktur
sollten in Deutschland Maßnahmen im Hinblick auf Verbesserung bei der
Effizienz der IKT-Nutzung ergriffen werden. Dies beginnt bei der
konsequenten Nutzung von IKT im Bildungssystem und bezieht die Förderung
der Anwendungs-Entwicklung ebenso mit ein wie die Realisierung von
Smart-City Lösungen. Bei den ICT-Kennzahlen drückt sich dies in einem
Platz 20 bei der Nutzungsintensität und Platz 38 bei Erfahrungen und
Effizienz aus. Bei beiden Kennwerten hat sich Deutschland relativ zu den
anderen Ländern verschlechtert gegenüber 2002. Diese Kennzahlen sollten
natürlich nicht überbewertet werden, aber sie zeigen doch Trends und
Entwicklungsphasen auf.
Es gibt eine Reihe von Feldern, in denen die Entwicklung von
Breitband-Anwendungen sinnvoll vorangetrieben werden kann. Dies betrifft
sicher das Bildungssegment, das Ansätze für Verbesserungen der
Lernerfolge unter Einsatz von IKT bietet. Gleichermaßen gilt es aber
auch für den Gesundheitsbereich, in dem mit Hilfe von Telemedizin
sicherlich Kosten ein zu sparen sind. Im Energiesektor steht die
intensivere Nutzung von IKT-Lösungen noch aus, aber Begriffe wie
„Internet-der-Energie“ und „Smart-Grid“ zeigen auf, dass hier
Entwicklungen zu erwarten sind, die weit über einen intelligenten
Stromzähler im Haushalt hinausgehen. Elektromobilität ohne eine
intelligente Verteilung und Abrechnung ist kaum vorstellbar.
Im Bereich eGovernment sind Breitband-Dienste möglich, die sowohl die Effizienz bei der Erledigung erhöhen als auch die Interaktion zwischen Unternehmern, Bürgern und der Verwaltung erleichtern. Im Bereich der Mobilität bieten sich ebenfalls viele Ansätze zur Nutzung von IKT. Beginnend mit der Erfassung des Verkehrs über eine Kommunikation zwischen Fahrzeugen und mit der Straße bis hin zu einer gezielten Verkehrsleitung und dem Management der Schnittstellen zwischen verschiedenen Verkehrsträgern.
Jürgen Kaack 26.02.2010, 15.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Telekommunikation, Breitband, Mobilfunk, Innovation, Smart-City, Förderung,
Eine neue Form der digitalen Spaltung?
Probleme in der Haushaltslage treffen in der Folge der Wirtschaftskrise und rückläufiger Gewerbesteuer-Einnahmen zunehmend mehr Kommunen. Sobald eine Kommune einen Nothaushalt aufstellen muss, kann sie allerdings in der Regel keine Fördermittel für den Breitband-Ausbau (z.B. aus dem GAK- oder GRW-Programm) mehr beantragen, da noch keine rechtliche Verpflichtung für den Breitband-Ausbau entstanden ist. Es ist zu erwarten, dass die "Gesundung" der öffentlichen Haushalte einige Jahre dauern wird, vermutlich länger als die Laufzeit der derzeitigen Förderprogramme zum Breitbandausbau (GAK-Programm ist bis 2013 verlängert).
So werden die betreffenden Kommunen wohl auch zukünftig ohne einen Ausbau ihrer Breitband-Infrastruktur auskommen müssen. Nun zeigt sich bei Befragungen der Bevölkerung und der Unternehmen in Verbindung mit Breitband-Projekten, dass sowohl für den Bürger als auch für Unternehmen ein schneller Breitbandzugang längst zu einem wichtigen Standortfaktor geworden ist. Familien prüfen vor einem Zuzug in eine Kommune vermehrt, wie die Breitbandversorgung ist für die Einrichtung eines Home-Office Arbeitsplatzes und die Bildungsbelange der Kinder. Unternehmen gehen bis zu einer Verlagerung ihres Standortes, wenn der schnelle Datenzugang nicht gegeben ist.
So entsteht durch die prekäre finanzielle Situation von Kommunen mit einem Nothaushalt eine zusätzliche Belastung, die einer Besserung entgegen wirkt. Da das Ziel der Bundesregierung, alle "weißen" Flecken der Breitband-Versorgung bis Ende 2010 zu schließen, wohl sowieso nicht erreicht wird, kommt diesem Effekt vielleicht keine so große Bedeutung mehr zu? Hier rächt sich wieder einmal, dass man die Breitbandversorgung nicht zur Grundversorgung erklärt hat. Da dies heute nicht mehr zu heilen ist, sollte die Politik nach anderen Lösungen suchen, um die flächendeckende Breitband-Versorgung auch den finanziell schwachen Kommunen zu ermöglichen! Für die Nutzung der Mittel aus dem Konjunkturpaket II hat man ja auch in einigen Bundesländern geeignete Lösungen gefunden.
Jürgen Kaack 23.02.2010, 11.05 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, Glasfaser, FttH, DSL,
Fördermittel-Schwund?
Der Abruf der Fördermittel für den Breitband-Ausbau in der Fläche
kommt so langsam etwas in Schwung. Gleichzeitig konnte man schon Anfang
des Jahres hören, dass bei den Vergabestellen die Mittel für die
Förderung für 2010 voraussichtlich knapp werden.
Dies ist schon erstaunlich, wenn man bedenkt, dass in 2008 kaum etwas
von den 16,7 Mio. Euro abgeflossen sind, die der Bund für die
Breitband-Förderung bereit stellt. Auch in 2009 wird der Abfluss der
Fördermittel eher schwach gewesen sein. Somit dürfte alleine aus den
beiden Vorjahren ein Vortrag in Höhe von über 30 Mio. Euro vorhanden
sein. Hinzu kommen die weiteren Mittel für 2010.
Wenn die Fördermittel jetzt tatsächlich schon zu Beginn des Jahres knapp werden sollten, stellt sich die Frage, wo diese Mittel geblieben sind?
Jürgen Kaack 21.02.2010, 12.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Brteitband, Breitband-Ausbau, Fördermittel,
Studie zum Breitband-Ausbau in Deutschland
Betrachtet man die Durchdringung mit Glasfaser-Anschlüssen bis zum Hasuhalt (FttH), dann liegt die Durchdringung (Stadn 04.2009) bei verschwindenden 0,4%! Korea und Japan sind hier seit langem Spitzenreiter mit 67 bzw. 67%, auch europäische Länder liegen um eine Größenordnung vor Deutschland (neben den skandinavischen Ländern gehört auch Frankreich mit 11% zu dieser Gruppe).
Auf der Basis langjähriger Beschäftigung mit Breitband-Themen habe ich eine ausführliche Anbieter- und Technologie-neutrale Studie zum Breitband-Ausbau erstellt, die u.a. auf dem Portal von Telecom.DE.com kostenfrei heruntergeladen werden kann.
Die Studie richtet sich an Vertreter von Kommunen und Kreisen, die sich mit der Verbesserung der Breitbandversorgung und der Schaffung höherer Bandbreiten beschäftigen müssen, politischen Entscheidungsträgern. Neben der Darstellung der aktuellen Situation in Deutschland werden auch Vorschläge zur Verbesserung der Fördermaßnahmen und zu nachhaltigenGestaltung des Breitband-Ausbaus in Richtung auf ein flächendeckendes Glasfasernetz analysiert.
Folgende Themen werden in der Studie behandelt:
- Wachsender „Breitband-Hunger
- Breitbandausbau erfolgt nicht als Selbstzweck
- Problemfall regionale Zugangsnetze
- Ablauf eines Breitbandprojektes im ländlichen Raum
- Ziele und Realität beim Breitbandausbau klaffen auseinander
- Förderung heute auf „schmalbandigen“ Breitbandausbau begrenzt
- Techniken für eine zukunftssichere Breitbandversorgung
- Breitbandausbau in der Fläche braucht neue Geschäftsmodelle
- Politische Rahmenbedingungen zur Zielerreichung anpassen
- T-City als Beispiel für Veränderungen durch Breitbandanwendungen
- Fazit
Jürgen Kaack 15.02.2010, 10.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Breitband, Glasfaser, DSL, Förderung, GAK, VDSL,
TAL-Preise und Breitband-Ausbau?
Die jetzt als "Beschleunigungs"-Maßnahme in die Diskussion gebrachte Erhöhung der TAL-Preise (Teilnehmer-Anschluss-Leitung) zugunsten der Deutschen Telekom ist aus verschiedener Sicht unsinnig und bringt für den Netzausbau kaum etwas.
Zum einen haben wir in Deutschland (und auch in Europa) die Entscheidung getroffen, Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt zu schaffen. Gegen die starke Stellung der ehemaligen Monopolisten haben die oft mittelständischen Wettbewerber nur bei einer asymmetrischen Regulierung eine Chance, die den Wettbewerbern Vorteile verschafft. Von daher gesehen macht die Entscheidung der Bundesnetzagentur vom letzten Frühjahr zur Senkung der TAL-Preise durchaus Sinn. Dies wieder ändern zu wollen, würde die Wettbewerbssituation schwächen.
Der Ausbau wird derzeit aus Sicht der Netzbetreiber am ehesten durch fehlende Investitionsmittel begrenzt. Selbst bei ausreichendem Kapital würde ein überproportional starker Infrastruktur-Ausbau die kurz- bis mittelfristige Wirtschaftlichkeit beeinträchtigen. Auch bei Zahlung von öffentlichen Beihilfen zur Deckung von Wirtschaftlichkeitslücken bleiben noch erhebliche Investitionssummen durch die Netzbetreiber zu tragen. Da sich die einzelnen Ausbau-Vorhaben typischerweise erst nach drei bis fünf Jahren amortisieren, verschlechtert sich somit die kurzfristige Ergebnislage. Dies gilt auch für die Deutsche Telekom, die sich aus Sicht ihrer Aktionäre sicher nicht erlauben kann, schlechte Quartalsberichte vorzulegen.
So bleibt es für den Ausbau des Breitbandnetzes in der Fläche das Beste, auf möglichst viele Anbieter zu setzen - auch auf mittelständische Unternehmen - und Kooperationen mit Kommunen und Kreisen zu nutzen. Ein Abbau von Bürokratie bei der Beantragung von Fördermitteln würde zusätzlich helfen.
Jürgen Kaack 07.02.2010, 16.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, Förderung, DSL,
Breitband-Ausbau aus Sicht der Kommunen
Obwohl der Breitband-Ausbau für die Netzbetreiber gängige Praxis ist, so sind die Rahmenbedingungen von Kommune zu Kommune etwas unterschiedlich. In vielen Kommunen fehlt es an Erfahrung mit Breitband-Themen. Dies ist ja auch durchaus kein Tagesgeschäft für eine Stadt- oder Kreisverwaltung.
Bei der Projektduchführung sind die engen Vorgaben der Förderrichtlinien ein zu halten und die tatsächliche Versorgungssituation zu erheben, eine Markterkundung bei den Netzbetreibern durchzuführen und die Bedarfssituation durch eine breite Befragungsaktion zu erheben. Wenn die Voraussetzungen erfüllt sind, ist eine transparente, Technologie- und Anbieter-neutrale Ausschreibung vorzunehmen.
Für die Umsetzung des Breitband-Ausbaus gibt es unterschiedliche Technologien von Funk-Lösungen über den Ausbau des heutigen Netzes durch schnelle Anbindung der Kabelverzweiger bis zu Glasfaserlösungen bis zum Hausanschluss.
Eine Übersicht über die Randbedingungen, Technologien und Vorgehensweise beim Breitbandausbau informiert ein ausführlicher Text, den ich nach dne Erfahrungen bei verschiedenen Breitband-Projekten und Gesprächen mit Beteiligten bei Kommunen und Netzbetreibern erstellt habe. Der Text kann kostenlos heruntergeladen werden auf der Seite meines Blogs beim IKT.NRW-Clusters.
Jürgen Kaack 31.01.2010, 17.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation
Der Unsinn der 1 Mbit/s Grenze beim Breitband-Ausbau in der Fläche
Jürgen Kaack 30.01.2010, 14.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, DSL, Förderung, GAK, VDSL,
Weihnachtsgrüße
das Jahr 2009 geht so langsam wieder zu Ende und hat für manche Veränderungen gesorgt. Die Wirtschaftskrise hat manche Unternehmen betroffen, Umsätze einbrechen lassen sowie zu teilweise massiver Kurzarbeit geführt und auch die Haushalte vieler Kommunen gebeutelt. Die Telekommunikationsbranche ist dabei durch ihre querschnittliche Nutzung in allen Branchen und im privaten Umfeld weniger von der Krise betroffen als die meisten anderen Branchen. Dabei verändert sich auch die Telekommunikations-Industrie laufend und für einige Anbieter durchaus auch in dramatischer Weise. Dies betrift sowohl das Diensteangebot als auch die Anbieter als Unternehmen.
Es zeichnet sich für mich ab, dass sich die bislang geschlossenen, vertikal integrierten Geschäftsmodelle öffnen zu Open-Access Strukturen. In den vergangenen Jahren war ja eigentlich nur die Wertschöpfungsstufe des Vertriebs mit Vermarktung und Kundenbetreuung für andere Anbieter offen. Mit steigender Bandbreite in den Netzen steigen die Investitionskosten und die Notwendigkeit Infrastrukturen mehrfach zu nutzen. Gleichzeitig sollten sich unter diesen Bedingungen neue Geschäftsmöglichkeiten auch für mittelständische Anbieter von Diensten ergeben.
Der Markt ist somit nicht nur in ständiger Veränderung, sondern bleibt weiter gestaltbar und spannend! Interessant wird eine Industrie nicht nur durch die Änderungen der technischen Grundlagen und der Angebote, sondern insbesondere durch die Menschen, die sie schaffen, gestalten und verändern.
Ich möchte allen Lesern frohe und erholsame Feiertage wünschen und einen guten Start in ein hoffentlich erfolgreiches neues Jahr, in dem sowohl berufliche als auch private Wünsche und Belange zu ihrem Recht kommen!
Beste Grüße
Jürgen Kaack
Jürgen Kaack 23.12.2009, 18.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Allgemeines
Verwaltung hat Telekommunikations-Experten beauftragt
"... Daher ist es umso ärgerlicher, dass etwa 3.000 Haushalte in Erftstadt nur mit einer langsamen Internetverbindung versorgt sind. Nach den Erkenntnissen der Verwaltung sind die Einwohner von Erp, Friesheim, Gymnich und Teile von Bliesheim hiervon betroffen. Für Bürgermeister Dr. Franz-Georg Rips ist dieser Zustand nicht länger akzeptabel: Eine Breitbandanbindung mit mindestens 1 Mbit/s im ganzen Stadtgebiet gehört für uns zur Daseins-Vorsorge und zur Wirtschaftsförderung.
Da es unterschiedliche technische Möglichkeiten zur Umsetzung gibt, der Weg zu einer Verbesserung der Breitbandanbindung teuer und die Beantragung von Fördermitteln des Landes kompliziert ist, hat sich der Rat der Stadt Erftstadt entschlossen, fachliche Unterstützung einzuholen. Der in Erftstadt ansässige Telekommunikations-Experte Dr, Jürgen Kaack, Leiter der STZ-Consulting Group, wurde Mitte November beauftragt, die Stadt in diesem Punkt beratend zu unterstützen. Dr. Kaack ist seit über 25 Jahren im Telekommunikationsmarkt tätig und kennt die Probleme mich schlechter Internetversorgung und zeigt Lösungswege auf.
In Zusammenarbeit mit dem Amt für Wirtschaftsförderung der Stadt Erftstadt wurden die ersten Schritte bereits unternommen und eine Markterkundung bei den im Stadtgebiet tätigen Netzbertreibern eingeleitet. Es zeichnet sich ab, dass kein Unternehmen einen Ausbau ohne öffentliche Beihilfe vornehmen will. Daher wird für Anfang nächsten Jahres ein öffentliches Ausschreibungsverfahren vorbereitet, ..."
Die vollständifge Pressemitteilung findet sich auf der Seite des Stadtportals.
Jürgen Kaack 23.12.2009, 10.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, DSL, Glasfaser, Funk,
Die Voraussetzungen für den Glasfaserausbau sind vorhanden
- Hersteller von Übertragungstechnik, Glasfasern und Infrastrukturkomponenten sind vorhanden und verfügen über erforderliche Systeme
- Regionale Betreiber- oder Projektgesellschaften für die
passive Infrastruktur
(Leerrohr-System) können gemeinsam mit Kommunen, Stadtwerken, Versorgern und
anderen Institutionen gebildet werden
- ·Betreiber-Gesellschaften für offene Netzplattformen, die die Übertragung über die regionalen Netze ermöglichen und
Anbietern von Telekommunikations-Diensten, Anwendungen und Inhalten den Zugang
ermöglichen können unter Einbeziehung von bestehenden Netzbetreibern gebildet
werden
- Angebote von Diensten und Inhalten sind bereits heute vorhanden (z.B. von den Netzbetreibern,
Kabelfernsehgesellschaften und Medienanbietern) und werden sich bei
Vorhandensein offener Plattform schnell erweitern um neue mittelständische
Unternehmen
- Vermarktung und Kundenbetreuung wird bereits heute durch unterschiedliche Unternehmenstypen (Netzbetreiber, ISP, Kabelnetzbetreiiber, Diensteanbieter, Reseller, MVNO etc.) realisiert
- Kundengeräte (Router, Antennen, Settop-Boxen etc.) werden auf bei neuen Übertragungstechniken benötigt. Bei
wachsendem Markt und einer Standardisierung ist hier nicht mit Engpässen zu
rechnen. Vermutlich werden auch zukünftig Produktbündel bei längeren
Vetragslaufzeiten preisreduziert angeboten
Jürgen Kaack 21.12.2009, 09.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfasr, Kooperationen, Private-Public-Partnership, FttH, FttB,
Horizontal kooperieren statt vertikal integrieren!
Jürgen Kaack 18.12.2009, 09.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, FttH, FttB, digitale Spaltung, Open Access,
Investitionsaufwand für Glasfasernetze erfordert neue Geschäftsmodelle
Jürgen Kaack 17.12.2009, 10.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, FttH, FttB,
Die Zukunft der Telekommunikation ist "gläsern"
Breitband ist in aller Munde und viele Kommunal-Verwaltungen werden
von unzufriedenen Bürgern und Unternehmern aufgefordert, sich für
höhere Bandbreiten ein zu setzen. Einige Treiber der Internetnutzung
aus dem Web2.0 Umfeld erfreuen sich gerade mal seit 5 Jahren breiterer
Marktpräsenz. Social Networks wie MySpace, Facebook, Schüler- und
StudiVZ, Xing, LinkedIN und eine wachsende Schar weiterer Netze
verführen zu intensiver Nutzung. Das Viedoportal YoutUbe ist auch nicht
älter, sorgt aber bereits für über 10 % des Internet-Datenverkehrs.
Demnächst kommt zu dem bisherigen schmalbandigen Film-Upload auch ein
breitbandiges, höherauflösendes Angebot hinzu. Neben dem Video-Portal
gibt es Portale für Digitalphotos (Flikr), Musiktauschbörsen,
Auktionsportale und Online-Shops für laufend steigende
Internet-Nutzung. Neben diesen eher privaten Anwendungen steigen durch
die Veränderungen im Berufsumfeld (z.B. durch eine zunehmende Anzahl
von Heimarbeitsplätzen, die über ein VPN mit dem Firmenrechner
verbunden sind) für steigende Datenmenge. Anwendungen aus dem Bereich
des Cloud-Computing mit verteilten Rechenzentren werden in absehbarer
Zeit hinzukommen und den Ruf nach mehr Breitband weiter verstärken!
Derzeit gilt jede durchschnittlich mit 1 Mbit/s ausgestattete Kommune
als Breitband-versorgt. Noch vor wenigen Jahren galten schon Anschlüsse
mit 128 kbit/s als schnell. Tatsächlich stösst man heute sowohl im
privaten wie im beruflichen Umfeld mit 1 Mbit/s-Anschlüssen schnell an
Grenzen. Dabei ist oft nicht der Download das eigentliche Problem,
sondern der Upload. Wer häufiger große Dateien bei einer
Upload-Geschwindigkeit von 128 Kbit/s verschickt, kennt die damit
verbundenen Wartezeiten. Für viele Nutzer ist heute 16 Mbit/s eine
durchaus auskömmliche Geschwindigkeit. Bedingt durch die oben erwähnten
Anwendungstrends werden sich in den nächsten Jahren die Erwartungen und
Grenzen weiter verschieben. 100 Mbit/s sind dabei vermutlich keine
längerfristige Grenze.
Ein leistungsfähiges und zukunftssicheres Breitbandnetz ist ohne Glasfaser kaum vorstellbar. Kupferkabel dämpfen digital übertragene Signale bei
zunehmender Entfernung vom letzten Netzknoten stark. Bis 300 Meter sind
immerhin 50 Mbit/s mit VDSL
als Übertragungstechnik zu erreichen. Nach 3 Kilometer reduziert sich
dies auf bescheidene 1 bis 2 Mbit/s. Mit Mobilunk (HSDPA; HSUPA) sind
bei kleinen Zelldurchmessern (unter einem Kilometer) derzeit auch schon
7,2 Mbit/s zu erreichen. Anschlüsse mit Technologien, die auf
lizenzfreiem Funk im 5 GHz Frequenz-Band basieren, sind bis zu
nutzbaren 30 Mbit/s möglich. Anders als leitungsgebundene
Infrastrukturen unterliegen alle Funklösungen Begrenzungen im
Frequenzspektrum. Daher kann auch bei optimalen Übertragungsbedingungen
nicht der derzeit stark steigende Bandbreiten-Bedarf für die
Übertragung von Daten mit Funk erfolgen. Im Hinblick auf die erzielbare
Bandbreite liegen Funklösungen typischerweise um eine Größenordnung hinter
leitungsgebundenen Übertragungstechnologien zurück und sind in vielen Fällen bei gleichen Bandbreiten und Datenvolumina teuerer
als diese. Im übrigen basieren Funklösungen für die Zu- und Abführung des Datenstroms oft selbver auf einem leistungsfähigen Glasfasernetz.
Nahezu unbegrenzte Bandbreite und eine fast ungedämpfte
Übertragung ist nur mit einer durchgängigen Glasfaser-Verbindung bis zum
Hausanschluss möglich. Schon heute erfolgt die Übertragung in den nationalen
und internationalen Backbone-Netzen mittels Glasfaser. In den internationalen
und nationalen Backbonenetzen sind Glasfaser-Leitungen schon seit Jahren
selbstverständlich. Im Mobilfunk werden die bislang häufig an zu treffenden
Richtfunkstrecken zunehmend durch Glasfaser ersetzt, da durch die mobile
Internetnutzung das übertragene Datenvolumen erheblich steigt. Auch große Unternehmen
haben ihre Standorte schon in wesentlichen Teilen mit Glasfaser vernetzt. Die derzeit
in vielen Kommunen zu beobachtende unzureichende Breitband-Versorgung ist in
den meisten Fällen auf lange Kupferleitungen zwischen den Hauptverteilern und
den Kabelverzweigern in den Ortsteilen zurück zu führen. Die Kabelverzweiger
sind die letzte aktive Netzkomponente vor dem Hausanschluss. Eine Verbesserung
in der Breitbandversorgung bedarf meist die Verlegung von Glasfaser-Leitungen
von den Netzknoten bis zu den einzelnen Kabelverzweigern in den Ortschaften als
Ersatz der heutigen Kupferkabel. Für eine nach heutigen Bedürfnissen
ausreichende Breitbandversorgung mit 16, 25 oder auch 50 Mbit/s kann die
bestehende Kupfer-Doppelader zunächst weiter genutzt werden.
Jürgen Kaack 16.12.2009, 08.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Glasfaser, FttH, FttB, DSL, VDSL, Funk,
Stau auf der Datenautobahn
Ich werde in dem Beitrag mit Auszügen aus einem Interview für den WDR zitiert. Hierin fordere ich (wieder mal) die Entwicklung einer Strategie für die Erreichung der von der Bundesregierung gesetzten Breitbandziele 2014. Außerdem ist eine koordinierende Stelle beim Bundes-Wirtschaftsministerium erforderlich, um eine solche Strategie in der Fläche effizient um zu setzen.
Der Text des Beitrags findet sich in Kurzform unter diesem Link zu Westpol. Durch anklicken des webTV Symbols kann der Beitrag auch noch mal angesehen werden.
Jürgen Kaack 07.12.2009, 14.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, Glasfaser, FttH, DSL,
Erfolgreiche Bürgerinformationsveranstaltung
Die von den Bürgern wahrgenommene schwache Versorgung ist allerdings ein wesentliches Hindernis für den Ausbau zu schnelleren Geschwindigkeiten. Mit durchschnittlich ber 1 MBit/s giltz Ober-Erlenbach nicht mehr als unterversorgt. Daher besteht für die Deutsche Telekom keine Verpflichtung zur Errichtung eines Schaltverteilers, der vor die im Ortsbereich vorhandenen elf Kabelverzweiger gesetzt wird und diese bündelt. Mit einem Schaltverteiler lässt sich ein Ausbau für einen alternativen Netzbetreiber mit Unterstützung durch die Stadt wirtschaftlich erschließen. Eine Anbindung aller elf Kabelverzweiger mit Glasfaser und der Ausbau der aktiven Übertragungstechnik ist selbst bei Unterstützung durch die Stadt bei Tiefbaumaßnahmen nicht wirtschaftlich zu gestalten.
So bleibt nur der Weg der weiteren Verhandlungen und die Prüfung einer Alternative mit Verlegung von Glasfaser bis zum Hausanschluss (FttH). Beide Ansätze sind teuer und zeitaufwendig. Daher kommen als Alternativen für die Überbrückungszeit der nächsten Jahre Funklösungen in Betracht die bis zu 10 MBit/s ermöglichen, allerdings brauchen sie eine Sichtverbindung zwischen Sender und Empfänger. Zwei Anbieter sind in der Lage kurzfristig eine Versorgung auf der Basis Lizenz-freien 5 GHz-Funks eine sichere Versorgung mit schnellen Internetzugängen zu ermöglichen.
Diese Zusammenhänge wurden am 03.12. in einer Bürgerinformations-Veranstaltung präsentiert und in einem vollen Saal rege diskutiert. Mancher Teilnehmer mag sich eine schnellere und einfachere Umsetzung erhofft haben, aber die Zusammenhänge sind doch nicht immer so einfach und mit den Funkangeboten sind immerhin schnell realisierbare Alternativen verfügbar, so dass ein akuter Bedarf befriedigt werden kann.
Jürgen Kaack 05.12.2009, 11.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Breitband-Ausbau, FttH, Funklösung, Glasfaser,
Schnelles Internet für Bad Homburg
Eine Verbesserung kann mit einer Verlegung von Glasfaser-Infrastruktur erzielt werden, die jedoch zum jetzigen Zeitpunkt von den Anbietern nicht vorgesehen sind. Die Stadt hält jedoch am Ausbau mit einer Glasfaser-Infrastruktur für die Zukunftssicherung fest und sucht mit den Anbietern nach alternativen Möglichkeiten.
Es gibt bereits technisch ausgereifte Überbrückungs-Lösungen für Ober-Erlenbach, die von den Haushalten kurzfristig genutzt werden können. Die Stadt möchte allen Ober-Erlenbacher Bürgern sowie Firmenvertreter und Gewerbetreibende am Donnerstag, 3. Dezember, 19 Uhr in der Erlenbachhalle, Raum Wingert I, in Ober-Erlenbach, die Perspektiven und die kurzfristigen Möglichkeiten erläutern.
Als Berater der Stadt habe ich die Gespräche mit Netzbetreibern vorbereitet und die Konzepte geprüft. Bei der Veranstaltung werde ich über den Stand berichten und kurzfristig verfügbare Alternativen vorstellen.
Jürgen Kaack 30.11.2009, 16.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Breitband-Ausbau, Funklösung, Glasfaser,
Breitband-Ausbau ist kein Selbstzweck - mit Breitband-Anwendungen zu Wettbewerbsvorteilen
Die Diskussion um den Ausbau von Breitband-Infrastruktur und die Beseitigung von weißen Flecken lässt manchnmal vergessen, dass es nicht um die Erfüllung eines "Breitband-Fetisches" geht, bei dem die Bandbreite immer schneller immer höher werden soll. Der Bedarf nach Bandbreiten ergibt sich aus der stetig steigenden Zahl von Internetnutzern, einer steigenden Nutzungsintensität und dem Aufkommen innovativer und mulitmedialer Dienste.
Großunternehmen nutzen die Vorteile von Breitband-Anwendungen schon lange und setzen auf eigene Datenkommunikationsnetze, mit denen Standorte und Geschäftspartner untereinander verbunden sind. Oft basieren diese Verbindungen bereits auf Glasfaser-Strecken, um so Datenmengen GB oder TB Volumina schnell und sicher zu transportieren. Eigene Corporate Networks sind nur in Ausnahmefällen auch für mittelständische Unternehmen rentabel oder auch nur erschwinglich. Für diese Zielgruppe ist eine gute Breitbandanwendung somit eine notwendige Voraussetzung, um von neuen Applikationen Gebrauch machen zu können.
Zu den Anwendungen, die für mittelständische Unternehmen Nutzen im Sinne einer Steigerung der Effizienz in den eigenen Geschäftsabläufen durch höhere Transparenz und bessere Steuerungsmöglichkeiten ermöglichen, eine Ausweitung des bedienten Marktes, der Einsparung von Kosten, aber auch die Umsetzung neuer Geschäftsmodelle, gehören neben der mittlerweile allgemein akzeptierten Internet-Recherche und der Email-Nutzung:
- Hosting von Webseiten
- Nutzung von Web2.0 Diensten für die Kommunikation und Einbindung von Kunden
- Sichere und regelmäßige Back-ups von Datenbeständen
- Zentrale Sicherheitsfunktionen für Virenschutz etc.
- Automatische Back-ups von Anwendungsprogrammen
- Verlagerung des Netzwerkmanagements auf einen exterenen Dienstleister
- Automatisierung von geeigneten Abläufen wie z.B. die Integration von papiergebundenen Dokumenten in den Workflow)
- Auslagerung von Geschäftsprozessen an Dienstleister (Dokumenten-Management, Rechnungsstellung, Auftragserfassung,...)
- Mobiliserung der Arbeitsplätze bei vollständiger Integration in die internen Prozesse, z.B. durch Heimarbeitsplatz-Lösungen und mobile Zugänge von fremden Computern
- Verlagerung von Software-Anwendungen aus dem Desktop zu externen Rechenzentren
- Einrichtung einer zentralen Arbeitsplatzadministration mit remote-Zugriff
- Nutzung von modernen Kollaborationstechniken angefangen mit Telefonkonferenzen über Video- bis zu Webkonferenzen
Welche Anwendung für welches Unternehmen Vorteile schafft, muss der
Unternehmer nach einer kritischen Analyse der bestehenden
Geschäftsabläufe und der Möglichkeiten für Ausweitung und Wachstum
entscheiden. Allerdings ist kein Unternehmen zu klein, um Nutzen aus
Breitbandanwendungen zu ziehen. Die Voraussetzung hierfür ist natürlich
die Verfügbarkeit einer leistungsfähigen Netzinfrastruktur.
Der Beitrag mit einer angefügten Präsentation zu Breitband-Anwendungen für Unternehmen findet sich auf Seite des IKT.NRW Clusters
Jürgen Kaack 11.11.2009, 10.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Innovation, Kooperationen, Geschäftsprozesse, Wachstum,
Organisation eines Breitband-Kompetenzzentrums (BBCC)
Landesspezifisch gibt es bereits unterschiedliche
Unterstützungsangebote, von Breitband-Kompetenzzentren. Es wäre naheliegend, ein bundesweit
agierendes BBCC dem Bundes-Wirtschaftsministerium anzugliedern und in
ein gemeinsames Netzwerk mit den in einigen Bundeländern eingerichteten
Kompetenzzentren ein zubinden. Wenn ein bundesweit agierendes Breitband-Kompetenzzentrum
eingerichtet wird, empfiehlt es sich, die Mitarbeiter sowohl mit in den
Abläufen der Verwaltung und des Ministeriums vertrauten Managern als
auch mit erfahrenen Telekommunikations-Experten zu besetzen, die die
„Sprache“ der Anbieter sprechen und Konzepte technologisch und
wirtschaftlich bewerten können.
Die Aufgaben eines BBCC sind sehr breit
und daher werden für die Organisation Mitarbeiter benötigt, die die
vorhandenen Förderprogramme und Förderbedingungen kennen, aber auch
neue Programme mitgestalten und verhandeln können. Als Ansprechpartner
für die Bundesnetzagentur werden Mitarbeiter mit juristischen
Kenntnissen im Bereich der Telekommunikations-Regulierung benötigt.
Ebenso werden aber auch Experten für die Beurteilung von
Übertragungstechnologien und zur Diskussion von technischen Konzepten
mit Anbietern und Netzbetreibern benötigt. Da alle Lösungen, sowohl im
Hinblick auf Betreiber-Gesellschaften für Infrastruktur als auch für
die Entwicklung von Breitband-Applikationen von dem erzielbaren
wirtschaftlichen Nutzen geprägt sein sollten, werden Experten zur
Beurteilung von Geschäftsplänen und zur Durchführung von
Wirtschaftlichkeitsanalysen benötigt.
Alle Aufgaben zielen nicht auf akademischen Erkenntnisgewinn sondern
auf pragmatische, im kommunalen Umfeld umsetzbare Lösungen. Die
Mitarbeiter eines BBCC müssen daher nicht nur Experten in ihrem Bereich
sein, sondern auch Generalisten mit der Fähigkeit zur verständlichen
Kommunikation. In vielen Bereichen der praktischen Umsetzung werden
Kompromisse mit Augenmaß vor der Realisierung theoretischer Ideale
stehen, so dass Pragmatismus und Verhandlungsgeschick insbesondere die
Arbeit vor Ort in Kreisen und Kommunen kennzeichnen sollte. Die
Entwicklung von Modellprojekten erfordert einerseits die Offenheit und
Unvoreingenommenheit für neue technische oder organisatorische
Lösungen, andererseits den Weitblick zur Verallgemeinerung auf die
Situation in anderen Kommunen.
Der Umgang mit Breitband-Strukturen und Anwendungen ist in vieler
Hinsicht komplex, sei es von technologischer, rechtlicher oder
wirtschaftlicher Seite. Einzelne Kommunen sind hierbei oftmals ebenso
überfordert wie einzelne Anbieter. Die nachhaltige Konzeption für ein
„Breitband-fähiges“ Deutschland braucht eine langfristige Perspektive
über mehrere Jahrzehnte. Dabei gilt es nicht nur das „große“ Bild zu
erstellen, sondern im Kleinen in den Kommunen zum Leben zu erwecken.
Heutige Versäumnisse im Aufbau von Infrastrukturen rächen sich in der
Zukunft entweder durch Nachteile in der Wettbewerbsfähigkeit oder in
unverhältnismäßig hohen Investitionsaufwänden. Bei dem hohen
Stellenwert, den die Telekommunikation im Ganzen und Breitband im
Speziellen für die Entwicklung von Gesellschaft und Unternehmen
einnimmt, ist die Einrichtung eines auf diese Belange ausgerichteten
Breitband-Kompetenzzentrums die richtige Antwort.
Jürgen Kaack 04.11.2009, 11.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, BBCC, Innovation, Förderung, Private-Public-Partnership,
Modellprojekte zur Entwicklung von innovativen Breitband-Anwendungen
Dabei gibt es keinen gesellschaftlich oder wirtschaftlich relevanten Bereich, der nicht durch Breitband-Applikationen verbessert werden kann. Beispiele sind Bildungsplattformen für die schulische und berufliche Aus- und Weiterbildung, Telemedizin-Anwendungen, Lösungen für den Bereich der Pflege zuhause, Smart-Grid-Anwendungen für die Optimierung der Energieerzeugung und –Verteilung. Viele der möglichen Anwendungen kommen der Allgemeinheit zugute und sollten entsprechend gefördert werden. Rein privat-wirtschaftliche Lösungen entstehen dagegen in der Regel auch ohne die Förderung ein Kompetenzzentrum und brauchen keine Begleitung durch ein Bundes-BBCC. Anders sieht dies allerdings für solche Lösungen aus, die die Effizienz in der Verwaltung und das Zusammenwirken von Verwaltungen mit Bürgern und Unternehmen betreffen. Die Entwicklung hierfür geeigneter eGovernment-Applikationen kann durchaus im Interesse der Allgemeinheit liegen und mittelfristig bei der Senkung der Kosten helfen.
Die Entwicklung von Applikationen wirft neben den rein technischen Herausforderungen und der Akzeptanz durch die Nutzer weitere Fragestellungen, die durch ein bundesweit agreierendes Kompetenz-Zentrum unterstützt werden könnten. Dies trifft die Aspekte der Rechteverwertung („Intellectual Property Rights“ – IPR), die gerade bei gemeinsamen Entwicklungsvorhaben mehrerer Partner gelegentlich zu wenig Beachtung finden, sich nach einer erfolgreichen Entwicklung aber als kritischer Erfolgsautor für die Umsetzung erweisen können. Dies trifft umso eher zu, wenn ungleiche Partner wie Konzerne und mittelständische Unternehmen zusammen wirken. Neben den IPR ist bereits früh bei der Planung von neuen Applikationen ein Geschäftsmodell zu entwickeln, in dem die Beiträge der Partner bewertet werden, gegebenenfalls Lücken identifiziert und die Wirtschaftlichkeit ermittelt wird. Die Entwicklung von Breitband-Applikationen sollte nicht von technischen Möglichkeiten ausgehen, sondern von einem konkreten Bedarf und einem quantifizierbaren Nutzen der potenziellen Käufer.
Als erfolgreich für die Entwicklung neuer Breitband-Anwendungen hat sich das PPP-Modell am Beispiel des T-City Projekts in Friedrichshafen erwiesen, wenn interessierte Anwender-Organisationen zusammen mit Herstellern Spezifikationen entwickeln und die Risiken der Umsetzung teilen. Breitband-Anwendungen sind grundsätzlich in allen Lebenslagen sinnvoll nutzbar. Die Wirtschaft hat die Vorteile schon längst erkannt und setzt eine Reihe von Breitband-Anwendungen erfolgreich um, z.B. für eCommerce und Kollaboration. Ähnlich wie beim Breitband-Ausbau sind die Investitionen oft zu hoch für einzelne Institutionen und die Technologie komplex, zusätzlich ist das Anfangsrisiko einer Neuentwicklung in der Regel hoch und der Aufbau von Pilotanwendungen aufwändig. Umso mehr bietet sich dieses Betätigungsfeld als eine weitere Aufgabe für ein Anbieter-neutrales Breitband-Kompetenzzentrum an.
Jürgen Kaack 02.11.2009, 20.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, BBCC, Beitband-Anwendungen, Innovation,
Fördermittel für Breitbandausbau fließen nur zögerlich ab
Jürgen Kaack 31.10.2009, 09.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Förderung, Breitband-Ausbau, FttH,
Die Bundesregierung braucht ein Breitband-Kompetenzzentrum im BMWi
Jürgen Kaack 30.10.2009, 14.04 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, BBCC, digitale Spaltung, Förderung, Breitband-Ausbau,
Modellprojekte für Breitband-Anwendungen
Jürgen Kaack 30.10.2009, 09.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, BBCC, Innovation, Förderung, Private-Public-Partnership,
Zukunft Glasfaser: Veranstaltung in Greven am 10.11.
am Dienstag, 10.11.2009 um 16.00 Uhr im
Ballenlager, Friedrich-Ebert-Str. 3 - 5 in 48268 Greven
Diese Veranstaltung der Wirtschaftsförderungs- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt) findet in Kooperation mit der GfW Greven, der Wirtschaftsvereinigung Steinfurt, Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf, der Handwerkskammer Münster, der IHK Nordwestfalen sowie den Unternehmen NDIX und osnatel statt.
Telekommunikations- und Breitbanddienste erlangen im Alltag von Unternehmen einen immer größeren Stellenwert. Mit Breitband-Diensten lassen sich Produktivitätsvorteile und konkrete Mehrwerte erzielen, die im Wettbewerb zunehmend unverzichtbar werden. Konkret geht es in der Veranstaltung um Anwendungsmöglichkeiten für Unternehmen.
Die Zukunft gehört den neuen Medien und Anwendungen sowie Glasfaserdirektanbindungen (Fiber-to-the-Building - FttB), hierin sind sich Experten einig. Es ist also Zeit, die Betriebe fit zu machen für die neue Generation von Breitband-Technik. Ich werde bei der Veranstaltung einen Vortrag über die verschiedenen Anwendungsbereiche von Breitband-Dienste in Unternehmen halten:
- Marketing und Neukundengewinnung
- Produktgestaltung gemeinsam mit den Kunden
- Kundenbindung durch Kommunikation mit den Kunden
- Effizienzsteigerung für interne Geschäftsprozesse
- Kosteneinsparpotenziale durch bessere "Manageability" der IT
- Optimierung in der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen
Jürgen Kaack 29.10.2009, 17.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Innovation, Breitband-Anwendungen, FttH, FttB,
Modellprojekte für Infrastrukturaufbau fördern
Zu den Aufgaben eines Breitband-Kompetenzzentrums (BBCC) des Bundes sollte allerdings neben der Entwicklung und Umsetzung von Modellprojekten die Beratung von Kreisen und Kommunen durch eigene Experten (oder durch Experten der Landes-Kompetenzzentren) gehören, die den Aufbau von regionalen Netzen z.B. durch Projektmanagement-Leistungen oder auch auf Interimsbasis vor Ort vorantreiben können. Zur Unterstützung von Kommunen beim Breitband-Ausbau ist eine kompetente und Anbieter-neutrale Unterstützung letztlich ebenso erforderlich wie die notwendige finanzielle Förderung der Umsetzung. Die Bewertung von Aufbaukonzepten und Phasenmodellen für die zeitliche Entwicklung aus einer Technologie- und Anbieter-neutralen Perspektive und unter Berücksichtigung der absehbaren technologischen Entwicklung kann Vertretern von Verwaltung und Politik bei der Entscheidungsvorbereitung und beim Ausräumen von Bedenken helfen.
Jürgen Kaack 28.10.2009, 10.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, BBCC, Innovation, FttH, FttB, Private-Public-Partnership,
Aufgaben für ein Breitband-Kompetenzzentrum
- Sammlung, Bewertung und Aufbereitung von
Informationen zu Breitband-Technologien und internationalen Best-Practise Beispielen
- Kommunikation gegenüber anderen Behörden,
Kreisen und Kommunen
- Enge Koordination und Abstimmung mit der
Bundesnetzagentur, mit Netzbetreibern Herstellern und deren jeweiligen
Branchen-Verbänden sowie den Kompetenzzentren der Länder
- Zusammenarbeit mit den EU-Behörden für die
Ausgestaltung der Förderprogramme
- Vor-Ort-unterstützung von Kommunen und Kreisen
beim Breitband-Ausbau durch eigene Experten (oder durch Experten der Landes
BBCC)
- Entwicklung von Konzepten für regionale
Zugangsnetze (z.B. als PPP zwischen Kreisen und Netzbetreibern) und operative
Unterstützung bei der Umsetzung
- Aufbereitung von Modellprojekten für eine
weitere Multiplikation
- Unterstützung von Modellprojekten für
innovative Breitband-Applikationen
Jürgen Kaack 27.10.2009, 10.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Telekommunikation | Tags: Breitband, Kooperation, Private-Public-Partnership, BBCC,
Warum Deutschland ein übergeordnetes Breitband-Kompetenzzentrum braucht
- Für die Entscheidungsfindung zum
richtigen Vorgehen beim Breitband-Ausbau sind Erfahrungen mit
Telekommunikations-Technologien und bei der Gestaltung von Geschäftsmodellen
erforderlich sowie Verhandlungsgeschick zur Sicherstellung tragfähiger
Partnerschaften
- Der TK-Markt ist durch eine hohe
Dynamik bei verfügbaren Technologien und auf der Anbieter-Seite charakterisiert
- Die Verträglichkeit und Zukunftssicherheit
von Übertragungs-Technologien ist nicht immer einfach zu beurteilen und die
Entstehung von Flickenteppichen aus vielen Einzelnetzen sollte verhindert
werden
- Das Ziel einer Glasfaser-Versorgung
bis zum Haushalt (FttB und FttH) ist nur in Ausnahmefällen auf einen Schritt zu
erreichen und erfordert vorausschauende Planung über einen Zeitraum von 10 bis
20 Jahren
- In Kommunalverwaltungen fehlen oft
Erfahrung und Kompetenz für die Konzeption und Umsetzung von Telekommunikations-Vorhaben
- Die Anbieter von
Telekommunikationsdiensten sind den Verwaltungen in der Regel in der Kenntnis
der Erfordernisse weit voraus, sie sind allerdings als wirtschaftliche handelnde
Unternehmen alleine nicht in der Lage, den Breitband-Ausbau zu stemmen
- Regionale Zugangsnetze als
Open-Access-Plattform können den Wettbewerb auf Diensteebene anregen und für
mittelständische Unternehmen öffnen, sie entstehen aber nur selten alleine auf
Initiative einer Kommune oder eines Kreises
- Die Bündelung von Interessen einzelner
Kommunen auf Kreisebene ist mitunter schwierig
- Für die Entwicklung und Verbreitung
von Modellprojekten fehlt eine koordinierende Institution