Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: WiMAX

WiMAX - Quo Vadis?

In den letzten Monaten ist es sehr ruhig geworden um das Thema WiMAX! Nach der Versteigerung der Lizenzen vor fast 1,5 Jahren schien es neuen Schwung für WiMAX zu geben. Als Alternative zu Leitungs-gebundenen Breitbandanschlüssen verspricht WiMAX als standardiserte Funklösung eine schnelle und kostengünstige Erschließung von insbesondere ländlichen Regionen. Auch bietet WiMAX die Möglichkeit, den Breitbandanschluss portabel und personenbezogen zu machen.

Fünf Unternehmen haben damals Lizenzen für den Netzaufbau mit WiMAX erworben. Bei zwei dieser Unternehmen gab es in der Zwischenzeit Veränderungen in der Geschäfstführung und einer der Lizenzinhaber ist anscheinend immer noch nicht in Deutschland tätig geworden. Dabei ist der Lizenzerwerb verbunden mit der Verpflichtung zu einer Mindestversorgung in der erworbenen Lizenzregion. Aus Sicht des Autors ist es unwahrscheinlich, dass diese Verpflichtungen eingehalten werden können.

Ein möglicher Grund für den zurückhaltenden Netzaufbau liegt in der Verfügbarkeit von Netzinfrastruktur nach dem mobilen WiMAX-Standard. Die Hersteller werden voraussichtlich bis Ende 2008 entsprechende Infrastruktur-Komponenten in ausreichender Stückzahl verfügbar sein. Bis zu diesem Zeitpunkt geht der Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland weiter, so dass auch die verbleibenden Lücken kleiner werden. Dabei ist es offensichtlich, dass zunächst die "attraktiveren" Regionen mit höherer Bevölkerungsdichte und leichterer Anschließbarkeit ausgebaut werden.

Trotzdem bleibt aus Sicht des Autors noch eine Chance für WiMAX, wenn der Netzausbau denn bald und nachdrücklich erfolgt. Allerdings wird WiMAX auch mittelfristig ein Nischenprodukt bleiben. Es ist unwahrscheinlich, dass der Marktanteil der WiMAX-Anschlüsse an die Marke von 10 % an allen Breitbandanschlüssen (mit mehr als 1 MBit/s. Bandbreite) heran reichen wird. Je länger es mit dem Ausbau dauert, desto geringer wird der zu erzielende Marktanteil wohl liegen, da im Vergleich zu DSL-Anschlüssen wohl keine Preisvorteile möglich sein werden.

In anderen Regionen kann dies nach wie vor anders aussehen. Länder mit schlechter Netzinfrastruktur und schwacher DSL-Durchdringung eignen sich besonders für den Aufbau von WiMAX-Netzen.

Die Diskussion um WiMAX als NGN (Next Generation Network) Lösung erscheint ebenfalls recht unwahrscheinlich. Bereits heute sind mit HSDPA im Mobilfunk Download-Geschwindigkeiten von 7,2 MBit/s. sicher realisierbar, mit HSUPA wird diese Marke weiter nach oben geschoben. Bei WiMAX ist nicht absehbar, dass die Bandbreite über ca. 4 MBit/s. hinaus gehen wird!
 

Jürgen Kaack 22.04.2008, 21.34 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband - Standortsicherung für ländliche Regionen

Am 05. Juni findet in der Staatskanzlei in Düsseldorf eine Veranstaltung statt, die sich mit dem Möglichkeiten zur Schließung der vorhandenen Lücken in der Breitbandversorgung beschäftigen. Je nach dem, wo man die Grenzen für Breitband ansetzt gibt es gerade in ländlichen Regionen teilweise noch erhebliche Versorgungslücken. Dies trifft oft auch Gewerbe- und Siedlungsgebiete in der Peripherie der Städte.

In der Veranstaltung werden u.a. Lösungskonzepte aus dem Hochsauerlandkreis präsentiert. Auch der Bereich der Breitband-Anwendungen kommt nicht zu kurz. So werde ich über die Form des Innovationsmanagements bei T-City in Friedrichshafen berichten und einige der neuen Breitbandanwendungen vorstellen.
 

Jürgen Kaack 17.04.2008, 14.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Public-Private-Partnerships zur Schließung von Breitbandlücken

Die Verfügbarkeit von Beitbandanschlüssen, die eine Geschwindigkeit von mehr als 1 MBit/s. ermöglichen, wird nicht nur für Unternehmen mehr und mehr zu einer Notwendigkeit. Auch Kommunen benötigen in zunehmend eine ausreichende Breitbandversorgung als Standortvorteil, um den Zuzug von Unternehmen und Bürgern zu fördern oder sogar um einen Verlust von Unternehmen durch Wegzug zu verhindern.

Der Ausbau der Breitbandinfrastruktur in ländlichen Regionen kann für Netzbetreiber teuer und aufwändig werden. Daher befinden sich die meisten unversorgten Gebiete in solchen Regionen. Eine Möglichkeit zur Schließung von Versorgungslücken ist die Gründung regionaler Betreiber-Gesellschaften, bei denen unterschiedliche Partner für Netzplanung, Aufbau, Anbindung an eine Backbone-Infratstruktur, Dienstegestaltung und Betrieb, Vertrieb und Kundenbetreuung zusammen kommen und mit ihren jeweiligen Kernfähigkeiten zu einem kostengünstigen Netzausbau beitragen. Die Einbindung der Kommunen kann in Form von Private-Public-Partnerships erfolgen.

Im Rahmen einer Veranstaltung der Breitbandinitiative NRW in der Staatskanzlei in Düsseldorf habe ich vor kurzem entsprechende Geschäftsmodelle mit partnerschaftlichem Ansatz präsentiert. Mein Vortrag kann unter diesem Link kostenlos herunter geladen werden.
 

Jürgen Kaack 31.03.2008, 19.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Preisgestaltung in der Telekommunikation - ein Dauerthema!

Seit der Wettbewerb im Telekommunikationsmarkt Anfang der 90er Jahre durch die Liberalisierung und Öffnung der Märkte in Schwung gekommen ist, beschäftigt die Preisbildung sowohl die Anbieter als auch die potenziellen Kunden! Aus wenigen Tariffen Anfang der 90er Jahre (debitel ist damals mit drei unterschiedlichen Tariffen an den Markt gegangen), wurden inflationär viele unterschiedliche Preispläne!

Nachem auch Insider Mühe hatten, die Unterschiede zwischen den einzelnen Tariffen zu bewerten, kam mit den MVNO's (beginnend mit Tchibo Mobilfunk) die radikale Trendwende hin zu einfachen ("No-Frills") Angeboten. Mittlerweile kommt den Flat Rate Angeboten zunehmend mehr Bedeutung zu. Den Siegeszug begonnen haben die Flat Rates im Internet bei DSL-Diensten.

Je weiter das Nutzungsverhalten des Kunden in den Hintergrund rückt bei den kommunizierten Preisen, umso mehr muss der Anbieter das Nutzungsverhalten seiner Zielgruppe analysieren, damit die Kosten überschaubar (und vor allem planbar bleiben)!

Der Veranstalter Euroforum greift das Thema der Preisgestaltung mit seiner am 29. und 30.11.2007 in Bergisch Gladbach stattfindenden Konferenz "TK-Pricing - Neue Preisstrategien in der Telekommunikation" auf. Bei dieser Veranstaltung werde ich am 29.11. einen Vortrag halten mit dem Titel "Alles flat oder doch nutzungsabhängig? Nur mit zielgruppengerechten Preisen können Märkte ausgeweitet werden!"

Das vollständige Programm der zweitägigen Veranstaltung findet sich unter diesem Link.
 

Jürgen Kaack 31.08.2007, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Konkretisierung bei WiMAX

Um das Thema WiMAX und die Realisierung von Funklösungen für einen breitbandigen Internetzugang ist es in letzter Zeit ruhiger geworden. Aber der Geschäftsaufbau geht bei den Anbietern voran und es entstehen auch neue Geschäftsmöglichkeiten in Verbindung mit dieser Zugangstechnologie.

Am 05. und 06.11.2007 findet in Bonn eine Konferenz zu diesem Themenkomplex statt, der von Vereon ausgerichtet wird. Der Titel der 3. BWA-Fachtagung lautet "Strategien für regionale Carrier: Broadband Wireless Access". Die Veranstaltung knüpft an die 2. Fachtagung im Januar diesen Jahres an, bei dem ich auch schon einen Vortrag über Geschäftsmodelle gehalten habe.

Bei der neuen Veranstaltung werde ich ein 3-stündiges Tutorial am ersten Tag bestreiten, dem ich den Titel "Businessmodell für regionale Carrier" gegeben habe. Das ausführliche Programm für die zweitägige Veranstaltung findet sich auf der Website von Vereon. Dort ist auch die Anmeldung für die kostenpflichtige Veranstaltung (€ 2.000 für beide Tage) möglich.
 

Jürgen Kaack 30.08.2007, 09.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Veranstaltung zur Schließung regionaler Versorgungslücken

Am 29.08.2007 findet in Meschede im Hochsauerlandkreis ein Workshop der Breitbandinitiative Hochsauerlandkreis statt mit dem Titel "Breitband-Infrastruktur für Kommunen im HSK".

Bei dieser Veranstaltung wird neben Vertretern verschiedener Netzbetreiber auch Herr Berkel, der Geschäftsführer meines Partnerunternehmens tkt teleconsult ein erfolgversprechendes Kooperationskonzept vorstellen, mit dem unter Einbindung von regionalen Organisationen und Unternehmen eine Lösung für das Problem mit der Breitbandversorgung möglich ist.


Das Programm für diese Veranstaltung findet sich unter diesem Link.

 

Jürgen Kaack 27.08.2007, 08.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL

WiMAX - wer soll das bezahlen?

Im Nachgang zu der Veranstaltung des eco-Verbandes am 28.03. über die Geschäftsmöglichkeiten mit WiMAX ist auch bei Heise Online ein Beitrag erschienen, den ich erst etwas verpätet gefunden habe.

Hierin werden insbesondere die von mir in dem Vortrag dargestellten Eckpunkte der Wirtschaftlichkeit und die Investitionsanforderungen kommentiert. WiMAX ist nun mal eine "ausgewachsene" Funktechnik und erfordert eine Mindestanzahl von Nutzern je Zelle. Obwohl dieser Wert von vielen Parametern (Anbindung an ein Backbone-Netz, Topographie, Technologie etc.) abhängt, kann man doch davon ausgehen, dass nachhaltige Wirtschaftlichkeit erst ab ca. 500 Nutzern je Funkzelle gegeben ist! Für dünn besiedelte Bereiche ist die derzeitige WiMAX-Technologie damit noch nicht geeignet. Mit preisgünstigeren Micro-Basisstationen wird sich dieser Wert aber auch noch nch unten verschieben. Micro-Basisstationen werden spätestens im nächsten Jahr am Markt verfügbar sein.

Der vollständige Artikel von Heise Online findet sich unter diesem Link.
 

Jürgen Kaack 19.04.2007, 08.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitbandversorgung in Deutschland

Das Bundeswirtschaftsministerium hat am 16.04.07 die überarbeitete Version des Breitbandatlas freigeschaltet. Dort kann man für einzelne Gemeinden und Stadtteile die Verfügbarkeit der verschiedenen Breitbandzugangstechnologien prüfen und feststellen, welche Anbieter in dem Bereich tätig sind. Auch Erläuterungen zu den verschiedenen Technologien sind zu finden.

Wenn man dem neuen Breitbandatlas glauben darf, dann ist in 97 % der Haushalte bereits heute eine Breitbandversorgung gegeben und angeblich sind nur noch 700 Gemeinden unversorgt! Dabei ist allerdings zu berücksichtigen, dass das Bundeswirtschaftsministerium schon bei einer Download-Geschwindigkeit ab 128 KBit/s. von Breitbandübertragung spricht. Dies ist aus meiner Sicht eine völlig antiquierte und an der täglichen Praxis vorbei gehende Definition! 128 KBit/s. erreicht man im Übrigen bereits durch die Koppelung von 2 ISDN-Kanälen.

Das Instrument des Breitbandatlas ist zwar an sich sehr sinnvoll und enthält viele Informationen, durch die künstlich geschönte Definition von Breitband werden diese positiven Seiten aber wieder zunichte gemacht, schade! Zeitgemäss wäre es, Breitband mit einer Download-Geschwindigkeit von 2 MBit/s. an zu setzen. Dann sähe Deutschland allerdings im internationalen Vergleich mehr als schlecht dar, wie die folgende Graphik belegt.




Was man wohl in Südkorea von der deutschen Definition von Breitband halten würde? Dort wird der Ausbau der Lichtwellenleiter-Anschlüsse bis zu den Haushalten (Fiber-to-the-home) kräftig voran getrieben. Dann stehen mindestens 50 MBit/s. zur Verfügung
 

Jürgen Kaack 17.04.2007, 14.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachlese zur WiMAX-Veranstaltung am 28.03.

"Im Dezember wurden die WiMAX-Lizenzen für Millionenbeträge versteigert. Doch wie könnten Lösungen aussehen, um mit der Funktechnik Geld zu verdienen? Beim Treffen des eco Arbeitskreises WLAN am 28. März in Köln wurden zukunftsfähige Geschäftsmodelle besprochen. Die Teilnehmer waren sich einig: Kunden des DSL-dominierten Breitbandmarkts wechseln nicht zu WiMAX wegen der interessanten Technik. Wichtig sei es, einen Mehrwert zu bieten."

Die Veranstaltung des eco-Verbandes am 28.03. in Köln war in Anbetracht des sehr spezifischen Themas sehr gut besucht und zeichnete sich durch rege Diskussionen aus. Einen kurzen Artikel zu diesem Event findet sich hier.

Jürgen Kaack 16.04.2007, 09.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband zukünftig als persönlicher Anschluss?

Als Anfang der 90er Jahre die digitalen Mobilfunknetze nach dem GSM-Standard aufgebaut wurden, begann fast ummerkliche eine grundlegende Änderung im Angebot der Telekommunikationsdienste. Die Möglichkeit mobil telefonieren zu können, war dabei nur ein, aus Marktsicht allerdings sehr wichtiger, "Nebeneffekt"!

Vorher war der Telefonanschluss ein "Haus- oder Büroanschluss", auf den verschiedene Nutzer zugreifen konnten. Technisch gesehen hängt die Festnetz-Kommunikation an der Teilnehmeranschlussleitung (TAL) und wird in Mehrfamilienhäusern bis zum Wohnungsanschluss verteilt. Die Mobilkommunikation zielt dagegen auf die persönliche Kommunikation - eine Rufnummer wird im Normalfall einer einzelnen Person zugeordnet. Über die Mobilität und getrieben durch die schrumpfende Größe der Handys ist heute nahezu jeder zu jeder Zeit und an jedem Ort erreichbar bzw. in der Lage selber Anrufe zu tätigen.

Im Breitbandbereich ist dies bislang anders, wenn man von den noch eher bescheidenen und teuren Möglichkeiten zur Nutzung von Mobilfunk zum Internetzugang absieht. Typischerweise ist der Breitbandzugang immer noch mit der Teilnehmeranschlussleitung gekoppelt. Mit WiMAX als Breitband-Funkzugang wird diese Koppelung aufgehoben (entbündelte Leistung). Damit kann auch der Breitband-Anschluss zum persönlichen Anschluss für eine Person werden, der ebenso wie der Mobilfunkanschluss zukünftig auch an unterschiedlichen Orten genutzt werden kann. Natürlich muss der Netzaufbau entsprechend zügig vorangehen, damit die notwendige Flächendeckung erreicht wird. Bei der Mobilität muss man mit WiMAX ebenfalls Abstriche machen, Fußgänger-Geschwindigkeit wird aber möglich sein.

Durch die Entwicklung alternative Zugangstechnologien kann der Trend zur Individualisierung der Kommunikation vorangetrieben werden. Ob die Möglichkeit zu jeder Zeit und an jedem Ort über verschiedene Wege per Sprache, Mail oder Messaging zu kommunizieren als Vor- oder Nachteil gesehen wird, ist sicher eine Frage der persönlichen Einstellungen. Aber auch in diesem Szenario bleibt der Ausschalter immer noch eine Möglichkeit!
 

Jürgen Kaack 30.03.2007, 09.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL