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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: WiMAX

Funklösungen für den Breitbandausbau

Zunächst sollte man definieren, was unter zukunftssicherer Bandbreite zu verstehen ist. Die Definition verändert sich im Laufe der Zeit mit den technischen Möglichkeiten und den Anforderungen. In der Frühzeit des Internets war schon 128 Kbit/s eine Bandbreite, die das Versenden von Mails und eine einfache Transaktionen erlaubte. Vor fünf Jahren noch war eine Bandbreite von 1 MBit/s großzügig und für fast alle Anwendungen ausreichend. Mit der Zunahme des multimedialen Datenverkehrs, der zwar auch durch Portale wie YouTube oder Flikr für Videos und private Bilder getrieben wurde, aber ebenso für Bildungsangebote und die Zusammenarbeit von Unternehmen benötigt wird, steigt der Bedarf deutlich an. Soll neben der Datennutzung im Internet auch Fernsehen in guter Qualität oder gar in hochauflösender Form (HDTV) übertragen werden, stellen 32 MBit/s eine sinnvolle untere Grenze dar. Unter diesem Gesichtspunkt sind die von der Bundesregierung geforderten 50 MBit/s eine plausible Größe – allerdings unter Beachtung der zeitlichen Komponente und dem derzeit immer noch stark steigenden Übertragungsvolumen von Daten. Es ist nicht schwer, vor diesem Hintergrund zu prognostizieren, dass diese Grenze sich mittelfristig in Richtung auf 100 MBit/s und mehr verschieben wird! Für größere Unternehmen, die ihre Standorte bereits heute mit Glasfaser vernetzt haben, ist dies im Übrigen schon seit einiger Zeit Realität.

Grundsätzlich gibt es mehrere Technologien, die einen zukunftssicheren Breitband-Ausbau mit 50 MBit/s und mehr ermöglichen. Da sich auch Technologien weiterentwickeln, wäre es kurzfristig gedacht, den Fokus nur auf eine Technologie zu legen. Deutschland hat in der installierten Basis von Breitband-Anschlüssen überwiegend DSL auf zu weisen. Zwar wurden 2006 mit größerem Aufwand durch die Bundesnetzagentur Lizenzen für den Aufbau von WiMAX-Netzen vergeben, aber der richtige Durchbruch für diese Technologie ist in Deutschland ausgeblieben und es sind nicht mal alle Anbieter tatsächlich aktiv geworden. Der Marktanteil von WiMAX-Anschlüssen liegt zusammen mit den am Markt ebenfalls unbedeutenden Powerline-Anschlüssen und dem Nischenprodukt DSL via Satellit immer noch unter 1 % und spielt somit im Markt kaum eine Rolle. Es ist derzeit nicht zu erkennen, dass einer dieser Nischenlösungen in absehbarer Zeit größere Bedeutung erlangt.

Eine attraktive Alternative zu den Leitungs-gebundenen Breitband-Infrastrukturen bietet die Nutzung der durch die Digitalisierung der Rundfunkfrequenzen frei gewordenen Bandbreiten im Bereich von 790 und 862 MHz („digitale Dividende“). Die Bundesregierung und der Bundesrat haben den Weg hierfür frei gemacht und die Bundesnetzagentur bereitet die Vergabe der Lizenzen für Anfang 2010 vor. In Verbindung mit neuen Übertragungstechnologien wie der „Long Term Evolution“ (LTE) sind auch mit Funk Übertragungsraten von über 50 MBit/s zu realisieren. Somit kann mit LTE nicht nur eine schnelle Datenübertragung ermöglicht werden, sondern auch eine Fernsehübertragung oder eine Videokonferenz.

 

Die Frequenzlage der ehemaligen Radiofrequenzen bietet gegenüber der 3 GHz-Frequenz für WiMAX den Vorteil, wesentlich besser in Gebäuden empfangen zu werden. So entfällt vermutlich in vielen Fällen die Notwendigkeit einer Außenantenne. Auch sind die Zellen größer als die UMTS-Zellen, die maximal 1 km Radius haben, und benötigen anders als andere Funktechnologien keine direkte Sichtverbindung von Sender und Empfänger. Es ist zu erwarten, dass der Aufbau von LTE-Netzen weniger Investitionsmittel benötigt als für herkömmliche Mobilfunk-Netze (UMTS). Allerdings befindet sich LTE noch im Pilotstadium mit derzeit drei erfolgreich laufenden Piloten in Deutschland und es ist noch unklar, wer die Betreiber dieser Frequenzen sein werden und wie die Ausbaupläne aussehen können.




 

Jürgen Kaack 05.10.2009, 11.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Regional schnell ans Netz

"In Metropolen schon längst selbstverständlich, können Unternehmen in ländlichen Regionen nicht automatisch auf schnelle Internetanschlüsse zugreifen. Dabei bietet beispielsweise ein regionales Breitbandnetz Kommunen die Chance, ihre Unternehmen am Standort zu halten und deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Das Bewusstsein für den Bedarf an Breitband-Anschlüssen hat sich bei den politischen Entscheidungsträgern in Deutschland seit Anfang 2008 deutlich weiter entwickelt und es dürfte mittlerweile unstrittig sein, dass eine gute und flächendeckende Breitbandversorgung ein wichtiger Standortfaktor für jede Kommune ist. Die politischen Diskussionen um das Konjunkturpaket II haben diesen Prozess weiter vorangebracht. Damit endet allerdings in vielen Fällen der Erkenntnisstand der Verantwortlichen in den Kommunen. Was konkret zu tun ist, mit wem zu verhandeln ist, welche Technologie zukunftssicher ist und welche Förderungen aus dem Konjunkturpaket II für den Breitbandausbau genutzt werden können, bleibt für manche Entscheider noch in einer diffusen Grauzone...
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Der vollständige Artikel zur Bedeutung von offenen regionalen Netzen und die Rolle von Kommunen und Kreisen bei der Umsetzung findet sich in einem Artikel bei ECIN. Dabei wird die Einordnung der regionalen Netze zwischen nationalen Backbone- und Anschluss-Netzen erläutert, die technologischen Möglichkeiten zur Umsetzung und die Vor- und Nachteile der alternativen Geschäftsmodelle diskutiert.
 

Jürgen Kaack 28.04.2009, 09.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mögliche Rollen für WiMAX und LTE beim Breitbandausbau in der Fläche

Betrachtet man die für die nächsten Jahre prognostizierten Bandbreiten von 100 MBit/s pro Haushalt, dann kann WiMAX diese Ansprüche niemals erfüllen. Mit dieser Funktechnologie erreicht man bestenfalls 4 MBit/s und üblicherweise nicht mehr als 2 MBit/s. Nun sind dies für einen Nutzer, der an schnelle ADSL oder gar VDSL-Anschlüsse gewohnt ist, nicht sonderlich interessant. Wer aber heute mit DSL-light mit 384 kBit/s Vorliebe nehmen muss, erreicht hiermit allerdings schon einen deutlichen Fortschritt. Außerdem können WiMAX-Netze mit moderaten Kosten von ca. € 350 pro Anschluss errichtet werden und dies überdies recht schnell (sofern nicht aufgrund der Topographie höhere Funkmasten errichtet werden müssen). Es gibt eine Reihe kleinerer Ortschaften, die auf den Ausbau mit schnellen Netzen noch länger warten müssen und in diesen Fällen bietet WiMAX eine attraktive Übergangslösung. Allerdings müssen auch beim Aufbau von WiMAX-Netzen die erforderlichen Bandbreiten von den Backbone-Netzen an die Kopfstationen zugeführt werden, so dass es mit einer Investition in WiMAX alleine in der Regel nicht getan ist.

 

Schnelle UMTS-Netze wie z.B. UMTS mit 7,2 MBit/s (bei HSDPA) kann den einen oder anderen heutigen DSL-Nutzer dazu bringen, ganz auf das Festnetz zu verzichten. Die verfügbare Bandbreite reicht für viele Anwendungen und ist schneller als der derzeitige Durchschnitt im Festnetz. Allerdings haben die schnellen Mobilfunk-Netze für den ländlichen Raum den Nachteil, dass sie nur recht kleine Zellen mit Radien von deutlich unter 1 km versorgen können. Daher werden HSDPA-Netze bevorzugt in Ballungsgebieten errichtet. In der Fläche wird der Netzausbau bei dünnerer Besiedlungsdichte schnell unwirtschaftlich.

 

LTE (Long-Term-Evolution) wird als neue Generation im Mobilfunk nochmals höhere Bandbreiten ermöglichen, 25 MBit/s sind LTE durchaus zu erreichen, so dass Fernsehen in HD-Qualität auch mobil möglich sein wird. Dies allerdings mit kleinen Funkzellen und somit entsprechend vielen Basis-Stationen. LTE-Netze können schnell entstehen, wenn die freigewordenen Rundfunk-Frequenzen durch die Bundesländer für den Mobilfunk freigegeben werden. Aus Sicht der Bundesregierung spricht nichts gegen die Nutzung der so genannten „digitalen Dividende“ der nicht mehr gebrauchten Funk-Frequenzen.

 

Funklösungen sind somit bedingt als Lösung für den Breitband-Ausbau in der Fläche geeignet. Als Übergangslösung für die Jahre, die beim Aufbau von Glasfasernetzen vergehen werden, können sie trotzdem auch in der Fläche eine wichtige Rolle spielen. Da der Aufbau und Betrieb von UMTS-Netzen Lizenz-pflichtig sind, kommen als Betreiber nur die 4 lizenzierten Betreiber in Betracht, so dass Geschäftsmodelle nicht weiter gestaltet werden können.

Jürgen Kaack 23.04.2009, 09.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Problemfall regionale Netze

Das Bewusstsein für den Bedarf an Breitband-Anschlüssen hat sich bei den politischen Entscheidungsträgern in Deutschland seit Anfang 2008 deutlich weiter entwickelt und es dürfte mittlerweile unstrittig sein, dass eine gute und flächendeckende Breitbandversorgung ein wichtiger Standortfaktor für jede Kommune ist. Die politischen Diskussionen um das Konjunkturpaket II haben diesen Prozess weiter vorangebracht. Damit endet allerdings in vielen Fällen der Erkenntnisstand der Verantwortlichen in den Kommunen. Was konkret zu tun ist, mit wem zu verhandeln ist, welche Technologie zukunftssicher ist und welche Förderungen aus dem Konjunkturpaket II für den Breitbandausbau genutzt werden können, bleibt für manche Entscheider noch in einer diffusen Grauzone.

 

Fernverkehrsnetze

 

Betrachtet man die technischen Gegebenheiten, so stellt man fest, dass im Bereich der Fernverkehrs-Netze (nationale Backbone-Netze) eine ausreichende Übertragungs-Kapazitäten vorhanden und verschiedene Anbieter im Wettbewerb zueinander tätig sind. Hier liegt offensichtlich nicht das Problem für den Breitbandausbau in der Fläche. Im Bereich der Teilnehmer-Anschlussnetze finden sich in Deutschland durchweg Kupfer-Zweidraht-Anbindungen und ergänzend je nach Region Koaxialkabel der Kabel-Fernseh-Anbieter. Glasfaser-Anbindungen, wie sie in den Niederlanden oder in manchen asiatischen Ländern in steigendem Umfang eingesetzt werden, findet man in Deutschland dagegen nur in wenigen Modellprojekten. Statistisch gesehen liegt Deutschland mit Fiber-to-the-Home im internationalen Vergleich noch im letzten Drittel.

 

Anschluss-Netze

 

Trotzdem ist es selbst mit den vorhandenen Kupfer-Anschlussnetzen möglich, hohe Bandbreiten zu übertragen. Kabelnetz-Betreiber erreichen vielerorts 32 MBit/s mit der zukünftigen Option bis auf 100 MBit/s zu erweitern, mit ADSL sind derzeit 16 MBit/s möglich und das moderne VDSL-Netz der Telekom ermöglicht je nach Entfernung vom Kabelverzweiger 25 oder 50 MBit/s und überträgt diese ebenfalls über das vorhandene Kupfer-Zweidraht-Anschlussnetz zum Nutzer. Für höhere Bandbreiten braucht man dann allerdings dann doch die Glasfaseranbindung bis zum Gebäude (Fiber-to-the-Building) oder bis in den Haushalt (Fiber-to-the-Home). Trotzdem ist festzustellen, dass das Anschlussnetz in aller Regel ebenfalls nicht den Engpass beim Breitbandausbau in der Fläche darstellt.

 

Diese Aussage gilt natürlich nur mit Einschränkungen. Denn ohne einen Ausbau der aktiven Übertragungstechnik im bestehenden Anschlussnetz ist keine Breitbandübertragung möglich. In der Regel müssen die letzten aktiven Komponenten im Anschlussnetz, die Kabelverzweiger (KVZ), mit moderner digitaler Übertragungstechnik aufgerüstet werden. Dies ist mit zusätzlichen Investitionen verbunden, die der Anschlussnetzbetreiber erbringen muss. Je nach Bevölkerungsdichte (und damit der Zahl der an einen Kabelverzweiger angebundenen Haushalte) kann allerdings auch dieser Ausbau für einen Netzbetreiber unwirtschaftlich sein und es gilt, eine gegebenenfalls vorhandene Wirtschaftlichkeitslücke zu schließen.

 

Regionale Backbone-Netze

 

Das Problem für den Breitbandausbau in der Fläche besteht in den meisten Fällen im regionalen Backbone-Netz, mit dem das Fernverkehrs-Netz an das Anschlussnetz angebunden wird. Hier sind heute die verfügbaren Bandbreiten oft zu gering, um höhere Bandbreite bis zum Anschluss-Netz zu transportieren. Die regionalen Netze bestehen typischerweise aus Kupfer-Leitungen, deren Kapazität nicht erweitert werden kann. Hier bleibt oft nur der Ausbau des regionalen Netzes mit Glasfaser-Leitungen. Dass dies in der Regel im überbauten Raum erfolgen muss, kommt erschwerend hinzu und ist dann mit teuren Baumaßnahmen verbunden. Sofern Kabelkanäle, Abwasserrohre oder ähnliches verwendet werden können, lässt sich der notwendige Aufwand reduzieren. Die Verlegung von Glasfaser-Strecken in Abwasserkanälen befindet sich derzeit in einem Pilotversuch.

 

Als Alternative zu Glasfaserstrecken kommen je nach Topographie auch Richtfunk- oder WiMAX-Verbindungen im regionalen Netz in Betracht. Eine Funkstrecke ist in der Regel kostengünstiger zu errichten, wenn topographische Hindernisse wie Flüsse, Straßen und andere Hindernisse zu überwinden sind. Auch die direkte Anbindung einzelner Kabelverzweiger mithilfe von WiMAX-Strecken ist möglich und meistens schneller zu realisieren als eine Baumaßnahme. Allerdings gibt es an einigen Orten Widerstände gegen Funklösungen, auch wenn dies eigentlich fast immer unbegründet ist. Außerdem stellt eine Funkstrecke in einem regionalen Netz eine aktive Infrastruktur-Komponente dar, die gemanagt werden muss.

 

Regionale Netze verbinden die Backbone-Trassen mit den Kabelverzweigern in den Ortsteilen (je Ortsteil ist in der Regel ein Kabelverzweiger vorhanden). Das Netz erhält somit zunächst eine Baumstruktur, die aufgrund der Verfügbarkeit und Absicherung in Richtung einer Ringstruktur erweitert werden sollte. Ergänzend zu den eigentlichen Verbindungsstrecken ist eine Einrichtung zur Überwachung von Performance und Verfügbarkeit des regionalen Netzes vorzusehen.

 

Jürgen Kaack 21.04.2009, 09.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

... und wieder einer weniger!

In 2005 waren über 100 Unternehmen an einer lokalen oder regionalen Lizenz für den Aufbau eines WiMAX-Netzes interessiert und haben über 1.000 Lizenzanträge bei der Bundesnetzagentur gestellt. Nachdem das Vergabe-Verfahren abgebrochen wurde und ein Jahr später mit vorgegebenen, großflächigen Regionen neu aufgesetzt wurde, haben schließlich fünf Unternehmen eine Lizenz erhalten. Drei der Lizenzen sind nationale Lizenzen bzw. bis auf eine Region flächendeckend.

Seit einem Jahr beobachte ich die Entwicklung mit zunehmender Skepsis. Im November letzten Jahres habe ich mich in dem Artikel "WiMAX - verpasste Chancen?" kritisch über den zögerlichen Ausbau geäußert. Schon seit einem Jahr ist erkennbar, dass WiMAX kaum mehr als eine Nischenrolle spielen wird.

Von den nationalen Anbieter ist der amerikanische Anbieter Clearwire bislang noch nicht in Deutschland aktiv geworden. Jetzt hat der regionale Anbieter Televersa seine WiMAX-Lizenz wieder zurück gegeben. Bislang hat das Unternehmen verschiedene Ortschaften mit Pre-WiMAX Lösungen ausgebaut, die eine stationäre DSL-Anbindung ermöglicht. Auch von den anderen WiMAX-Lizenznehmern hört man wenig und sieht auch wenig! Es bleibt abzuwarten, welche Sanktionen die Lizenznehmer erwartet, die die Ausbau-Verpflichtung nicht erfüllen. Ich kann mir nach derzeitigem Eindruck nicht vorstellen, dass einer der Anbieter die Ausbau-Verpflichtung einhält.

In Verbindung mit den Plänen der Bundesregierung für das Konjunktur-Paket II werden die Chancen für WiMAX noch mal reduziert, spricht man dort doch immerhin von 50 MBit/s über eine Glasfaser-Anbindung und nicht von 2 MBit/s, die mit WiMAX erreichbar sind!
 

Jürgen Kaack 14.02.2009, 18.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Standortfaktor Breitband

Am 19.03.2009 vführt die Wirtschaftsförderung Rhein-Erft im Schloss Gymnich eine Veranstaltung durch zu dem durch das Konjunkturpaket II der Bundesregierung hochaktuellen Thema der Breitbandversorgung in der Fläche ("Standortfaktor Breitband").

Vertreter betroffener Kommunen sollen in der drei-stündigen Veranstaltung informiert werden über technische Alternativen für den Breitbandausbau, Geschäftsmodelle für die Umsetzung, sowie Finanzierungs- und Fördermöglichkeiten. Natürlich besteht auch die Möglichkeiten zu Fragen. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenfrei, das Programm und Anmeldeformular findet sich auf den Seiten der WfG unter diesem Link.

Ich werde bei der Veranstaltung mit einer Präsentation zu dem Thema "Breitband als Standortfaktor - Lücken in der Versorgung schließen" dabei sein.

Jürgen Kaack 07.02.2009, 11.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kooperationsmodelle für den Breitbandausbau

Nicht nur die großen national tätigen Netzbetreiber können dünn besiedelte Regionen nur schwer wirtschaftlich ausbauen, auch alternative Anbieter mit flexibleren Strukturen und modernen Technologien kommen schnell an Grenzen. Erfolg versprechend sind daher Kooperationen zwischen verschiedenen Unternehmen. Kooperationsmodelle für die Schließung von Versorgungslücken im ländlichen Raum sollten sich an der Wertschöpfungskette im Breitbandmarkt orientieren. Diese unterscheidet sich kaum von derjenigen für andere Telekommunikations-Dienste und ist in erster Linie von der gewählten Anschlusstechnik abhängig.

 

Bei der Umsetzung der möglichen Lösungen bieten sich unterschiedliche Kooperationsmodelle an, die von der Art der Geschäftspartner und der angestrebten Anwendung abhängen. Zu den grundsätzlich möglichen Kooperationsmodellen gehören:


  • ein Joint-Venture für das gesamte Geschäft vom Netzaufbau bis zur Vermarktung bei einer Aufteilung von Investitionen, Risiken und Erträgen zwischen regionalen und überregionalen Netzbetreibern,
  • Gründung einer Private-Public-Partnership zwischen einem Netzbetreiber und einer Kommune zur arbeitsteiligen Umsetzung,
  • Schaffung einer Open-Access-Plattform für den Breitband-Backbone, z.B. durch die Kommune, die von Anschlussnetzbetreibern genutzt wird,
  • Aufbau von Mischnetzen aus Festnetz und Funklösungen durch einen oder mehrere Netzbetreiber,
  • Bereitstellung von baulichen Infrastrukturen in Form von Leerrohren, Wegerechten und Masten bzw. Türme zur Verringerung der Kosten beim Netzaufbau,
  • Sonderlösungen, die Betreiber für Großkunden erbringen,
  • die Vergabe einer Sublizenz und der eigenständige Netzaufbau durch den Geschäftspartner (nur im Falle von WiMAX)

 

Kooperationen sind in der Telekommunikation in vielen Bereichen üblich und erfolgreich. Service Provider und MVNOs im Mobilfunk basieren ebenso auf Kooperationen wie viele Internetserviceprovider.

 

Im Falle von WiMAX übernimmt der Lizenznehmer in der Arbeitsteilung bei allen Modellen außer der Vergabe von Sublizenzen, den Aufbau und den Betrieb des funktechnischen Zugangsnetzes und die Kooperationspartner übernehmen fallweise die Ausgestaltung des Dienstes und die Vermarktung an die eigenen Zielgruppen. Ein interessierter Geschäftspartner kann dann das WiMAX-Netz als Übertragungsstrecke und Zugang zum Kunden nutzen, um die eigenen Dienste und Lösungen zu realisieren. Dies ist wichtig, weil es sich bei WiMAX um eine komplexe Funktechnik handelt, die nicht so problemlos aufgebaut werden kann wie z.B. WLAN-Zellen. Ohne eine sorgfältige Funknetzplanung, die sich an der Topografie der auszuleuchtenden Region orientiert, können keine gute Versorgung und insbesondere keine NLOS (Non-Line-of-Sight)-Auslegung erreicht werden, bei der eine Sichtverbindung zwischen Basisstation und Nutzer nicht erforderlich ist. Trotzdem bleibt bei WiMAX die erreichbare Bandbreite begrenzt auf derzeit 2 MBit/s, später vielleicht bei 4 MBit/s.

 

Im Vergleich zu WiMAX bietet der Ausbau des Kabelnetzes Potenzial zu wesentlich höheren Bandbreiten, 32 MBit/s sind schon heute zu erreichen und ein Ausbau bis zu 100 MBit/s ist technisch möglich. Damit bieten die TV-Kabelnetze attraktive Zukunftschancen.

 

Zukunftsträchtig ist der Ausbau des Glasfasernetzes und dies möglichst nah bis zum Haushalt, im Idealfall als Fiber-to-the-Home bis in den Haushalt. Mit diesen Strukturen sind Bandbreiten über 100 MBit/s möglich. Neubaugebiete sollten schon heute mit Glasfaser ausgestattet werden. Hierfür bieten sich z.B. neue Lösungen mit passiven optischen Netzen an, die auf aktive Komponenten im Anschluss-Netz auskommen. Wenn bei allen Baumaßnahmen im überbauten Raum Leer-Rohre verlegt werden, sinken die späteren Kosten für den Netzausbau. Es gibt Übergangslösungen auf dem Weg zum flächendeckenden Glasfasernetz, z.B. zunächst die Anbindung der Kabelverzweiger im Anschlussnetz mit Glasfaser und die Nutzung der existierenden Kupferdoppelader bis zum Haushalt. So sind je nach Entfernung vom Verzweiger mit DSL Bandbreiten von 16 MBit/s zu erreichen und mit VDSL-Technologie auch 50 MBit/s.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass zwar die Zahl alternativer Breitband-Anschlusstechniken steigt, aber für Regionen außerhalb der Ballungsgebiete bleibt es auf absehbare Zeit bei DSL als der dominierenden Technologie. Die großen Netzbetreiber, einschließlich der Deutsche Telekom nehmen den Netzausbau unter wirtschaftlichen Kriterien vor, so dass kleinere Städte und Kommunen auch in den nächsten Jahren Probleme haben werden, die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen zu befriedigen bzw. das Entstehen von Standortnachteilen zu verhindern. Dies schafft Marktchancen für kleinere und regional tätige Anbieter, die mit flexiblem Vorgehen und unter Einsatz der optimalen Infrastruktur Wettbewerbsvorteile erzielen können. Im Vorteil sind dabei solche Anbieter, die über vorhandene Kontakte und Netzwerke in den jeweiligen Regionen verfügen, so dass der Vertriebsaufbau schnell und mit niedrigen Kosten von statten gehen kann. Durch die mit dem zweiten Konjunktur-Programm der Bundesregierung verfolgten Ziele kann der Ausbau in der Fläche deutlich beschleunigt werden.


 

Jürgen Kaack 19.01.2009, 21.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

2. Konjunkturprogramm fördert die Breitband-Versorgung

Mit dem gerade verkündeten zweiten Konjunkturprogramm sollen auch Investitionen in den Breitband-Ausbau in der Fläche gefördert werden. Die Bundesregierung hat das Ziel definiert, bis zum Jahr 2010 alle weißen Flecken zu schließen. Hierbei wird allerdings noch keine höhere Geschwindigkeit gefordert, so dass alle möglichen Technologien genutzt werden können. Damit kann schon einiges gegen die Gefahren aus der digitalen Spaltung getan werden, wenn die Umsetzung schnell definiert und praktikabel ausgestaltet wird. Die bisherigen Förderansätze für den Breitbandausbau mit maximal € 50.000 je Kommune sind hierfür ganz sicher nicht ausreichend. Natürlich müssen auch die Netzbetreiber ihren Vorteil erkennen.

In der nächsten Umsetzungsstufe bis 2014 sollen 75 % der Haushalte mit Breitband in einer Übertragungsrate von 50 MBit/s angeschlossen sein. 2018 sollen dann alle Haushalte in Deutschland mit mindestens 50 MBit/s anschließbar sein! Dies setzt natürlich einen verstärkten Einsatz von Glasfaser voraus, mit denen zumindest die Kabelverzweiger (Fiber-to-the-Curb) versorgt werden. Auch Fiber-to-the-Building muss in verstärkter Form genutzt werden. Im Endausbau ist dann vermutlich Fiber-to-the-Home unabdingbar - allerdings von den Investitonsaufwenden auch deutlich am teuersten.


Zur Erreichung der jetzt richtigerweise gesetzten Zielen sind noch einigen Aufgaben zu erledigen und tragfähige Umsetzungskonzepte erarbeitet werden.

 

Jürgen Kaack 13.01.2009, 21.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Forum für Breitbandinteressierte

Das Forschungsinstitut für Telekommunikation hat im letzten Jahr ein neues Internet-Portal zum Thema Breitband-Ausbau und Breitband-Anwendungen gestartet, das für jedermann nach Anmeldung offen ist: IKT.NRW. Primär richtet sich das Cluster an Themen aus NRW, aber bis auf spezifische Fragen der Fördermöglichkeiten für Kommunen sind die Unterschiede zwischen den Bundesländern bei den Breitband-Anforderungen nach meiner Erfahrung nicht.

Auf dem Portal findet man Experten zu bestimmten Themen und Foren unter anderem für Breitbandausbau, Smart Cities Konzepte, Geo-Informationen, IT-Securitiy. mobile Communication und SOA-Anwendungen. Ich habe auf diesem Portal einen eigenen Blog-Bereich, der unter diesem Link zu finden ist.

 
 

Jürgen Kaack 10.01.2009, 15.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

WiMAX - verpasste Chancen?

"WiMAX war zum Zeitpunkt der Lizenzvergabe Ende 2006 eine wichtige Rolle beim Breitband-Ausbau im ländlichen Raum zugedacht worden. Als Alternative zu Leitungs-gebundenen Breitbandanschlüssen verspricht WiMAX als standardisierte Funklösung immerhin eine schnelle und kostengünstige Erschließung von unversorgten Regionen. Bislang bleibt es aber eher bei einer Nischenrolle...

Der derzeitige Marktanteil von WiMAX beträgt gerade mal 0,5 bis 1 Prozent der Breitbandanschlüsse und er wird vermutlich auch beim weiteren Wachstum des Breitbandmarktes kaum mehr als 5 Prozent Marktanteil an allen Breitbandanschlüssen erreichen. Dagegen liegt die DSL-Technologie mit ca. 96 Prozent deutlich in Führung. In anderen Markt-Regionen außerhalb Deutschlands kann dies nach wie vor anders aussehen. rotzdem sollte jede bislang nur schmalbandig angebundene Kommune prüfen, ob WiMAX eine geeignete und wirtschaftliche Alternative für die kurz- oder längerfristige Breitbandversorgung ist.
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Der vollständige Artikel findet sich auf der Website von ecin unter diesem Link.
 

Jürgen Kaack 07.11.2008, 08.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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