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Tag: Wachstum

PC-Einsatz und Internet in den Schulen

Deutschland hat bei den letzten Pisa-Vergleichsstudien schlechter abgeschnitten als viele andere europäische Länder. Ein Grund hierfür könnte die im internationalen Vergleich schlechte Versorgung der Schulen mit PCs sein. Während in den USA, aber auch in Dänemark und selbst in Korea durchschnittlich 27 oder mehr PCs auf 100 Schüler kommen (nach BMWi und (N)Onliner-Atlas 2008), sind dies in Deutschland gerade mal 9 PCs auf 100 Schüler! Nur Italien und Polen haben weniger PCs an Schulen. Auch unsere Nachbarländer Frankreich (13), Österreich (16), Schweiz (17) und Niederlande (21) sind besser ausgestattet.

 

Bei einer so niedrigen Ausstattung ist es nicht verwunderlich, dass der PC bislang kaum im Unterricht genutzt wird. Solange PCs nur in PC-Labors zu finden sind wie früher die Sprachlabore, ist nicht zu erwarten, dass der PC seine Stärken ausspielen kann und Schüler bei ihrer individuellen Entwicklung hilft.

 

Sinnvoll eingesetzt kann der Unterricht mithilfe moderner Methoden und Hilfsmittel (und mehr können der PC und das Internet nicht sein), kann der Unterricht über das starre 45 Minuten Korsett herausgelöst werden, so dass jeder Schüler entsprechend seinem eigenen Lernrhythmus arbeiten kann. Auch die Arbeit in Lerngruppen kann realisiert werden und die Teamarbeit fördern. Allerdings sind viele Schulen in Deutschland nicht nur unzureichend mit PCs ausgestattet, auch die Internetanbindung ist in den meisten Schulen noch schmalbandig. Mit einem langsamen Internet-Anschluss kann kaum von mehreren Schülern gleichzeitig Online gearbeitet werden. In den Niederlanden ist nicht nur die PC-Durchdringung höher als in Deutschland, auch im Breitband-Bereich ist man weiter. Einige Schulen werden in unserem Nachbarland bereits mit Gbit/s Anschlüssen ausgestattet.

 

In der Arbeitswelt ist ein Büroarbeitsplatz ohne PC heute kaum noch vorstellbar und selbst mobile Arbeitsplätze werden immer mehr von PC-Arbeitsplätzen durchdrungen. Daher ist es sinnvoll, schon früh den Umgang mit dem Instrument PC zu üben. Wenn dagegen viele Jugendliche gerade mal Chat und Gaming als PC-Funktionen beherrschen, dann kann dies nachdenklich stimmen.

 

In Kooperation mit den nationalen Schulbuchverlagen entstehen Bildungsplattformen, die nicht nur dem Lehrer die Vorbereitung der Unterrichtsstunde erleichtern sondern auch von Schülern bei der Erarbeitung von Aufgaben und beim Lernen genutzt werden können. Der intensivere Einsatz von PCs und Internet kann einerseits den individuellen Lernfortschritt fördern, sondern Erfahrungen im Umgang mit den neuen Medien vermitteln und so auf den beruflichen Alltag vorbereiten.

 

Verglichen mit der unzureichenden Ausstattung der Schulen liegen die Ausgaben für Informationstechnologie in Deutschland mit 5,9 % am Bruttoinlandsprodukt kaum unter dem EU25 Durchschnitt von 6,0 % und selbst Spitzenreiter Großbritannien ist mit 7,1 % nicht unerreichbar weit entfernt. Noch dichter auf liegt Deutschland mit 66,2 PCs je 100 Einwohnern, Großbritannien hat mit 68,2 gerade mal 2 PCs mehr je 100 Einwohner. Nur USA liegt mit 80,2 deutlich an der Spitze, Frankreich (57,1) und selbst Japan (61,0) liegen noch hinter Deutschland, China (5,6) und Indien (1,9) liegen noch weit abgeschlagen. Betrachtet man dabei das technologische Potenzial gerade dieser beiden Länder wird deutlich, wie sich die Verhältnisse in Zukunft noch verschieben können.

 

Es liegt also ganz sicher nicht an der fehlenden Ausgabenbereitschaft oder fehlenden Marktdurchdringung, wenn PC und Internet noch keinen allgemeinen Einzug in das deutsche Bildungswesen gefunden haben.

 

Jürgen Kaack 15.12.2008, 09.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Auf die leichte Schulter

"Mittelständler gehen mit Unternehmensrisiken häufig sorglos um, warnen Experten. Dabei kann es für ein Unternehmen existenzbedrohend sein, wenn es Gefahren zu spät erkennt. Spezielle Systeme können Risiken gezielt mindern."

Mit dieser Einleitung ist bei Handelsblatt ein Artikel zum Risikomanagement bei mittelständischen Unternehmen veröffentlicht worden, zu dem man mich interviewt hat. Meine Aussage zu diesem schwierigen Thema:

"Unternehmer müssen ihren Betrieb systematisch auf Schwachstellen abklopfen", rät auch Jürgen Kaack, Berater bei der STZ-Consulting Group. Er ist Autor des Ratgebers zum Risikomanagement in mittelständischen Unternehmen und empfiehlt, die identifizierten Risiken nach zwei Kriterien zu beurteilen: Eintrittswahrscheinlichkeit und Ausmaß des Schadens. Nach seiner Einteilung ist ein Risiko umso größer, je wahrscheinlicher das Ereignis eintritt und je bedrohlicher der dadurch zu befürchtende Schaden ist.

Der vollständige Artikel findet sich unter diesem Link auf der Seite vom Handelsblatt.

Jürgen Kaack 10.12.2008, 17.39 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Innovationsmanagement

"Nicht jede technische Entwicklung hat das Potenzial zu einer Innovation. Damit eine Neuentwicklung zu Innovation wird, muss sie Akzeptanz bei einer ausreichenden Zahl von Nutzern finden und zudem ihr Nutzen höher sein, als die Kosten für deren Kauf bzw. Nutzung. Dabei ist es grundsätzlich unerheblich, ob der Nutzen als quantitativer  Wert messbar ist oder als emotionaler Nutzen vom Käufer / Anwender so empfunden wird."

Mein vollständiger Beitrag zum Thema Innovationsmanagement findet sich online auf dem Portal Perspektive Mittelstand.
 

Jürgen Kaack 04.12.2008, 10.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Standortqualität durch modernste I&K Technologie

Im Folgenden der Abstract für meinen Vortrag im Rahmen der "TelematikCity" Veranstaltung von Fraunhofer in Stuttgart am 16.12.2008. Der Programmflyer (und das Anmeldeformular) finden sich unter diesem Link auf der Seite des Fraunhofer IAO-Instituts.

Telekommunikation ist für vielfältige Änderungen im privaten und wirtschaftlichen Umfeld verantwortlich. Zukünftig sind Internet und Breitbandanwendungen Treiber für Umwälzungen. Welche Auswirkungen sind zu erwarten? Deutschland drohen Nachteile durch die digitale Spaltung z.B. im Vergleich von Ballungsgebieten und ländlichem Raum. Welche Möglichkeiten gibt es und wer muss die Initiative ergreifen?

 

Ein wichtiger Treiber für die weitere Entwicklung ist das Internet. Erst 1993 kam der erste Webbrowser auf den Markt und ermöglichte das heutige WorldWideWeb (WWW). Obwohl erst gerade 15 Jahre in dieser Form verfügbar, hat das Internet weltweit bereits 1,23 Mrd. Nutzer – und dies mit stark steigender Tendenz. Ein wichtiger Meilenstein in der Entwicklung war das Aufkommen von Web2.0 Funktionalitäten im Jahr 2004. Das drastische Wachstum verändert nicht nur viele Strukturen, es führt auch zu einer erheblichen Belastung für die Netzinfrastrukturen, die nicht auf solche Datenmengen und ein Wachstum von derzeit 60 % pro Jahr ausgelegt wurden.

 

Auch in Deutschland ist der Siegeszug des Internets zu beobachten, 65 % der Bevölkerung nutzen bereits heute das Internet, weitere 5 % planen die Nutzung noch in diesem Jahr. In der Altersgruppe der 14 – 29-Jährigen nutzen 91 % das Internet. Nur in der Gruppe der über 50-Jährigen ist die Nutzung mit 40 % noch vergleichsweise gering. Im internationalen Vergleich steht Deutschland mit diesen Werten gerade mal im Mittelfeld. In vielen asiatischen Ländern, aber auch in Skandinavien oder den Niederlanden beträgt die Durchdringung inzwischen über 80 % und wächst weiter! Der Bandbreiten-Bedarf wächst kontinuierlich, vor wenigen Jahren war 1 MBit/s noch völlig ausreichend, mittlerweile sind immer mehr Anschlüsse mit 2, 6 oder 16 MBit/s im Einsatz. Mit VDSL können auch Privatpersonen 25 oder 50 MBit/s nutzen. Glasfaser (ftth) ermöglicht auch Bandbreiten über 100 MBit/s. Auch die Unternehmen haben die Bedeutung von Breitband erkannt. Als Standortfaktor rangiert die Breitbandversorgung fast gleich auf mit Personalkosten und der Straßenanbindung.

 

Bei der rasant steigenden Bedeutung des Internet auf allen Ebenen des Lebens ist es wichtig, dass es nicht zu ungewollten Abspaltungen („Digital Divide“) von einzelnen Bevölkerungsgruppen kommt. Es gibt traditionell gesellschaftliche Gruppen, die der Internet-Nutzung weniger offen gegenüber stehen. Die ältere Generation ist aber bei weitem noch nicht ausreichend eingebunden. Der Breitbandausbau in der Fläche ist teuer. Nach Expertenschätzung ist für einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser (ohne den Hausanschlussbereich) Investitionen in Höhe von 30 bis 50 Mrd. € erforderlich. Dies ist sicher für keinen der Anbieter alleine zu schaffen. Aufgrund der oben aufgeführten Randbedingungen sind die Investitionen in den Breitband-Ausbau in Deutschland im Vergleich zu anderen Industrie-Staaten erschreckend gering. Der Ausweg kann nur in Eigeninitiative und Kooperationen liegen.

 

Als ein Modellprojekt werden im Rahmen von T-City verschiedene Breitband-Anwendungen auf der Basis der modernsten Mobilfunk- und Festnetz-Infrastruktur erprobt in den für das T-City Projekt definierten Projektfeldern:

 

  • Bürger & Staat
  • Wirtschaft & Arbeit
  • Lernen & Forschen
  • Gesundheit und Betreuung
  • Verkehr & Mobilität
  • Tourismus & Kultur

 

Die derzeit verfolgten 25 Projekte werden gemeinsam mit Partnern aus der Region umgesetzt und sollen einen Beitrag zu den Oberzielen des Projektes liefern:

 

  • Erhöhung der Lebensqualität
  • Verbesserung der Standortqualität
  • Steigerung des Vernetzungsgrads zwischen Bürgern, Unternehmen und Institutionen
 

Jürgen Kaack 02.12.2008, 08.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Von der Produktidee zur Innovation

Nicht jede technische Entwicklung hat das Potenzial zu einer Innovation. Damit eine Neuentwicklung zur Innovation wird, muss sie Akzeptanz bei einer ausreichenden Zahl von Nutzern finden und der generierte Nutzen muss höher sein, als die Kosten für Kauf bzw. Nutzung. Dabei ist es grundsätzlich unerheblich, ob der Nutzen als quantitativer Wert messbar ist oder als emotionaler Nutzen vom Käufer / Anwender so empfunden wird. Allerdings muss die Anzahl der Käufer ausreichen, um in Summe die Vorlaufkosten für die Entwicklung und Markteinführung zu decken sowie die Stückkosten für Produktion und Verteilung.

 

Es gab immer wieder technische Entwicklungen, die ohne vorherige Planung zu Innovationen wurden. Ein gutes Beispiel für einen solchen Fall war die Kurznachricht (SMS) im digitalen Mobilfunk. Den meisten Anbietern war sicher bei der Vorstellung dieses Dienstes nicht bewusst, welches Marktpotenzial SMS einmal erreichen wird. Heute stellt der SMS-Dienst eine wichtige Quelle zur Generierung von Marge für die Mobilfunkanbieter dar. Der multimediale und konsequent geplante Nachfolgedienst MMS ist dagegen noch weit von einem Markterfolg entfernt. Offensichtlich erzeugt die MMS im Vergleich zu den Kosten keinen signifikanten Nutzen für den Anwender. Ein anderes Beispiel für eine aus einem Forschungsvorhaben beim Fraunhofer Institut entstandene Innovation stellt die MP3-Kodierung dar. Fast hätte der MP3-Standard den Sprung zur Innovation nicht geschafft, da die Unternehmen in Europa kein Interesse an der Verwertung des Verfahrens hatten.

 

Es ist auch keineswegs garantiert, dass die technologische Lösung den Sprung zur Innovation schafft. In der Frühzeit der Videoaufzeichnung gab es drei rivalisierende Systeme, von denen Video 2000 nach Expertenmeinung das technologischen am weitesten ausgereifte System. Trotzdem konnte es sich gegen VHS als den bis heute beherrschenden Standard nicht durchsetzen und ist schon wenige Jahre nach der Einführung wieder vom Markt verschwunden. Auch die etwas später auf den Markt gekommene Bildplatte hatte keinen Erfolg.

 

Voraussetzungen für Innovationen

 

Anhand der obigen Beispiele lässt sich ablesen, dass Innovationen nicht immer plan- und vorhersehbar sind. Auch sind nicht immer die technologisch überlegenen Lösungen die nachhaltig erfolgreichen. Offensichtlich spielen neben den rationalen und messbaren Produkteigenschaften auch andere Faktoren eine Rolle. Ein tatsächlich vorhandener Nutzen wird nur dann genutzt, wenn er dem potenziellen Anwender auch vermittelt wird. Somit ergibt sich eine Reihe von Faktoren, die zusammen kommen müssen, damit aus einer technischen Neuerung eine Innovation wird:

  • Die neue Anwendung muss eine Relevanz für die Zielgruppe haben, die aber nicht zwangsläufig den Erwartungen der Entwickler entspricht
  • Der Nutzen (rational oder empfunden) muss höher sein als die Kosten
  • Die Neuerung sollte eine Differenzierung zu bisherigen Problemlösungen aufweisen
  • Die neue Anwendung muss an die Zielgruppe kommuniziert werden
  • Das Produkt muss erreichbar sein für den potenziellen Käufer über Vertriebskanäle seines Vertrauens
  • Die Nutzen-Generierung muss für den Anwender nachhaltig sein

 

Die einzelnen Faktoren können im Vorfeld nicht immer vollständig analysiert und bewertet werden. Insbesondere bei Neuerungen mit hohem Neuigkeitsgrad für den potenziellen Anwender ergeben sich erhebliche Unsicherheiten. Trotzdem können gründliche Analysen im Vorfeld helfen, das Risiko zu begrenzen und zu bewerten.

 

Zielgruppen-Analysen helfen bei der Risikobegrenzung

 

Hilfreich für die Vorfeld-Analysen ist eine intensive Beschäftigung mit den Zielgruppen, die vermutlich am ehesten als Nutzer in Betracht kommen. Mit dem Instrument der Zielgruppen-Analyse lassen sich viele Informationen beschaffen und zu Einschätzungen über die Erfolgschancen verdichten.

 

Kooperationen verteilen die verbleibenden Risiken

 

Der Entwickler einer Neuerung ist in der Regel nicht der spätere Verwerter und Vermarkter des fertigen Produktes. Oftmals fehlt dem Entwickler die „Nähe“ zu dem potenziellen Käufer und Anwender. Der Vermarktungspartner bringt diese Erfahrungen aber vermutlich mit. Für die Begrenzung des Risikos ist eine Kooperationen beider Parteien sinnvoll. Hierbei können beide Unternehmen ihre jeweiligen Stärken einbringen, um das gemeinsame Projekt erfolgreich zu machen. Ob eine Kooperation in Form einer projektbezogenen und vertraglich geregelten Zusammenarbeit erfolgt oder in Form einer gesellschaftsrechtlichen Verflechtung ist für das Ergebnis nicht entscheidend. Wichtiger ist, dass beide Partner ein gemeinsames Interesse an dem Ergebnis haben und sich schon vor der eigentlichen Entwicklung über die spätere Rollenaufteilung und die jeweiligen Beiträge sowie die Rechte an dem späteren Ergebnis einigen. Es empfiehlt sich, eine solche Vereinbarung in Form eines rechtssicheren Vertrags zu schließen.

 

Die Nähe zu den Zielgruppen für ein neues Produkt kann helfen, frühzeitig die Spezifikation für die Entwicklung auf Akzeptanz, Nutzerfreundlichkeit und Nutzen zu testen. Neben den Analysen aus vorhandenen Daten können Fokus-Gruppen mit Vertretern der Zielgruppe wichtige neue Erkenntnisse liefern und die Entwicklung in eine Erfolg versprechende Richtung voran bringen. Gerade bei größeren Entwicklungsvorhaben bieten sich an, Meilensteine im Projektplan zu definieren, an denen die Ergebnisse aus Sicht der späteren Anwender überprüft werden. Fallweise können vor dem Abschluss der Entwicklung mit Pilotinstallationen bei begrenztem Aufwand als Praxistest einplanen. Pilotversuche können wichtige Ergebnisse für die weitere Entwicklung liefern, die das Risiko eines Misserfolgs senken. Auch hier hängt es von der Anwendung und der Zielgruppe ab, wie umfangreich ein Pilotversuch sein sollte.

Jürgen Kaack 28.11.2008, 08.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Workshop-Angebot für Kommunen zum Breitbandausbau

Sowohl für Bürger wie für Unternehmen kritisch ist die drohende Abkopplung des ländlichen Raums von der Breitbandversorgung. Dies kann zu einer erheblichen Benachteiligung führen und zu einer tatsächlichen Spaltung der Gesellschaft! Ein Grund für diese Entwicklung ist in der Tatsache zu suchen, dass Breitband nicht zu der staatlichen Grundversorgung gehört, wie z.B. der Telefonanschluss oder der Briefkasten. Schon heute ist die Breitbandversorgung ein entscheidender Standortfaktor für den Zuzug oder den Verbleib eines Unternehmens an einem Standort.

Der Ausweg für betroffene Regionen kann nur in Eigeninitiativen und Kooperationen liegen. Typischerweise gibt es in vielen Kommunen keine ausgewiesenen Kompetenzen im Breitbandbereich und keine eindeutigen Zuständigkeiten. Daher fällt schon die grundsätzliche Bearbeitung von Fragestellungen rund um die Breitbandversorgung nicht selten schwer. Für betroffene Kommunen stellt sich die Frage, wie sie am besten vorgehen können.

 

  • Welche Technologie kommt für einen Ausbau in Betracht (Fiber-to-the-home, Ausbau der Kabel-Verteiler, ADSL, VDSL, Open-Access-Backbones, Richtfunk, WiMAX, WiFi, Mobilfunk, Satelliten)?
  • Welche Rolle in der Wertschöpfungskette kann die Kommune (oder die Stadtwerke) einnehmen (Initiator, Infrastruktur-Dienstleister, Backbone-Betreiber, Teilnehmer-Anschluss-Netzbetreiber, Dienstebetreiber)?
  • Welche Investitionen sind für die Umsetzung zu erwarten?
  • Welche Kooperationen sind erforderlich oder sinnvoll für die Umsetzung (Ingenieurbüros für Netzplanung, Betreiber von Glasfaserstrecken, überregionale Netzbetreiber, Systemhäuser, regionale Betreiber, Kabelnetz-Gesellschaften)?
  • Gibt es Fördermittel für Investitionen?

Auf der Basis eines speziell für den Breitband-Ausbau erstellten und vorab zugeschickten Fragebogens werden in dem eintägigen Workshop erste Empfehlungen zusammen mit den Entscheidern der Kommune (Bürgermeister, Wirtschaftsförderer, Vertreter der Stadtwerke, Ortsvorsteher) erarbeitet und die nächsten Schritte aufgezeigt. Die Berater der STZ-Consulting Group haben langjährige Erfahrung im Telekommunikations- und Breitbandmarkt und sind unabhängig von Netzbetreibern und Herstellern.Der Workshop wird mit Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation zum Pauschalpreis angeboten.

Ergänzende Informationen finden sich auf dieser Seite unserer Website. Anfragen über die Kontaktseite sind jederzeit willkommen.

 

Jürgen Kaack 17.11.2008, 08.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kosten für Social Network Portale

Social Networks liegen voll im Trend und wachsen sehr stark. Dabei sind die meisten Portale erst in der Zeit nach 2003 entstanden. Auch das Portal Facebook ist 2004 entstanden und richtet sich in erster Linie an Studenten. Die Nutzung wächst fast explosionsartig. Die Besucherzahl hat sich von 74 Mio. pro Monat im letzten Jahr auf 161 Mio. im Monat im diesem Jahr verdoppelt. Entsprechend sind die Seitenaufrufe von monatlich 35 Mrd. in 2007 auf 61 Mrd. in diesem Jahr angestiegen.

Beim Betrieb eines solchen Portals entstehen nicht unerhebliche Kosten. Für Facebook wurden folgende aktuelle Zahlen zu Investitionen und laufenden Betriebskosten veröffentlicht:
  • Serveranschaffung: 104 Mio. $ (Investition mit Abschreibung über mehrere Jahre)
  • Personalkosten:      120 Mio. $
  • Miete und Housing:    15 Mi.o $
  • Energie:                    12 Mio. $
  • Internet-Bandbreite:   6 Mio. $
Den Kosten von jährlich rund 257 Mio. $ für die oben aufgeführten Kosten stehen Einnahmen in Höhe von 265 Mio. $ gegenüber. Vor dem Hintergrund dieser Zahlen wird verständlich, warum Facebook vor einem Jahr angekündigt hat, personalisierte Werbung auf allen Profilseiten zu zu lassen. Unter Datenschutz-Gesichtspunkten ist das sicher bedenklich und es gab schon verschiedentlich Artikel zu der möglicherweise sogar schon missbräuchlichen Nutzung der Kundendaten. Auf der anderen Seite stellt sich die Frage, wie viel die Nutzer bereit sind, für die Nutzung des Portals zu zahlen, damit ein wirtschaftlicher Betrieb gewährleistet werden kann. Die Möglichkeit des Data-Minings ist natürlich bei allen Social-Networks ein immanentes Problem.

Die Kostendimensionen machen aber deutlich, wie wichtig ein tragfähiges Geschäftsmodell für alle Portal-Aktivitäten ist. Sonst produziert ein starkes Wachstum eher Verluste als Gewinne.
 

Jürgen Kaack 06.11.2008, 09.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Der klassische Telekommunikations-Markt stagniert auf hohem Niveau

Der Telekommunikations-Markt ist in den letzten Jahrzehnten rasant gewachsen. So haben sich in nur 18 Jahren die Teilnehmerzahlen im Mobilfunkmarkt um mehr als den Faktor 100 erhöht und die Penetration liegt in Deutschland bereits bei ca. 120 %. Aus einem früher nur Wenigen zugänglichen exklusiven und teuren Produkt ist ein alltäglicher Begleiter für Jedermann geworden. In fast allen Teilen der Welt ist das Mobilfunkgerät längst nicht mehr weg zu denken. Bei 6,6 Mrd. Menschen wurden 2007 2 Mrd. Handys genutzt, in Europa gab es im gleichen Jahr bei einer Bevölkerung von 680 Mio. bereits 731 Mio. Mobilfunkanschlüsse!

 

Die Digitalisierung und die Öffnung der Märkte für den Wettbewerb haben in den letzten zehn Jahren zu einem erheblichen Preisverfall geführt. Zehn Jahre nach der Liberalisierung des Festnetzmarktes ist der Minutenpreis tagsüber von € 0,307 bis auf € 0,0017  gesunken! Auslandsgespräche am Beispiel USA sind von  teuren € 0,7363 1997 pro Minute 2007auf   0,0087 gefallen. Gleichzeitig sind auch die Preise für Prozessoren, Speicher und Geräte wie Laptops und Handys stark gefallen, während die Leistungsfähigkeit deutlich angestiegen ist.

 

Diese Entwicklung hat Spuren im Markt hinterlassen. So hat der Telekommunikations-Markt in Deutschland nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums sein vorläufig höchstes Marktvolumen im Jahr 2006 erreicht mit 66,6 Mrd. € und schrumpft seither leicht und dies bei weiterhin steigenden Minutenzahlen. Aus einem Wachstumsmarkt ist in vielen Bereichen ein gesättigter Markt mit erkennbarem Verdrängungswettbewerb geworden. 2007 lag das Marktvolumen „nur“ noch bei 63,4 Mrd. € und wird auch 2008 voraussichtlich weiter leicht zurückgehen. Das Minutenvolumen im Gesamtmarkt wächst allerdings immer noch weiter an, wenn sich auch eine Verschiebung vom Festnetz in Richtung Mobilfunk bemerkbar macht.

 

Die Anforderungen von Privatkunden und kommerziellen Nutzer haben sich dabei kaum verändert, wenn überhaupt sind sie weiter gestiegen. Für den privaten Nutzer stehen niedrige Preise und ein umfassendes Diensteangebot im Vordergrund, bei Unternehmen sind Verlässlichkeit, die Einhaltung von Service-Levels und Ausfallsicherheit tendenziell wichtiger als der Preis. Dies hängt ganz wesentlich mit der zunehmenden Integration von TK-Diensten in die Geschäftsprozesse und Work-Flows zusammen. Der Bedarf an immer höheren Bandbreiten ist aber für beide Zielgruppen gleichermaßen kennzeichnend. Die Änderungen im Verhalten dokumentieren sich u.a. auch in der Entwicklung von Briefsendungen im Verhältnis zu verschickten SMS im Mobilfunk. Im Jahr 1995 wurden in Europa 15 Mrd. SMS verschickt und gleichzeitig 90 Mrd. Briefe. Im Jahr 2003 stieg die Zahl der Briefsendungen auf 104 Mrd. (entsprechend einem Plus von 16 %) und die Zahl der SM stieg sprunghaft auf 192 Mrd. (entsprechend einem Zuwachs um 1.180 %!).

Jürgen Kaack 26.09.2008, 10.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Beziehungsnetze ("social networks")

Seit 2003 sind eine Reihe von unterschiedlichen „sozialen“ Netzwerken entstanden, die mit Web2.0 Funktionalitäten wesentlich auf der Selbstgenerierung von Inhalten durch die Nutzer basieren. „MySpace“ hat als einer der recht früh (2003) gegründeten Netzwerke bereits 235 Millionen registrierte Mitglieder! „studiVZ“ und „SchülerVZ“ erreichen im deutschsprachigen Raum 5,5 bzw. 4 Mio. Nutzer, obwohl sie erst 2005 entstanden sind. „meinVZ“ als Netzwerk für Absolventen hat bereits im ersten Jahr über eine Million Mitglieder.

 

Der Bilderdienst „flickr“ (2005 gegründet) hat heute 7 Mio. Nutzer und 5.000 Seitenzugriffe pro Minute. Geradezu unvorstellbar ist die Entwicklung bei „YouTube“ (2005 gegründet). Täglich werden 65.000 Videos neu eingestellt und 100 Millionen Videos betrachtet. Damit erzeugt „YouTube“ alleine 10 % des gesamten Internet-Verkehrs oder 20 % des http-Verkehrs weltweit. Dies lässt die Dimensionen der zu erwartenden Veränderungen abschätzen. Neben den genannten gibt es eine ganze Reihe weiterer Netzwerke mit ähnlichen Wachstumsraten und es entstehen laufend neue.

 

Auch im professionellen Bereich sind neue Geschäftsmodelle entstanden, die Nutzer und Akzeptanz finden. Als Netzwerk der Berufstätigen hat sich „Xing“ etabliert. 2007 konnte mit 4 Mio. Nutzern ein Umsatz in Höhe von 20 Mio. € getätigt werden (Gründung 2003 unter dem Namen „OpenBC“). Noch bemerkenswerter ist die Entwicklung des Auktionsportals „ebay“, das bereits im Jahr 1995 gegründet wurde. Im Jahr 2007 haben 276 Mio. registrierte ebay-Nutzer 2,3 Mrd. Artikel im Wert von 59 Mrd. $ gekauft oder verkauft. Diese Umsätze wurden früher zum großen Teil über Einzel- oder Versandhandel abgewickelt. Dabei steht „ebay“ als eCommerce-Anbieter nicht alleine, „Amazon“ hat eine ähnlich rasante Entwicklung geschafft und ist schon lange über den Internethandel mit Büchern hinaus. 2007 wurden Waren im Wert von fast 15 Mrd. $ umgesetzt, der aktuelle Unternehmenswert liegt bei fast 18 Mrd. $.

Auch „Scout24“ (seit 2006 eine 100 %-ige Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom) steht für die Veränderungen durch das Internet. Das erzielte Transaktionsvolumen lag 2006 bei 43 Mrd. €. Bei „Scout24“ werden z.B. monatlich 300.000 Autos vermittelt, 30.000 Auto-Händler nutzen die Plattform. „Scout24“ bietet aber auch 1 Mio. Wohnungen, Häuser und Grundstücke in über 80 Ländern an und erzielt hier 600 Mio. Seitenaufrufe pro Monat und 2,5 Mio. Besucher. Im Bereich der Job-Vermittlung enthält „Scout24“ 22.000 Stellenangebote von 2.500 Unternehmen. In diesem Umfeld gibt es neben den genannten eine Reihe von weiteren Anbietern. Selbst der streng regulierte Bereich des Medikamenten-Handels wird durch Online-Apotheken bedroht. „DocMorris“ ist ein Beispiel für einen der in diesem Bereich erfolgreich tätigen Unternehmen.

Jürgen Kaack 25.09.2008, 09.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

4 Marketing-Mix-Faktoren sorgen für erfolgreiche Produkte

Im Marketing-Mix unterscheidet man vier Einflussfaktoren, die wesentlichen Einfluss auf den wirtschaftlichen Erfolg eines Produktes haben. Die Marketing-Mix-Faktoren gelten dabei nicht nur für die Produktgestaltung und -vermarktung sondern für die alle Phasen im Produktlebenszyklus.

Die 4 Marketing-Mix-Faktoren

 
  • Product (Produkteigenschaften, Produktnutzen),
  • Price (Preismodell und Preisgestaltung, Konditionen),
  • Placement (Vertriebsformen, Vertriebskanäle, Vertriebskonzept) sowie
  • Communication (Werbung, VKF-Material, PR-Maßnahmen, Promotion).
Alle vier Faktoren haben ihren eigenen Einfluss auf den Gesamterfolg eines Produktes. Wenn einer der Faktoren nicht angenommen wird oder die Faktoren nicht zusammenpassen, ist der wirtschaftliche Erfolg gefährdet. Der Maßstab für den richtigen „Fit“ der Marketing-Mix-Faktoren ist in jedem Fall der typische Vertreter aus der angestrebten Zielgruppe. Ohne Informationen über die Zielgruppen lassen sich schon bei der Produktgestaltung keine marktorientierten Spezifikationen erstellen. Ausgangspunkt der Analyse sollten grundsätzlich die Kundenbedürfnisse in ihren verschiedenen Ausprägungen von Basisbedürfnissen, beschreibbaren und unbewussten Bedürfnissen sein.

Weitere Erläuterungen zu Produktnutzen, Preisgestaltung und Kundenwertanalysen finden sich in meinem Artikel auf dem "World of Photonic" Portal unter diesem Link.

Jürgen Kaack 03.04.2008, 15.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL