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Tag: VDSL

Erfahrungen aus Best-Practise Breitband-Projekten

Die Möglichkeit zur Nutzung moderner Informations- und Kommunikationstechnologien ist ein zunehmend wichtiger Standortfaktor auch für ländliche Regionen als attraktive Lebens- und Wirtschaftsräume. DSL- und Breitbandanschlüsse sind heute so wichtig wie ein gut ausgebautes Straßennetz bzw. der Anschluss an ein öffentliches Ver- und Entsorgungsnetz.


Gebiete ohne Breitbandzugang oder mit einem nicht den Anforderungen entsprechenden Zugang werden im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zunehmend das Nachsehen haben. Durch den Einsatz breitbandiger Internetkommunikation können gerade mittelständische Unternehmen die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten erheblich verbessern. Kommunikation und Datenaustausch etwa im Rahmen der Auftragsbestellung und –abwicklung bis hin zum Vertrieb werden über eine breitbandige Kommunikationsinfrastruktur weitaus effektiver abgewickelt. Eine entsprechende Breitbandanbindung ermöglicht vielen Unternehmen zugleich eine deutliche Kosteneinsparung. Unternehmen, die im Datenaustausch nicht mehr auf DSL und Breitband verzichten können, werden kurz- bis mittelfristig eine Umsiedlung in Erwägung ziehen und realisieren. Der damit verbundene Wegfall von Arbeitsplätzen führt zu einer Schwächung der betroffenen Regionen. Im Zuge einer Veränderung der Arbeitswelt werden bei vielen Unternehmen Heimarbeitsplätzen bei den Mitarbeitern gefordert, die ohne Breitband-Anbindung mit IT-Lösungen im Unternehmen nur bedingt kommunizieren können.

 

Die Verfügbarkeit von schnellen Datenverbindungen hat nicht nur eine wichtige Bedeutung für den jeweiligen Wirtschaftsstandort, sondern auch für den Wohnstandort und die Lebensqualität der Menschen. Die meisten Familien entscheiden sich bei der Wohnortwahl oder dem Kauf eines Wohnbau-Grundstücks auch aufgrund der örtlichen DSL- und Breitbandverfügbarkeit. Dabei ist die zunehmende Bedeutung von neuen Anwendungen im Bereich der Bildung, bei neuen Dienstleistungen in der Telemedizin und der häuslichen Pflege zu berücksichtigen, die eine leistungsfähige Telekommunikations-Infrastruktur voraussetzen. 

 

Mit neuen Anwendungen und einer intensivierten Nutzung steigt das Datenvolumen, das täglich durch die vorhandenen Netze transportiert werden muss. Somit wird die Situation schlecht versorgter Gebiete im Vergleich zu den Ballungsgebieten ohne Maßnahmen zur Verbesserung der Breitbandversorgung im Laufe der Zeit immer schlechter. Aus heute „grauen“ Flecken mit mäßiger Versorgung werden dann „weiße“ Flecken. Ohne konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Breitbandversorgung vergrößert sich die Kluft zwischen Ballungsgebieten und dem ländlichen Raum unaufhaltsam.


Jedes Breitband-Projekt verläuft aufgrund der gegebenen Voraussetzungen und Ziele anders. Daher lassen sich weder die Vorgehensweise noch die Ergebnisse unmittelbar auf andere Kommunen übertragen. Trotzdem gibt es auf der Basis vieler erfolgreich in den letzten fünf Jahren durchgeführter Breitband-Ausbau-Projekte (mit und ohne Fördermittel) eine Reihe von allgemein gültige Erkenntnisse:

  • Die Bedarfsanalyse und die Ansiedlungsstruktur erlauben Rückschlüsse auf die Anforderungen und Technikkonzepte
  • Wenn der Ausbau von kleineren Bauernschaften und Einzelgehöften ausgeschlossen werden kann, sinken die Ausbaukosten in der Regel erheblich. Als Ersatz für eine leitungsgebundene Anbindung können Funklösungen oder Satelliten-DSL dienen
  • Alle vorhandenen Infrastrukturen (insbesondere Leerrohre) im Ausbaugebiet und in der näheren Umgebung können hilfreich sein und Investitionskosten reduzieren
  • Hohe Kosten für die Zuführung der Bandbreite können eventuell über alternative Ansätze wie z.B. Richtfunkstrecken oder Freileitungen kompensiert werden
  • Geplante Tiefbau-Maßnahmen können gegebenenfalls vorgezogen und die Trassenführung angepasst werden, um die Kosten für die Breitband-Zuführung zu senken
  • In ländlichen und dünn besiedelten Gebieten kann gelegentlich durch eine Neugestaltung der Netztopologie ein effizienterer Ausbau erfolgen
  • Mit einem Technologie-Mix können beim Ausbau fallweise Vorteile erzielt werden
  • Der Grad der Wechsler zu einem Anbieter mit höherer Bandbreite oder zu einem Upgrade bleibt oft unter den Erwartungen und den statistischen Ansätzen nach dem (N)Onliner-Atlas (2012 durchschnittlich über 57 % Breitbandnutzer). Für einen Verbleib beim bisherigen Anbieter wird von manchen Nutzern eine schlechtere Bandbreite in Kauf genommen.


Auch bei sorgfältiger Analyse lassen sich nicht in allen Fällen kostengünstige Lösungen erzielen. In vielen Fällen ergeben sich aber doch tragfähige Ansätze für eine Verbesserung der Breitband-Versorgung. In jedem Fall ist bei einer Konzeption zu berücksichtigen, dass eine zukunftssichere und ausbaufähige Lösung nicht behindert wird. Insbesondere sollte die spätere Erweiterung zu einer Infrastruktur mit Glasfaser-Hausanschlüssen (FttB / FttH) möglich sein, selbst wenn bis zur Umsetzung mehrere Jahre vergehen.

Jürgen Kaack 27.01.2013, 13.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Jahresrückblick 2012 und Ausblick 2013

2012 ist im Breitband-Bereich ein Jahr des beginnenden Umbruchs gewesen. Die Anzahl neuer Vorhaben zur Sicherstellung der Grundversorgung mit mindestens 2 MBit/s ist deutlich rückläufig. Dabei kann man trefflich streiten, ob 2 MBit/s schon das Prädikat „Breitband“ verdient! Gut ausreichend sind derzeit wohl eher 16 MBit/s, wenn Internetfernsehen in HD-Qualität nicht benötigt wird. Der Bedarf wird sicher weiter steigen, vor zehn Jahren waren noch 0,128 MBit/s „auskömmlich“ und das Ende ist nicht abzusehen. Dabei gibt es derzeit noch keine Massen-Anwendungen, die mehr als 25 MBit/s benötigen.

 

Es gibt allerdings selbst bei der 2 MBit/s Grenze immer noch unterversorgte Gebiete, wenn es auch kaum verlässliche Quellen hierfür gibt. Es kann aber davon ausgegangen werden, dass in dünner besiedelten ländlichen Räumen – die schon am Rand der Ballungsgebiete beginnen – noch ca. 10% aller Anschlüsse unterversorgt sind. Für einen herkömmlichen Fiber-to-the-Curb (FttC) Ausbau sind diese Gebiete aber wohl selbst bei Gewährung einer einmaligen Zuwendung kaum wirtschaftlich. Neben Brückentechnologien z.B. auf Basis von Funkübertragung bietet in diesen Fällen nur der Glasfaserhausanschluss eine nachhaltige Lösung.

 

Im Jahr 2012 waren bereits deutlich mehr Projekte mit Next-Generation-Access (NGA), d.h. mit breitbandigem Hausanschluss gefragt als im Jahr zuvor. Vorrangig sind hier Kommunen aktiv geworden, die über eigene Stadtwerke verfügen. Aber das Beispiel des Kreises Heinsberg zeigt, dass Kreise auch dann Aktivitäten entfalten können, wenn es (fast) keine kommunalen Stadtwerke gibt. Im Falle von Heinsberg hat dies einen privatwirtschaftlichen Investor auf den Plan gerufen, der selber in passive Infrastruktur (Leerrohre und Glasfaser) investieren will, sofern die wirtschaftlichen Voraussetzungen erfüllt werden.

 

Es ist kaum verwunderlich, dass in 2012 verstärkt Ausbaukonzepte für Gewerbegebiete nachgefragt waren. Gewerbegebiete liegen in der Regel am Rande einer Kommune und erhalten aufgrund der langen Leitungslängen bei hoher Dämpfung nur eine schwache Internetgeschwindigkeit. Zwar sind fast überall Sondervertragslösungen mit einer Direktanbindung von verschiedenen Netzbetreibern erhältlich. Aufgrund der deutlich höheren Kosten für diese Geschäftskunden-Produkte, die in der Regel bei monatlich 400 Euro beginnen, nutzen im Durchschnitt nur 10% der Betriebe in einem Gewerbegebiet solche Lösungen. Der Druck zur Schaffung neuer Lösungen steigt somit! Auch in diesen Fällen ist eine NGA-Anschlussnetz die optimale und nachhaltige Lösung. Aber nicht immer ist ein NGA-Ausbau möglich und dann sind andere Technologien gefragt.

 

Für 2013 ist abzusehen, dass sich der Trend zu Glasfaser-Hausanschlüssen weiter verstärkt. Förderprojekte zur Schließung der Grundversorgung werden auslaufen und es ist offen, ob die derzeitigen EU-Förderprojekte (GAK, RWP) über das Jahresende 2013 hinaus überhaupt weiter verlängert werden. Die „Hauptakteure“ des NGA-Ausbaus mit Glasfaser-Anschlussnetzen werden auch in 2013 Kreise, Kommunen und Stadtwerke sein. Die Netzbetreiber konzentrieren sich beim Ausbau auf Ballungsgebiete, in denen über einen Anschluss mehrere Wohneinheiten erreicht werden.

 

Eigentlich wäre die Politik gefordert, den Breitbandausbau voranzutreiben, um die schon vorhandene digitale Spaltung zwischen Ballungsgebieten und ländlichen Räumen nicht weiter zu vertiefen. Aber nachdem schon die Bundesregierung außer einer unverbindlichen Zieldefinition keine Strategie entwickelt hat, obliegt der NGA-Ausbau in erster Linie den Bundesländern. In Hessen und Bayern gibt es hierfür zumindest Programme und Budgets, aber ansonsten geschieht doch eher wenig. So wirkt das in der Poststrukturreform II begründete (und auch heute nicht mehr umkehrbare) Problem weiter in die Zukunft und die Lösung wird von Bund und Ländern den oft finanziell „klammen“ Kommunen zugeschoben...

Jürgen Kaack 30.12.2012, 12.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Segen und Fluch von Förderprojekten

     1.  Ausbau mit Fördermitteln

 

Wirtschaftlich attraktive Gebiete sind in der Zwischenzeit längst erschlossen, oft sogar im Wettbewerb von Anbietern mit eigener Netzinfrastruktur. Die Bereitstellung von Fördermitteln soll Kommunen helfen, die Kosten des Breitbandausbaus zu stemmen. Die bisher nicht ausgebauten Regionen sind aus Sicht der Netzbetreiber unwirtschaftlich, entweder ist die Besiedlungsdichte zu gering oder der Aufwand für die Heranführung ist zu hoch. Öffentliche Förderprogramme erleichtern die Schließung von Wirtschaftlichkeitslücken, haben aber auch deutliche Nachteile. Hierzu gehört der bürokratische Aufwand, um in den Genuss einer Förderung zu gelangen, die im Vergleich zu nicht geförderten Vorhaben tendenziell höheren Kosten und die Einschränkungen bei der Auswahl der optimalen Lösung.

 

Es ist gerechtfertigt, dass beim Einsatz von öffentlichen Mitteln eine sorgfältige Prüfung erfolgt, welche Vorhaben gefördert werden. In Verbindung mit Breitband-Projekten erscheint der bürokratische Aufwand aber doch überzogen. Vor einer Bewilligung von Fördermitteln ist erst eine Reihe von Nachweisen zu erbringen:

  • Nachweis zur tatsächlichen UnterversorgungNachweis über den vorhandenen Bedarf und die Kundenpotentiale für einen Netzbetreiber
  • Nachweis des Marktversagens im Ausbaugebiet
  • Nachweis der transparenten und technologieneutralen Suche nach einem Anbieter
  • Nachweis der Auswahl des „wirtschaftlichsten“ Anbieters
  • Nachweis der Verfügbarkeit der erforderlichen Eigenmittel der Kommune
  • Nachweis über die spätere Überprüfung der Mittelverwendung anhand von Zielindikatoren

 

      2.  Die erste Hürde: Wann ist ein Ortsteil unterversorgt?

 

Die einzelnen Nachweise sind im Einzelfall nicht unbedingt einfach zu erbringen. Schon der Nachweis der Unterversorgung kann schwierig werden, wenn es Funkanbieter in dem betreffenden Gebiet gibt:

  • Welche Leistungen bietet der Funkbetreiber?
  • Welche Abdeckung im schlecht versorgten Gebiet wird garantiert (und erreicht)?
  • Wie verhält sich die verfügbare Bandbreite unter Last?
  • Welche Daten-Volumina können übertragen werden?
  • Welche Netzverfügbarkeit wird garantiert?

 

In den letzten Monaten schreitet der LTE-Ausbau in der Fläche kräftig voran und LTE wurde zu den Zeiten der Lizenzvergabe fast als Allheilmittel zur Verbesserung der Grundversorgung gelobt. Mit diesem Argument konnte die Lizenzvergabe der 800 MHz-Frequenz („digitale Dividende“) in Deutschland tatsächlich schneller erfolgen als in den meisten anderen europäischen Ländern. Trotzdem bleibt LTE ein Mobilfunkstandard wie auch die Vorgänger-Generationen EDGE, UMTS oder HSDPA und hat seinen Schwerpunkt bei der mobilen Internetnutzung mit Smartphone oder Tablet-PC. Als shared-medium steht die Kapazität einer Funkzelle immer allen gleichzeitigen Nutzern zur Verfügung, sind wenige Nutzer im Netz, erhält der Einzelne eine hohe Bandbreite, sind viele Nutzer aktiv, sinkt die Bandbreite. Wie bei allen Funksystemen haben u.a. Witterung, Pflanzenwuchs, Reflexion an Gebäuden und Interferenzen der Funkwellen Einfluss auf die Versorgung an einem Standort. Selbst bei flächendeckender Versorgung mit LTE ist somit nicht garantiert, dass die Anforderungen an die Grundversorgung erfüllt werden. Die Praxis zeigt, dass kaum ein LTE-Betreiber bereit ist, die erforderlichen Mindestwerte an Flächendeckung (> 95% der Anschlüsse) und der Verfügbarkeit schriftlich zu garantieren.


     3.  Befragung mit dem Ziel: Ablage

 

Die für die Förderung notwendige Befragung bei Haushalten und Betrieben hat wohl nur in seltenen Ausnahmen wesentliche Erkenntnisse gebracht. Oft liegt die Beteiligung an den Befragungsaktionen unter 20% und ist damit kaum repräsentativ. Bislang hat wohl jede Befragung eine laut Versorgungskarten der Betreiber erkannte Unterversorgung bestätigt, die Mehrheit der Befragten wünscht sich meist eine Versorgung mit mindestens 16 MBit/s und ist bereit zu einem Netzbetreiber zu wechseln, der diese Leistung ermöglicht. Es ist nicht zu erwarten, dass die Ergebnisse in den bereits abgeschlossenen Breitband-Projekten irgendeine Auswirkung auf die Kalkulation der Deckungslücke hatte. Die Netzbetreiber haben in der Regel bessere Datenquellen und es wäre betriebswirtschaftlich vermutlich auch nicht seriös, eine Geschäftsplanung auf unverbindlichen Antworten von ca. 20% der Bevölkerung aufzubauen. Somit werden die Ergebnisse der Befragung nach Abschluss des Ausbau-Projektes abgeheftet und später entsorgt.

 

     4.  Markterkundung ohne nachhaltige Wirkung


Nach der Befragung zur Bedarfs- und Potentialanalyse steht die Markterkundung an. Dabei wird mit einer Frist von vier Wochen ein Netzbetreiber gesucht, der innerhalb der nächsten 36 Monate einen Breitbandausbau ohne Zuwendungen vornimmt. Die Markterkundung bringt in den allermeisten Fällen das erwartungsgemäße Ergebnis, dass kein Betreiber einen Ausbau ohne Zuwendungen plant. Um für die Kommune sinnvolle Ergebnisse aus einer Markterkundung zu ziehen, können Workshops mit interessierten Netzbetreibern durchgeführt werden, in denen Konzepte diskutiert und optimiert werden. Nebenbei lässt sich in manchen Fällen eine Größenordnung für die zu erwartende Deckungslücke ermitteln. So kann die Kommune bereits vor einem Auswahlverfahren abschätzen, ob die verbleibenden Eigenmittel gestemmt werden können.

 

Die von der EU geforderten Projektschritte Bedarfsanalyse und Markterkundung verlängern nicht nur die Zeit für die Projektdurchführung, sondern steigern die Planungs-Kosten. Bis zu einem Drittel der Planungskosten gehen auf das Konto dieser nur formal notwendigen Aufgaben. Zudem werden mit der Befragung Erwartungen in der Bevölkerung geweckt, die erst viel später – oder überhaupt nicht realisiert werden können.

 

5.  Förderprojekte verlaufen nicht immer erfolgreich

 

Bei dem sich anschließenden Auswahlverfahren beteiligen sich oft mehrere Betreiber mit einem Angebot und sehr unterschiedlichen Konzepten. Neben einem „klassischen“ FttC-Ausbau mit einer ADSL / VDSL Lösung sind gelegentlich Anbieter mit einem Schaltverteiler-Ansatz oder einem WLAN-Funknetz beteiligen. Bei einem FttC-Konzept mit maximal 50 MBit/s handelt es sich um ein nachhaltiges und marktgängiges Vorgehen, das die Anforderungen der befragten Haushalte und Betriebe erfüllt. Allerdings handelt es sich in der Regel um das Angebot mit der höchsten Deckungslücke. Die anderen Angebote sind oft mit geringeren Kosten verbunden, allerdings auch mit niedrigeren Bandbreiten und höheren Verbraucherpreise. Mit den aktuellen Bewertungskriterien wird die Deckungslücke mit 45% überproportional hoch bewertet, so dass signifikante Unterschiede in der Deckungslücke so gut wie immer alle anderen Kriterien überkompensieren. So kommen „billige“ Lösungen auch gegen nachhaltige Konzepte mit höheren Bandbreiten und günstigeren Verbraucherpreisen zum Zuge.

 

Nach der Bewertung kann der Förderantrag gestellt werden, sofern der Haushalt der Kommune verabschiedet vorliegt und die Kommunalaufsicht (falls erforderlich) ihre Einwilligung erklärt hat. Obwohl der Gemeinderat dem Einsatz der Eigenmittel für den Ausbau meist ohne Bedenken zustimmt und dieser Posten in der Regel nur für einen kleinen Teil des Haushalts steht, kann ohne genehmigten Haushalt kein Förderantrag gestellt werden. Wenn dies länger dauert oder die Prüfung bei der Bezirksregierung länger dauert, können Bindefristen der Anbieter verstreichen. Sollte bei einem der Anbieter eine Bindefristverlängerung eine Neukalkulation des Angebotes erforderlich machen, so ist bei einer Erhöhung der Deckungslücke eine erneute Ausschreibung erforderlich. Wenn es nur einen Bieter gibt, führt eine Erhöhung der Deckungslücke nicht zwangsläufig zu einem neuen Auswahlverfahren. So kann als Ergebnis eines Auswahlverfahrens ein neues Auswahlverfahrens stehen. Sofern das Markterkundungsverfahren zu lange zurück liegt, muss auch dieses erneut durchgeführt werden. Es ist nachvollziehbar, wenn Kommunen auf solche Zusatzarbeiten wenig begeistert reagieren.

Jürgen Kaack 11.11.2012, 21.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband-Anwendungen für Smart-City auf der Basis von Glasfasernetzen

Glasfaser-Anschlüsse als nachhaltige Infrastruktur

Glasfaser-Hausanschlüsse sind „in“ und gelten zu recht als Inbegriff einer nachhaltigen Telekommunikations-Infrastruktur. Daher beschäftigen sich zunehmend mehr Kommunen, Kreise und Stadtwerke mit Konzepten für einen Netzausbau. Der Aufwand ist nicht unerheblich, da für einen Glasfaser-Anschluss zunächst eine Verbindung zwischen dem Netzknoten und der Hauswand hergestellt werden. Üblicherweise müssen hierfür dünne Leerrohre, sogenannte Microducts, unterhalb der Bürgersteige verlegt werden. Durch Nutzung von Synergien durch gemeinsame Verlegung mit anderen Tiefbaumaßnahmen, z.B. Sanierungsvorhaben, lassen sich die Kosten von ansonsten durchschnittlich 1.200 € pro Anschluss deutlich senken. Beim Ausbau in einer Kommune entstehen trotzdem hohe Investitionskosten.

Unter wirtschaftlichen Aspekten lohnen sich diese Investitionen, wenn sich ein möglichst hoher Teil der Bevölkerung für die Nutzung des neuen Anschlusses entscheidet. Welche Quote dabei erzielt werden muss, hängt von den jeweiligen Voraussetzungen und den Zielen des verlegenden Unternehmens ab. Sie wird aber in den meisten Fällen zwischen 30 und 60% liegen.

Hürden für den Netzaufbau

Der Wechsel vom bisherigen Anbieter wird im Wesentlichen von zwei Aspekten erschwert, dem Beharrungsvermögen beim bisherigen Provider (Anbieter-Loyalität) und einem nicht immer vorhandenen oder erkannten Bedarf an höheren Bandbreiten. Schon mit 6 MBit/s können viele Standard-Anwendungen im Internet erledigt werden. Mit 25 MBit/s kann ein HD-Fernsehprogramm empfangen werden. Wenn nicht mehrere Nutzer gleichzeitig volumenintensive Anwendungen ausführen, reichen 50 MBit/s noch über längere Zeit aus. In manchen Gebieten ist ein „klassischer“ Ausbau mit Fiber-to-the-Curb z.B. für VDSL allerdings weder wirtschaftlich noch aufgrund der Leitungsdämpfung effizient. Dann bleibt neben Funk als Brückentechnologie nur ein Glasfaser-Ausbau. In schlecht versorgten Gebieten reicht das Angebot schneller Internetzugänge meist schon aus, um eine ausreichende Nutzerzahl zu generieren. In anderen Fällen ist neben der höheren Internet-Geschwindigkeit an neuen Breitband-Anwendungen zu arbeiten, die zu einem Wechsel motivieren.

Breitband-Anwendungen für eine Smart-City

Neben den Standard-Anwendungen wie Telefonie, Internet und Fernsehen (Triple-Play) ermöglicht ein offenes NGA-Netz die Realisierung von „kleineren“ und regional begrenzt interessanten Breitband-Anwendungen. Dabei können Unternehmen, Organisationen und Vereine eigene Anwendungen als Dienste realisieren und über die Diensteplattform dem Nutzer zur Verfügung stellen. Es gibt kaum Grenzen für solche Anwendungen. Von Online-Diensten für Kultur- und Sportvereine, lokale Fernsehsender mit Beiträgen über Vorgänge, die keinen Eingang in überregionale Sender finden, über Transparenzangebote der Verwaltung, Mitmach-Vorhaben der Kommunalpolitik (eParticipation), Bildungsangebote der Schule bis hin zu rein kommerziellen Cloud-Computing Diensten. Älteren und pflegebedürftigen Menschen kann durch den Einsatz medizinischer Unterstützung und Überwachung ein länger selbstbestimmtes Leben ermöglicht werden.

Im Bereich der Wohnungswirtschaft kann über vernetzte Hausautomations-Lösungen (Smart-Home) eine höhere Attraktivität für die Mietobjekte geschaffen werden, mit Video- und Sensor-Überwachung kann die Sicherheit erhöht werden und mit Überwachung und Steuerung von elektrischen Verbrauchern lässt sich der Stromverbrauch reduzieren. Mithilfe einer intelligenten Steuerung von lokalen Energieverbrauchern und –erzeugern kann der Stromzukauf und -transport minimiert werden (Smart-Grid). Für Stadtwerke entstehen so neue technische Möglichkeiten zur effizienten Netzsteuerung.

Neben den kommerziell ausgerichteten Angeboten ermöglicht ein offenes Breitband-Netz die Umsetzung von Anwendungen, die überwiegend aus bürgerschaftlichem Engagement oder ehrenamtlich geprägt sind. Damit sich diese Initiativen bilden können, bedarf es unter Umständen einer Unterstützung und Koordination durch den Kreis oder die Kommune. Gemeinsam mit dem Netzbetreiber müssen die technischen Voraussetzungen und Anbindungen geschaffen werden. Neben der Koordination durch die öffentliche Verwaltung sollte eine Überwachung der Angebote erfolgen, damit weder illegalen Aktivitäten noch verfassungsfeindlichen Organisationen eine Plattform geboten wird. Insbesondere diese Kontrollfunktion kann in Zukunft eine besondere Herausforderung für offene Glasfaser-Netze darstellen.

T-City Projekt in Friedrichshafen als Lehrbeispiel

Ein Beispiel für die Erprobung unterschiedlicher Breitband-Anwendungen in einer Kommune ist das T-City-Projekt in Friedrichshafen. Anhand der dort gewonnenen Erkenntnisse können andere Kommunen ihre eigenen Smart-City Aktivitäten gestalten. Das Innovationsprojekt T-City wurde Anfang 2007 nach einem großen Wettbewerb zahlreicher Städte an Friedrichshafen vergeben und mit einer Laufzeit von fünf Jahren gestartet. Die gewinnende Stadt erhielt nicht nur einen weitgehend flächendeckenden Ausbau mit Breitband nach dem immer noch aktuellen VDSL-Standard und darüber hinaus ein Budget für die Umsetzung von innovativen Breitband-Anwendungen in allen Lebensbereichen. Eine Voraussetzung für die Auswahl von Projekten war das gemeinsame Interesse von beiden Projektpartnern Deutsche Telekom und der Stadt Friedrichshafen sowie die Einbindung eines Projektpartners aus der Region. Im Februar 2012 ging die 5-jährige Projektlaufzeit zu Ende. Die Bewertung eines Projektes dieser Größenordnung wird immer subjektiv je nach Perspektive ausfallen und so ist auch die nachfolgende Einordnung subjektiv geprägt.

Als Innovationsprojekt ist T-City in beachtlichem Maße erfolgreich. Während der Laufzeit konnten über 40 Vorhaben gemeinsam von der Deutschen Telekom mit unterschiedlichen Partnern in der Stadt Friedrichshafen geplant und umgesetzt werden. Unter Berücksichtigung der Breite der fünf Innovationsfelder und der Komplexität der Vorhaben von Gesundheits- über Bildungs-, Verwaltungs-, Wirtschafts- bis zu Verkehrsthemen konnte eine funktionierende Zusammenarbeit mit vielen Partnern etabliert werden. Für das Projekt-Management stellt diese Breite an Themen und Partnern eine Herausforderung dar. Im Nachhinein hätte das Projektmanagement vermutlich vereinfacht werden können, wenn es eine integrierte Projektorganisation von Stadt und Deutscher Telekom gegeben hätte anstatt zweier organisatorisch getrennter Projektbüros mit einer manchmal komplizierten Entscheidungs- und Abstimmungsstruktur. Zudem finden sich im Gemeinwesen einer Stadt nicht für alle der bearbeiteten Themen formale Zuständigkeiten. Die Überwindung der meisten operativen Erschwernisse kann als eine weitere Erfolgskomponente verbucht werden.

Nicht in allen Projektfeldern ließen sich trotz großem Engagement der Partner Erfolge erzielen, da eine Umsetzung von einigen Themen mit Partnern aus der Stadt nur begrenzt möglich ist. Dies gilt z.B. für den Bereich der schulischen Bildung, für die das Land erster Ansprechpartner ist, aber auch für Projekte im Gesundheitswesen, die erst Eingang in den Leistungskatalog der Krankenkassen finden müssen. Obwohl einige Projekte die Testphase nicht überlebt haben, was für ein mutiges Innovationsprojekt nicht ungewöhnlich ist, ist die Bilanz der erfolgreichen Einzelprojekte beeindruckend.

Smart-City Anwendungen müssen koordiniert werden

Eines ist der Mehrzahl der Projekte allerdings gemeinsam: sie strahlen kaum aus auf die anderen Projektfelder oder gar auf das Gemeinwesen der Stadt. Tatsächlich hätten die meisten Projekte in völlig getrennten Kommunen realisiert werden können. Innovationsgrad und Nutzen werden sicher bei der Mehrzahl der Projekte (wie z.B. Smart-Grid, Smart-Metering, Tumorkonferenz, die mobile Visite, das Bürgertelefon D115, die Prozessoptimierung in der Verwaltung) zu einer nachhaltigen Wirkung führen. Der hohe Aufwand der projektbegleitend durchgeführten Informationsveranstaltungen und Zielgruppenmaßnahmen ist dagegen nur bedingt erfolgreich gewesen. Von den zahlreichen Zielgruppenmaßnahmen hat nur das während der Projektlaufzeit geschaffene Senioren-Internethelfer-Netzwerk das Potential, sich über das Projektende hinaus zu verselbständigen. Längerfristige Wirkung werden wohl auch die in allen Schul-Klassen durchgeführten Medienkompetenz-Seminare entfalten.

Ein umfassender Erfolg wird durch den „Konstruktionsfehler“ verhindert, dass das Projekt zu Beginn nicht  auf einer Bewegung in der Bevölkerung aufzusetzen konnte. Auch ist es nicht gelungen, dass das Projekt von der Bevölkerung für die Stadt mit eigenen Initiativen und Projektideen „übernommen“ wurde. Einzelne technische Lösungen schaffen selbst bei hohem Innovationsgrad nur für begrenzte Zielgruppen einen Nutzen. Um eine breite Bewegung zu begründen, scheint  mehr erforderlich als die Summe begrenzter Einzelnutzen. Zusätzlich hat die Mutmaßung der Bevölkerung, es mit einer Werbe- oder gar Verkaufskampagne der Telekom zu tun zu haben, die Projektwahrnehmung behindert. Auch der durchgehend technische Ansatz hat den Fokus eingeengt. Für das Gelingen eines umfassenden Smart-City-Projektes hätte es vielleicht neben der Deutschen Telekom weiterer Projektträger ohne oder mit anderem Technikansatz bedurft.

Stimulation von bürgerschaftlichem Engagement ist notwendig

Bürgerbeteiligungs-Projekte (klassisch oder online) als vorlaufende und begleitende Maßnahmen hätten vielleicht die erforderliche „Bewegung“ in der Bevölkerung geschaffen. Dabei sollte e-Participation nicht mit komplexen und vorbelasteten Themen wie dem städtischen Haushalt begonnen und zudem regelmäßig „geübt“ werden. Wenn die Themen für eine ausreichende Zahl von Bürgern relevant sind und die Ergebnisse bei der anschließenden Entscheidungsfindung für die Umsetzung berücksichtigt werden, ergeben sich häufig vielversprechende Ansätze. Leider konnte während der Projektlaufzeit kein e-Participation Projekt in Friedrichshafen aufgesetzt werden, vermutlich weil Politik und Verwaltung Befürchtungen bezüglich möglicher Forderungen und Wünsche der Bürger hatten und sich für die Durchführung organisatorisch noch nicht aufgestellt wähnten! Dabei könnte die Durchführung gerade durch moderne Kommunikationstechnik effizient und transparent gestaltet werden. Als Ergebnisse stünden Ideen für Innovationsvorhaben, die die Chance auf eine bessere Breitenwirkung und Strahlkraft haben. Es wäre es wert, einen neuen Versuch zu wagen und die Erkenntnisse aus dem T-City Projekt für ein neues Smart-City Vorhaben zu nutzen!

Jürgen Kaack 14.10.2012, 21.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen im Kreis Heinsberg

Breitband als ein wesentlicher Teil der Infrastruktur und ein wichtiges Element zur Steigerung der Standort-Attraktivität ist für die Kreiswirtschaftsförderung im Kreis Heinsberg schon seit einigen Jahren ein wichtiges Thema. Seit knapp einem Jahr hat Dr. Kaack von der STZ-Consulting Group die Kreiswirtschaftsförderung im Kreis Heinsberg beratend auf dem manchmal steinigen Weg zu FttB (Fiber-to-the-Building) in der Fläche begleitet. Die heutige Versorgung im Kreis ist recht heterogen und erst mit Glasfaser-Anschlüssen kann der Nutzer entscheiden, welche Bandbreite er braucht und muss nicht mit den Beschränkungen durch die Netzbetreibern leben. Somit steht zukünftig beim Abschluss eines Vertrages mit einem Breitband-Anbieter nicht mehr die verfügbare Bandbreite im Vordergrund, sondern die benötigten Anwendungen (Dienste). 


Im ersten Schritt hat STZ-Consulting die tatsächliche Versorgungslage getrennt für Wohn- und Gewerbegebiete anhand der Informationen der Netzbetreiber analysiert. STZ-Consulting eine Einteilung in gut versorgte (d.h. solche mit vorhandenem Infrastrukturwettbewerb und mindestens 16 MBit/s), schwach versorgte und unterversorgte Gebiete (beide ohne Wettbewerb in der Infrastruktur) vorgenommen. Im Kreis sind im Rahmen der Analysegenauigkeit ca. 40% der Anschlüsse mit bis zu 150 MBit/s und "funktionierendem" Wettbewerb so versorgt, dass Aktivitäten der öffentlichen Hand nicht erforderlich sind. 15% der Anschlüsse sind unterversorgt und ca. 45% schwach versorgt. Die ländliche Struktur im Kreis mit geringer Besiedlungsdichte und wenigen Wohneinheiten pro Anschluss (nur ca. 1,3 Wohneinheiten pro Anschluss) machen einen "klassischen" VDSL-Ausbau nicht nur teuer sondern auch im Hinblick auf die erzielbare Bandbreite oft wenig effizient.

Auf der Basis der Analyse wurden Geschäftsmodelle zur Umsetzung entwickelt und geprüft. Nach mehreren Gesprächs-Runden mit den Bürgermeistern der Kommunen und den Energieversorgern hat sich ein umsetzbares Modell ergeben für einen NGA-Ausbau mit Glasfaser-Hausanschlüssen, bei dem der Kreis zunächst einen Masterplan im Sinne einer Grob-Netzplanung für die nicht ausreichend versorgten Gebiete beauftragt und dann Kreis und Kommunen gemeinsam über einen längeren Zeitraum passive Anschlussnetze errichten und die Energieversorger fehlende Strecken im Zuführungsnetz ergänzen. Zur Schonung von Investitionsmitteln sollten Sanierungsmaßnahmen und andere Tiefbauprojekte genutzt werden für eine Verlegung im Beilauf. Aufgrund der Breitband-Aktivitäten der letzten Jahren besteht ein fast geschlossener regionaler Backbonering, der zur Zuführung der Bandbreite zu den zu errichtenden Anschlussnetzen genutzt werden kann. Über die über die Zeit fortlaufende Schaffung von einzelnen FttB-Inseln (z.B. einzelne Ortschaften, Statdteile oder Gewerbegebiete) soll der erzielbare Erfolg belegt werden und der Anreiz zum weiteren Ausbau aufrechterhalten bleiben.

 

Durch die Aktivitäten der Kreiswirtschaftsförderung ist ein holländischer Investor mit einschlägigen Erfahrungen in den Niederlanden auf den Kreis aufmerksam geworden und hat den Ausbau des passiven Netzes als privatwirtschaftliches Investitionsvorhaben ganz ohne Zuwendung aus öffentlichen Kassen angeboten. Nach einer Reihe von Vorklärungen und Abstimmungen mit den Bürgermeistern und den Energieversorgern ist in der vergangenen Woche das Vorhaben in einem Pressetermin veröffentlicht worden. Informationen finden sich z.B. hier:

http://www.rp-online.de/niederrhein-sued/kreis-heinsberg/nachrichten/schnelles-internet-fuer-den-kreis-1.3010959

http://www.aachener-zeitung.de/lokales/heinsberg-detail-az/2765950/Beginnt-in-der-Region-Heinsberg-ein-neues-Internet-Zeitalter

und auch recht prominent auf der Seite der Kreiswirtschaftsförderung:

http://www.wfg-heinsberg.de/publish/de/aktuelles/news/meldungen_einzelansicht.html?Meldungen_ID=606

 

Für den Bau und den Betrieb der passiven Infrastruktur wurde von dem holländischen Investor eine deutsche Gesellschaft gegründet, deren Internet-Auftritt noch recht mager ist, aber immerhin schon einige Aussagen enthält:

http://www.deutsche-glasfaser-hs.de/

Die Gesellschaft ist ein Schwesterunternehmen der Bornet im Kreis Borken, die unter dem gemeinsamen Holdingdach der Deutschen Glasfaser GmbH gebündelt werden:
http://www.deutsche-glasfaser.de/de

Damit die passive Infrastruktur nicht ungenutzt und Leerrohre "leer" bleiben, müssen Netzbetreiber als Partner gewonnen werden. Zur Vermeidung einer vollständigen Abhängigkeit hat die Deutsche Glasfaser mit "Flink" einen eigenen Betreiber zur Vermarktung gegründet. Weitere bereits benannte Partner sind der Netzbetreiber NetAachen und der Energieversorger NEW, der bereits früher  Aktivitäten im Telekommunikationsbereich gemacht hat. Der Infrastruktrurbetreiber ist offen für weitere Netzbetreiber und es bleibt abzuwarten, ob auch die großen Anbieter auf den Zug aufspringen.

 

Eine weitere Hürde ist vor einer erfolgreichen Umsetzung noch zu nehmen mit der aus Wirtschaftlichkeitsaspekten benötigten Vorvertragsquote von 40%. Die Deutsche Glasfaser plant hierfür eine breite Informations- und PR-Aktivität, aber ohne eine aktive Rolle von Kreis und Kommunen kann dies nicht gelingen. Durch die Bürgermeister ist eine weitgehende Unterstützung zu erwarten, da sie die Bedeutung einer nachhaltigen Breitbandinfrastruktur als Standortvorteil für ihre Kommunen erkannt haben. Der Beitrag von Herrn Fiedler, dem Bürgermeister von Geilenkirchen, zeigt die ersten Schritte hierfür:

http://buergermeister-geilenkirchen.blogspot.de/2012/09/was-lange-wahrt-wird-endlich-gut.html

 

Der Ausbau des Netzes wird aus Kapazitätsgründen in Schritten erfolgen. Erste Ausbaugebiete in Form von einzelnen Ortsteilen wurden bereits identifiziert (zu finden auf der Hompage der Deutschen Glasfaser HS). Zeitgleich werden regionale Unternehmen und Organisationen gesucht, die (ganz nach holländischem Vorbild) als Dienstebetreiber eine zusätzliche Differenzierung im Wettbewerb ermöglichen. Für regionale Breitbanddienste gibt es viele Möglichkeiten aus den Bereich Medizin, Bildung und Fortbildung, Sport und Kultur, aber auch durchaus rein kommerzielle Anwendungen (z.B. im Bereich Home-Automation, Energiesteuerung oder Cloud-Computing). Somit kann das Projekt nach dem Ausbau der Infrastruktur auch für die Weiterentwicklung zur Smart City oder zu mehreren Smart Cities im Kreis Heinsberg beitragen.

 

Die weitere Entwicklung desd Vorhabens bleibt abzuwarten, aber wenn dieses "Experiment" gelingt, bildet es eine geeignete Blaupause für weitere kreisweite Glasfaser-Projekte - und vielleicht können auch andere Investoren für NGA-Vorhaben gewonnen werden, die bislang mit Gewerbeimmobilien Geld verdient haben. Mit dem Vorhaben kann laut Dr. Kaack auf jeden Fall das immer wieder zu hörende Vorurteil: "Glasfasernetze kann man nur in Ballungsgebieten wirtschaftlich betreiben", ad acta gelegt werden Er hat auch in den letzten Jahren immer wieder darauf hingewiesen, dass Glasfasernetze gerade für den Ausbau in ländlichen Regionen geeignet sind, da keine aktiven Netzkomponenten zwischen Knoiten und Hausanschluss benötigt werden und die Streckenlänge keine Rolle spielt.


Viele Kreise sind in ihren Überlegungen noch nicht bei NGA-Plänen "angekommen" und stecken tief in Fragestrellungen zur Grundversorgung mit mindestens 2 MBit/s. Auch für diese noch passsiven Kreise sieht Dr. Kaack das Vorgehen im Kreis Heinsberg als Beispiel - einerlei ob das Vorhaben im ersten Anlauf erfolgreich wird oder erst nach einigen Anpassungen. Es werden aber wohl selbst bei weiterer Multiplikationswirkung durch den Kreis Heinsberg immer noch etliche Regionen imländlichen Raum übrigbleiben, in denen kein Stadtwerk oder Energieversorger den Netzausbau übernimmt und auch kein privater Investor gefunden werden kann. Diese Regionen sind neben eigener Aktivitäten auf tatkräftige Unterstützung des Bundes oder der Länder angewiesen! 

 

Jürgen Kaack 30.09.2012, 15.17 | (2/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Breitband-Nutzung wächst mit 4,5% gegenüber 2011

Der (N)Onliner-Atlas 2012 zeigt nur eine geringe Zunahme der Internetnutzung in Deutschland von 74,7% 2011 auf 75,6%. Interessant ist dabei, dass es bei den Altersgruppen bis 50 Jahre nur geringe Verschiebungen gibt. Bei den über 60 und über 70-Jährigen wächst die Internetnutzung um 3 bzw. 3,5% gegenüber dem Vorjahr. Der Unterschied in der Internet-Nutzung zwischen Männern und Frauen verringert sich von 11,8% auf immerhin noch 10,5%.

Während sich der jährliche Zuwachs in der Internetnutzung abschwächt, wächst die Breitbandnutzung um bemerkenswerte 4,6%! In 2012 nutzen somit 57,1% der Bevölkerung in Deutschland einen Breitbandanschluss. Offensichtlich zeigen die Ausbaumaßnahmen im ländlichen Raum Wirkung.

Im Technologiemix ist eine Verschiebung zu Anschlüssen über die Kabel-Netzbetreiber zu beobachten. So gehen 8,5% der Internetnutzer über einen Kabelnetz-Anschluss online (2011 5,9%). DSL als Zugangstechnologie sinkt dagegen prozentual um 1% auf 42,2% der Internetnutzer. Der Zugang über einen Mobilfunkanschluss wird mit 5,1% ebenfalls deutlich häufiger genutzt (2011 noch 2,9%).

Von den Bundesländern haben insbesondere die Stadtstaaten - allen voran Berlin - die höchste Breitbandnutzung. Den mit Abstand stärksten Zuwachs gegenüber 2011 haben das Saarland mit 8,2% und Mecklenburg-Vorpommern mit 7,2% erreicht. Aber auch in Berlin ist die Breitbandnutzung um 3,4% gestiegen.

Verglichen mit den verfügbaren Breitbandanschlüssen bleibt die Nutzung prozentual immer noch zurück - und dies nicht nur in Ballungsgebieten, in denen oft mehr als ein Anbieter mit eigener Breitband-Infrastruktur vertreten ist! Eine schwache Akzeptanz von Breitband-Anschlüssen führt aber zu einer schlechteren Wirtschaftlichkeit bei den Anbietern und damit zu einem mittelfristig langsameren Ausbau.

Jürgen Kaack 04.08.2012, 22.08 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Auswahlverfahren für Breitband-Ausbau in Viersen

In Viersen haben zwei Gewerbegebiete eine schwache Internetanbindung. Da sich in der Markterkundung kein Netzbetreiber gemeldet hat, der in den nächsten 36 Monaten eine Breitbandausbau mit mindestens 25 MBit/s plant, beabsichtigt die Stadt die Verlegung vob Leerrohren für ein NGA-Netz.


Für die Nutzung der Leerrohre wird einNetzbetreiber gesucht, der eine entsprechende
Versorgung mit Breitbanddiensten für Gewerbebetriebe übernimmt. Die Ausschreibung läuft acht Wochen und findet sich auf der Seite von IKT.NRW.

Jürgen Kaack 31.07.2012, 21.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kreise als Betreiber von Breitband-Netzen?

Für eine gute Breitband-Versorgung ist zunächst ein passives Anschluss-Netz bis in jedes Gebäude erforderlich. Vor ein paar Tagen habe ich die hiermit verbundenen Aufgaben beschrieben. Damit die Verbraucher schnelle Breitbanddienste Nutzen können, müssen Verbindungen zum nationalen Backbone realisert und aktive Netztechnik installiert werden. Diese Aufgabe fällt einem Netzbetreiber zu. In den meisten Fällen werden die vorhandenen Netzbetreiber diese Aufgabe übernehmen. In Ausnahmefällen kann dies aber auch eine Aufgabe für Kreise und Kommunen sein (in erster Linie allerdings über Kooperationen).

Eine Breitband-Infrastruktur aus Kabelschutzrohren und Lichtwellenleiterkabeln muss von einem unter den rechtlichen Rahmenbedingungen des deutschen Telekommunikationsgesetzes (TKG) in seiner letzten Neufassung vom 03.05.2012 tätigen Telekommunikations-Netzbetreibers betrieben werden, damit Diensteanbieter ihre Leistungen über das Netz vermarkten können (je nach Unternehmens-Ausprägung können Netzbetreiber und Diensteanbieter in einem Unternehmen vereint sein). Die Umsetzung der Anforderungen aus dem Aufbau und Betrieb der passiven Infrastruktur (Infrastruktur-Betreiber) sind eine Voraussetzung für den Netzbetrieb. Der Kreis kann selber in Kooperation oder durch Gründung eines Joint-Ventures mit TK-erfahrenen Unternehmen Betreiber der Netzkomponenten werden, sofern die Aufsichtsbehörden einer solchen Tätigkeit zustimmen. Zu den Aufgaben des Betriebs der aktiven Netzkomponenten gehören:

 

  • Aufbau und Betrieb der aktiven Netzkomponenten, insbesondere Point-of-Presence (PoP) als Netzknoten und Network-Operations-Center (NOC) zur Steuerung des Netzes;
  • die Installation der Netzabschlüsse ONT („Optical Network Termination“ beim Teilnehmer) und OLT („Optical Line Termination“ im Netzknoten) zur Beleuchtung der Fasern. Diese Aufgabe kann alternativ durch den Infrastruktur-Betreiber wahrgenommen werden;
  • Meldung als Netzbetreiber bei der Bundesnetzagentur und Sicherstellung der Erfüllung der Anforderungen der Bundesnetzagentur an Leistungsfähigkeit und Fachkunde (insbesondere Sicherheitskonzept);
  • Schaffung von Connectivity zu mindestens zwei redundanten (physikalisch getrennten) Backbones und Management des Daten-Traffics auf der Basis noch zu schließender vertraglicher Vereinbarungen mit Backbone-Betreibern;
  • der Betrieb des Netzes mit Management des Daten-Traffics und Überwachung der Anschlüsse;
  • Einrichtung und Betrieb von Schnittstellen („Layer 2“ im OSI-Schichtenmodell entsprechend der Festlegung durch die Bundesnetzagentur), die Diensteanbietern den standardisierten offenen Zugang zum Netz ermöglichen;
  • die Ermöglichung der Überwachung von Telefon- und Email-Verkehr auf richterlichen Beschluss;
  • die Behebung von Störungen im laufenden Betrieb Überwachung von SLAs und;
  • Second-Level-Support für den Netzbetrieb, First-Level-Support erfolgt durch den Dienstebetreiber;
  • Vermarktung der beleuchteten Anschlüsse an Dienstebetreiber mit Abschluss von entsprechenden Nutzungsverträgen;
  • Anmietung von Dark-Fiber-Anschlüssen der Stadtwerke, Einkauf von Backbone-Kapazität und ggfs. technischen Dienstleistungen (PoP- und NOC-Betrieb) von Systemec oder anderen geeigneten technischen Dienstleistern;
  • Erstellung und Überwachung der Abrechnung an Dienstebetreiber


Für den Betrieb des Netzes kann entweder ein Geschäftsbesorgungsvertrag mit einem geeigneten Dienstleister geschlossen oder ein Joint-Venture gegründet werden. So muss die erforderliche Kompetenz und Leistungsfähigkeit (z.B. das bei der Bundesnetzagentur vorzulegende Sicherheitskonzept) nicht selber aufgebaut werden. Kunden der Netzbetreiber-Gesellschaft sind Dienstebetreiber, die ihre Dienste im eigenen Namen und auf eigene Rechnung an Haushalte und Unternehmen vermarkten. Der Netzbetreiber unterstützt die Vermarktung durch Informationsveranstaltungen und PR-Aktivitäten.

Jürgen Kaack 23.07.2012, 20.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband-Ausbau mit Kreisen als Infrastruktur-Betreiber

Eine flächendeckende nachhaltige Breitband-Versorgung auf der Basis von Glasfaser-Hausanschlüssen (NGA) setzt den Aufbau einer investitonintensiven passiven Infrastruktur voraus. Eine für Kreise und Kommunen naheliegende und sinnvoll ausfüllbare Aufgabe ist der Aufbau und Betrieb passiver Infrastrukturen (Kabelschutzrohre, Leerrohre), da Versorgungsleitungen (Strom, Gas, Wasser, Abwasser) zu den bekannten Leistungen gehören. Wenn ein Kreis diese Aufgabe übernehmen will, ist eine Breitband-Institution zu schaffen, die die Aufgaben ausfüllt.

Der Infrastruktur-Betreiber bündelt die laut Masterplan benötigte Infrastruktur im Kreisgebiet, er koordiniert die weiteren Ausbauarbeiten mit Kommunen und Energieversorgern, mietet bereits vorhandene Trassen anderer Eigentümer an und beauftragt fallweise die Errichtung fehlender Trassenteile. Die Aufgaben eines Infrastruktur-Betreibers lassen sich in drei Blöcke unterteilen:

Übergreifende Aufgaben


Die Breitband-Institution erfasst und dokumentiert die bestehende Glasfaser-, Richtfunk- und Leerrohr-Infrastruktur im Kreis oder in der Kommune. Sie verschafft sich Kenntnis von möglichst allen anstehenden Versorgungs- und Infrastrukturprojekten (Strecken) im Kreisgebiet (Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Fernheizung, Straßenbau, Eisenbahnbau, Radwegebau usw.) und prüft, ob die geplanten Strecken gemäß Netzplanung (Masterplan) einen sinnvollen Beitrag zur Vervollständigung des Netzes leisten können. 

 

Die Breitband-Institution beauftragt die Erstellung eines Masterplans für die schwach versorgten Gebiete bis auf Straßenzugsebene (nicht ausschreibungsreif), damit eine Verlegung im Beilauf zielführend erfolgen kann. Sie unterstützt die Städte und Gemeinden bei der Durchführung von Maßnahmen, die der kurzfristigen Verbesserung der Versorgung bisher unterversorgter Ortslagen dienen. Wichtige Aufgaben im Hinblick auf die spätere Nutzung der Infrastruktur sind die Dokumentation aller neu entstehenden Infrastruktur-Elemente und für eine regelmäßige Fortschreibung des Masterplans.

Streckenbezogene Aufgaben:

Die Breitband-Institution …

  • mietet geeignete Trassen anderer Infrastrukturbetreiber an
  • plant zu verlegende Strukturen (Vergabe von Aufträgen
  • schließt fallweise Geschäftsbesorgungsverträge mit geeigneten Partnern (z.B. den im Kreis tätigen Versorgungsunternehmen) für Aufbau und Betrieb der passiven Infrastruktur;
  • klärt mit den Versorgungsunternehmen (Strom, Gas, Wasser, Abwasser, Fernheizung, Straßenbau usw.) im Kreisgebiet, ob dieses die Struktur aus eigenen wirtschaftlichen Interessen mitverlegen;
  • sucht einen anderen Investor zu finden, der aus eigenen Interessen die Infrastruktur mitverlegt, falls dies nicht der Fall ist;
  • finanziert und beauftragt sie mit eigenen Mitteln die Mitverlegung der benötigten Leerrohr-Bündel, falls kein privatwirtschaftlicher Infrastrukturbetreiber gefunden wird;
  • ermittelt parallel zur Planung der Infrastrukturen im Beilauf, mit welchen (über die Mitverlegungsmöglichkeit hinausgehenden) Investitionen zusammenhängende Netzstrukturen („Breitband-Inseln“) entstehen und beauftragt den Ausbau, wenn ein Netzbetreiber gefunden wird, der diese Breitband-Inseln anmietet;
  • beauftragt das Einziehen oder Einblasen von Lichtwellenleiter-Kabeln oder Fasern in die entstandenen zusammenhängenden Netzstrukturen.

Vermarktung der passiven Infrastruktur


Kunden des Infrastrukturanbieters sind Netzbetreiber, die laufende Miet-Zahlungen für die Nutzung der passiven Infrastruktur leisten oder eine finanzielle Beteiligung an den erlösten Umsätzen ausschütten (Fasermietmodell). Der Infrastruktur-Betreiber führt für den Netzbetrieb Verhandlungen mit geeigneten Providern, die die neuen Infrastrukturen nach Fertigstellung anmieten, den aktiven Netzbetrieb übernehmen und die Versorgung der betreffenden Ortslagen mit Breitbanddiensten vornehmen.

 

Da die meisten Netzbetreiber vertikal integrierte Unternehmen sind, ist der Einfluss des Infrastrukturbetreibers an dem Diensteangebot in aller Regel gering. Die Einbindung von regionalen Diensteanbietern über offene Dienste-Plattformen ist derzeit trotz der vom NGA-Forum der Bundesnetzagentur standardisierten Schnittstelle noch schwierig.

Jürgen Kaack 19.07.2012, 22.56 | (0/0) Kommentare | TB | PL

LTE-Versorgung ist nicht immer förderschädlich für einen Breitband-Ausbau!

Ein Breitbandausbau mit Fördermitteln setzt voraus, dass das auszubauende Gebiet derzeit mehrheitlich nicht mit Bandbreiten über 2 MBit/s versorgt ist. In den letzten Monaten hat der Ausbau der LTE-Zellen in ländlichen Regionen erhablich an Dynamik gewonnen. Obwohl sich LTE-Betreiber bislang wohl noch nicht bei Markterkundungsverfahren oder Ausschreibungen beteiligt haben, werden in vielen Fällen gleichzeitig Zellen ausgebaut. Im Breitbandatlas erscheint das betreffende Gebiet oft schon vor der eigentlichen Inbetriebnahme als versorgt.

Trotzdem bedeutet dies nicht automatisch, dass diese Gebiete nicht mehr mit Fördermitteln aus dem GAK-Programm ausgebaut werden können. Nur wenn der LTE-Betreiber die Kriterien für Grundversorgung erfüllt, ist eine Förderung ausgeschlossen:

 

· flächendeckende Versorgung (> 95 % der Anschlüsse);

· eine Download-Rate von mindestens 2 Mbit/s;

· mit einer Verfügbarkeitsgarantie von > 95 % / Tag und

· einer Ausfallsicherheit von < 0,5 % / Jahr 

 

Zur Klärung sollten die Projektzuständigen der Kommunen schriftlich bei den jeweiligen LTE-Anbietern anfragen und um eine verbindliche Garantie zur Einhaltung obiger Werte bitten. Wenn nach einer gesetzten Frist von mindestens zwei Wochen eine negative oder auch keine Antwort eingeht, kann von der Nichterfüllung der Grundversorgung ausgegangen werden. Dann bestehen grundsätzlich gute Chancen, dass ein Förderantrag für einen leitungsgebundenen Ausbau trotz vorhandener LTE-Abdeckung genehmigungsfähig ist.

Eine LTE-Versorgung in einer Region zusätzlich zu einer leitungsgebundenen Breitband-Versorgung ist dabei auf jeden Fall positiv zu bewerten. Mobilfunkanschlüsse auf der Basis von LTE unterstützen portable und mobile Anwendungen. Für einzelne Zielgruppen wie z.B. jüngere Single-Haushalte ist ein LTE-Anschluss durchaus als Alternative zu einem leitungsgebundenen Breitband-Anschluss zu sehen.

Jürgen Kaack 17.07.2012, 20.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL