Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: VDSL

In Kaarst erst Grundversorgung, dann Konzept für NGA

Die Stadt Kaarst ist ebenso wie andere Städte und Gemeinden teilweise nur unzureichend mit Breitband-Internet versorgt. Die betroffenen Stadtteile verlieren als Wohn- und Gewerbestandorte an Attraktivität. Ohne zukunftssichere Internetzugänge sinken sowohl Immobilienwerte als auch erzielbare Mieten, wenn Wohnungen überhaupt vermietet werden können.

Von Bürgerinnen und Bürgern als auch von Unternehmern und Gewerbetreibenden aus den Ortsteilen Vorst und Holzbüttgen mit dem Gewerbegebiet Kaarster Kreuz wird schon seit Jahren die Forderung erhoben, schnellere Internetgeschwindigkeiten nutzen zu können.
Mit VDSL steht unmittelbar nach dem Ausbau entfernungsabhängig eine Bandbreite für den Downstream von bis zu 50 MBit/s für über 40% der Anschlüsse zur Verfügung. Mit dem VDSL-only Angebot wird die Verfügbarkeit der Bandbreite in den Ausbaugebieten von Holzbüttgen weiter verbessert, so dass nur 3 % der Anschlüsse weniger als 16 MBit/s nutzen können. Der Ausbau erfolgt gegen Gewährung einer Zuwendung aus Haushaltsmitteln, Fördermittel kann Kaarst nicht nutzen. Die Inbetriebnahme des Netzes erfolgte im Juli 2013.

Noch vor Fertigstellung hat die Stadt Kaarst STZ-Consulting mit der Erstellung einer Konzeption für einen nachhaltigen Breitbandausbau mit Empfehlungen für das weitere Vorgehen beauftragt.
Infomationen zu den Randbedingungen und der Umsetzung finden sich in diesem Bericht.

 

Jürgen Kaack 06.10.2013, 10.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mit Technologiemix bis 10 Gbit/s in Nettetal

Die Stadt Nettetal hatte vor der Umsetzung des Breitband-Vorhabens eine eher schwache Versorgung mit maximal 16 Mbit/s.  Nach einer Analyse der Ausgangslage wurde ein zeitliches Stufenkonzept für die Umsetzung erstellt. Ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaser-Anschlüssen in einem Schritt erfordert zu hohen Mitteleinsatz. Daher wurde mit Unitymedia ein rückkanalfähiger Ausbau des Kabelnetzes der Primacom vereinbart und durch den Bau fehlender Glasfasertrassen für den Anlauf vereinbart. so werden nahezu 90 % der Haushalte mit 150 Mbit/s erreicht.

In den acht Gewerbegebieten von Nettetal liegt kein Kabelnetz. Daher bauen die Stadtwerke Zug-um-Zug alle Gewerbegebiete mit FttB aus. Mit dem niederländischen Unternehmen Systemec B.V. wurde ein Joint-Venture gegründet, das den Betrieb des aktiven Netzes übernimmt und eine offene Plattform für Diensteanbieter betreibt. Damit sind symmetrische Dienste von 2 Mbit/s bis 10 Gbit/s verfügbar. Der Ausbau der ersten Gewerbegebiete und des Kabelnetzes wird bis ende 2013 abgeschlossen sein.

Ergänzend wird die Deutsche Telekom Teile des Stadtgebietes mit Vectoring versorgen. So wird Nettetal von bislang durchschnittlich 6 Mbit/s in Kürze auf eine Verfügbarkeit von mindestens 100 Mbit/s angehoben und gewinnt Zeit, um passive Glasfaser-Anschlussnetzen in den nächsten zehn Jahren begleitend zu anderen Baumaßnahmen zu errichten. Ein ausführlicher Bericht zu Ausgangslage, Zielen und zum Vorgehen findet sich bei Mittelstands.Wiki.

Jürgen Kaack 05.10.2013, 10.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schnelles Internet für Gewerbegebiete in Ahlen

Wie bei vielen Mittelstädten in Deutschland befinden sich auch in Ahlen im Kreis Warendorf die meisten Gewerbegebiete in Randlagen. Aufgrund der Leitungslängen hatten die Gewerbegebiete Olfetal, Kleiwellenfeld und das Industriegebiet Ost mehrheitlich weniger als zwei Mbit/s, mit anderen Worten alle drei Gewerbegebiete sind unterversorgt!

Die Befragung bei den Betrieben hat die Unterversorgung bestätigt. Die meisten der Unternehmen haben nicht mal übermäßig hohe Anforderungen, 16 bis 25 Mbit/s würde den meisten bereits ausreichen. Im Rahmen einer öffentlichen Markterkundung zeichnet sich zunächst nur ein Ausbau gegen Gewährung einer Zuwendung zur Schließung einer Wirtschaftlichkeitslücke ab. Schließlich bekundete die Deutsche Telekom in allen drei Gebieten einen Eigenausbau ohne Deckungslücke.

Bis 2016 wird ein schneller Internetzugang mit zunächst bis zu 50 Mbit/s für die drei genannten Gewerbegebiete in Ahlen auf der Basis von VDSL realisiert und das ohne Zuwendungen durch die Stadt. Einen Bericht über das Ergebnis des Breitbandprojekts findet sich als Pressemitteilung der Stadt Ahlen. So können Kommunen von den Vectoring-Plänen der Deutschen Telekom profitieren. Auf der anderen Seite wird es für Wettbewerber der Deutschen Telekom in Zukunft wohl schwieriger!

Jürgen Kaack 04.10.2013, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wo steht die Landesregierung beim Glasfaserausbau?

Im Kreis Heinsberg verfolgt die Deutsche Glasfaser als Betreiber einer Infrastruktur aus Glasfaser-Hausanschlüssen einen mittelfristig flächendeckenden Ausbau im Kreis Heinsberg. Nach zunächst erfolgreichen Verläufen der Vorakquisition von Glasfaser-Anschlüssen durch die Deutsche Glasfaser ist in der dritten Welle der Pilotgebiete deutlich Schwung verloren gegangen. Mittlerweile werden nahezu alle der 2011 als unter- oder schwach versorgt identifizierten Gebiete entweder als Pilotregion bearbeitet oder haben die erforderliche Mindestquote bereits erreicht. In Geilenkirchen sind seit kurzem mit Tripsrath und Hatterath zwei verbliebene unterversorgte Gebiete mit hinzugenommen worden.

Es erscheint kurzsichtig, dass in der Bevölkerung deutlich spürbare Zurückhaltung beim Abschluss der Vorverträge herrscht. Keine andere Breitband-Technologie bietet eine vergleichbare Zukunftssicherheit und Kapazität wie die Glasfaser. Symmetrische Bandbreiten von 10 Gbit/s sind bereits heute problemlos möglich und eine Dämpfung im Lichtwellenleiter spielt so gut wie keine Rolle. Die Technologie und der Anbieter Deutsche Glasfaser sind zwar für viele Haushalte neu und es gibt in Deutschland noch wenige Erfahrungen mit dieser Technologie. In anderen Ländern wird Glasfaser bis an den Hausanschluss schon seit längerem eingesetzt.

Die zu beobachtende Zurückhaltung und das Beharren beim bisherigen Anbieter hängt wohl weniger mit dem unzweifelhaften Potenzial zusammen als mit fehlenden Erkenntnissen zu neuen Internet -Anwendungen und veränderten Arbeitswelten (z.B. aufgrund von Cloud-Anwendungen).

Hier reicht es nicht, wenn Bürgermeister und Verwaltungen versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Landespolitik ist gerade in NRW bei diesem Thema überhaupt nicht präsent. Für andere Zukunftstechnologien wie z.B. erneuerbare Energien mit Photovoltaik, Windkraft und Biomasse-Anlagen finden sind viele Äußerungen und es gibt diverse sinnvolle oder weniger sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen.

Es ist unverständlich, dass die Landesregierung und die Politik in NRW keine klaren Bekenntnisse zu Glasfaser-Anschlussnetzen treffen. Dabei würde ein solches Bekenntnis und die aktive Unterstützung von Vorhaben wie desjenigen der Deutschen Glasfaser im Kreis Heinsberg keine Bevorzugung einzelner Anbieter darstellen. Die Infrastruktur ist offen für alle Dienstebetreiber („Open Access“) und eröffnet somit sowohl etablierten Anbietern wie auch Neugründungen Geschäftsmöglichkeiten, die dem Bürger längerfristig durch erweiterte Wahlmöglichkeiten zwischen den Diensten zugute kommen.

Jürgen Kaack 29.09.2013, 10.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Best-Practise Kreis Heinsberg: NGA-Ausbau muss zukunftssicher sein

Der Kreis Heinsberg gehört zu den Kreisen, die den Ausbau der Breitband-Infrastruktur konsequent und systematisch betrieben haben. Nach einer Analyse bis auf die Ortschaften mit anschließender Entwicklung eines Ausbaukonzeptes, bei dem alle Bürgermeister mitziehen, wurde noch vor Beauftragung eines technischen Masterplans für das gesamte Kreisgebiet mit der Deutschen Glasfaser ein Partner gefunden, der das Ziel verfolgt, den gesamten Kreis mit Glasfaser-Hausanschlüssen zu versorgen. Mit Glasfaser-Hausanschlüssen sind bereits heute symmetrische Bandbreiten von 100 Mbit/s verfügbar und eine zukünftige Steigerung bedarf keiner neuen Infrastrukturarbeiten.

Derzeit werden knapp 100 Ortsteile im Kreisgebiet von der Deutschen Glasfaser ohne finanzielle Unterstützung durch die Kommunen bearbeitet und über die Hälfte davon hat die erforderliche Vorvertragsquote bereits erreicht. Auf diesem Wege werden inzwischen nahezu alle unterversorgten Ortsteile einbezogen. Problematrisch erweist sich dabei allerdings die Kundenakzeptanz in solchen Gebieten, die mit 6 Mbit/s oder mehr versorgt sind.

Ein vorausschauendes Handeln der Bürger könnte ohne größere Mehrkosten den nachhaltigen Ausbau auch im Sinne eines bürgerschaftlichen Engagements unterstützen. Eine "Geiz-ist-geil"-Mentalität verträgt sich schlecht mit dem Wunsch nach zukunftssicheren Infrastrukturen und einer Entlastung der öffentlichen Kassen. Wenn andere Investoren durch das Vorbild der Deutschen Glasfaser motiviert werden, ebenfalls in passive -Infrastrukturen zu investieren, könnte das den Breitband-Ausbau in Deutschland deutlich beschleunigen.

Einen Bericht zum Vorgehen im Kreis Heinsberg mit einer Analyse von Chancen und Hemmnissen findet sich hier.

Jürgen Kaack 19.09.2013, 09.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachhaltig sind nur Glasfaser-Hausanschlüsse!

Die Breitbandprojekte für die beiden Nachbarstädte Erkelenz und Wegberg sind im Vergleich zu manchen anderen Vorhaben recht speziell. Insgesamt waren 30 Ortsteile mit ca. 10 % der Bevölkerung unterversorgt. Die Deutsche Glasfaser ist während der Projektlaufzeit in beiden Städten aktiv und die zum Submissionstermin eingegangenen Angebote für die einzelnen Ortsteile waren durch Abhängigkeiten von anderen Ortsteilen kaum zu nutzen. Beim Angebot der Deutschen Telekom zeigt sich die Auswirkung von Vectoring.

Im Ergebnis werden 25 Ortsteile ohne Zuwendungen mit bis zu 100 Mbit/s ausgebaut, 2 Ortsteile können gegen ausgleich einer Deckungslücke eine bessere Versorgung erhalten und nur für 3 kleinere Ortsteile mit weniger als 3 % der ursprünglich unterversorgten Haushalte konnte während der Projektlaufzeit keine Lösung gefunden werden.

Ein Bericht zu den beiden Breitbandprojekten findet sich hier.

Jürgen Kaack 10.09.2013, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband NRW: Handlungsbedarf der Politik

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt gut voran, es gibt kaum noch mit herkömmlichen DSL-Technologien wirtschaftlich erschließbare Unterversorgungs-Bereiche. So werden wohl auch längerfristig 5 bis 10% der Anschlüsse ohne schnelle DSL-Anschlüsse auskommen müssen. Funklösungen. Durch die Ankündigung zum Vectoring-Ausbau wird die Versorgung vielerorts auf 100 Mbit/s angehoben. Sind damit die Herausforderungen für den Ausbau schneller Datennetze gemeistert und abgeschlossen?

Eine langfristig nachhaltige Infrastruktur ist erst durch Glasfasernetze bis zum Hausanschluss gegeben. Dies gilt insbesondere auch im ländlichen Raum. Hierfür müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit für Kreise und Kommunen ein investitionsschonender Ausbau unter Nutzung von Synergien möglich ist. Die derzeitige Regelungen z.B. der Bundesrahmenregelung Leerrohre ermöglicht dies in nicht in Gebieten, die heute schnellere Internetzugänge als 25 Mbit/s haben. Inhaltlich wären solche Regelungen verhältnismäßig einfach zu realisieren:

Sofern es im geplanten Versorgungsgebiet noch kein passives Anschlussnetz zur Anbindung aller Haushalte mit einer Glasfaser-Leitung gibt und es keine Planung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens hierzu gibt mit einer Umsetzung innerhalb von beispielsweise fünf Jahren, ist die Kommune berechtigt, ein derartiges Anschlussnetz mit oder ohne Fasern bis zum Hausanschluss zu errichten. Die Kommune ist verpflichtet, das Netz auf der Grundlage eines transparenten Verfahrens an einen Netzbetreiber zu vermieten, der sich die Regeln eines offenen Netzzugangs einhält.

Neben dem rechtlichen Rahmen für den Infrastrukturausbau ist die Identifikation oder Schaffung von Betreiberinstitutionen für passive Infrastrukturen ein limitierender Faktor. Die großen Netzbetreiber kommen aufgrund ihrer Anforderung an eine Amortisation innerhalb von wenigen Jahren kaum in Betracht. Die Entscheidungen in der Poststrukturreform II haben einen erheblichen Teil der derzeitigen Schwierigkeiten bedingt, indem Infrastruktur und Dienste nicht getrennte wurden. Allerdings war die weitere Entwicklung des Telekommunikationsmarktes so kaum vorhersehbar. Eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Infrastruktur-Gesellschaften ist die Schaffung von Planungs- und Investitionssicherheit. Eine Möglichkeit könnte die Vergabe einer regionalen Breitband-Konzession sein für Gebiete, in denen kein privatwirtschaftlicher Investor mit dem Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen tätig ist.

Paradoxerweise haben die Fördermittel, die Kommunen finanziell bei der Bewältigung von Zuwendungen für den Ausbau in unterversorgten unterstützen sollen, in manchen Kommunen die digitale Spaltung vertieft. Wenn neben einem mit beispielsweise 3 Mbit/s knapp grundversorgten Gebiet ein anderes, unterversorgtes Gebiet von 1 Mbit/s auf 50 Mbit/s ausgebaut wird, dann wächst der Geschwindigkeitsunterschied zwischen beiden örtlich unmittelbar nebeneinander gelegenen Gebieten auf 47 Mbit/s!

Im Bereich zwischen der Grundversorgung und dem NGA-Bereich, den „weißen NGA-Flecken“, ergibt sich auf nationaler Ebene politischer Handlungsbedarf. Auf Grundlage der Bundesrahmenregelung Leerrohre kann eine Kommune in NRW in diesen Gebieten zwar Leerrohre für den Ausbau einer NGA-Infrastruktur verlegen. Die Option zur Verlegung von Leerrohren kommt für viele Kommunen aber nicht in Betracht, entweder aus Kostengründen oder weil eine geeignete Infrastruktur-Betreiberinstitution fehlt. Vor diesem Hintergrund wäre vielen Kommunen damit gedient, wenn im Rahmen einer abstrakt generellen Notifizierung durch das Land ein Ausbau gegen Gewährung einer Zuwendung auch in Regionen erlaubt würde, die mit mehr als 2 Mbit/s versorgt sind. Der Bandbreitenbereich für eine solche Notifizierung könnte zwischen 2 und 25 Mbit/s liegen und entspricht damit der in der Bundesrahmenregelung Leerrohre definierten Obergrenze.

In Gebieten, in denen Glasfaser-Anschlussnetze aufgebaut werden, wird teilweise über Umsetzungsfragen der Verlegeart, Verlegetiefe und der Wiederherstellung der Oberfläche gestritten, da Infrastrukturbetreiber und Tiefbauämter unterschiedliche Interessen vertreten. Eine landesweit einheitliche und verbindliche Regelung für die Verlegung von Telekommunikationsleitungen und Schutzrohranlagen könnte Planungssicherheit schaffen und Genehmigungen beschleunigen. Neben den genannten Bereichen gibt es weitere Aspekte, die durch politische Entscheidungen und teilweise durch generell abstrakte Notifizierungen in Brüssel den Breitbandausbau erleichtern können. Derzeit sind folgende Problemfelder zu erkennen:

  • Beihilferechtliche Voraussetzungen für Ausbau mit Zuwendungen auf alle Gebiete mit < 25 Mbit/s erweitern; 

  • Beihilferechtliche Erweiterung für den Ausbau in Neubaugebieten;

  • Rechtliche Grundlagen für den vorausschauenden Aufbau passiver Glasfaser-Anschlussnetze in heute gut versorgten Gebieten; 

  • Verbindliches Regelwerk zur Leitungsverlegung; 

  • Übertragung des Wegerechts auf Landesstraßen für Kommunen und kommunale Unternehmen;

  • Prüfung einer Konzessionsvergabe für passive Anschlussnetze durch Kreise;

  • Schaffung von landes- oder kreiseigenen Infrastrukturgesellschaften. 


Die Ausgestaltung und Umsetzungsbegleitung für Kreise und Kommunen erfordert ein schlagkräftiges, mit Personal und Ressourcen ausreichend ausgestattetes Breitband-Kompetenzzentrums, das in einigen Ländern und insbesondere in NRW fehlt. Die Aktivitäten von Breitband.NRW reichen keinesfalls und über Erstgespräche hinaus kann eine Beratung von Kreisen und Kommunen nicht geleistet werden. Dabei könnte Breitband.NRW als Nukleus für ein Breitband-Kompetenzzentrum dienen, wenn ergänzend Kompetenzen in den Bereichen Technik, Rechtsfragen und zur Gestaltung von Geschäftsmodellen aufgebaut und mit entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen untermauert werden. Neben dem Coaching von Breitband-Beauftragten in Kreisen und Kommunen sollte das Breitband-Kompetenzzentrum Modellprojekte aktiv entwickeln und begleiten, wie es in Hessen und Niedersachsen erfolgreich praktiziert wird.


Eine ausführliche Darstellung zu den einzelnen Punkten findet sich in einem Artikel bei portel.de.

Jürgen Kaack 02.09.2013, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vorgehen zum Breitbandausbau am Beispiel Kaarst

Eine nachhaltige Breitbandversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Glasfasernetze bis zum Hausanschluss sind unbestritten das langfristig anzustrebende Optimum einer hochwertigen Infrastruktur, sowohl im städtischen Umfeld wie auch im ländlichen Raum.

Aber Glasfaser-Anschlussnetze entstehen nicht von alleine und sind investitionsschonend nur über einen längeren Zeitraum zu verwirklichen. Daher müssen für schwach versorgte Gebiete Überbrückungslösungen geschaffen werden. In der Regel erfordert die Umsetzung eine aktive Rolle von Kreise und Kommunen. Vorbildlich in dieser Hinsicht ist das Vorgehen in der Stadt Kaarst, wie die Einladung zur Ausschusssitzung belegt.

Jürgen Kaack 28.08.2013, 14.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Markterkundung für Gewerbegebiet in Ahlen

Nach dem erfolgreichen Ausgang des Breitband-Projektes für das Industriegebiet Ost und das Gewerbegebiet Olfetal im östlichen Teil von Ahlen besteht in einem weiteren unterversorgten Gewerbegebiet akuter Bedarf. Bei einer hohen Unterversorgungsquote von 83% mit unter 2 Mbit/s haben knapp 40% der Betriebe im Gewerbegebiet Kleiwellenfeld trotz der Ferienzeit an der Befragung teilgenommen. Bedingt durch die derzeit völlig unzureichende Versorgung ist der Wunsch nach höheren Geschwindigkeiten eher moderat. Viele Unternehmen wären mit 6 bis 16 Mbit/s zufrieden, bei über einem Drittel besteht aber Bedarf für mehr als 16 Mbit/s.

Ende 2012 endete ein früheres Breitbandprojekt für den Ausbau im Stadtteil Dolberg mit der Übergabe der Förderbewilligung an die Verwaltung.

Jetzt werden im Zuge einer Markterkundung Planungen und Ausbaukonzepte der Netzbetreiber abgefragt. Ahlen ist mit der schwachen Versorgung in den Gewerbegebieten leider kein Einzelfall und ohne Initiative durch die betroffene Kommune kommt es in der Regel nicht zu einer Verbesserung.

Jürgen Kaack 28.08.2013, 10.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schwach versorgte Gebiete ohne Breitband-Ausbau?

Die EU-Leitlinie für die Gewährung von Beihilfen zum Breitbandausbau unterscheidet zwischen Grundversorgung und NGA Versorgung. Grundversorgung wird dabei wie folgt definiert: „Verschiedene technische Plattformen können als Netze der Breitbandgrundversorgung angesehen werden, u. a. ADSL-Netze (bis hin zu ADSL2+), herkömmliche Kabelnetze (z. B. DOCSIS 2.0), Mobilfunknetze der dritten Generation (UMTS) und satellitengestützte Systeme.“ NGA Versorgung erfolgt über „Zugangsnetze, die vollständig oder teilweise aus optischen Bauelementen bestehen und die Breitbandzugangsdienste mit höherer Leistung ermöglichen als bestehende Netze der Breitbandgrundversorgung. 

Im Bereich zwischen der Grundversorgung und dem NGA-Bereich, den „weißen NGA-Flecken“ ergibt sich politischer Handlungsbedarf. Eine Kommune darf heute auf Grundlage der Bundesrahmenregelung zwar Leerrohre für den Ausbau einer NGA-Infrastruktur verlegen, aber die Gewährung von Zuwendungen an einen Netzbetreiber zu einem Ausbau nur für unterversorgte Gebiete mit mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s gewähren.. Diese Option kommt für viele Kommunen aber nicht in Betracht, entweder aus Kostengründen oder weil eine geeignete Infrastruktur-Betreiberinstitution fehlt. Auf der Kostenseite sind für die Verlegung von einem Kilometer Leerrohr bei versiegelter Oberfläche durchschnittlich 100.000 € zu veranschlagen.
 

Für diese gar nicht seltenen Fälle wäre vielen Kommunen damit gedient, wenn ein Ausbau zumindest in Regionen erlaubt würde, die mit mehrheitlich weniger als 25 Mbit/s versorgt sind. Dies entspricht der in der Bundesrahmenregelung Leerrohre definierten Grenze. Eine solche Möglichkeit könnte auf dem Wege einer Einzelfallnotifizierung in Brüssel angestrebt werden. Dieses Verfahren ist zwar für die einzelne Kommune in der Regel zu aufwändig, Bundesländer könnten diesen Weg allerdings beschreiten. Hessen und Bayern haben bereits in anderen Fällen erfolgreich für ihre Länder  abstrakt generelle Notifizierungen erwirkt. Auch für Kreise kann dies noch sinnvoll sein, wie das Beispiel aus Borken zeigt.

Selbst wenn die Notifizierung nicht mit Fördergeldern für den Ausbau unterlegt wäre, würde es den Kommunen die Möglichkeit zum Handeln geben. Unter Umständen lassen sich Deckungslücken aus dem Haushalt finanzieren, durch Spenden aus der Bevölkerung aufbringen oder durch Eigenleistungen reduzieren. Bei einem FttC-Ausbau wird sich aufgrund der Leitungsdämpfung im Kupferkabel zwar keine durchgängig identische Internetgeschwindigkeit erreichen lassen, wie dies in einem Koaxial- oder Glasfaser-Kabel möglich wäre, aber die starken Unterschiede im Gebiet einer Kommune könnten vermieden werden.
 

Ein weiteres ungeregeltes Feld im Hinblick auf den Breitbandausbau findet man in Neubaugebieten und in Erschließungsflächen für Gewerbegebiete. Sofern kein Betreiber aufgrund eigener Überlegungen eine ausreichende Versorgung schafft, gibt (neben der aufwändigen Einzelfallnotifizierung bei der Kommission) nur die Bundesrahmenregelung Leerrohre eine verlässliche Grundlage für eigene Aktivitäten der Kommunen. Zum einen kann sich hier wieder die Kostenproblematik ergeben, wenn auch weniger im eigentlichen Ausbaugebiet als vielmehr im Anlauf zum letzten Übergabepunkt. Es ist auch keineswegs sicher, dass sich ein Betreiber zum Betrieb eines solchen passiven Anschlussnetzes finden lässt, wenn das Gebiet für sich gesehen zu klein ist, um einen eigenen Glasfaser-Knoten zu betreiben.

Damit neuerschlossene Gebiete erfolgreich vermarktet werden können, ist eine ausreichende Internetgeschwindigkeit (derzeit bedeutet dies meist mindestens 16 Mbit/s) eine unerlässliche Voraussetzung.
 Damit eine Kommune in diesen Fällen nicht in einem unsicherem Graubereich eine Entscheidung treffen muss, wäre auch hier eine von der Kommission notifizierte, abstrakt-generelle Regelung auf Landesebene anzustreben

Jürgen Kaack 22.08.2013, 09.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL