Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Mobilfunk

Deutschland bei IKT auf Platz 13

Die ITU als internationale Institution zur Standardisierung analysiert regelmäßig die Entwicklung der Durchdringung und Nutzung von Informations- und Kommunikations-Technologien (IKT) und ihren Anwendungen. Da dies ein komplexes Feld ist, hat die ITU einen Index entwickelt, der einen Vergleich der Länder ermöglicht. In den Index gehen drei Komponenten ein:

  • die Versorgung mit IKT-Anschlüssen und Diensten in Form von Festnetz- und, Mobilfunkanschlüssen, die verfügbare Bandbreite für die Internetnutzung und die Verfügbarkeit von Computern (z.B. gemessen an der Penetration
  • die Nutzungsintensität bei Telefonie, Mobilfunk und Internetnutzung
  • die Erfahrung der Nutzer für die Nutzung von Geräten und Diensten sowie die Effizienz der IKT-Nutzung


Die umfassende Berücksichtigung der verschiedenen Parameter gleicht unterschiedliche Entwicklungsstufen und Nutzungs-Vorlieben aus. So bekommt der Index trotz des generellen Nachteils von hoch-aggregierten Kennzahlen eine relevante Aussagekraft.

Die neueste Bewertung für 2007 zeigt, dass die skandinavischen Länder wieder an der Spitze rangieren, was an sich wenig erstaunlich ist. Zur Spitzengruppe gehören aber auch Korea, Großbritannien und die Schweiz. Deutschland liegt auf Platz 13 und damit u.a. vor Österreich, Frankreich, den USA und Kanada. Im Vergleich zur Bewertung von 2002 hat Deutschland einen Platz gut gemacht. Bemerkenswert ist die Entwicklung von China auch im IKT-Bereich mit einer Verbesserung um ganze 17 Plätze, bislang allerdings immer noch auf Platz 73. Steigerungen in ähnlich hohem Maße werden in einigen arabischen Staaten registriert, z.B. Saudi-Arabien um 18 Plätze (auf Platz 55). Auch Iran und Syrien haben sich um respektable 14 bzw. 13 Plätze verbessert.

Bei der Analyse der drei Komponenten zeigen sich interessante Unterschiede zwischen den Ländern. Bei den Ländern der Top10-Gruppe gibt es trotz hoher Durchdringung und intensiver Nutzung eine weitere Verbesserung insbesondere im Bereich der Nutzungseffizienz, aber auch bei der Nutzung von Internetdiensten. Deutschland weist ein Profil mit vergleichsweise guter Versorgung mit Anschlüssen und Geräten auf bei eher unterdurchschnittlicher Erfahrung und Nutzungseffizienz. Wenig verwunderlich ist, dass es nach wie vor einen erheblichen Unterschied zwischen den entwickelten Ländern, Schwellenländern und Entwicklungsländern gibt.

Die Analyse der IKT-Kennwerte bringt dann einen wirklichen Nutzen, wenn für die Weiterentwicklung die richtigen Schlüsse gezogen werden. In Deutschland ist die Durchdringung mit Telefon- und Mobilfunkanschlüssen auf einem hohen Niveau. Auch die verfügbare Bandbreite ist im Durchschnitt gut, insbesondere in den Ballungsgebieten. Daher findet sich Deutschland bei der ICT-Komponente „Versorgung“ sogar unter den Top10 aller Länder (2002 lag Deutschland noch auf Platz 12).

Für die weitere Entwicklung ist die noch vorhandene Spaltung zwischen Ballungs- und ländlichen Gebieten bedenklich, da Einwohner und Unternehmer im ländlichen Raum im Hinblick auf die Breitbandversorgung oft noch benachteiligt sind. Daneben fehlt in Deutschland ein Masterplan, der die Migration von der heute ausreichenden Versorgung zielgerichtet zu einer zukünftig notwendig Glasfaserversorgung bis in die Wohnung (Fiber-to-the-Home) aufzeigt. Zwar wird die Notwendigkeit für Bandbreiten von über 100 MBit/s für Standarddienste erst in 10 oder 15 Jahren in der Breite entstehen. Heute gibt es – außer für ausgewählte Unternehmenslösungen – keine Dienste, die eine solche Bandbreite überhaupt benötigen. Selbst hochauflösendes (HD)-Fernsehen ist mit unter 30 MBit/s realisierbar und dies ist derzeit die Anwendung mit dem derzeit höchsten Bandbreitenbedarf.

Unbestritten ist aber, dass der Bandbreiten-Bedarf laufend steigt und neue Anwendungen entwickelt werden, so dass es zu einer flächendeckenden Glasfaserversorgung bis zum Haushalt längerfristig keine Alternative gibt. Wenn nicht heute gezielt auf den Aufbau einer flächendeckenden Glasfaser-Versorgung hingewirkt wird, kann sich der Aufbau später als unverhältnismäßig teuer erweisen. Von alleine wird der notwendige Masterplan allerdings nicht entstehen und auch die Netzbetreiber werden diesen Plan nicht aus eigener Kraft aufstellen, da sie als Aktien-notierte Wirtschaftsunternehmen kürzere Amortisationszeiten brauchen. In einer Kooperation zwischen Netzbetreibern, Kreisen und Kommunen sowie Versorgungsunternehmen lassen sich allerdings durchaus tragfähige Geschäftsmodelle vorstellen.

Neben dem Masterplan für den Ausbau der Breitband-Infrastruktur sollten in Deutschland Maßnahmen im Hinblick auf Verbesserung bei der Effizienz der IKT-Nutzung ergriffen werden. Dies beginnt bei der konsequenten Nutzung von IKT im Bildungssystem und bezieht die Förderung der Anwendungs-Entwicklung ebenso mit ein wie die Realisierung von Smart-City Lösungen. Bei den ICT-Kennzahlen drückt sich dies in einem Platz 20 bei der Nutzungsintensität und Platz 38 bei Erfahrungen und Effizienz aus. Bei beiden Kennwerten hat sich Deutschland relativ zu den anderen Ländern verschlechtert gegenüber 2002. Diese Kennzahlen sollten natürlich nicht überbewertet werden, aber sie zeigen doch Trends und Entwicklungsphasen auf.

Es gibt eine Reihe von Feldern, in denen die Entwicklung von Breitband-Anwendungen sinnvoll vorangetrieben werden kann. Dies betrifft sicher das Bildungssegment, das Ansätze für Verbesserungen der Lernerfolge unter Einsatz von IKT bietet. Gleichermaßen gilt es aber auch für den Gesundheitsbereich, in dem mit Hilfe von Telemedizin sicherlich Kosten ein zu sparen sind. Im Energiesektor steht die intensivere Nutzung von IKT-Lösungen noch aus, aber Begriffe wie „Internet-der-Energie“ und „Smart-Grid“ zeigen auf, dass hier Entwicklungen zu erwarten sind, die weit über einen intelligenten Stromzähler im Haushalt hinausgehen. Elektromobilität ohne eine intelligente Verteilung und Abrechnung ist kaum vorstellbar.

Im Bereich eGovernment sind Breitband-Dienste möglich, die sowohl die Effizienz bei der Erledigung erhöhen als auch die Interaktion zwischen Unternehmern, Bürgern und der Verwaltung erleichtern. Im Bereich der Mobilität bieten sich ebenfalls viele Ansätze zur Nutzung von IKT. Beginnend mit der Erfassung des Verkehrs über eine Kommunikation zwischen Fahrzeugen und mit der Straße bis hin zu einer gezielten Verkehrsleitung und dem Management der Schnittstellen zwischen verschiedenen Verkehrsträgern.

Jürgen Kaack 26.02.2010, 15.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mobilfunk als Ersatz für DSL-Asnchluss?

Der Mobilfunk hat sich seit den Anfängen des digitalen Mobilfunks auf der Basis von GSM Anfang der 90er Jahre erheblich weiterentwickelt. Auf der Basis von UMTS können auf Datenkommunikations-Anwendungen mobil erledigt werden. Mit den verschiedenen Übertragungstechnologien GPRS, EDGE, HSDPA, HSUPA und demnächst LTE sind auch immer größere Geschwindigkeiten möglich. Heute ist es den meisten Teilen Deutschlands möglich, mit bis zu 473 Kbit/s auf der Basis von EDGE Daten herunter zu laden. Nur noch wenige Flecken sind noch mit der Vorgängertechnologie GPRS und einer Download-Geschwindigkeit von nur 171 Kbit/s versorgt. In den Ballungsgebieten wächst die Versorgung mit HSDPA und einer Download-Geschwindigkeit von bis zu 7,2 MBit/s im Internet aktiv zu sein. Mit LTE sind sogar noch wesentlich höhere Bandbreiten möglich, allerdings befindet sich dieses System noch in der Pilotphase und Lizenzen für Betreiber werden voraussichtlich Anfang 2010 vergeben.

 

Diese Download-Geschwindigkeit reicht für die meisten heutigen Anwendungen im Internet bequem aus. Die Download-Geschwindigkeit ist sogar höher als über manche DSL-Anbindung im Festnetz. Zudem sind die Preise für die mobile Datenkommunikation in den letzten Jahren deutlich gefallen. So sind heute „echte“ Flatrates ohne Volumenbegrenzung für 40 Euro monatlich zu abonnieren. Je nach Anbieter und Angebot (z.B. Paketangebote) oder bei Begrenzung des monatlichen Volumens sind auch deutlich günstigere Preise zu finden.

 

Aus meiner Sicht ist Mobilfunk trotzdem nur in Ausnahmefällen eine dauerhafte Alternative für eine stationäre Breitband-Nutzung gerade im ländlichen Raum. Zum einen sind die Zellen für die flächendeckende Versorgung mit deutlich unter einem Kiolmeter im Radius deutlich kleiner als für andere Mobilfunklösungen. Damit wird der Netzaufbau gerade im ländlichen Raum nur schwer wirtschaftlich darstellbar sein, wenn die Nutzerdichte in den Zellen zu gering wird. UMTS und HSDPA sind zudem primär mobile Lösungen. Das schliesst nicht aus, dass unter optimalen Bedingungen auch mal im Haus Breitband genutzt werden kann. Mit LTE kann sich diese Einschätzung allerdings in den nächsten Jahren ändern, da sowohl höhere Bandbreiten möglich sind, eine bessere Inhouse-Versorgung und größere Zellenradien.

 

Mobilfunk ist im Gegensatz zu den DSL-Anschlüssen ein auf individuelle Personen ausgerichteter Dienst. Mobile Breitband-Lösungen funktionieren dann entweder über ein im Laptop eingebautes Modem oder über einen Web&Walk Stick via USB-Anschluss. Mit anderen Worten: diese Lösungen sind auf eine Person und ein Endgerät ausgerichtet. Die Verwendung zusammen mit WLAN-Routern im Haus und der gleichzeitige Zugriff über verschiedene Endgeräte sind nach meinem Kenntnisstand nicht ohne technische Speziallösungen möglich. Daher ist eine solche Lösung kaum Familien-tauglich - es sei denn jedes Familienmitglied hat einen eigenen Datenvertrag mit den angegebenen Kosten. So ist Mobilfunk bestenfalls für Single-Haushalte eine echte Alternative und auch dort können die bekannten Mobilfunk-Phänomene Funkabbrüche bei Downloads und niedrige Geschwindigkeiten bei hoher Netzlast auftreten.

Jürgen Kaack 21.10.2009, 11.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

DSL und Kabelmodem dominieren den Breitband-Ausbau in Deutschland

Der Breitband-Zugang über das Kabelfernsehnetz liegt im Vergleich zu DSL mit 91 % mit etwa 8 % der Anschlüsse noch weit zurück. In anderen Ländern sieht das signifikant anders aus und beide Technologien sind oft gleichauf, teilweise liegt die Zahl der Breitband-Anschlüsse über ein Kabelmodem sogar vor derjenigen von DSL-Anschlüssen. Technologisch sind bereits heute über das Kabelnetz Bandbreiten oberhalb von 32 MBit/s verfügbar und in nächster Zeit wird es auch Realisierungen mit 100 MBit/s geben. Deutschland liegt bei Breitband-Anschlüssen über das Kabelnetz im internationalen Vergleich zurück, weil es nach der Auflösung des Monopols der damaligen Deutschen Bundespost Ende der 90er Jahre und dem Verkauf der Kabelnetze ab dem Jahr 200 einige Zeit gedauert hat, bis die einzelnen neuen Kabelnetz-Betreiber wirtschaftliche Konzepte für den Umbau zu rückkanalfähigen Netzen für Triple-Play-Dienste (Sprache, Internetzugang und Fernsehen) entwickelt haben. Mittlerweile holen die Kabelnetz-Betreiber allerdings bei der Zahl der gewonnenen Breitband-Kunden deutlich auf und nutzen die relativ hohe Penetration von fast 40 % der Haushalte mit Kabelfernseh-Anschluss.

Mit der in Deutschland weit verbreiteten DSL-Technologie (Digital Subscriber Line) über die Telefon-Anschlussleitung sind – je nach Entfernung zum Kabelverzweiger – Bandbreiten bis zu 16 MBit/s problemlos möglich. Mit der neuen VDSL-Technologie können es auch 50 MBit/s sein, so dass hochauflösendes Internetfernsehen möglich ist. Die DSL-Technologien nutzen die bestehende Kupfer-Doppelader für die Telefonie vom Kabelverzweiger (KVz) zum Haushalt. Die Nutzung der vorhandenen Kupferdoppelader spart zwar Investitionskosten, bringt aber Nachteile in Form von starker Dämpfung des Signals bei höheren Frequenzen mit sich. So ist DSL bei Entfernungen von über 1,5 km zwischen KVz und Hausanschluss kaum noch nutzbar.

 

In vielen Fällen mit fehlender oder unzureichender Breitband-Versorgung liegt das Problem in der breitbandigen Anbindung der Kabelverzweiger (KVz) in den Ortschaften an die zentralen Hauptverteiler (HVT). Da sich diese Infrastruktur-Komponenten in aller Regel im überbauten Raum befinden, ist die Verlegung von Leerrohren und Glasfasern ein Investitions-intensiver Prozess. Zunächst mal sind aber noch keine Tiefbaumaßnahmen vom Kabelverzweiger zum Haushalt erforderlich.


Jürgen Kaack 06.10.2009, 12.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Funklösungen für den Breitbandausbau

Zunächst sollte man definieren, was unter zukunftssicherer Bandbreite zu verstehen ist. Die Definition verändert sich im Laufe der Zeit mit den technischen Möglichkeiten und den Anforderungen. In der Frühzeit des Internets war schon 128 Kbit/s eine Bandbreite, die das Versenden von Mails und eine einfache Transaktionen erlaubte. Vor fünf Jahren noch war eine Bandbreite von 1 MBit/s großzügig und für fast alle Anwendungen ausreichend. Mit der Zunahme des multimedialen Datenverkehrs, der zwar auch durch Portale wie YouTube oder Flikr für Videos und private Bilder getrieben wurde, aber ebenso für Bildungsangebote und die Zusammenarbeit von Unternehmen benötigt wird, steigt der Bedarf deutlich an. Soll neben der Datennutzung im Internet auch Fernsehen in guter Qualität oder gar in hochauflösender Form (HDTV) übertragen werden, stellen 32 MBit/s eine sinnvolle untere Grenze dar. Unter diesem Gesichtspunkt sind die von der Bundesregierung geforderten 50 MBit/s eine plausible Größe – allerdings unter Beachtung der zeitlichen Komponente und dem derzeit immer noch stark steigenden Übertragungsvolumen von Daten. Es ist nicht schwer, vor diesem Hintergrund zu prognostizieren, dass diese Grenze sich mittelfristig in Richtung auf 100 MBit/s und mehr verschieben wird! Für größere Unternehmen, die ihre Standorte bereits heute mit Glasfaser vernetzt haben, ist dies im Übrigen schon seit einiger Zeit Realität.

Grundsätzlich gibt es mehrere Technologien, die einen zukunftssicheren Breitband-Ausbau mit 50 MBit/s und mehr ermöglichen. Da sich auch Technologien weiterentwickeln, wäre es kurzfristig gedacht, den Fokus nur auf eine Technologie zu legen. Deutschland hat in der installierten Basis von Breitband-Anschlüssen überwiegend DSL auf zu weisen. Zwar wurden 2006 mit größerem Aufwand durch die Bundesnetzagentur Lizenzen für den Aufbau von WiMAX-Netzen vergeben, aber der richtige Durchbruch für diese Technologie ist in Deutschland ausgeblieben und es sind nicht mal alle Anbieter tatsächlich aktiv geworden. Der Marktanteil von WiMAX-Anschlüssen liegt zusammen mit den am Markt ebenfalls unbedeutenden Powerline-Anschlüssen und dem Nischenprodukt DSL via Satellit immer noch unter 1 % und spielt somit im Markt kaum eine Rolle. Es ist derzeit nicht zu erkennen, dass einer dieser Nischenlösungen in absehbarer Zeit größere Bedeutung erlangt.

Eine attraktive Alternative zu den Leitungs-gebundenen Breitband-Infrastrukturen bietet die Nutzung der durch die Digitalisierung der Rundfunkfrequenzen frei gewordenen Bandbreiten im Bereich von 790 und 862 MHz („digitale Dividende“). Die Bundesregierung und der Bundesrat haben den Weg hierfür frei gemacht und die Bundesnetzagentur bereitet die Vergabe der Lizenzen für Anfang 2010 vor. In Verbindung mit neuen Übertragungstechnologien wie der „Long Term Evolution“ (LTE) sind auch mit Funk Übertragungsraten von über 50 MBit/s zu realisieren. Somit kann mit LTE nicht nur eine schnelle Datenübertragung ermöglicht werden, sondern auch eine Fernsehübertragung oder eine Videokonferenz.

 

Die Frequenzlage der ehemaligen Radiofrequenzen bietet gegenüber der 3 GHz-Frequenz für WiMAX den Vorteil, wesentlich besser in Gebäuden empfangen zu werden. So entfällt vermutlich in vielen Fällen die Notwendigkeit einer Außenantenne. Auch sind die Zellen größer als die UMTS-Zellen, die maximal 1 km Radius haben, und benötigen anders als andere Funktechnologien keine direkte Sichtverbindung von Sender und Empfänger. Es ist zu erwarten, dass der Aufbau von LTE-Netzen weniger Investitionsmittel benötigt als für herkömmliche Mobilfunk-Netze (UMTS). Allerdings befindet sich LTE noch im Pilotstadium mit derzeit drei erfolgreich laufenden Piloten in Deutschland und es ist noch unklar, wer die Betreiber dieser Frequenzen sein werden und wie die Ausbaupläne aussehen können.




 

Jürgen Kaack 05.10.2009, 11.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Berater für Breitband-Ausbau

STZ-Consulting ist bereits seit geraumer Zeit in der Beratung von Telekommunikations-Anbietern tätig und unterstützt bei der Marktausweitung, der Einführung innovativer Dienste, der Entwicklung neuer Geschäftsmodelle und dem Aufbau von tragfähigen Kooperationen.

Seit einigen Jahren kommen verstärkt Anfragen von Kommunen, die keine oder nur eine unzureichende Breitband-Versorgung haben und hierdurch Standortnachteile befürchten. STZ-Consulting unterstützt interessierte Kommunen auf dem Weg zu einer besseren Versorgung durch Analysen von Bedarf und Anbietersituation sowie durch Erarbeitung und Umsetzung von Konzepten, die zukunftssicher sind und die finanzielle Belastung gering halten.

Seit einiger Zeit ist STZ-Consulting auch bei er Clearingstelle BW als Breitband-Berater für Kommunen gelistet. Die Clearingstelle BW unterstützt Kommunen in Baden-Württemberg bei der Erlangung von Fördermitteln für den Breitband-Ausbau und bei der richtigen Vorgehensweise. Die Liste der Beratungsunternehmen für Breitbandinfrastruktur findet sich hier.

Jürgen Kaack 18.06.2009, 10.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vernetzte Welt(en): Wie eine Stadt zur

"Das Innovationsprojekt T-City in Friedrichshafen gibt einen Eindruck davon, welchen Nutzen innovative Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) schon heute für ein Gemeinwesen bieten bzw. welche Chancen und Möglichkeiten eine durchgängige Vernetzung von Bürgern, Institutionen und lokaler Wirtschaft in Zukunft noch eröffnen wird.

Smart City Lösungen wirken mithilfe von IKT-Anwendungen in einem Gemeinwesen. Dabei bleibt zunächst offen, in welchen Bereichen die Anwendungen wirken und welche Änderungen sie auslösen.  Die Voraussetzung für Smart Cities ist immer die Bereitstellung einer schnellen Breitbandinfrastruktur. Auf dieser können Netzbetreiber und Diensteanbieter ihre speziellen Anwendungen realisieren. Aus einer Kommune wird eine Smart City, wenn neue Anwendungen in überdurchschnittlich hohem Maße genutzt werden und die allgemeine Vernetzung steigt. Die Entwicklung zur Smart City ist ein permanenter Prozess und vermutlich zeichnet sich eine Smart City dadurch aus, dass regelmäßig neue Anwendungen getestet werden und aus der Vernetzung neue Lösungen hervorgehen."

Meinen vollständigen Artikel zu dem Thema "Smart Cities" findet sich bei Perspektive Mittelstand. Das Thema wird zunehmend wird wichtiger, um die Ziele Vernetzung in der Gesellschaft und Lebensqualität zu steigern.

Jürgen Kaack 11.06.2009, 10.06 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Landkreise als Betreiber von Breitband-Infrastrukturen

Nachdem der Hochsauerlandkreis bereits vor einem Jahr  eine eigene Betreiber-Gesellschaft für die Netz-Infrastruktur gegründet hat, um die Breitband-Versorgung im Kreisgebiet zu verbessern, hat sich jetzt auch der Kreis Rendsburg-Eckernförde zu diesem Schritt entschieden.

 

Auch in diesem Fall haben die nationalen und regionalen Netzbetreiber offensichtlich kein Interesse an einem Ausbau gezeigt. Daher will jetzt der Kreis mit dem Aufbau eines Leerrohr Netzes von 75 km Länge beginnen. Für die Tiefbau-Arbeiten werden € 5 Mio. angesetzt, von denen € 3,75 Mio. über eine staatliche Förderung (Leerrohrförderung aus dem Konjunkturpaket II) abgedeckt werden sollen.

 

So wird die Voraussetzung geschaffen für eine zukunftssichere Versorgung und eine Open-Access Lösung, mit der ein stärkerer Dienste-Wettbewerb initiiert werden kann. Es wäre für die Breitband-Versorgung im ländlichen Raum von Vorteil, wenn mehr Kreise sich zu einem solchen Schritt entscheiden würden. Natürlich ist die Durchsetzung eines solchen Vorhabens nicht einfach, da die teilnehmenden Kommunen zustimmen müssen. Auch in Rendsburg-Eckernförde ist dieser Zustimmungsprozess gerade erst angelaufen.

 

Kreise, die den Breitband-Ausbau mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket fördern lassen wollen, müssen sich allerdings beeilen, da die Maßnahmen hierfür bis Ende 2010 durchgeführt sein müssen. Eine Ausschreibung sollte daher spätestens bis Ende 2009 fertig sein!

Jürgen Kaack 07.06.2009, 16.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Regional schnell ans Netz

"In Metropolen schon längst selbstverständlich, können Unternehmen in ländlichen Regionen nicht automatisch auf schnelle Internetanschlüsse zugreifen. Dabei bietet beispielsweise ein regionales Breitbandnetz Kommunen die Chance, ihre Unternehmen am Standort zu halten und deren Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.

Das Bewusstsein für den Bedarf an Breitband-Anschlüssen hat sich bei den politischen Entscheidungsträgern in Deutschland seit Anfang 2008 deutlich weiter entwickelt und es dürfte mittlerweile unstrittig sein, dass eine gute und flächendeckende Breitbandversorgung ein wichtiger Standortfaktor für jede Kommune ist. Die politischen Diskussionen um das Konjunkturpaket II haben diesen Prozess weiter vorangebracht. Damit endet allerdings in vielen Fällen der Erkenntnisstand der Verantwortlichen in den Kommunen. Was konkret zu tun ist, mit wem zu verhandeln ist, welche Technologie zukunftssicher ist und welche Förderungen aus dem Konjunkturpaket II für den Breitbandausbau genutzt werden können, bleibt für manche Entscheider noch in einer diffusen Grauzone...
"

Der vollständige Artikel zur Bedeutung von offenen regionalen Netzen und die Rolle von Kommunen und Kreisen bei der Umsetzung findet sich in einem Artikel bei ECIN. Dabei wird die Einordnung der regionalen Netze zwischen nationalen Backbone- und Anschluss-Netzen erläutert, die technologischen Möglichkeiten zur Umsetzung und die Vor- und Nachteile der alternativen Geschäftsmodelle diskutiert.
 

Jürgen Kaack 28.04.2009, 09.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Förderung im Dienstewettbewerb durch öffentliche Netze

Ein regionales Breitbandnetz, das als „Open-Access“ Lösung vielen Anbietern von Diensten offen steht, kann das Diensteangebot im Versorgungsgebiet fördern. Wenn für die Anbieter die Notwendigkeit entfällt, selber in den teueren und langwierigen Netzaufbau zu investieren, dann werden auch kleinere Unternehmen die Chance nutzen und ihre Dienste über diese Netze vermarkten. Ob diese Lösungen auf eine Effizienz-Steigerung in Unternehmensprozessen zielen oder im Sinne von Unterhaltungs- und Bildungsangebote anzusehen sind, ist zunächst ohne Bedeutung. Die Nutzung der vorhandenen Breitbandnetze für die Daten-Übertragung muss natürlich vergütet werden, dies allerdings je nach Betreiberkonzept abhängig von der Nutzungsintensität (nach Zeit oder Datenvolumen). So kann auf der Dienste-Ebene ein zusätzlicher Wettbewerb entstehen neben dem heute üblichen reinen Preis-Wettbewerb.

 

Eine solche Entwicklung ist allerdings eher dann wahrscheinlich, wenn der Netzzugang nicht unter der Kontrolle der großen Netzbetreiber steht. Mit Landkreisen oder Kommunen als Betreibern wären grundsätzlich ideale Bedingungen für die Stimulierung des Dienste-Wettbewerbs geschaffen. Noch vorteilhafter wäre ein Bundesland als Betreiber, da dann ein deutlich größeres Vermarktungsgebiet zur Verfügung stände. Bislang sind allerdings keine Überlegung von landeseigenen Breitband-Netzen bekannt.

 

Die Nachteile ländlicher Regionen bei der Breitbandversorgung können auf jeden Fall durch einen konsequenten und zügigen Aufbau von regionalen Breitbandnetzen ausgeglichen werden. Für Unternehmen gibt es dann keinen Grund, wegen fehlender Versorgung den Firmensitz zu verlagern oder neue Standorte in Ballungsgebieten zu erschließen. Dann können die Bewohner dieser Regionen auch in Zukunft die Vorteile dieser Regionen nutzen und sind nicht gezwungen, in Regionen mit besserer Infrastruktur-Versorgung umzuziehen. Durch die Umsetzung von Anwendungen für die mobile und kollaborative Zusammenarbeit können Unternehmen zur Flexibilisierung der Arbeitswelt beitragen. Es ist auch sicherlich für die wenigsten Arbeitsplätze zwingend erforderlich, dass die Arbeitsleistung nur im Büro erbracht werden muss. Wenn Berufspendler nur 3 oder 4 anstatt von 5 Tagen in der Woche ins Büro fahren, würde dies gleichzeitig erheblich zur Entlastung des Berufsverkehrs beitragen. Breitband ist mittlerweile für alle Kommunen ein entscheidender Standortfaktor geworden!

Jürgen Kaack 24.04.2009, 09.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Geschäftsmodelle für regionale Netze

Der Aufbau und eigenständige Betrieb eines regionalen Breitband-Netzes rentiert sich in der Regel nicht für eine einzelne Kommune. Wenn sich mehrere Kommunen zusammen finden oder auf Kreisebene entsprechende Aktivitäten entwickelt werden, kann ein zumindest Kosten-deckender, wenn nicht mittelfristig profitabler Betrieb erreicht werden. Es gibt verschiedene Modelle für den Ausbau der regionalen Netze. Naheliegend ist der Ausbau durch einen der großen Netzbetreiber, der dies entweder vollständig alleine finanziert oder durch Zuschüsse der Kommune mitfinanzieren lässt. Auf jeden Fall bleibt das regionale Netz dabei aber im Besitz des Netzbetreibers und die Kommune hat kein Mitsprache-Recht bei der Nutzung oder einem späteren Ausbau.

 

Eine andere Möglichkeit ist ein Joint-Venture zwischen einem Netzbetreiber und einer Kommune – ein Private-Public-Partnership. Finanzierung und Nutzungsrechte werden bei diesem Modell vertraglich geregelt. Alternativ kann die Betreiber-Gesellschaft als 100% Tochtergesellschaft betrieben werden. Wenn die vorhandene Versorgung unzureichend ist und das eigentliche Endkundengeschäft an Kooperationspartner vergeben wird, so ist dies meistens auch mit dem kommunalen Versorgungs-Auftrag verträglich. Eine solche Konstellation kann von den unterschiedlichen Abschreibungszeiträumen profitieren, die für öffentliche Infrastruktureinrichtungen (bis zu 20 Jahre) möglich sind im Vergleich zu den Kalkulationszeiträumen von 4 bis 5 Jahren, die ein privatwirtschaftlich arbeitender Betreiber ansetzen muss. Bei den kurzen Abschreibungszeiträumen rechnen sich regionale Netze in dünner besiedelten Regionen mit marktüblichen Preisen nur in Ausnahmefällen. Den Weg höherer Preise für ein Breitbandangebot im ländlichen Raum will bislang niemand gehen.

 

Neben wirtschaftlichen Aspekten spricht die Zukunftssicherheit für eine Lösung auf öffentlicher Basis. Bei einer Förderung mit verlorenen Zuschüssen gibt es keinen zukünftigen Einfluss von Kommune und Kreis auf den Ausbau des Anschlussnetzes, hierüber entscheidet alleine der Netzbetreiber. Das weitere Wachstum im Breitband-Bedarf ist aber unbestritten. Derzeit liegt die Wachstumsrate bei 60 % pro Jahr. Im Straßenverkehr würde ein solches Verkehrswachstum zum Kollaps führen. Aber auch die bestehenden Datennetze haben nur eine begrenzte Ausbau-Kapazität. Wenn die Wachstumsraten weiter in vergleichbarer Größe steigen – und es spricht derzeit nichts für eine Verlangsamung im Wachstum – dann bleibt letztlich nur der Glasfaseranschluss bis zum Haus. Es ist also absehbar, dass die derzeitigen Kupfer-Anschluss-Netze nur für eine begrenzte Zeitdauer ausreichen werden. Je nach Struktur kann dies allerdings noch einige Jahre dauern.

 

Eine flächendeckende Aufrüstung aller Netze auf Glasfaserbasis bis zum Haushalt in kurzen Zeiträumen wäre selbst ohne die wirtschaftlich angespannte Lage kaum finanzierbar. Schon der flächendeckende Breitband-Ausbau mit 50 MBit/s. (Glasfaser nur bis zum Kabelverzweiger) wird € 40 – 50 Mrd. kosten. Allerdings sollte die Zeit genutzt werden, um Neubausgebiete nur noch mit Glasfaser auszurüsten. Bei jeder Baumaßnahme sollten zwingend Leerrohre mit verlegt werden, da Baumaßnahmen die wesentlichen Kostentreiber beim Breitband-Ausbau darstellen (bis zu 70 % der Gesamtkosten). Mit solchen Maßnahmen kann das Glasfasernetz bei vertretbaren Kosten über die Jahre wachsen.

Jürgen Kaack 22.04.2009, 09.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL