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Tag: Microduct

Protokoll zur Breitband-Anhörung im Landtag

Das Protokoll zur Anhörung im Düsseldorfer Landtag zum "Fahrplan zum Breitbandausbau für NRW" am 11.09.2013 liegt jetzt zum Download auf der Seite des Landtags NRW bereit. Konkrete Ergebnisse sind für die nächste Zeit aber wohl nicht zu erwarten, vor allem hat NRW nach wie vor keine Breitband-Strategie. Anders als in Hessen und Bayern wird es anscheinend wohl auch keine speziellen NGA-Programme für Hochleistungsnetze geben.

Somit bleibt es Aufgabe von Kreisen und Kommunen, den Breitbandausbau voran zu treiben. Einige Gebiete werden wohl auch von dem geplanten Vectoring-Ausbau (VDSL2) profitieren, da hierbei ganze Vorwahlgebiete anstatt einzelner Kabelverzweiger-Gebiete betrachtet und erneuert werden.

Während es z.B. in Hessen eine durchgängige Organisationsstruktur vom Ministerium über die Institution Hessen-IT, den Fördergeber WI-Bank, regionale Breitband-Berater bis zu Breitband-Koordinatoren in den Kreisen und Kommunen gibt, bietet das Land NRW eigentlich nur die Institution Breitband.NRW als Informationsportal und die Finanzierungsprogramme der NRW.Bank.

Kommunen sind gut beraten, wenn sie selber aktiv werden und im Idealfall die Funktion eines Breitband-Koordinators in der Verwaltung schaffen und Informationen sammeln und aufbereiten, die für einen Breitbandausbau hilfreich sein können. Über Markterkundungsverfahren lässt sich dann in Erfahrung bringen, welche Ausbaupläne die Netzbetreiber haben.

Sofern dies nicht reicht und sich kein Ausbau ohne öffentliche Zuwendungen eröffnet, sind konzeptionelle Schritte erforderlich und im Regelfall die Bereitstellung von Haushaltsmitteln.

 

Jürgen Kaack 19.12.2013, 15.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Markterkundung bei unzureichender Breitband-Versorgung

Sofern nach den bisherigen Aktivitäten zur Verbesserung der Breitband-Grundversorgung in einem Kreis oder in einer Kommune noch schwach oder unterversorgte Gebiete verblieben sind, kann es erfolgversprechend sein, eine öffentliche Markterkundung durchzuführen, da sich manche - auch große Netzbetreiber erst dann zu den Ausbauplänen äußern.

Analysiert man die aktuelle Versorgungslage, dann haben bereits knapp 70% aller Haushalte in NRW die Möglichkeit, einen Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s zu nutzen - die aktuelle Nutzungsquote liegt aber immer noch deutlich unter der Hälfte dieses Wertes. Neben diesen bereits heute NGA-fähigen Gebieten verbleiben schätzungsweise 5% aller Haushalte, die nach wie vor mit weniger als 2 Mbit/s unterversorgt sind.

Dabei ist allerdings zu beachten, dass diese Gebiete überwiegend dünn bis sehr dünn besiedelt sind und zum Teil recht weit von den Siedlungskernen entfernt liegen. Somit ist mit NGA-fähigen Infrastrukturen ein Ausbau unter wirtschaftlichen Bedingungen kaum noch möglich. Selbst Förderprogramme helfen nicht mehr, falls die laufenden Betriebskosten nicht von den Einnahmen gedeckt werden.

Kabelnetze sind in diesen Gebieten nur selten verfügbar und ein Ausbau mit VDSL kommt bei unter 100 erreichbaren Anschlüssen schnell an Grenzen. Grundsätzlich bleibt natürlich fast überall die Möglichkeit Satelliten-DSL (mit typischerweise bis u 20 Mbit/s) zu nutzen. Gelegentlich stellt Mobilfunk, insbesondere LTE eine Alternative dar. Trotzdem können diese Gebiete, wie auch solche mit knapp über 2 Mbit/s unter Umständen von geplanten VDSL-Vectoring Maßnahmen profitieren, da in diesem Fall ein kompletter Vorwahlbereich ausgebaut werden muss.

Da nicht immer transparent gemacht wird, in welchen Gebieten, ein Ausbau mit Vectoring geplant ist, schafft eine Markterkundung Klarheit, in einigen Fällen der jüngsten Praxis ergibt sich dabei durchaus ein Eigenausbau ohne Zuwendungen durch die Kommune. Beispiele für solche Vorhaben finden sich u.a. auf meiner STZ-Seite bei Facebook. Vor der Markterkundung muss eine Befragung bei Haushalten und Betrieben in dem jeweiligen Untersuchungsgebiet durchgeführt werden. Auch ist eine Erkundung vorhandener Infrastrukturen erforderlich.

Die Beschäftigung mit der gegebenen Situation und die Analyse des Bedarfs schafft für einen Netzbetreiber zusätzliche Sicherheit für das eigene Engagement. Auch wenn die Markterkundung keinen Eigenausbau ohne Zuwendungen ergibt, können doch in den meisten Fällen Antworten gefunden werden, unter welchen Bedingungen eine Verbesserung der Versorgungslage erreicht werden kann. Somit kann mit vergleichsweise geringem Aufwand Klarheit geschaffen und Wege für das weitere Vorgehen aufgezeigt werden.

Wenn eine Kommune nichts unternimmt, braucht sich niemand wundern, wenn nichts geschieht!

Jürgen Kaack 04.12.2013, 15.20 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wo steht die Landesregierung beim Glasfaserausbau?

Im Kreis Heinsberg verfolgt die Deutsche Glasfaser als Betreiber einer Infrastruktur aus Glasfaser-Hausanschlüssen einen mittelfristig flächendeckenden Ausbau im Kreis Heinsberg. Nach zunächst erfolgreichen Verläufen der Vorakquisition von Glasfaser-Anschlüssen durch die Deutsche Glasfaser ist in der dritten Welle der Pilotgebiete deutlich Schwung verloren gegangen. Mittlerweile werden nahezu alle der 2011 als unter- oder schwach versorgt identifizierten Gebiete entweder als Pilotregion bearbeitet oder haben die erforderliche Mindestquote bereits erreicht. In Geilenkirchen sind seit kurzem mit Tripsrath und Hatterath zwei verbliebene unterversorgte Gebiete mit hinzugenommen worden.

Es erscheint kurzsichtig, dass in der Bevölkerung deutlich spürbare Zurückhaltung beim Abschluss der Vorverträge herrscht. Keine andere Breitband-Technologie bietet eine vergleichbare Zukunftssicherheit und Kapazität wie die Glasfaser. Symmetrische Bandbreiten von 10 Gbit/s sind bereits heute problemlos möglich und eine Dämpfung im Lichtwellenleiter spielt so gut wie keine Rolle. Die Technologie und der Anbieter Deutsche Glasfaser sind zwar für viele Haushalte neu und es gibt in Deutschland noch wenige Erfahrungen mit dieser Technologie. In anderen Ländern wird Glasfaser bis an den Hausanschluss schon seit längerem eingesetzt.

Die zu beobachtende Zurückhaltung und das Beharren beim bisherigen Anbieter hängt wohl weniger mit dem unzweifelhaften Potenzial zusammen als mit fehlenden Erkenntnissen zu neuen Internet -Anwendungen und veränderten Arbeitswelten (z.B. aufgrund von Cloud-Anwendungen).

Hier reicht es nicht, wenn Bürgermeister und Verwaltungen versuchen, Überzeugungsarbeit zu leisten. Die Landespolitik ist gerade in NRW bei diesem Thema überhaupt nicht präsent. Für andere Zukunftstechnologien wie z.B. erneuerbare Energien mit Photovoltaik, Windkraft und Biomasse-Anlagen finden sind viele Äußerungen und es gibt diverse sinnvolle oder weniger sinnvolle Unterstützungsmaßnahmen.

Es ist unverständlich, dass die Landesregierung und die Politik in NRW keine klaren Bekenntnisse zu Glasfaser-Anschlussnetzen treffen. Dabei würde ein solches Bekenntnis und die aktive Unterstützung von Vorhaben wie desjenigen der Deutschen Glasfaser im Kreis Heinsberg keine Bevorzugung einzelner Anbieter darstellen. Die Infrastruktur ist offen für alle Dienstebetreiber („Open Access“) und eröffnet somit sowohl etablierten Anbietern wie auch Neugründungen Geschäftsmöglichkeiten, die dem Bürger längerfristig durch erweiterte Wahlmöglichkeiten zwischen den Diensten zugute kommen.

Jürgen Kaack 29.09.2013, 10.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Glasfaser-Ausbau im Kreis Heinsberg durch bürgerschaftliches Engagement

Die derzeit schleppende Entwicklung der Vorverträge für Glasfaser-Anschlüsse im Kreis Heinsberg ist aus verschiedenen Perspektiven bedauerlich. Zum einen erhalten die mit Glasfaseranschlüssen versorgten Gebiete eine langfristig sichere Breitband-Versorgung, die keine andere Technologie bietet, zum anderen wird ein Scheitern der Vorvertragsquote mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit zur Folge haben, dass andere potenzielle Betreiber einen Bogen um die jeweiligen Bereiche machen. Ist die Take-up Rate für die Deutsche Glasfaser zu niedrig, so gilt dies im Wesentlichen auch für andere Betreiber.

Auf einer etwas abstrakteren Betrachtungsebene ist festzustellen, dass es bislang kaum vergleichbare großflächige Projekte für den Glasfaserausbau gibt wie im Kreis Heinsberg. Bleibt der erwartete Erfolg, gemessen in Anschlusszahlen, aus, dann könnten andere Investoren von einem Einstieg in das Infrastrukturgeschäft abgehalten werden. Der Kreis Heinsberg wird bereits heute "von außen" als Modellprojekt betrachtet.

In einem Artikel über das Vorhaben im Kreis Heinsberg habe ich Argumente für das Vorhaben der Deutschen Glasfaser zusammengefasst. Da die Thematik komplex ist und bei einer Breitbanddurchdringung von knapp 60 % noch nicht alle für dieses Zukunftsthema sensibilisiert sind, ist eine nicht unerhebliche Überzeugungsarbeit auch durch bürgerschaftliches Engagement zu leisten. Das Erreichen der Vorvertragsquote setzt insbesondere in den heute nicht unterversorgten Gebieten einen intensiven "Häuserkampf" und Aufklärungsarbeit voraus.

Jürgen Kaack 28.09.2013, 14.26 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

Best-Practise Kreis Heinsberg: NGA-Ausbau muss zukunftssicher sein

Der Kreis Heinsberg gehört zu den Kreisen, die den Ausbau der Breitband-Infrastruktur konsequent und systematisch betrieben haben. Nach einer Analyse bis auf die Ortschaften mit anschließender Entwicklung eines Ausbaukonzeptes, bei dem alle Bürgermeister mitziehen, wurde noch vor Beauftragung eines technischen Masterplans für das gesamte Kreisgebiet mit der Deutschen Glasfaser ein Partner gefunden, der das Ziel verfolgt, den gesamten Kreis mit Glasfaser-Hausanschlüssen zu versorgen. Mit Glasfaser-Hausanschlüssen sind bereits heute symmetrische Bandbreiten von 100 Mbit/s verfügbar und eine zukünftige Steigerung bedarf keiner neuen Infrastrukturarbeiten.

Derzeit werden knapp 100 Ortsteile im Kreisgebiet von der Deutschen Glasfaser ohne finanzielle Unterstützung durch die Kommunen bearbeitet und über die Hälfte davon hat die erforderliche Vorvertragsquote bereits erreicht. Auf diesem Wege werden inzwischen nahezu alle unterversorgten Ortsteile einbezogen. Problematrisch erweist sich dabei allerdings die Kundenakzeptanz in solchen Gebieten, die mit 6 Mbit/s oder mehr versorgt sind.

Ein vorausschauendes Handeln der Bürger könnte ohne größere Mehrkosten den nachhaltigen Ausbau auch im Sinne eines bürgerschaftlichen Engagements unterstützen. Eine "Geiz-ist-geil"-Mentalität verträgt sich schlecht mit dem Wunsch nach zukunftssicheren Infrastrukturen und einer Entlastung der öffentlichen Kassen. Wenn andere Investoren durch das Vorbild der Deutschen Glasfaser motiviert werden, ebenfalls in passive -Infrastrukturen zu investieren, könnte das den Breitband-Ausbau in Deutschland deutlich beschleunigen.

Einen Bericht zum Vorgehen im Kreis Heinsberg mit einer Analyse von Chancen und Hemmnissen findet sich hier.

Jürgen Kaack 19.09.2013, 09.31 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachhaltig sind nur Glasfaser-Hausanschlüsse!

Die Breitbandprojekte für die beiden Nachbarstädte Erkelenz und Wegberg sind im Vergleich zu manchen anderen Vorhaben recht speziell. Insgesamt waren 30 Ortsteile mit ca. 10 % der Bevölkerung unterversorgt. Die Deutsche Glasfaser ist während der Projektlaufzeit in beiden Städten aktiv und die zum Submissionstermin eingegangenen Angebote für die einzelnen Ortsteile waren durch Abhängigkeiten von anderen Ortsteilen kaum zu nutzen. Beim Angebot der Deutschen Telekom zeigt sich die Auswirkung von Vectoring.

Im Ergebnis werden 25 Ortsteile ohne Zuwendungen mit bis zu 100 Mbit/s ausgebaut, 2 Ortsteile können gegen ausgleich einer Deckungslücke eine bessere Versorgung erhalten und nur für 3 kleinere Ortsteile mit weniger als 3 % der ursprünglich unterversorgten Haushalte konnte während der Projektlaufzeit keine Lösung gefunden werden.

Ein Bericht zu den beiden Breitbandprojekten findet sich hier.

Jürgen Kaack 10.09.2013, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Deutschland im Breitband-Ranking erst auf Platz 19!

Nach einer bei Statista veröffentlichten Studie lag Deutschland im 4. Quartal 2012 nicht unter den Top 10 der Länder mit der höchsten Durchschnittsgeschwindigkeit beim Internetzugriff. Hier finden sich Länder aus Ostasien mit Südkorea an der Spitze, aber auch Länder aus Europa liegen in der Spitzengruppe: Lettland, Schweiz, Niederlande, Tschechien, Schweden und Finnland.

Südkorea führt die Ländergruppe mit durchschnittlich 14,0 Mbit/s an, in Deutschland reichen 6,0 Mbit/s nur für Rang 19, hinter Rumänien!

Die durchschnittliche Internetgeschwindigkeit alleine sagt allerdings nicht zu viel aus, da die Werte sich nicht auf verfügbare Infrastrukturen beziehen, sondern auf die tatsächliche Nutzung. Die deutsche "Geiz-ist-geil" Mentalität bremst offensichtlich die Nutzung schnellerer Dienste. Dabei ist das Preisniveau für Telekommunikations-Dienste im internationalen Vergleich recht niedrig.

Unabhängig vom Konsumentenverhalten ist allerdings auch der Infrastruktur-Ausbau in Deutschland nicht optimal. Große Netzbeteiber investieren eher in die Weiterentwicklung von Übertragungstechniken für die alten Kupfernetze als in den Aufbau moderner Glasfaser-Anschlussnetze. So besteht die Gefahr, dass die Schere zu anderen Ländern weiter auseinander geht.

Die Graphik aus der Studie findet sich hier.

Jürgen Kaack 09.09.2013, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband-Ausbau unter dem Einfluss von Vectoring

 

Best-Practise Beispiele für den Breitband-Ausbau: Erkelenz und Wegberg

Die Städte Erkelenz und Wegberg gehören zum Kreis Heinsberg, Erkelenz hat 45.319 Einwohner, von denen zu Beginn des Projektes 4.751 in 17 Ortsteilen mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s haben. In Wegberg sind es 28.925 Einwohner, von denen 2.401 in 13 Ortsteilen unterversorgt waren.
Die Größe der unterversorgten Stadtteile reicht von 30 bis ca. 950 Haushalten. Die Unterversorgungsquote liegt somit zwischen 8 und 10% und ist damit auch 2013 nicht untypisch für Kommunen im ländlichen Raum. Die Kernstädte sind durch VDSL mit 25 Mbit/s gut versorgt, Erkelenz hat in der Kernstadt und im Ortsteil Tenholt zudem eine Kabelnetz-Versorgung mit 150 Mbit/s. Daher ist die digitale Spaltung im Vergleich zu den umliegenden Stadtteilen mit teils weniger als 2 MBit/s erheblich, in denen eine sinnvolle Internetnutzung kaum möglich ist, ganz zu schweigen von semi-professionellen Anwendungen und Heimarbeitsplätzen.

Gebiete ohne
Breitbandzugang oder mit einem nicht den Anforderungen entsprechenden Zugang werden im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zunehmend das Nachsehen haben. Durch den Einsatz breitbandiger Internetkommunikation können gerade mittelständische Unternehmen die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten erheblich verbessern. Kommunikation und Datenaustausch etwa im Rahmen der Auftragsbestellung und –Abwicklung bis hin zum Vertrieb werden über eine breitbandige Kommunikationsinfrastruktur weitaus effektiver abgewickelt.


Ergebnisse der Befragung

Entsprechend der schwachen Versorgung ist in den vergangenen Jahren der Druck aus der Bevölkerung und den Betrieben auf die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik stetig gestiegen. Erste Gespräche mit Netzbetreibern ließen nicht auf schnelle Besserung hoffen – vor allem nicht ohne Zuwendungen aus dem Haushalt! So haben sich in beiden Städten die Verwaltungen mit den Möglichkeiten zur Ko-Finanzierung aus Förderprogrammen beschäftigt. Eine Voraussetzung zur Stellung eines Förderantrags ist die Durchführung einer Befragung bei Haushalten und Betrieben zum Nachweis der unzureichenden Versorgung. Aus den Ergebnissen lässt sich das Kunden-Potential für Verträge mit höheren Bandbreiten abschätzen.
Die Rücklaufquote über alle unterversorgten Stadtteile gemittelt liegt mit 14 % aller Haushalte in Wegberg und 17 % in Erkelenz in einem typischen Durchschnittbereich. Beachtlich ist die Streuung, die in Wegberg zwischen ca. 3 und über 30 % liegt. In Erkelenz ist die Streubreite zwischen den unterversorgten Ortsteilen deutlich kleiner.

Wie bei vielen Befragungen zeigt sich auch in Erkelenz und Wegberg, dass die Home-Office Nutzung einen hohen Stellenwert besitzt. In Erkelenz ist die Verteilung über die unterversorgten Ortsteile recht homogen und die Home-Office Nutzung liegt mit ca. 40 % um etwa 10 % unter der Privatnutzung. Im Vergleich dazu streuen die Ergebnisse für Wegberg erheblich und in fast der Hälfte der untersuchten Ortsteile liegt die Home-Office Nutzung sogar vor der Privatnutzung.
Sowohl in Erkelenz wie auch in Wegberg werden Wunschbandbreiten deutlich oberhalb von 20 Mbit/s artikuliert, in zwei Stadtteilen sogar oberhalb von 40 Mbit/s. Dies ist vermutlich eher durch die Kommunikationsmaßnahmen der Deutschen Glasfaser im Kreis Heinsberg bedingt als durch spezifische Anwendungen.

Schwierige Lage im Auswahlverfahren

Sowohl in Erkelenz als auch in Wegberg hat sich erwartungsgemäß in der Markterkundung kein Betreiber mit einer fundierten Planung für einen Ausbau ohne Zuwendung gemeldet, so dass der Weg für das transparente Auswahlverfahren offenstand. Zur Submission sind in beiden Städten mehrere Angebote eingegangen.


Die Deutsche Glasfaser GmbH hat zwar in beiden Verfahren kein schriftliches Angebot abgegeben, ist aber seit Mitte 2012 mit Pilot-Projekten im Kreis und seit Anfang 2013 auch in beiden Stadtgebieten tätig. Die Deutsche Glasfaser GmbH verfolgt die Erstellung von Glasfaser-Anschlussnetzen in allen Kommunen im Kreis Heinsberg und ist in einzelnen Ortsteilen bereits in der Umsetzung. Die ersten Netze in Gangelt und Selfkant werden voraussichtlich bis Ende 2013 in Betrieb genommen. Sofern in den ausgewählten Gebieten eine Vorvertragsquote von mindestens 40 % erreicht wird, baut die Deutsche Glasfaser 100 % der Anschlüsse in dem betreffenden Gebiet ohne finanzielle Zuwendung aus und ermöglicht nach Fertigstellung der Netzinfrastruktur symmetrische Bandbreiten von 100 Mbit/s zu marktgerechten Konditionen.

Die Deutsche Telekom und andere Anbieter haben den Ausbau in allen Losgebieten gegen Gewährung einer Deckungslücke angeboten.
Die Angebote für den Ausbau einzelner unterversorgter Ortsteile wurden aber nur unter der Voraussetzung angeboten, dass gleichzeitig der Ausbau in anderen Stadtteilen mit beauftragt wird. Dies betraf auch Ortsteile, die von der Deutschen Glasfaser ohne Zuwendungen ausgebaut werden und somit gar nicht mehr vergeben werden können. Im Rahmen einer hierdurch erforderlichen Nachverhandlung wurden einige der Angebote überarbeitet. Die Nachkalkulation und Prüfung von Synergien durch den Umbau des Netzes zu einem IP-Netz auf der Basis von “Vectoring” hat auch in Erkelenz dazu geführt, dass die Deutsche Telekom 6 Ortsteile 2015 ohne Zuwendungen im Eigenausbau erschlossen wird. Als Ergebnis für das Breitbandprojekt in Erkelenz werden von den ursprünglich 17 unterversorgten Ortsteilen 13 ohne Zuwendungen bis auf 100 Mbit/s ausgebaut, 2 Stadtteile können mit Zuwendungen auf einen zukunftssicheren Stand gebracht werden und nur für 2 kleine Ortsteile mit zusammen weniger als 200 Haushalten (entsprechend ca. 4% der ursprünglich unterversorgten Haushalte) gibt es noch keine Lösung.

In Wegberg werden von der Deutschen Glasfaser Ende August 18 Ortsteile bearbeitet, von denen 5 nach der 2 Mbit/s Definition nicht unterversorgt sind.
Aufgrund von Synergien mit dem geplanten Vectoring-Ausbau hat die Deutsche Telekom zum Submissionstermin einen Ausbau mit bis zu 100 Mbit/s ohne Zuwendungen für 9 der ursprünglich 11 unterversorgten Gebiete angekündigt. 13 von14 ursprünglich unterversorgten Ortsteilen werden somit ohne Zuwendungen durch die Stadt Wegberg mit schnellen Internetanschlüssen versorgt.

25 von 30 Ortsteilen ohne Zuwendungen ausgebaut mit 100 Mbit/s

Sowohl Erkelenz als auch Wegberg bieten aufgrund der Siedlungsstruktur mit vielen zum Teil sehr kleinen Ortschaften und langen Anlaufwegen keine optimalen Voraussetzungen für ein den Breitbandausbau, der in beiden Städten zusammen nach den vergleichbaren Vorhaben Deckungslücken von über 3 Mio. Euro erfordert hätte. Bei insgesamt über 7.150 unterversorgten Haushalten entspräche dies einer Deckungslücke von knapp 420 Euro pro unterversorgten Haushalt und liegt damit in einem durchaus üblichen Rahmen. Die beiden Städte Erkelenz und Wegberg hätten selbst bei Bewilligung von Förderanträgen für die Umsetzung mindestens 750.000 Euro aus Haushaltsmitteln aufbringen müssen.


Insbesondere in den von der Deutschen Glasfaser ausgebauten Gebieten bricht nach dem Ausbau eine neue Ära der Breitbandversorgung an mit symmetrischen Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s. Der Glasfaser-Ausbau in den zusammen 30 von der Deutschen Glasfaser in Erkelenz und Wegberg bearbeiteten Ortsteilen ist nicht nur nachhaltig und zukunftssicher, sondern erfolgt ohne Zuwendungen von Seiten der Kommune auf einer rein privatwirtschaftlichen Basis! Fast die Hälfte der 30 Stadtteile hat Ende August 2013 die erforderliche Vorvertragsquote von 40% der Haushalte erreicht. In einigen der heute besser versorgten Gebiete, wie z.B. der Kernstadt von Wegberg, in Beeck sowie in Gerderath und Tenholt liegt die Akzeptanz allerdings deutlich unter den Erwartungen. Hier bleibt abzuwarten, ob die geforderte Vertragsquote erreicht wird.

Dies wäre bedauerlich, da die Übertragung über das Medium Glasfaser von Anfang symmetrisch mit identischen Geschwindigkeiten für den Up- und Downstream erfolgt, innerhalb der Kommunen keine Dämpfungsverluste aufweist und die Übertragungsgeschwindigkeit bei Bedarf bis weit über 1 Gbit/s gesteigert werden kann. Ein Ausbau mit Vectoring erfüllt auf jeden Fall den bestehenden Bedarf der meisten Nutzer noch für eine Reihe von Jahre und ist eine geeignete Brückentechnologie, langfristige Zukunftssicherheit ohne Kapazitätsprobleme bietet allerdings nur das durchgehende Glasfasernetz.

Glasfaser-Anschluss-Netze auch im ländlichen Raum wirtschaftlich

Die beiden Breitband-Projekte zeigen, dass Glasfaser-Anschlussnetze auch im ländlichen Raum wirtschaftlich und ohne Subventionen betrieben werden können.
Der Vergleich mit anderen Angeboten belegt, dass bei einem Vectoring-Ausbau nur Netzbetreiber, die ein „altes“ Anschlussnetz von Kupferdoppeladern besitzen, Synergien einrechnen können. Andere Netzbetreiber haben vermutlich im direkten Wettbewerb kaum noch eine Chance. Es bleibt abzuwarten, ob es in Zukunft häufiger Konstellationen wie derzeit im Kreis Heinsberg gibt. Es gibt in Deutschland noch nicht viele Unternehmen, die ähnlich wie die Deutsche Glasfaser den Bau und Betrieb von passiven Glasfaser-Anschlussnetzen getrennt von der Bereitstellung von Diensten als Geschäftsmodell für sich erkannt haben. Weder von der Deutschen Telekom noch von den Kabelnetzbetreibern sind in dieser Richtung Aktivitäten zu erwarten.

Jürgen Kaack 07.09.2013, 15.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Markterkundung für Gewerbegebiet in Ahlen

Nach dem erfolgreichen Ausgang des Breitband-Projektes für das Industriegebiet Ost und das Gewerbegebiet Olfetal im östlichen Teil von Ahlen besteht in einem weiteren unterversorgten Gewerbegebiet akuter Bedarf. Bei einer hohen Unterversorgungsquote von 83% mit unter 2 Mbit/s haben knapp 40% der Betriebe im Gewerbegebiet Kleiwellenfeld trotz der Ferienzeit an der Befragung teilgenommen. Bedingt durch die derzeit völlig unzureichende Versorgung ist der Wunsch nach höheren Geschwindigkeiten eher moderat. Viele Unternehmen wären mit 6 bis 16 Mbit/s zufrieden, bei über einem Drittel besteht aber Bedarf für mehr als 16 Mbit/s.

Ende 2012 endete ein früheres Breitbandprojekt für den Ausbau im Stadtteil Dolberg mit der Übergabe der Förderbewilligung an die Verwaltung.

Jetzt werden im Zuge einer Markterkundung Planungen und Ausbaukonzepte der Netzbetreiber abgefragt. Ahlen ist mit der schwachen Versorgung in den Gewerbegebieten leider kein Einzelfall und ohne Initiative durch die betroffene Kommune kommt es in der Regel nicht zu einer Verbesserung.

Jürgen Kaack 28.08.2013, 10.35 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachhaltiger Breitbandausbau in gut versorgten Gebieten?

Gebiete, die heute von einem Kabelnetzbetreiber oder mit VDSL versorgt sind, haben für den heutigen Bedarf eine für fast alle Anwendungen eine ausreichende Versorgung. Diese Aussage gilt sicher auch noch in fünf Jahren, in zehn Jahren könnte es durch das stetig steigende Datenvolumen eng werden für die bisherige Kupfer-Infrastruktur. Dabei ist es ohnehin bemerkenswert, welche Leistung zur Übertragung von hochfrequenten Signalen über die Kupferdoppelader heute realisiert wird. Dabei sollte die Kupferdoppelader ursprünglich nur analoge Telefonie-Signale übertragen. Aber mehr als 100 Mbit/s mit dem neuen Vectoring-Verfahren für VDSL wird kaum möglich sein und die entfernungsabhängige Dämpfung kann ebenfalls nicht umgangen werden. Somit wird in der Zukunft – vielleicht in zehn Jahren – der Zeitpunkt erreicht, an dem die bisherigen Medien nicht mehr ausreichen. Dann muss ein neues Anschlussnetz auf der Basis von Glasfaser-Leitungen gebaut werden. Dies erfordert in erheblichem Maße Tiefbauarbeiten zur Verlegung von Mikro-Leerrohrnetzen. Die Kosten zur Verlegung von einem Kilometer Leerrohrtrasse liegen je nach Bodenklasse und sonstigen Bedingungen zwischen 100.000 und 150.000 Euro. Erfolgt die Verlegung unter Nutzung von Synergien gemeinsam mit anderen Tiefbauarbeiten, z.B. Sanierungsvorhaben im Versorgungsnetz, sinken die Grenzkosten auf ca. 10.000 Euro.

Derzeit gibt es aber für den vorsorglichen Aufbau einer solchen passiven NGA-Infrastruktur keine adäquate Rechtsgrundlage. Auf Basis der Bundesrahmenregelung Leerrohre können nur solche Gebiete mit Leerrohrnetzen versorgt werden, in denen die mehrheitliche Internetgeschwindigkeit unter 25 Mbit/s liegt. Somit wären alle Bereiche mit einer Kabelnetz- oder VDSL-Versorgung von einem Leerrohrnetz-Aufbau ausgenommen. Allenfalls Stadtwerke und Energieversorger können diese Beschränkung durch das Erfordernis der Zählerfernablesung bzw. der für den Betrieb von Smart-Grids erforderlichen Steuernetze umgehen.

Die Novellierung der Breitbandleitlinie im Januar 2013 stellen eine im Wesentlichen sinnvolle Weiterentwicklung mit einer eindeutigen Definition von NGA-Netzen mit mehr als 30 Mbit/s und mit ultraschnellen Breitbandnetzen mit mindestens 100 Mbit/s dar. Die gesetzten Randbedingungen einer Beschränkung auf Infrastrukturen und Vorleistungsprodukte ist ebenso zu begrüßen wie die Festschreibung offener Schnittstellen und das Bekenntnis zum Abbau der digitalen Spaltung zwischen gut und schwach versorgten Gebieten.

Ein Schritt in die richtige Richtung ist die Eröffnung der Möglichkeit, Versorgungsunternehmen zu verpflichten. Auf diesem Wege kann ein passives Glasfaser-Anschlussnetz „organisch“ entstehen. Eine entscheidende Voraussetzung ist allerdings, dass es einen Infrastruktur-Betreiber der so entstehenden passiven Anschlussnetze gibt, der im Vorfeld eine qualifizierte Netzplanung erstellt. Die Anforderungen an ein gefördertes Netz besagen, dass eine „wesentliche Verbesserung“ erforderlich ist, mit „erheblichen neuen Möglichkeiten im Bereich der Breitbandversorgung und der Bandbreiten, der Geschwindigkeit und des Wettbewerbs“.

Der Nachweis einer solchen wesentlichen Verbesserung gestaltet sich jedoch problematisch. Ausgehend von heutigen VDSL- oder Kabelnetzen dürfte es schwierig bis unmöglich sein, mit einem als passiver Infrastruktur geplantem Glasfaser-Anschlussnetz erhebliche neue Möglichkeiten zu generieren. Neue Anwendungen entstehen durch Diensteanbieter und wie das Beispiel des niederländischen Marktes zeigt, entstehen diese erst in der Folge vorhandener Netzinfrastrukturen. Ein Nachweis im Vorhinein kann daher als theoretisch angesehen werden. Da sowohl mit Kabelnetzen als auch demnächst mit Vectoring Anschlüsse mit mehr als 100 Mbit/s möglich sind, es derzeit aber keine Massenmarkt-Dienste gibt, die mehr als 50 Mbit/s benötigen, wird die Forderung nach einem Nachweis des Bedarfs an höheren Bandbreiten ins Leere laufen. Die einseitige Fixierung auf die Downstream-Geschwindigkeiten ist nicht ausreichend, um nachhaltige und zukunftssichere Anschlussnetze zu errichten.

Als NGA-Netze sind gemäß Leitlinie u.a. VDSL- und rückkanalfähige Kabelnetze sowie mit Einschränkungen LTE-Netze zu verstehen. Die Definition von „schwarzen NGA-Flecken“ beschreibt ein Gebiet mit mindestens zwei NGA-Netzen auf der Basis unabhängiger Infrastrukturen. In diesen Gebieten ist staatliches Handeln nach der EU-Leitlinie nicht sinnvoll. Im Hinblick auf die aktuelle Bedarfslage und den Schutz der Investitionen der Netzbetreiber ist dies sicher zutreffend. Mit dieser Einschränkung sind allerdings auch ohne die Ziele des Landes NRW in den nächsten Jahren ca. 80% der Anschlüsse an NGA-Netze anschließbar (Anfang 2013 ca. 69,1%). Unter diesen Randbedingungen scheint es für Kreise, Kommune und Stadtwerke keine Möglichkeiten für einen vorsorglichen und investitionsschonenden Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen zu geben. Hier besteht daher Nachbesserungsbedarf. Zwar öffnet die Leitlinie die Förderung für sog. ultraschnelle Breitbandnetze auch in „schwarzen NGA-Flecken“. Damit ist der FttH-Ausbau, also Glasfaser bis zum Endkunden, gemeint, der weit höhere Übertragungsgeschwindigkeiten als 100 Mbit/s ermöglicht. Allerdings gilt für diese ultraschnellen Breitbandnetze die einschränkende Regelung, dass eine Förderung nur dann in Betracht kommt, wenn nicht damit zu rechnen ist, dass der Wettbewerb allein in naher Zukunft für ultraschnelle Netze sorgen wird. Dies führt zu einer undurchsichtigen Rechtslage. Immerhin ermöglichen die Kabelnetze bereits heute im Downstream 150 Mbit/s und Vectoring wird ab 2014 immerhin 100 Mbit/s ermöglichen. Insoweit wäre zu klären, ob diese Übertragungsraten bereits als ausreichende Marktlösung im Sinne der Breitbandleitlinie angesehen werden müssen bzw. welche Übertragungsraten mindestens erreicht werden müssen, um von „weit über“ 100 Mbit/s und damit von „ultraschnellen“ Netzen sprechen zu können.

In der Form der Förderung des Aufbaus von NGA-Netzen lässt die Richtlinie den Mitgliedsstaaten weitgehend freie Möglichkeiten, sofern die gesetzten Randbedingungen eines transparenten Verfahrens und der Nutzung von vorhandenen Infrastrukturen berücksichtigt werden. Bei der Auswahl eines Betreibers nach einem „wettbewerblichen Auswahlverfahren“ soll das „wirtschaftlich günstigste Angebot“ den Zuschlag erhalten. Im Vergleich zu den GAK-Bewertungskriterien in NRW erlaubt die in den Leitlinien gewählte Formulierung erheblich mehr Spielraum. Während in den GAK-Projekten die Höhe des Beihilfebetrages das durchschlagende Bewertungskriterium ist, wird für NGA-Projekte festgelegt, dass „derjenige Bieter, der bei vergleichbaren oder sogar identischen Qualitätsbedingungen den niedrigsten Beihilfebetrag beantragt, die der Gesamtbewertung seines Angebotes die meisten Prioritätspunkte erhalten“ soll. Auf diesem Wege können Rahmenbedingungen definiert werden, die tatsächlich das „wirtschaftlich günstigste“ und nicht wie bislang oft das „billigste“ Angebot den Zuschlag erhält.

Für den vorausschauenden Aufbau von nachhaltig zukunftssicheren Breitband-Anschlussnetzen durch Kommunen, Kreise oder Stadtwerke (unter Nutzung von Synergien mit anderen Tiefbaumaßnahmen) sollte eine generelle rechtliche Grundlage geschaffen werden. Die neuen EU-Leitlinien über staatliche Beihilfen für den Breitbandausbau sind hierfür nicht ausreichend bzw. enthalten Risiken für die Kommune, die in einem Rechtsstreit mit Netzbetreibern münden können, die die eigene Infrastruktur möglicherweise entwertet sehen. Die über einen Zeitraum von ca. 10 Jahren nur schwer vorhersehbare Nachfrageentwicklung nach Diensten, die ein qualitative Verbesserung bringen, bietet eine offene Flanke. Besser wäre eine für Kommunen und Kreise einfach zu handhabende Regelung, die unabhängig von der bestehenden Versorgungssituation mit NGA-Netzen gilt, z.B. in folgender Form:


Sofern es im geplanten Versorgungsgebiet noch kein passives Anschlussnetz zur Anbindung aller Haushalte mit einer Glasfaser-Leitung gibt und es keine Planung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens hierzu gibt mit einer Umsetzung innerhalb von beispielsweise fünf Jahren, ist die Kommune berechtigt, ein derartiges Anschlussnetz mit oder ohne Fasern bis zum Hausanschluss zu errichten. Die Kommune ist verpflichtet, das Netz auf der Grundlage eines transparenten Verfahrens an einen Netzbetreiber zu vermieten, der sich die Regeln eines offenen Netzzugangs einhält.

Die Anforderungen der Bundesrahmenregelung Leerrohre könnten dabei als Grundlage dienen, eine öffentliche Ausschreibung zur Vermietung der passiven Infrastruktur und die Forderung nach offenen Zugangsmöglichkeiten für interessierte Dienstebetreiber sollte auf jeden Fall gelten. Ohne eine derartige Regelung steht allerdings zu befürchten, dass in ca. zehn Jahren die Kapazitäten der derzeitigen NGA-Netze ausgeschöpft sind und neue Infrastrukturen mit staatlichen Investitionen im hohen zweistelligen Milliardenbereich geschaffen werden müssen.

Jürgen Kaack 27.08.2013, 09.15 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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