STZ - Consulting Group

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Kabel-TV

Jahresrückblick auf das "Breitband"-Jahr 2013

Im Jahresrückblick war 2013 auch für den Breitbandausbau ein dynamisches Jahr. Es wurden (immer noch) viele Projekte zur Unterversorgung durchgeführt, aber auch schon eine Reihe von NGA-Vorhaben auf der Basis von Glasfaser-Anschlussnetzen.

STZ hat in 2013 an Projekten für den Ausbau in 33 Stadtteilen und 18 Gewerbegebieten Kommunen und Stadtwerke unterstützt und etwa ebenso viele frühere Vorhaben von STZ wurden 2013 fertig gestellt! Eine durchaus positive Bilanz.

Mit der Freigabe von Vectoring durch die Bundesnetzagentur haben sich 2013 die Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau verändert, für viele Kommunen zum Vorteil, für manche langfristig und nachhaltig angelegte Vorhaben aber auch zum Nachteil.

In einer Anhörung hat sich der Landtag in NRW mit dem Breitbandausbau beschäftigt. Leider sind bislang noch keine Konsequenzen erkennbar und sowohl im Bund wie auch in NRW fehlt es an einer belastbaren Breitbandstrategie.

So wird wohl auch 2014 für den Telekommunikationsmarkt und das Segment Breitband einige Überraschungen bieten. Es bleibt auf jeden Fall ein Thema für Kreise und Kommunen!

Jürgen Kaack 19.12.2013, 10.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitbandausbau im Kreis Wesel

Der Kreis Wesel beschäftigt sich schon seit mehreren Jahren intensiv mit einer zukunftssicheren Breitbandversorgung. Jetzt wurde in der Veranstaltung "Datenautobahn - Standortbestimmung und Ausblick für den Kreis Wesel" am 02.12.2013 ein Überblick über die durchgeführten Maßnahmen gegeben mit einem Ausblick auf konkrete Ausbaumaßnahmen der Netzbetreiber BorNet (Deutsche Glasfaser), RWE mit Filiago und der Deutschen Telekom sowie weitere Schritte.

In einem Key-Note Vortrag durfte ich mit einem Technologievergleich zwischen Funklösungen, Zugängen auf der Basis von Kupferdoppelader, Koaxialkabel und Glasfaser Vor- und Nachteile der verschiedenen Technologien erläutern. Für die Beseitigung schwach versorgter Gebiete muss der Technologiemix genutzt werden, langfristig allerdings gibt es keine Alternative zu flächendeckenden Glasfaser-Anschlussnetze.

Ergänzend zu den über den Technologie-Mix realisierbaren Brückenlösungen sind verschiedene Geschäftsmodelle möglich, um als Kreis oder Kommune den Aufbau nachhaltiger Zukunftsnetze vorzubereiten. Ohne eine aktive Rolle von Kreisen und Kommunen wird dieses Ziel mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erreicht!

Mein Vortrag steht für begrenzt Zeit zum Download auf der Seite der EntwicklungsAgentur Wesel bereit.

Jürgen Kaack 05.12.2013, 08.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

In Kaarst erst Grundversorgung, dann Konzept für NGA

Die Stadt Kaarst ist ebenso wie andere Städte und Gemeinden teilweise nur unzureichend mit Breitband-Internet versorgt. Die betroffenen Stadtteile verlieren als Wohn- und Gewerbestandorte an Attraktivität. Ohne zukunftssichere Internetzugänge sinken sowohl Immobilienwerte als auch erzielbare Mieten, wenn Wohnungen überhaupt vermietet werden können.

Von Bürgerinnen und Bürgern als auch von Unternehmern und Gewerbetreibenden aus den Ortsteilen Vorst und Holzbüttgen mit dem Gewerbegebiet Kaarster Kreuz wird schon seit Jahren die Forderung erhoben, schnellere Internetgeschwindigkeiten nutzen zu können.
Mit VDSL steht unmittelbar nach dem Ausbau entfernungsabhängig eine Bandbreite für den Downstream von bis zu 50 MBit/s für über 40% der Anschlüsse zur Verfügung. Mit dem VDSL-only Angebot wird die Verfügbarkeit der Bandbreite in den Ausbaugebieten von Holzbüttgen weiter verbessert, so dass nur 3 % der Anschlüsse weniger als 16 MBit/s nutzen können. Der Ausbau erfolgt gegen Gewährung einer Zuwendung aus Haushaltsmitteln, Fördermittel kann Kaarst nicht nutzen. Die Inbetriebnahme des Netzes erfolgte im Juli 2013.

Noch vor Fertigstellung hat die Stadt Kaarst STZ-Consulting mit der Erstellung einer Konzeption für einen nachhaltigen Breitbandausbau mit Empfehlungen für das weitere Vorgehen beauftragt.
Infomationen zu den Randbedingungen und der Umsetzung finden sich in diesem Bericht.

 

Jürgen Kaack 06.10.2013, 10.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Mit Technologiemix bis 10 Gbit/s in Nettetal

Die Stadt Nettetal hatte vor der Umsetzung des Breitband-Vorhabens eine eher schwache Versorgung mit maximal 16 Mbit/s.  Nach einer Analyse der Ausgangslage wurde ein zeitliches Stufenkonzept für die Umsetzung erstellt. Ein flächendeckender Ausbau mit Glasfaser-Anschlüssen in einem Schritt erfordert zu hohen Mitteleinsatz. Daher wurde mit Unitymedia ein rückkanalfähiger Ausbau des Kabelnetzes der Primacom vereinbart und durch den Bau fehlender Glasfasertrassen für den Anlauf vereinbart. so werden nahezu 90 % der Haushalte mit 150 Mbit/s erreicht.

In den acht Gewerbegebieten von Nettetal liegt kein Kabelnetz. Daher bauen die Stadtwerke Zug-um-Zug alle Gewerbegebiete mit FttB aus. Mit dem niederländischen Unternehmen Systemec B.V. wurde ein Joint-Venture gegründet, das den Betrieb des aktiven Netzes übernimmt und eine offene Plattform für Diensteanbieter betreibt. Damit sind symmetrische Dienste von 2 Mbit/s bis 10 Gbit/s verfügbar. Der Ausbau der ersten Gewerbegebiete und des Kabelnetzes wird bis ende 2013 abgeschlossen sein.

Ergänzend wird die Deutsche Telekom Teile des Stadtgebietes mit Vectoring versorgen. So wird Nettetal von bislang durchschnittlich 6 Mbit/s in Kürze auf eine Verfügbarkeit von mindestens 100 Mbit/s angehoben und gewinnt Zeit, um passive Glasfaser-Anschlussnetzen in den nächsten zehn Jahren begleitend zu anderen Baumaßnahmen zu errichten. Ein ausführlicher Bericht zu Ausgangslage, Zielen und zum Vorgehen findet sich bei Mittelstands.Wiki.

Jürgen Kaack 05.10.2013, 10.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schnelles Internet für Gewerbegebiete in Ahlen

Wie bei vielen Mittelstädten in Deutschland befinden sich auch in Ahlen im Kreis Warendorf die meisten Gewerbegebiete in Randlagen. Aufgrund der Leitungslängen hatten die Gewerbegebiete Olfetal, Kleiwellenfeld und das Industriegebiet Ost mehrheitlich weniger als zwei Mbit/s, mit anderen Worten alle drei Gewerbegebiete sind unterversorgt!

Die Befragung bei den Betrieben hat die Unterversorgung bestätigt. Die meisten der Unternehmen haben nicht mal übermäßig hohe Anforderungen, 16 bis 25 Mbit/s würde den meisten bereits ausreichen. Im Rahmen einer öffentlichen Markterkundung zeichnet sich zunächst nur ein Ausbau gegen Gewährung einer Zuwendung zur Schließung einer Wirtschaftlichkeitslücke ab. Schließlich bekundete die Deutsche Telekom in allen drei Gebieten einen Eigenausbau ohne Deckungslücke.

Bis 2016 wird ein schneller Internetzugang mit zunächst bis zu 50 Mbit/s für die drei genannten Gewerbegebiete in Ahlen auf der Basis von VDSL realisiert und das ohne Zuwendungen durch die Stadt. Einen Bericht über das Ergebnis des Breitbandprojekts findet sich als Pressemitteilung der Stadt Ahlen. So können Kommunen von den Vectoring-Plänen der Deutschen Telekom profitieren. Auf der anderen Seite wird es für Wettbewerber der Deutschen Telekom in Zukunft wohl schwieriger!

Jürgen Kaack 04.10.2013, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kabel Deutschland Übernahme durch Vodafone vor dem Erfolg

Im Telekommunikationsmarkt ist die Zeit der Konsolidierung offensichtlich noch nicht vorüber. Bei der jetzt wohl ziemlich sicheren Übernahme von Kabel Deutschland durch Vodafone bleibt abzuwarten, wie die strategischen Ziele neben dem Erzielen größerer Marktmacht und Marktpräsenz verfolgt werden.

Immerhin hat Vodafone seit der Übernahme und Integration von Arcor den damals zweitgrößten Festnetzanbieter assimiliert und dabei so weit "verdaut", dass die frühere Marktpräsenz im Festnetz nur noch im Geschäftskundensegment wahrzunehmen ist. Mit der ursprünglichen Arcor-Organisation hätte man aus meiner Sicht schon früher eine bedeutende Stellung im Festnetz ausbauen können, z.B. auch mit IP-TV. Was jetzt mit KDG besser oder anders wird, zeigt sich vermutlich in den nächsten Jahren.

Die regionale Präsenz von KDG in Deutschland ist für das Geschäft eines Kabelnetzbetreibers durchaus passend, Vodafone hat dagegen bislang nur an überregional vermarktbaren Konzepten Interesse gezeigt. Für einen Mobilfunkanbieter ist das ohne Zweifel eine strategisch sinnvolle und wirtschaftlich notwendige Positionierung.

Die weitere Entwicklung in diesem Umfeld bleibt spannend und es war sicher nicht die letzte große Übernahme im TK-Markt. Ein Bericht zur KDG-Übernahme durch Vodafone findet sich z.B. hier.

Jürgen Kaack 15.09.2013, 12.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nettetal setzt auf Breitband

Ein weiteres Beispiel dafür, wie der Breitbandausbau in einer ländlichen Kommune durch die Stadtwerke vorangetrieben werden kann. Der Ausbau von passiven Glasfaser-Anschlüsse in den Gewerbegebieten in Nettetal erfolgt durch die Stadtwerke, die Beleuchtung wird von einem Gemeinschaftsunternehmen unter Beteiligung der Stadtwerke erbracht. Die Geschäftskunden-Dienste werden über das Unternehmen Systemec mit Wurzeln in den Niederlanden realisiert. Wie viele andere Länder sind die Niederlande im Bereich der Glasfasernetze deutlich weiter als Deutschland. Zum Jahresende können die ersten Betriebe in den zunächst ausgebauten Gewerbegebieten die neuen Anschlüsse nutzen.

Da auch die Wohngebiete in Nettetal bislang eher schwach versorgt sind wurde eine Vereinbarung mit Unitymedia zum rückkanalfähigen Ausbau des vorhandenen Kabel-TV Netzes von Primacom getroffen. Die Anbindung an das Backbone unterstützen die Stadtwerke und bis Jahresende sollen fast 90 % aller Haushalte die Möglichkeit erhalten schnelle Breitbandzugänge zu nutzen. 

Ein erfolgreiches Projekt das von STZ-Consulting seit knapp zwei Jahren begleitet wird und ein Ergebnis, wie man es sich für mehr Kommunen wünschen kann!

Einen Artikel zu den laufenden Umsetzungsmaßnahmen findet sich bei der WZ und bei Kommune21.

Jürgen Kaack 10.09.2013, 12.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband NRW: Handlungsbedarf der Politik

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt gut voran, es gibt kaum noch mit herkömmlichen DSL-Technologien wirtschaftlich erschließbare Unterversorgungs-Bereiche. So werden wohl auch längerfristig 5 bis 10% der Anschlüsse ohne schnelle DSL-Anschlüsse auskommen müssen. Funklösungen. Durch die Ankündigung zum Vectoring-Ausbau wird die Versorgung vielerorts auf 100 Mbit/s angehoben. Sind damit die Herausforderungen für den Ausbau schneller Datennetze gemeistert und abgeschlossen?

Eine langfristig nachhaltige Infrastruktur ist erst durch Glasfasernetze bis zum Hausanschluss gegeben. Dies gilt insbesondere auch im ländlichen Raum. Hierfür müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit für Kreise und Kommunen ein investitionsschonender Ausbau unter Nutzung von Synergien möglich ist. Die derzeitige Regelungen z.B. der Bundesrahmenregelung Leerrohre ermöglicht dies in nicht in Gebieten, die heute schnellere Internetzugänge als 25 Mbit/s haben. Inhaltlich wären solche Regelungen verhältnismäßig einfach zu realisieren:

Sofern es im geplanten Versorgungsgebiet noch kein passives Anschlussnetz zur Anbindung aller Haushalte mit einer Glasfaser-Leitung gibt und es keine Planung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens hierzu gibt mit einer Umsetzung innerhalb von beispielsweise fünf Jahren, ist die Kommune berechtigt, ein derartiges Anschlussnetz mit oder ohne Fasern bis zum Hausanschluss zu errichten. Die Kommune ist verpflichtet, das Netz auf der Grundlage eines transparenten Verfahrens an einen Netzbetreiber zu vermieten, der sich die Regeln eines offenen Netzzugangs einhält.

Neben dem rechtlichen Rahmen für den Infrastrukturausbau ist die Identifikation oder Schaffung von Betreiberinstitutionen für passive Infrastrukturen ein limitierender Faktor. Die großen Netzbetreiber kommen aufgrund ihrer Anforderung an eine Amortisation innerhalb von wenigen Jahren kaum in Betracht. Die Entscheidungen in der Poststrukturreform II haben einen erheblichen Teil der derzeitigen Schwierigkeiten bedingt, indem Infrastruktur und Dienste nicht getrennte wurden. Allerdings war die weitere Entwicklung des Telekommunikationsmarktes so kaum vorhersehbar. Eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Infrastruktur-Gesellschaften ist die Schaffung von Planungs- und Investitionssicherheit. Eine Möglichkeit könnte die Vergabe einer regionalen Breitband-Konzession sein für Gebiete, in denen kein privatwirtschaftlicher Investor mit dem Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen tätig ist.

Paradoxerweise haben die Fördermittel, die Kommunen finanziell bei der Bewältigung von Zuwendungen für den Ausbau in unterversorgten unterstützen sollen, in manchen Kommunen die digitale Spaltung vertieft. Wenn neben einem mit beispielsweise 3 Mbit/s knapp grundversorgten Gebiet ein anderes, unterversorgtes Gebiet von 1 Mbit/s auf 50 Mbit/s ausgebaut wird, dann wächst der Geschwindigkeitsunterschied zwischen beiden örtlich unmittelbar nebeneinander gelegenen Gebieten auf 47 Mbit/s!

Im Bereich zwischen der Grundversorgung und dem NGA-Bereich, den „weißen NGA-Flecken“, ergibt sich auf nationaler Ebene politischer Handlungsbedarf. Auf Grundlage der Bundesrahmenregelung Leerrohre kann eine Kommune in NRW in diesen Gebieten zwar Leerrohre für den Ausbau einer NGA-Infrastruktur verlegen. Die Option zur Verlegung von Leerrohren kommt für viele Kommunen aber nicht in Betracht, entweder aus Kostengründen oder weil eine geeignete Infrastruktur-Betreiberinstitution fehlt. Vor diesem Hintergrund wäre vielen Kommunen damit gedient, wenn im Rahmen einer abstrakt generellen Notifizierung durch das Land ein Ausbau gegen Gewährung einer Zuwendung auch in Regionen erlaubt würde, die mit mehr als 2 Mbit/s versorgt sind. Der Bandbreitenbereich für eine solche Notifizierung könnte zwischen 2 und 25 Mbit/s liegen und entspricht damit der in der Bundesrahmenregelung Leerrohre definierten Obergrenze.

In Gebieten, in denen Glasfaser-Anschlussnetze aufgebaut werden, wird teilweise über Umsetzungsfragen der Verlegeart, Verlegetiefe und der Wiederherstellung der Oberfläche gestritten, da Infrastrukturbetreiber und Tiefbauämter unterschiedliche Interessen vertreten. Eine landesweit einheitliche und verbindliche Regelung für die Verlegung von Telekommunikationsleitungen und Schutzrohranlagen könnte Planungssicherheit schaffen und Genehmigungen beschleunigen. Neben den genannten Bereichen gibt es weitere Aspekte, die durch politische Entscheidungen und teilweise durch generell abstrakte Notifizierungen in Brüssel den Breitbandausbau erleichtern können. Derzeit sind folgende Problemfelder zu erkennen:

  • Beihilferechtliche Voraussetzungen für Ausbau mit Zuwendungen auf alle Gebiete mit < 25 Mbit/s erweitern; 

  • Beihilferechtliche Erweiterung für den Ausbau in Neubaugebieten;

  • Rechtliche Grundlagen für den vorausschauenden Aufbau passiver Glasfaser-Anschlussnetze in heute gut versorgten Gebieten; 

  • Verbindliches Regelwerk zur Leitungsverlegung; 

  • Übertragung des Wegerechts auf Landesstraßen für Kommunen und kommunale Unternehmen;

  • Prüfung einer Konzessionsvergabe für passive Anschlussnetze durch Kreise;

  • Schaffung von landes- oder kreiseigenen Infrastrukturgesellschaften. 


Die Ausgestaltung und Umsetzungsbegleitung für Kreise und Kommunen erfordert ein schlagkräftiges, mit Personal und Ressourcen ausreichend ausgestattetes Breitband-Kompetenzzentrums, das in einigen Ländern und insbesondere in NRW fehlt. Die Aktivitäten von Breitband.NRW reichen keinesfalls und über Erstgespräche hinaus kann eine Beratung von Kreisen und Kommunen nicht geleistet werden. Dabei könnte Breitband.NRW als Nukleus für ein Breitband-Kompetenzzentrum dienen, wenn ergänzend Kompetenzen in den Bereichen Technik, Rechtsfragen und zur Gestaltung von Geschäftsmodellen aufgebaut und mit entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen untermauert werden. Neben dem Coaching von Breitband-Beauftragten in Kreisen und Kommunen sollte das Breitband-Kompetenzzentrum Modellprojekte aktiv entwickeln und begleiten, wie es in Hessen und Niedersachsen erfolgreich praktiziert wird.


Eine ausführliche Darstellung zu den einzelnen Punkten findet sich in einem Artikel bei portel.de.

Jürgen Kaack 02.09.2013, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vorgehen zum Breitbandausbau am Beispiel Kaarst

Eine nachhaltige Breitbandversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Glasfasernetze bis zum Hausanschluss sind unbestritten das langfristig anzustrebende Optimum einer hochwertigen Infrastruktur, sowohl im städtischen Umfeld wie auch im ländlichen Raum.

Aber Glasfaser-Anschlussnetze entstehen nicht von alleine und sind investitionsschonend nur über einen längeren Zeitraum zu verwirklichen. Daher müssen für schwach versorgte Gebiete Überbrückungslösungen geschaffen werden. In der Regel erfordert die Umsetzung eine aktive Rolle von Kreise und Kommunen. Vorbildlich in dieser Hinsicht ist das Vorgehen in der Stadt Kaarst, wie die Einladung zur Ausschusssitzung belegt.

Jürgen Kaack 28.08.2013, 14.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schwach versorgte Gebiete ohne Breitband-Ausbau?

Die EU-Leitlinie für die Gewährung von Beihilfen zum Breitbandausbau unterscheidet zwischen Grundversorgung und NGA Versorgung. Grundversorgung wird dabei wie folgt definiert: „Verschiedene technische Plattformen können als Netze der Breitbandgrundversorgung angesehen werden, u. a. ADSL-Netze (bis hin zu ADSL2+), herkömmliche Kabelnetze (z. B. DOCSIS 2.0), Mobilfunknetze der dritten Generation (UMTS) und satellitengestützte Systeme.“ NGA Versorgung erfolgt über „Zugangsnetze, die vollständig oder teilweise aus optischen Bauelementen bestehen und die Breitbandzugangsdienste mit höherer Leistung ermöglichen als bestehende Netze der Breitbandgrundversorgung. 

Im Bereich zwischen der Grundversorgung und dem NGA-Bereich, den „weißen NGA-Flecken“ ergibt sich politischer Handlungsbedarf. Eine Kommune darf heute auf Grundlage der Bundesrahmenregelung zwar Leerrohre für den Ausbau einer NGA-Infrastruktur verlegen, aber die Gewährung von Zuwendungen an einen Netzbetreiber zu einem Ausbau nur für unterversorgte Gebiete mit mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s gewähren.. Diese Option kommt für viele Kommunen aber nicht in Betracht, entweder aus Kostengründen oder weil eine geeignete Infrastruktur-Betreiberinstitution fehlt. Auf der Kostenseite sind für die Verlegung von einem Kilometer Leerrohr bei versiegelter Oberfläche durchschnittlich 100.000 € zu veranschlagen.
 

Für diese gar nicht seltenen Fälle wäre vielen Kommunen damit gedient, wenn ein Ausbau zumindest in Regionen erlaubt würde, die mit mehrheitlich weniger als 25 Mbit/s versorgt sind. Dies entspricht der in der Bundesrahmenregelung Leerrohre definierten Grenze. Eine solche Möglichkeit könnte auf dem Wege einer Einzelfallnotifizierung in Brüssel angestrebt werden. Dieses Verfahren ist zwar für die einzelne Kommune in der Regel zu aufwändig, Bundesländer könnten diesen Weg allerdings beschreiten. Hessen und Bayern haben bereits in anderen Fällen erfolgreich für ihre Länder  abstrakt generelle Notifizierungen erwirkt. Auch für Kreise kann dies noch sinnvoll sein, wie das Beispiel aus Borken zeigt.

Selbst wenn die Notifizierung nicht mit Fördergeldern für den Ausbau unterlegt wäre, würde es den Kommunen die Möglichkeit zum Handeln geben. Unter Umständen lassen sich Deckungslücken aus dem Haushalt finanzieren, durch Spenden aus der Bevölkerung aufbringen oder durch Eigenleistungen reduzieren. Bei einem FttC-Ausbau wird sich aufgrund der Leitungsdämpfung im Kupferkabel zwar keine durchgängig identische Internetgeschwindigkeit erreichen lassen, wie dies in einem Koaxial- oder Glasfaser-Kabel möglich wäre, aber die starken Unterschiede im Gebiet einer Kommune könnten vermieden werden.
 

Ein weiteres ungeregeltes Feld im Hinblick auf den Breitbandausbau findet man in Neubaugebieten und in Erschließungsflächen für Gewerbegebiete. Sofern kein Betreiber aufgrund eigener Überlegungen eine ausreichende Versorgung schafft, gibt (neben der aufwändigen Einzelfallnotifizierung bei der Kommission) nur die Bundesrahmenregelung Leerrohre eine verlässliche Grundlage für eigene Aktivitäten der Kommunen. Zum einen kann sich hier wieder die Kostenproblematik ergeben, wenn auch weniger im eigentlichen Ausbaugebiet als vielmehr im Anlauf zum letzten Übergabepunkt. Es ist auch keineswegs sicher, dass sich ein Betreiber zum Betrieb eines solchen passiven Anschlussnetzes finden lässt, wenn das Gebiet für sich gesehen zu klein ist, um einen eigenen Glasfaser-Knoten zu betreiben.

Damit neuerschlossene Gebiete erfolgreich vermarktet werden können, ist eine ausreichende Internetgeschwindigkeit (derzeit bedeutet dies meist mindestens 16 Mbit/s) eine unerlässliche Voraussetzung.
 Damit eine Kommune in diesen Fällen nicht in einem unsicherem Graubereich eine Entscheidung treffen muss, wäre auch hier eine von der Kommission notifizierte, abstrakt-generelle Regelung auf Landesebene anzustreben

Jürgen Kaack 22.08.2013, 09.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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