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Tag: Glasfaser

Schnelles Internet für Bad Homburg

Im April hat die Bad Homburger Stadtverwaltung im Stadtteil Ober-Erlenbach eine Bedarfsumfrage zum Thema Breitband/schnelles Internet durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass hier eine deutlich schlechtere Breitbandversorgung als im übrigen Stadtgebiet gegeben ist. Die Stadt hat mit verschiedenen Unternehmen Kontakt aufgenommen und deren Konzepte geprüft.

Eine Verbesserung kann mit einer Verlegung von Glasfaser-Infrastruktur erzielt werden, die jedoch zum jetzigen Zeitpunkt von den Anbietern nicht vorgesehen sind. Die Stadt hält jedoch am Ausbau mit einer Glasfaser-Infrastruktur für die Zukunftssicherung fest und sucht mit den Anbietern nach alternativen Möglichkeiten.

Es gibt bereits technisch ausgereifte Überbrückungs-Lösungen für Ober-Erlenbach, die von den Haushalten kurzfristig genutzt werden können. Die Stadt möchte allen Ober-Erlenbacher Bürgern sowie Firmenvertreter und Gewerbetreibende am Donnerstag, 3. Dezember, 19 Uhr in der Erlenbachhalle, Raum Wingert I, in Ober-Erlenbach, die Perspektiven und die kurzfristigen Möglichkeiten erläutern.

Als Berater der Stadt habe ich die Gespräche mit Netzbetreibern vorbereitet und die Konzepte geprüft. Bei der Veranstaltung werde ich über den Stand berichten und kurzfristig verfügbare Alternativen vorstellen.

Jürgen Kaack 30.11.2009, 16.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Aufbau regionaler Breitband-Zugangsnetze fördern

Bei Problemen in der Breitband-Versorgung stehen die betroffenen Kommunen heute in der Regel alleine da, um eine Lösung zu finden. Eine Breitband-Unterversorgung findet sich oft begrenzt auf einzelne Ortsteile in einer  Kommune und selbst wenn benachbarte Kommunen betroffen sind, ist eine interkommunale Zusammenarbeit alles andere als selbstverständlich. Dabei ist es noch ein weiter Schritt von der Zusammenarbeit zweier benachbarter Kommunen bis zu einer Initiative auf Kreisebene. Dabei wäre aber gerade eine Voraussetzung für eine erfolgversprechende und nachhaltige Lösung des Breitband-Problems. Eine Einigung im Kreistag ist durch die unterschiedlichen Interessen der verschiedenen Kommunen und der notwendigen Einigung einer Finanzierung durch eine Kreisumlage auf der anderen Seite keine triviale Aufgabe!

Breitband-Zugangsnetze sollten für alle interessierten Netzbetreiber und Diensteanbieter zugänglich sein, wie es auch in der Breitbandstrategie richtigerweise als Open-Access Netz gefordert wird. Ein Open-Access Netz braucht aber eine Mindestgröße, um wirtschaftlich betrieben werden zu können. Einzelne, heute unterversorgte Ortschaften erfüllen diese Voraussetzungen in der Regel nicht. Wird der Betrachtungsansatz größer gewählt, z.B. auf Kreisebene, so ergeben sich durchaus tragfähige Geschäftsmodelle.

 

Die erforderlichen regionalen Betreibergesellschaften benötigen selber keine große Organisation und auch keine größeren Marketing-Budgets. Diese Organisationen haben vielmehr den Geschäftszweck, ein eigenes Glasfasernetz aufzubauen und zu betreiben, das von den nationalen Backbone-Netzen bis zu den einzelnen Kabelverzweigern in den Ortschaften reicht. Den Ausbau der Übertragungstechnik in den Kabelverzweigern übernehmen bei diesem Modell die Anschluss-Netzbetreiber. Nutzen mehrere Anschluss-Netzbetreiber das regionale Zugangsnetz, dann können durchaus auch unterschiedliche Übertragungstechniken zum Einsatz kommen. Die Vermarktung erfolgt an Teilnehmer-Anschluss-Netzbetreiber wie die Deutsche Telekom, Vodafone/Arcor, Versatel oder regionale Netzbetreiber, die ihrerseits das Geschäft mit dem Verbraucher auf eigene Rechnung betreiben. Sofern Kommune oder Kreise Gesellschafter solcher regionaler Netzbetreiber sind (z.B. im Rahmen einer PPP), ist das unmittelbare Geschäft mit Verbrauchern auch rechtlich untersagt. Selbst wenn es diese Beschränkung nicht gäbe, wäre es unternehmerisch wohl nur in Ausnahmefällen sinnvoll, die Vertriebsleistung und Kundenbetreuung der bestehenden Betreiber nicht zu nutzen.

 

Regionale Betreiber-Gesellschaften ermöglichen einen Wettbewerb zwischen verschiedenen Anbietern in den einzelnen Kommunen und Ortschaften und vermeiden den teuren Aufbau von parallelen Infrastrukturen bzw. wirken einem Fernbleiben von Wettbewerbern entgegen, wenn bereits ein anderer Betreiber in der Region tätig ist. Dabei vermeiden sie durch eine gesamthafte Planung für die Region die Entstehung von Insellösungen in einzelnen Ortschaften, die sich später nur schwer in ein Gesamtkonzept integrieren lassen. Zudem können die Betreiber-Gesellschaften ein Nukleus für den späteren Ausbau des Netzes in Richtung von Fiber-to-the-Home Anschlüssen sein. Solche Ansätze haben das Potenzial, auch über das mittelfristige Ziel von Anschlüssen mit 50 MBit/s hinaus zukunftssicher zu sein. Es bietet sich an, regionale Betreiber-Gesellschaften in Form von Private-Public-Partnerships (PPP) zwischen Kreisen und Kommunen auf der einen Seite und technischen Dienstleistern auf der anderen Seite zu organisieren, um eine effiziente Lösung zu erreichen.

 

Ein Hindernis auf dem Weg zur Umsetzung sind oft einerseits die Einigung im Kreistag und zum anderen die Finanzierung über eine Kreisumlage. Eine auf einzelne unterversorgte Ortschaften ausgerichtete Förderung ist bei der Umsetzung nur bedingt hilfreich. Sinnvoll wäre eine Finanzierung der Betreibergesellschaft aus Fördermitteln auf der Basis eines ausgearbeiteten Geschäftsplans. Durch die mit dem Netzaufbau verbundenen Tiefbauarbeiten entstehen meist hohe Vorlaufkosten und ein Payback stellt sich in der Regel erst nach fünf bis sieben Jahren ein. Für interessierte Kreise würde eine Förderung der Kosten zur Verlegung von Leerrohren und die Errichtung anderer passiver Netzkomponenten die Umsetzung erheblich erleichtern. Da gleichzeitig keine Förderung von Einzelmaßnahmen in den unterversorgten Ortschaften mehr erforderlich wird, dürfte es kaum zu einer Erhöhung des Fördervolumens kommen.

 

Erste Kreise sind in fortgeschrittenen Überlegungen für den Aufbau von regionalen Betreibern oder auch bereits in der Umsetzungsphase. Dies trifft z.B. auf den Hochsauerlandkreis zu, aber auch auf die Kreise Coesfeld und Borken. Allerdings handelt es bislang nur um wenige vereinzelte Kreise und zum anderen entwickelt sich die Umsetzung vermutlich aufgrund von Finanzierungsengpässen eher schwerfällig. Dabei stellt eine Investition in eine zukunftssichere Breitband-Infrastruktur eine wesentliche Investition in die Strukturentwicklung einer Region dar.

Jürgen Kaack 14.10.2009, 09.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Fiber-to-the-Home muss langfristig geplant werden

Tiefbauarbeiten werden in den meisten Fällen unumgänglich, wenn die Glasfaser vom KVz (Kabelverzweiger) bis zum Hausanschluss verlängert werden soll (Fiber-to-the-Building oder Fiber-to-the-Home wenn der Glasfaser-Anschluss bis in die Wohnung verlängert wird). Selbst bei Verwendung von Mini-Pipes anstelle der sonst üblichen D50 Leerrohre und unter Einsatz kostensparender Verlegungstechniken (z.B. Spül-Saug-Technik) ist dieser Schritt für die Betreiber oder Kommunen teuer. Da mit den verfügbaren Übertragungs-Techniken durchaus Bandbreiten von 50 MBit/s am Hausanschluss erreicht werden, ist der Druck zur Nachrüstung mit Glasfasern in Deutschland noch nicht besonders hoch. In Ländern mit weniger guter Leitungs-Infrastruktur kann dagegen bereits heute ein Bedarf nach Glasfaseranschlüssen entstehen.

 

Trotzdem sollte jedes Neubaugebiet nur noch mit Glasfaser angeschlossen werden und bei jeder Baumaßnahme im innerstädtischen Bereich sollte ebenso automatisch ein Leerrohr mit der notwendigen Technik (z.B. Schächten für den leichten Zugang, Muffen zur Verbindung der Strecken) verlegt werden. So kann ohne größere Mehrkosten über einen Zeitraum von bis zu zwanzig Jahren eine passive Leitungs-Infrastruktur geschaffen werden, die sich mit niedrigerem Investitionsaufwand hochrüsten lässt. Bei einer Umstellung auf rein passive Glasfaser-Netze entfällt die Einrichtung von aktiven Netzelementen zwischen dem Hauptverteiler und dem Hausanschluss. Hier bietet sich z.B. die „Gigabit Passive Optical Network“ (GPON) Technologie an, mit der bis zu 2,5 Gbit/s nach dem IP-Protokoll übertragen werden können. Es sind dabei keine verteilten Netzkomponenten mit Schaltverteilern und Kabelverzweigern (KVz) mehr erforderlich, die jeweils mit Strom versorgt werden müssen und Quellen für Störung sind.

 

Jürgen Kaack 07.10.2009, 19.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

STZ als gelisteter Berater für Breitband in NRW

STZ-Consulting ist schon seit einiger Zeit als Berater für Kommunen in Baden-Württemberg gelistet. Jetzt ist unsere Beratung auch in NRW gelistet. Die Übersicht über die eingetragenen Gutachter findet sich auf der Seite von Media-NRW.

Außerdem ist STZ als Partner und Förderer der IKT.NRW Clusters aufgeführt.
Dort schreibe ich ja auch in einem eigenen Blog über aktuelle Entwicklungen im Bereich Breitband, Smart Cities und Mobile Communications. In diesem Bereich findet sich unter anderem mein Artikel zur Analyse der aktuellen Breitbandsituation in Deutschland mit Handlungsempfehlungen zur Beschleunigung des Ausbaus.
 

Jürgen Kaack 14.07.2009, 11.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband-Versorgung in ländlichen Regionen

"In Deutschland besteht ein starkes Ungleichgewicht in der Breitbandversorgung zwischen Dichtbesiedelten und ländlichen Regionen. Während in Ballungsgebieten mehrere Anbieter mit Breitband-Produkten unterschiedlicher Ausprägung konkurrieren, sind viele ländliche Regionen im gesamten Bundesgebiet noch unterversorgt und können gerade mal mit 124 oder 384 KBit/s Daten austauschen oder im Web surfen..."

Der Rest meines ausführlichen Artikels zu Möglichkeiten der Breitbandversorgung, den Umsetzungsalternativen und möglichen Geschäftsmodellen sowie den Anforderungen an die Kommunen findet sich auf dem Portal TelecomDE.com.

Jürgen Kaack 08.02.2009, 13.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL