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Tag: GAK

Übergangsregelung für Breitbandförderung in NRW

Die derzeit für den Breitbandausbau im ländlichen Raum eingesetzten Förderprogramme aus den europäischen Gemeinschaftsaufgaben laufen planmäßig Ende 2013 aus. Somit können für unterversorgte Gebiete in der Förderkulisse nur bis zum 31.12.2013 Förderbescheide erteilt werden. Die Umsetzung kann dann innerhalb von 12 Monaten bis Ende 2014 erfolgen.

An Nachfolgeprogrammen und Rahmenbedingungen für die Breitbandförderung ab 2014 wird erst noch gearbeitet und es ist nicht zu erwarten, dass vor der zweiten Jahreshälfte 2014 ein neues Förderprogramm aufgestellt und verabschiedet wird. Um keine Lücke in der Beseitigung von Unterversorgungslücken entstehen zu lassen, hat das Land NRW beschlossen, die Laufzeit der bestehenden Programme zu verlängern. Die Fördermittel für den Breitbandausbau werden aus Mitteln der EU, des Bundes und der Länder finanziert und es ist nocht nicht abzusehen, ob und in welcher Höhe bereitgestellte Mittel bis Ende 2013 nicht abgerufen und für die Überbrückungslösung zur Verfügung stehen, so dass Unsicherheiten bezüglich des Volumens der Fördermittel verbleiben.

Trotzdem können Kommunen mit unterversorgten Gebieten auch über das Jahresende hinaus, an Breitbandprojekten arbeiten. Die aktuellen Förderprogramme zielen auf die Herstellung der Grundversorgung und können daher nur in mehrheitlich mit weniger als 2 Mbit/s unterversorgten Gebieten beantragt werden. Ob im Rahmen der Neuauflage der Förderprogramme auch ein darüber hinausgehender NGA-Ausbau finanziert werden kann, ist derzeit anscheinend noch offen. Sicher ist nur, dass das insgesamt zur Verfügung stehende Volumen im Vergleich zur jetzt ablaufenden Förderperiode kleiner wird. Für einen effektiven NGA-Ausbau werden somit in jedem Fall zu geringe Fördervolumina zur Verfügung stehen.

Die verbleibenden unterversorgten Gebiete mit mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s betragen nach Schätzungen weniger als 5 % der Haushalte und liegen in solchen Gebieten, in denen aufgrund der langen Anlaufstrecken und der niedrigen Besiedlungsdichte vermutlich auch unter Einsatz von Fördermitteln mit der FttC-Technologie nicht mehr viel erreicht werden kann.

Jürgen Kaack 19.10.2013, 15.14 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schnelles Internet für Gewerbegebiete in Ahlen

Wie bei vielen Mittelstädten in Deutschland befinden sich auch in Ahlen im Kreis Warendorf die meisten Gewerbegebiete in Randlagen. Aufgrund der Leitungslängen hatten die Gewerbegebiete Olfetal, Kleiwellenfeld und das Industriegebiet Ost mehrheitlich weniger als zwei Mbit/s, mit anderen Worten alle drei Gewerbegebiete sind unterversorgt!

Die Befragung bei den Betrieben hat die Unterversorgung bestätigt. Die meisten der Unternehmen haben nicht mal übermäßig hohe Anforderungen, 16 bis 25 Mbit/s würde den meisten bereits ausreichen. Im Rahmen einer öffentlichen Markterkundung zeichnet sich zunächst nur ein Ausbau gegen Gewährung einer Zuwendung zur Schließung einer Wirtschaftlichkeitslücke ab. Schließlich bekundete die Deutsche Telekom in allen drei Gebieten einen Eigenausbau ohne Deckungslücke.

Bis 2016 wird ein schneller Internetzugang mit zunächst bis zu 50 Mbit/s für die drei genannten Gewerbegebiete in Ahlen auf der Basis von VDSL realisiert und das ohne Zuwendungen durch die Stadt. Einen Bericht über das Ergebnis des Breitbandprojekts findet sich als Pressemitteilung der Stadt Ahlen. So können Kommunen von den Vectoring-Plänen der Deutschen Telekom profitieren. Auf der anderen Seite wird es für Wettbewerber der Deutschen Telekom in Zukunft wohl schwieriger!

Jürgen Kaack 04.10.2013, 09.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband-Ausbau unter dem Einfluss von Vectoring

 

Best-Practise Beispiele für den Breitband-Ausbau: Erkelenz und Wegberg

Die Städte Erkelenz und Wegberg gehören zum Kreis Heinsberg, Erkelenz hat 45.319 Einwohner, von denen zu Beginn des Projektes 4.751 in 17 Ortsteilen mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s haben. In Wegberg sind es 28.925 Einwohner, von denen 2.401 in 13 Ortsteilen unterversorgt waren.
Die Größe der unterversorgten Stadtteile reicht von 30 bis ca. 950 Haushalten. Die Unterversorgungsquote liegt somit zwischen 8 und 10% und ist damit auch 2013 nicht untypisch für Kommunen im ländlichen Raum. Die Kernstädte sind durch VDSL mit 25 Mbit/s gut versorgt, Erkelenz hat in der Kernstadt und im Ortsteil Tenholt zudem eine Kabelnetz-Versorgung mit 150 Mbit/s. Daher ist die digitale Spaltung im Vergleich zu den umliegenden Stadtteilen mit teils weniger als 2 MBit/s erheblich, in denen eine sinnvolle Internetnutzung kaum möglich ist, ganz zu schweigen von semi-professionellen Anwendungen und Heimarbeitsplätzen.

Gebiete ohne
Breitbandzugang oder mit einem nicht den Anforderungen entsprechenden Zugang werden im Wettbewerb der Wirtschaftsstandorte zunehmend das Nachsehen haben. Durch den Einsatz breitbandiger Internetkommunikation können gerade mittelständische Unternehmen die Zusammenarbeit mit Kunden und Lieferanten erheblich verbessern. Kommunikation und Datenaustausch etwa im Rahmen der Auftragsbestellung und –Abwicklung bis hin zum Vertrieb werden über eine breitbandige Kommunikationsinfrastruktur weitaus effektiver abgewickelt.


Ergebnisse der Befragung

Entsprechend der schwachen Versorgung ist in den vergangenen Jahren der Druck aus der Bevölkerung und den Betrieben auf die Stadtverwaltung und die Kommunalpolitik stetig gestiegen. Erste Gespräche mit Netzbetreibern ließen nicht auf schnelle Besserung hoffen – vor allem nicht ohne Zuwendungen aus dem Haushalt! So haben sich in beiden Städten die Verwaltungen mit den Möglichkeiten zur Ko-Finanzierung aus Förderprogrammen beschäftigt. Eine Voraussetzung zur Stellung eines Förderantrags ist die Durchführung einer Befragung bei Haushalten und Betrieben zum Nachweis der unzureichenden Versorgung. Aus den Ergebnissen lässt sich das Kunden-Potential für Verträge mit höheren Bandbreiten abschätzen.
Die Rücklaufquote über alle unterversorgten Stadtteile gemittelt liegt mit 14 % aller Haushalte in Wegberg und 17 % in Erkelenz in einem typischen Durchschnittbereich. Beachtlich ist die Streuung, die in Wegberg zwischen ca. 3 und über 30 % liegt. In Erkelenz ist die Streubreite zwischen den unterversorgten Ortsteilen deutlich kleiner.

Wie bei vielen Befragungen zeigt sich auch in Erkelenz und Wegberg, dass die Home-Office Nutzung einen hohen Stellenwert besitzt. In Erkelenz ist die Verteilung über die unterversorgten Ortsteile recht homogen und die Home-Office Nutzung liegt mit ca. 40 % um etwa 10 % unter der Privatnutzung. Im Vergleich dazu streuen die Ergebnisse für Wegberg erheblich und in fast der Hälfte der untersuchten Ortsteile liegt die Home-Office Nutzung sogar vor der Privatnutzung.
Sowohl in Erkelenz wie auch in Wegberg werden Wunschbandbreiten deutlich oberhalb von 20 Mbit/s artikuliert, in zwei Stadtteilen sogar oberhalb von 40 Mbit/s. Dies ist vermutlich eher durch die Kommunikationsmaßnahmen der Deutschen Glasfaser im Kreis Heinsberg bedingt als durch spezifische Anwendungen.

Schwierige Lage im Auswahlverfahren

Sowohl in Erkelenz als auch in Wegberg hat sich erwartungsgemäß in der Markterkundung kein Betreiber mit einer fundierten Planung für einen Ausbau ohne Zuwendung gemeldet, so dass der Weg für das transparente Auswahlverfahren offenstand. Zur Submission sind in beiden Städten mehrere Angebote eingegangen.


Die Deutsche Glasfaser GmbH hat zwar in beiden Verfahren kein schriftliches Angebot abgegeben, ist aber seit Mitte 2012 mit Pilot-Projekten im Kreis und seit Anfang 2013 auch in beiden Stadtgebieten tätig. Die Deutsche Glasfaser GmbH verfolgt die Erstellung von Glasfaser-Anschlussnetzen in allen Kommunen im Kreis Heinsberg und ist in einzelnen Ortsteilen bereits in der Umsetzung. Die ersten Netze in Gangelt und Selfkant werden voraussichtlich bis Ende 2013 in Betrieb genommen. Sofern in den ausgewählten Gebieten eine Vorvertragsquote von mindestens 40 % erreicht wird, baut die Deutsche Glasfaser 100 % der Anschlüsse in dem betreffenden Gebiet ohne finanzielle Zuwendung aus und ermöglicht nach Fertigstellung der Netzinfrastruktur symmetrische Bandbreiten von 100 Mbit/s zu marktgerechten Konditionen.

Die Deutsche Telekom und andere Anbieter haben den Ausbau in allen Losgebieten gegen Gewährung einer Deckungslücke angeboten.
Die Angebote für den Ausbau einzelner unterversorgter Ortsteile wurden aber nur unter der Voraussetzung angeboten, dass gleichzeitig der Ausbau in anderen Stadtteilen mit beauftragt wird. Dies betraf auch Ortsteile, die von der Deutschen Glasfaser ohne Zuwendungen ausgebaut werden und somit gar nicht mehr vergeben werden können. Im Rahmen einer hierdurch erforderlichen Nachverhandlung wurden einige der Angebote überarbeitet. Die Nachkalkulation und Prüfung von Synergien durch den Umbau des Netzes zu einem IP-Netz auf der Basis von “Vectoring” hat auch in Erkelenz dazu geführt, dass die Deutsche Telekom 6 Ortsteile 2015 ohne Zuwendungen im Eigenausbau erschlossen wird. Als Ergebnis für das Breitbandprojekt in Erkelenz werden von den ursprünglich 17 unterversorgten Ortsteilen 13 ohne Zuwendungen bis auf 100 Mbit/s ausgebaut, 2 Stadtteile können mit Zuwendungen auf einen zukunftssicheren Stand gebracht werden und nur für 2 kleine Ortsteile mit zusammen weniger als 200 Haushalten (entsprechend ca. 4% der ursprünglich unterversorgten Haushalte) gibt es noch keine Lösung.

In Wegberg werden von der Deutschen Glasfaser Ende August 18 Ortsteile bearbeitet, von denen 5 nach der 2 Mbit/s Definition nicht unterversorgt sind.
Aufgrund von Synergien mit dem geplanten Vectoring-Ausbau hat die Deutsche Telekom zum Submissionstermin einen Ausbau mit bis zu 100 Mbit/s ohne Zuwendungen für 9 der ursprünglich 11 unterversorgten Gebiete angekündigt. 13 von14 ursprünglich unterversorgten Ortsteilen werden somit ohne Zuwendungen durch die Stadt Wegberg mit schnellen Internetanschlüssen versorgt.

25 von 30 Ortsteilen ohne Zuwendungen ausgebaut mit 100 Mbit/s

Sowohl Erkelenz als auch Wegberg bieten aufgrund der Siedlungsstruktur mit vielen zum Teil sehr kleinen Ortschaften und langen Anlaufwegen keine optimalen Voraussetzungen für ein den Breitbandausbau, der in beiden Städten zusammen nach den vergleichbaren Vorhaben Deckungslücken von über 3 Mio. Euro erfordert hätte. Bei insgesamt über 7.150 unterversorgten Haushalten entspräche dies einer Deckungslücke von knapp 420 Euro pro unterversorgten Haushalt und liegt damit in einem durchaus üblichen Rahmen. Die beiden Städte Erkelenz und Wegberg hätten selbst bei Bewilligung von Förderanträgen für die Umsetzung mindestens 750.000 Euro aus Haushaltsmitteln aufbringen müssen.


Insbesondere in den von der Deutschen Glasfaser ausgebauten Gebieten bricht nach dem Ausbau eine neue Ära der Breitbandversorgung an mit symmetrischen Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s. Der Glasfaser-Ausbau in den zusammen 30 von der Deutschen Glasfaser in Erkelenz und Wegberg bearbeiteten Ortsteilen ist nicht nur nachhaltig und zukunftssicher, sondern erfolgt ohne Zuwendungen von Seiten der Kommune auf einer rein privatwirtschaftlichen Basis! Fast die Hälfte der 30 Stadtteile hat Ende August 2013 die erforderliche Vorvertragsquote von 40% der Haushalte erreicht. In einigen der heute besser versorgten Gebiete, wie z.B. der Kernstadt von Wegberg, in Beeck sowie in Gerderath und Tenholt liegt die Akzeptanz allerdings deutlich unter den Erwartungen. Hier bleibt abzuwarten, ob die geforderte Vertragsquote erreicht wird.

Dies wäre bedauerlich, da die Übertragung über das Medium Glasfaser von Anfang symmetrisch mit identischen Geschwindigkeiten für den Up- und Downstream erfolgt, innerhalb der Kommunen keine Dämpfungsverluste aufweist und die Übertragungsgeschwindigkeit bei Bedarf bis weit über 1 Gbit/s gesteigert werden kann. Ein Ausbau mit Vectoring erfüllt auf jeden Fall den bestehenden Bedarf der meisten Nutzer noch für eine Reihe von Jahre und ist eine geeignete Brückentechnologie, langfristige Zukunftssicherheit ohne Kapazitätsprobleme bietet allerdings nur das durchgehende Glasfasernetz.

Glasfaser-Anschluss-Netze auch im ländlichen Raum wirtschaftlich

Die beiden Breitband-Projekte zeigen, dass Glasfaser-Anschlussnetze auch im ländlichen Raum wirtschaftlich und ohne Subventionen betrieben werden können.
Der Vergleich mit anderen Angeboten belegt, dass bei einem Vectoring-Ausbau nur Netzbetreiber, die ein „altes“ Anschlussnetz von Kupferdoppeladern besitzen, Synergien einrechnen können. Andere Netzbetreiber haben vermutlich im direkten Wettbewerb kaum noch eine Chance. Es bleibt abzuwarten, ob es in Zukunft häufiger Konstellationen wie derzeit im Kreis Heinsberg gibt. Es gibt in Deutschland noch nicht viele Unternehmen, die ähnlich wie die Deutsche Glasfaser den Bau und Betrieb von passiven Glasfaser-Anschlussnetzen getrennt von der Bereitstellung von Diensten als Geschäftsmodell für sich erkannt haben. Weder von der Deutschen Telekom noch von den Kabelnetzbetreibern sind in dieser Richtung Aktivitäten zu erwarten.

Jürgen Kaack 07.09.2013, 15.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband NRW: Handlungsbedarf der Politik

Der Breitbandausbau in Deutschland kommt gut voran, es gibt kaum noch mit herkömmlichen DSL-Technologien wirtschaftlich erschließbare Unterversorgungs-Bereiche. So werden wohl auch längerfristig 5 bis 10% der Anschlüsse ohne schnelle DSL-Anschlüsse auskommen müssen. Funklösungen. Durch die Ankündigung zum Vectoring-Ausbau wird die Versorgung vielerorts auf 100 Mbit/s angehoben. Sind damit die Herausforderungen für den Ausbau schneller Datennetze gemeistert und abgeschlossen?

Eine langfristig nachhaltige Infrastruktur ist erst durch Glasfasernetze bis zum Hausanschluss gegeben. Dies gilt insbesondere auch im ländlichen Raum. Hierfür müssen politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit für Kreise und Kommunen ein investitionsschonender Ausbau unter Nutzung von Synergien möglich ist. Die derzeitige Regelungen z.B. der Bundesrahmenregelung Leerrohre ermöglicht dies in nicht in Gebieten, die heute schnellere Internetzugänge als 25 Mbit/s haben. Inhaltlich wären solche Regelungen verhältnismäßig einfach zu realisieren:

Sofern es im geplanten Versorgungsgebiet noch kein passives Anschlussnetz zur Anbindung aller Haushalte mit einer Glasfaser-Leitung gibt und es keine Planung eines privatwirtschaftlichen Unternehmens hierzu gibt mit einer Umsetzung innerhalb von beispielsweise fünf Jahren, ist die Kommune berechtigt, ein derartiges Anschlussnetz mit oder ohne Fasern bis zum Hausanschluss zu errichten. Die Kommune ist verpflichtet, das Netz auf der Grundlage eines transparenten Verfahrens an einen Netzbetreiber zu vermieten, der sich die Regeln eines offenen Netzzugangs einhält.

Neben dem rechtlichen Rahmen für den Infrastrukturausbau ist die Identifikation oder Schaffung von Betreiberinstitutionen für passive Infrastrukturen ein limitierender Faktor. Die großen Netzbetreiber kommen aufgrund ihrer Anforderung an eine Amortisation innerhalb von wenigen Jahren kaum in Betracht. Die Entscheidungen in der Poststrukturreform II haben einen erheblichen Teil der derzeitigen Schwierigkeiten bedingt, indem Infrastruktur und Dienste nicht getrennte wurden. Allerdings war die weitere Entwicklung des Telekommunikationsmarktes so kaum vorhersehbar. Eine entscheidende Voraussetzung für die Entwicklung von Infrastruktur-Gesellschaften ist die Schaffung von Planungs- und Investitionssicherheit. Eine Möglichkeit könnte die Vergabe einer regionalen Breitband-Konzession sein für Gebiete, in denen kein privatwirtschaftlicher Investor mit dem Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen tätig ist.

Paradoxerweise haben die Fördermittel, die Kommunen finanziell bei der Bewältigung von Zuwendungen für den Ausbau in unterversorgten unterstützen sollen, in manchen Kommunen die digitale Spaltung vertieft. Wenn neben einem mit beispielsweise 3 Mbit/s knapp grundversorgten Gebiet ein anderes, unterversorgtes Gebiet von 1 Mbit/s auf 50 Mbit/s ausgebaut wird, dann wächst der Geschwindigkeitsunterschied zwischen beiden örtlich unmittelbar nebeneinander gelegenen Gebieten auf 47 Mbit/s!

Im Bereich zwischen der Grundversorgung und dem NGA-Bereich, den „weißen NGA-Flecken“, ergibt sich auf nationaler Ebene politischer Handlungsbedarf. Auf Grundlage der Bundesrahmenregelung Leerrohre kann eine Kommune in NRW in diesen Gebieten zwar Leerrohre für den Ausbau einer NGA-Infrastruktur verlegen. Die Option zur Verlegung von Leerrohren kommt für viele Kommunen aber nicht in Betracht, entweder aus Kostengründen oder weil eine geeignete Infrastruktur-Betreiberinstitution fehlt. Vor diesem Hintergrund wäre vielen Kommunen damit gedient, wenn im Rahmen einer abstrakt generellen Notifizierung durch das Land ein Ausbau gegen Gewährung einer Zuwendung auch in Regionen erlaubt würde, die mit mehr als 2 Mbit/s versorgt sind. Der Bandbreitenbereich für eine solche Notifizierung könnte zwischen 2 und 25 Mbit/s liegen und entspricht damit der in der Bundesrahmenregelung Leerrohre definierten Obergrenze.

In Gebieten, in denen Glasfaser-Anschlussnetze aufgebaut werden, wird teilweise über Umsetzungsfragen der Verlegeart, Verlegetiefe und der Wiederherstellung der Oberfläche gestritten, da Infrastrukturbetreiber und Tiefbauämter unterschiedliche Interessen vertreten. Eine landesweit einheitliche und verbindliche Regelung für die Verlegung von Telekommunikationsleitungen und Schutzrohranlagen könnte Planungssicherheit schaffen und Genehmigungen beschleunigen. Neben den genannten Bereichen gibt es weitere Aspekte, die durch politische Entscheidungen und teilweise durch generell abstrakte Notifizierungen in Brüssel den Breitbandausbau erleichtern können. Derzeit sind folgende Problemfelder zu erkennen:

  • Beihilferechtliche Voraussetzungen für Ausbau mit Zuwendungen auf alle Gebiete mit < 25 Mbit/s erweitern; 

  • Beihilferechtliche Erweiterung für den Ausbau in Neubaugebieten;

  • Rechtliche Grundlagen für den vorausschauenden Aufbau passiver Glasfaser-Anschlussnetze in heute gut versorgten Gebieten; 

  • Verbindliches Regelwerk zur Leitungsverlegung; 

  • Übertragung des Wegerechts auf Landesstraßen für Kommunen und kommunale Unternehmen;

  • Prüfung einer Konzessionsvergabe für passive Anschlussnetze durch Kreise;

  • Schaffung von landes- oder kreiseigenen Infrastrukturgesellschaften. 


Die Ausgestaltung und Umsetzungsbegleitung für Kreise und Kommunen erfordert ein schlagkräftiges, mit Personal und Ressourcen ausreichend ausgestattetes Breitband-Kompetenzzentrums, das in einigen Ländern und insbesondere in NRW fehlt. Die Aktivitäten von Breitband.NRW reichen keinesfalls und über Erstgespräche hinaus kann eine Beratung von Kreisen und Kommunen nicht geleistet werden. Dabei könnte Breitband.NRW als Nukleus für ein Breitband-Kompetenzzentrum dienen, wenn ergänzend Kompetenzen in den Bereichen Technik, Rechtsfragen und zur Gestaltung von Geschäftsmodellen aufgebaut und mit entsprechenden personellen und finanziellen Ressourcen untermauert werden. Neben dem Coaching von Breitband-Beauftragten in Kreisen und Kommunen sollte das Breitband-Kompetenzzentrum Modellprojekte aktiv entwickeln und begleiten, wie es in Hessen und Niedersachsen erfolgreich praktiziert wird.


Eine ausführliche Darstellung zu den einzelnen Punkten findet sich in einem Artikel bei portel.de.

Jürgen Kaack 02.09.2013, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vorgehen zum Breitbandausbau am Beispiel Kaarst

Eine nachhaltige Breitbandversorgung ist keine Selbstverständlichkeit. Glasfasernetze bis zum Hausanschluss sind unbestritten das langfristig anzustrebende Optimum einer hochwertigen Infrastruktur, sowohl im städtischen Umfeld wie auch im ländlichen Raum.

Aber Glasfaser-Anschlussnetze entstehen nicht von alleine und sind investitionsschonend nur über einen längeren Zeitraum zu verwirklichen. Daher müssen für schwach versorgte Gebiete Überbrückungslösungen geschaffen werden. In der Regel erfordert die Umsetzung eine aktive Rolle von Kreise und Kommunen. Vorbildlich in dieser Hinsicht ist das Vorgehen in der Stadt Kaarst, wie die Einladung zur Ausschusssitzung belegt.

Jürgen Kaack 28.08.2013, 14.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Best-Practise Beispiel: Breitband-Ausbau in Erftstadt

Die Mehrzahl der Projekte zum Breitbandausbau im ländlichen Raum erfolgt mit Fördermitteln. Das war auch in Erftstadt der Fall, dem bislang größten Breitbandförderprojekt in Nordrhein-Westfalen. Das Beispiel zeigt aber auch, dass Fördermittel den Kommunen ganz eigene Abläufe abverlangen und daher entsprechend viel Vorlauf brauchen. Nicht zuletzt ist die Förderlogik nicht immer unbedingt nachvollziehbar.

Das Projekt für Erftstadt war eines der ersten Ausbau-Projekte unter Nutzung des Förderprogramms GAK (Gemeinschaftsaufgabe Agrarentwicklung und Küstenschutz). Viele Aspekte im Förderleitfaden waren damals noch unklar und so bot das Projekt sowohl für STZ-Consulting als auch für die Bezirksregierung in Köln als zuständigem Fördergeber und die Netzbetreiber Gelegenheit, in der Praxis zu lernen. Während der Projektlaufzeit wurde die Grenze zur Unterversorgung von 1 auf 2 Mbit/s angehoben und somit auch der Kreis der betroffenen Stadtteile.

Das Anfang 2009 begonnene Vorhaben war aber nicht nur eines der ersten GAK-Förderprojekte, sondern gleichzeitig eines der größten. 15.000 Einwohner in Erftstadt konnten nach der Fertigstellung schnelles Internet auf der Basis von VDSL nutzen!

Ende 2012 sollte auch in den beiden Lechenischer Gewerbegebieten die Breitbandversorgung verbessert werden. Das Verfahren erfolgte in Anlehnung an das notifizierte RWP (Regionales Wirtschaftsentwicklungs Programm), aber ohne Nutzung von Fördermitteln. Der Ausbau in den Wohngebieten war bis Ende 2011 abgeschlossen, die Gewerbegebiete haben ab Herbst 2013 schnelles Internet bis 50 Mbit/s.

Einen ausführlichen Bericht zum Projektablauf findet man hier.

Jürgen Kaack 23.08.2013, 08.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schwach versorgte Gebiete ohne Breitband-Ausbau?

Die EU-Leitlinie für die Gewährung von Beihilfen zum Breitbandausbau unterscheidet zwischen Grundversorgung und NGA Versorgung. Grundversorgung wird dabei wie folgt definiert: „Verschiedene technische Plattformen können als Netze der Breitbandgrundversorgung angesehen werden, u. a. ADSL-Netze (bis hin zu ADSL2+), herkömmliche Kabelnetze (z. B. DOCSIS 2.0), Mobilfunknetze der dritten Generation (UMTS) und satellitengestützte Systeme.“ NGA Versorgung erfolgt über „Zugangsnetze, die vollständig oder teilweise aus optischen Bauelementen bestehen und die Breitbandzugangsdienste mit höherer Leistung ermöglichen als bestehende Netze der Breitbandgrundversorgung. 

Im Bereich zwischen der Grundversorgung und dem NGA-Bereich, den „weißen NGA-Flecken“ ergibt sich politischer Handlungsbedarf. Eine Kommune darf heute auf Grundlage der Bundesrahmenregelung zwar Leerrohre für den Ausbau einer NGA-Infrastruktur verlegen, aber die Gewährung von Zuwendungen an einen Netzbetreiber zu einem Ausbau nur für unterversorgte Gebiete mit mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s gewähren.. Diese Option kommt für viele Kommunen aber nicht in Betracht, entweder aus Kostengründen oder weil eine geeignete Infrastruktur-Betreiberinstitution fehlt. Auf der Kostenseite sind für die Verlegung von einem Kilometer Leerrohr bei versiegelter Oberfläche durchschnittlich 100.000 € zu veranschlagen.
 

Für diese gar nicht seltenen Fälle wäre vielen Kommunen damit gedient, wenn ein Ausbau zumindest in Regionen erlaubt würde, die mit mehrheitlich weniger als 25 Mbit/s versorgt sind. Dies entspricht der in der Bundesrahmenregelung Leerrohre definierten Grenze. Eine solche Möglichkeit könnte auf dem Wege einer Einzelfallnotifizierung in Brüssel angestrebt werden. Dieses Verfahren ist zwar für die einzelne Kommune in der Regel zu aufwändig, Bundesländer könnten diesen Weg allerdings beschreiten. Hessen und Bayern haben bereits in anderen Fällen erfolgreich für ihre Länder  abstrakt generelle Notifizierungen erwirkt. Auch für Kreise kann dies noch sinnvoll sein, wie das Beispiel aus Borken zeigt.

Selbst wenn die Notifizierung nicht mit Fördergeldern für den Ausbau unterlegt wäre, würde es den Kommunen die Möglichkeit zum Handeln geben. Unter Umständen lassen sich Deckungslücken aus dem Haushalt finanzieren, durch Spenden aus der Bevölkerung aufbringen oder durch Eigenleistungen reduzieren. Bei einem FttC-Ausbau wird sich aufgrund der Leitungsdämpfung im Kupferkabel zwar keine durchgängig identische Internetgeschwindigkeit erreichen lassen, wie dies in einem Koaxial- oder Glasfaser-Kabel möglich wäre, aber die starken Unterschiede im Gebiet einer Kommune könnten vermieden werden.
 

Ein weiteres ungeregeltes Feld im Hinblick auf den Breitbandausbau findet man in Neubaugebieten und in Erschließungsflächen für Gewerbegebiete. Sofern kein Betreiber aufgrund eigener Überlegungen eine ausreichende Versorgung schafft, gibt (neben der aufwändigen Einzelfallnotifizierung bei der Kommission) nur die Bundesrahmenregelung Leerrohre eine verlässliche Grundlage für eigene Aktivitäten der Kommunen. Zum einen kann sich hier wieder die Kostenproblematik ergeben, wenn auch weniger im eigentlichen Ausbaugebiet als vielmehr im Anlauf zum letzten Übergabepunkt. Es ist auch keineswegs sicher, dass sich ein Betreiber zum Betrieb eines solchen passiven Anschlussnetzes finden lässt, wenn das Gebiet für sich gesehen zu klein ist, um einen eigenen Glasfaser-Knoten zu betreiben.

Damit neuerschlossene Gebiete erfolgreich vermarktet werden können, ist eine ausreichende Internetgeschwindigkeit (derzeit bedeutet dies meist mindestens 16 Mbit/s) eine unerlässliche Voraussetzung.
 Damit eine Kommune in diesen Fällen nicht in einem unsicherem Graubereich eine Entscheidung treffen muss, wäre auch hier eine von der Kommission notifizierte, abstrakt-generelle Regelung auf Landesebene anzustreben

Jürgen Kaack 22.08.2013, 09.18 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Anzahl unterversorgter Ortsteile in Erkelenz deutlich gesunken

Anfang 2013 hat die Verwaltung in Erkelenz ein Breitbandprojekt gestartet. In der bis Februar durchgeführten Befragung zeigte sich ein erheblicher Bedarf und eine Unterversorgung in 17 (!) Ortsteilen von Erkelenz. Von der Unterversorgung betroffen waren über 4.700 Haushalte. In der im März durchgeführten Markterkundung hat sich kein Betreiber gemeldet, der in den nächsten drei Jahren einen Breitbandausbau ohne Zuwendungen geplant hat.

In dem folgenden Auswahlverfahren sind dann Angebote verschiedener Netzbetreiber eingegangen, für die allerdings keine Vergabe-Empfehlung ausgesprochen werden konnte. Die Deutsche Glasfaser GmbH hat im Rahmen ihrer Ausbau-Aktivitäten im Kreis Heinsberg verschiedene Ortsteile von Erkelenz mit in die Bearbeitung aufgenommen.

Mittlerweile wurde in 9 der bearbeiteten Ortsteilen die geforderte Mindestvertragsquote von 40% überschritten, in einem weiteren (Granterath) ist man nur noch 3% von der Mindestquote entfernt Nach derzeitigem Stand sind somit nur noch die folgenden Ortsteile unterversorgt:
  • Genneiken
  • Genfeld und Genhof
  • Katzem und Kleinbouslar.
  • Mennekrath mit Terheeg

Im Hinblick auf das Auswahlverfahren verbleiben somit noch drei der ursprünglichen Lose als unterversorgt. Dabei bleibt die weitere Entwicklung für Genhof und Genfeld zunächst offen, da beide Ortsteile im Auswahlverfahren gemeinsam mit dem jetzt auch in der Ausbauplanung befindlichen Gerderhahn behandelt wurden.

Für die Bürger und Betriebe in den jetzt ausgebauten Gebieten bricht nach dem fertigen Ausbau Ende 2013 / Anfang 2014 eine neue Ära der Breitbandversorgung an mit symmetrischen Geschwindigkeiten von 100 Mbit/s. In den verbleibenden unterversorgten Ortsteilen wird sich zeigen, ob die noch laufende Nachverhandlung einen hochwertigen Ausbau ermöglicht. Sicher ist allerdings, dass der Glasfaser-Ausbau in den zehn von der Deutschen Glasfaser bearbeiteten Ortsteilen nicht nur nachhaltig zukunftssicher ist, sondern auch keine Zuwendung von der Stadt erforderlich macht!

Jürgen Kaack 26.07.2013, 14.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Schwache Akzeptanz von Glasfaser-Anschlüssen in Heinsberg und Viersen

Beschwerden über zu langsame Internetzugänge hört man oft, insbesondere im ländlichen Raum. In Gebieten mit heute mehrheitlich weniger als 6 Mbit/s ist dies unmittelbar einsichtig, da mit langsamen Zugängen eine effiziente Nutzung von Internet-Anwendungen kaum möglich ist. Bei einem Ausbau in den schwach versorgten Gebieten liegt die "Take-up Rate", die die Akzeptanz von Breitband-Lösungen im Vergleich zur Gesamtbevölkerung beschreibt, bei ca. 60%. Dies entspricht dem derzeitigen Durchschnitt der Breitbandnutzung in Deutschland bei ca. 78% Internetnutzern.

Ganz anders sieht die Situation aus, wenn die vorhandene Versorgung vor einem Ausbau etwas höher liegt. Nur ca. 25% der Haushalte (und der Betriebe) bucht Anschlüsse mit mehr als 25 Mbit/s. Dabei ist heute schon deutlich, dass die übertragenen Datenvolumina seit Jahren steigen und auch absehbar weiter mit ca. 18% pro Jahr zunehmen wird. Gleichzeitig wächst der Bedarf an schnelleren Upload-Geschwindigkeiten, z.B. beim Versenden von Bildern und Videos oder bei der Nutzung von Cloud-Diensten zur Datenspeicherung. Mit den asymmetrischen DSL-Diensten ist diese Eigenschaft noch schwach.

Vor diesem Hintergrund sollte man vermuten, dass ein Angebot zur Schaffung von Glasfaser-Anschlüssen mit symmetrischen Bandbreiten zu vergleichbaren Preisen eines VDSL-Dienstes ohne Zaudern angenommen wird. Die Deutsche Glasfaser GmbH ist mit einem solchen Angebot in verschiedenen Kommunen z.B. im Kreis Heinsberg angetreten.

Um das Vorhaben managen zu können, wird der Ausbau in verschiedenen Phasen durchgeführt. In der ersten Runde wurden ausschließlich unterversorgte Ortsteile bearbeitet. Von 34 Pilotregionen wurde nur in einem einzigen die Vorvertragsquote von 40% zum Teil deutlich überschritten. Die Akzeptanz in einigen kleineren Ortsteilen liegt sogar über 90%. In der zweiten runde wurden weitere 19 Ortsteile hinzugenommen. Nach einer über 4-monatigen Informations- und Vorverkaufsphase erreichten jetzt nur noch 6 die Mindestquote, wie auf der Seite der Deutschen Glasfaser abzulesen ist. Die höchste Vorvertragsquote liegt jetzt bei 54%.

Noch geringer liegt die Akzeptanz bei dem vor drei Monaten begonnen Projekt im Kreis Viersen. Von 18 Pilotregionen hat noch keines die geforderte Mindestvertragsquote erreicht. Wirklich verständlich ist die schwache Akzeptanz nicht, denn eine gute Breitbandversorgung steigert den Immobilienwert und verbessert die Vermietbarkeit. Zudem ist mit einem Glasfaseranschluss eine zukünftige Erhöhung der Geschwindigkeit problemlos möglich und das grundsätzlich mit symmetrischen Werten für Up- und Downstream!

Besonders signifikant ist die Situation am Beispiel der Kernstadt von Wegberg. Hier besteht derzeit eine VDSL-Versorgung mit maximal 25 Mbit/s, für heutige Internet-Anwendungen gut ausreichend, aber nicht unbedingt nachhaltig zukunftssicher. Nach vier Monaten Projektlaufzeit in Wegberg wurde gerade mal eine Quote von 14% Vorverträgen erreicht, der bislang mit Abstand schlechteste Wert im Kreis Heinsberg!

Es bedarf offensichtlich weiterer Information und Aufklärung über die Entwicklung in Datenkommunikation, damit eine fundiertere Entscheidung möglich ist. Sollte die Deutsche Glasfaser die Kernstadt von Wegberg aufgrund des schlechten Ergebnisses jetzt nicht mit einem Glasfaser-Anschlussnetz ausbauen, wird es vermutlich in den nächsten Jahren auch kein anderer Anbieter tun. In spätestens 10 Jahren wird man zurückblickend fragen, wie man eine solche Entscheidung treffen konnte. Dann wird es aber voraussichtlich den städtischen Haushalt und damit Steuergelder treffen, die für den dann erforderlichen Ausbau aufkommen müssen! Vielleicht hätte man von Seiten der Politik etwas mehr tun können, um den Wettbewerb um nachhaltige Infrastrukturen zu stärken? 

Jürgen Kaack 21.07.2013, 21.36 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Geschäftsmodelle für den Breitband-Ausbau

Viele Kommunen und Kreise sind seit teilweise über zehn Jahren mit der Verbesserung der Breitbandversorgung befasst. Durch die Förderangebote aus EU-Mitteln wurden diese Aktivitäten ab 2008 deutlich intensiviert. Aber Fördermittel sind nicht für alle Kommunen nutzbar, oder die Förderkriterien führen nicht zu den gewünschten Ergebnissen. Bei der Beschäftigung mit dem Breitbandausbau gibt es ein breites Spektrum unterschiedlicher Vorgehensoptionen und es gibt kaum zwei identische Vorgehensweisen.

Übersicht zu Geschäftsmodellen für den Breitbandausbau:

  • Ausbau mit Zuwendungen (Deckungslücke)
  • Ausbau unter Nutzung vorhandener Infrastrukturen
  • Ausbau mit bürgerschaftlichem Engagement
  • Ausbauoptionen mit Stadtwerken
  • Motivation von Netzbetreibern zum Ausbau
  • Kooperationen mit Infrastrukturbetreibern
  • Gründung von Infrastrukturinstitutionen (alleine  / Private-Public-Partnership)
  • Netzaufbau in Verbindung mit Sanierungsarbeiten im Versorgungsnetz
  • Zweckverbände als interkommunale Aktivitäten


Ergänzende Informationen und Erläuterungen zu den Geschäftsmodellen mit Fallbeispielen für die Umsetzung in ausgewählten Kommune und Kreisen auf Anfrage verfügbar.

Jürgen Kaack 10.07.2013, 18.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL