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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Familienforschung

Foto gesucht aus der Paulstraße in Westerland

Mittlerweile habe ich eine Rehe von Fotos zu früheren Häusern meiner Vorfahren finden können. Mir fehlt noch ein Foto des Gebäudes, in dem Rentmeister Lorenz Nicolay Ludwig Janssen nach dem Umzug 1867 von Büsum nach Westerland lebte. Das Haus war in der Paulstraße 2 im Zentrum von Westerland und ist auf dem Foto als zweites auf der rechten Seite zu erkennen.


Es liegt wohl zum Teil auf dem Gelände des heutigen Sparkassengebäudes und gegenüber der früheren "Baumannshöhle". Ganz klein kann das Haus nicht gewesen sein, da er dort mit seiner Frau, sechs Kindern und seinen Eltern gelebt hat. 1906 hat er nach Inseraten im Syltführer Zimmer an Kurgäste vermietet. Wann das Haus abgerissen wurde, ist mir nicht bekannt. Vielleicht wurde es nach seinem Tod 1918 verkauft. Falls jemand ein solches Foto besitzt oder gesehen hat, wäre ich für einen Hinweis dankbar!


Jürgen Kaack 18.10.2017, 16.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zufallsfunde vom Verlag Kaack



Mein Urgroßvater Johannes Kaack wurde 1849 in Borgdorf-Seedorf als Sohn des Distriktlehrers Claus Kaack geboren und absolvierte in Husum eine Lehre als Buchbinder. In Husum übernahm er im Zentrum das Antiquariat von seinem Schwiegervater. 1883 verkaufte er das Geschäft und eröffnete in Flensburg in der Große Straße 2a eine Buchdruckerei und einen Laden für Papier-, Schreib- und Lederwaren. Es folgte ein Verlag, in dem überwiegend fotographische Produkte produziert wurde. Die Vermarktung erfolgt neben dem Geschäft in Flensburg in Filiale in Wyk auf Föhr und in Westerland. Für die Erzeugung der Fotografien arbeitete Johannes mit dem "Hoffotograf" Dreesen zusammen. 1908 starb sein jüngerer Sohn Willy, der das Unternehmen fortführen sollte, bei einem Jagdunfall. Daraufhin verkaufte er sein Unternehmen an Adolf Lorenzen. Das Unternehmen bestand noch bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.

Durch Zufall habe ich auf zwei Kabinettfotos von Westerland gefunden, die im Jahr 1890 aufgenommen wurden und den Strand von Westerland und die Villa Baur-Breitenfeld zeigen, einmal von Norden und zum anderen aus südlicher Richtung. Das Hotel Miramar war zu dieser Zeit noch nicht errichtet. Der Erhaltungszustand der Fotos ist erstaunlich gut und die Auflösung hoch. Ich freue mich, dass ich diese schönen Stücke und Zeitzeugen aus der frühen Tourismusphase von Westerland, die mit der Erhebung zum Nordseebad 1855 begann, gefunden habe.

Die beiden Fotos wurden im Lichtdruck-Verfahren hergestellt, das heute kaum noch gebräuchlich ist und für hochwertige Illustrationen in kleinen Auflagen eingesetzt wurde. Im Gegensatz zu anderen Druckverfahren liefert der Lichtdruck eine rasterlose Abbildung. Der Arbeitsaufwand ist im Vergleich zu anderen Drucktechniken aufwändig, erfordert viel Erfahrung beim Drucker und das fertige Produkt ist teuer. Die für den Druck hergestellte Gelatine-Schicht auf einer Glas- oder Metallplatte nutzt sich beim Druck ab und so ist mit einer Druckplatte nur eine Auflage von 1.000 bis 2.000 Exemplaren möglich. Eine interessante Darstellung zur Technik findet sich bei Wikipedia unter dem Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtdruck_(Druck)




Jürgen Kaack 17.10.2017, 21.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bankhaus Janssen in Westerland



Schon vor zwei Jahren habe ich das oben stehende Foto vom Bankhaus Janssen in der Friedrichstraße 19 in Westerland beim Sylter Archiv gefunden. Johann Janssen ist der älteste 1856 in Glückstadt geborene Sohn von Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen und mit der Familie seines Vaters 1867 nach Westerland gezogen. 

Er blieb in Westerland und heiratete 1882 die aus Kampen stammende Dorothea Katherina Kamp, deren Vater der erste Direktor der Sylter Dampfschifffahrtsgesellschaft war, die die Schiffsverbindung von Hoyer auf dem Festland nach Munkmarsch auf Sylt betrieben hat. Um 1880 hat Johann Janssen eine der ersten (vielleicht auch die erste) Privatbank auf Sylt gegründet. Während das obere Foto das Bankhaus in der Zeit von 1880 bis 1890 zeigt, ist das Gebäude unten als Stich auf der Rückseite eines Schecks von 1918 über 50 Pfennig zu sehen.

Im Zuge der beginnenden Konsolidierung der Bankgeschäfte in der Rezession nach dem ersten Weltkrieg hat Johann Janssen sein Bankhaus 1921 an die Schleswig-Holsteinische Bank übertragen. Er starb drei Jahre später 1924. Bis in die siebziger Jahre befand sich in dem Gebäude weiterhin eine Bankfiliale. Als einziges der von Mitgliedern der Familie Janssen in Westerland erbauten und bewohnten Gebäude ist es bis heute erhalten geblieben. Nach den Modernisierungen ist es allerdings kaum wieder zu erkennen und wird derzeit von einem Optiker genutzt.





Jürgen Kaack 15.10.2017, 11.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Neue Funde für die Familienforschung für Wachsmuth

Seit einigen Jahren bin ich auf der Suche nach Informationen zu einem meiner Vorfahren, der am Anfang des 18. Jahrhunderts geboren wurde. Eigentlich ist das hier auftretende Problem gar nicht mal so selten. Ein junger Mann tritt einem der damals zahlreichen Regimenter bei und zieht mit diesem an einen Einsatzort, wo er eine Frau findet und Kinder bekommt. Ist kein Heiratseintrag vorhanden, wird es schwierig, den Geburtsort und die Eltern zu finden. Dann können manchmal die Musterungsrollen helfen, wenn man diese denn findet.

Mein ältester bekannter Vorfahre aus dem Wachsmuth-Zweig ist Johann Andreas Wachsmuth, der um 1835 in Hadersleben als Reiter und Hutmacher im Oldenburgischen Kürassier-Regiment Friis unter dem Kommando von Rittmeister von Lersner auftaucht, der erst 1737 zum Rittmeister befördert und Kommandeur einer Kompanie wurde. Ab 1738 werden die vier Kinder von Anna Maria und Johann Andreas Wachsmuth in Hadersleben geboren, deren weitere Entwicklung so gut wie lückenlos verfolgt werden kann. Johann Andreas Wachsmuth war mit Anna Maria Luca Buchwald verheiratet, die am 24.10.1710 in Nimptsch in Schlesien als Tochter des Großknechts Christoph Buchwald zur Welt kommt. Über die Herkunft von Johann Wachsmuth und auch über sein genaues Geburtsdatum konnte hier nichts in Erfahrung gebracht werden. Ein Eheeintrag könnte hilfreich sein, aber weder in Hadersleben noch in Nimptsch ist ein solcher Eintrag zu finden. Der Name Wachsmuth spricht definitiv nicht für eine Herkunft aus Jütland.

Die Suche nach den Musterungsrollen blieb bislang erfolglos. Das Regiment wurde wohl um 1703 in Oldenburg aufgestellt, dann aber an den dänischen König ausgeliehen und später auch an den Gottorfer Hof. Im fraglichen Zeitraum von 1736 bis 1747 war das Kürassier-Regiment mit acht Kompanien im Raum Kolding / Hadersleben stationiert. Wo könnte jetzt also die Musterungsrolle archiviert sein?

Durch Zufall hat sich ein Dokument im Stadtarchiv von Göttingen gefunden, nach dem ein Kürassier Johann Andreas Wachsmuth im Jahr 1736 in Göttingen ein Haus verkauft hat. Der passende Zeitraum spricht dafür, dass er aus Göttingen nach Hadersleben gezogen ist. Jetzt kann eine systematische Forschung in Göttingen helfen, weitere Daten zu finden mit seinem Geburtsdatum und Angaben zu seinen Eltern. Sofern dies gelingt, wäre ein weiteres Rätsel aus der Familienforschung gelöst.


Jürgen Kaack 13.10.2017, 12.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Villa Baur-Breitenfeld in Westerland

Familie Janssen ist 1867 von Büsum nach Westerland gezogen, als mit dem Machtwechsel von Dänemark zu Preussen der Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen in den Dienst der preussischen Regierung gewechselt ist und Die Leitung von Zollamt und Steuerkasse von Sylt übernommen hat. Mit ihm kamen seine Frau und sechs Kinder nach Westerland. Claudius Waldemar und Ernst Emil verliessen nach der Jugend die Insel und Claudius Waldemar kehrte erst mit 58 Jahre wieder nach Westerland zurück, Ernst Emil hat sich als Zahnarzt in Flensburg niedergelassen.

1880 ließ Baron Baur von Breitenfeld das damals größte Gebäude in Westerland direkt am Dünenrand in der Strandstraße errichten (heute steht hier die Sylter Welle). Er war verheiratet mit Elise Charlotte Nicoline Janssen, einer Tochter von Rentmeister Lorenz Nicolay Janssen. Sein Vater Baron August Baur von Breitenfeld hatte ein paar Jahre vorher die 38 Jahre jüngere Schwester Margaretha Maria Janssen geheiratet. Nach dem Tod ihres Mannes führte Elise die Villa Baur-Breitenfeld als Hotel mit für die damaligen Verhältnissen modernster Einrichtung weiter bis zu ihrem Tod 1918. Die Sturmflut von 1919 beschädigte die Fundamente so stark, dass das stattliche Gebäude abgerissen werden musste. Das 1903 am Ende der Friedrichstraße errichtete Hotel Miramar bildete über zehn Jahre lang den optischen Gegenpol zur Villa Baur-Breitenfeld und steht auch heute noch.






Jürgen Kaack 08.10.2017, 16.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Stammbaum Statistiken

Durch eine Reihe von ergänzenden Informationen ist die genealogische Datenbank auf über 5.400 Personen angewachsen. Darunter sind natürlich nicht nur direkte Vorfahren, in einigen Linien reichen die Vorfahren bis ins 16. Jahrhundert zurück, in anderen Linien enden die vorhandenen Informationen im 18. Jahrhundert. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich hier noch wesentliche ergänzende Informationen finden lassen, aber manchmal ergeben sich zufällig neue Erkenntnisse. Der Beginn der Kirchenbuchschreibung setzt ein fast "natürliches" Ende für weitere Forschungen.

Das unten abgebildete Fächerdiagramm umfasst acht Generationen, in Einzelfällen ließe sich die Darstellung bis auf 15 Generationen ausweiten. In acht Generationen finden sich 255 Personen. Im Falle meines Stammbaums konnten über 21 dieser Personen keine Informationen gefunden werden. In einem Fall handelt es sich um eine uneheliche Geburt, bei der der Vater unbekannt ist. In einem anderen Fall hat ein Seemann mit seiner Frau in Göteborg einen Sohn zur Welt gebracht, aber anscheinend weder vorher noch nachher in Göteborg gelebt. In einem weiteren Fall hat ein vom Festland nach Föhr gezogener Vorfahre bei der Heirat einen Ort angegeben, von dem er zugezogen ist, der aber nicht sein Geburtsort war. In all diesen Fällen sind die Aussichten auf weiterführende Informationen verschwindend gering. Bei den jetländischen Vorfahren kommt die damals übliche patronymische Namensgebung erschwerend hinzu. Immerhin liegen für fast 92% der Vorfahren aus acht Generationen mehr oder weniger vollständige Informationen vor.

Von den 234 bekannten Vorfahren stammen:
  • 0,4% aus Schlesien
  • 1,3% aus Schweden
  • 1,3% aus den Niederlanden
  • 15% von den Inseln Sylt und Föhr sowie von den Halligen Langeneß, Nordmarsch, Pellworm, Habel und Gröde
  • 22% aus Braunschweig und Umgebung
  • 61% aus Schleswig-Holstein und Jütland

Im Hinblick auf die früher eng zusammenhängenden Lebensräume im nördlichen Schleswig-Holstein und den südlichen Teilen von Jütland macht eine weitere Unterteilung kaum Sinn. Auch bei Berücksichtigung von Vorfahren aus früheren Generationen dürfte sich die Verteilung nicht wesentlich ändern.

Jürgen Kaack 04.10.2017, 14.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Villa Janssen in Westerland

Seit einigen Jahren suche ich Foto des Hauses in Westerland, in dem meine Urgroßeltern nach 1919 gelebt haben. Weder im Sylter Archiv, bei der Suche nach historischen Postkarten noch in Online-Portalen war ich erfolgreich. Jetzt habe ich in einem gut gepflegten privaten Album das gesuchte Foto gefunden. "Villa" (welches Gebäude der damaligen Zeit wurde nicht als Villa bezeichnet?) Janssen in der Steinmannstraße 6 wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und von meinen Urgroßeltern bis 1958 bewohnt. Auf jeden Fall war damals anders als heute noch recht viel Platz um die Gebäude. In seiner Kindheit hat mein Vater hier häufiger mit seinem Bruder, seiner Cousine und seinen Cousins gemeinsam gespielt. In den sechziger Jahren wurde das Haus abgerissen und durch ein uniformes Hochhaus ersetzt. Die Lage im Zentrum und die Nähe zum Strand ist natürlich immer noch attraktiv. 

Nach dem Umzug von Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen nach Westerland im Jahr 1867 gab es eine Reihe von Häusern von Mitgliedern der Janssen Familie, die unverkennbare und auf vielen Fotos verewigte Villa Baur-Breitenfald am Strandübergang der Strandstraße, das Haus von Rentmeister Janssen in der Paulstraße, das Bankhaus von Johann Janssen in der Friedrichstraße (das Gebäude steht als einziges noch heute) und sein Wohnhaus, natürlich auch Villa Janssen in der heutigen Käpt'n-Christiansen-Straße (damals Damenbadstraße).


Aus der gleichen Quelle stammen eine Reihe weiterer Fotos von Vorfahren der Familie Janssen, die in die nächste Ausgabe der Familien-Chronik einfließen werden. Es ist jetzt schon abzusehen, dass die dritte Ausgabe um ca. 30% an Umfang zunehmen wird


Jürgen Kaack 01.10.2017, 14.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Oldenburgische Kürassier-Regiment Friis

Der älteste bekannte Vorfahre aus der Familie Wachsmuth ist Johann Andreas Wachsmuth, der vermutlich vor 1710 geboren wird (der Geburtsort ist unbekannt) und nach 1735 in Hadersleben als Hutmacher und Reiter im Oldenburgischen Kürassier-Regiment Friis in der von Rittmeister Ludolf Erich von Lersner (08.01.1713 bis 30.01.1773) geführten Kompanie diente.

 

Das Oldenburgische Kürassier-Regiment Friis, das 1701 als Regiment Ditmersens aufgestellt und erst 1703 einsatzbereit war, wurde zunächst als Teil eines Hilfskorps eingesetzt, das dem deutschen Kaisers vom dänischen König zur Unterstützung im Spanischen Erbfolgekrieg überlassen wurde. Anschließend war es zur Bekämpfung eines Aufstandes in Ungarn im Einsatz und 1709 in Holstein einquartiert. Nach einem weiteren Einsatz in Wismar 1711 kam das Regiment nach Schleswig, wo fünf Kompanien stationiert wurden. Je eine weitere Kompanie kam nach Sonderburg, Eckernförde und Husum. 1728 wurde das Regiment verlegt, je Kompanie wurde in Vejle stationiert, drei Kompanien nin Fredericia und vier Kompanien in Kolding. Hadersleben wird dabei nicht explizit erwähnt, aber da Kolding nicht weit entfernt ist, könnte eine der vier Koldinger Kompanien auch in Hadersleben stationiert gewesen sein, das ziemlich genau in der Mitte zwischen Kolding und Sonderborg liegt. Jede Kompanie hatte eine Mannschaftstärke von 61 Mann und 61 Pferden. Mit acht Kompanien im Oldenburgischen Kürassier-Regiment ergibt sich somit eine Gesamt-Mannschaftsstärke von 488 Reitern und Pferden. 1748 wird das Regiment wieder nach Husum und Rendsburg verlegt und nach einem 1763 an der Grenze zwischen Holstein und Mecklenburg durchgeführten Einsatz 1767 aufgelöst.

 

Ludolf Erich von Lersner stammt aus einem Frankfurter Patrizier-Geschlecht und entschied sich für eine militärische Karriere. Am 31.12.1734 wurde von Lersner zum Reserve-Leutnant im Reiterregiment Friis ernannt, am 30.09.1735 zum wirklichen Leutnant und schließlich am 06.09.1737 zum Rittmeister befördert. In dieser Funktion kommandiert er vermutlich eine der acht Kompanien des Regiments. Am 25.044.1746 erhielt er das Majors-Patent, am 16.04.1755 wurde er zum Oberstleutnant der Kavallerie befördert und am 24.09.1755 zum Oberst und Kommandeur des Reiterregiments. Nach dessen Auflösung wurde von Lersner Chef des Jütländischen Kürassier-Regiments. Am 22.07.1769 erhielt er seine letzte Beförderung zum Generalmajor und nahm am 30.09.1771  seinen Abschied. Am 30.01.1773 starb er unverheiratet in Slagelse.

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Jürgen Kaack 20.08.2017, 12.45 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Auswanderung nach Amerika 1853 mit späterer Rückkehr

Den aus Niedersachsen stammenden Familienzweig meiner Großmutter hatte ich nach bislang nur bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ergründet. In meinen Unterlagen fand sich nicht viel, online ist auch kaum etwas zu finden und Rechercheversuche liefen außer für den aus Braunschweig stammenden Teil mit der Familie Niedhardt zunächst ins Leere. Da die Kirchenbuchschreibung auch in diesem Teil Niedersachsens bis in das 17. Jahrhundert reicht, sollte aber mehr zu finden sein. Daher habe ich einigen Monaten wieder Recherchen aufgenommen, die sich zunächst auf die Städte und Gemeinden Bad Gandersheim, Bornhausen, Einbeck und Teichhütte konzentrieren, die mir als Wohnorte der Vorfahren bereits bekannt waren. Im ersten Schritt sollten Daten zu den bereits namentlich, z.B. aus Geburts- und Heiratseinträgen, bekannten Eltern gefunden werden und dann nach der vorherigen Generation gefahndet werden. Die ersten Schritte sind erledigt und die Erkenntnisse reichen jetzt bis ins 18. Jahrhundert.

 

Dabei sind einige interessante Informationen aufgetaucht. Die Vorfahren waren offensichtlich überwiegend arm, es waren damals wenig angesehene Leinenweber, Lohgerber sowie Hütten- und Waldarbeiter darunter, also durchaus eine andere Berufsstruktur als bei meinen nördlichen Vorfahren aus Schleswig-Holstein und Jütland. Fünf Generationen zurück ist 1853 eine Familie mit sieben Kindern aus Bad Gandersheim in die USA ausgewandert. Eine jüngere Tochter, meine Ur-Urgroßmutter hat 16 Jahre später in Braunschweig geheiratet, muss also zwischenzeitlich wieder aus den USA zurückgekehrt sein. Merkwürdig ist eine Koinzidenz mit einer schon 1845 aus Teichhütte ausgewanderten Familie Mügge, bei der eine verwandtschaftliche Beziehung zu vermuten ist. Im nächsten Schritt sind die Recherchen möglichst bis 17. Jahrhundert weiterzuführen und Verbindungen zu prüfen.

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Jürgen Kaack 13.08.2017, 11.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Offene Enden und weitere Suche

Die in den vorangegangen Beiträgen stammen überwiegend aus meiner Chronik "Heimat Sylt". Die Zusammenhänge zwischen den Familienzweigen, die regionalen Verlagerungen und Veränderungen in der Berufstätigkeit sind dort ebenfalls erläutert. Je weiter die Betrachtung in die Vergangenheit reicht, desto unsicherer sind mitunter die Quellen und eine eindeutige Zuordnung.

 

Bei der Familienforschung kommt erschwerend hinzu, dass die notwendigen Originaldokumente und Kirchenbuch-Einträge manchmal nicht  verfügbar sind, ganze Jahrgänge können durch Feuer oder Kriege vernichtet sein. Dann stößt man auf Sackgassen, die keine weitere Vertiefung ermöglichen. Zum Glück handelt es sich um Einzelfälle. Drei dieser „offenen Enden“ seien beispielhaft dargestellt: 

  • Mein ältester bekannter Vorfahre aus dem Wachsmuth-Zweig ist Johann Andreas Wachsmuth, der um 1835 in Hadersleben als Reiter und Hutmacher im Oldenburgischen Kürassier-Regiment unter dem Kommando von Rittmeister Lersner auftaucht. Ab 1737 werden seine vier Kinder in Hadersleben geboren, deren Entwicklung bis heute so gut wie lückenlos verfolgt werden kann. Johann Wachsmuth war mit Anna Maria Luca Buchwald verheiratet, die am 24.10.1710 in Nimptsch in Schlesien als Tochter des Großknechts Christoph Buchwald zur Welt kommt. Über die Herkunft von Johann Wachsmuth und auch über sein genaues Geburtsdatum konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Ein Eheeintrag könnte hilfreich sein, aber weder in Hadersleben noch in Nimptsch ist ein solcher Eintrag zu finden. Der Name Wachsmuth spricht nicht für eine Herkunft aus Jütland, aber eine konkrete Zuordnung ist mir bislang nicht möglich. Nur ein Zufallsfund könnte weiterhelfen.
  • Ein anderer „Problemfall“ ist der früheste   bekannte Vorfahre aus der Familie Johannsen. Hans Jensen Zimmermann heiratet am 13.10.1758 in Wyk auf Föhr Krincke Ingwers und betätigt sich als „Gastgeber“ (vermutlich ein Gastwirt mit Pensionsbetrieb). Der Eheeintrag weist aus, das Hans am 19.08.1732 geboren wurde und aus Süderlügum stammt. Nur findet sich in den Kirchenbüchern von Süderlügum kein Eintrag, so dass er wahrscheinlich in Süderlügum gelebt hat, aber aus einer anderen Gemeinde zugezogen ist. Für eine weitere Suche ist sein Name damals zu verbreitet, weshalb man ihm die Namensergänzung Zimmermann angefügt hat. In der damals noch üblichen patronymischen Namensgebung wird sein Vater mit Vornamen Jens geheißen haben. Die Suche nach einem Jens, der Zimmermann war, erscheint aussichtslos, zumal die Menschen auch schon im 18. Jahrhundert teilweise über weite Distanzen umgezogen sind.
  • Kapitän Johan Frederik Söeberg kommt um 1840 nach Tinnum auf Sylt, vielleicht aufgrund eines Kontaktes zu einem Tinnumer Kapitän. 1845 heiratet er die Tinnumerin Inken Sermine Söeberg und heiratet sie am 01.06.1845. Bei der Geburt des zweiten Kindes stirbt die Mutter im Kindbettfieber und Johan Frederik heiratet in Nordborg erneut. Er nimmt seine Tochter zu sich und zieht mit der Familie nach Aalborg, wo er bis zu seinem Tod am 11.04.1886 lebt. Er hinterlässt insgesamt acht Kinder. Die Suche nach seiner Herkunft hat erhebliche Probleme bereitet. Schließlich bin ich im Kirchspiel Marieberg von Göteborg fündig geworden. Im Taufregister findet sich für den 12.04.1816 ein Eintrag, in dem auch seine Eltern benannt sind. Somit ist auch die Frage nach dem Geburtsjahr gelöst, das vorher in keinem anderen Dokument eingetragen war. Für die Eltern konnten weder eine Traueintragung noch Geburtseinträge gefunden werden. Bei dem Vater Johan Söeberg ist als Beruf "Seemann" eingetragen. Vielleicht lebte die Familie gar nicht in Göteborg, sondern war dort nur zur Niederkunft? Eine weitere Suche erscheint auch hier so gut wie aussichtslos.

Die Beispiele zeigen, dass es Fälle gibt, in denen eine systematische Suche kaum erfolgversprechend ist. Hier bleibt nur, auf Zufälle zu hoffen, die wieder neue Informationen oder Verweise bringen. In einem anderen Familienzweig verfolge ich ein paar neue Ansätze, aber im Wesentlichen bin ich mit der Familienforschung an die Grenzen der möglichen Suche gestoßen. Noch schwieriger als die Beschaffung der Lebensdaten gestaltet sich die Suche nach Beschreibungen von Lebensumstünden, Nennungen in Chroniken, von denen ich einige gefunden habe. Aber auch hier sind Grenzen erreicht.

 

Für ergänzende Informationen oder Ideen für neue noch nicht erschlossene Quellen bin ich daher immer offen und für Hinweise dankbar. Sollten sich neue Informationen ergeben, dann gibt es unter Umständen auch noch mal eine überarbeitete und ergänzte Auflage der Chronik.


Jürgen Kaack 30.07.2017, 09.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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