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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Wyk

Offene Enden und weitere Suche

Die in den vorangegangen Beiträgen stammen überwiegend aus meiner Chronik "Heimat Sylt". Die Zusammenhänge zwischen den Familienzweigen, die regionalen Verlagerungen und Veränderungen in der Berufstätigkeit sind dort ebenfalls erläutert. Je weiter die Betrachtung in die Vergangenheit reicht, desto unsicherer sind mitunter die Quellen und eine eindeutige Zuordnung.

 

Bei der Familienforschung kommt erschwerend hinzu, dass die notwendigen Originaldokumente und Kirchenbuch-Einträge manchmal nicht  verfügbar sind, ganze Jahrgänge können durch Feuer oder Kriege vernichtet sein. Dann stößt man auf Sackgassen, die keine weitere Vertiefung ermöglichen. Zum Glück handelt es sich um Einzelfälle. Drei dieser „offenen Enden“ seien beispielhaft dargestellt: 

  • Mein ältester bekannter Vorfahre aus dem Wachsmuth-Zweig ist Johann Andreas Wachsmuth, der um 1835 in Hadersleben als Reiter und Hutmacher im Oldenburgischen Kürassier-Regiment unter dem Kommando von Rittmeister Lersner auftaucht. Ab 1737 werden seine vier Kinder in Hadersleben geboren, deren Entwicklung bis heute so gut wie lückenlos verfolgt werden kann. Johann Wachsmuth war mit Anna Maria Luca Buchwald verheiratet, die am 24.10.1710 in Nimptsch in Schlesien als Tochter des Großknechts Christoph Buchwald zur Welt kommt. Über die Herkunft von Johann Wachsmuth und auch über sein genaues Geburtsdatum konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Ein Eheeintrag könnte hilfreich sein, aber weder in Hadersleben noch in Nimptsch ist ein solcher Eintrag zu finden. Der Name Wachsmuth spricht nicht für eine Herkunft aus Jütland, aber eine konkrete Zuordnung ist mir bislang nicht möglich. Nur ein Zufallsfund könnte weiterhelfen.
  • Ein anderer „Problemfall“ ist der früheste   bekannte Vorfahre aus der Familie Johannsen. Hans Jensen Zimmermann heiratet am 13.10.1758 in Wyk auf Föhr Krincke Ingwers und betätigt sich als „Gastgeber“ (vermutlich ein Gastwirt mit Pensionsbetrieb). Der Eheeintrag weist aus, das Hans am 19.08.1732 geboren wurde und aus Süderlügum stammt. Nur findet sich in den Kirchenbüchern von Süderlügum kein Eintrag, so dass er wahrscheinlich in Süderlügum gelebt hat, aber aus einer anderen Gemeinde zugezogen ist. Für eine weitere Suche ist sein Name damals zu verbreitet, weshalb man ihm die Namensergänzung Zimmermann angefügt hat. In der damals noch üblichen patronymischen Namensgebung wird sein Vater mit Vornamen Jens geheißen haben. Die Suche nach einem Jens, der Zimmermann war, erscheint aussichtslos, zumal die Menschen auch schon im 18. Jahrhundert teilweise über weite Distanzen umgezogen sind.
  • Kapitän Johan Frederik Söeberg kommt um 1840 nach Tinnum auf Sylt, vielleicht aufgrund eines Kontaktes zu einem Tinnumer Kapitän. 1845 heiratet er die Tinnumerin Inken Sermine Söeberg und heiratet sie am 01.06.1845. Bei der Geburt des zweiten Kindes stirbt die Mutter im Kindbettfieber und Johan Frederik heiratet in Nordborg erneut. Er nimmt seine Tochter zu sich und zieht mit der Familie nach Aalborg, wo er bis zu seinem Tod am 11.04.1886 lebt. Er hinterlässt insgesamt acht Kinder. Die Suche nach seiner Herkunft hat erhebliche Probleme bereitet. Schließlich bin ich im Kirchspiel Marieberg von Göteborg fündig geworden. Im Taufregister findet sich für den 12.04.1816 ein Eintrag, in dem auch seine Eltern benannt sind. Somit ist auch die Frage nach dem Geburtsjahr gelöst, das vorher in keinem anderen Dokument eingetragen war. Für die Eltern konnten weder eine Traueintragung noch Geburtseinträge gefunden werden. Bei dem Vater Johan Söeberg ist als Beruf "Seemann" eingetragen. Vielleicht lebte die Familie gar nicht in Göteborg, sondern war dort nur zur Niederkunft? Eine weitere Suche erscheint auch hier so gut wie aussichtslos.

Die Beispiele zeigen, dass es Fälle gibt, in denen eine systematische Suche kaum erfolgversprechend ist. Hier bleibt nur, auf Zufälle zu hoffen, die wieder neue Informationen oder Verweise bringen. In einem anderen Familienzweig verfolge ich ein paar neue Ansätze, aber im Wesentlichen bin ich mit der Familienforschung an die Grenzen der möglichen Suche gestoßen. Noch schwieriger als die Beschaffung der Lebensdaten gestaltet sich die Suche nach Beschreibungen von Lebensumstünden, Nennungen in Chroniken, von denen ich einige gefunden habe. Aber auch hier sind Grenzen erreicht.

 

Für ergänzende Informationen oder Ideen für neue noch nicht erschlossene Quellen bin ich daher immer offen und für Hinweise dankbar. Sollten sich neue Informationen ergeben, dann gibt es unter Umständen auch noch mal eine überarbeitete und ergänzte Auflage der Chronik.


Jürgen Kaack 30.07.2017, 09.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sturmflut von 1825 auf den Halligen

Vor der Burchardi-Flut 1634 bildeten die Halligen Oland und Langeneß mit weiteren Landmassen die Hallig-Alt-Langeneß. Auf allen Halligen zusammen lebten bei der Volkszählung von 1769 2.000 Menschen in 350 Häusern. Auf der Nordmarsch lebten 1749 400 Personen auf 10 Warften. Von den Einwohnern arbeiteten 86 als Seefahrer, entsprechend einer Quote von knapp 22%. Langeneß war zu dieser Zeit mit 13 Warften und 70 Häuser ähnlich groß. 1769 waren die männlichen Erwachsenen fast ausschließlich in der Seefahrt tätig, teils mit eigenen Schiffen, in der Mehrzahl aber angeheuert von hamburgischen oder holländischen Reedern. Vor der Sturmflut von 1825 lebten 187 Einwohner in 70 Häusern, 1850 standen noch 50, 1905 nur noch 30 Häuser. Heute misst die Hallig 10 Kilometer in der Länge und 1,4 in der Breite, etwa 100 Personen lebten 1987 in 58 Haushalten. Landwirtschaft, Küstenschutz und Tourismus sind heute die Haupterwerbsquelle auf den Halligen.

Hallig Gröde ist heute mit 11 Einwohnern eine der kleinsten Gemeinden in Deutschland, mit 2,5 Quadratkilometern aber schon deutlich größer als Habel! Gröde gehört wie auch die Nachbarhalligen Appelland und Habel zu den friesischen Uthlanden. Die Halligen wurden durch Sturmfluten vom Festland abgetrennt und hatten in der Folge durch weitere Fluten und Meeresströmungen Landverluste zu beklagen. In der Burchardiflut im Jahr 1634 ertrank auf den drei Halligen ein Mensch. Die 1779 erbaut Kirche Sankt Margarethen ist vermutlich die siebte Kirche an dieser Stelle und enthält einen Altar von 1592. Bei der Februarflut von 1825 wurden auf den drei eigenständigen Halligen Gröde, Appelland und Habel  acht der 23 Häuser zerstört, zudem eine von drei Warften. Im Jahr 1825 gab es noch 90 Einwohner auf Hallig Gröde, bis 1874 halbierte sich diese Zahl. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs Gröde mit der nördlich gelegenen Hallig Appelland zusammen, nachdem man zum Küstenschutz den zwischen den beiden Halligen verlaufenden Priel mit einem Damm unterbrochen hatte.

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Jürgen Kaack 26.07.2017, 18.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Strandübergang in Westerland um 1895

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren die meisten Straßen in Westerland noch ungepflastert, dies traf auch auf die touristischen „Hauptstraßen“ (Friedrich- und Strandstraß0e) zu. Auf dem ersten Bild blickt man direkt vom Strandübergang in die Strandstraße. Links, nicht mehr auf dem Foto erfasst, befindet sich das Hotel Villa Baur-Breitenfeld. Das zweite ist ein Stück weiter nach Norden entstanden, ebenfalls mit Blick nach Osten. Baur-Breitenfeld befindet sich jetzt rechts vom erfassten Bildausschnitt. Auf dem Foto sieht man als Querstraßen die Doktor-Nicolas- und direkt dahinter die Steinmannstraße. Beide Fotos müssen um 1895 entstanden sein.


In der Steinmannstraße 6 hat der Tierarzt Dr. Claudius Janssen ein 1897 errichtetes Haus erworben, in dem er bis zu seinem Tod 1924 gelebt hat, seine Frau hat hier noch bis 1958 gewohnt. Claudius war ein Bruder der in der Villa Baur-Breitenfeld lebenden Elise Charlotte Nicoline Baur von Breitenfeld, geborene Janssen. Claudius war zudem der jüngere Bruder von Johann Janssen, der in der Friedrichstraße ein Bankhaus gegründet hat. Johann hat für seine Familie ein Wohnhaus und der damaligen Damenbadstraße 9 (heute Käpt'n-Christiansen-Straße) errichtet. Ihr gemeinsamer Vater Lorenz Nicolay Ludwig Janssen lebte nicht weit entfernt in der Paulstraße 2. Er war viele Jahre lang Leiter des Zollamtes und der Steuerkasse von Sylt und stirbt 1918 mit fast 90 Jahren.




Jürgen Kaack 23.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zuzug und Tourismus auf Föhr im 19. Jahrhundert

Line Hansen Zimmermann wurde am 26.04.1815 in Wyk auf Föhr geboren und ihre Vorfahren lebten über einige Generationen überwiegend in Wyk und waren unter anderem als Zimmerleute, Fuhrmann oder Gastgeber in der Inselhauptstadt tätig. Lene Hansens Vater Ingwer Hansen Zimmermann (06.08.1762 bis 20.01.1839) war einer von zwei Gerichtsbeisitzern in Wyk und damit einer der wichtigen Verwaltungsbeamten.


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Jürgen Kaack 22.07.2017, 11.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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