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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Westerland

Lorenz Nicolay Janssen - Rentmeister auf Sylt

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 fielen mit dem Prager Frieden von 1866 Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen. Im Friedensvertrag wurde eine Volksabstimmung über die zukünftige nationale Zugehörigkeit des Gebietes im nördlichen Schleswig vereinbart. Spätestens nach dem Prager Frieden hat sich die Berufslaufbahn von Lorenz Nicolay verändert, da er bislang für die dänische Regierung tätig war. Vermutlich ist er bereits 1867 in die Dienste des preußischen Staates gewechselt und mit seiner Familie nach Westerland umgezogen. Das erste „Provinzial-Handbuch für Schleswig-Holstein“ von 1868 weist Lorenz Nicolay Ludwig bis zu seiner Pensionierung aus als Beamten für die vereinigte preußische Provinz Schleswig-Holstein mit der Funktion eines Zolleinnehmers („Zollcontrolleurs“) und eines „Rentmeisters“ für das seit 1816 bestehende Nebenzollamt Sylt und gleichzeitig als Steuerempfänger bei der Steuerkasse Sylt in Tinnum. Mit Lorenz Nicolay kamen seine Frau Catharina Maria und seine fünf Kinder nach Sylt. Zur gleichen Zeit sind auch seine Eltern Elisabeth Charlotte und Johann Janssen nach Keitum umgezogen, um ihren Lebensabend in der Nähe ihrer Kinder und Enkel zu verbringen. Somit lebten 1867 neun Mitglieder der Familie Janssen auf Sylt.

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Jürgen Kaack 26.07.2017, 17.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Haus Schöneck in Westerland im Wandel der Zeit

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Gebäude in Westerland errichtet, um dem wachsenden Bedarf durch Touristen gerecht zu werden. In der Süderstraße 2 wurde vermutlich von Familie Lambeck ein Eckhaus mit einem markanten Türmchen gebaut und als Pension "ersten Ranges" angepriesen. Anfang des neuen Jahrhunderts hat wohl die Tochter der Lambecks einen Herrn Krone geheiratet und das Haus weiterhin als Pension unter dem Namen  "Haus Lambeck" betrieben. Zugänglich war die "älteste und vornehmste" Pension allerdings nur für für "Herrschaften christlichen Glaubens". Die Zimmer kosteten 1910 zwischen 15 und 45 Mark pro Woche!


Um 1920 wurde das Haus an die "Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime e.V." verkauft und unter dem neuen Namen Haus Schöneck Teils  des "Nordfriesischen Heims", zu dem auch das Parkhaus sowie die Häuser Martha, Germania und Wilhelminenburg gehörten. Insgesamt konnten im Nordfriesischen Heim 210 Personen beherbergt werden. Um 1935 wurden die Häuser verkauft. Haus Schöneck behielt seinen Namen, wurde allerdings in Mietwohnungen aufgeteilt. Familie Carstensen ist 1938 in eine der Erdgeschoss-Wohnungen eingezogen und hat dort bis 1957 gewohnt.


Die nachfolgende Anzeige stammt aus dem Syltführer um 1905, das untere Foto ist schon nach Umbenennung in Haus Schöneck aufgenommen worden.








Jürgen Kaack 24.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Notgeld vom Bankhaus Janssen von 1918 bis 1920

In den Jahren 1918 bis 1920 und damit kurz vor dem Verkauf an die die Schleswig-Holsteinische Bank wurden Schuldscheine im Gegenwert von 50 Pfennig ausgegeben, die als Zahlungsmittel genutzt und beim Bankhaus Janssen eingetauscht werden konnten. Diese Art von Ersatzgeld war vermutlich nur über einen kurzen Zeitraum ausgegeben.



   

    

Jürgen Kaack 20.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Claudius Janssen stirbt 1918 im Luftkampf

Nach Schulabschluss studiert Claudius Waldemar Janssen junior wie sein Onkel Ernst Emil Zahnmedizin und praktiziert zunächst in Meldorf und nach dem Umzug der Familie in Ratzeburg. Direkt nach Ausbruch des ersten Weltkriegs hat sich Claudius Waldemar am 02.08.1914 für 16. Husaren-Regiment in Schleswig gemeldet. Auch sein Vater wird zum Kriegsdienst herangezogen, vermutlich als Veterinär-Offizier, wie auch sein Schwager Hermann Kaack. Schon am 15.10.1914 wird das Regiment von Claudius Waldemar an die Ostfront nach Russland verlegt. Ein Jahr später im August 1915 meldet sich Claudius Waldemar freiwillig zur Fliegertruppe und wird in Berlin-Adlershof zum Kampfflieger ausgebildet. Schon im Februar 1916 wird er an die Frankreich-Front versetzt und einen Monat später beim Luftkampf über Verdun durch einen Armschuss verwundet. Im Juni wird er zum Offizier befördert und bei der Verteidigung von Saarbrücken eingesetzt.

Beim Luftkampf am 17.03.1918 bei Passchendaele in der Nähe der Stadt Ypern in Flandern greift er in seinem „Pfalz D.III“ Doppeldecker-Jagdflugzeug zusammen mit Oberleutnant Bethge, dem Kommandeur der Jagdstaffel 30, ein englisches Geschwader aus 10 oder 12 Bristol Fighters an. Beide Piloten werden mit ihren technisch unterlegenen Flugzeugen abgeschossen und kommen dabei ums Leben. Claudius Waldemar wurde nur 28 Jahre alt. Er ist der am höchsten dekorierte Kriegsteilnehmer aus dem Kreis der Familie mit je einem Eisernen Kreuz 1. und 2. Klasse, einem Ritterkreuz 2. Klasse mit Schwertern, dem Flugzeugführerabzeichen und dem Ehrenbecher „Dem Sieger im Luftkampf“. Beigesetzt wurde Claudius Waldemar Janssen auf dem „Ehrenfriedhof“ in Kortrijk. Der Tod ereilt ihn nur 8 Monate vor dem Kriegsende bei einem letztlich unsinnigen und für den Kriegsausgang völlig unwichtigen Einsatz.

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Jürgen Kaack 19.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Johann Janssen - Gründer eines Bankhauses auf Sylt

Der am 12.01.1856 in Glücksstadt geborene Johann August Carl Janssen ist um 1880 nach Westerland umgezogen und hat sich dort am 10.04.1882 mit der aus Kampen stammenden Dorothea Katharina Kamp (geboren am 17.08.1861) vermählt. Die Vorfahren von Dorothea lebten anscheinend über eine längeren Zeitraum im damals ländlichen Kampen. Ihr Vater Peter Jürgen Hansen Kamp wurde am 17.07.1823 geboren, lebte als Landmann und Rentier und starb am 31.03.1898 mit fast 75 Jahren an den Folgen eines Herzanfalls. Dorotheas Mutter Helena Jürgensen wurde am 28.07.1830 in Keitum geboren und verbrachte ihr Leben nach der Hochzeit in Kampen, wo sie am 25.10.1901 mit 71 Jahren starb. Neben Dorothea hatte die Familie einen sechs Jahre jüngeren Sohn Jürgen Peter Kamp, der am 23.03.1867 geboren wurde und als Landwirt und Gemeindevertreter in Kampen tätig war. Am 27.10.1891 hat er die am 19.09.1870 in Liste geborene Friederike Margarethe Pahl geheiratet. Sie starb am 26.12.1956 mit 86 Jahren, ihr Ehemann wurde fast 101 Jahre alt und starb am 10.01.1968!

Johann August Janssen ist Gründer des nach ihm benannten „Bankhaus Johann Janssen“ gegründet in der Friedrichstraße 19. In dem aufstrebenden Seebad haben sich trotz der geringen Bevölkerungszahlen Ende des 19. Jahrhunderts einige Bankgeschäfte etabliert. Neben den in den ländlichen Gebieten üblichen Spar- und Leihkassen bringt das Geschäft mit der Errichtung neuer Immobilien und während der Saison mit den Touristen Umsatz. Johann August Janssen ist Stadtverordneter im Westerländer Gemeinderat und Mitglied in der Badekommission. Diese Ehrenämter sind in Verbindung mit der Bankierstätigkeit sicher vorteilhaft. In der Käptn-Christiansen-Straße 9 (damals noch Damenbadstraße) erbaut er 1902 ein Wohnhaus, in dem seine Witwe später Zimmer an Kurgäste vermietet.


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Jürgen Kaack 18.07.2017, 10.40 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Claus Kaack - der erste Lehrer in der Familiengeschichte

Über das Leben von Jochim Kaack, der nach dem Umzug von Mühbrook über Langwedel am 12.01.1775 in Nübbel geboren wird, und seiner Familie ist nichts bekannt, er hatte mit Wiebke zwei Söhne und zwei Töchter. Der älteste Sohn wurde wieder nach seinem Großvater Hans (15.08.1804 bis 1873) genannt und erhielt als Viertel-Hufner auf Flurstück Nr. 15 in Nübbel. Die Familie hatte zwei Töchter, die ältere der Beiden war Margarethe Kaack (16.07.1810 bis 1898) und heiratete am 12.11.1828 den aus Fockbeck stammenden Jürgen Grimm (08.11.1806 bis 1864), einen Enkel von Hans Grimm, dem Vater ihrer Mutter Wiebke. Nach dem Vater von Jürgen Grimm, Claus Grimm (23.03.1774 bis 27.08.1831) wurde Claus Kaack benannt und dieser war auch sein Taufpate. So gab es offensichtlich enge familiäre Bande zwischen den Familien Grimm und Kaack. Margarethe und Jürgen Grimm lebten in Fockbeck, wo Jürgen als Hufner arbeitete und von 1830 bis 1850 zum Bauernvogt gewählt war. Die Familie hatte drei Töchter und zwei Söhne). Die jüngere Tochter von Wiebke und Jochim erhielt nach ihrer Mutter den Namen Wiebke Kaack (25.09.1815 bis 1873) und heiratete den Käthner auf dem Flurstück Nr. 38 in Nübbel, Hans Bock (1807 bis 1884). Die gemeinsame Tochter Eva Bock (28.12.1841 bis 26.01.1894) heiratet am 01.11.1863 Hans Grimm 13.09.1840 bis 03.11.1917), den Sohn von Margarethe Kaack und Jürgen Grimm.

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Jürgen Kaack 16.07.2017, 10.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Strandansichten von Westerland Ende des 19. Jahrhunderts



Passend zum Ferienbeginn: Ein Strandaufenthalt war auch im 19.Jahrhundert schon beliebt, zumindest für diejenigen, die sich dieses Vergnügen leisten konnten. 1855 wurde Westerland zum Nordseebad ernannt und danach stiegen auch die Gästezahlen, zunächst langsam, aber stetig. Die Holzstiche aus dem Wochenmagazin "Ueber Land und Meer" der "Deutschen Illustrierte Zeitung" aus den 1890er Jahren belegen, dass die am Strand getragene Mode sich erheblich vom heutigen Stil unterschied. Zum Baden hat man sich in Badekarren umgezogen, die bis dicht an die die Wasserkante geschoben wurden.



Die Wandelbahn war auch zur damaligen Zeit schon beliebt.



Eine Skizze zur Touristenmode im ausgehenden 19. Jahrhundert.


Jürgen Kaack 14.07.2017, 09.46 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Hochzeitstruhe von 1779

Die Familie Lorenzen ist Ende des 16. Jahrhunderts von Sonderburg mit einer höchstens 50-jährigen Zwischenstation in Odense in die Gemeinde Sommerstedt gezogen, hat dort ca. 200 Jahre lang gelebt und ist dann mit einer kurzen Zwischenstation in Tondern schließlich in Keitum gelandet. Bemerkenswert ist bei diesen Umzügen der Unterschied zwischen den eher kleinstädtisch geprägten Orten Sonderburg und Odense im Vergleich zu den kleinen ländlichen Weilern Oksenvad und Sommerstedt. Ohne Kenntnis der Berufe, die die Lorenzen ausgeübt haben, ist es kaum möglich, eine schlüssige Begründung zu finden. Vielleicht waren Folgen der dänisch-schleswigschen Auseinandersetzungen, Missernten oder Arbeitslosigkeit ein Grund für den Umzug aus dem ländlichen Umfeld von Haderslev in das Verwaltungszentrum Tondern.
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Jürgen Kaack 13.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wege nach Sylt vor dem Hindenburgdamm

Auf die Insel Sylt kam man vor der Fertigstellung des Hindenburgdammes entweder von Hamburg aus über den Hafen in Hörnum, oder von Hoyer über den den Hafen in Munkmarsch, der in dem Holzstich von 1894 abgebildet ist. Der Stich ist in dem Wochenmagazin "Ueber Land und Meer" der "Deutsche Illustrirte Zeitung" abgedruckt worden. Vom Landungssteg aus konnten die Reisenden direkt in die Schmalspurbahn umsteigen und zum Bahnhof in Westerland weiterfahren.

Nach der Eröffnung des Hindenburgdammes 1927 wurde der Fährverkehr zwischen Hoyer und Munkmarsch eingestellt. Mein Vater hat seine erste Reise nach der Entbindung in der Flensburger Klinik noch auf dem Weg über Munkmarsch gemacht. Mein Großvater war in den letzten Jahren des Fährbetriebs Hafenkapitän in Hoyer.



Einer der Schiffe auf der Fährlinie von Hoher nach Munkmarsch war der Schaufelraddampfer "Nordsee", hier auf einem Holzstich von 1895, ebenfalls aus dem Wochenmagazin "Über Land und Meer".



Jürgen Kaack 12.07.2017, 15.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Tod eines Seemanns auf den Molukken 1857

Aus dem Archsumer Zweig der Wachsmuth-Familie mit dem Familienvater Nicolay Wachsmuth, der 1813 noch in Højer geboten wurde, gingen zwischen 1838 und 1849 vier Söhne und zwei Töchter hervor. Einige der Kinder sind vermutlich jung gestorben. Nicolay arbeitete als Arbeitsmann in der Landwirtschaft und war mit der aus Archsum stammenden Merret Hans Christians (18.05.1810 bis 17.06.1850) verheiratet (Hochzeit am 15.08.1838). Er starb am 18.06.1880 in Archsum. Der älteste Sohn von Anna und Nicolay Wachsmuth war der am 11.04.1838 in Archsum vier Monate vor der Hochzeit geborene Nicolay Jessen Wachsmuth. Genau wie nach ihm sein jüngerer Bruder, der spätere Kapitän Meinert Nicolai, der sich 1865 nach einem Schiffbruch in Oregon niedergelassen hat, entschied sich Nicolay Jessen mit 18 Jahren 1856 zur See zu fahren.

 

Laut einem von C.P. Hansen erfassten Bericht fuhr er am 03.08.1856 mit 18 Jahren als Leichtmatrose von Hamburg unter dem Kommando von Kapitän Meinert Boysen aus Kampen auf der Schonerbark „Posa“ in Richtung Hongkong. Stürme in der Biskaya und am Kap der Guten Hoffnung richteten Schäden am Schiff an. Das Schiff ist ohne weitere Vorkommnisse durch die Sundastraße in die Banda- oder Molukkensee  gelangt. Dort haben starke Gegenwinde aus dem Kurs gebracht und schließlich am 10.01.1857 mitten im Ozean auf das Helen-Riff in der Nähe von Neuguinea aufsetzen lassen. Die Mannschaft verließ das Schiff mit dem Beiboot, beladen mit Lebensmitteln, Sextant und Chronometer und sichtete nach 13 Tagen Land, wahrscheinlich die indonesische Inselgruppe der Molukken zwischen Sulawesi und Neuguinea.

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Jürgen Kaack 12.07.2017, 09.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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