STZ - Consulting Group

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Vectoring

Rückblick auf das Breitband-Jahr 2016

2016 war in vieler Hinsicht ein besonderes Jahr, auch ohne auf politische Entwicklungen eingehen zu wollen. Der Breitbandausbau ist in diesem Jahr vorangekommen und auch der FTTB-Ausbau gewinnt an Fahrt. Sehr viele Kreise und Städte haben Beratungsprojekte für eine Analyse der Situation und die Ableitung von Konzepten beauftragt. Die in NRW eingeführte Förderung der Personalkosten für Breitbandkoordinatoren zeigt gute Resonanz und es ist abzusehen, dass die meisten Gebietskörperschaften demnächst eigene Mitarbeiter für Breitbandfragen haben. Für die Folgejahre bleiben noch viele Aufgaben offen und für die Migration von FTTC zu FTTB sind Konzepte erforderlich. Im November wurde mein Buch zum Breitbandausbau „Schnelles Internet in Deutschland: Geschäftsmodelle und Fallbeispiele für den Ausbau“ veröffentlicht, das Gebietskörperschaften Hilfestellung bei der Planung des Breitbandausbaus bieten soll.

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Jürgen Kaack 26.12.2016, 17.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Buch zum Breitbandausbau erschienen



In vielen Fällen erfolgt der Breitbandausbau in Deutschland privatwirtschaftlich durch die im Wettbewerb stehenden Netzbetreiber. Seit der Poststrukturreform II ist der deutsche Staat nicht mehr in der Schaffung von Telekommunikationsinfrastrukturen aktiv. Für die Netzbetreiber ist in der Regel die Aussicht auf betriebswirtschaftliche Erträge oder die Verbesserung der Marktposition der Treiber für den Ausbau. Diese Überlegungen führen nicht immer zum Erfolg, z. B. in ländlichen Regionen oder bei langen Anlaufstrecken. In diesen Fällen muss die Gebietskörperschaft eigene Aktivitäten entfalten. Eine Möglichkeit ist die Nutzung von staatlichen Fördermitteln, sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind.


Aber es gibt eine Reihe von weiteren Möglichkeiten und Geschäftsmodellen, die völlig ohne finanzielle Zuwendungen auskommen. Nicht jedes Modell passt bei jeder Situation. Mein Buch beschreibt eine Clusterung der grundsätzlich vorhandenen Modelle in sieben Kategorien und erläutert die Vor- und Nachteile. Ergänzt wird dies durch Beispiele aus der Praxis. Viele Beispiele gehen auf Beratungsprojekte zurück, die STZ-Consulting in den letzten Jahren im Auftrag von Kreisen, Kommunen oder Versorgungsunternehmen durchgeführt hat.

„Schnelles Internet in Deutschland“ kann als Buch oder eBook bei just-4-business, BoD oder amazon bestellt werden.


Beschreibung des Herausgebers: "Stellen Sie sich vor, die globale Digitalisierung ist in vollem Gang, aber Ihr Unternehmen in der Provinz „muss draußen bleiben“, weil die Internet-Anbindung der empfohlenen Richtgeschwindigkeit um Lichtjahre hinterherhinkt. Bevor Sie einen Umzug in die Großstadt ernsthaft in Erwägung ziehen, lesen Sie, was der Unternehmer Jürgen Kaack in jahrelanger Kleinarbeit herausgefunden hat.

In diesem Buch geht es darum, wie Unternehmen und Kommunen zu einem zukunftstauglichen Glasfasernetz kommen. Jürgen Kaack zeigt die Möglichkeiten und Geschäftsmodelle für den Breitbandausbau im ländlichen Raum. Er stützt sich dabei auf die praktischen Erfahrungen, die er als Breitbandberater über Jahre hinweg gesammelt hat. Obwohl sich die rechtlichen Rahmenbedingungen ändern, haben sich die Vorgehensweisen und Lösungen bewährt. Die zahlreichen konkreten Fallbeispiele können als Vorbilder und Ideengeber dienen.

Jürgen Kaack ist ein pragmatischer Unternehmer, Berater und Doktor der Naturwissenschaften. Als einer der wichtigsten Autoren der ersten Stunde hat er 2006 bei der Gründung der Website Mittelstandswiki geholfen und zahlreiche Beiträge und E-Paper zu den Themen Realwirtschaft, Internet und Kommunikation veröffentlicht. Der (schleppende) Breitbandausbau in Deutschland hat es ihm besonders angetan, weshalb er dieses Thema seit Jahren mit konkreten Fallbeispielen im MittelstandsWiki beschreibt. Dieses Buch ist eine Sammlung seiner wichtigsten Erfahrungen in NRW, die auf andere Bundesländer übertragbar sind."

Jürgen Kaack 26.11.2016, 15.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Fallbeispiel Kreis Olpe: Kreisweiter Vectoring-Ausbau mit Mitteln aus dem Bundesförderprogramm

In Abstimmung mit allen sieben kreisangehörigen Städten und Gemeinden des Kreises Olpe wurden potenzielle Ausbaugebiete identifiziert. Berücksichtigt wurde bei der Auswahl der Gebiete die Maßgabe, dass nach einem geförderten Ausbau mindestens 85  % der Haushalte eine Versorgung mit 50 Mbit/s  und mehr erhalten sollen. Dies wäre aufgrund der örtlichen Gegebenheiten im Kreis Olpe in einigen Siedlungsbereichen (z.B. Aussiedlerhöfe, kleine Weiler) nur mit einem FTTB-Ausbau zu realisieren. Diese sind daher im Ausbaugebiet nicht berücksichtigt. Zum Ausbaugebiet gehören insgesamt 104 Siedlungs- / Ortsteilbereiche bzw. Gewerbe- / Industriegebiete mit einer Gesamtfläche von 15,98 km². In diesen Gebieten finden sich knapp 11.000 Haushalte und 1.600 Gewerbebetriebe. Bei der Bemessung der Gesamtfläche ist zu berücksichtigen, dass die Ausbaugebiete nahezu parzellenscharf definiert wurden und darüber hinaus keine freien Flächen einbezogen sind. Insbesondere alle unterversorgten Gewerbe- und Industriegebiete wurden zum Erhalt und zur Stärkung der vorhandenen Wirtschaftsstruktur im Kreis Olpe einbezogen.
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Jürgen Kaack 29.05.2016, 15.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Überarbeitete Rahmenbedingungen für Breitbandausbau nach dem GAK-Programm

Derzeit liegt der Fokus bei den Ausbau-Vorhaben bei interkommunalen oder kreisweiten NGA-Vorhaben nach dem Bundesförderprogramm. Daneben läuft aber auch weiterhin das vor kurzem überarbeitete GAK-Programm zur Beseitigung einer Unterversorgung in Gebieten (innerhalb der Förderkulisse), die weniger als 6 Mbit/s haben. Mit dem GAK wird zwar zunächst nur ein "großflächiger" Ausbau mit mindestens 16 Mbit/s gefordert, in der Regel führt dies allerdings mit einem VDSL-Ausbau auch zu Zugangsgeschwindigkeiten von maximal 50 Mbit/s. Zwar liegt die Förderquote bei GAK-Projekten bei nur 75% im v Ergleich zu den mit dem Bundesprogramm unter Zufinanzieurng durch die Länder erreichbaren 90%. Dafür ist der Aufwand bei der Stellung eines Förderantrags nach dem GAK-Programm um ein Vielfaches einfacher und erfordert weder GIS-Daten noch Vergleichsrechnungen. Das ist vermutlich auch der Grund, warum aktuell immer noch eine Reihe von Verfahren nach GAK laufen. Es ist abzusehen, dass auch parallel oder nach Verfahren nach dem Bundesförderprogramm weiterhin Förderprojekte auf der Grundlage von GAK durchgeführt werden, obwohl die Förderquote mit 75% niedriger liegt als die mit dem Bundesprogramm möglichen 90%. Vermutlich werden die dabei bearbeiteten Ausbaugebiete weiter kleiner mit sinkenden Anschlusszahlen. Die aktuelle Förderrichtlinie für GAK findet sich bei recht.NRW.de und der für die konkrete Projektarbeit wichtigere Leitfaden in der letzten Version vom 20.11.2015 auf der Seite von Breitband.NRW.de.

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Jürgen Kaack 04.04.2016, 11.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Bundes-Breitbandförderungsprogramm in der praktischen Umsetzung

Das NGA-Förderprogramm des Bundes eröffnet die lange überfällige Möglichkeit, auch den nachhaltigen Ausbau mit Glasfaseranschlussnetzen zu fördern. Allerdings ist dies nur in „weißen“ NGA-Flecken möglich, die den Nutzern mehrheitlich weniger als 30 Mbit/s ermöglichen. Insgesamt sind dies noch knapp 25% der Anschlüsse in Deutschland. Allerdings berücksichtigt dieser Wert noch nicht den derzeit stark fortschreitenden Vectoring-Ausbau, der schon bis 2018 von den Netzbetreibern geplant und zum Teil auch verbindlich zugesagt ist. Das neue Bundesförderprogramm ist in der Handhabung recht bürokratisch und setzt hohe Hürden für die Vorbereitung eines Förderantrags.

 

Gleichzeitig sind viele Facetten immer noch unklar. Eine erste Liste mit Fragen und Antworten hat Breitband.NRW zusammengestellt, die unter dem Link http://www.breitband.nrw.de/faq.html#faqisp zu finden sind. Die folgende FAQ-Liste stellt das Ergebnis beri der Suche nach weiteren offenen Fragen dar und ist nur als Anhaltspunkt für eigene Überlegungen zu verstehen. Da sie  im Kontext einer konkreten Projektbearbeitung entstanden ist, können die Antworten nicht verallgemeinert werden. Insbesondere beim Beginn eines Projektes können die Antworten aber vielleicht bei der Planung helfen. Konkrete Fragen sollten auf jeden Fall entweder an das Breitbandbüro des Bundes oder diejenigen der betreffenden Länder gerichtet werden.

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Jürgen Kaack 01.02.2016, 14.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitbandausbau im ländlichen Raum mit NGA-Förderprogramm?

Das NGA-Förderprogramm des Bundes eröffnet die lange überfällige Möglichkeit, auch den nachhaltigen Ausbau mit Glasfaseranschlussnetzen zu fördern. Allerdings ist dies nur in „weißen“ NGA-Flecken möglich, die den Nutzern mehrheitlich weniger als 30 Mbit/s ermöglichen. Imsgesamt sind dies noch knapp 25% der Anschlüsse in NRW. Allerdings berücksichtigt dieser Wert noch nicht den derzeit stark fortschreitenden Vectoring-Ausbau, der schon bis 2018 von den Netzbetreibern geplant und zum Teil auch verbindlich zugesagt ist. Welche NGA-Versorgungsquote sich für NRW ergibt, wenn man die bestehenden Planungen berücksichtigt. Meine Schätzung liegt im Bereich von 10 bis 15%. Nur für einen Ausbau in diesen Flecken kann eine Förderung nach dem neuen Bundesprogramm gewährt werden.

Vorteile des Vectoring-Ausbaus sind der vergleichsweise schnelle und weitgehend flächendeckende Infrastrukturaufbau und der Entfall einer Zuwendungen durch Kreise und Kommunen, der zudem die bestehenden Anforderungen der überwiegenden Mehrzahl der Nutzer gut befriedigt und dies auch für die nächsten Jahre gut sichert. Auf der anderen Seite ist unbestritten, dass nur ein bis zum Hausanschluss durchgehender Glasfaser-Anschluss eine zukunftssichere und nachhaltige Lösung darstellt. In Gebieten mit Vectoring-Ausbau wird aber kaum noch ein Netzbetreiber investieren, wenn keine Mindest-Kundenzahlen garantiert werden. Somit bremst der Vectoring-Ausbau den ohnehin schon langsamen Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen.

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Jürgen Kaack 21.01.2016, 10.19 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Förderprogramme für den Breitbandausbau

Förderprogramme für den Breitbandausbau unterscheiden zum Teil zwischen dem Ausbau in ländlichen und gewerblichen Gebieten sowie zwischen Unterversorgung und NGA-Ausbau. Die Förderprogramme basieren auf wenigen rechtlichen Grundlagen und Verordnungen, die europaweite Gültigkeit haben. Dies sind insbesondere die „Allgemeine Gruppenfreistellungs-Verordnung“ (AGVO), die EU-Breitbandleitlinien und für Deutschland die BNGA-Rahmenregelung.

 

Zu den derzeit wichtigsten Förderprogrammen gehören zur Sicherstellung der Grundversorgung die „Gemeinschaftsaufgabe Küstenschutz und Agrarentwicklung“ (GAK), für die Ausbau der Infrastrukturen in Gewerbegebieten das regionale Wirtschaftsförderungs-Programm“ (RWP) und für den bundesweiten NGA-Ausbau in Wohn- und Gewerbegebieten die „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“. Eine Sonderrolle kann für einige Kommunen das „Kommunal-Investitions-Förderungs-Gesetz“ (KInvFG) spielen. Neben den Förderrichtlinien sind für die Umsetzung die zugehörigen Leitfäden von Bedeutung.

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Jürgen Kaack 18.01.2016, 11.40 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Jahresrückblick 2015

Auch 2015 stand wie in den Vorjahren der Breitbandausbau im Mittelpunkt der geschäftlichen Aktivitäten bei STZ-Consulting. In den letzten Jahren ist insbesondere die Schließung von Versorgungslücken auch in ländlichen Gebieten vorangegangen. Dagegen bleiben die Fortschritte bei der Errichtung nachhaltiger Glasfaser-Hausanschlüsse weiterhin schwach.

STZ-Consulting hat 2015 Kreise, Kommunen und Stadtwerke bei der Konzeption, der Entwicklung von Geschäftsmodellen und der Gestaltungen von Kooperationen in Verbindung mit dem Ausbau von Breitband-Infrastrukturen unterstützt. Daneben wurden Rahmenbedingungen für das Angebot von öffentlichen WLAN-Netzen in Kommunen analysiert und natürlich Förderprojekte zur Beseitigung unterversorgter Gebiete durchgeführt, u.a. ein kreisweites Projekt zum NGA-Ausbau in Gewerbegebieten. Ungeplanten Aufwand hat 2015 die Mitwirkung an der Erarbeitung eines Angebots zum Betrieb des Breitbandbüros.NRW bereitet.

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Jürgen Kaack 20.12.2015, 10.33 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erfahrungen aus aktuellen Breitbandprojekten: kleiner, teurer und weniger Anbieter!

In den letzten Wochen wurden einige Beratungsprojekte zum Breitbandausbau fertiggestellt, die STZ-Consulting begleitet hat. In 12 Ortschaften sollte flächendeckend eine bessere Breitbandanbindung erreicht werden. Gemeinsam ist allen Einzelvorhaben, dass sie erst nach der Erhöhung der Unterversorgungsschwelle auf 6 Mbit/s in der Förderrichtlinie vom 04.05. diesen Jahres förderfähig geworden sind und die Mehrheit der Anschlüsse bereits mit Zugängen von über 2 Mbit/s versorgt sind. Gemeinsam ist dem Vorhaben in allen 12 Ortschaften ebenfalls, dass der Ausbau in wesentlichen Teilen durch Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarentwicklung und Küstenschutz (GAK) finanziert werden sollen.

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Jürgen Kaack 05.12.2015, 11.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachhaltiger Breitbandausbau und Fördermittel: kein Allheilmittel in Sicht!

Phasen eines Breitbandausbaus

Auf dem Weg zu schnellen und nachhaltigen Zugangsinfrastrukturen, bei denen der Dienst die erforderliche Geschwindigkeit bestimmt und nicht das Übertragungs-Medium, ist der Ausbau in Phasen sinnvoll. Dabei ist zunächst ...

  • die verbleibende Unterversorgung (< 6 Mbit/s im Downstream) zu beseitigen,
  • gleichzeitig oder in der Folge ist NGA-Fähigkeit (> 30 Mbit/s) sicherzustellen und schließlich
  • die flächendeckende Errichtung von Glasfaser-Anschlussnetzen voranzutreiben, die in transparenter Form allen heutigen und zukünftigen Dienstebetreibern zur Verfügung gestellt werden.

Die aktuell von der Bundesnetzagentur getroffene Entscheidung zum Ausbau der Nahbereichs-KVz im Umkreis von 550 Meter um die ca. 7.900 Hauptverteiler mit Vectoring ist im Hinblick auf die Wettbewerbssituation unter den TK-Anbietern kaum förderlich, für den Ausbau von weißen NGA-Flecken bringt sie in der überwiegenden Zahl der Fälle keinen Vorteil, da das Umfeld der Hauptverteiler bereits heute fast vollständig mit VDSL versorgt ist. Parallel dazu finden sich in diesen Gebieten in der Regel auch Anschlussnetze der Kabelnetzbetreiber mit Bandbreiten bis 200 Mbit/s. Der 550 Meter Umkreis um die Hauptverteiler ist somit in vielen Kommunen nicht nur ein grauer, sondern sogar ein schwarzer NGA-Fleck.

Einsatzfelder vorhandener Förderprogramme

Die Notwendigkeit und Einsetzbarkeit von Förderprogrammen kann anhand der jeweiligen Bedingungen analysiert werden. Bis auf die Herstellung der Grundversorgung basieren die Förderprogramme auf der NGA-Rahmenreglung vom 15.06.2015, die die Gewährung von Zuwendungen in Gebieten ermöglicht, die heute nicht mit mindestens 30 Mbit/s im Downstream versorgt sind oder innerhalb von 36 Monaten im Eigenbau aufgerüstet werden.

  • Sicherstellung der Grundversorgung und Schließung der „weißen“ Flecken, von denen es insbesondere in Randbereichen vieler Kommunen immer noch welche gibt. In NRW verbleiben ca. 5% der Anschlüsse mit einer Versorgung von weniger als 6 Mbit/s. Diese verbleibenden weißen Flecken liegen typischerweise in Siedlungen mit niedrigen Einwohnerzahlen und langen Anlaufwegen. Beim Ausbau mit DSL-Technologien steigt die Wirtschaftlichkeitslücke deutlich an. Die Co-Finanzierung einer Deckungslücke ist innerhalb der Förderkulisse in der Regel über das GAK-Programm möglich.
  • Die Finanzierung auch eines nachhaltigen Ausbau der Betriebe in Gewerbegebieten mit Glasfaser-Hausanschlusses ist mit der Neugestaltung des RWP-Programms deutlich verbessert worden. Der Entfall einer Förderkulisse und die Anhebung der Unterversorgungsgrenze erweitern die förderfähigen Gebiete. Nicht förderfähig bleiben Gebiete, die mit einer Vectoring-Technologie oder mit Kabelnetzen versorgt sind. Bei Gewerbegebieten im ländlichen Raum mit wenigen Betrieben und langen Anlaufstrecken kann es allerdings trotz Förderung schwierig werden, einen wirtschaftlichen Ausbau zu realisieren.
  • Ein nachhaltiger Ausbau in Neubau- und Erschließungsgebieten ist mittlerweile oft problemlos möglich, wenn die Kommune rechtzeitig vor der Erschließung mit den Netzbetreibern Kontakt aufnimmt. In dieser frühen Phase ist die Mitverlegung der Glasfaser ohne größere Kosten möglich. Als Netzbetreiber kommen sowohl DSL- als auch Kabelnetzbetreiber in Betracht. Fördermaßnahmen sind in diesem Fall nicht erforderlich.
  • Mit dem neuen NGA-Förderprogramm des Bundes kann jetzt auch der Ausbau der weißen NGA-Flecken mit weniger als 30 Mbit/s durch Fördermittel cofinanziert werden. Betroffen sind ca. 25% Anschlüsse in NRW. Die Ausführungsbestimmungen des NGA-Förderprogramms sind zwar noch nicht bekannt und die Anforderungen an die Auswahl an förderfähige Gebiete nicht bekannt. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass wesentliche Teile der verbleibenden weißen NGA-Flecken förderfähig sind, sofern sich ein Infrastrukturbetreiber findet. Nicht förderfähig sind alle Gebiete, die mit Kabelnetzen oder Vectoring-Technologie ausgebaut sind.
  • Für die Errichtung von flächendeckenden Glasfaser-Anschlussnetze in NRW, die in einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren benötigt werden, gibt es bislang weder ein Ausbaukonzept noch Fördermittel von Bund und Land.

Restriktionen der Förderprogramme

Bei derBeseitigung von unterversorgten Gebieten hat sich in manchen Fällen die Förderkulisse als begrenzende Größe erwiesen, so dass in diesen Gebieten eine Finanzierung nur mit Haushaltsmitteln möglich ist. Mit dem neuen Bundesförderprogramm können Kommunen auch in diesen Gebieten eine Förderung für den Ausbau erhalten, allerdings muss dafür ein Anbieter gefunden werden, der eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s garantiert. So lange Vectoring nicht förderfähig ist, bleiben als Technologien Richtfunk und Glasfaser-Hausanschlüsse ( FttB oder FttH).

In Kommunen, in denen Infrastrukturbetreiber (z.B. Stadtwerke) bereits mit der Errichtung von FttB-Netzen begonnen haben, kann das Förderprogramm den wirtschaftlichen Ausbau in den in der Regel am Rande der Kommunen anzutreffenden weißen NGA-Flecken ermöglichen. Die auch für den FttB-Ausbau benötigte aktive Systemtechnik (Glas-PoP) erfordert eine ausreichende Kundenzahl für einen wirtschaftlichen Betrieb. Bei der Ergänzung vorhandener FttB-Netze um weiße NGA-Flecken stellt das Marktpotential keine direkt begrenzende Größe dar. Hier kann davon ausgegangen werden, dass die neu zu errichtenden  Anschlussnetze an die vorhandenen Netzknoten angebunden werden.

In Kreisen und Kommunen, in denen bislang keine Infrastrukturbetreiber tätig sind, dürfte der durch das Förderprogramm gegebene Anreiz nicht ausreichen, um einen wirtschaftlichen Ausbau der verteilten und dünn besiedelten weißen NGA-Flecken zu beginnen. In diesen Fällen muss auch die aktive Netzinfrastruktur neu errichtet werden und das Erreichen der Wirtschaftlichkeit ist vermutlich nur in Einzelfällen gegeben.

Die bei den Anforderungen an einen Förderantrag enthaltenen Daten zum Netzausbauplan sollte auf die Fälle begrenzt werden, in denen Kommunen im Eigenbetrieb oder durch kommunale Unternehmen einen Infrastrukturausbau vornehmen wollen. Fehlen eigene Betreiber passiver TK-Infrastrukturen, sollte die Netzplanung auf den privatwirtschaftlichen Betreiber verlagert werden, der sich am Auswahlverfahren beteiligen wird. Unterschiedliche Netzbetreiber haben unterschieldiche Planungsstandards, möglicherweise andere Übergabepunkte zu nationalen Backbonenetzen und andere Anforderungen an die Netztopologie. Die Kosten, der auch in diesem Fall erforderlichen Netzplanungen sollten im Rahmen der Deckungslücke kompenasiert werden. Die Aufgabe der Kreise und Kommunen besteht bei diesem Vorgehen in erster Linie in der Ausgestaltung eines tragfähigen Geschäftsmodells und der Gewinnung von Unternehmen für Infrastrukturerrichtung und –betrieb, den Betrieb der aktiven Netzkomponenten und den Dienstebetrieb.

Ähnliche Fragestellungen gelten auch für die Förderung der Gewerbegebiete, wobei aufgrund der hier oft anzutreffenden höheren Bedarfe bei Unternehmen und den teureren Geschäftskunden-Tarifen ein höheres Interesse der Betreiber an einem Ausbau zu erwarten ist. Dies zeigt sich auch in der vergleichsweise höheren Anzahl an Betreibern, die heute bereits im Bereich der Vernetzung von Unternehmen tätig sind. Bislang erfolgt dies allerdings eher mit Glasfaserdirektanschlüssen für einzelne Unternehmen und eher seltener durch den Ausbau ganzer Gewerbegegebiete. In Wohnsiedlungen, aber auch in Gewerbegebieten kann die verbindliche Zusicherung eines Vectoring-Ausbaus bestehende FttB-Ausbauplanungenunter Zufinanzierung durch ein Förderprogramm zunichte machen.

Förderprojekten ist gemeinsam, dass der bürokratische Aufwand zunehmend steigt. Die Anforderungen bis zum Förderantrag sind so hoch, dass viele Kommune selbst für vergleichsweise einfache Vorhaben Unterstützung durch externe Berater benötigt. In Verbindung mit dem bürokratischen Aufwand ist die Zeitdauer bis zu einem Förderbescheid zu sehen. Es gibt Fälle, in denen der geförderte Ausbau die bevorzugte Variante ist. Aber es gibt auch Fälle, in denen in Zusammenarbeit mit Netzbetreibern Lösungen gefunden werden, die ohne Fördermittel umgesetzt werden können. Optionen sind die Gewinnung von Vorverträgen, der Bau von Leerrohren und die Erleichterung von Tiefbaumaßnahmen.


Im Gegensatz zu Förderprojekten besteht bei Beachtung der beihilferechtlichen Grenzen höhere Flexibilität. Allerdings erfordert dieses Vorgehen eine intensivere Beschäftigung der Kreise und Kommunen mit der Konzeption und Umsetzung. Ohne einen hauptberuflichen Breitbandkoordinator wird eine solche Lösung weder erarbeitet noch umgesetzt werden können. Gerade auch en Ausbau mit FttB-Strukturen ist auf diesem Wege möglich und dies nicht nur begrenzt auf die zunehmend kleineren weißen NGA-Flecken. Sofern aber doch Fördermittel für eine Breitband-Maßnahme erforderlich (oder sinnvoll) ist, dann sollte der bürokratische Aufwand so niedrig wie im Rahmen der beihilferechtlichen Anforderungen möglich gehalten werden.
 

Unterstützung des flächendeckenden Glasfaser-Ausbaus


Da das neue Bundes-Förderprogramm durch die Begrenzung auf weiße NGA-Flecken vermutlich wenig zu einem flächendeckenden Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen beitragen kann, sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auf dieses Ziel einzahlen. Die (anteilige) Finanzierung der Personalkosten von neu einzustellenden Breitbandkoordinatoren in den Kreisen und kreisfreien Städten ist ein wichtiger und sinnvoller Schritt, da der Breitbandausbau ein langfristig anzulegendes Unterfangen ist.

Im Hinblick auf die erheblichen Kosten für den Bau neuer Anschlussnetze sollte insbesondere in Gebieten mit bestehender NGA-Versorgung („graue“ oder „schwarze“ NGA-Flecken) der Ausbau in erster Linie unter Nutzung von Synergien zu anderen Tiefbaumaßnahmen auf der Basis von Grenzkosten erfolgen. In NGA-versorgten Gebieten ist es dabei aus heutiger Sicht nicht kritisch, wenn sich der Ausbau bis zur Flächendeckung über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren erstreckt.

Für den flächendeckenden Ausbau von FttB-Netzen sollte eine rechtliche Grundlage für den Ausbau in grauen und schwarzen NGA-Flecken geschaffen werden, da auch diese heute mit Brückentechnologien ausreichend versorgten Gebiete zukünftig eine auf einer Leerrohr-Infrastruktur aufbauende Versorgung benötigen. Durch den Ausbau mit Brückentechnologien wird die notwendige Zeit geschaffen, um unter Nutzung von Synergien Leerrohr (Micro-Duct)-Netze längerfristig aufzubauen. Da aber auch ein solcher Ausbau Kosten verursacht, sollte eine rechtliche Grundlage für Kommunen und kommunale Unternehmen geschaffen werden. Der „Umweg“ über eine Nutzung zur Smart-Meter Zählerfernablesung erscheint dafür nicht zielführend.

Entstehen auf diesem Wege über die Zeit Inseln mit Glasfaser-Anschlussnetzen, können diese verdichtet und vervollständigt werden unter Nutzung kostensenkender Verlegetechniken, z.B. der mindertiefen Verlegung. Dies kann in solchen Fällen sinnvoll sein, wenn Betreiber an der Anmietung der neuen Anschlussnetze interessiert sind. Die Nutzung der passiven Anschlussnetze muss allen – insbesondere aber den heutigen Netzbetreibern – diskriminierungsfrei und zu gleichen Bedingungen offenstehen. Auf diesem Wege kann über eine längeren Zeitraum auch in grauen und schwarzen NGA-Flecken ein Umstieg auf Glasfaser-Hausanschlüsse ermöglicht werden. Auf lange Sicht kann durch die mit den Dienstebetreibern vereinbarten Nutzungsentgelte Wirtschaftlichkeit dieser Infrastrukturen erreicht werden.

Jürgen Kaack 30.11.2015, 10.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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