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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: VDSL

Förderprogramme - nicht immer das beste Mittel zum Breitband-Ausbau

Der Ausbau der Breitband-Infrastruktur mit Glasfaser-Hausanschlüssen hat in letzter Zeit deutlich an Dynamik gewonnen. Das Bewusstsein für die Notwendigkeit zur Bereitstellung nachhaltiger und schneller Internetzugänge ist gestiegen, aber noch nicht überall ist diese Erkenntnis verinnerlicht. Der mit Abstand größte Teil des Breitbandausbaus erfolgt nach wie vor eigenwirtschaftlich durch die Netzbetreiber, die sich mit besseren Infrastrukturen zusätzliche Margen und eine bessere Wettbewerbsposition erhoffen. Erfolgt kein zeitnaher Ausbau auf eigenwirtschaftlicher Basis, ist oft der Griff nach Fördertöpfen die naheliegende Alternative. Förderprogramme können durchaus eine positive Wirkung auf die Versorgung weißer Flecken haben und auch den eigenwirtschaftlichen Ausbau stimulieren. Sie sind allerdings mit „Nebenwirkungen“ verbunden, die nicht immer im Vorfeld bedacht werden. Förderprogramme sind bürokratisch aufwändig, es dauert lange bis zur Inbetriebnahme von neuen Netzen und selbst nach der Fertigstellung bindet das jährlich einige Jahre lang zu erbringende Monitoring  Kapazitäten in den Kommunen.

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Jürgen Kaack 22.08.2017, 09.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erfolgreicher vierter Aufruf zum Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau

Der vierte Förderaufruf zum Bundesförderprogramm zum Breitbandausbau war offensichtlich sehr erfolgreich mit bundesweit 209 vorläufigen Förderbescheiden. Der Bund gewährt damit weitere € 865 Mio. für den Breitbandausbau. Zumindest in NRW wird die Mehrzahl der Projekte mit FTTB-Technik ausgebaut. Eine Förderung des Breitbandausbaus sollte eigentlich bis auf begründete Ausnahmefälle nur noch in nachhaltigen Technologien erfolgen. Die Liste der vorläufig bewilligten Förderanträge ist recht eindrucksvoll. Auch aus NRW haben 27 Anträge eine Bewilligung erhalten. Mit einer Fördersumme von € 165 Mio. liegt NRW in der vierten Förderrunde bemerkenswerterweise an zweiter Stelle hinter Brandenburg. Da die Bundesförderung nur 50% der Deckungslücke ausmacht, können für ca. € 330 Mio. Vergabeverfahren gestartet werden. Die Investitionssumme für den Breitbandausbau liegt noch Mal um einiges höher, da die kumulierten Einnahmen in der Deckungslücke berücksichtigt sind.



Betrachtet man alle vier bisher gelaufenen Förderrunden, so wurden vom Bund über € 3,1 Mrd. bewilligt (zur Deckung von 50% der Deckungslücke). NRW wurden kumuliert € 397 Mrd. zugeteilt und damit liegt NRW im Ranking der Bundesländer auf Platz 3 hinter Mecklenburg und Sachsen. Ein weiterer Förderaufruf läuft noch bis zum 29.09.2017. Ein Artikel des BMVI zur Bescheid-Vergabe findet sich hier und in diesem Artikel findet sich ein Link zu einer Gesamt-Liste der im vierten Förderaufruf bewilligten Anträge.

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Jürgen Kaack 01.08.2017, 09.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zusätzliche unterversorgte Gebiete mit Unterversorgungsgrenze von 6 Mbit/s

Mit einer Untergrenze von 6 Mbit/s ergeben sich wieder eine Reihe von jetzt ebenfalls unterversorgten Gebieten. Auch in der Gemeinde Kerken gibt es unterversorgte Ortschaften. Eine der vermutlich letzten Befragungen in der Fläche haben gezeigt, die Mehrheit von Betrieben und Haushalten wünscht mehr als 45 Mbit/s! Die Markterkundung nach der neuen Förderrichtlinie läuft bis Mitte Juli! Die Markterkundung ist öffentlich unter dem folgenden
Link.

Bis zum 15.07.2015 können Netzbetreiber ihre Planungen und Ausbauabsichten in Kerken bei einer Versorgung von mindestens 30 Mbit/s für die Mehrzahl der unterversorgten Anschlüsse bei der Gemeinde einreichen.

Im Laufe der Zeit wird auch die Unterversorgungsgrenze von 6 Mbit/s genauso wie die 1 Mbit/s Grenze von 2008 angehoben werden müssen. Letztlich ist das "Nachlaufen" nach immer höheren Bandbreiten erst dann beendet, wenn es flächendeckende Glasfaser-Anschlussnetze gibt!
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Jürgen Kaack 15.06.2015, 15.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vectoring im Nahbereich - Bremse für Glasfaser-Anschlüsse?

Deutschland bemüht sich um die Verbesserung der Breitbandversorgung. In Bezug auf verfügbare Geschwindigkeiten und Glasfaserhausanschlüsse liegt Deutschland im internationalen Vergleich noch immer deutlich vom Spitzenfeld entfernt. Der Breitbandausbau benötigt je nach den regionalen Randbedingungen unterschiedliche Lösungen und auch Brückentechnologien sind erforderlich, um schnell Versorgungsengpässe zu beseitigen. Vectoring als Weiterentwicklung von VDSL ist eine solche Brückentechnologie, die hiermit versorgten Kommunen durchaus Vorteile bringt. Trotzdem birgt die Vectoring-Technologie Risiken für die weitere Entwicklung hin zu nachhaltigen Infrastrukturen auf Basis durchgehender Glasfaserstrecken (Fiber-to-the-Building).

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Jürgen Kaack 11.06.2015, 10.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vorgehen beim Breitbandausbau

Jürgen Kaack 25.12.2014, 12.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Großflächiger Breitbandausbau in Erkelenz ohne Zuwendungen

Erkelenz war bis vor Kurzem mit Breitband bis auf die Kernstadt eher schlecht versorgt. 16 Ortsteile waren sogar mit mehrheitlich weniger als 2 Mbit/s unterversorgt. Für Erkelenz hat sich die Durchführung eines größeren Breitbandprojektes Ende 2012 gelohnt. Die Deutsche Glasfaser baut einige der bislang unterversorgten, aber auch einige schwach versorgte Ortslagen mit Glasfaser-Hausanschlüssen aus und die Deutsche Telekom versorgt ergänzend mit dem Vorwahlbereich 02431 große Teile im Stadtgebiet einschließlich Kernstadt und  Gewerbegebieten mit Vectoring.

Ein Einsatz von Fördermitteln und Eigenleistungen der Stadt (außer im Rahmen der Projektdurchführung) ist nicht erforderlich. Nach Abschluss des Projektes im Herbst 2013 waren mit Katzem und Kleinbouslar noch zwei Ortsteile als förderfähig übriggeblieben, vielleicht ergeben sich aber auch für diese noch Lösungen ohne Zuwendungen.

In einem Bericht der "RP" wird über den aktuellen Ausbaustand berichtet. Erkelenz ist ein gutes Beispiel dafür, dass Eigeninitiative einer Kommune zu einem verbesserten Breitbandausbau führen kann. Manchmal gelingt es sogar ohne Fördermittel und ohne eigene Zuwendungen. Hierfür gibt es aber natürlich keine Garantie. Wettbewerb zwischen mehreren Netzbetreibern wirkt zusätzlich stimulierend!

In einem ausführlichen Bericht habe ich über die fast zeitgleich durchgeführten Breitbandprojekte in Wegberg und Erkelenz berichtet. Wegberg gehörte zu den ersten Kommunen mit ausgeprägt verteilter Besiedlung im ländlichen Raum, die einen (fast) flächendeckenden Vectoring-Ausbau erhalten haben.

Jürgen Kaack 12.12.2014, 15.28 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Referenzbeispiele für den Breitbandausbau

Grundsätzlich gleicht kein Projekt zum Breitbandausbau einem anderen. Unterschiedliche Randbedingungen wie Einwohnzahlen, Siedlungsstrukturen, vorhandene Infrastrukturen, Betreiberaktivitäten, Topographie etc. bedingen regelmäßig unterschiedliche Ergebnisse.  Referenzbeispiele sind trotzdem hilfreich und können dazu anregen, alternative Wege für den Breitbandausbau zu prüfen.

STZ-Consulting unterstützt Kommunen, Stadtwerke und Kreise seit über sieben Jahren bei der Konzeption und Umsetzung eines nachhaltigen Breitbandausbaus. Mit einer strukturierten Beschreibung möglicher Geschäftsmodelle für Kommunen und Kreise wurde in Verbindung mit Beispielen, die aufgrund ihrer spezifischen Besonderheiten besonders geeignet sind, eine umfassende Studie aufbereitet.
Aus der Vielzahl der von STZ-Consulting durchgeführten Maßnahmen ragen einige aufgrund der Besonderheiten bei Konzeption und Umsetzung heraus und können als Best-Practise Beispiele dienen. In einigen Fällen wäre eine Umsetzung ohne die gewählte Konzeption aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich gewesen.

Zu den folgenden von STZ-Consulting begleiteten über 100 Einzel-Maßnahmen in 20 beispielhaft ausgewählten Kommunen finden sich Kurzbeschreibungen und Links zu einigen ausführlich dargestellten Projekt-Studien (veröffentlicht auf MittelstandsWiki) entweder auf der Seite "Breitband-Ausbau" auf der Homepage von www.STZ-Consulting.de oder teilweise auf der Seite "Best-Practise" auf dem Portal von Breitband.NRW:
  • Stadt Ahlen:
    Ausbau von Ortsteilen und Gewerbegebieten durch FttC (VDSL und Vectoring) mit Fördermitteln und durch Eigenausbau des Netzbetreibers
  • Stadt Arnsberg:
    Ausbau von Gewerbegebieten mit NGA-Anschlussnetzen und Vernetzung von Krankenhäusern und kommunalen Einrichtungen mittels Richtfunk
  • Stadt Bad Homburg:
    Ausbau eines Stadtteils durch FttC mit Wirtschaftlichkeitslücke und Erstellung einer NGA-Studie

  • Stadt Bedburg:
    Ausbau des Stadtgebietes mit VDSL/Vectoring ohne Zuendungen)
  • Stadt Ennepetal:
    Ausbau mit FttC in zwei Stadtteilen mit Fördermitteln unter Nutzung von neu verlegten und vorhandenen Leerrohren für die Breitband-Zuführung
  • Stadt Erftstadt:
    Ausbau mit FttC in 5 Stadtteilen mit Fördermitteln und in zwei Gewerbegebieten aus Haushaltsmitteln
  • Stadt Erkelenz:
    Ausbau in 17 Ortsteilen durch Eigenausbau mit FttB-Glasfaser-Anschlussnetzen und Eigenausbau mit Vectoring (FttC) in insgesamt 15 Ortsteilen sowie durch VDSL mittels Fördermitteln in zwei Ortsteilen
  • Stadt Friedrichshafen:
    PPP-Projekt zur Entwicklung und Erprobung von über 40 innovativen Breitband-Anwendungen für eine "Smart City" auf der Basis eines VDSL- und eines HSDPA-Mobilfunknetzes
  • Stadt Geilenkirchen:
    Ausbau mit VDSL in 3 der 13 unterversorgten Ortsteilen mithilfe von Fördermitteln und 9 Ortsteilen im Eigenausbau mit Glasfaser-Anschlussnetzen
  • Stadt Haltern am See:
    Ausbau mit FttC in einem abgelegenen Ortsteil mit Fördermitteln unter Nutzung vorhandener Infrastrukturen
  • Kreis Heinsberg:
    Erstellung eines NGA-Konzeptes zum Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen
  • Stadt Kaarst:
    Ausbau in zwei Stadtteilen und einem Gewerbegebiet mit VDSL (FttC) aus Haushaltsmitteln und Erstellung eines NGA-Konzeptes für das Stadtgebiet
  • Stadt Meinerzhagen:
    FttC-Ausbau in zwei Bestandsgewerbegebieten mit RWP-Fördermitteln und in einem Erschließungsgebiet aus Budgetmitteln
  • Stadt Nettetal:
    Ausbau in Wohngebieten durch Herstelung der Rückkanalfähigkeit im Kabel-TV-Netz mit 150 Mbit/s und Erstellung eines Konzept zum Aufbau von FttB-Glasfaser-Anschlussnetzen in 8 Gewerbegebieten, Begleitung der Umsetzung bis zum Aufbau eines Joint-Ventures zum Netzbetrieb
  • Stadt Radevormwald:
    Ausbau in verschiedenen Wohngebieten durch Ausbau des Kabel-TV-Netzes und in einem Gewerbegebiet durch Eigenausbau eines Netzbetreibers mit Vectoring
  • Gemeinde Rheurdt:
    Ausbau in Bauernschaften und Teilen der Kerngemeinde nach dem FttC-Konzept durch Fördermittel und unter Nutzung oberirdischer Zuführung
  • Gemeinde Roetgen:
    Ausbau in einem Ortsteil unter Verlegung von Leerrohren zur Breitbandzuführung und in 2 weiteren Ortsteilen durch Fördermittel mit VDSL
  • Stadt Solingen:
    Erstellung eines NGA-Konzeptes, Aufrüstung des DSL-Netzes im Eigenausbau mit Vectoring und Umsetzungsbegleitung
  • Stadt Viersen:
    Ausbau in einem Bestandsgewerbegebietes und 2 neuen Gebieten im Eigenausbau mit Vectoring
  • Stadt Wegberg:
    Ausbau in 11 von 13 unterversorgten Ortsteilen durch Eigenausbau mit FttB Glasfaser-Anschlussnetzen und Eigenausbau mit Vectoring sowie durch FttC mittels Fördermitteln in 2 Ortsteilen

Bei der Vielzahl der Beispiele sollte ein passendes Vorbild zum Vorgehen für eine konkrete Anforderung finden lassen. Natürlich unterstützt STZ auch gerne bei entsprechenden Vorhaben.

Jürgen Kaack 30.07.2014, 08.43 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Offene Fragen zum Einsatz der Vectoring-Technologie

"Vectoring" (VDSL2) als Weiterentwicklung der bewährten VDSL-Technologie verspricht erhebliche Vorteile im Hinblick auf deutlich höhere Leitungswerte im Up- und Downstream mit maximal 40 bzw. 100 Mbit/s. Aufgrund der veränderten Geschäftssystematik mit Betrachtung ganzer Anschlussbereiche werden auch Randbereiche von Siedlungen von einem Ausbau profitieren. In Verbindung mit "Vectoring" bleiben aber sowohl aufgrund der fehlenden Zuwendungsfähigkeit und des veränderten Geschäftsmodells einige Fragen offen:
  • Welchen Einfluss können Kommunen und Kreise aufgrund der fehlenden Zuwendungsfähigkeit überhaupt noch auf Ausbaupläne nehmen, oder steht in Verbindung mit Vectoring der Aspekt der Daseins-Vorsorge völlig zurück hinter betriebswirtschaftlichen Entscheidungen?
  • Welche Auswirkungen auf Kundenakzeptanz und Wettbewerbsangebote werden sich im Markt aufgrund des bei Vectoring auf Bitstream reduzierten Netzzugangs ergeben im Vergleich zur bisher möglichen KVz-Kollokation?
  • Wird die Einschränkung des offenen Netzzugangs zur Stärkung der marktbeherrschenden Unternehmen auf Kosten der alternativen Anbieter führen?
  • Wie wird sich der Vectoring-Effekt unter Last bei zahlreichen gleichzeitigen Nutzern verhalten?
  • Wie bewähren sich in der Praxis die POTS-Portkarten für Umwandlung von IP- in rein analoge Anschlüsse, die auch nach Abschaltung der analogen Netze eine Service-Erbringung für reine Telefoniekunden mit alten Telefongeräten sicherstellen sollen?
  • Wann können Kommunen von einer Aufrüstung mit Vectoring profitieren, falls bereits ein DSL-(Teil)-Ausbau unter Nutzung von Fördermitteln erfolgt ist, wird eine Aufrüstung möglicherweise erst nach Ablauf der Zweckmittelbindung erfolgen?
  • Ist zukünftig die Kommune im Vorteil, die mit Zuwendungen zur Kompensation von Deckungslücken einen Ausbau anstrebt, oder eher diejenige, die abwartet bis ein Betreiber einen Vectoring-Ausbau ohne Zuwendungen vornimmt?
  • Werden nach einem geförderten Teilausbau in einem Anschlussbereich verbleibende Gebiete zeitnah mit Vectoring aufgerüstet oder bleiben diese bis zum Ablauf der Zweckmittelbindung unberücksichtigt?
  • Wird das "Windhundprinzip" für die Reservierung von KVz-Standorten zu einem "Cherry-Picking" der Standorte führen?
  •  Können möglicherweise durch Sicherung kleiner, aber wichtiger Teile eines Anschlussbereiches Wettbewerber aus einer Kommune ferngehalten werden?
  • Welcher Versorgungsgrad mit NGA-Werten wird bis 2018 in der Fläche tatsächlich erreicht und was geschieht mit den relativ gesehen dann noch weiter zurückfallenden nicht aufgerüsteten Gebieten?
  • Wie stellt die Politik die Erreichung der Ausbauziele vor dem Hintergund sicher, dass der Vectoring-Ausbau ausschließlich von Strategien der Netzbetreiber abhängt und Strategien jederzeit geändert werden können (wie z.B. bei dem zwischenzeitlich verworfenen Ziel von 2010 zum Ausbau von 10 % der Haushalte in Deutschland mit Glasfaser-Hausanschlüssen bis 2012)?
  • Wird Vectoring das Problem der "digitalen Spaltung" möglicherweise verschärfen?
  • Was wird unternommen, um trotz eines Vectoring-Ausbaus den Aufbau von nachhaltigen Glasfaser-Anschlussnetzen zu ermöglichen?
Die Beantwortung der Fragen mit stimmigen Konzepten und die Auftstellung einer geschlossenen Breitband-Strategie wird letztlich entscheiden, ob langfristig in der Gesamtwirkung die unbestrittenen Vorteile der Vectoring-Technologie überwiegen werden oder die ebenfalls vorhandenen Nachteile.   

Jürgen Kaack 09.07.2014, 09.24 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Studie zu Vectoring als Breitband-Technlogie

Breitband-Ausbau mit Vectoring: was sind die Vorteile, wo liegen Nachteile, wie sind Referenzprojekte abgelaufen? Eine Analyse von STZ-Consulting versucht, Antworten zu geben.

Vectoring ist eine Weiterentwicklung der DSL-Technik VDSL und ermöglicht Downstream-Raten von derzeit bis 100 Mbit/s, aber mit Reichweiten von maximal 600 Meter um einen Verteilerschrank. Vectoring schränkt den offenen Netzzugang für andere Betreiber ein, um die Störsignal-Unterdrückung wirkungsvoll zu halten. Da ein Vectoring-Ausbau einen gesamten Vorwahlbereich abdeckt, profitieren auch Randlagen von Kommunen von einem Ausbau, die bei einem VDSL-Ausbau unwirtschaftlich geblieben wären.

Die Beurteilung von Vor- und Nachteilen muss die jeweilige Interessenslage berücksichtigen. Für die mit Vectoring ausbauenden Netzbetreiber ermöglicht die Technologie erhebliche Einsparungen in den Betriebskosten, die für sich gesehen einen Ausbau ohne Zuwendungen durch die Kommune ermöglichen. Der langfristige Ausbau mit nachhaltigen Glasfaser-Anschlüssen wird durch Vectoring aber eher behindert.

Jürgen Kaack 29.06.2014, 12.47 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachteile eines Breitband-Ausbaus mit Vectoring

 

Die Versorgung einer Kommune mit Vectoring kann zum einen die Bandbreite signifkant erhöhen und zum anderen auch in Randlagen deutliche Verbesserungen bringen, die bislang aufgrund der bisherigen Kalkulation für einen Ausbau bezogen auf einen einzelnen Kabelverzweiger unwirtschaftlich und benachteiligt waren. Bei Wirtschaftlichkeitsberechnungen über ein komplettes Anschlussgebiet können diese bisher benachteiligten Gebiete von Vectoring profitieren.

Allerdings ergeben sich auch technisch bedingte Restriktionen in Verbindung mit Vectoring. Zunächst bedingt eine höhere Downstream-Gechwindigkeit eine höhere Übertragungsfrequenz. Da Kupfer mit steigender Frequenz immer schlechter durchlässig wird, sinkt die Reichweite für die Nutzung einer maximalen Geschwindigkeit von ca. 3.000 Meter bei ADSL über ca. 1.500 Meter mit VDSL auf nur noch 600 Meter mit Vectoring. In Ballungsgebieten mit verhältnismäßig kurzen Anschlussstrecken zwischen Verteilerkasten und Hausanschluss stellt dies meist kein Problem dar. Mit abnehmender Bevölkerungsdichte und längeren Strecken, wie es im ländlichen Raum eher die Regel als eine Ausnahme ist, kann dies eine Einschränkung der maximalen Geschwindigkeit bedeuten. Trotzdem ergibt sich in der Regel eine deutliche Verbesserung gegenüber der Situation ohne einen Vectoring-Ausbau.

 

Neben der höheren Dämpfung und damit sinkender Reichweiten ergibt sich ein nicht unerheblicher Nachteil durch die Störsignalunterdrückung in einem mit Vectoring ausgebauten Anschlussbereich. Dabei ergibt sich, dass nur noch ein Betreiber in einem Outdoor-DSLAM vertreten ist. Eine Kollokation im Kabelverzweiger ist somit bei Vectoring ausgeschlossen. Um allen Anbieter weitgehend gleiche Chancen zu ermöglichen, werden bei der Bundesnetzagentur Listen geführt, in denen Netzbetreiber Kabelverzweiger für sich reservieren können. Dieses „Windhund“-Prinzip ermöglicht den Betreibern, ihre Claims abzustecken und die Kabelverzweiger exklusiv für sich zu nutzen. Für den Fall, dass ein Betreiber erst mal großzügig Kabelverzweiger für sich reserviert, die er aus Kapazitätsgründen gar nicht zeitnah anschließen und überbauen kann, werden von der Bundesnetzagentur Pönalen in Höhe von € 1.000 pro Kabelverzweiger erhoben, der nicht innerhalb von einem Jahr überbaut wird.

 

Ist das „Windhund“-Prinzip für sich schon mal ungewöhnlich als Regulierungsinstrument, so wird der Wettbewerb durch den Ersatz des Nebeneinander-Arbeitens mehrerer Netzbetreiber in einem Verteilerschrank durch das „Highlander“-Prinzip ersetzt. Zwar ist Wettbewerb immer noch möglich, aber nur noch auf der deutlich unattraktiveren Bitstream-Ebene. So führt der Einsatz des technisch fortgeschrittenen Vectorings zu einer faktischen Remonopolisierung des Anschlussnetzes und somit dem Gegenteil der mit dem Prinzip des offenen Netzzugangs verfolgten Intensivierung des Wettbewerbs. Diese Remonopolisierung ist auch der Grund dafür, dass Vectoring bislang nicht als zuwendungsfähig angesehen wird. Konsequenterweise sollte dies auch weiter beibehalten werden.

 

Eine Folge ist, dass für einen Vectoring-Ausbau keine Deckungslücke von den Kommunen gefordert werden kann. Eine andere Folge mit negativer Auswirkung wird aber wohl auch sein, dass Gebiete, die in den letzten Jahren mithilfe von Fördermitteln ausgebaut wurden, während der 7- oder 14-jährigen Zweckmittel-Bindefrist nicht auf Vectoring aufgerüstet werden können. Auch erscheint es fraglich, ob in den nächsten Jahren ganze Anschlussbereichen mit Vectoring ausgebaut werden, wenn Teil-Bereiche mithilfe von Fördermitteln versorgt wurden.

Jürgen Kaack 28.06.2014, 11.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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