STZ - Consulting Group

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Telekommunikation

Autobiografie:

Wie geht man eine Unternehmensgründung an und was bedeutet die Gründung für dei persönliche und berufliche Situation. In meiner Autobiographie habe ich u.a. zwei recht unterschiedliche Unternehmensgründungen beschrieben. Aber auch Veränderungen im Telekommunikationsbereich innerhalb einer Zeitspanne von 35 Jahren werden aus der subjektiven Sicht des Autors geschildert.

Wie der Titel andeutet, soll das Buch ermuntern, Veränderungen aktiv zu gestalten und auch Unternehmensgründungen als reale Option für die eigene Karriereplanung zu betrachten. Bei der Darstellung kommen auch die manchmal schwierige Wechselwirkung von privatem und beruflichen Leben nicht zu kurz. Die Gratwanderung erfordert u.U. eine Entscheidung für die eine oder andere Seite. 

Das eBook ist u.a. bei BoD und Amazon erhältlich.

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Jürgen Kaack 04.12.2017, 12.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Digitalisierung und die Migration zu Glasfaser-Netzen

Seit Jahren ist die Versorgung mit schnellem Internet bei Politik, Unternehmen und Bürgern in der Diskussion. Alle haben erkannt, dass schneller Internetzugang für die Volkswirtschaft und im internationalen Vergleich unerläßlich ist. Auch ist mittlerweile unumstritten, dass nur die bis zum Hausanschluss durchgehende Glasfaserleitung auch zukünftig ausreichende Leistung ermöglicht. Trotzdem kommt der Bau von Glasfaser-Hausanschlüssen nicht richtig voran und liegt in Deutschland 2017 noch unter 10%.

Eine Ursache sind Brückentechnologien wie Vectoring und Koaxialkabelnetze der Kabelnetzbetreiber, die heute in den meisten Fällen ausreichende Leistungen bieten. Kurzfristig gedacht, sind diese Infrastrukturen für den Vectoring-Dienst, die die zum Teil 100 Jahre alten Kupferdoppelader-Leitungen zum Haus nutzen, schneller und kostengünstiger zu errichten. Eine andere Ursache ist fehlende Weitsicht und Wechselbereitschaft der Kunden - Privathaushalte und Betriebe gleichermaßen. Das Bundesförderprogramm von 2015 hat in fünf Förderaufrufen trotz aller bürokratischen Hürden eine sehr hohe Resonanz gefunden. Sofern alle Bewilligungen umgesetzt werden, dürften ca. € 12 Mrd. an Investitionen ausgelöst werden. Als Folge ist jetzt schon eine deutliche Steigerung der Tiefbaukosten zu verzeichnen. Möglicherweise werden alleine aus diesem nicht alle bewilligten Vorhaben umgesetzt werden können.

Mit der derzeit EU-weit gültigen Aufgreifschwelle von 30 Mbit/s für öffentliche Investitionen verbleiben bei erfolgreicher Umsetzung kaum noch mit öffentlichen Geldern ausbaubare Bereiche. Erhöht man die Aufgreifschwelle auf 100 Mbit/s wird es kaum eine Bewegung in Richtung von Glasfaser-Anschlussnetzen geben. Erhöht man die Förderfähigkeit in den Gigabit-Bereich mit symmetrischen Geschwindigkeiten für Up- und Downstream, sind ca. 80% aller Anschlüsse auf einen Schlag förderfähig.

Ist ein neues um ein Vielfaches größeres Förderprogramm die Lösung, um Glasfaser-Anschlüsse in Deutschland schneller voranzubringen? Aus Sicht des Autors wäre das nicht die beste Lösung. Er geht von neuen Ansätzen aus, die regionale und lokale Infrastrukturbetreiber einbeziehen oder neu entstehen lassen. Die Konzeptstudie ist Mitte 2017 entstanden und beschreibt mögliche Geschäftsmodelle und konzeptionelle Ansätze, mit denen ein Ausbau über eine längere Sicht (bis zu 20 Jahren) und unter Nutzung von anderen Tiefbaumaßnahmen gelingen. Die Motivation und Einbeziehung der Bürger mit Weckung des bürgerschaftlichen Engagements wird aber ein wesentlicher Erfolgsfaktor, der letztlich höher zu bewerten ist als höhere Fördermittel.

Die Befunde und Ideen für den Weg in flächendeckende Glasfaser-Anschlussnetze und in die Digitalisierung der Lebensbereiche beschreibt die Konzeptstudie, die nur als eBook erhältlich ist beim Verlag BoD oder anderen Händlern, z.B. Amazon und kostet € 3,99.
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Jürgen Kaack 26.11.2017, 10.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nutzungszahlen im Juli weiter gestiegen

Seit einiger Zeit steigen die Nutzungszahlen für meinen STZ-designblog kontinuierlich an. Trotz Ferienzeit sind im Juli 2014 neue Höchstwerte erreicht worden:
  • Anzahl der Besucher:       6.159 (ein Zuwachs um 16 % gegenüber dem Vormonat)
  • Zugriffe auf Bloginhalte:  33.334 ( ein Zuwachs um fast 40% gregenüber Juni)

Eine hohe Leserzahl ist eine Motivation für den Autor!

Jürgen Kaack 10.08.2014, 16.03 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Über 3.000 Zugriffe auf meinen STZ-blog pro Tag!

Mein blog beschäftigt sich in erster Linie mit Themen, aus meinem Beratungsalltag, z.B. mit Fragen zur Unternehmensgründung, der Entwicklung von Geschäftsmodellen, der Einführung von Risikomanagement unf Vertriebskonzepten, in letzer Zeit schwerpunktmäßig mit dem Vorgehen beim Breitbandausbau und Breitband-Anwendungen bis zu Smart-City Lösungen. Damit ist das Themenspektrum zwar durchaus breit, über alle möglichen Themen aber doch vergleichsweise eingeschränkt, um nicht zu sagen exotisch.

Der STZ-blog besteht seit mittlerweile acht Jahren und die Zugriffszahlen haben sich von anfänglich niedrigen Werten kontinuierlich gesteigert. Im August 2012 gab es bereits 1.579 Besuche und 7.430 Zugriffe. Im Juni 2014 waren es 5.307 Besuche und 24.549 Zugriffe, eine Steigerung um
sagenhafte 236% bei den Besuchen und um 230% bei den Zugriffen! Die bislang höchsten Tageswerte wurden am 22.07.2014 erreicht mit 264 Besuchen und 3.225 Zugriffen, an einem einzigen Tag! Am diesem Tag wurden insgesamt 2.639 Seiten aufgerufen. Diese Werte liegen doch wesentlich höher, als ich es erwartet habe.

Offensichtlich gibt es doch mehr Interessenten für meine Themen und es freut mich, wenn die Texte Antworten oder Anregungen zu konkreten Fragestellungen geben. Andere Rückmeldungen erhält man als Autor auf die Erstellung von Fachtexten ja nur selten! Kommentare und Anregungen sind allerdings trotzdem immer willkommen.


Vielen Dank für das Interesse!

Jürgen Kaack 26.07.2014, 09.30 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Weiße Flecken ade, Video juchhe?

Veranstaltung der Deutschen Medienakademie

Optionen zwischen Stop + Go auf den "Information Highways"

7. Juni 2011, 13.00 - 19.00 Uhr, mit
Führung durch das Vodafone Test- und Innovationzentrum,
Völklinger Str. 1, 40547 Düsseldorf


die Verheißungen der Anbieter von breitbandigem Internet überschlagen sich: 50 Mbps, 100 oder gar 1 Gbps und mehr werden als Angebote in den Ring geworfen, flankiert von Vokabeln wie „Glas“ und „LTE“.

 

Aber es gibt auch Einwände. Wer soll die Investitionen in die teuren FTTH-Netze tätigen? Wann wird der Pay-Back sein? Was sagen die Kommunen dazu? Wann gibt es genügend LTE-Endgeräte? Wie viel Übertragungskapazität bleibt netto für den einzelnen IPTV-Nutzer übrig?

 

Im 11. Breitband-Forum wollen wir, nach einer Einführung durch Medien-Staatssekretär Marc Jan Eumann, mit Experten des Breitband-Büros der Bundesregierung, dem Breitband-Kompetenzzentrum NRW, der DTAG, E-Plus, Eutelsat, Pixelpark, RTL, Unitymedia und Vodafone diskutieren, wie sich die Erreichbarkeit der weißen Flecken in 2011 darstellt, insbesondere im Hinblick auf den rapide steigenden Bandbreitenbedarf, vor allem durch Bewegtbild.

Bei der Veranstaltung werde ich mit einem Impulsvortrag und als Teilnehmer einer Podiumsdiskussion
mitwirken. Ihre Anmeldung können Sie beim Veranstalter oder hier vornehmen.
Die Teilnahmegebühr beträgt 100 € p.P. zzgl. MwSt und ist auch bei Stornierung fällig.

Jürgen Kaack 15.05.2011, 20.44 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Wie viel Breitband braucht der Mensch und wie kommt Breitband auf das Land?

Der Hunger nach mehr Bandbreite wächst stetig. Waren 2010 schon 50 % der Bevölkerung in Deutschland mit einem -Anschluss im Internet, so werden es in 2011 vermutlich 55 % sein. Im Durchschnitt waren im letzten Jahr 72% der Bevölkerung laut (N)Onliner-Atlas 2010 online, aber nur 49,6% nutzen einen Breitbandzugang. Das jährliche Wachstum bei der Internetnutzung liegt derzeit bei etwa 3%.

In Ballungsgebieten schreitet der Glasfaserausbau trotz bereits guter Versorgung mit VDSL zügig voran. Dabei ist mit den Leistungswerten von VDSL in nächster Zeit kein Engpass in der abzusehen – sofern der Bedarf an schnelleren Upload-Lösungen nicht unerwartet schnell ansteigt. VDSL ist auch in Mittelstädten wirtschaftlich und sorgt für eine wettbewerbsfähige und nachhaltige .

Nur bei dünnerer Besiedelung mit langen Kupferstrecken hinter dem DSLAM wird es eng mit der Wirtschaftlichkeit eines VDSL-Ausbaus und dabei bringt auch der Ausgleich einer Deckungslücke mit Fördermitteln nur begrenzt eine Lösung. Falls VDSL nicht ausgebaut werden kann, bleiben als Alternativen Funklösungen, allen voran mit LTE. Aber auch Satelliten-DSL kann fast überall genutzt werden, wo kein wirtschaftlicher Ausbau möglich ist. Dies sichert allerdings nur die Grundversorgung und Bandbreiten wie mit VDSL sind mit Funklösungen in der Regel nicht zu erreichen.

Der Ausbau mit Glasfaser ist aber auch eine Alternative in Mittel- und Kleinstädten und selbst viele dörfliche Strukturen könnten mit Glasfaser versorgt werden. Dies setzt allerdings eine Reihe von Gegebenheiten voraus, die nicht immer erfüllt werden:
 
  • Kommunen müssen den politischen Willen zur Umsetzung bekunden und langfristig den Ausbau von Leerrohren nach einem Masterplan verfolgen
  • Alle möglichen Synergien für Kosteneinsparungen müssen genutzt werden (Verlegung im Beilauf, Verlegung bei Kanalsanierungen, Nutzung von Freileitungsstrecken)
  • Versorgungsunternehmen sollten als Partner gewonnen werden, vielleicht auch als Betreiber der passiven Infrastrukturen
  • Geschäftsmodelle müssen neu gestaltet werden und neben dem Ausbau des Leerrohrnetzes müssen langfristige Kooperationen mit Betreibern von aktiver Systemtechnik und Dienste-Plattformen gewonnen werden, z.B. die heute in der Ausbauregion aktiven Telekommunikationsanbieter
  • Grundstückseigentümer müssen sich beteiligen durch Beiträge zu den Erschließungskosten und der Gewährung von Grundstückseigentümererklärungen
  • Da der Prozess über eine Reihe von Jahren läuft, sollte eine laufende Projektkoordination eingerichtet werden
 

Auf diesem Wege entsteht eine unmittelbar umsetzbare Alternative zum Ausbau in dünn besiedelten Regionen, in denen ein Ausbau mit VDSL-Technologie (Fiber-to-the-Curb) auch dann unwirtschaftlich bleibt, wenn ein einmaliger Zuschuss aus einem Förderprogramm gezahlt wird.

Gleichzeitig kann in den Regionen (z.B. Mittelstädten), die heute mit VDSL ausgebaut werden, mithilfe des vorgeschlagenen Vorgehens ein Investitionen-schonender Aufbau eines passiven Anschlussnetzes betrieben werden, das in einem Zeitraum von 10 bis 15 Jahren für einen Umstieg auf einen Glasfaserhausanschluss genutzt werden kann. Eine Kooperation mit Versorgungsunternehmen und Netzbetreibern erscheint für Kommunen und Kreise auf jeden Fall unabdingbar.

Mit klarer Strategie und konsequenter Umsetzung muss der Aufbau eines Glasfasernetzes in Deutschland nicht zusätzliche Milliardenbeträge aus Haushaltsmitteln verschlingen.

Der vollständige Artikel und die Argumente für die getroffene Schlußfolgerung findet sich in meinem Artikel unter diesem Link.
Der Breitbandausbau mit dem durchaus sehr guten und nachhaltigen FttC-Konzept findet seine Grenzen im ländlichen und dünn besiedelten Bereich problematisch, da die Grenzen der Wirtschaftlichkeit schnell erreicht werden. Allerdings ist der beschriebene Weg komplex durch die notwendige Zusammenarbeit von Kommunen, Versorgungsunternehmen und Netzbetreibern.

Jürgen Kaack 08.05.2011, 22.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bedarf an Breitband-Grundversorgung ungebrochen

Nach den Zielen der Bundesregierung von Anfang 2009 sollten alle "weißen" Flecken mit einer Breitbandversorgung von mehrheitlich weniger als 2 MBit/s beseitigt und versorgt sein. Im letzten Jahr sind viele der weißen Flecken bearbeitet worden. In den Kommunen, in denen im letzten Jahr Projekte zum Ausbau mit öffentlicher Förderung durchgeführt wurden, wird der eigentlich Ausbau im Laufe dieses Jahres erledigt sein. Bedingt durch Tiefbauarbeiten ist für den Ausbau in der Regel eine Zeit von 12 Monaten realistisch.

Im letzten Jahr wurden viele Projekte mit Finanzierung aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz ("Konjunkturpaket II") geplant, das in NRW auch für den Ausbau von Breitband-Infrastrukturen genutzt werden konnte. Da der Maßnahmenbeginn bis Ende 2010 erfolgen musste, ist dieser Fördertopf für neue Projekte nicht mehr nutzbar. Auch im letzten Jahr wurden zahlreiche Projekte unter Förderung aus dem GAK-Programm (Gemeinschaftsaufgabe Agrarentwicklung und Küstenschutz) durchgeführt. Neue Vorhaben ab dem 01.01.2011 sollen überwiegend aus dem
GAK-Programm gespeist werden (die Förderung des Ausbaus nach dem GRW-Programm ist aufgrund der definierten Förderkulisse nur in wenigen Bereichen in NRW möglich, in den östlichen Bundesländern dagegen in größerem Umfang).

Man sollte annehmen, dass die Vorhaben zur Grundversorgung mit mindestens 2 MBit/s mittlerweile weniger werden
. Allerdings sind alleine in NRW liefen oder laufen bis Ende Februar ca. 35 Interessenbekundungsverfahren oder Ausschreibung auf dem Landesportal von IKT.NRW mit einem Ablauf in 2011. Es scheint fast, dass die Intensität der Anfragen gestiegen ist. Dies kann durch den steigenden Druck aus der Bevölkerung getrieben werden oder auch aus den Erfolgsberichten anderer Kommunen. Dies entspricht der Wahrnehmung, dass in vielen Kommunen noch eine ganze Reihe von Ortsteilen schlecht versorgt ist, widerspricht aber der immer wieder verkündeten nahezu Vollversorgung mit fast 99% in NRW.

Da das GAK-Programm vorsorglich bis Ende 2013 verlängert wurde, sind die grundsätzlichen Möglichkeiten ja durchaus gegeben. Eine andere Frage ist, ob es auch noch ausreichende Mittel zur Erfüllung der Bedürfnisse gibt. Die ungeklärte Haushaltslage mit einem nichtgenehmigten Nachtragshaushalt für 2010 und damit erst recht einem fehlenden Haushalt für 2011 in NRW macht dies allerding
nicht einfacher. Es stellt sich die Frage, ob die derzeit laufenden und erst recht zukünftig gestartete Projekte überhaupt eine Förderbewilligung erhalten. Dann wäre nicht nur das Ziel der Bundesregierung zur Schließung der weißen Flecken bis Ende 2010 verfehlt (hier kommt es allerdings sicher nicht auf einige Monate an). Es würde sich die Frage stellen, ob die aus Sicht der Netzbetreiber unwirtschaftlichen Gebiete überhaupt in absehbarer Zeit ausgebaut werden. Transparenz zum Verfahren und den verfügbaren Budgets würde hier schon mal bei der Entscheidung zum weiteren Vorgehen in einer betroffenen Kommune helfen.

Spannend bleibt auch die Umsetzung des zweiten Ziels der Bundesregierung mit dem weiteren Breitbandausbau mit mindestens 50 MBit/s. In den Ballungsgebieten werden diese Werte schon heute fast flächendeckend erreicht und fehlende Stellen bis 2014 sicher nachgerüstet. Wie allerdings diese Versorgung im ländlichen Raum erreicht werden soll, bleibt bislang im Dunklen. Schon heute zeigt sich, dass ein Ausbau in der Grundversorgung (nach Konjunkturpaket oder GAK/GRW) einen Fleckenteppich an gut versorgten Teilen einer Kommune erzeugt, während bisher mit mehr als 2 MBit/s versorgte Teile zunehmend zu "grauen" Flecken werden. Konzeptionell ist hier noch einiges zu leisten und dabei stehen Fördermittel ganz sicher nicht im Vordergrund. Die Einbindung von Stadtwerken und Versorgungsunternehmen sowie die Koordination und langfristige Begleitung sind hier nach Meinung des Autors vordringlich. Dies kann sicher nicht von den Kommunen alleine geleistet werden und braucht eine aktive Rolle zumindest aus der jeweiligen Landesregierung. In Hessen gibt es bereits erfolgversprechende Ansätze, die auch in anderen Bundesländern Schule machen sollten. Nebenbei gefragt, was tut eigentlich das Breitbandbüro des Bundes in diesem Zusammenhang?

 

Jürgen Kaack 28.02.2011, 12.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Internet und Breitband in Deutschland

Die Internetnutzung hat in Deutschland weiter zugenommen, mittlerweile nutzen nach dem (N)Onliner-Atlas 2010 72,0% der Bevölkerung das Internet gegenüber 69,1% im Vorjahr. Am stärksten aufgeholt hat die Gruppe der über 50-Jährigen, die 2009 noch mit 44,9% weit unterdurchschnittlich vertreten waren und in 2010 um fast 5% auf 49,6% aufgeholt haben. Bei der Gruppe der 14 - 29 Jährigen lag der Zuwachs nur bei 1,3%, allerdings bei einer Nutzungsrate von 95,8%! Die Schere in der Nutzung zwischen männlichen und weiblichen Internetnutzern hat sich 2010 erstaunlicherweise um 1,0% gegenüber dem Vorjahr auf 14,7% erhöht. Auch in 2010 haben wieder 3,8% die Absicht gehabt, neu in die Internetnutzung ein zu steigen. Die Spreizung zwischen den Bundesländern ist allerdings noch erheblich, an der Spitze liegt Bremen mit 80% (und einem Zuwachs um stattliche 6% gegenüber dem Vorjahr). Das Schlusslicht ist Mecklenburg-Vorpommern mit nur 62,7% und einem mageren Zuwachs um gerade mal 0,8%! Dass ein stärkerer Anstieg auch in den Flächenländern zu erreichen ist, beweist Rheinland-Pfalz mit dem stärksten Wachstum (6,4%) aller Bundesländer und einer leicht über dem Durchschnitt liegenden Nutzung von 72,9%. Die Spreizung in der Nutzung zwischen Ballungsgebieten und Flächenregionen ist also kein Naturgesetz!

Für den Breitbandausbau in Deutschland hat sich im Jahr 2010 einiges entwickelt. Die Breitbandnutzung ist um 3,4% auf jetzt 49,6% angestiegen, so dass mittlerweile mehr als die Hälfte der Bevölkerung Breitband mit mehr als 1 MBit/s nutzen. Im Hinblick auf die technischen Voraussetzungen könnte dieser Wert schon heute deutlich höher liegen! In den Ballungsgebieten schreitet die Schaffung von Glasfaser-Anschlüssen bis zum Haus voran. In erster Linie handelt es sich um Fiber-to-the-Building (FttB), da es bislang noch kein allgemeines Geschäftsmodell für Fiber-to-the-Home (FttH) gibt. Im nächsten Jahr wird es aber größere Pilotprojekte mit FttH geben. Die Gesamtzahl der Glasfaseranschlüsse ist heute noch fast verschwindend klein und auch im internationalen Vergleich unbedeutend, aber immerhin gibt es bei den verschiedenen Netz- und Infrastrukturbetreibern konkrete Planungen für die Schaffung von über 2 Millionen Glasfaseranschlüsse bis 2013!

Auch im ländlichen Raum hat es 2010 erhebliche Fortschritte beim Schließen „weißer“ Flecken ohne oder nur mit unzureichender Breitbandversorgung. Viele Kommunen haben die Bedeutung einer guten Breitband-Versorgung zur Standortsicherung erkannt und Maßnahmen ergriffen, um trotz einer für die Netzbetreiber unwirtschaftlichen Ausgangslage zu Lösungen zu kommen. Dabei kann man sicher davon ausgehen, dass alle heute noch schlecht versorgten Gebiete unter rein wirtschaftlichen Aspekten und getrieben von den Kräften des Marktes auch in den nächsten Jahren nicht ausgebaut werden.

Die Versteigerung neuer Mobilfunkfrequenzen und die nachfolgende Diskussion um Funknetze nach dem neuen LTE-Standard als Substitut für stationäre Lösungen in 2010 waren nicht unbedingt zielführend für eine nachhaltig bessere Versorgung. Zwar hat LTE aufgrund seiner Frequenz-Ökonomie mit Sicherheit eine hohe Bedeutung für die mobile Datenkommunikation und LTE kann die heutigen UMTS-Netze in Zukunft komplett ablösen, sobald auch Sprache über LTE-Netze übertragen werden kann. Für die Sicherstellung der Grundversorgung mit Breitband kann LTE mit garantierten Bandbreiten von 3 MBit/s ebenfalls dienen, die angekündigten höheren Bandbreiten von 50 MBit/s und mehr wird man aber wohl nur in Ballungsgebieten und bei kleinen Zellradien antreffen. So ist LTE eine Bereicherung im Technologiemix für den Breitbandausbau und kann insbesondere in dünn besiedelten Regionen eine schnelle Verbesserung schaffen, ansonsten wird es als Substitut für eine stationäre Breitbandanbindung aber nur eine Nischenlösung oder eine Brückentechnologie bleiben.

 

Jürgen Kaack 19.12.2010, 11.03 | (1/1) Kommentare (RSS) | TB | PL

2010 - ein gutes Jahr für den Breitbandausbau

Für den Breitbandausbau in Deutschland hat sich im Jahr 2010 einiges entwickelt. In den Ballungsgebieten schreitet die Schaffung von Glasfaser-Anschlüssen bis zum Haus voran. In erster Linie handelt es sich um Fiber-to-the-Building (FttB), da es bislang noch kein allgemeines Geschäftsmodell für Fiber-to-the-Home (FttH) gibt. Im nächsten Jahr wird es aber größere Pilotprojekte mit FttH geben.

Auch im ländlichen Raum hat es 2010 erhebliche Fortschritte beim Schließen „weißer“ Flecken ohne oder nur mit unzureichender Breitbandversorgung. Viele Kommunen haben die Bedeutung einer guten Breitband-Versorgung zur Standortsicherung erkannt und Maßnahmen ergriffen, um trotz einer für die Netzbetreiber unwirtschaftlichen Ausgangslage zu Lösungen zu kommen. Dabei kann man sicher davon ausgehen, dass alle heute noch schlecht versorgten Gebiete unter rein wirtschaftlichen Aspekten und getrieben von den Kräften des Marktes auch in den nächsten Jahren nicht ausgebaut werden.

Je dünner besiedelt eine Region ist, desto höher wird in der Regel der Aufwand für Tiefbauarbeiten zur Umsetzung des Breitbandausbaus ausfallen. Dieser Anteil kann über 70% steigen, so dass in Verbindung mit den bei Betreibern üblichen Amortisationszeiten von vier bis fünf Jahren und einem niedrigen Kundenpotential keine Wirtschaftlichkeit erzielt werden kann. In diesen Fällen können Förderprogramme helfen, allerdings nur dann, wenn die Wirtschaftlichkeitslücke mit einem einmaligen Investitionszuschuss ausgeglichen werden kann.

2010 haben viele Kommunen einen Ausbau mithilfe von Fördermitteln begonnen. In einer Reihe von Bundesländern konnten hierfür auch Mittel aus dem Zukunftssicherungsgesetz („Konjunkturpaket II“) eingesetzt werden. Da die Bedingungen für eine Förderung nach dem Konjunkturpaket II leichter zu erfüllen sind als bei anderen Förderprogrammen wie GAK oder GRW, war dies eine sinnvolle Entscheidung. Allerdings ist diese Option jetzt abgelaufen, da die Umsetzung von Projekten nach dem Konjunkturpaket II bis Ende 2010 begonnen sein muss.

Auch nach dem GAK-Programm zum Breitband-Ausbau im ländlichen Raum wurden 2010 zahlreiche Projekte begonnen, nachdem in den vorherigen Jahren in erster Linie Planungs- und Beratungsprojekte umgesetzt wurden. Aufgrund der Anforderungen für eine GAK-Förderung sind die Vorlaufzeiten bis zur eigentlichen Umsetzung mit sechs bis neun Monaten relativ lang. Die Anzahl der Förderprojekte nimmt in den letzten Monaten stetig zu. Während die Zahl der unversorgten Regionen deutlich abnimmt, zeigt sich, dass die Zahl der unterversorgten Gebiete kaum abnimmt. Viele als ausreichend versorgt gekennzeichnete Orte sind bei näherer Analyse doch in großen Teilen unterversorgt. Die offiziellen Zahlen einer nahezu Vollversorgung mit mindestens 2 MBit/s entsprechen offensichtlich nicht der Wirklichkeit.

STZ-Consulting konnte auch in 2010 wieder einen Beitrag zur Verbesserung der Breitbandversorgung leisten. Bei Breitband-Projekten für ca. 50 Ortschaften und Gewerbegebiete war STZ-Consulting beteiligt. Darunter waren herausragende Vorhaben wie das bislang größte Projekt zum Breitbandausbau im ländlichen Raum für die Stadt Erftstadt:

  • In Erftstadt konnte ein Vertrag zum Ausbau nach dem Fiber-to-the-Curb (FttC) Konzept geschlossen werden, der die Breitbandversorgung für über 15.000 Einwohner in fünf Stadtteilen signifikant verbessern wird. Hierfür werden über 31 Kilometer Glasfaser verlegt und 32 Multifunktionsgehäuse als Outdoor-DSLAMs errichtet.
  • Für die Stadt Arnsberg konnten Ausschreibungen zum Ausbau in acht Gewerbegebiete und zwei Ortsteilen erfolgreich abgeschlossen werden. Einige der Gewerbegebiete werden dabei mit einer Leerrohr-Infrastruktur bis zum Gebäude zu Next-Generation-Access (NGA) Netzen ausgebaut, um eine nachhaltig zukunftssichere Versorgung zu ermöglichen.
  • Die Stadt Geilenkirchen hat heute noch 13 schlecht versorgte Stadtteile, von denen für 12 eine Lösung zum Ausbau nach dem FttC-Konzept gefunden werden konnte. Zur Reduzierung der Investitionskosten sollen einige der Stadtteile mit einer Richtfunkstrecke an das Backbone angebunden. Die Finanzierung wird zum Teil mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket erfolgen, für andere Ortschaften wurden GAK-Mittel beantragt.
  • In der Gemeinde Philippsthal erfolgt der Ausbau in fünf unterversorgten Ortsteilen durch den Rückkanal-fähigen Ausbau des vorhandenen Kabel-TV Netzes für Downloadraten von 128 MBit/s unter Finanzierung aus dem GAK-Programm.
  • In der Gemeinde Roetgen wird der Breitbandausbau verbessert, indem die Gemeinde eine Leerrohrinfrastruktur im Ortsteil Rott verlegt und diese einem Betreiber zur Nutzung überlässt. Die Finanzierung erfolgt mit Mitteln aus dem Konjunkturpaket und neben der Bereitstellung der Leerrohr-Trasse gibt es keine Wirtschaftlichkeitslücke und somit keine weiteren Kosten.


Es hat sich auch 2010 gezeigt, dass kein Breitband-Vorhaben einem anderen gleicht. Topographie, Infrastruktur und Besiedlungsstruktur unterscheiden die einzelnen Vorhaben und lassen die Lösungssuche immer wieder zu einem spannenden Unterfangen werden. Für 2011 ist in dieser Hinsicht keine grundsätzliche Änderung zu erwarten. Allerdings ist zu wünschen, dass es dann bereits verstärkt um Konzepte für die Erweiterung der Glasfaser-Infrastruktur bis zum Haushalt gehen wird.

Neben der operativen Durchführung von Projekten hat Dr. Kaack 2010 eine Reihe von Vorträgen gehalten, z.B. beim ZVEI, der eco-Kongress und bei der euregia-Messe. Studien z.B. zu den Rahmenbedingungen für den Breitbandausbau und für den Glasfaser-Ausbau in der Fläche sowie eine Reihe von Fachartikeln ergänzen die PR-Aktivitäten von STZ-Consulting.

 

Jürgen Kaack 17.12.2010, 13.50 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Best Practise Beispiel Erftstadt: Das bislang größte Breitband-Ausbauprojekt in NRW

Die Mehrzahl der Projekte zum Breitband-Ausbau im ländlichen Raum erfolgt mit Fördermitteln. Die für einen Betreiber wirtschaftlich, d.h. ohne Deckungslücke ausbaubaren Gebiete dürften mittlerweile vollständig erschlossen sein. Somit bleiben die aus wirtschaftlicher Sicht problematischen Regionen mit dünner Besiedlungsdichte und größerer Entfernung zum Backbone. Zwischen zusätzlichen Umsatzerlösen nach dem Ausbau und den Investitions- und Betriebskosten klafft oft die so genannte Wirtschaftlichkeitslücke, die entweder aus Haushaltsmitteln gedeckt werden kann oder unter Zuhilfenahme von Fördermitteln der Länder. Dabei steigt die Anzahl der mit Fördermitteln umgesetzten Breitband-Projekte in den letzten Monaten deutlich an.

Neben Projekten nach dem GAK-Programm wird derzeit noch eine Reihe von Vorhaben mit Finanzierung aus dem Konjunkturpaket II umgesetzt. Da eine Voraussetzung für die Nutzung von Mitteln aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz ein Baubeginn vor dem 31.12.2010 ist, geht die Zeit für die Nutzung dieser Fördermöglichkeit schnell zu Ende. Das GAK-Programm dagegen ist bis Ende 2013 verlängert worden. Ob diese Frist tatsächlich genutzt werden kann, hängt in der Umsetzung von den Bundesländern ab.

Eine Förderung nach dem GAK-Programm unterliegt engen Auflagen und führt daher in vielen Fällen zu kleinteiligen Lösungen für Ortschaften oder Ortsteile, für die eine Unterversorgung nachgewiesen werden konnte. Daher ist es umso bemerkenswerter, dass mit dem Breitbandprojekt für Erftstadt eine Umsetzung nach dem Fiber-to-the-Curb (FttC) Konzept in insgesamt fünf Stadtteilen mit insgesamt über 15.000 Einwohnern möglich ist. FttC ist ein für den Ausbau anerkanntes Verfahren für eine nachhaltige Versorgung. Mit diesem Ansatz wird eine Glasfaser-Versorgung bis in die Ortschaften (zu den Standorten der Kabelverweiger) vorangetrieben. Durch einen konsequenten und geplanten Ausbau des Leerrohr-Netzes kann aufbauend auf dem FttC-Netz in einigen Jahren ein Glasfaser-Anschluss-Netz realisiert werden.

In die fünf Ortsteile Bliesheim, Dirmerzheim, Erp, Friesheim und Gymnich werden in den nächsten Monaten 31 Kilometer Glasfaser-Kabel verlegt werden. Insgesamt werden 32 Kabelverzweiger mit Multifunktionsgehäusen (MfG) zum Outdoor-DSLAM überbaut und mit Stromanschlüssen für die dann dort installierte aktive Übertragungstechnik ausgerüstet. Im Ergebnis werden dann für die überwiegenden Mehrzahl der Anschlüsse wird nach dem Infrastruktur-Ausbau eine Bandbreite von 16 MBit/s nutzbar sein anstatt der heute im Schnitt mit unter 1 MBit/s unzureichenden Bandbreite.

Dem Vertragsabschluss mit der Deutsche Telekom als dem ausgewählten Netzbetreiber ist ein Projekt mit einer Dauer von einem Jahr vorausgegangen. Ende 2009 beauftragte die Stadt Herrn Dr. Kaack von der STZ-Consulting Group mit der Durchführung der notwendigen Projektarbeiten. Dabei wurde zunächst die Unterversorgung durch Versorgungstabellen nachgewiesen und eine Markterkundung bei den Netzbetreibern durchgeführt. Für Dr. Kaack ist es wenig erstaunlich, dass sich auch in Erftstadt kein Anbieter finden ließ, der einen wirtschaftlichen und nachhaltig zukunftssicheren Ausbau ohne öffentliche Zuwendungen plant. Ergänzende Erkundungen bei der Deutschen Bahn, den Stadtwerken, dem örtlichen Gas- und dem Energieversorger haben keine geeignete Leerrohrinfrastruktur zutage gefördert, die für einen Breitband-Ausbau nutzbar gewesen wäre.

Als nächstes wurde eine schriftliche Befragung bei allen Haushalten durchgeführt, die die Unterversorgung mit 79% der Anschlüsse der Befragten unter einem MBit/s (im Durchschnitt der Befragten 714 Kbit/s) bestätigen. Durch die frühzeitige Einbeziehung der Ortsbürgermeister und deren aktive Unterstützung bei der Befragung konnte mit bis zu 25% eine recht hohe Rücklaufquote erreicht werden. Die Unzufriedenheit mit der derzeitigen Versorgung liegt entsprechend 94% hoch und auch die Wechselbereitschaft von 83% der Befragten unterstreicht den vorhandenen Bedarf. Die Ergebnisse bei den befragten Unternehmen liegen auf ähnlichen Werten (91% Unzufriedenheit). Aufgrund der derzeit fehlenden Wettbewerbsangebote ist es nicht verwunderlich, dass ca. 85% der Befragten DSL als die genutzte Breitband-Technologie angegeben haben. Nach DSL ist die Nutzung von Modems für den Analog- oder ISDN-Anschluss die am meist genutzte Technologie für den Internet-Zugang. Mit den Ergebnissen der Befragung und einer parallel durchgeführten statistischen Ableitung des theoretischen Kundenpotenzials ist die Potenzialanalyse abgeschlossen und eine weitere Voraussetzung zur Stellung des Förderantrages erfüllt.

Im Laufe der Projektdurchführung wurde die Grenze für eine Unterversorgung von 1 auf 2 MBit/s angehoben. Damit konnten anderthalb weitere Ortsteile in die Projektarbeit einbezogen werden, die heute eine Versorgung von etwa 1,5 MBit/s haben. Durch diese Erweiterung konnten mit fünf geschlossenen Ortsteilen erhebliche Teile des Stadtgebietes für einen Ausbau bearbeitet werden. Für die Konkretisierung ist eine transparente Ausschreibung nach den Regeln des GAK-Programms erforderlich, die technologieneutral aufgestellt sein muss, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden.

Um die Auswahl unter den Anbietern nicht nur mit qualitativen Argumenten zu treffen, hat Dr. Kaack quantitative Bewertungskriterien entwickelt. Dabei haben wirtschaftliche Aspekte wie die Höhe der Wirtschaftlichkeitslücke und die Kaufkraftabschöpfung durch höhere Kundenkonditionen besondere Bedeutung. Andere Aspekte wie die verfügbare Bandbreite und das Angebot von weiteren Diensten wie z.B. Telefonie werden berücksichtigt. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass das Förderprogramm fordert, dass die mit Subventionen errichtete Infrastruktur über mindestens sieben Jahr in Betrieb gehalten werden muss. Dies stellt Anforderungen an die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Anbieters. Für den späteren Kunden sind ergänzend die Serviceleistungen des Anbieters von Bedeutung, falls es Fragen zum Dienst oder zur Rechnung gibt und insbesondere im Falle von Störungen.

Für den Anbieter wird die Erstellung eines erfolgversprechenden Angebotes einfacher, wenn er die Bewertungskriterien bereits bei der Erstellung kennt. Bewertungskriterien und eine Leistungsbeschreibung mit ergänzenden Informationen über die auszubauenden Ortschaften, Besiedlungsstrukturen und die Ziele beim Breitbandausbau wurden daher interessierten Bietern auf Anfrage während der Ausschreibungsfrist bereitgestellt. Die eigentliche Dauer der Ausschreibung sollte zwei Monate nicht unterschreiten, damit alternative Anbieter die Chance haben, Informationen über Netzinfrastrukturen und Trassenverläufe von der Deutschen Telekom zu erhalten.

Nach der Submission werden die eingegangenen Angebote bewertet und eine Vergabeempfehlung erarbeitet. Jetzt kann der endgültige Förderantrag an das zuständige Dezernat der Bezirksregierung gerichtet werden. Sollte die Zeit bis zur Entscheidung der Bezirksregierung nicht ausreichen, ohne die Bindefrist des ausgewählten Betreibers zu überschreiten, kann ein Antrag auf einen vorzeitigen Maßnahmenbeginn gestellt werden. Nach dessen Eingang oder nach Bewilligung des Förderantrags können die eigentlichen Vertragsverhandlungen zwischen der Kommune und dem Betreiber aufgenommen werden. Nach Unterzeichnung des Kooperationsvertrages beginnt der Infrastrukturausbau, der in der Regel innerhalb von 12 Monaten abgeschlossen sein sollte. Ein erfolgreiches Breitbandprojekt kann bis zur Bereitstellung des neuen Dienstes somit durchaus zwei Jahre dauern.

In Erftstadt werden in der zweiten Jahreshälfte 2011 die ersten Ortschaften fertig ausgebaut sein. Bis zum Ausbau der letzten Ortschaften kann es aber bis 2012 dauern. Der mittlerweile vertraglich vereinbarte Breitbandausbau für mehr als 4.000 Haushalte belastet den städtischen Haushalt mit 27.000 Euro. Bei gut 4.000 unterversorgten Haushalten ergibt sich somit ein öffentlicher Zuschuss in Höhe von 6,75 Euro pro unterversorgten Haushalt. Aus Sicht von Dr. Kaack ein sehr niedriger Wert zur Absicherung der Zukunftsfähigkeit – selbst für eine Kommune mit Nothaushalt.

Bis zur Inbetriebnahme sind nicht unerhebliche Tiefbauarbeiten zur Verlegung der benötigten 31 Kilometer Glasfaserstrecken und die Stromversorgung von 32 Multifunktionsgehäusen zu erbringen. Nach Fertigstellung der Infrastruktur ist über einen Zeitraum von bis zu zehn Jahren der weitere Breitbandausbau voraussichtlich kein weiteres Problem für die Kommune. Durch Änderungen in der aktiven Übertragungstechnik ist mit geringem Aufwand eine frühere oder spätere Erweiterung von ADSL zu VDSL möglich, d.h. Bandbreiten von 50 MBit/s in Abhängigkeit von der Länge der nach wie vor in Kupfer betriebenen Teilnehmeranschlussleitung (TAL). Über einen längeren Zeitraum hinweg wird auch in Erftstadt nichts an einem Ausbau mit Glasfaser bis zum Hausanschluss (Fiber-to-the-Building) vorbei führen ist sich Dr. Kaack sicher. Aber auf der Basis des Fiber-to-the-Curb Ausbaus ist dies bei rechtzeitiger Vorplanung mit überschaubarem Aufwand zu realisieren. Die Vorplanung sollte allerdings nicht verschleppt werden, sonst droht später ein erheblicher Investitionsaufwand für die Verlegung von Leerrohren bis zum Hausanschluss.

Jürgen Kaack 22.11.2010, 08.53 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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