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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Sylt

Auswanderung nach Amerika 1853 mit späterer Rückkehr

Den aus Niedersachsen stammenden Familienzweig meiner Großmutter hatte ich nach bislang nur bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ergründet. In meinen Unterlagen fand sich nicht viel, online ist auch kaum etwas zu finden und Rechercheversuche liefen außer für den aus Braunschweig stammenden Teil mit der Familie Niedhardt zunächst ins Leere. Da die Kirchenbuchschreibung auch in diesem Teil Niedersachsens bis in das 17. Jahrhundert reicht, sollte aber mehr zu finden sein. Daher habe ich einigen Monaten wieder Recherchen aufgenommen, die sich zunächst auf die Städte und Gemeinden Bad Gandersheim, Bornhausen, Einbeck und Teichhütte konzentrieren, die mir als Wohnorte der Vorfahren bereits bekannt waren. Im ersten Schritt sollten Daten zu den bereits namentlich, z.B. aus Geburts- und Heiratseinträgen, bekannten Eltern gefunden werden und dann nach der vorherigen Generation gefahndet werden. Die ersten Schritte sind erledigt und die Erkenntnisse reichen jetzt bis ins 18. Jahrhundert.

 

Dabei sind einige interessante Informationen aufgetaucht. Die Vorfahren waren offensichtlich überwiegend arm, es waren damals wenig angesehene Leinenweber, Lohgerber sowie Hütten- und Waldarbeiter darunter, also durchaus eine andere Berufsstruktur als bei meinen nördlichen Vorfahren aus Schleswig-Holstein und Jütland. Fünf Generationen zurück ist 1853 eine Familie mit sieben Kindern aus Bad Gandersheim in die USA ausgewandert. Eine jüngere Tochter, meine Ur-Urgroßmutter hat 16 Jahre später in Braunschweig geheiratet, muss also zwischenzeitlich wieder aus den USA zurückgekehrt sein. Merkwürdig ist eine Koinzidenz mit einer schon 1845 aus Teichhütte ausgewanderten Familie Mügge, bei der eine verwandtschaftliche Beziehung zu vermuten ist. Im nächsten Schritt sind die Recherchen möglichst bis 17. Jahrhundert weiterzuführen und Verbindungen zu prüfen.

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Jürgen Kaack 13.08.2017, 11.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Offene Enden und weitere Suche

Die in den vorangegangen Beiträgen stammen überwiegend aus meiner Chronik "Heimat Sylt". Die Zusammenhänge zwischen den Familienzweigen, die regionalen Verlagerungen und Veränderungen in der Berufstätigkeit sind dort ebenfalls erläutert. Je weiter die Betrachtung in die Vergangenheit reicht, desto unsicherer sind mitunter die Quellen und eine eindeutige Zuordnung.

 

Bei der Familienforschung kommt erschwerend hinzu, dass die notwendigen Originaldokumente und Kirchenbuch-Einträge manchmal nicht  verfügbar sind, ganze Jahrgänge können durch Feuer oder Kriege vernichtet sein. Dann stößt man auf Sackgassen, die keine weitere Vertiefung ermöglichen. Zum Glück handelt es sich um Einzelfälle. Drei dieser „offenen Enden“ seien beispielhaft dargestellt: 

  • Mein ältester bekannter Vorfahre aus dem Wachsmuth-Zweig ist Johann Andreas Wachsmuth, der um 1835 in Hadersleben als Reiter und Hutmacher im Oldenburgischen Kürassier-Regiment unter dem Kommando von Rittmeister Lersner auftaucht. Ab 1737 werden seine vier Kinder in Hadersleben geboren, deren Entwicklung bis heute so gut wie lückenlos verfolgt werden kann. Johann Wachsmuth war mit Anna Maria Luca Buchwald verheiratet, die am 24.10.1710 in Nimptsch in Schlesien als Tochter des Großknechts Christoph Buchwald zur Welt kommt. Über die Herkunft von Johann Wachsmuth und auch über sein genaues Geburtsdatum konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Ein Eheeintrag könnte hilfreich sein, aber weder in Hadersleben noch in Nimptsch ist ein solcher Eintrag zu finden. Der Name Wachsmuth spricht nicht für eine Herkunft aus Jütland, aber eine konkrete Zuordnung ist mir bislang nicht möglich. Nur ein Zufallsfund könnte weiterhelfen.
  • Ein anderer „Problemfall“ ist der früheste   bekannte Vorfahre aus der Familie Johannsen. Hans Jensen Zimmermann heiratet am 13.10.1758 in Wyk auf Föhr Krincke Ingwers und betätigt sich als „Gastgeber“ (vermutlich ein Gastwirt mit Pensionsbetrieb). Der Eheeintrag weist aus, das Hans am 19.08.1732 geboren wurde und aus Süderlügum stammt. Nur findet sich in den Kirchenbüchern von Süderlügum kein Eintrag, so dass er wahrscheinlich in Süderlügum gelebt hat, aber aus einer anderen Gemeinde zugezogen ist. Für eine weitere Suche ist sein Name damals zu verbreitet, weshalb man ihm die Namensergänzung Zimmermann angefügt hat. In der damals noch üblichen patronymischen Namensgebung wird sein Vater mit Vornamen Jens geheißen haben. Die Suche nach einem Jens, der Zimmermann war, erscheint aussichtslos, zumal die Menschen auch schon im 18. Jahrhundert teilweise über weite Distanzen umgezogen sind.
  • Kapitän Johan Frederik Söeberg kommt um 1840 nach Tinnum auf Sylt, vielleicht aufgrund eines Kontaktes zu einem Tinnumer Kapitän. 1845 heiratet er die Tinnumerin Inken Sermine Söeberg und heiratet sie am 01.06.1845. Bei der Geburt des zweiten Kindes stirbt die Mutter im Kindbettfieber und Johan Frederik heiratet in Nordborg erneut. Er nimmt seine Tochter zu sich und zieht mit der Familie nach Aalborg, wo er bis zu seinem Tod am 11.04.1886 lebt. Er hinterlässt insgesamt acht Kinder. Die Suche nach seiner Herkunft hat erhebliche Probleme bereitet. Schließlich bin ich im Kirchspiel Marieberg von Göteborg fündig geworden. Im Taufregister findet sich für den 12.04.1816 ein Eintrag, in dem auch seine Eltern benannt sind. Somit ist auch die Frage nach dem Geburtsjahr gelöst, das vorher in keinem anderen Dokument eingetragen war. Für die Eltern konnten weder eine Traueintragung noch Geburtseinträge gefunden werden. Bei dem Vater Johan Söeberg ist als Beruf "Seemann" eingetragen. Vielleicht lebte die Familie gar nicht in Göteborg, sondern war dort nur zur Niederkunft? Eine weitere Suche erscheint auch hier so gut wie aussichtslos.

Die Beispiele zeigen, dass es Fälle gibt, in denen eine systematische Suche kaum erfolgversprechend ist. Hier bleibt nur, auf Zufälle zu hoffen, die wieder neue Informationen oder Verweise bringen. In einem anderen Familienzweig verfolge ich ein paar neue Ansätze, aber im Wesentlichen bin ich mit der Familienforschung an die Grenzen der möglichen Suche gestoßen. Noch schwieriger als die Beschaffung der Lebensdaten gestaltet sich die Suche nach Beschreibungen von Lebensumstünden, Nennungen in Chroniken, von denen ich einige gefunden habe. Aber auch hier sind Grenzen erreicht.

 

Für ergänzende Informationen oder Ideen für neue noch nicht erschlossene Quellen bin ich daher immer offen und für Hinweise dankbar. Sollten sich neue Informationen ergeben, dann gibt es unter Umständen auch noch mal eine überarbeitete und ergänzte Auflage der Chronik.


Jürgen Kaack 30.07.2017, 09.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erwerbstätigkeit nach Chronik-Datenbank 1500 bis 1900

Die Erwerbstätigkeit von Vorfahren und Verwandten ist oft, aber eben auch nicht immer, in den Kirchenbücher verzeichnet und gibt ein gutes Bild über die Tätigkeit der Menschen in der Region. Die Verteilung der in der Datenbanlk zur Chronik erfassten ca. 4.800 unmittelbaren Vorfahren und Verwandten ist typisch für die Region Schleswig-Holstein, die nordfriesischen Inseln und Jütland. Es finden sich unter den Holsaten (norelbischen Sachsen), die im südlichen Teil von Schleswig-Holstein und nördlich der Elbe siedelten: 
  • 35 Hufner mit eigenem Land
  • 17 nicht näher spezifizierte Landwirte (vermutlich oft im Nebenerwerb) 
  • 10 Hausmänner (mit eigenem Land)
  • 8   Käthner mit gepachtetem Land


Unter den überwiegend friesischen Gruppen, die sich auf Sylt, der Insel Föhr und den Halligen Langeneß, Nordmarsch und Gröde konzentrierten, finden sich (neben dem auch hier üblichen Nebenerwerb in der Landwirtschaft):

  • 10 Walfang-Commandeure (Grönlandfahrer)
  • 29 Kapitäne
  • 22 Schiffer (oft Fischerboote, aber auch andere Küstenboote wie Schmackschiffe
  • 80 Steuermänner und Seefahrer 


Die anderen (ausgewiesenen) Berufe sind wenig zahlreich und verteilt: 

  • 12 Kaufleute
  • 9 Fuhrmänner
  • 8 Zimmerleute
  • 6 Schmiede
  • 6 Müller
  • 5 Hebammen
  • 5 Bauern- oder Landvögte
  • 4 Schneider
  • 3 Weberinnen
  • 3 Dorflehrer
  • 2 Tierärzte
  • 2 Zahnärzte
  • 2 Küster
  • 2 Kürassiere aus dem 17. Jahrhunder
  • 1 Bankier
  • 1 Unternehmer
  • je 1 Bäcker, Bankier, Buchbinder, Chirurg (im 17. Jahrhundert), Deichgraf, Gerichtsbeisitzer, Hutmacher, Kirchendiener, Leuchtturmwärter, Papparbeiter, Pastor, Schneider, Schlosser, Totengräber, Unternehmer und Zollcontrolleur.

Neben den benannten Professionen war die überwiegende Mehrzahl von über 1.000 Personen der männlichen Personen in der Landwirtschaft tätig als Inste oder Tagelöhner, oft mit nebenberuflicher handwerklicher Betätigung. Große Teile dieser Gruppe war arm und besaß gerade das Nötigste. Hungersnot und auch Pestepidemien kamen häufiger vor und auch der 30-jährige Krieg hat im südlichen Holstein gewütet. Daher ist es verständlich, dass gerade im 19. Jahrhundert vermehrt Zuwanderung auf die Inseln Sylt und Föhr als Chance gesehen wurde. In dieser Zeit sind aber auch mindestens fünf Familien in die USA ausgewandert.


Weitere Informationen zu den historischen Verhältnissen in den Regionen mit Bezug auf die erweiterte Familie finden sich in der als Buch erschienen Chronik "Heimat Sylt" (auch als eBook erhältlich unter dem Titel "Chronik der Familie Kaack".

Jürgen Kaack 29.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wirtschaftliche Grundlage von Sylt im 19. Jahrhundert

1850 waren 300 der insgesamt 1.209 männlichen Bewohner von Sylt in der Seefahrt tätig und davon wiederum 136 Kapitäne und Steuerleute - dies entspricht einer Quote von fast 25%! In Westerland lebten zu dieser Zeit knapp 500 Einwohner, das größte Dorf war zu dieser Zeit Morsum mit 770 Einwohnern. Aufschlussreich ist ein Blick auf die „Produktion“ der 2.706 Einwohner in jenem Jahr vor über 160 Jahren: es wurden 2.900 Tonnen Roggen, 5.960 Tonnen Gerste, 1.660 Tonnen Hafer sowie in nennenswertem Umfang Wollprodukte hergestellt. Mit elf Austernfahrzeugen wurden von den damals 20 Austernbänken 1.700 Tonnen Austern geerntet. Dies entspricht 1,5 Millionen Stück, die auf das Festland und bis nach Russland transportiert wurden.

 

In den Dünen wurden 40.000 Möweneier gesammelt und in der Vogelkoje 22.916 Krickenten gefangen. Die Hauptausfuhrprodukte von der Insel waren über viele Jahre Austern, Gerste und Wollwaren. Neben den Einwohnern lebten 226 Pferde, 1.393 Kühe und 6.563 Schafe auf der Insel. Offensichtlich funktionierte die Steuerbürokratie der Dänen damals auch schon sehr effizient, wenn so genaue Zahlen zu Möweneiern und Schafen ermittelt wurden! Die Produktion auf Föhr war bis auf Austern und Möweneier ähnlich wie auf Sylt, die Einwohnerzahl lag 1850 mit 5.400 doppelt so hoch wie auf Sylt. Auf den Halligen waren Schifffahrt, Krabbenfang sowie die Produktion von Butter, Käse, Fleisch und Wollwaren die Haupteinnahmequellen. Auf Langeneß gab es 1850 gerade mal 57 Häuser.Unter den Uthland-Friesen finden sich in nicht geringer Zahl Seeleute, Schiffer und Kapitäne. Eine hohe Zahl der Seefahrer starb vergleichsweise jung bei einem Schiffsunglück, bis hin zu den fernen Gestaden. Insbesondere die Seefahrer von Sylt und den Halligen waren als Navigatoren und Schiffsführer anerkannt. Im 17. Jahrhundert haben viele Sylter für den Walfischfang bei Spitzbergen und Grönland bei holländische und Hamburger Reeder angeheuert und manche waren danach in der Handelsschifffahrt tätig. So anerkannt die Sylter als Schiffsführer und Fischer waren, so wenig angesehen waren sie in Landwirtschaft und Viehzucht. Die Festlandsfriesen waren dagegen schon früh erfolgreich mit Landwirtschaft und Viehzucht.

Jürgen Kaack 28.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kleine Geschichte der Friesen

Die Vorgeschichte der Friesen liegt weitgehend im Dunkeln, vermutlich haben sich die Stämme der Nord- und Ostfriesen aus den Westfriesen entwickelt. Nach Entstehen des Ärmelkanals zwischen Britannien und dem Festland ist Friesland von heftigeren Stürmen heimgesucht worden und Sturmfluten haben die Landschaft nachhaltig verändert. Mit den durch die Naturgewalten entstandenen Überschwemmungen der alten Seemarschen und den hierdurch bedingten Abspaltungen von Landflächen zu Inseln und Halligen gingen auch politische und gesellschaftliche Verbindungen der einzelnen Stämme verloren. Auf den Uthlanden, den Inseln Nordfrieslands entwickelten sich die Inselfriesen in eine andere Richtung als die Festlandsfriesen, die zudem in einem engen Austausch mit Holsaten und Jüten stehen. Wie der Chronisten Christian Peter Hansen in seinem lesenswerten Buch „Chronik der friesischen Uthlande“ feststellt, versteht man unter den Uthlands-Friesen „ein mit besonderen Rechten und Freiheiten versehenes, im Westen des Herzogtums Schleswig liegendes Inselland“.

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Jürgen Kaack 27.07.2017, 09.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sturmflut von 1825 auf den Halligen

Vor der Burchardi-Flut 1634 bildeten die Halligen Oland und Langeneß mit weiteren Landmassen die Hallig-Alt-Langeneß. Auf allen Halligen zusammen lebten bei der Volkszählung von 1769 2.000 Menschen in 350 Häusern. Auf der Nordmarsch lebten 1749 400 Personen auf 10 Warften. Von den Einwohnern arbeiteten 86 als Seefahrer, entsprechend einer Quote von knapp 22%. Langeneß war zu dieser Zeit mit 13 Warften und 70 Häuser ähnlich groß. 1769 waren die männlichen Erwachsenen fast ausschließlich in der Seefahrt tätig, teils mit eigenen Schiffen, in der Mehrzahl aber angeheuert von hamburgischen oder holländischen Reedern. Vor der Sturmflut von 1825 lebten 187 Einwohner in 70 Häusern, 1850 standen noch 50, 1905 nur noch 30 Häuser. Heute misst die Hallig 10 Kilometer in der Länge und 1,4 in der Breite, etwa 100 Personen lebten 1987 in 58 Haushalten. Landwirtschaft, Küstenschutz und Tourismus sind heute die Haupterwerbsquelle auf den Halligen.

Hallig Gröde ist heute mit 11 Einwohnern eine der kleinsten Gemeinden in Deutschland, mit 2,5 Quadratkilometern aber schon deutlich größer als Habel! Gröde gehört wie auch die Nachbarhalligen Appelland und Habel zu den friesischen Uthlanden. Die Halligen wurden durch Sturmfluten vom Festland abgetrennt und hatten in der Folge durch weitere Fluten und Meeresströmungen Landverluste zu beklagen. In der Burchardiflut im Jahr 1634 ertrank auf den drei Halligen ein Mensch. Die 1779 erbaut Kirche Sankt Margarethen ist vermutlich die siebte Kirche an dieser Stelle und enthält einen Altar von 1592. Bei der Februarflut von 1825 wurden auf den drei eigenständigen Halligen Gröde, Appelland und Habel  acht der 23 Häuser zerstört, zudem eine von drei Warften. Im Jahr 1825 gab es noch 90 Einwohner auf Hallig Gröde, bis 1874 halbierte sich diese Zahl. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs Gröde mit der nördlich gelegenen Hallig Appelland zusammen, nachdem man zum Küstenschutz den zwischen den beiden Halligen verlaufenden Priel mit einem Damm unterbrochen hatte.

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Jürgen Kaack 26.07.2017, 18.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lorenz Nicolay Janssen - Rentmeister auf Sylt

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 fielen mit dem Prager Frieden von 1866 Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen. Im Friedensvertrag wurde eine Volksabstimmung über die zukünftige nationale Zugehörigkeit des Gebietes im nördlichen Schleswig vereinbart. Spätestens nach dem Prager Frieden hat sich die Berufslaufbahn von Lorenz Nicolay verändert, da er bislang für die dänische Regierung tätig war. Vermutlich ist er bereits 1867 in die Dienste des preußischen Staates gewechselt und mit seiner Familie nach Westerland umgezogen. Das erste „Provinzial-Handbuch für Schleswig-Holstein“ von 1868 weist Lorenz Nicolay Ludwig bis zu seiner Pensionierung aus als Beamten für die vereinigte preußische Provinz Schleswig-Holstein mit der Funktion eines Zolleinnehmers („Zollcontrolleurs“) und eines „Rentmeisters“ für das seit 1816 bestehende Nebenzollamt Sylt und gleichzeitig als Steuerempfänger bei der Steuerkasse Sylt in Tinnum. Mit Lorenz Nicolay kamen seine Frau Catharina Maria und seine fünf Kinder nach Sylt. Zur gleichen Zeit sind auch seine Eltern Elisabeth Charlotte und Johann Janssen nach Keitum umgezogen, um ihren Lebensabend in der Nähe ihrer Kinder und Enkel zu verbringen. Somit lebten 1867 neun Mitglieder der Familie Janssen auf Sylt.

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Jürgen Kaack 26.07.2017, 17.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Seefahrt und Walfang der Inselfriesen im 17. und 18. Jahrhundert

Im 15. und 16. Jahrhundert waren die Inselfriesen bevorzugt Fischer und Wattschiffer mit Herings- und Schellfischfang in der Nordsee, Rochen-, Schollen- sowie Austernfang im Wattenmeer. Große Heringsschwärme zogen über lange Zeit direkt an der schleswig-holsteinischen Westküste vorbei. Als sich die Zugrichtung endet, ging mit der küstennahen Fischerei in erheblichem Maße zurück. Bei der Erkundung der Gewässer westlich von Grönland auf der Suche nach einer Passage in Richtung Indien wurden große Walfamilien bei Spitzbergen gesichtet, die dort regelmäßig im Sommer hinzogen und Nachwuchs bekamen. In den Jahren nach 1610 entwickelte sich der Walfang vor „Grönland“, gemeint ist eigentlich bei Spitzbergen und wurde für die Seefahrer von Sylt, Föhr und von den Halligen ein wichtiger Erwerbszweig. Die Gründung von Stationen und Tran-Kochereien auf Grönland nach 1630 bis 1777 intensivierte das einträgliche Geschäft.
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Jürgen Kaack 25.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Haus Schöneck in Westerland im Wandel der Zeit

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Gebäude in Westerland errichtet, um dem wachsenden Bedarf durch Touristen gerecht zu werden. In der Süderstraße 2 wurde vermutlich von Familie Lambeck ein Eckhaus mit einem markanten Türmchen gebaut und als Pension "ersten Ranges" angepriesen. Anfang des neuen Jahrhunderts hat wohl die Tochter der Lambecks einen Herrn Krone geheiratet und das Haus weiterhin als Pension unter dem Namen  "Haus Lambeck" betrieben. Zugänglich war die "älteste und vornehmste" Pension allerdings nur für für "Herrschaften christlichen Glaubens". Die Zimmer kosteten 1910 zwischen 15 und 45 Mark pro Woche!


Um 1920 wurde das Haus an die "Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime e.V." verkauft und unter dem neuen Namen Haus Schöneck Teils  des "Nordfriesischen Heims", zu dem auch das Parkhaus sowie die Häuser Martha, Germania und Wilhelminenburg gehörten. Insgesamt konnten im Nordfriesischen Heim 210 Personen beherbergt werden. Um 1935 wurden die Häuser verkauft. Haus Schöneck behielt seinen Namen, wurde allerdings in Mietwohnungen aufgeteilt. Familie Carstensen ist 1938 in eine der Erdgeschoss-Wohnungen eingezogen und hat dort bis 1957 gewohnt.


Die nachfolgende Anzeige stammt aus dem Syltführer um 1905, das untere Foto ist schon nach Umbenennung in Haus Schöneck aufgenommen worden.








Jürgen Kaack 24.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Strandübergang in Westerland um 1895

Bis Anfang des 20. Jahrhunderts waren die meisten Straßen in Westerland noch ungepflastert, dies traf auch auf die touristischen „Hauptstraßen“ (Friedrich- und Strandstraß0e) zu. Auf dem ersten Bild blickt man direkt vom Strandübergang in die Strandstraße. Links, nicht mehr auf dem Foto erfasst, befindet sich das Hotel Villa Baur-Breitenfeld. Das zweite ist ein Stück weiter nach Norden entstanden, ebenfalls mit Blick nach Osten. Baur-Breitenfeld befindet sich jetzt rechts vom erfassten Bildausschnitt. Auf dem Foto sieht man als Querstraßen die Doktor-Nicolas- und direkt dahinter die Steinmannstraße. Beide Fotos müssen um 1895 entstanden sein.


In der Steinmannstraße 6 hat der Tierarzt Dr. Claudius Janssen ein 1897 errichtetes Haus erworben, in dem er bis zu seinem Tod 1924 gelebt hat, seine Frau hat hier noch bis 1958 gewohnt. Claudius war ein Bruder der in der Villa Baur-Breitenfeld lebenden Elise Charlotte Nicoline Baur von Breitenfeld, geborene Janssen. Claudius war zudem der jüngere Bruder von Johann Janssen, der in der Friedrichstraße ein Bankhaus gegründet hat. Johann hat für seine Familie ein Wohnhaus und der damaligen Damenbadstraße 9 (heute Käpt'n-Christiansen-Straße) errichtet. Ihr gemeinsamer Vater Lorenz Nicolay Ludwig Janssen lebte nicht weit entfernt in der Paulstraße 2. Er war viele Jahre lang Leiter des Zollamtes und der Steuerkasse von Sylt und stirbt 1918 mit fast 90 Jahren.




Jürgen Kaack 23.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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