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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Schleswig-Holstein

Bankhaus Janssen in Westerland



Schon vor zwei Jahren habe ich das oben stehende Foto vom Bankhaus Janssen in der Friedrichstraße 19 in Westerland beim Sylter Archiv gefunden. Johann Janssen ist der älteste 1856 in Glückstadt geborene Sohn von Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen und mit der Familie seines Vaters 1867 nach Westerland gezogen. 

Er blieb in Westerland und heiratete 1882 die aus Kampen stammende Dorothea Katherina Kamp, deren Vater der erste Direktor der Sylter Dampfschifffahrtsgesellschaft war, die die Schiffsverbindung von Hoyer auf dem Festland nach Munkmarsch auf Sylt betrieben hat. Um 1880 hat Johann Janssen eine der ersten (vielleicht auch die erste) Privatbank auf Sylt gegründet. Während das obere Foto das Bankhaus in der Zeit von 1880 bis 1890 zeigt, ist das Gebäude unten als Stich auf der Rückseite eines Schecks von 1918 über 50 Pfennig zu sehen.

Im Zuge der beginnenden Konsolidierung der Bankgeschäfte in der Rezession nach dem ersten Weltkrieg hat Johann Janssen sein Bankhaus 1921 an die Schleswig-Holsteinische Bank übertragen. Er starb drei Jahre später 1924. Bis in die siebziger Jahre befand sich in dem Gebäude weiterhin eine Bankfiliale. Als einziges der von Mitgliedern der Familie Janssen in Westerland erbauten und bewohnten Gebäude ist es bis heute erhalten geblieben. Nach den Modernisierungen ist es allerdings kaum wieder zu erkennen und wird derzeit von einem Optiker genutzt.





Jürgen Kaack 15.10.2017, 11.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Neue Funde für die Familienforschung für Wachsmuth

Seit einigen Jahren bin ich auf der Suche nach Informationen zu einem meiner Vorfahren, der am Anfang des 18. Jahrhunderts geboren wurde. Eigentlich ist das hier auftretende Problem gar nicht mal so selten. Ein junger Mann tritt einem der damals zahlreichen Regimenter bei und zieht mit diesem an einen Einsatzort, wo er eine Frau findet und Kinder bekommt. Ist kein Heiratseintrag vorhanden, wird es schwierig, den Geburtsort und die Eltern zu finden. Dann können manchmal die Musterungsrollen helfen, wenn man diese denn findet.

Mein ältester bekannter Vorfahre aus dem Wachsmuth-Zweig ist Johann Andreas Wachsmuth, der um 1835 in Hadersleben als Reiter und Hutmacher im Oldenburgischen Kürassier-Regiment Friis unter dem Kommando von Rittmeister von Lersner auftaucht, der erst 1737 zum Rittmeister befördert und Kommandeur einer Kompanie wurde. Ab 1738 werden die vier Kinder von Anna Maria und Johann Andreas Wachsmuth in Hadersleben geboren, deren weitere Entwicklung so gut wie lückenlos verfolgt werden kann. Johann Andreas Wachsmuth war mit Anna Maria Luca Buchwald verheiratet, die am 24.10.1710 in Nimptsch in Schlesien als Tochter des Großknechts Christoph Buchwald zur Welt kommt. Über die Herkunft von Johann Wachsmuth und auch über sein genaues Geburtsdatum konnte hier nichts in Erfahrung gebracht werden. Ein Eheeintrag könnte hilfreich sein, aber weder in Hadersleben noch in Nimptsch ist ein solcher Eintrag zu finden. Der Name Wachsmuth spricht definitiv nicht für eine Herkunft aus Jütland.

Die Suche nach den Musterungsrollen blieb bislang erfolglos. Das Regiment wurde wohl um 1703 in Oldenburg aufgestellt, dann aber an den dänischen König ausgeliehen und später auch an den Gottorfer Hof. Im fraglichen Zeitraum von 1736 bis 1747 war das Kürassier-Regiment mit acht Kompanien im Raum Kolding / Hadersleben stationiert. Wo könnte jetzt also die Musterungsrolle archiviert sein?

Durch Zufall hat sich ein Dokument im Stadtarchiv von Göttingen gefunden, nach dem ein Kürassier Johann Andreas Wachsmuth im Jahr 1736 in Göttingen ein Haus verkauft hat. Der passende Zeitraum spricht dafür, dass er aus Göttingen nach Hadersleben gezogen ist. Jetzt kann eine systematische Forschung in Göttingen helfen, weitere Daten zu finden mit seinem Geburtsdatum und Angaben zu seinen Eltern. Sofern dies gelingt, wäre ein weiteres Rätsel aus der Familienforschung gelöst.


Jürgen Kaack 13.10.2017, 12.29 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Villa Baur-Breitenfeld in Westerland

Familie Janssen ist 1867 von Büsum nach Westerland gezogen, als mit dem Machtwechsel von Dänemark zu Preussen der Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen in den Dienst der preussischen Regierung gewechselt ist und Die Leitung von Zollamt und Steuerkasse von Sylt übernommen hat. Mit ihm kamen seine Frau und sechs Kinder nach Westerland. Claudius Waldemar und Ernst Emil verliessen nach der Jugend die Insel und Claudius Waldemar kehrte erst mit 58 Jahre wieder nach Westerland zurück, Ernst Emil hat sich als Zahnarzt in Flensburg niedergelassen.

1880 ließ Baron Baur von Breitenfeld das damals größte Gebäude in Westerland direkt am Dünenrand in der Strandstraße errichten (heute steht hier die Sylter Welle). Er war verheiratet mit Elise Charlotte Nicoline Janssen, einer Tochter von Rentmeister Lorenz Nicolay Janssen. Sein Vater Baron August Baur von Breitenfeld hatte ein paar Jahre vorher die 38 Jahre jüngere Schwester Margaretha Maria Janssen geheiratet. Nach dem Tod ihres Mannes führte Elise die Villa Baur-Breitenfeld als Hotel mit für die damaligen Verhältnissen modernster Einrichtung weiter bis zu ihrem Tod 1918. Die Sturmflut von 1919 beschädigte die Fundamente so stark, dass das stattliche Gebäude abgerissen werden musste. Das 1903 am Ende der Friedrichstraße errichtete Hotel Miramar bildete über zehn Jahre lang den optischen Gegenpol zur Villa Baur-Breitenfeld und steht auch heute noch.






Jürgen Kaack 08.10.2017, 16.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Stammbaum Statistiken

Durch eine Reihe von ergänzenden Informationen ist die genealogische Datenbank auf über 5.400 Personen angewachsen. Darunter sind natürlich nicht nur direkte Vorfahren, in einigen Linien reichen die Vorfahren bis ins 16. Jahrhundert zurück, in anderen Linien enden die vorhandenen Informationen im 18. Jahrhundert. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich hier noch wesentliche ergänzende Informationen finden lassen, aber manchmal ergeben sich zufällig neue Erkenntnisse. Der Beginn der Kirchenbuchschreibung setzt ein fast "natürliches" Ende für weitere Forschungen.

Das unten abgebildete Fächerdiagramm umfasst acht Generationen, in Einzelfällen ließe sich die Darstellung bis auf 15 Generationen ausweiten. In acht Generationen finden sich 255 Personen. Im Falle meines Stammbaums konnten über 21 dieser Personen keine Informationen gefunden werden. In einem Fall handelt es sich um eine uneheliche Geburt, bei der der Vater unbekannt ist. In einem anderen Fall hat ein Seemann mit seiner Frau in Göteborg einen Sohn zur Welt gebracht, aber anscheinend weder vorher noch nachher in Göteborg gelebt. In einem weiteren Fall hat ein vom Festland nach Föhr gezogener Vorfahre bei der Heirat einen Ort angegeben, von dem er zugezogen ist, der aber nicht sein Geburtsort war. In all diesen Fällen sind die Aussichten auf weiterführende Informationen verschwindend gering. Bei den jetländischen Vorfahren kommt die damals übliche patronymische Namensgebung erschwerend hinzu. Immerhin liegen für fast 92% der Vorfahren aus acht Generationen mehr oder weniger vollständige Informationen vor.

Von den 234 bekannten Vorfahren stammen:
  • 0,4% aus Schlesien
  • 1,3% aus Schweden
  • 1,3% aus den Niederlanden
  • 15% von den Inseln Sylt und Föhr sowie von den Halligen Langeneß, Nordmarsch, Pellworm, Habel und Gröde
  • 22% aus Braunschweig und Umgebung
  • 61% aus Schleswig-Holstein und Jütland

Im Hinblick auf die früher eng zusammenhängenden Lebensräume im nördlichen Schleswig-Holstein und den südlichen Teilen von Jütland macht eine weitere Unterteilung kaum Sinn. Auch bei Berücksichtigung von Vorfahren aus früheren Generationen dürfte sich die Verteilung nicht wesentlich ändern.

Jürgen Kaack 04.10.2017, 14.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Villa Janssen in Westerland

Seit einigen Jahren suche ich Foto des Hauses in Westerland, in dem meine Urgroßeltern nach 1919 gelebt haben. Weder im Sylter Archiv, bei der Suche nach historischen Postkarten noch in Online-Portalen war ich erfolgreich. Jetzt habe ich in einem gut gepflegten privaten Album das gesuchte Foto gefunden. "Villa" (welches Gebäude der damaligen Zeit wurde nicht als Villa bezeichnet?) Janssen in der Steinmannstraße 6 wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und von meinen Urgroßeltern bis 1958 bewohnt. Auf jeden Fall war damals anders als heute noch recht viel Platz um die Gebäude. In seiner Kindheit hat mein Vater hier häufiger mit seinem Bruder, seiner Cousine und seinen Cousins gemeinsam gespielt. In den sechziger Jahren wurde das Haus abgerissen und durch ein uniformes Hochhaus ersetzt. Die Lage im Zentrum und die Nähe zum Strand ist natürlich immer noch attraktiv. 

Nach dem Umzug von Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen nach Westerland im Jahr 1867 gab es eine Reihe von Häusern von Mitgliedern der Janssen Familie, die unverkennbare und auf vielen Fotos verewigte Villa Baur-Breitenfald am Strandübergang der Strandstraße, das Haus von Rentmeister Janssen in der Paulstraße, das Bankhaus von Johann Janssen in der Friedrichstraße (das Gebäude steht als einziges noch heute) und sein Wohnhaus, natürlich auch Villa Janssen in der heutigen Käpt'n-Christiansen-Straße (damals Damenbadstraße).


Aus der gleichen Quelle stammen eine Reihe weiterer Fotos von Vorfahren der Familie Janssen, die in die nächste Ausgabe der Familien-Chronik einfließen werden. Es ist jetzt schon abzusehen, dass die dritte Ausgabe um ca. 30% an Umfang zunehmen wird


Jürgen Kaack 01.10.2017, 14.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Oldenburgische Kürassier-Regiment Friis

Der älteste bekannte Vorfahre aus der Familie Wachsmuth ist Johann Andreas Wachsmuth, der vermutlich vor 1710 geboren wird (der Geburtsort ist unbekannt) und nach 1735 in Hadersleben als Hutmacher und Reiter im Oldenburgischen Kürassier-Regiment Friis in der von Rittmeister Ludolf Erich von Lersner (08.01.1713 bis 30.01.1773) geführten Kompanie diente.

 

Das Oldenburgische Kürassier-Regiment Friis, das 1701 als Regiment Ditmersens aufgestellt und erst 1703 einsatzbereit war, wurde zunächst als Teil eines Hilfskorps eingesetzt, das dem deutschen Kaisers vom dänischen König zur Unterstützung im Spanischen Erbfolgekrieg überlassen wurde. Anschließend war es zur Bekämpfung eines Aufstandes in Ungarn im Einsatz und 1709 in Holstein einquartiert. Nach einem weiteren Einsatz in Wismar 1711 kam das Regiment nach Schleswig, wo fünf Kompanien stationiert wurden. Je eine weitere Kompanie kam nach Sonderburg, Eckernförde und Husum. 1728 wurde das Regiment verlegt, je Kompanie wurde in Vejle stationiert, drei Kompanien nin Fredericia und vier Kompanien in Kolding. Hadersleben wird dabei nicht explizit erwähnt, aber da Kolding nicht weit entfernt ist, könnte eine der vier Koldinger Kompanien auch in Hadersleben stationiert gewesen sein, das ziemlich genau in der Mitte zwischen Kolding und Sonderborg liegt. Jede Kompanie hatte eine Mannschaftstärke von 61 Mann und 61 Pferden. Mit acht Kompanien im Oldenburgischen Kürassier-Regiment ergibt sich somit eine Gesamt-Mannschaftsstärke von 488 Reitern und Pferden. 1748 wird das Regiment wieder nach Husum und Rendsburg verlegt und nach einem 1763 an der Grenze zwischen Holstein und Mecklenburg durchgeführten Einsatz 1767 aufgelöst.

 

Ludolf Erich von Lersner stammt aus einem Frankfurter Patrizier-Geschlecht und entschied sich für eine militärische Karriere. Am 31.12.1734 wurde von Lersner zum Reserve-Leutnant im Reiterregiment Friis ernannt, am 30.09.1735 zum wirklichen Leutnant und schließlich am 06.09.1737 zum Rittmeister befördert. In dieser Funktion kommandiert er vermutlich eine der acht Kompanien des Regiments. Am 25.044.1746 erhielt er das Majors-Patent, am 16.04.1755 wurde er zum Oberstleutnant der Kavallerie befördert und am 24.09.1755 zum Oberst und Kommandeur des Reiterregiments. Nach dessen Auflösung wurde von Lersner Chef des Jütländischen Kürassier-Regiments. Am 22.07.1769 erhielt er seine letzte Beförderung zum Generalmajor und nahm am 30.09.1771  seinen Abschied. Am 30.01.1773 starb er unverheiratet in Slagelse.

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Jürgen Kaack 20.08.2017, 12.45 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Auswanderung nach Amerika 1853 mit späterer Rückkehr

Den aus Niedersachsen stammenden Familienzweig meiner Großmutter hatte ich nach bislang nur bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts ergründet. In meinen Unterlagen fand sich nicht viel, online ist auch kaum etwas zu finden und Rechercheversuche liefen außer für den aus Braunschweig stammenden Teil mit der Familie Niedhardt zunächst ins Leere. Da die Kirchenbuchschreibung auch in diesem Teil Niedersachsens bis in das 17. Jahrhundert reicht, sollte aber mehr zu finden sein. Daher habe ich einigen Monaten wieder Recherchen aufgenommen, die sich zunächst auf die Städte und Gemeinden Bad Gandersheim, Bornhausen, Einbeck und Teichhütte konzentrieren, die mir als Wohnorte der Vorfahren bereits bekannt waren. Im ersten Schritt sollten Daten zu den bereits namentlich, z.B. aus Geburts- und Heiratseinträgen, bekannten Eltern gefunden werden und dann nach der vorherigen Generation gefahndet werden. Die ersten Schritte sind erledigt und die Erkenntnisse reichen jetzt bis ins 18. Jahrhundert.

 

Dabei sind einige interessante Informationen aufgetaucht. Die Vorfahren waren offensichtlich überwiegend arm, es waren damals wenig angesehene Leinenweber, Lohgerber sowie Hütten- und Waldarbeiter darunter, also durchaus eine andere Berufsstruktur als bei meinen nördlichen Vorfahren aus Schleswig-Holstein und Jütland. Fünf Generationen zurück ist 1853 eine Familie mit sieben Kindern aus Bad Gandersheim in die USA ausgewandert. Eine jüngere Tochter, meine Ur-Urgroßmutter hat 16 Jahre später in Braunschweig geheiratet, muss also zwischenzeitlich wieder aus den USA zurückgekehrt sein. Merkwürdig ist eine Koinzidenz mit einer schon 1845 aus Teichhütte ausgewanderten Familie Mügge, bei der eine verwandtschaftliche Beziehung zu vermuten ist. Im nächsten Schritt sind die Recherchen möglichst bis 17. Jahrhundert weiterzuführen und Verbindungen zu prüfen.

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Jürgen Kaack 13.08.2017, 11.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Offene Enden und weitere Suche

Die in den vorangegangen Beiträgen stammen überwiegend aus meiner Chronik "Heimat Sylt". Die Zusammenhänge zwischen den Familienzweigen, die regionalen Verlagerungen und Veränderungen in der Berufstätigkeit sind dort ebenfalls erläutert. Je weiter die Betrachtung in die Vergangenheit reicht, desto unsicherer sind mitunter die Quellen und eine eindeutige Zuordnung.

 

Bei der Familienforschung kommt erschwerend hinzu, dass die notwendigen Originaldokumente und Kirchenbuch-Einträge manchmal nicht  verfügbar sind, ganze Jahrgänge können durch Feuer oder Kriege vernichtet sein. Dann stößt man auf Sackgassen, die keine weitere Vertiefung ermöglichen. Zum Glück handelt es sich um Einzelfälle. Drei dieser „offenen Enden“ seien beispielhaft dargestellt: 

  • Mein ältester bekannter Vorfahre aus dem Wachsmuth-Zweig ist Johann Andreas Wachsmuth, der um 1835 in Hadersleben als Reiter und Hutmacher im Oldenburgischen Kürassier-Regiment unter dem Kommando von Rittmeister Lersner auftaucht. Ab 1737 werden seine vier Kinder in Hadersleben geboren, deren Entwicklung bis heute so gut wie lückenlos verfolgt werden kann. Johann Wachsmuth war mit Anna Maria Luca Buchwald verheiratet, die am 24.10.1710 in Nimptsch in Schlesien als Tochter des Großknechts Christoph Buchwald zur Welt kommt. Über die Herkunft von Johann Wachsmuth und auch über sein genaues Geburtsdatum konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Ein Eheeintrag könnte hilfreich sein, aber weder in Hadersleben noch in Nimptsch ist ein solcher Eintrag zu finden. Der Name Wachsmuth spricht nicht für eine Herkunft aus Jütland, aber eine konkrete Zuordnung ist mir bislang nicht möglich. Nur ein Zufallsfund könnte weiterhelfen.
  • Ein anderer „Problemfall“ ist der früheste   bekannte Vorfahre aus der Familie Johannsen. Hans Jensen Zimmermann heiratet am 13.10.1758 in Wyk auf Föhr Krincke Ingwers und betätigt sich als „Gastgeber“ (vermutlich ein Gastwirt mit Pensionsbetrieb). Der Eheeintrag weist aus, das Hans am 19.08.1732 geboren wurde und aus Süderlügum stammt. Nur findet sich in den Kirchenbüchern von Süderlügum kein Eintrag, so dass er wahrscheinlich in Süderlügum gelebt hat, aber aus einer anderen Gemeinde zugezogen ist. Für eine weitere Suche ist sein Name damals zu verbreitet, weshalb man ihm die Namensergänzung Zimmermann angefügt hat. In der damals noch üblichen patronymischen Namensgebung wird sein Vater mit Vornamen Jens geheißen haben. Die Suche nach einem Jens, der Zimmermann war, erscheint aussichtslos, zumal die Menschen auch schon im 18. Jahrhundert teilweise über weite Distanzen umgezogen sind.
  • Kapitän Johan Frederik Söeberg kommt um 1840 nach Tinnum auf Sylt, vielleicht aufgrund eines Kontaktes zu einem Tinnumer Kapitän. 1845 heiratet er die Tinnumerin Inken Sermine Söeberg und heiratet sie am 01.06.1845. Bei der Geburt des zweiten Kindes stirbt die Mutter im Kindbettfieber und Johan Frederik heiratet in Nordborg erneut. Er nimmt seine Tochter zu sich und zieht mit der Familie nach Aalborg, wo er bis zu seinem Tod am 11.04.1886 lebt. Er hinterlässt insgesamt acht Kinder. Die Suche nach seiner Herkunft hat erhebliche Probleme bereitet. Schließlich bin ich im Kirchspiel Marieberg von Göteborg fündig geworden. Im Taufregister findet sich für den 12.04.1816 ein Eintrag, in dem auch seine Eltern benannt sind. Somit ist auch die Frage nach dem Geburtsjahr gelöst, das vorher in keinem anderen Dokument eingetragen war. Für die Eltern konnten weder eine Traueintragung noch Geburtseinträge gefunden werden. Bei dem Vater Johan Söeberg ist als Beruf "Seemann" eingetragen. Vielleicht lebte die Familie gar nicht in Göteborg, sondern war dort nur zur Niederkunft? Eine weitere Suche erscheint auch hier so gut wie aussichtslos.

Die Beispiele zeigen, dass es Fälle gibt, in denen eine systematische Suche kaum erfolgversprechend ist. Hier bleibt nur, auf Zufälle zu hoffen, die wieder neue Informationen oder Verweise bringen. In einem anderen Familienzweig verfolge ich ein paar neue Ansätze, aber im Wesentlichen bin ich mit der Familienforschung an die Grenzen der möglichen Suche gestoßen. Noch schwieriger als die Beschaffung der Lebensdaten gestaltet sich die Suche nach Beschreibungen von Lebensumstünden, Nennungen in Chroniken, von denen ich einige gefunden habe. Aber auch hier sind Grenzen erreicht.

 

Für ergänzende Informationen oder Ideen für neue noch nicht erschlossene Quellen bin ich daher immer offen und für Hinweise dankbar. Sollten sich neue Informationen ergeben, dann gibt es unter Umständen auch noch mal eine überarbeitete und ergänzte Auflage der Chronik.


Jürgen Kaack 30.07.2017, 09.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erwerbstätigkeit nach Chronik-Datenbank 1500 bis 1900

Die Erwerbstätigkeit von Vorfahren und Verwandten ist oft, aber eben auch nicht immer, in den Kirchenbücher verzeichnet und gibt ein gutes Bild über die Tätigkeit der Menschen in der Region. Die Verteilung der in der Datenbanlk zur Chronik erfassten ca. 4.800 unmittelbaren Vorfahren und Verwandten ist typisch für die Region Schleswig-Holstein, die nordfriesischen Inseln und Jütland. Es finden sich unter den Holsaten (norelbischen Sachsen), die im südlichen Teil von Schleswig-Holstein und nördlich der Elbe siedelten: 
  • 35 Hufner mit eigenem Land
  • 17 nicht näher spezifizierte Landwirte (vermutlich oft im Nebenerwerb) 
  • 10 Hausmänner (mit eigenem Land)
  • 8   Käthner mit gepachtetem Land


Unter den überwiegend friesischen Gruppen, die sich auf Sylt, der Insel Föhr und den Halligen Langeneß, Nordmarsch und Gröde konzentrierten, finden sich (neben dem auch hier üblichen Nebenerwerb in der Landwirtschaft):

  • 10 Walfang-Commandeure (Grönlandfahrer)
  • 29 Kapitäne
  • 22 Schiffer (oft Fischerboote, aber auch andere Küstenboote wie Schmackschiffe
  • 80 Steuermänner und Seefahrer 


Die anderen (ausgewiesenen) Berufe sind wenig zahlreich und verteilt: 

  • 12 Kaufleute
  • 9 Fuhrmänner
  • 8 Zimmerleute
  • 6 Schmiede
  • 6 Müller
  • 5 Hebammen
  • 5 Bauern- oder Landvögte
  • 4 Schneider
  • 3 Weberinnen
  • 3 Dorflehrer
  • 2 Tierärzte
  • 2 Zahnärzte
  • 2 Küster
  • 2 Kürassiere aus dem 17. Jahrhunder
  • 1 Bankier
  • 1 Unternehmer
  • je 1 Bäcker, Bankier, Buchbinder, Chirurg (im 17. Jahrhundert), Deichgraf, Gerichtsbeisitzer, Hutmacher, Kirchendiener, Leuchtturmwärter, Papparbeiter, Pastor, Schneider, Schlosser, Totengräber, Unternehmer und Zollcontrolleur.

Neben den benannten Professionen war die überwiegende Mehrzahl von über 1.000 Personen der männlichen Personen in der Landwirtschaft tätig als Inste oder Tagelöhner, oft mit nebenberuflicher handwerklicher Betätigung. Große Teile dieser Gruppe war arm und besaß gerade das Nötigste. Hungersnot und auch Pestepidemien kamen häufiger vor und auch der 30-jährige Krieg hat im südlichen Holstein gewütet. Daher ist es verständlich, dass gerade im 19. Jahrhundert vermehrt Zuwanderung auf die Inseln Sylt und Föhr als Chance gesehen wurde. In dieser Zeit sind aber auch mindestens fünf Familien in die USA ausgewandert.


Weitere Informationen zu den historischen Verhältnissen in den Regionen mit Bezug auf die erweiterte Familie finden sich in der als Buch erschienen Chronik "Heimat Sylt" (auch als eBook erhältlich unter dem Titel "Chronik der Familie Kaack".

Jürgen Kaack 29.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wirtschaftliche Grundlage von Sylt im 19. Jahrhundert

1850 waren 300 der insgesamt 1.209 männlichen Bewohner von Sylt in der Seefahrt tätig und davon wiederum 136 Kapitäne und Steuerleute - dies entspricht einer Quote von fast 25%! In Westerland lebten zu dieser Zeit knapp 500 Einwohner, das größte Dorf war zu dieser Zeit Morsum mit 770 Einwohnern. Aufschlussreich ist ein Blick auf die „Produktion“ der 2.706 Einwohner in jenem Jahr vor über 160 Jahren: es wurden 2.900 Tonnen Roggen, 5.960 Tonnen Gerste, 1.660 Tonnen Hafer sowie in nennenswertem Umfang Wollprodukte hergestellt. Mit elf Austernfahrzeugen wurden von den damals 20 Austernbänken 1.700 Tonnen Austern geerntet. Dies entspricht 1,5 Millionen Stück, die auf das Festland und bis nach Russland transportiert wurden.

 

In den Dünen wurden 40.000 Möweneier gesammelt und in der Vogelkoje 22.916 Krickenten gefangen. Die Hauptausfuhrprodukte von der Insel waren über viele Jahre Austern, Gerste und Wollwaren. Neben den Einwohnern lebten 226 Pferde, 1.393 Kühe und 6.563 Schafe auf der Insel. Offensichtlich funktionierte die Steuerbürokratie der Dänen damals auch schon sehr effizient, wenn so genaue Zahlen zu Möweneiern und Schafen ermittelt wurden! Die Produktion auf Föhr war bis auf Austern und Möweneier ähnlich wie auf Sylt, die Einwohnerzahl lag 1850 mit 5.400 doppelt so hoch wie auf Sylt. Auf den Halligen waren Schifffahrt, Krabbenfang sowie die Produktion von Butter, Käse, Fleisch und Wollwaren die Haupteinnahmequellen. Auf Langeneß gab es 1850 gerade mal 57 Häuser.Unter den Uthland-Friesen finden sich in nicht geringer Zahl Seeleute, Schiffer und Kapitäne. Eine hohe Zahl der Seefahrer starb vergleichsweise jung bei einem Schiffsunglück, bis hin zu den fernen Gestaden. Insbesondere die Seefahrer von Sylt und den Halligen waren als Navigatoren und Schiffsführer anerkannt. Im 17. Jahrhundert haben viele Sylter für den Walfischfang bei Spitzbergen und Grönland bei holländische und Hamburger Reeder angeheuert und manche waren danach in der Handelsschifffahrt tätig. So anerkannt die Sylter als Schiffsführer und Fischer waren, so wenig angesehen waren sie in Landwirtschaft und Viehzucht. Die Festlandsfriesen waren dagegen schon früh erfolgreich mit Landwirtschaft und Viehzucht.

Jürgen Kaack 28.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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