STZ - Consulting Group

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Public-Private-Partnership

Fallbeispiel Cochem-Zell: NGA-Breitbandausbau in Kooperation mit Netzbetreibern

Aufgrund von Siedlungsstrukturen und Topographie war der Kreis Cochem-Zell früher nur mit langsamen Zugängen zum Internet versorgt. Ein Ausbau durch die regional tätigen Netzbetreiber war auch bei punktueller Förderung unwirtschaftlich. Daher haben die fünf Verbandsgemeinden und der Landkreis gemeinsam mit Partnern für den Aufbau der Infrastrukturen und den Netzbetrieb ein Konzept für einen kreisweiten Ausbau erarbeitet. Hieraus ist Ende 2011 die erste kreisweite Public-Private-Partnership hervorgegangen. Gesellschafter der gegründeten BIG Breitband-Gesellschaft Cochem-Zell GmBH sind die Verbandsgemeinden Kaisersesch, Cochem, Ulmen, Zell, der Kreis Cochem-Zell, die Infrastrukturbetreiber und Energieversorger RWE Deutschland, Energieversorgung Mittelrhein, der Softwareanbieter mps public solutions und der Netzbetreiber inexio.

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Jürgen Kaack 28.03.2016, 11.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband-Versorgung in ländlichen Regionen

"In Deutschland besteht ein starkes Ungleichgewicht in der Breitbandversorgung zwischen Dichtbesiedelten und ländlichen Regionen. Während in Ballungsgebieten mehrere Anbieter mit Breitband-Produkten unterschiedlicher Ausprägung konkurrieren, sind viele ländliche Regionen im gesamten Bundesgebiet noch unterversorgt und können gerade mal mit 124 oder 384 KBit/s Daten austauschen oder im Web surfen..."

Der Rest meines ausführlichen Artikels zu Möglichkeiten der Breitbandversorgung, den Umsetzungsalternativen und möglichen Geschäftsmodellen sowie den Anforderungen an die Kommunen findet sich auf dem Portal TelecomDE.com.

Jürgen Kaack 08.02.2009, 13.42 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kooperationsmodelle für den Breitbandausbau

Nicht nur die großen national tätigen Netzbetreiber können dünn besiedelte Regionen nur schwer wirtschaftlich ausbauen, auch alternative Anbieter mit flexibleren Strukturen und modernen Technologien kommen schnell an Grenzen. Erfolg versprechend sind daher Kooperationen zwischen verschiedenen Unternehmen. Kooperationsmodelle für die Schließung von Versorgungslücken im ländlichen Raum sollten sich an der Wertschöpfungskette im Breitbandmarkt orientieren. Diese unterscheidet sich kaum von derjenigen für andere Telekommunikations-Dienste und ist in erster Linie von der gewählten Anschlusstechnik abhängig.

 

Bei der Umsetzung der möglichen Lösungen bieten sich unterschiedliche Kooperationsmodelle an, die von der Art der Geschäftspartner und der angestrebten Anwendung abhängen. Zu den grundsätzlich möglichen Kooperationsmodellen gehören:


  • ein Joint-Venture für das gesamte Geschäft vom Netzaufbau bis zur Vermarktung bei einer Aufteilung von Investitionen, Risiken und Erträgen zwischen regionalen und überregionalen Netzbetreibern,
  • Gründung einer Private-Public-Partnership zwischen einem Netzbetreiber und einer Kommune zur arbeitsteiligen Umsetzung,
  • Schaffung einer Open-Access-Plattform für den Breitband-Backbone, z.B. durch die Kommune, die von Anschlussnetzbetreibern genutzt wird,
  • Aufbau von Mischnetzen aus Festnetz und Funklösungen durch einen oder mehrere Netzbetreiber,
  • Bereitstellung von baulichen Infrastrukturen in Form von Leerrohren, Wegerechten und Masten bzw. Türme zur Verringerung der Kosten beim Netzaufbau,
  • Sonderlösungen, die Betreiber für Großkunden erbringen,
  • die Vergabe einer Sublizenz und der eigenständige Netzaufbau durch den Geschäftspartner (nur im Falle von WiMAX)

 

Kooperationen sind in der Telekommunikation in vielen Bereichen üblich und erfolgreich. Service Provider und MVNOs im Mobilfunk basieren ebenso auf Kooperationen wie viele Internetserviceprovider.

 

Im Falle von WiMAX übernimmt der Lizenznehmer in der Arbeitsteilung bei allen Modellen außer der Vergabe von Sublizenzen, den Aufbau und den Betrieb des funktechnischen Zugangsnetzes und die Kooperationspartner übernehmen fallweise die Ausgestaltung des Dienstes und die Vermarktung an die eigenen Zielgruppen. Ein interessierter Geschäftspartner kann dann das WiMAX-Netz als Übertragungsstrecke und Zugang zum Kunden nutzen, um die eigenen Dienste und Lösungen zu realisieren. Dies ist wichtig, weil es sich bei WiMAX um eine komplexe Funktechnik handelt, die nicht so problemlos aufgebaut werden kann wie z.B. WLAN-Zellen. Ohne eine sorgfältige Funknetzplanung, die sich an der Topografie der auszuleuchtenden Region orientiert, können keine gute Versorgung und insbesondere keine NLOS (Non-Line-of-Sight)-Auslegung erreicht werden, bei der eine Sichtverbindung zwischen Basisstation und Nutzer nicht erforderlich ist. Trotzdem bleibt bei WiMAX die erreichbare Bandbreite begrenzt auf derzeit 2 MBit/s, später vielleicht bei 4 MBit/s.

 

Im Vergleich zu WiMAX bietet der Ausbau des Kabelnetzes Potenzial zu wesentlich höheren Bandbreiten, 32 MBit/s sind schon heute zu erreichen und ein Ausbau bis zu 100 MBit/s ist technisch möglich. Damit bieten die TV-Kabelnetze attraktive Zukunftschancen.

 

Zukunftsträchtig ist der Ausbau des Glasfasernetzes und dies möglichst nah bis zum Haushalt, im Idealfall als Fiber-to-the-Home bis in den Haushalt. Mit diesen Strukturen sind Bandbreiten über 100 MBit/s möglich. Neubaugebiete sollten schon heute mit Glasfaser ausgestattet werden. Hierfür bieten sich z.B. neue Lösungen mit passiven optischen Netzen an, die auf aktive Komponenten im Anschluss-Netz auskommen. Wenn bei allen Baumaßnahmen im überbauten Raum Leer-Rohre verlegt werden, sinken die späteren Kosten für den Netzausbau. Es gibt Übergangslösungen auf dem Weg zum flächendeckenden Glasfasernetz, z.B. zunächst die Anbindung der Kabelverzweiger im Anschlussnetz mit Glasfaser und die Nutzung der existierenden Kupferdoppelader bis zum Haushalt. So sind je nach Entfernung vom Verzweiger mit DSL Bandbreiten von 16 MBit/s zu erreichen und mit VDSL-Technologie auch 50 MBit/s.

Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass zwar die Zahl alternativer Breitband-Anschlusstechniken steigt, aber für Regionen außerhalb der Ballungsgebiete bleibt es auf absehbare Zeit bei DSL als der dominierenden Technologie. Die großen Netzbetreiber, einschließlich der Deutsche Telekom nehmen den Netzausbau unter wirtschaftlichen Kriterien vor, so dass kleinere Städte und Kommunen auch in den nächsten Jahren Probleme haben werden, die Nachfrage nach Breitbandanschlüssen zu befriedigen bzw. das Entstehen von Standortnachteilen zu verhindern. Dies schafft Marktchancen für kleinere und regional tätige Anbieter, die mit flexiblem Vorgehen und unter Einsatz der optimalen Infrastruktur Wettbewerbsvorteile erzielen können. Im Vorteil sind dabei solche Anbieter, die über vorhandene Kontakte und Netzwerke in den jeweiligen Regionen verfügen, so dass der Vertriebsaufbau schnell und mit niedrigen Kosten von statten gehen kann. Durch die mit dem zweiten Konjunktur-Programm der Bundesregierung verfolgten Ziele kann der Ausbau in der Fläche deutlich beschleunigt werden.


 

Jürgen Kaack 19.01.2009, 21.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Breitband für alle!

Zwischen den Megatrends der Gesellschaft wie z.B. Globalisierung, Alterung der Gesellschaft, Mobilität und Bildung dem Einsatz von Breitband gibt es unmittelbare Zusammenhänge. Die Risiken der digitalen Spaltung können u.a. durch partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen Kommunen und Netzbetreibern reduziert werden. Die Problemstellung alleine des Breitbandausbaus in ländlichen Regionen ist vielschichtig und kann nicht mit einem Pauschalansatz gelöst werden.

Meine Thesen zu Breitband und digitaler Spaltung habe ich in letzter Zeit bei verschiedenen Vorträgen zur Diskussion gestellt. Einen der letzten Vorträge zu diesem Thema findet sich unter diesem Link.
 

Jürgen Kaack 19.11.2008, 21.27 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Veranstaltung "TelematikCity" am 16.12.2008 in Stuttgart

Das Fraunhofer IAO-Institut veranstaltet am 16.12.2008 eine Vortragsveranstaltung in Stuttgart, die sich mit den Chancen und möglichen Auswirkungen durch Breitband-Anwendungen im städtischen Umfeld beschäftigen. Ich werde dabei sein mit einen Vortrag mit dem Titel "Standortqualität durch modernste I&K Technologie".

Das Programm (gleichzeitig Anmeldeformular) findet sich auf der Seite des Fraunhofer IAO-Instituts.
 

Jürgen Kaack 18.11.2008, 08.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Workshop-Angebot für Kommunen zum Breitbandausbau

Sowohl für Bürger wie für Unternehmen kritisch ist die drohende Abkopplung des ländlichen Raums von der Breitbandversorgung. Dies kann zu einer erheblichen Benachteiligung führen und zu einer tatsächlichen Spaltung der Gesellschaft! Ein Grund für diese Entwicklung ist in der Tatsache zu suchen, dass Breitband nicht zu der staatlichen Grundversorgung gehört, wie z.B. der Telefonanschluss oder der Briefkasten. Schon heute ist die Breitbandversorgung ein entscheidender Standortfaktor für den Zuzug oder den Verbleib eines Unternehmens an einem Standort.

Der Ausweg für betroffene Regionen kann nur in Eigeninitiativen und Kooperationen liegen. Typischerweise gibt es in vielen Kommunen keine ausgewiesenen Kompetenzen im Breitbandbereich und keine eindeutigen Zuständigkeiten. Daher fällt schon die grundsätzliche Bearbeitung von Fragestellungen rund um die Breitbandversorgung nicht selten schwer. Für betroffene Kommunen stellt sich die Frage, wie sie am besten vorgehen können.

 

  • Welche Technologie kommt für einen Ausbau in Betracht (Fiber-to-the-home, Ausbau der Kabel-Verteiler, ADSL, VDSL, Open-Access-Backbones, Richtfunk, WiMAX, WiFi, Mobilfunk, Satelliten)?
  • Welche Rolle in der Wertschöpfungskette kann die Kommune (oder die Stadtwerke) einnehmen (Initiator, Infrastruktur-Dienstleister, Backbone-Betreiber, Teilnehmer-Anschluss-Netzbetreiber, Dienstebetreiber)?
  • Welche Investitionen sind für die Umsetzung zu erwarten?
  • Welche Kooperationen sind erforderlich oder sinnvoll für die Umsetzung (Ingenieurbüros für Netzplanung, Betreiber von Glasfaserstrecken, überregionale Netzbetreiber, Systemhäuser, regionale Betreiber, Kabelnetz-Gesellschaften)?
  • Gibt es Fördermittel für Investitionen?

Auf der Basis eines speziell für den Breitband-Ausbau erstellten und vorab zugeschickten Fragebogens werden in dem eintägigen Workshop erste Empfehlungen zusammen mit den Entscheidern der Kommune (Bürgermeister, Wirtschaftsförderer, Vertreter der Stadtwerke, Ortsvorsteher) erarbeitet und die nächsten Schritte aufgezeigt. Die Berater der STZ-Consulting Group haben langjährige Erfahrung im Telekommunikations- und Breitbandmarkt und sind unabhängig von Netzbetreibern und Herstellern.Der Workshop wird mit Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation zum Pauschalpreis angeboten.

Ergänzende Informationen finden sich auf dieser Seite unserer Website. Anfragen über die Kontaktseite sind jederzeit willkommen.

 

Jürgen Kaack 17.11.2008, 08.22 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Entscheidungsvorbereitung für den Breitband-Ausbau

Viele Kleinstädte und Kommunen im ländlichen Raum sind heute noch im Hinblick auf Breitband-Anschlüsse oberhalb von 1 MBit/s unterversorgt. Für betroffene Kommunen stellt sich die Frage, wie sie am besten vorgehen können., wenn sie nicht auf den Ausbau durch einen der überregionalen Netzbetreiber warten wollen.

Fragen, die in diesem Zusammenhang zu beantworten sind, lauten z.B.:

  • Welche Technologie kommt für einen Ausbau in Betracht (Fiber-to-the-home, Ausbau der Kabel-Verteiler, ADSL, VDSL, Open-Access-Backbones, Richtfunk, WiMAX, WiFi, Mobilfunk, Satelliten)?
  • Sind Kombinationen von Breitband-Technologien sinnvoll?
  • Welche Rolle kann die Kommune (oder die Stadtwerke) einnehmen (Initiator, Infrastruktur-Dienstleister, Backbone-Betreiber, Teilnehmer-Anschluss-Netzbetreiber, Dienstebetreiber)?
  • Welche Investitionen sind für die Umsetzung zu erwarten?
  • Wie gestaltet sich der Geschäftsplan?
  • Welche Kooperationen sind erforderlich oder sinnvoll für die Umsetzung (Ingenieurbüros für Netzplanung, Betreiber von Glasfaserstrecken, überregionale Netzbetreiber, Systemhäuser, regionale Betreiber, Kabelnetz-Gesellschaften)?
  • Gibt es Fördermittel für Investitionen?

 

Die Entscheider in einer Kommune stehen also vor komplexen Fragen. Um den Weg zur Entscheidungsfindung zu erleichtern, bietet STZ-Consulting Group einen eintägigen Workshop mit TK-Experten an. Auf der Basis eines speziell für den Breitband-Ausbau erstellten und nach Auftragserteilung vorab zugeschickten Fragebogens werden in dem Workshop vor Ort erste Empfehlungen zusammen mit den Entscheidern der Kommune (Bürgermeister, Wirtschaftsförderer, Vertreter der Stadtwerke, Ortsvorsteher) erarbeitet und die nächsten Schritte aufgezeigt.

Anfragen zur Durchführung eines Workshops sind möglich unter Verwendung des Kontaktformulars oder per Mail an: info@stz-consulting.de

Jürgen Kaack 04.11.2008, 09.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Aufholen in der Telekommunikation

"Die Entwicklung von Wirtschaft und gesellschaftlichem leben war geprägt von der Schaffung von Transportnetzen und dem Aufbau von Logistik-Systemen. Später folgte der Aufbau von Kommunikationswegen zur schnellen Übermittlung von Informationen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor ist derzeit der Zugang und die Bearbeitung von Informationen. Die Digitalisierung ist eines der wichtigsten Instrumente zur flexiblen und schnellen Nutzung von Informationen, da sie Daten leichter verfügbar, speicherbar und versendbar macht. Der Erfolgsfaktor der Zukunft wird in der Schaffung von Beziehungsnetzen sowohl im Unternehmensalltag wie im Privatbereich liegen. Die ersten Schritte in diese Richtung sind bereits heute fest zu stellen. Da die Digitalisierung weiter fortschreitet, nimmt auch der Bandbreitenbedarf weiter zu. Dies erfordert einen ständigen Ausbau der bestehenden Kommunikationsnetze."

Der vollständige Text findet sich auf den Seiten des Forschungsinstituts für Telekommunikation unter diesem Link zum kostenfreien Download.

Jürgen Kaack 17.10.2008, 15.12 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erinnerung an Breitband-Veranstaltung in Würzburg am 21.10.

Am 21.10.08 findet in Würzburg der Breitband TAG 2008 (Beginn 9:00 Uhr, Ende ca. 18:00 Uhr) statt, der sich dem Thema: "Was kommt nach DSL?" widmet. Die Zielgruppe sind Anbieter von Breitbandlösungen, Netzbetreiber und insbesondere Kommunen, bei denen die Breitbandversorgung noch nicht befriedigend ist und ein Betreibermodell gesucht wird.

Das Programm und die Möglichkeit zur Anmeldung findet sich unter diesem Link. Die Teilnahme kostet pro Person € 85.

Jürgen Kaack 14.10.2008, 09.02 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vorgehen beim Breitband-Ausbau

Es gibt keine allgemein gültige Definition von Breitband. Es ist aber allgemeines Verständnis, dass Breitband mit mindestens 1 MBit/s beginnt. Bei Download und Versand von größeren Dateien sollte die Bandbreite mindestens 6 MBit/s betragen, in Fernseh-Qualität lassen sich Filme ab 16 MBit/s übertragen, HD-Fernsehen braucht dagegen 50 MBit/s. Mit einem Glasfaser-Anschluss am Haushalt lassen sich auch 100 MBit/s problemlos übertragen.

 

Der Breitbandausbau in der Fläche ist teuer. Nach Expertenschätzung ist für einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser (allerdings ohne den Hausanschlussbereich) Investitionen in Höhe von 30 bis 50 Mrd. € erforderlich. Dies ist sicher für keinen der Anbieter alleine zu schaffen. Aufgrund der oben aufgeführten Randbedingungen sind die Investitionen in den Breitband-Ausbau in Deutschland im Vergleich zu anderen Industrie-Staaten erschreckend gering. Mit ca. 70 € pro Einwohner liegen die Investitionen gerade bei der Hälfte des europäischen Durchschnitts (150 €) und bei fast einem Viertel der Pro-Kopf-Investitionen in den USA (260 €). In Asien werden sogar 400 € pro Kopf investiert (allerdings bei einem deutlich höheren Aufholbedarf)! Bei dieser Entwicklung droht Deutschland mittelfristig von der technologischen Entwicklung abgekoppelt zu werden. Neben der fehlenden Grundversorgungs-Verpflichtung sind auch die staatlichen Investitionen in Form von Fördermitteln für den Netzausbau nur mäßig hoch. Es wäre von Vorteil gewesen, wenn man bei der Privatisierung der Deutschen Telekom die Netzinfrastruktur heraus gelöst und sie entweder weiter unter staatlicher Hoheit belassen (wie bei den Autobahnen oder den Gleis-Trassen der Deutschen Bahn) oder an einen eigenständigen Anschluss-Netzbetreiber in Lizenz vergeben hätte, Mit dem Börsengang der Deutschen Telekom sind solche Überlegungen allerdings hinfällig geworden.

 

Der Ausweg für betroffene Regionen kann nur in Eigeninitiative und Kooperationen liegen. Typischerweise gibt es in vielen Kommunen keine ausgewiesenen Kompetenzen im Breitbandbereich und keine eindeutigen Zuständigkeiten. Daher fällt schon die grundsätzliche Bearbeitung von Fragestellungen rund um die Breitbandversorgung nicht selten schwer. Oft müssen Kommunen alleine, oder vertreten durch die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaften, auf die Suche nach dem richtigen Anbieter gehen und nach einer Vorauswahl erste Gespräche führen. Dabei hat es sich bewährt, wenn schon im Vorfeld Information über Marktpotenziale und konkrete Nachfrage gesammelt werden. Auch ist es hilfreich, einen Kriterienkatalog für die Auswahl zu erstellen. Für die Erhebung von Marktinformationen ist eine aktive Öffentlichkeitsarbeit hilfreich und notwendig. Die Koordination der unterschiedlichen beteiligten Ämter, Organisationen und Unternehmen ist schon für sich gesehen eine anspruchsvolle Aufgabe.

 

Für die Projektarbeiten von den Voranalysen über die Anbieterauswahl bis zur eigentlichen Umsetzung kann die Gründung einer Breitbandinitiative sinnvoll sein, in der Mitarbeiter sich schwerpunktmäßig nur diesem Thema widmen. Damit dies erfolgreich sein kann, muss ein Budget bereitgestellt werden und möglichst alle betroffenen Gruppen frühzeitig eingebunden werden. Der Erfolg hängt nicht unwesentlich an der Motivation und Erfahrung des Leiters der Breitbandinitiative. Auf Landesebene kann die Schaffung eines Breitbandkompetenz-Zentrums vorteilhaft sein, um die Kommunen bei der Bearbeitung von Fragestellungen rund um die Breitbandversorgung zu beraten und zu unterstützen. Ein wichtiges Element der Unterstützung wird die Beratung bei der Finanzierung sein. Für die Projektarbeit kann neben öffentlichen Budgets die Nutzung von Fördermitteln in Betracht kommen.

 

Gespräche mit den möglichen Netzbetreibern, allen voran der Deutschen Telekom als dem Netzbetreiber mit der höchsten Anschlussdichte können Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Auf jeden Fall sollten mehrere Anbieter zu einem Termin eingeladen werden, um die unterschiedlichen Konzepte vergleichen zu können. Für die Gespräche ist es hilfreich, wenn nicht nur vorhandene allgemeine Bedarfsinteressen von Bürgern und Unternehmen gebündelt werden, sondern auch Unterstützung durch die Bereitstellung von Leerrohren, Masten oder die teilweise Übernahme von Arbeiten zur Verlegung von Kabeln angeboten werden kann.

 

Trotzdem wird dies nicht in jedem Fall ausreichen, um einen der großen Netzbetreiber zu einem Netzausbau in der betroffenen Region zu bewegen. Entweder sind die Einwohnerzahlen zu gering, die topographischen Bedingungen zu schwierig, oder die Prioritäten anders gesetzt. In diesen Fällen können regionale, mittelständisch aufgestellte Betreibergesellschaften einen Ausweg bieten. Für den Erfolg der Kooperationen ist es notwendig, dass sich die Partner auf die jeweiligen Kernkompetenzen konzentrieren und jede Art der Doppelarbeit vermieden wird. Durch die regionale Nähe lassen sich fallweise die Voraussetzungen für den Netzbetrieb und die Gewinnung sowie die laufende Kundenbetreuung leichter und schneller schaffen, als dies einem nationalen Netzbetreiber möglich ist.

Jürgen Kaack 02.10.2008, 16.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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