Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Nordfriesland

Verbindungen der 1830 Zugereisten Wachsmuth-Brüder mit Sylter Familien


Die vier Söhne von Nicolay Jessen Wachsmuth bildeten den ältesten unter meinen Familienzweigen, die nach Sylt zugewandert sind - zumindest solche für die es Belege gibt. Die Fortsetzung der "Wachsmuth-Saga" beschreibt die Verbindungen mit Frauen aus Sylter Familien und konzentriert sich auf den Tinnumer Zweig. Der Hof auf dem Foto wurde um 1837 von Claus Detlef Christian Lütje Wachmuth in Tinnum errichtet. Auch unter den Nachkommen der Tinnumer Linie finden sich Auswanderer, die Ende des 19. Jahrhunderts nach Milwaukee gezogen sind. Das Leben auf Sylt war auch in dieser Zeit für viele Bewohner beschwerlich und von Armut geprägt.
...weiterlesen

Jürgen Kaack 05.11.2017, 14.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ur-Sylter Familienzweige


Ein Teil der Vorfahren lebte schon so lange auf Sylt, wie die Kirchenbuchschreibung zurück reicht. Hierzu gehören Tam Peters (geboren in Archsum um 1625), Erich Knuten (um 1605), Jasper Rasmussen (um 1594) und Niß Schmidt (geboren um 1625 in Tinnum). Die Mehrzahl der Sylter Vorfahren stammt aus den kleinen Orten Tinnum, Archsum und dem damals bedeutenderen Ort Keitum.

Tinnum wurde um 1440 erstmals erwähnt, der Ort hatte 1987 eine Bevölkerungszahl von 2.228 Einwohnern und ist heute fast vollständig mit Westerland zusammengewachsen. Tinnum besitzt mit „Tinnumburg“ einen Ringwall mit 440 Meter Umfang und einer Wallhöhe von 7 Metern, der um Christi Geburt errichtet wurde. Von 1547 bis 1868 war Tinnum Sitz der Sylter Landvögte und Ort der Thingversammlungen. Die alte Landvogtei ist eines der ältesten Gebäude auf der Insel. Wie in den meisten Orten der Insel waren Landwirtschaft und Seefahrt die wichtigsten Erwerbsquellen der Einwohner. 1613 gab es in Tinnum 35 Höfe und 4 Katen, bis 1695 waren es 55 Häuser und 1745 stiegen die Werte auf 79 Häuser und 342 Einwohner, von denen immerhin 67 als Seefahrer tätig waren – dies entspricht fast 20% der Gesamtbevölkerung! Mit dem Rückgang der Seefahrt sanken die Einwohnerzahlen wieder. 1804 waren es nur noch 77 Häuser und 264 Einwohner und 1850 62 Häuser mit 260 Einwohner. Die Nähe zu Westerland hat in den letzten Jahrzehnten die Entwicklung von mehreren Gewerbegebieten ermöglicht, Tinnum profitiert zudem vom Tourismus. 2009 erfolgte der Zusammenschluss der Orte Tinnum, Keitum, Archsum und Morsum zur neuen Gemeinde Sylt-Ost.
...weiterlesen

Jürgen Kaack 04.11.2017, 18.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ein Sohn von Rentmeister Janssen gründet erste Privatbank auf Sylt



Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts gab es in Schleswig-Holstein kaum Bankinstitutionen. Zur Finanzierung von landwirtschaftlichen Geschäften wurde der einmal im Jahr stattfindende „Kieler Umschlag“ genutzt, bei dem sich im Vorfeld zu einer landwirtschaftlichen Messe und verschiedenen Festlichkeiten Geldgeber und Kreditsuchende trafen. Daneben gab es für die adligen Gutsbesitzer die „Landschaft“ mit einem Schwerpunkt im Hypothekengeschäft. Viele der damaligen Geldgeschäfte erfolgten allerdings auf der Basis des Bargeldtausches. In Verbindung mit zunehmendem Handelsgeschäft auch mit ausländischen Geschäftspartnern entstand die Nachfrage nach Sorten- und Wechselgeschäften. Neben der Landwirtschaft benötigten aber auch Handwerker und Mittelständler Kredite zur Finanzierung.

Angetrieben durch diesen Bedarf entstanden in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auch in den kleineren Städten in Schleswig-Holstein eine Vielzahl von Kredit- und Leihkassen, sowie Privatbanken, die den lokalen Bedarf an Geldgeschäften befriedigten. Eine der ersten Privatbanken dieser Art an der Westküste war die von Thomsen 1890 in Tönningen gegründete „Tönninger Darlehens-Bank“, die sich schwerpunktmäßig mit der Finanzierung der „Gräser“ in der Gegend von Dithmarschen befasst hat, wobei die Landwirte zum Teil ohne eigene Weideflächen im Frühjahr Magervieh in Jütland kauften, über das Jahr gemästet und dann mit Gewinn nach England verkauft haben. Die Finanzierung deckte dabei die Zeitspanne zwischen dem Kauf des Magerviehs bis zum Verkauf ab.
...weiterlesen

Jürgen Kaack 03.11.2017, 14.32 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Seefahrer aus dem Archsumer Wachsmuth-Zweig



Aus dem Archsumer Zweig der Wachsmuth-Familie mit dem 1813 in Højer geborenen Nicolay Jessen Wachsmuth (ein Halbbruder von dem nach Munkmarsch gegangenen Johann Friedrich und ein Bruder von dem nach Tinnum gezogenen Claus Detlef Christian Lütje Wachsmuth) gingen zwischen 1838 und 1849 vier Söhne und zwei Töchter hervor. Einige der Kinder sind vermutlich jung gestorben. Nicolai Jensen arbeitete als Arbeitsmann in der Landwirtschaft und war mit der aus Archsum stammenden Merret Hans Christensen (18.05.1810 bis 17.06.1850) verheiratet (Hochzeit am 15.08.1838). Er starb am 18.06.1880 in Archsum. Der älteste Sohn von Merret und Nicolai Wachsmuth war der am 28.04.1838 in Archsum geborene Nicolay Jessen Wachsmuth. Genau wie sein jüngerer Bruder Meinert Nicolai entschied sich Nicolai Jensen 1856 zur See zu fahren, nachdem sein Vater nach dem frühen Tod von Merret 1850 zum zweiten Mal geheiratet hatte.

...weiterlesen

Jürgen Kaack 01.11.2017, 17.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das schicksalsreiche Leben von Tierarzt Claudius Janssen






...weiterlesen

Jürgen Kaack 31.10.2017, 10.13 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zuzug der Familienvorfahren nach Sylt

        

Ein Erinnerungsfoto an einen vergangenen Sommer, irgendwann um 1920 am Zentralstrand von Westerland. Vermutlich handelte es sich um einen Schwimmwettbewerb. Auf dem Rettungsschwimmer-Karren sitzt mit Schirmmütze mein Großvater, Tierarzt Dr. Hermann Kaack

...weiterlesen

Jürgen Kaack 27.10.2017, 09.48 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachfahren des Johann Christian Wachsmuth werden Hoteliers in Weningstedt


In einem vorangegangen Beitrag habe ich in Verbindung mit der Mühle in Munkmarsch die Vorgeschichte der Familie Wachsmuth beginnend mit Johann Andreas Wachsmuth beschrieben. Vier Nachkommen sind nach 1830 unabhängig voneinander nach Sylt gezogen, nach Tinnum, Archsum und Westerland. Der folgende Text beschreibt die Entwicklung des Braderuper Zweiges und die spätere Verbindung zu den Nachkommen des Westerländer Zweiges.
...weiterlesen

Jürgen Kaack 26.10.2017, 09.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Familie Wachsmuth zieht nach Sylt



Oben ein Photochrom-Druck der Munkmarscher Mühle um 1895 gehört zu den wenigen Stücken, die ich auftreiben konnte. Durch die aufwändige Drucktechnik wirkt das Foto ungeheuer plastisch. Die von Photochrom Zürich entwickelte Technik erlaubte farbige Abbildungen von den damals nur schwarz-weiss erstellten Fotografien. Im Gegensatz zum Lichtdruck erfolgte die Erstellung der Druckplatten nicht mit einer Gelatine-Schicht auf einer Glasplatte sondern mit "syrischem" Asphalt, einer lichtempfindlichen Bitumen-Substanz auf einem Lithostein. Für die verschiedenen Farben waren einzelne Druckplatten und mehrere Druckvorgänge erforderlich. Mit dem Lichtdruck gemeinsam ist die rasterlose Abbildung.

Eine interessante Entwicklung hat die Familie Wachsmuth genommen. Einige Jahre lang habe ich nach der Herkunft des derzeit noch ältesten bekannten Vertreters dieses Familienzweiges geforscht. Johann Andreas Wachsmuth taucht 1737 wie aus dem Nichts in Hadersleben auf. Er ist Kürassier in einer Kompanie des Oldenburgischen Kürassier-Regiment Friis unter dem Kommando von Rittmeister von Lersner. Zusätzlich ist er als Hutmacher tätig. Er ist verheiratet mit einer in Nimptsch (Schlesien) geborenen Frau, beide bekommen in Hadersleben vier Kinder. Vor Kurzem ist durch Zufall ein Dokument aufgetaucht, dass er ursprünglich aus Göttingen kam. Hier laufen noch Recherchen.

Die Familie zieht um 1750 nach Sønder Sejerslev bei Tondern, wo Johann Andreas wohl einen Hof erworben hat. Nur einer der Kinder erreicht das Erwachsenenalter und zieht mit seiner aus Tondern stammenden Frau in die Fischerhäuser von Aventoft, ein Armenquartier. Er arbeitet als Schneider, seine Frau als Hebamme. Mit 46 Jahren stirbt er an der Schwindsucht. Die meisten seiner neun Kindern überleben die Kinderzeit nicht, einer der Söhne ertrinkt mit 15 Jahren beim Schlittschuhlaufen. Der älteste Sohn Nicolay Jessen Wachsmuth heiratet in Aventoft und bekommt zwei Söhne, mit 37 Jahren stirbt seine Frau. Danach geht er mit beiden Söhnen nach Hoyer und wird Bootsführer. Er heiratet erneut und bekommt drei weitere Kinder, mit 55 Jahren stirbt er.

Sein ältester Sohn Johann Friedrich zieht nach Munkmarsch auf Sylt und absolviert in der abgebildeten Mühle eine Ausbildung. Sein Bruder zieht von Hoyer nach Westerland und sein Halbbruder Claus Detlef Lütje Wachsmuth, mein Ur-Urgroßvater, zieht von Hoyer über Tondern, wo er ein Lehre als Schuhmacher durchläuft, nach Tinnum und errichtet einen Hof. Ein anderer Halbbruder zieht nach Archsum. Ein Sohn wandert später in die USA aus. Somit hat sich wie bei manchen anderen Familien der Lebensmittelpunkt im 19. Jahrhundert komplett nach Sylt verlagert. Einer der frühen Umzüge nach Sylt war jener Johann Friedrich, der um 1819 nach Munkmarsch kam. Über die weitere Entwicklung kann ich gerne ein anderes Mal berichten.

Um 1819 ist ein Sohn von Nicolay Jessen Wachsmuth von Hoyer nach Munkmarsch gezogen und hat dort bei Niels Lorenzen Möller eine Ausbildung zum Müller absolviert, bevor er sich als Fuhrmann in Braderup niedergelassen hat.

Jürgen Kaack 25.10.2017, 09.21 | (4/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Foto gesucht aus der Paulstraße in Westerland

Mittlerweile habe ich eine Rehe von Fotos zu früheren Häusern meiner Vorfahren finden können. Mir fehlt noch ein Foto des Gebäudes, in dem Rentmeister Lorenz Nicolay Ludwig Janssen nach dem Umzug 1867 von Büsum nach Westerland lebte. Das Haus war in der Paulstraße 2 im Zentrum von Westerland und ist auf dem Foto als zweites auf der rechten Seite zu erkennen.


Es liegt wohl zum Teil auf dem Gelände des heutigen Sparkassengebäudes und gegenüber der früheren "Baumannshöhle". Ganz klein kann das Haus nicht gewesen sein, da er dort mit seiner Frau, sechs Kindern und seinen Eltern gelebt hat. 1906 hat er nach Inseraten im Syltführer Zimmer an Kurgäste vermietet. Wann das Haus abgerissen wurde, ist mir nicht bekannt. Vielleicht wurde es nach seinem Tod 1918 verkauft. Falls jemand ein solches Foto besitzt oder gesehen hat, wäre ich für einen Hinweis dankbar!


Jürgen Kaack 18.10.2017, 16.38 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Zufallsfunde vom Verlag Kaack



Mein Urgroßvater Johannes Kaack wurde 1849 in Borgdorf-Seedorf als Sohn des Distriktlehrers Claus Kaack geboren und absolvierte in Husum eine Lehre als Buchbinder. In Husum übernahm er im Zentrum das Antiquariat von seinem Schwiegervater. 1883 verkaufte er das Geschäft und eröffnete in Flensburg in der Große Straße 2a eine Buchdruckerei und einen Laden für Papier-, Schreib- und Lederwaren. Es folgte ein Verlag, in dem überwiegend fotographische Produkte produziert wurde. Die Vermarktung erfolgt neben dem Geschäft in Flensburg in Filiale in Wyk auf Föhr und in Westerland. Für die Erzeugung der Fotografien arbeitete Johannes mit dem "Hoffotograf" Dreesen zusammen. 1908 starb sein jüngerer Sohn Willy, der das Unternehmen fortführen sollte, bei einem Jagdunfall. Daraufhin verkaufte er sein Unternehmen an Adolf Lorenzen. Das Unternehmen bestand noch bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.

Durch Zufall habe ich auf zwei Kabinettfotos von Westerland gefunden, die im Jahr 1890 aufgenommen wurden und den Strand von Westerland und die Villa Baur-Breitenfeld zeigen, einmal von Norden und zum anderen aus südlicher Richtung. Das Hotel Miramar war zu dieser Zeit noch nicht errichtet. Der Erhaltungszustand der Fotos ist erstaunlich gut und die Auflösung hoch. Ich freue mich, dass ich diese schönen Stücke und Zeitzeugen aus der frühen Tourismusphase von Westerland, die mit der Erhebung zum Nordseebad 1855 begann, gefunden habe.

Die beiden Fotos wurden im Lichtdruck-Verfahren hergestellt, das heute kaum noch gebräuchlich ist und für hochwertige Illustrationen in kleinen Auflagen eingesetzt wurde. Im Gegensatz zu anderen Druckverfahren liefert der Lichtdruck eine rasterlose Abbildung. Der Arbeitsaufwand ist im Vergleich zu anderen Drucktechniken aufwändig, erfordert viel Erfahrung beim Drucker und das fertige Produkt ist teuer. Die für den Druck hergestellte Gelatine-Schicht auf einer Glas- oder Metallplatte nutzt sich beim Druck ab und so ist mit einer Druckplatte nur eine Auflage von 1.000 bis 2.000 Exemplaren möglich. Eine interessante Darstellung zur Technik findet sich bei Wikipedia unter dem Link: https://de.wikipedia.org/wiki/Lichtdruck_(Druck)




Jürgen Kaack 17.10.2017, 21.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL