STZ - Consulting Group

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Tag: Internet

Frist zur Beantragung von Beratungsförderung für Breitbandprojekte endet am 31.12.

Der Bund gewährt Gebietskörperschaften eine Förderung von maximal € 50.000 für die Durchführung von Breitbandprojekten mit einer Analyse der vorhandenen Infrastrukturen, der Ermittlung gebäudescharfer Versorgungssituation. Im Rahmen der Projekte können weiße Flecken identifiziert und Konzepte zum Ausbau erarbeitet werden. Die Förderquote liegt bei 100%. Die Antragsfrist für die Beratungsförderung endet am 31.12.2016.

Die meisten Kreise oder Kommunen haben bereits Projekte laufen oder Anträge gestellt. Gibt es einen Grund für die (allerdings nur noch wenigen) verbliebenen Gebietskörperschaften dieses sinnvolle Angebot nicht zu nutzen? Den Ablauf der Beantragung und die Randbedingungen zur Durchführung finden sich im Leitfaden des BMVI. Im Vergleich zu vielen anderen Förderprogrammen ist hier die Abwicklung tatsächlich einfach!
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Jürgen Kaack 29.11.2016, 09.01 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Erfahrungen aus aktuellen Breitbandprojekten: kleiner, teurer und weniger Anbieter!

In den letzten Wochen wurden einige Beratungsprojekte zum Breitbandausbau fertiggestellt, die STZ-Consulting begleitet hat. In 12 Ortschaften sollte flächendeckend eine bessere Breitbandanbindung erreicht werden. Gemeinsam ist allen Einzelvorhaben, dass sie erst nach der Erhöhung der Unterversorgungsschwelle auf 6 Mbit/s in der Förderrichtlinie vom 04.05. diesen Jahres förderfähig geworden sind und die Mehrheit der Anschlüsse bereits mit Zugängen von über 2 Mbit/s versorgt sind. Gemeinsam ist dem Vorhaben in allen 12 Ortschaften ebenfalls, dass der Ausbau in wesentlichen Teilen durch Fördermittel aus der Gemeinschaftsaufgabe Agrarentwicklung und Küstenschutz (GAK) finanziert werden sollen.

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Jürgen Kaack 05.12.2015, 11.52 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Nachhaltiger Breitbandausbau und Fördermittel: kein Allheilmittel in Sicht!

Phasen eines Breitbandausbaus

Auf dem Weg zu schnellen und nachhaltigen Zugangsinfrastrukturen, bei denen der Dienst die erforderliche Geschwindigkeit bestimmt und nicht das Übertragungs-Medium, ist der Ausbau in Phasen sinnvoll. Dabei ist zunächst ...

  • die verbleibende Unterversorgung (< 6 Mbit/s im Downstream) zu beseitigen,
  • gleichzeitig oder in der Folge ist NGA-Fähigkeit (> 30 Mbit/s) sicherzustellen und schließlich
  • die flächendeckende Errichtung von Glasfaser-Anschlussnetzen voranzutreiben, die in transparenter Form allen heutigen und zukünftigen Dienstebetreibern zur Verfügung gestellt werden.

Die aktuell von der Bundesnetzagentur getroffene Entscheidung zum Ausbau der Nahbereichs-KVz im Umkreis von 550 Meter um die ca. 7.900 Hauptverteiler mit Vectoring ist im Hinblick auf die Wettbewerbssituation unter den TK-Anbietern kaum förderlich, für den Ausbau von weißen NGA-Flecken bringt sie in der überwiegenden Zahl der Fälle keinen Vorteil, da das Umfeld der Hauptverteiler bereits heute fast vollständig mit VDSL versorgt ist. Parallel dazu finden sich in diesen Gebieten in der Regel auch Anschlussnetze der Kabelnetzbetreiber mit Bandbreiten bis 200 Mbit/s. Der 550 Meter Umkreis um die Hauptverteiler ist somit in vielen Kommunen nicht nur ein grauer, sondern sogar ein schwarzer NGA-Fleck.

Einsatzfelder vorhandener Förderprogramme

Die Notwendigkeit und Einsetzbarkeit von Förderprogrammen kann anhand der jeweiligen Bedingungen analysiert werden. Bis auf die Herstellung der Grundversorgung basieren die Förderprogramme auf der NGA-Rahmenreglung vom 15.06.2015, die die Gewährung von Zuwendungen in Gebieten ermöglicht, die heute nicht mit mindestens 30 Mbit/s im Downstream versorgt sind oder innerhalb von 36 Monaten im Eigenbau aufgerüstet werden.

  • Sicherstellung der Grundversorgung und Schließung der „weißen“ Flecken, von denen es insbesondere in Randbereichen vieler Kommunen immer noch welche gibt. In NRW verbleiben ca. 5% der Anschlüsse mit einer Versorgung von weniger als 6 Mbit/s. Diese verbleibenden weißen Flecken liegen typischerweise in Siedlungen mit niedrigen Einwohnerzahlen und langen Anlaufwegen. Beim Ausbau mit DSL-Technologien steigt die Wirtschaftlichkeitslücke deutlich an. Die Co-Finanzierung einer Deckungslücke ist innerhalb der Förderkulisse in der Regel über das GAK-Programm möglich.
  • Die Finanzierung auch eines nachhaltigen Ausbau der Betriebe in Gewerbegebieten mit Glasfaser-Hausanschlusses ist mit der Neugestaltung des RWP-Programms deutlich verbessert worden. Der Entfall einer Förderkulisse und die Anhebung der Unterversorgungsgrenze erweitern die förderfähigen Gebiete. Nicht förderfähig bleiben Gebiete, die mit einer Vectoring-Technologie oder mit Kabelnetzen versorgt sind. Bei Gewerbegebieten im ländlichen Raum mit wenigen Betrieben und langen Anlaufstrecken kann es allerdings trotz Förderung schwierig werden, einen wirtschaftlichen Ausbau zu realisieren.
  • Ein nachhaltiger Ausbau in Neubau- und Erschließungsgebieten ist mittlerweile oft problemlos möglich, wenn die Kommune rechtzeitig vor der Erschließung mit den Netzbetreibern Kontakt aufnimmt. In dieser frühen Phase ist die Mitverlegung der Glasfaser ohne größere Kosten möglich. Als Netzbetreiber kommen sowohl DSL- als auch Kabelnetzbetreiber in Betracht. Fördermaßnahmen sind in diesem Fall nicht erforderlich.
  • Mit dem neuen NGA-Förderprogramm des Bundes kann jetzt auch der Ausbau der weißen NGA-Flecken mit weniger als 30 Mbit/s durch Fördermittel cofinanziert werden. Betroffen sind ca. 25% Anschlüsse in NRW. Die Ausführungsbestimmungen des NGA-Förderprogramms sind zwar noch nicht bekannt und die Anforderungen an die Auswahl an förderfähige Gebiete nicht bekannt. Trotzdem kann davon ausgegangen werden, dass wesentliche Teile der verbleibenden weißen NGA-Flecken förderfähig sind, sofern sich ein Infrastrukturbetreiber findet. Nicht förderfähig sind alle Gebiete, die mit Kabelnetzen oder Vectoring-Technologie ausgebaut sind.
  • Für die Errichtung von flächendeckenden Glasfaser-Anschlussnetze in NRW, die in einem Zeitraum von 10 bis 20 Jahren benötigt werden, gibt es bislang weder ein Ausbaukonzept noch Fördermittel von Bund und Land.

Restriktionen der Förderprogramme

Bei derBeseitigung von unterversorgten Gebieten hat sich in manchen Fällen die Förderkulisse als begrenzende Größe erwiesen, so dass in diesen Gebieten eine Finanzierung nur mit Haushaltsmitteln möglich ist. Mit dem neuen Bundesförderprogramm können Kommunen auch in diesen Gebieten eine Förderung für den Ausbau erhalten, allerdings muss dafür ein Anbieter gefunden werden, der eine flächendeckende Versorgung mit 50 Mbit/s garantiert. So lange Vectoring nicht förderfähig ist, bleiben als Technologien Richtfunk und Glasfaser-Hausanschlüsse ( FttB oder FttH).

In Kommunen, in denen Infrastrukturbetreiber (z.B. Stadtwerke) bereits mit der Errichtung von FttB-Netzen begonnen haben, kann das Förderprogramm den wirtschaftlichen Ausbau in den in der Regel am Rande der Kommunen anzutreffenden weißen NGA-Flecken ermöglichen. Die auch für den FttB-Ausbau benötigte aktive Systemtechnik (Glas-PoP) erfordert eine ausreichende Kundenzahl für einen wirtschaftlichen Betrieb. Bei der Ergänzung vorhandener FttB-Netze um weiße NGA-Flecken stellt das Marktpotential keine direkt begrenzende Größe dar. Hier kann davon ausgegangen werden, dass die neu zu errichtenden  Anschlussnetze an die vorhandenen Netzknoten angebunden werden.

In Kreisen und Kommunen, in denen bislang keine Infrastrukturbetreiber tätig sind, dürfte der durch das Förderprogramm gegebene Anreiz nicht ausreichen, um einen wirtschaftlichen Ausbau der verteilten und dünn besiedelten weißen NGA-Flecken zu beginnen. In diesen Fällen muss auch die aktive Netzinfrastruktur neu errichtet werden und das Erreichen der Wirtschaftlichkeit ist vermutlich nur in Einzelfällen gegeben.

Die bei den Anforderungen an einen Förderantrag enthaltenen Daten zum Netzausbauplan sollte auf die Fälle begrenzt werden, in denen Kommunen im Eigenbetrieb oder durch kommunale Unternehmen einen Infrastrukturausbau vornehmen wollen. Fehlen eigene Betreiber passiver TK-Infrastrukturen, sollte die Netzplanung auf den privatwirtschaftlichen Betreiber verlagert werden, der sich am Auswahlverfahren beteiligen wird. Unterschiedliche Netzbetreiber haben unterschieldiche Planungsstandards, möglicherweise andere Übergabepunkte zu nationalen Backbonenetzen und andere Anforderungen an die Netztopologie. Die Kosten, der auch in diesem Fall erforderlichen Netzplanungen sollten im Rahmen der Deckungslücke kompenasiert werden. Die Aufgabe der Kreise und Kommunen besteht bei diesem Vorgehen in erster Linie in der Ausgestaltung eines tragfähigen Geschäftsmodells und der Gewinnung von Unternehmen für Infrastrukturerrichtung und –betrieb, den Betrieb der aktiven Netzkomponenten und den Dienstebetrieb.

Ähnliche Fragestellungen gelten auch für die Förderung der Gewerbegebiete, wobei aufgrund der hier oft anzutreffenden höheren Bedarfe bei Unternehmen und den teureren Geschäftskunden-Tarifen ein höheres Interesse der Betreiber an einem Ausbau zu erwarten ist. Dies zeigt sich auch in der vergleichsweise höheren Anzahl an Betreibern, die heute bereits im Bereich der Vernetzung von Unternehmen tätig sind. Bislang erfolgt dies allerdings eher mit Glasfaserdirektanschlüssen für einzelne Unternehmen und eher seltener durch den Ausbau ganzer Gewerbegegebiete. In Wohnsiedlungen, aber auch in Gewerbegebieten kann die verbindliche Zusicherung eines Vectoring-Ausbaus bestehende FttB-Ausbauplanungenunter Zufinanzierung durch ein Förderprogramm zunichte machen.

Förderprojekten ist gemeinsam, dass der bürokratische Aufwand zunehmend steigt. Die Anforderungen bis zum Förderantrag sind so hoch, dass viele Kommune selbst für vergleichsweise einfache Vorhaben Unterstützung durch externe Berater benötigt. In Verbindung mit dem bürokratischen Aufwand ist die Zeitdauer bis zu einem Förderbescheid zu sehen. Es gibt Fälle, in denen der geförderte Ausbau die bevorzugte Variante ist. Aber es gibt auch Fälle, in denen in Zusammenarbeit mit Netzbetreibern Lösungen gefunden werden, die ohne Fördermittel umgesetzt werden können. Optionen sind die Gewinnung von Vorverträgen, der Bau von Leerrohren und die Erleichterung von Tiefbaumaßnahmen.


Im Gegensatz zu Förderprojekten besteht bei Beachtung der beihilferechtlichen Grenzen höhere Flexibilität. Allerdings erfordert dieses Vorgehen eine intensivere Beschäftigung der Kreise und Kommunen mit der Konzeption und Umsetzung. Ohne einen hauptberuflichen Breitbandkoordinator wird eine solche Lösung weder erarbeitet noch umgesetzt werden können. Gerade auch en Ausbau mit FttB-Strukturen ist auf diesem Wege möglich und dies nicht nur begrenzt auf die zunehmend kleineren weißen NGA-Flecken. Sofern aber doch Fördermittel für eine Breitband-Maßnahme erforderlich (oder sinnvoll) ist, dann sollte der bürokratische Aufwand so niedrig wie im Rahmen der beihilferechtlichen Anforderungen möglich gehalten werden.
 

Unterstützung des flächendeckenden Glasfaser-Ausbaus


Da das neue Bundes-Förderprogramm durch die Begrenzung auf weiße NGA-Flecken vermutlich wenig zu einem flächendeckenden Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen beitragen kann, sollten Rahmenbedingungen geschaffen werden, die auf dieses Ziel einzahlen. Die (anteilige) Finanzierung der Personalkosten von neu einzustellenden Breitbandkoordinatoren in den Kreisen und kreisfreien Städten ist ein wichtiger und sinnvoller Schritt, da der Breitbandausbau ein langfristig anzulegendes Unterfangen ist.

Im Hinblick auf die erheblichen Kosten für den Bau neuer Anschlussnetze sollte insbesondere in Gebieten mit bestehender NGA-Versorgung („graue“ oder „schwarze“ NGA-Flecken) der Ausbau in erster Linie unter Nutzung von Synergien zu anderen Tiefbaumaßnahmen auf der Basis von Grenzkosten erfolgen. In NGA-versorgten Gebieten ist es dabei aus heutiger Sicht nicht kritisch, wenn sich der Ausbau bis zur Flächendeckung über einen Zeitraum von 10 bis 20 Jahren erstreckt.

Für den flächendeckenden Ausbau von FttB-Netzen sollte eine rechtliche Grundlage für den Ausbau in grauen und schwarzen NGA-Flecken geschaffen werden, da auch diese heute mit Brückentechnologien ausreichend versorgten Gebiete zukünftig eine auf einer Leerrohr-Infrastruktur aufbauende Versorgung benötigen. Durch den Ausbau mit Brückentechnologien wird die notwendige Zeit geschaffen, um unter Nutzung von Synergien Leerrohr (Micro-Duct)-Netze längerfristig aufzubauen. Da aber auch ein solcher Ausbau Kosten verursacht, sollte eine rechtliche Grundlage für Kommunen und kommunale Unternehmen geschaffen werden. Der „Umweg“ über eine Nutzung zur Smart-Meter Zählerfernablesung erscheint dafür nicht zielführend.

Entstehen auf diesem Wege über die Zeit Inseln mit Glasfaser-Anschlussnetzen, können diese verdichtet und vervollständigt werden unter Nutzung kostensenkender Verlegetechniken, z.B. der mindertiefen Verlegung. Dies kann in solchen Fällen sinnvoll sein, wenn Betreiber an der Anmietung der neuen Anschlussnetze interessiert sind. Die Nutzung der passiven Anschlussnetze muss allen – insbesondere aber den heutigen Netzbetreibern – diskriminierungsfrei und zu gleichen Bedingungen offenstehen. Auf diesem Wege kann über eine längeren Zeitraum auch in grauen und schwarzen NGA-Flecken ein Umstieg auf Glasfaser-Hausanschlüsse ermöglicht werden. Auf lange Sicht kann durch die mit den Dienstebetreibern vereinbarten Nutzungsentgelte Wirtschaftlichkeit dieser Infrastrukturen erreicht werden.

Jürgen Kaack 30.11.2015, 10.23 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Aktivitäten des Kreises Heinsberg bringen schnelle Internetzugänge

Schnelle Internetzugänge sind ein wichtiger Standortfaktor für alle Kommunen. Nur 70% der Anschlüsse sind heute in der Lage, einen Anschluss mit mindestens 50 Mbit/s zu nutzen. Zur Verbesserung der Versorgungslage und bei der Errichtung zukunftssicherer NGA-Netze ist Eigeninitiative von Kreisen und Kommunen unerlässlich. Der Kreis Heinsberg hat vorgemacht, wie mandabeivorgehenkann.
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Jürgen Kaack 14.05.2015, 12.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Ihr Doppelgänger braucht dringend Geld - Identitätsdiebstahl im Internet

Soziale Netzwerke erleichtern die Kommunikation, helfen dabei, Kontakte zu pflegen und Kontaktdaten aktuell zu halten. Es gibt kaum eine andere Möglichkeit, eigene Informationen so schnell zu verbreiten. Das Risiko sehen viele eher darin, das die Betreiber Informationen sammeln, aufbereiten und weiterverkaufen. Weniger häufig und daher auch weniger präsent ist das Problem des Identitätsmissbrauchs, also der Übernahme von Accounts und Inhalten durch Betrüger.

Ein persönlicher Bericht aus leidvoller Erfahrung, der hoffentlich anderen aktiv oder passiv Betroffenen im Vorfeld hilft und Schaden vermeidet.

Jürgen Kaack 13.12.2014, 20.45 | (0/0) Kommentare | TB | PL

NGA-Rahmenregelung eröffnet Möglichkeiten für den Breitbandausbau

Bislang gab es für den Ausbau von Gebieten, die bereits mit mehrheitlich mehr als die Grundversorgung von 2 Mbit/s versorgt sind, für Kreise und Kommunen keine rechtliche Grundlage neben der Bundesrahmenregelung Leerrohre, die allerdings am 27.01.2014 ausgelaufen ist. Allerdings hat die Bundesrahmenregelung Leerrohre vorausgesetzt, dass Kommunen Leerrohre verlegen und betreiben. Dabei gibt es Kommunen, die hierfür eine neue Institution schaffen müssten, weil bislang keine eigene Infrastruktur betrieben wird. Selbst für Stadtwerke war die Bundesrahmenregelung nicht in jedem Fall optimal geeignet. Die Vermietung der Leerrohre in wirtschaftlich wenig attraktiven Gegenden bieten Betreiber oft nur ohne Mietzahlung an, da der Betrieb andernfalls unwirtschaftlich bleibt. Eine mietfreie Nutzung widerspricht allerdings der Gewinnerzielungsabsicht der Stadtwerke.

Auf keinen Fall durften bisher Kommunen in Regionen mit durchschnittlich > 2 Mbit/s eine Deckungslücke an einen Netzbetreiber gewähren. Die in der Notifizierung befindliche NGA-Rahmenregelung („Next-Generation-Access-Network“) wird in dieser Situation erhebliche Verbesserungen bringen. Neben der Verlegung und Vermietung der Infrastruktur kommt auch ein Ausbau gegen Gewährung einer Deckungslücke in Betracht. In den Fällen, in denen selbst bei einem Mietzins von Null € keine Wirtschaftlichkeit erreicht wird, ist zukünftig auch die Gewährung einer Deckungslücke rechtlich zulässig.

 

 

Im Verfahren entfällt die bislang sowohl in Projekten zur Grundversorgung und bei Maßnahmen nach der Bundesrahmenregelung Leerrohre eine Bedarfserhebung bei Haushalten und Betrieben erforderlich, die aber nur in Ausnahmefällen aussagekräftig oder repräsentativ sind. Die NGA-Rahmenregelung sieht eine solche Bedarfserhebung nicht mehr vor. Für den Durchschnittsnutzer ist so oder so sehr schwer, seinen zukünftigen Breitbandbedarf einzu schätzen, wenn die aktuelle Zugangsgeschwondigkeit bereits deutlich über der Grundversorgung von 2 Mbit/s liegt. Weiterhin sind auch in der NGA-Rahmenregelung transparente Markterkundung und Auswahlverfahren vorgeschrieben – und sinnvoll.

 

Nach Umsetzung der Maßnahme sollen > 95 % der Anschlüsse mindestens 30 Mbit/s erhalten und immerhin > 75 % mindetens 50 Mbit/s. So kommt man den EU-Zielen der Breitbanddurchdringung mit schnellen Anschlüssen ein Stück näher, die 2020 für alle Haushalte in Europa die Verfügbarkeit von Anschlüssen mit mindestens 50 Mbit/s anstreben. Die Vectoring-Technologie ist derzeit noch nicht förderfähig und kann somit nicht durch Gewährung einer Deckungslücke unterstützt werden. Im Hinblick auf den kaum gegebenen offenen Netzzugang ist dies auch nachvollziehbar. Allenfalls über einen Bitstream-Access kann in einem Vectoring-Netz Dritten ein Zugang eröffnet werden.

Jürgen Kaack 22.04.2014, 09.55 | (0/0) Kommentare | TB | PL

bis zu 40% der Haushalte mit schwachen Internetverbindungen

Der Breitbandbedarf und die Definition einer auskömmlichen Bandbreite sind fließende Werte. Vor 15 Jahren war eine Versorgung mit 128 kBit/s noch ausreichend gewesen. Kaum jemand hätte damals etwas mit 50 oder 100 MBit/s anzufangen gewusst. Es gab auch keine Massenmarkt-tauglichen Anwendungen, die solche Bandbreiten erforderlich gemacht hätten. Heute erscheinen 16 MBit/s für die Mehrzahl in der Bevölkerung als durchaus ausreichend. Aber auch diese Bandbreite wird in einigen Jahren nicht mehr zufriedenstellen. Der Wettlauf um mehr Bandbreite endet absehbar erst dann, wenn die Mehrzahl der Haushalte mit Glasfasern angeschlossen sind und die abgerufene Bandbreite nur von der Anzahl der Nutzer an einem Anschluss und den eingesetzten Breitband-Anwendungen abhängen. Bis zu diesem Punkt vergeht in den meisten Kommunen im ländlichen Raum noch viel Zeit. Wenn Kreise und Kommunen nicht schnelle mit dem Aufbau von passiven Zugangsnetzen beginnen, wird sich allerdings auch in zehn Jahren nicht viel verändert haben.

Wo sollten Kreise mit der Planung und Umsetzung passiver Infrastrukturen beginnen? Ca. 50% der Haushalte können bereits heute Breitbandanschlüsse mit 50 MBit/s oder mehr nutzen und zwischen den Angeboten mehrerer Netzbetreiber wählen. In diesen Gebieten kann von funktionierendem Wettbewerrb und einer weiteren Entwicklung des Angebotes ausgegangen werden. In diesen Bereichen sollten Kreise nicht mit öffentlichen Mittel in den Markt eingreifen.

Mit Förderprojekten zur Absicherung der Grundversorgung mit mindestens 2 MBit/s können nicht oder unterversorgte Gebiete ausgebaut werden. Oft gelingt es hierbei, mit FttC-Konzepten deutlich höhere Bandbreiten zu realisieren. Obwohl es nach Schätzung von STZ-Consulting außerhalb der Ballungsgebiete immer noch 10-20% unterversorgte Haushalte gibt, ist es unsicher, in welchem Ausmaß 2012 Fördermittel bereitgestellt werden. In Hessen hat man das Vorhaben einer Förderung des Breitbandausbaus für die Grundversorgung für abgeschlossen erklärt und konzentriert sich auf die Begleitung von Next-Generation-Access (NGA)-Netzen. Es ist nicht absehbar, ob die für NRW im Haushalt 2012 vorgesehenen Mittel tatsächlich beschlossen und zur Finanzierung aller für 2012 geplanten Vorhaben ausreichen werden. Trotzdem sollte die Sicherstellung der Grundversorgung über Fördermittel eine primäre Aufgabe der Kommunen bleiben.

Gebiete, die heute mehrheitlich mit mehr als 2 MBit/s, aber weniger als 16 MBit/s versorgt sind und in denen nur ein Anbieter mit eigener Infrastruktur tätig ist, gelten nach Definition von STZ-Consulting als schwach versorgt. Betroffen Kommunen werden zunehmend benachteiligt, da ein weiterer Regelausbau der Betreiber aus wirtschaftlichen Gründen unwahrscheinlich ist und die heute vielleicht noch für die Mehrzahl der Nutzer ausreichende Versorgung schon in wenigen Jahren unzureichend sein wird. In diesen Regionen wird nur durch eigene Initiativen der betroffenen Kommunen und Kreise für den Aufbau passiver Infrastrukturen (Leerrohre als Kabelschutzrohre für Glasfaserleitungen) zwischen den Netzknoten und den einzelnen Hausanschlüssen eine nachhaltige Verbesserung der Versorgungssituation erreicht werden. Nach Schätzung von STZ-Consulting sind mit bis 30-40% aller Haushalte in Deutschland erhebliche Teile der Bevölkerung schwach versorgt (und natürlich auch der Unternehmen) betroffen.

Die Breitbandversorgung sollte daher als eine Aufgabe der Daseins-Vorsorge behandelt werden. Hierfür müssen eindeutige Zuständigkeiten für den Netzaufbau in den Kreisen und Kommunen geschaffen werden, die über eine zeitlich befristete Projektverantwortung weit hinausgehen. In Zeiten knapper Haushaltsmittel ist dies keine einfache Aufgabe, da die erforderlichen Budgets auch für andere wichtige Aufgaben der öffentlichen Verwaltung benötigt werden.

Jürgen Kaack 18.01.2012, 19.58 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Best-Practise Beispiel für Breibandausbau in Haltern am See

Die Versorgung mit schnellen Breitbandzugängen ist ein Standortfaktor mit zunehmender Bedeutung für jede Kommune, der mittlerweile gleichauf liegt mit der Bedeutung einer guten Verkehrsanbindung. Während in der Kernstadt von Haltern am See zumindest über das Kabel-TV Netz ein schneller Internetzugang mit 50 MBit/s und mehr kein Problem darstellt, sieht dies in den anderen Stadtteilen teilweise viel schlechter aus. Schon Bandbreiten von 16 MBit/s sind nur in wenigen eng begrenzten Ortslagen außerhalb der Kernstadt verfügbar. In Hullern war z.B. mit flächendeckend 384 kBit/s an eine schnelle Internetnutzung überhaupt nicht zu denken. Bei dieser Bandbreite sind gerade mal einfache Anwendungen wie Emails und Homebanking möglich. Angebote aus dem Entertainmentbereich oder Homeoffice-Anwendungen mussten dagegen weitgehend entfallen. Auch nach EU-Definition war der Ortsteil Hullern mit mehrheitlich weniger als 2 MBit/s vollständig unterversorgt. Diese Situation ist in der heutigen Zeit nur schwer akzeptabel und der Wunsch nach einer besseren Versorgungssituation in der Bevölkerung von Hullern ist nur zu verständlich.

Die Verwaltung hatte die Aufforderung zum Handeln aufgegriffen und Gespräche mit einer Reihe von Netzbetreibern aufgenommen, allerdings ohne dabei auf einfache und finanzierbare Lösungen zur Verbesserung der Situation zu stoßen. Die Stadt Haltern am See hat insgesamt ca. 38.000 Einwohner. Im Ortsteil Hullern mit 2.300 Einwohnern waren ca. 850 Haushalten unterversorgt. Der Ortsteil wird überwiegend als Wohn-Standort genutzt, ist aber auch Sitz einer Reihe von kleineren Gewerbebetrieben, Freiberuflern und landwirtschaftlichen Betrieben. Als Netzbetreiber mit eigener leitungsgebundener Infrastruktur sind die Deutsche Telekom und Unitymedia im Stadtgebiet tätig.

Alle digitalen Signale werden je nach Übertragungsmedium unterschiedlich stark gedämpft, so dass nach einer unterschiedlich langen Strecke überhaupt kein Signal mehr ankommt. Der Ortsteil Hullern liegt ca. 7 km Luftlinie vom Netzknoten entfernt. Die Zuleitung war seinerzeit noch in Kupfer ausgeführt und die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) im Stadtteil Hullern und seinen Ortsteilen ist wie in den meisten deutschen Kommunen als Kupferdoppelader realisiert. Die Dämpfung im Lichtwellenleiter ist sehr gering und ermöglicht die Überbrückung langer Wegstrecken bis eine Verstärkung notwendig wird. Bei der Verlegung von Lichtwellenleitern in einer Kommune kann die Dämpfung in aller Regel völlig vernachlässigt werden. Anders sieht es bei der Übertragung über die häufig vierzig Jahre oder ältere Kupferdoppelader aus. Diese Leitungen wurden ja ursprünglich nicht für hochfrequentes Datensignal konzipiert, sondern zur Übermittlung von analogen Sprachsignalen.

Die tatsächliche Dämpfung im Kupferkabel hängt von verschiedenen Faktoren ab, z.B. vom Durchmesser und der Qualität des verlegten Kupferkabels. Die Entfernung spielt aber auf jeden Fall eine entscheidende Rolle. Die folgende Tabelle verdeutlicht beispielhaft, wie ein 50 MBit/s-Signal in der Teilnehmeranschlussleitung gedämpft wird. Schon nach zwei Kilometern verbleiben von ursprünglich 50 MBit/s gerade mal 6 MBit/s.

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Für die Breitband-Versorgung von Hullern ist zunächst die Entfernung von ca. 7 Kilometern vom Netzknoten in der Kernstadt zu überbrücken. Durch die verteilte Besiedlung im Ortsteil Hullern mit ihren abgesetzten Siedlungen  wie z.B. Antrup und Westrup sind auch in Hullern selbst lange Wegstrecken zu bewältigen. So beträgt die Entfernung von Hullern zur Siedlung Westrup in Luftlinie ca. 3,5 Kilometer. Die hierdurch bedingte Dämpfung in Kupferkabeln schafft für eine verlustarme Verteilung der Bandbreite in dem Stadtteil zusätzliche Herausforderungen.

 

Generell gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Verteilung eines Signals in einem Netz. Die bestehende Versorgung mit einem einfachen Kupferkabel ist offensichtlich in Hullern nicht ausreichend. Auch die Verlegung von Koaxialkabeln ist für die Fernübertragung nur bedingt besser geeignet. Bei einer durchgängigen Verlegung von Koaxialkabeln bis in den Haushalt (wie dies bei Kabel-TV-Netzen üblich ist) sähe dies anders aus. Hierfür wären im Falle von Hullern sehr umfangreiche Tiefbauarbeiten in allen Straßen erforderlich, die hohe Investitionskosten mit sich bringen. Als tragfähige Lösungen zur Übertragung verbleiben Richtfunk und die Verlegung von Lichtwellenleiterkabeln bis in den Ort. Beide Technologien sind erprobt und ermöglichen die sichere Übertragung von Bandbreiten im GBit/s Bereich über größere Entfernungen.

Ein „klassischer“ Ausbau nach dem Fiber-to-the-Curb Konzept mit der Verlegung von Glasfasern vom Netzknoten bis zu den Kabelverzweigern ist aufgrund der erforderlichen Tiefbaumaßnahmen teuer und führt zu einer hohen Wirtschaftlichkeitslücke. Dies hat sich auch nach den ersten Gesprächen der Stadtverwaltung mit potentiellen Betreibern bestätigt. Für den Ausbau hatte die Stadt Haltern am See Mittel aus dem Zukunftsinvestitionsgesetz reserviert. Im Zuge der Umsetzung wurde ein öffentliches Markterkundungsverfahren durchgeführt, um abzufragen, ob ein Anbieter in den nächsten drei Jahren einen Ausbau ohne öffentliche Zuwendung plant.

Nach dem wenig ergiebigen Ausgang hat die Verwaltung am 20.07.2010 ein öffentliches Auswahlverfahren mit Einstellung auf der Ausschreibungsseite des Landesportals IKT.NRW und auf dem Stadtportal durchgeführt. Dabei wurden Konzepte und Anforderungen für einen flächendeckenden Ausbau mit einer Mindestbandbreite von 2 MBit/s eingefordert. Bis zum Stichtag am 17.09.2010 wurden 6 Angebote eingereicht, die ein breites Spektrum unterschiedlicher Konzepte für die Verbesserung der Versorgung in Hullern vorschlagen. Dies reichte vom Angebot zur Nutzung von Satelliten-Diensten über WLAN-Funklösungen für den Hausanschluss bis zu Alternativen mit Schaltverteilern und dem Ausbau mit Glasfaser bis in die Teilorte von Hullern. Für die Analyse und Bewertung der vorliegenden Angebote hat die Stadtverwaltung Herrn Dr. Kaack von der STZ-Consulting Group hinzugezogen.

Fast alle eingereichten Konzepte erfüllten die Mindestanforderungen für eine Umsetzung nach dem Zukunftsinvestitionsgesetz. Im Hinblick auf die erzielbaren Leistungen nach dem Ausbau, die Nachhaltigkeit für eine spätere Erweiterung der Bandbreite und natürlich im Hinblick auf die Höhe der Deckungslücke unterschieden sich die Konzepte erheblich. Angebote auf der Basis von Schaltverteilern liegen zwar bei den Investitionskosten günstig, die langen Kupferstrecken hinter dem Schaltverteiler bis zu den einzelnen Siedlungen lassen allerdings eine höhere Dämpfung erwarten. Im Vergleich dazu konnte das Angebot der Deutschen Telekom für einen Fiber-to-the-Curb Ausbau letztlich am meisten überzeugt, da direkt nach dem Ausbau flächendeckend eine hohe Bandbreite verfügbar ist – auch in den abgesetzten Siedlungen Antrup und Westrup. Zudem kann später die Glasfaserverlegung als „Verlängerung“ bis zum Hausanschluss geplant werden.

Die Umsetzung des ausgewählten Konzeptes erforderte Investitionen in Tiefbau-Maßnahmen zur Verlegung von Leerrohren über eine Gesamtstrecke von 2.000 Metern, das Einziehen von gut 9.000 Metern Kabel und in den Ausbau der aktiven Übertragungstechnik. Hierfür wurden 6 der  Kabelverzweigern (KVz) zu Outdoor-DSLAMs ausgebaut. Die für den nahezu vollständigen Umbau des vorhandenen Telekommunikationsnetzes in Hullern erforderlichen Tiefbauarbeiten wurden durch regional ansässige Bauunternehmen realisiert. Die Kalkulation der Wirtschaftlichkeitslücke führte insbesondere aufgrund der Tatsache, dass eine vorhandene Leerrohr-Trasse in Länge von 5.000 Metern genutzt werden konnte, zu einer vergleichsweise niedrigen Deckungslücke. So wird ein nachhaltig zukunftssicherer und trotzdem wirtschaftlicher Ausbau möglich.

Für den Breitbandexperten Dr. Kaack ist dies ein gutes Beispiel dafür, dass sich die gezielte Suche nach vorhandenen Infrastrukturen für eine Kommune nachhaltig auszahlen kann. Auch bestätigt es seine These, dass Versorgungsunternehmen zukünftig eine zunehmend wichtigere Rolle beim Aufbau leistungsstarker Breitbandinfrastrukturen einnehmen werden. Versorgungsunternehmen sind mit ihren Infrastrukturen insbesondere innerhalb der Kommunen präsent. Für den Ausbau mit Glasfasern bis zum Hausanschluss kann die Infrastruktur für den Hausanschluss mit der eigenen Primärleistung (z.B. Strom) unterstützend genutzt werden, z.B. in Verbindung mit Sanierungsarbeiten. Hierbei sind durchaus Synergien zu realisieren, die allen Beteiligten erhebliche wirtschaftliche Vorteile bringen. Dr. Kaack sieht daher das Breitbandprojekt für den Ortsteil Hullern als vorbildlich an, auch wenn sich das Konzept und die Umsetzung nur in Ausnahmefällen unmittelbar auf andere Kommunen übertragen lassen. Für die Einwohner von Hullern und die dort ansässigen Betriebe ging die Zeit des langsamen Internets und der Unterversorgung Ende November 2011 zu Ende!
 

Jürgen Kaack 12.01.2012, 12.21 | (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Schafft das Internet der Dinge den nächsten Massenmarkt?

Das Internet ist eine noch junge Technologie, die ihre Wurzeln 1969 in einem Entwicklungsprojekt des US-Verteidigungsministeriums hat. Erst 1993 wurde der erste Web-Browser entwickelt und erst seit dieser Zeit kann man vom WWW sprechen. 1996 kam mit „Netscape“ der erste breiter im Einsatz befindliche Browser auf den Markt (der dann bis 2008 betrieben wurde). Seit diesen ersten Schritten ist das Internet weltweit stark gewachsen und hat derzeit 1,23 Mrd. Nutzer. Dabei ist weder das Teilnehmerwachstum noch die Entwicklung der Nutzungsintensität zu einem Ende gekommen. Einen starken Impuls hat das Aufkommen von Web2.0 in 2004 gegeben, mit dem der Startschuss für Social Networks gefallen ist.

 

Neben der Nutzung des Internets durch Menschen und Unternehmen ist ein weiterer Entwicklungs-Schub durch die Vernetzung von Geräten und Maschinen zu erwarten. Es ist absehbar, dass alle elektrischen und elektronischen Geräte eine eigene URL erhalten und mit anderen Geräten kommunizieren. Im Bereich der Industrieautomation ist dieser Prozess schon voran geschritten und einzelne Maschinen-Steuerungen (SPS) kommunizieren untereinander, um das Zusammenspiel in der Produktion möglichst reibungslos zu gestalten.

 

Im Verkehr und in der Hausautomation steht dieser Prozess noch bevor. Zwar sind hochwertige Unterhaltungselektronik-Komponenten auch heute schon in der Lage untereinander Daten aus zu tauschen. Haushaltsgeräte der Kategorie „weiße Ware“ sind hiervon aber noch so gut wie unberührt. Betrachtet man die in den ca. 42 Mio. Haushalten in Deutschland vorhandenen Zähler und Geräte wird deutlich, welches Marktpotenzial in diesem Bereich steckt. Vermutlich werden zunächst die Zähler in den Haushalten von mechanischen Geräten auf elektronische Systeme umgerüstet. In jedem Haushalt sind zwei bis drei Zähler an zu treffen (Strom, Gas, Wasser), so dass alleine in diesem Bereich über 80 Mio. potenzielle Teilnehmer für das Internet der Dinge zu finden sind. Hinzu kommen im nächsten Schritt die Großgeräte im Haushaltsbereich (Waschmaschinen, Trockner, Kühlschränke, Tiefkühlschränke und –truhen, Geschirrspülautomaten etc.).

 

Die einzelnen Geräte werden in einem ersten Schritt Status- und Verbrauchsdaten austauschen und an eine zentrale Steuerungseinheit im Haus melden. Dabei können Steuerungs-, Mess- und Prozess-Daten untereinander oder mit anderen Systemen ausgetauscht werden. Defekte Geräte können sich dann rechtzeitig selber melden und bislang getrennte aber zusammen wirkende Systeme können miteinander kommunizieren, im Straßenverkehr z.B. Autos mit Autos und Autos mit der Straße und diese wiederum mit den Verkehrsleitzentralen. Diese Entwicklung der „Machine-to-Machine“-Kommunikation ist auch bekannt unter der Bezeichnung „Internet-der-Dinge“ und kann weitgehende Auswirkungen zeigen.Allein die Anzahl der potenziellen Kommunikations-Teilnehmer spricht dafür, dass mit dieser Entwicklung ein weiteres großes Marktsegment in der Telekommunikation geschaffen wird!

Jürgen Kaack 27.11.2008, 08.59 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Vorgehen beim Breitband-Ausbau

Es gibt keine allgemein gültige Definition von Breitband. Es ist aber allgemeines Verständnis, dass Breitband mit mindestens 1 MBit/s beginnt. Bei Download und Versand von größeren Dateien sollte die Bandbreite mindestens 6 MBit/s betragen, in Fernseh-Qualität lassen sich Filme ab 16 MBit/s übertragen, HD-Fernsehen braucht dagegen 50 MBit/s. Mit einem Glasfaser-Anschluss am Haushalt lassen sich auch 100 MBit/s problemlos übertragen.

 

Der Breitbandausbau in der Fläche ist teuer. Nach Expertenschätzung ist für einen flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser (allerdings ohne den Hausanschlussbereich) Investitionen in Höhe von 30 bis 50 Mrd. € erforderlich. Dies ist sicher für keinen der Anbieter alleine zu schaffen. Aufgrund der oben aufgeführten Randbedingungen sind die Investitionen in den Breitband-Ausbau in Deutschland im Vergleich zu anderen Industrie-Staaten erschreckend gering. Mit ca. 70 € pro Einwohner liegen die Investitionen gerade bei der Hälfte des europäischen Durchschnitts (150 €) und bei fast einem Viertel der Pro-Kopf-Investitionen in den USA (260 €). In Asien werden sogar 400 € pro Kopf investiert (allerdings bei einem deutlich höheren Aufholbedarf)! Bei dieser Entwicklung droht Deutschland mittelfristig von der technologischen Entwicklung abgekoppelt zu werden. Neben der fehlenden Grundversorgungs-Verpflichtung sind auch die staatlichen Investitionen in Form von Fördermitteln für den Netzausbau nur mäßig hoch. Es wäre von Vorteil gewesen, wenn man bei der Privatisierung der Deutschen Telekom die Netzinfrastruktur heraus gelöst und sie entweder weiter unter staatlicher Hoheit belassen (wie bei den Autobahnen oder den Gleis-Trassen der Deutschen Bahn) oder an einen eigenständigen Anschluss-Netzbetreiber in Lizenz vergeben hätte, Mit dem Börsengang der Deutschen Telekom sind solche Überlegungen allerdings hinfällig geworden.

 

Der Ausweg für betroffene Regionen kann nur in Eigeninitiative und Kooperationen liegen. Typischerweise gibt es in vielen Kommunen keine ausgewiesenen Kompetenzen im Breitbandbereich und keine eindeutigen Zuständigkeiten. Daher fällt schon die grundsätzliche Bearbeitung von Fragestellungen rund um die Breitbandversorgung nicht selten schwer. Oft müssen Kommunen alleine, oder vertreten durch die Wirtschaftsförderungs-Gesellschaften, auf die Suche nach dem richtigen Anbieter gehen und nach einer Vorauswahl erste Gespräche führen. Dabei hat es sich bewährt, wenn schon im Vorfeld Information über Marktpotenziale und konkrete Nachfrage gesammelt werden. Auch ist es hilfreich, einen Kriterienkatalog für die Auswahl zu erstellen. Für die Erhebung von Marktinformationen ist eine aktive Öffentlichkeitsarbeit hilfreich und notwendig. Die Koordination der unterschiedlichen beteiligten Ämter, Organisationen und Unternehmen ist schon für sich gesehen eine anspruchsvolle Aufgabe.

 

Für die Projektarbeiten von den Voranalysen über die Anbieterauswahl bis zur eigentlichen Umsetzung kann die Gründung einer Breitbandinitiative sinnvoll sein, in der Mitarbeiter sich schwerpunktmäßig nur diesem Thema widmen. Damit dies erfolgreich sein kann, muss ein Budget bereitgestellt werden und möglichst alle betroffenen Gruppen frühzeitig eingebunden werden. Der Erfolg hängt nicht unwesentlich an der Motivation und Erfahrung des Leiters der Breitbandinitiative. Auf Landesebene kann die Schaffung eines Breitbandkompetenz-Zentrums vorteilhaft sein, um die Kommunen bei der Bearbeitung von Fragestellungen rund um die Breitbandversorgung zu beraten und zu unterstützen. Ein wichtiges Element der Unterstützung wird die Beratung bei der Finanzierung sein. Für die Projektarbeit kann neben öffentlichen Budgets die Nutzung von Fördermitteln in Betracht kommen.

 

Gespräche mit den möglichen Netzbetreibern, allen voran der Deutschen Telekom als dem Netzbetreiber mit der höchsten Anschlussdichte können Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. Auf jeden Fall sollten mehrere Anbieter zu einem Termin eingeladen werden, um die unterschiedlichen Konzepte vergleichen zu können. Für die Gespräche ist es hilfreich, wenn nicht nur vorhandene allgemeine Bedarfsinteressen von Bürgern und Unternehmen gebündelt werden, sondern auch Unterstützung durch die Bereitstellung von Leerrohren, Masten oder die teilweise Übernahme von Arbeiten zur Verlegung von Kabeln angeboten werden kann.

 

Trotzdem wird dies nicht in jedem Fall ausreichen, um einen der großen Netzbetreiber zu einem Netzausbau in der betroffenen Region zu bewegen. Entweder sind die Einwohnerzahlen zu gering, die topographischen Bedingungen zu schwierig, oder die Prioritäten anders gesetzt. In diesen Fällen können regionale, mittelständisch aufgestellte Betreibergesellschaften einen Ausweg bieten. Für den Erfolg der Kooperationen ist es notwendig, dass sich die Partner auf die jeweiligen Kernkompetenzen konzentrieren und jede Art der Doppelarbeit vermieden wird. Durch die regionale Nähe lassen sich fallweise die Voraussetzungen für den Netzbetrieb und die Gewinnung sowie die laufende Kundenbetreuung leichter und schneller schaffen, als dies einem nationalen Netzbetreiber möglich ist.

Jürgen Kaack 02.10.2008, 16.37 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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