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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Genealogie

Zufallsfunde vom Verlag Kaack



Mein Urgroßvater Johannes Kaack wurde 1849 in Borgdorf-Seedorf als Sohn des Distriktlehrers Claus Kaack geboren und absolvierte in Husum eine Lehre als Buchbinder. In Husum übernahm er im Zentrum das Antiquariat von seinem Schwiegervater. 1883 verkaufte er das Geschäft und eröffnete in Flensburg in der Große Straße 2a eine Buchdruckerei und einen Laden für Papier-, Schreib- und Lederwaren. Es folgte ein Verlag, in dem überwiegend fotographische Produkte produziert wurde. Die Vermarktung erfolgt neben dem Geschäft in Flensburg in Filiale in Wyk auf Föhr und in Westerland. Für die Erzeugung der Fotografien arbeitete Johannes mit dem "Hoffotograf" Dressen zusammen. 1908 starb sein jüngerer Sohn Willy, der das Unternehmen fortführen sollte, bei einem Jagdunfall. Daraufhin verkaufte er sein Unternehmen an Adolf Lorenzen. Das Unternehmen bestand noch bis zum Ende des zweiten Weltkriegs.

Durch Zufall habe ich auf zwei Kabinettfotos von Westerland gefunden, die im Jahr 1890 aufgenommen wurden und den Strand von Westerland und die Villa Baur-Breitenfeld zeigen, einmal von Norden und zum anderen aus südlicher Richtung. Das Hotel Miramar war zu dieser Zeit noch nicht errichtet. Der Erhaltungszustand der Fotos ist erstaunlich gut und die Auflösung hoch. Ich freue mich, dass ich diese schönen Stücke und Zeitzeugen aus der frühen Tourismusphase von Westerland, die mit der Erhebung zum Nordseebad 1855 begann, gefunden habe.




Jürgen Kaack 17.10.2017, 21.25 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Bankhaus Janssen in Westerland



Schon vor zwei Jahren habe ich das oben stehende Foto vom Bankhaus Janssen in der Friedrichstraße 19 in Westerland beim Sylter Archiv gefunden. Johann Janssen ist der älteste 1856 in Glückstadt geborene Sohn von Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen und mit der Familie seines Vaters 1867 nach Westerland gezogen. 

Er blieb in Westerland und heiratete 1882 die aus Kampen stammende Dorothea Katherina Kamp, deren Vater der erste Direktor der Sylter Dampfschifffahrtsgesellschaft war, die die Schiffsverbindung von Hoyer auf dem Festland nach Munkmarsch auf Sylt betrieben hat. Um 1880 hat Johann Janssen eine der ersten (vielleicht auch die erste) Privatbank auf Sylt gegründet. Während das obere Foto das Bankhaus in der Zeit von 1880 bis 1890 zeigt, ist das Gebäude unten als Stich auf der Rückseite eines Schecks von 1918 über 50 Pfennig zu sehen.

Im Zuge der beginnenden Konsolidierung der Bankgeschäfte in der Rezession nach dem ersten Weltkrieg hat Johann Janssen sein Bankhaus 1921 an die Schleswig-Holsteinische Bank übertragen. Er starb drei Jahre später 1924. Bis in die siebziger Jahre befand sich in dem Gebäude weiterhin eine Bankfiliale. Als einziges der von Mitgliedern der Familie Janssen in Westerland erbauten und bewohnten Gebäude ist es bis heute erhalten geblieben. Nach den Modernisierungen ist es allerdings kaum wieder zu erkennen und wird derzeit von einem Optiker genutzt.





Jürgen Kaack 15.10.2017, 11.17 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Villa Baur-Breitenfeld in Westerland

Familie Janssen ist 1867 von Büsum nach Westerland gezogen, als mit dem Machtwechsel von Dänemark zu Preussen der Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen in den Dienst der preussischen Regierung gewechselt ist und Die Leitung von Zollamt und Steuerkasse von Sylt übernommen hat. Mit ihm kamen seine Frau und sechs Kinder nach Westerland. Claudius Waldemar und Ernst Emil verliessen nach der Jugend die Insel und Claudius Waldemar kehrte erst mit 58 Jahre wieder nach Westerland zurück, Ernst Emil hat sich als Zahnarzt in Flensburg niedergelassen.

1880 ließ Baron Baur von Breitenfeld das damals größte Gebäude in Westerland direkt am Dünenrand in der Strandstraße errichten (heute steht hier die Sylter Welle). Er war verheiratet mit Elise Charlotte Nicoline Janssen, einer Tochter von Rentmeister Lorenz Nicolay Janssen. Sein Vater Baron August Baur von Breitenfeld hatte ein paar Jahre vorher die 38 Jahre jüngere Schwester Margaretha Maria Janssen geheiratet. Nach dem Tod ihres Mannes führte Elise die Villa Baur-Breitenfeld als Hotel mit für die damaligen Verhältnissen modernster Einrichtung weiter bis zu ihrem Tod 1918. Die Sturmflut von 1919 beschädigte die Fundamente so stark, dass das stattliche Gebäude abgerissen werden musste. Das 1903 am Ende der Friedrichstraße errichtete Hotel Miramar bildete über zehn Jahre lang den optischen Gegenpol zur Villa Baur-Breitenfeld und steht auch heute noch.






Jürgen Kaack 08.10.2017, 16.07 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Stammbaum Statistiken

Durch eine Reihe von ergänzenden Informationen ist die genealogische Datenbank auf über 5.400 Personen angewachsen. Darunter sind natürlich nicht nur direkte Vorfahren, in einigen Linien reichen die Vorfahren bis ins 16. Jahrhundert zurück, in anderen Linien enden die vorhandenen Informationen im 18. Jahrhundert. Es ist nicht davon auszugehen, dass sich hier noch wesentliche ergänzende Informationen finden lassen, aber manchmal ergeben sich zufällig neue Erkenntnisse. Der Beginn der Kirchenbuchschreibung setzt ein fast "natürliches" Ende für weitere Forschungen.

Das unten abgebildete Fächerdiagramm umfasst acht Generationen, in Einzelfällen ließe sich die Darstellung bis auf 15 Generationen ausweiten. In acht Generationen finden sich 255 Personen. Im Falle meines Stammbaums konnten über 21 dieser Personen keine Informationen gefunden werden. In einem Fall handelt es sich um eine uneheliche Geburt, bei der der Vater unbekannt ist. In einem anderen Fall hat ein Seemann mit seiner Frau in Göteborg einen Sohn zur Welt gebracht, aber anscheinend weder vorher noch nachher in Göteborg gelebt. In einem weiteren Fall hat ein vom Festland nach Föhr gezogener Vorfahre bei der Heirat einen Ort angegeben, von dem er zugezogen ist, der aber nicht sein Geburtsort war. In all diesen Fällen sind die Aussichten auf weiterführende Informationen verschwindend gering. Bei den jetländischen Vorfahren kommt die damals übliche patronymische Namensgebung erschwerend hinzu. Immerhin liegen für fast 92% der Vorfahren aus acht Generationen mehr oder weniger vollständige Informationen vor.

Von den 234 bekannten Vorfahren stammen:
  • 0,4% aus Schlesien
  • 1,3% aus Schweden
  • 1,3% aus den Niederlanden
  • 15% von den Inseln Sylt und Föhr sowie von den Halligen Langeneß, Nordmarsch, Pellworm, Habel und Gröde
  • 22% aus Braunschweig und Umgebung
  • 61% aus Schleswig-Holstein und Jütland

Im Hinblick auf die früher eng zusammenhängenden Lebensräume im nördlichen Schleswig-Holstein und den südlichen Teilen von Jütland macht eine weitere Unterteilung kaum Sinn. Auch bei Berücksichtigung von Vorfahren aus früheren Generationen dürfte sich die Verteilung nicht wesentlich ändern.

Jürgen Kaack 04.10.2017, 14.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Villa Janssen in Westerland

Seit einigen Jahren suche ich Foto des Hauses in Westerland, in dem meine Urgroßeltern nach 1919 gelebt haben. Weder im Sylter Archiv, bei der Suche nach historischen Postkarten noch in Online-Portalen war ich erfolgreich. Jetzt habe ich in einem gut gepflegten privaten Album das gesuchte Foto gefunden. "Villa" (welches Gebäude der damaligen Zeit wurde nicht als Villa bezeichnet?) Janssen in der Steinmannstraße 6 wurde Ende des 19. Jahrhunderts errichtet und von meinen Urgroßeltern bis 1958 bewohnt. Auf jeden Fall war damals anders als heute noch recht viel Platz um die Gebäude. In seiner Kindheit hat mein Vater hier häufiger mit seinem Bruder, seiner Cousine und seinen Cousins gemeinsam gespielt. In den sechziger Jahren wurde das Haus abgerissen und durch ein uniformes Hochhaus ersetzt. Die Lage im Zentrum und die Nähe zum Strand ist natürlich immer noch attraktiv. 

Nach dem Umzug von Rentmeister Lorenz Nicolai Ludwig Janssen nach Westerland im Jahr 1867 gab es eine Reihe von Häusern von Mitgliedern der Janssen Familie, die unverkennbare und auf vielen Fotos verewigte Villa Baur-Breitenfald am Strandübergang der Strandstraße, das Haus von Rentmeister Janssen in der Paulstraße, das Bankhaus von Johann Janssen in der Friedrichstraße (das Gebäude steht als einziges noch heute) und sein Wohnhaus, natürlich auch Villa Janssen in der heutigen Käpt'n-Christiansen-Straße (damals Damenbadstraße).


Aus der gleichen Quelle stammen eine Reihe weiterer Fotos von Vorfahren der Familie Janssen, die in die nächste Ausgabe der Familien-Chronik einfließen werden. Es ist jetzt schon abzusehen, dass die dritte Ausgabe um ca. 30% an Umfang zunehmen wird


Jürgen Kaack 01.10.2017, 14.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Das Oldenburgische Kürassier-Regiment Friis

Der älteste bekannte Vorfahre aus der Familie Wachsmuth ist Johann Andreas Wachsmuth, der vermutlich vor 1710 geboren wird (der Geburtsort ist unbekannt) und nach 1735 in Hadersleben als Hutmacher und Reiter im Oldenburgischen Kürassier-Regiment Friis in der von Rittmeister Ludolf Erich von Lersner (08.01.1713 bis 30.01.1773) geführten Kompanie diente.

 

Das Oldenburgische Kürassier-Regiment Friis, das 1701 als Regiment Ditmersens aufgestellt und erst 1703 einsatzbereit war, wurde zunächst als Teil eines Hilfskorps eingesetzt, das dem deutschen Kaisers vom dänischen König zur Unterstützung im Spanischen Erbfolgekrieg überlassen wurde. Anschließend war es zur Bekämpfung eines Aufstandes in Ungarn im Einsatz und 1709 in Holstein einquartiert. Nach einem weiteren Einsatz in Wismar 1711 kam das Regiment nach Schleswig, wo fünf Kompanien stationiert wurden. Je eine weitere Kompanie kam nach Sonderburg, Eckernförde und Husum. 1728 wurde das Regiment verlegt, je Kompanie wurde in Vejle stationiert, drei Kompanien nin Fredericia und vier Kompanien in Kolding. Hadersleben wird dabei nicht explizit erwähnt, aber da Kolding nicht weit entfernt ist, könnte eine der vier Koldinger Kompanien auch in Hadersleben stationiert gewesen sein, das ziemlich genau in der Mitte zwischen Kolding und Sonderborg liegt. Jede Kompanie hatte eine Mannschaftstärke von 61 Mann und 61 Pferden. Mit acht Kompanien im Oldenburgischen Kürassier-Regiment ergibt sich somit eine Gesamt-Mannschaftsstärke von 488 Reitern und Pferden. 1748 wird das Regiment wieder nach Husum und Rendsburg verlegt und nach einem 1763 an der Grenze zwischen Holstein und Mecklenburg durchgeführten Einsatz 1767 aufgelöst.

 

Ludolf Erich von Lersner stammt aus einem Frankfurter Patrizier-Geschlecht und entschied sich für eine militärische Karriere. Am 31.12.1734 wurde von Lersner zum Reserve-Leutnant im Reiterregiment Friis ernannt, am 30.09.1735 zum wirklichen Leutnant und schließlich am 06.09.1737 zum Rittmeister befördert. In dieser Funktion kommandiert er vermutlich eine der acht Kompanien des Regiments. Am 25.044.1746 erhielt er das Majors-Patent, am 16.04.1755 wurde er zum Oberstleutnant der Kavallerie befördert und am 24.09.1755 zum Oberst und Kommandeur des Reiterregiments. Nach dessen Auflösung wurde von Lersner Chef des Jütländischen Kürassier-Regiments. Am 22.07.1769 erhielt er seine letzte Beförderung zum Generalmajor und nahm am 30.09.1771  seinen Abschied. Am 30.01.1773 starb er unverheiratet in Slagelse.

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Jürgen Kaack 20.08.2017, 12.45 | (3/0) Kommentare (RSS) | TB | PL

Offene Enden und weitere Suche

Die in den vorangegangen Beiträgen stammen überwiegend aus meiner Chronik "Heimat Sylt". Die Zusammenhänge zwischen den Familienzweigen, die regionalen Verlagerungen und Veränderungen in der Berufstätigkeit sind dort ebenfalls erläutert. Je weiter die Betrachtung in die Vergangenheit reicht, desto unsicherer sind mitunter die Quellen und eine eindeutige Zuordnung.

 

Bei der Familienforschung kommt erschwerend hinzu, dass die notwendigen Originaldokumente und Kirchenbuch-Einträge manchmal nicht  verfügbar sind, ganze Jahrgänge können durch Feuer oder Kriege vernichtet sein. Dann stößt man auf Sackgassen, die keine weitere Vertiefung ermöglichen. Zum Glück handelt es sich um Einzelfälle. Drei dieser „offenen Enden“ seien beispielhaft dargestellt: 

  • Mein ältester bekannter Vorfahre aus dem Wachsmuth-Zweig ist Johann Andreas Wachsmuth, der um 1835 in Hadersleben als Reiter und Hutmacher im Oldenburgischen Kürassier-Regiment unter dem Kommando von Rittmeister Lersner auftaucht. Ab 1737 werden seine vier Kinder in Hadersleben geboren, deren Entwicklung bis heute so gut wie lückenlos verfolgt werden kann. Johann Wachsmuth war mit Anna Maria Luca Buchwald verheiratet, die am 24.10.1710 in Nimptsch in Schlesien als Tochter des Großknechts Christoph Buchwald zur Welt kommt. Über die Herkunft von Johann Wachsmuth und auch über sein genaues Geburtsdatum konnte nichts in Erfahrung gebracht werden. Ein Eheeintrag könnte hilfreich sein, aber weder in Hadersleben noch in Nimptsch ist ein solcher Eintrag zu finden. Der Name Wachsmuth spricht nicht für eine Herkunft aus Jütland, aber eine konkrete Zuordnung ist mir bislang nicht möglich. Nur ein Zufallsfund könnte weiterhelfen.
  • Ein anderer „Problemfall“ ist der früheste   bekannte Vorfahre aus der Familie Johannsen. Hans Jensen Zimmermann heiratet am 13.10.1758 in Wyk auf Föhr Krincke Ingwers und betätigt sich als „Gastgeber“ (vermutlich ein Gastwirt mit Pensionsbetrieb). Der Eheeintrag weist aus, das Hans am 19.08.1732 geboren wurde und aus Süderlügum stammt. Nur findet sich in den Kirchenbüchern von Süderlügum kein Eintrag, so dass er wahrscheinlich in Süderlügum gelebt hat, aber aus einer anderen Gemeinde zugezogen ist. Für eine weitere Suche ist sein Name damals zu verbreitet, weshalb man ihm die Namensergänzung Zimmermann angefügt hat. In der damals noch üblichen patronymischen Namensgebung wird sein Vater mit Vornamen Jens geheißen haben. Die Suche nach einem Jens, der Zimmermann war, erscheint aussichtslos, zumal die Menschen auch schon im 18. Jahrhundert teilweise über weite Distanzen umgezogen sind.
  • Kapitän Johan Frederik Söeberg kommt um 1840 nach Tinnum auf Sylt, vielleicht aufgrund eines Kontaktes zu einem Tinnumer Kapitän. 1845 heiratet er die Tinnumerin Inken Sermine Söeberg und heiratet sie am 01.06.1845. Bei der Geburt des zweiten Kindes stirbt die Mutter im Kindbettfieber und Johan Frederik heiratet in Nordborg erneut. Er nimmt seine Tochter zu sich und zieht mit der Familie nach Aalborg, wo er bis zu seinem Tod am 11.04.1886 lebt. Er hinterlässt insgesamt acht Kinder. Die Suche nach seiner Herkunft hat erhebliche Probleme bereitet. Schließlich bin ich im Kirchspiel Marieberg von Göteborg fündig geworden. Im Taufregister findet sich für den 12.04.1816 ein Eintrag, in dem auch seine Eltern benannt sind. Somit ist auch die Frage nach dem Geburtsjahr gelöst, das vorher in keinem anderen Dokument eingetragen war. Für die Eltern konnten weder eine Traueintragung noch Geburtseinträge gefunden werden. Bei dem Vater Johan Söeberg ist als Beruf "Seemann" eingetragen. Vielleicht lebte die Familie gar nicht in Göteborg, sondern war dort nur zur Niederkunft? Eine weitere Suche erscheint auch hier so gut wie aussichtslos.

Die Beispiele zeigen, dass es Fälle gibt, in denen eine systematische Suche kaum erfolgversprechend ist. Hier bleibt nur, auf Zufälle zu hoffen, die wieder neue Informationen oder Verweise bringen. In einem anderen Familienzweig verfolge ich ein paar neue Ansätze, aber im Wesentlichen bin ich mit der Familienforschung an die Grenzen der möglichen Suche gestoßen. Noch schwieriger als die Beschaffung der Lebensdaten gestaltet sich die Suche nach Beschreibungen von Lebensumstünden, Nennungen in Chroniken, von denen ich einige gefunden habe. Aber auch hier sind Grenzen erreicht.

 

Für ergänzende Informationen oder Ideen für neue noch nicht erschlossene Quellen bin ich daher immer offen und für Hinweise dankbar. Sollten sich neue Informationen ergeben, dann gibt es unter Umständen auch noch mal eine überarbeitete und ergänzte Auflage der Chronik.


Jürgen Kaack 30.07.2017, 09.41 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sturmflut von 1825 auf den Halligen

Vor der Burchardi-Flut 1634 bildeten die Halligen Oland und Langeneß mit weiteren Landmassen die Hallig-Alt-Langeneß. Auf allen Halligen zusammen lebten bei der Volkszählung von 1769 2.000 Menschen in 350 Häusern. Auf der Nordmarsch lebten 1749 400 Personen auf 10 Warften. Von den Einwohnern arbeiteten 86 als Seefahrer, entsprechend einer Quote von knapp 22%. Langeneß war zu dieser Zeit mit 13 Warften und 70 Häuser ähnlich groß. 1769 waren die männlichen Erwachsenen fast ausschließlich in der Seefahrt tätig, teils mit eigenen Schiffen, in der Mehrzahl aber angeheuert von hamburgischen oder holländischen Reedern. Vor der Sturmflut von 1825 lebten 187 Einwohner in 70 Häusern, 1850 standen noch 50, 1905 nur noch 30 Häuser. Heute misst die Hallig 10 Kilometer in der Länge und 1,4 in der Breite, etwa 100 Personen lebten 1987 in 58 Haushalten. Landwirtschaft, Küstenschutz und Tourismus sind heute die Haupterwerbsquelle auf den Halligen.

Hallig Gröde ist heute mit 11 Einwohnern eine der kleinsten Gemeinden in Deutschland, mit 2,5 Quadratkilometern aber schon deutlich größer als Habel! Gröde gehört wie auch die Nachbarhalligen Appelland und Habel zu den friesischen Uthlanden. Die Halligen wurden durch Sturmfluten vom Festland abgetrennt und hatten in der Folge durch weitere Fluten und Meeresströmungen Landverluste zu beklagen. In der Burchardiflut im Jahr 1634 ertrank auf den drei Halligen ein Mensch. Die 1779 erbaut Kirche Sankt Margarethen ist vermutlich die siebte Kirche an dieser Stelle und enthält einen Altar von 1592. Bei der Februarflut von 1825 wurden auf den drei eigenständigen Halligen Gröde, Appelland und Habel  acht der 23 Häuser zerstört, zudem eine von drei Warften. Im Jahr 1825 gab es noch 90 Einwohner auf Hallig Gröde, bis 1874 halbierte sich diese Zahl. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wuchs Gröde mit der nördlich gelegenen Hallig Appelland zusammen, nachdem man zum Küstenschutz den zwischen den beiden Halligen verlaufenden Priel mit einem Damm unterbrochen hatte.

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Jürgen Kaack 26.07.2017, 18.21 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Lorenz Nicolay Janssen - Rentmeister auf Sylt

Nach dem Deutsch-Dänischen Krieg 1864 fielen mit dem Prager Frieden von 1866 Schleswig, Holstein und Lauenburg an Preußen. Im Friedensvertrag wurde eine Volksabstimmung über die zukünftige nationale Zugehörigkeit des Gebietes im nördlichen Schleswig vereinbart. Spätestens nach dem Prager Frieden hat sich die Berufslaufbahn von Lorenz Nicolay verändert, da er bislang für die dänische Regierung tätig war. Vermutlich ist er bereits 1867 in die Dienste des preußischen Staates gewechselt und mit seiner Familie nach Westerland umgezogen. Das erste „Provinzial-Handbuch für Schleswig-Holstein“ von 1868 weist Lorenz Nicolay Ludwig bis zu seiner Pensionierung aus als Beamten für die vereinigte preußische Provinz Schleswig-Holstein mit der Funktion eines Zolleinnehmers („Zollcontrolleurs“) und eines „Rentmeisters“ für das seit 1816 bestehende Nebenzollamt Sylt und gleichzeitig als Steuerempfänger bei der Steuerkasse Sylt in Tinnum. Mit Lorenz Nicolay kamen seine Frau Catharina Maria und seine fünf Kinder nach Sylt. Zur gleichen Zeit sind auch seine Eltern Elisabeth Charlotte und Johann Janssen nach Keitum umgezogen, um ihren Lebensabend in der Nähe ihrer Kinder und Enkel zu verbringen. Somit lebten 1867 neun Mitglieder der Familie Janssen auf Sylt.

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Jürgen Kaack 26.07.2017, 17.30 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Haus Schöneck in Westerland im Wandel der Zeit

Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden zahlreiche Gebäude in Westerland errichtet, um dem wachsenden Bedarf durch Touristen gerecht zu werden. In der Süderstraße 2 wurde vermutlich von Familie Lambeck ein Eckhaus mit einem markanten Türmchen gebaut und als Pension "ersten Ranges" angepriesen. Anfang des neuen Jahrhunderts hat wohl die Tochter der Lambecks einen Herrn Krone geheiratet und das Haus weiterhin als Pension unter dem Namen  "Haus Lambeck" betrieben. Zugänglich war die "älteste und vornehmste" Pension allerdings nur für für "Herrschaften christlichen Glaubens". Die Zimmer kosteten 1910 zwischen 15 und 45 Mark pro Woche!


Um 1920 wurde das Haus an die "Deutsche Gesellschaft für Kaufmanns-Erholungsheime e.V." verkauft und unter dem neuen Namen Haus Schöneck Teils  des "Nordfriesischen Heims", zu dem auch das Parkhaus sowie die Häuser Martha, Germania und Wilhelminenburg gehörten. Insgesamt konnten im Nordfriesischen Heim 210 Personen beherbergt werden. Um 1935 wurden die Häuser verkauft. Haus Schöneck behielt seinen Namen, wurde allerdings in Mietwohnungen aufgeteilt. Familie Carstensen ist 1938 in eine der Erdgeschoss-Wohnungen eingezogen und hat dort bis 1957 gewohnt.


Die nachfolgende Anzeige stammt aus dem Syltführer um 1905, das untere Foto ist schon nach Umbenennung in Haus Schöneck aufgenommen worden.








Jürgen Kaack 24.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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