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Tag: Dänemark

Erwerbstätigkeit nach Chronik-Datenbank 1500 bis 1900

Die Erwerbstätigkeit von Vorfahren und Verwandten ist oft, aber eben auch nicht immer, in den Kirchenbücher verzeichnet und gibt ein gutes Bild über die Tätigkeit der Menschen in der Region. Die Verteilung der in der Datenbanlk zur Chronik erfassten ca. 4.800 unmittelbaren Vorfahren und Verwandten ist typisch für die Region Schleswig-Holstein, die nordfriesischen Inseln und Jütland. Es finden sich unter den Holsaten (norelbischen Sachsen), die im südlichen Teil von Schleswig-Holstein und nördlich der Elbe siedelten: 
  • 35 Hufner mit eigenem Land
  • 17 nicht näher spezifizierte Landwirte (vermutlich oft im Nebenerwerb) 
  • 10 Hausmänner (mit eigenem Land)
  • 8   Käthner mit gepachtetem Land


Unter den überwiegend friesischen Gruppen, die sich auf Sylt, der Insel Föhr und den Halligen Langeneß, Nordmarsch und Gröde konzentrierten, finden sich (neben dem auch hier üblichen Nebenerwerb in der Landwirtschaft):

  • 10 Walfang-Commandeure (Grönlandfahrer)
  • 29 Kapitäne
  • 22 Schiffer (oft Fischerboote, aber auch andere Küstenboote wie Schmackschiffe
  • 80 Steuermänner und Seefahrer 


Die anderen (ausgewiesenen) Berufe sind wenig zahlreich und verteilt: 

  • 12 Kaufleute
  • 9 Fuhrmänner
  • 8 Zimmerleute
  • 6 Schmiede
  • 6 Müller
  • 5 Hebammen
  • 5 Bauern- oder Landvögte
  • 4 Schneider
  • 3 Weberinnen
  • 3 Dorflehrer
  • 2 Tierärzte
  • 2 Zahnärzte
  • 2 Küster
  • 2 Kürassiere aus dem 17. Jahrhunder
  • 1 Bankier
  • 1 Unternehmer
  • je 1 Bäcker, Bankier, Buchbinder, Chirurg (im 17. Jahrhundert), Deichgraf, Gerichtsbeisitzer, Hutmacher, Kirchendiener, Leuchtturmwärter, Papparbeiter, Pastor, Schneider, Schlosser, Totengräber, Unternehmer und Zollcontrolleur.

Neben den benannten Professionen war die überwiegende Mehrzahl von über 1.000 Personen der männlichen Personen in der Landwirtschaft tätig als Inste oder Tagelöhner, oft mit nebenberuflicher handwerklicher Betätigung. Große Teile dieser Gruppe war arm und besaß gerade das Nötigste. Hungersnot und auch Pestepidemien kamen häufiger vor und auch der 30-jährige Krieg hat im südlichen Holstein gewütet. Daher ist es verständlich, dass gerade im 19. Jahrhundert vermehrt Zuwanderung auf die Inseln Sylt und Föhr als Chance gesehen wurde. In dieser Zeit sind aber auch mindestens fünf Familien in die USA ausgewandert.


Weitere Informationen zu den historischen Verhältnissen in den Regionen mit Bezug auf die erweiterte Familie finden sich in der als Buch erschienen Chronik "Heimat Sylt" (auch als eBook erhältlich unter dem Titel "Chronik der Familie Kaack".

Jürgen Kaack 29.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wirtschaftliche Grundlage von Sylt im 19. Jahrhundert

1850 waren 300 der insgesamt 1.209 männlichen Bewohner von Sylt in der Seefahrt tätig und davon wiederum 136 Kapitäne und Steuerleute - dies entspricht einer Quote von fast 25%! In Westerland lebten zu dieser Zeit knapp 500 Einwohner, das größte Dorf war zu dieser Zeit Morsum mit 770 Einwohnern. Aufschlussreich ist ein Blick auf die „Produktion“ der 2.706 Einwohner in jenem Jahr vor über 160 Jahren: es wurden 2.900 Tonnen Roggen, 5.960 Tonnen Gerste, 1.660 Tonnen Hafer sowie in nennenswertem Umfang Wollprodukte hergestellt. Mit elf Austernfahrzeugen wurden von den damals 20 Austernbänken 1.700 Tonnen Austern geerntet. Dies entspricht 1,5 Millionen Stück, die auf das Festland und bis nach Russland transportiert wurden.

 

In den Dünen wurden 40.000 Möweneier gesammelt und in der Vogelkoje 22.916 Krickenten gefangen. Die Hauptausfuhrprodukte von der Insel waren über viele Jahre Austern, Gerste und Wollwaren. Neben den Einwohnern lebten 226 Pferde, 1.393 Kühe und 6.563 Schafe auf der Insel. Offensichtlich funktionierte die Steuerbürokratie der Dänen damals auch schon sehr effizient, wenn so genaue Zahlen zu Möweneiern und Schafen ermittelt wurden! Die Produktion auf Föhr war bis auf Austern und Möweneier ähnlich wie auf Sylt, die Einwohnerzahl lag 1850 mit 5.400 doppelt so hoch wie auf Sylt. Auf den Halligen waren Schifffahrt, Krabbenfang sowie die Produktion von Butter, Käse, Fleisch und Wollwaren die Haupteinnahmequellen. Auf Langeneß gab es 1850 gerade mal 57 Häuser.Unter den Uthland-Friesen finden sich in nicht geringer Zahl Seeleute, Schiffer und Kapitäne. Eine hohe Zahl der Seefahrer starb vergleichsweise jung bei einem Schiffsunglück, bis hin zu den fernen Gestaden. Insbesondere die Seefahrer von Sylt und den Halligen waren als Navigatoren und Schiffsführer anerkannt. Im 17. Jahrhundert haben viele Sylter für den Walfischfang bei Spitzbergen und Grönland bei holländische und Hamburger Reeder angeheuert und manche waren danach in der Handelsschifffahrt tätig. So anerkannt die Sylter als Schiffsführer und Fischer waren, so wenig angesehen waren sie in Landwirtschaft und Viehzucht. Die Festlandsfriesen waren dagegen schon früh erfolgreich mit Landwirtschaft und Viehzucht.

Jürgen Kaack 28.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Kleine Geschichte der Friesen

Die Vorgeschichte der Friesen liegt weitgehend im Dunkeln, vermutlich haben sich die Stämme der Nord- und Ostfriesen aus den Westfriesen entwickelt. Nach Entstehen des Ärmelkanals zwischen Britannien und dem Festland ist Friesland von heftigeren Stürmen heimgesucht worden und Sturmfluten haben die Landschaft nachhaltig verändert. Mit den durch die Naturgewalten entstandenen Überschwemmungen der alten Seemarschen und den hierdurch bedingten Abspaltungen von Landflächen zu Inseln und Halligen gingen auch politische und gesellschaftliche Verbindungen der einzelnen Stämme verloren. Auf den Uthlanden, den Inseln Nordfrieslands entwickelten sich die Inselfriesen in eine andere Richtung als die Festlandsfriesen, die zudem in einem engen Austausch mit Holsaten und Jüten stehen. Wie der Chronisten Christian Peter Hansen in seinem lesenswerten Buch „Chronik der friesischen Uthlande“ feststellt, versteht man unter den Uthlands-Friesen „ein mit besonderen Rechten und Freiheiten versehenes, im Westen des Herzogtums Schleswig liegendes Inselland“.

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Jürgen Kaack 27.07.2017, 09.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Seefahrt und Walfang der Inselfriesen im 17. und 18. Jahrhundert

Im 15. und 16. Jahrhundert waren die Inselfriesen bevorzugt Fischer und Wattschiffer mit Herings- und Schellfischfang in der Nordsee, Rochen-, Schollen- sowie Austernfang im Wattenmeer. Große Heringsschwärme zogen über lange Zeit direkt an der schleswig-holsteinischen Westküste vorbei. Als sich die Zugrichtung endet, ging mit der küstennahen Fischerei in erheblichem Maße zurück. Bei der Erkundung der Gewässer westlich von Grönland auf der Suche nach einer Passage in Richtung Indien wurden große Walfamilien bei Spitzbergen gesichtet, die dort regelmäßig im Sommer hinzogen und Nachwuchs bekamen. In den Jahren nach 1610 entwickelte sich der Walfang vor „Grönland“, gemeint ist eigentlich bei Spitzbergen und wurde für die Seefahrer von Sylt, Föhr und von den Halligen ein wichtiger Erwerbszweig. Die Gründung von Stationen und Tran-Kochereien auf Grönland nach 1630 bis 1777 intensivierte das einträgliche Geschäft.
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Jürgen Kaack 25.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Die Hochzeitstruhe von 1779

Die Familie Lorenzen ist Ende des 16. Jahrhunderts von Sonderburg mit einer höchstens 50-jährigen Zwischenstation in Odense in die Gemeinde Sommerstedt gezogen, hat dort ca. 200 Jahre lang gelebt und ist dann mit einer kurzen Zwischenstation in Tondern schließlich in Keitum gelandet. Bemerkenswert ist bei diesen Umzügen der Unterschied zwischen den eher kleinstädtisch geprägten Orten Sonderburg und Odense im Vergleich zu den kleinen ländlichen Weilern Oksenvad und Sommerstedt. Ohne Kenntnis der Berufe, die die Lorenzen ausgeübt haben, ist es kaum möglich, eine schlüssige Begründung zu finden. Vielleicht waren Folgen der dänisch-schleswigschen Auseinandersetzungen, Missernten oder Arbeitslosigkeit ein Grund für den Umzug aus dem ländlichen Umfeld von Haderslev in das Verwaltungszentrum Tondern.
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Jürgen Kaack 13.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Wege nach Sylt vor dem Hindenburgdamm

Auf die Insel Sylt kam man vor der Fertigstellung des Hindenburgdammes entweder von Hamburg aus über den Hafen in Hörnum, oder von Hoyer über den den Hafen in Munkmarsch, der in dem Holzstich von 1894 abgebildet ist. Der Stich ist in dem Wochenmagazin "Ueber Land und Meer" der "Deutsche Illustrirte Zeitung" abgedruckt worden. Vom Landungssteg aus konnten die Reisenden direkt in die Schmalspurbahn umsteigen und zum Bahnhof in Westerland weiterfahren.

Nach der Eröffnung des Hindenburgdammes 1927 wurde der Fährverkehr zwischen Hoyer und Munkmarsch eingestellt. Mein Vater hat seine erste Reise nach der Entbindung in der Flensburger Klinik noch auf dem Weg über Munkmarsch gemacht. Mein Großvater war in den letzten Jahren des Fährbetriebs Hafenkapitän in Hoyer.



Einer der Schiffe auf der Fährlinie von Hoher nach Munkmarsch war der Schaufelraddampfer "Nordsee", hier auf einem Holzstich von 1895, ebenfalls aus dem Wochenmagazin "Über Land und Meer".



Jürgen Kaack 12.07.2017, 15.49 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Landvögte aus der Familie Taken von 1581 bis 1713

Der Landvogt als vom Landesherrn zur Verwaltung eines Gebietes eingesetzte Amtsperson hatte eine herausgehobene Stellung und hat das Leben der Bevölkerung erheblich beeinflussen können. Dies zeigte sich später als die dänische Regierung eigene Vögte zur Durchsetzung der dänischen Interessen eingesetzt hatten. Der Landvogt war der Vertreter des Landesherren und damit verantwortlich für alle Verwaltungsaufgaben einschließlich der Mitwirkung bei der Rechtsprechung und natürlich dem Eintreiben der Steuern. Nur bei geringfügigen Vergehen war der Landvogt war der Landvogt Polizist und Richter in einer Person. Unter dem Landvogt wirkten Bauernvögte in den einzelnen Dörfern. Eine wichtige Aufgabe war die notarielle Beglaubigung von Verträgen und Immobilienverkäufen. Bei seiner Arbeit stimmte sich der Landvogt mit dem Amtmann in Tondern ab, er unterstand ihm allerdings nicht. Auf Sylt wurde als frühester Landvogt 1547 Andres Früdden aus Morsum genannt.

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Jürgen Kaack 11.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Hans Nisse Schmidt - im 17. Jahrhundert Mitglied im Sylter Rat

Eine besondere Bedeutung bei der Organisation des gesellschaftlichen Zusammenlebens hatte auf Sylt der Rat, der aus 12 gewählten Mitgliedern bestand und bis zum 19. Jahrhundert insbesondere die Aufgaben der Rechtsprechung übernahm. Der Landvogt hatte in diesem Punkt nur bei kleineren Vergehen das Recht, alleine zu entscheiden. Dreimal im Jahr wurde die Bevölkerung zur Thing-Versammlung eingeladen. Die Versammlungen im Frühjahr und Herbst dienten als Gerichtstage und der Sommer-Thing zur Festlegung von Terminen für die Ernte. Da jede Klage behandelt wurde, konnten Gerichts-„Tage“ auch mal eine Woche lang dauern. Urteile wurden von den Ratsmitgliedern auf der Grundlage des Nordstrander Landrechts gefällt und konnten für einen Verurteilten auch in der Todesstrafe bestehen. Allerdings gab es wohl nur zwei Fälle, in denen ein Todesurteil verhängt wurde, 1611 wegen Hexerei und 1760 wegen Mordes.

 

Die Ratsmitglieder wurden von den einzelnen Orten der Insel gewählt, dabei durfte im 17. Jahrhundert z.B. Morsum als größte Gemeinde vier Mitglieder stellen, Tinnum, Archsum und Keitum je zwei und Westerland sowie die Norddörfer je einen. In den frühen Jahren erfolgte die Wahl für ein Jahr, ab dem 18. Jahrhundert verlängerte sich die Bestellung und konnte bis auf Lebenszeit gehen. Im Falle der Familie Frödden fungierten gar mehrere Generationen nacheinander als Mitglieder des Rates. Die Ratsversammlungen wurden bis 1713 im Haus des Landvogtes Taken abgehalten. In dieser Zeit diente der für die übergeordnete Verwaltung der Region verantwortliche Amtmann aus Tondern als Protokollführer der Versammlungen.

 

1683 wurde zusammen mit Hauleke Petersen für Tinnum Hans Nisse Schmidt gewählt. Er war ein Sohn von Niß Schmitt und wurde im Februar 1648 in Tinnum geboren, wo er am 08.01.1725 mit knapp 77 Jahren verstarb. Hans Nisse Schmidt war mit Ellin Tham Petersen verheiratet (1657 bis 05.06.1730), einer Tochter von Tam Peters und hatte zwei Töchter: Kressen Hansen (15.10.1684 bis 1745) und Inge Hans Schmidt, geboren am 24.06.1686 in Tinnum und dort verstorben am 14.10.1746. Inge Hans heiratete Teide Andresen aus Tinnum (24.06.1686 bis 14.10.1746). Die Familie hatte drei Töchter und zwei Söhne im Zeitraum von 1712 bis 1728. Die älteste Tochter Maren Teides (05.10.1712 bis 26.08.1789) heiratete Erck Bleicken.

Hans Nisse Schmidt ist ein direkter Vorfahre in 11. Generation.


Jürgen Kaack 10.07.2017, 09.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Auswanderer von Sylt nach Amerika

Sylt war im 19. Jahrhundert ein klassisches Zuwanderungsgebiet. Nachdem Westerland 1855 zum Nordseebad erhoben wurde und die ersten Touristen auf die Insel kamen, brauchte man Hotels, neue Gebäude, Strandeinrichtungen und man brauchte Arbeitskräfte. Auf dem damals armen Festland auf der deutschen und der heute dänischen Seite gab es diese Arbeitskräfte. Außer landwirtschaftlichen und handwerklichen Betätigungen boten sich damals kaum Möglichkeiten. Insbesondere Zimmerleute und andere Handwerker fanden auf der Insel Arbeit. Auf diesem Wege kamen meine Vorfahren aus den Zweigen der Wachsmuth und Carstensen im Zeitraum von 1835 bis 1885 auf die Insel. Auch die Familienzweige Janssen und Kaack sind nach Westerland umgezogen, allerdings unter anderen Bedingungen.


Ab Mitte des 19. Jahrhunderts gab es allerdings auch Auswanderer, die die Insel in Richtung USA verlassen haben. Im Vergleich zu manchen anderen Familien war die Zahl der Auswanderer überschaubar. Aus den Familienzweigen Janssen, Lorenzens, Johannsen und Kaack ist kein Auswanderer bekannt, was aber nicht bedeutet, dass es aus den zahlreichen Nebenlinien nicht doch welche gibt. Die von mir identifizierten Auswanderer stammen sämtlich aus den Familienzweigen Carstensen und Wachsmuth, insgesamt habe ich 8 Auswanderer (Einzelpersonen oder Familien) identifizieren können.

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Jürgen Kaack 09.07.2017, 10.00 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Sylter Seefahrer erleiden Schiffsunglücke und Piratenüberfälle

Die Seefahrt war früher einer der Haupterwerbstätigkeiten der Männer auf den nordfriesischen Inseln und Halligen. In der Familie Bleicken hatte die Seefahrt eine über die Generationen hinweg reichende Tradition. Zum Tod von Erk  Bleicken (geboren am 20.09.1709 in Keitum und gestorben 1744 mit knapp 35 Jahren) berichtet der folgende Auszug nach der „Chronik der friesischen Uthlande“ von C.P. Hansen von 1877:


Erk Bleicken aus Keitum kam vermutlich bei dem Schiffsunglück am 15.03.1744 ums Leben. Am Vortag wäre er demnach zusammen mit 90 anderen überwiegend Sylter Seeleuten auf dem Boot von Schiffer Theide Bohn von Morsum aus in Richtung Amsterdam aufgebrochen, um in Amsterdam Heuer auf einem Walfangschiff zu suchen. In der Nacht entwickelte sich ein heftiger Südweststurm mit Schneeböen und trieb das Schiff zurück. Allerdings konnte der Schiffer wegen der eingeschränkten Manövrier-Fähigkeit des flachen Schmackschiffes die Hörnumtiefe nicht mehr ansteuern und fuhr daher in Richtung Norden entlang der Sylter Westküste, um über die Listertiefe die schützende Ostseite zu erreichen. Fatalerweise ließ Theide Bohn gegen Mittag das Topsegel setzen, um schneller aus dem Sturm zu kommen. Als eine schwere Böe das Schiff traf, beugte sich der Mast weit zur Seite über und ein schweres Ankertau, das in der Mitte des Schiffes befestigt war, löste sich und rutschte über die Bordwand. Winddruck und die Zugkraft des Ankertaus brachte die Schmack zum Kentern. Acht Seeleute konnten sich auf den flachen Schiffsboden retten und später mit einem Beiboot an Land gelangen, alle anderen einschließlich des Schiffers ertranken. 84 Familien verloren ihren Mann oder Sohn und oft ihren Ernährer. Am 10. September des selben Jahres 1744 ereignete sich ein ähnliches Unglück bei der Kniep-Sandbank westlich von Amrum bei der Rückkehr von 100 Walfängern, die mit der Schmack des Föhrer Schiffers Pai Mellefs aus dem Ausschiffungshafen nach Hause unterwegs waren. Bei diesem Schiffsunglück starben 64 Seeleute von Föhr, 11 von Langeneß, 7 von der Nordmarsch und 3 Sylter.

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Jürgen Kaack 07.07.2017, 11.44 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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