STZ - Consulting Group

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Anschlussnetz

Frequenzauktion erbringt 1,33 Mrd. € für den Ausbau schneller Breitbandnetze

Die große Auktion der frei gewordenen Frequenzen in den verschiedenen Frequenzbändern zwischen 700 und 1.850 MHZ wurde mit Spannung erwartet und das Interesse an dem verfügbaren Spektrum war bei den drei Mobilfunkbetreibern offensichtlich sehr hoch! Mit einem Ergebnis in Höhe von € 1,33 bei der Frequenzauktion für die 700 MHz Bänder aus der digitalen Dividende II steht ein höherer Beitrag für den Breitbandausbau zur Verfügung, als ursprünglich erwartet.


Die Hälfte des Auktionsergebnisses geht an die Länder und nach dem Königsteiner Schlüssel 21% für NRW. Somit kann NRW knapp 140 Mio. € in den Breitbandausbau investieren. Interessant bleibt allerdings, wie das zugehörige Förderprogramm aussehen wird, welche Bedingungen an eine Förderung geknüpft werden und wann auf dieses Programm zugegriffen werden kann? Die zur Verfügung stehende Summe könnte ja vielleicht auch anteilig in die Personalkosten für die regionalen Breitband-Koordinatoren gesteckt werden! Sofern ein Kreis oder eine Kommune ein Konzept für die Errichtung eines Glasfaser-Anschlussnetzes erstellt hat und ein Infrastrukturbetreiber für das passive Netz gefunden wurde, könnte die anteilige Förderung der Erstellung eines technischen Netzplanes die Eintrittsbarrieren für Gebietskörperschaften senken.


Die offiziellen Ergebnisse der Auktion finden sich auf der Seite der Bundesnetzagentur.


Jürgen Kaack 19.06.2015, 13.54 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Online-Offensive in der großen Koalition?

Das hört sich gut an. Vielleicht endet mit der großen Koalition der Dornröschenschlaf der letzten Regierung im Hinblick auf die Netzpolitik. Weniger als in der letzten Regierung kann allerdings auch kaum für den Infrastruktur-Ausbau getan werden.

Investitionen in ein schnelles Breitbandnetz und eine verbindliche Festlegung der Netzneutralität wären sehr gute Ziele für eine neue Regierung und ein echter Fortschritt! Damit können Kommunen NGA-Ziele zukünftig hoffentlich effizienter umsetzen.

Der Einsatz von Fördermitteln birgt zwar immer Risiken im Hinblick auf steigende Kosten, aber bei richtigem Einsatz können sie einiges bewegen. Z.B. wäre die Übernahme von anteiligen Personalkosten für einen Breitbandkoordinator im Kreis und eine Unterstützung der Kosten für die Erstellung eines Masterplans ein sehr sinnvoller Ansatz.

Bei Spiegel-Online finden sich ergänzende Informationen.

Jürgen Kaack 03.11.2013, 18.26 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Stühlerücken bei NetCologne - Indikator für veränderte Marktbedingungen?

Der schnelle Wechsel an der Spitze von NetCologne ist vermutlich mehr ein Zeichen für die Unsicherheit bei den Gesellschaftern über die zukünftige Entwicklung im TK-Markt als Ausdruck von Fehlentscheidungen. NetCologne ist immerhin einer der wichtigen Protagonisten im Bereich der Glasfasernetze und einer der Pioniere unter den Stadtnetzen.

Seit der Unternehmensgründung von NetCologne hat sich der TK-Markt mehrfach deutlich verändert durch neue Technologien und veränderte Geschäftsmodelle. Die frühzeitige Entscheidgung von NetCologne (und M''net, Wilhelm.tel und anderen Netzbetreibern) für den Ausbau von Glasfaser-Anschlussnetzen war richtungsweisend und strategisch sinnvoll. Deutschland liegt im internationalen Vergleich bei Glasfaseranschlüssen weit hinten und braucht Unternehmen wie NetCologne, die diesen Weg beschreiten. Die Konsequenz ist, dass die alternativen Anbietern bei Glasfaser-Hausanschlüssen heute eine gewichtigere Rolle im Markt spielen als die Deutsche Telekom.

Allerdings kann das Geschäft mit Glasfaser-Anschlussnetzen nur langfristig betrieben werden und braucht Investitionssicherheit. Mit der verspäteten Aktivität der Kabelnetzbetreiber und ihrem attraktiven Angebot mit Anschlüssen bis 150 Mbit/s ist vor geraumer Zeit eine ernstzunehmende Alternative zu anderen NGA-Angeboten im Markt. Durch den geplanten Vectoring-Ausbau durch die Deutsche Telekom mit Downstream-Raten von 100 Mbit/s auf der Basis der seit Jahrzehnten im Boden liegenden Kupfer-Doppelader wird dieser Wettbewerb noch mal verschärft und dies wird Auswirkungen auf die Margen der Anbieter haben. Die sich verändernden Wettbewerbsbedingungen sprechen für eine neue Marktphase in der Telekommunikationsmarkt: die Zeit der Hochgeschwindigkeits-Anschlüsse.

Gleichzeitig kann das Bewusstsein beim Verbraucher und die Akzeptanz für Angebote mit höheren Bandbreiten weiterentwickelt werden und damit den gesamten Breitband-Markt voranbringen. Dabei wird sich auch die Erkenntnis durchsetzen, dass hochwertige Telekommunikationsangebote mit Bandbreiten von 100 Mbit/s nicht für 19,90 Euro pro Monat zu haben sind. Die Preise für Telekommunikationsdienste liegen in Deutschland schon heute unter dem europäischen Durchschnitt und weitere Preisnachlässe wären kontraproduktiven für den notwendigen Netzausbau.

Einen Beitrag zu den Änderungen in der Geschäftsführung von NetCologne finden sich z.B. hier.

 

Jürgen Kaack 15.09.2013, 12.57 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Stellungnahmen zur Breitband-Anhörung

Am 11.09.2013 findet im Düsseldorfer Landtag eine Anhörung zum Thema "Fahrplan Breitband für NRW" statt. Die Stellungnahmen der eingeladenen Experten sind auf den Seiten des Landtags zum Download verfügbar. Die Anzahl der Stellungnahmen spricht für ein deutliches Interesse an einem wichtigen Zukunftsthema.

Ich habe für STZ eine recht ausführliche Stellungnahme mit unterschiedlichen Ansätzen für den weiteren Ausbau erstellt und freue mich auf die weitere Diskussion. Meine Stellungnahme ist hier als pdf-Dokument verfügbar.

Jürgen Kaack 06.09.2013, 09.16 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Regionale Konzessionen für den Infrastrukturausbau?

Damit privatwirtschaftliche Investoren verstärkt in den Ausbau von passiven Anschlussnetzen investieren, ist Planungssicherheit erforderlich. Die Errichtung von mehreren parallel gebauten Infrastrukturen auf der Basis von Microduct-Leerrohren ist nicht mal in Ballungsgebieten dauerhaft wirtschaftlich. Es bedarf daher einer verbindlichen Vergabe von Regionen an Infrastrukturbetreiber. Dies könnte analog der Konzessionsvergabe für Versorgungsleistungen erfolgen und in Form einer vertraglichen Vereinbarung nach einer öffentlichen Ausschreibung geschlossen werden.

Als Konzessionsgeber könnte z.B. der Kreis als Gebietskörperschaft auftreten oder ein Zusammenschluss von mehreren Kommunen (z.B. in Form eines Zweckverbandes). Bei der Vergabe könnten Stadtwerke oder Regionalversorger bevorzugt werden, da diese aufgrund ihrer Kernaufgaben für den Netzaufbau und die spätere Nutzung Synergien nutzen können und regional verankert sind. Die auf diesem Wege errichteten Infrastrukturen können neben dem Internetzugang zur Energieablesung ("Smart-Meter") und zur Steuerung von Verbrauchern und Erzeugern erneuerbarer Energiequellen ("Smart-Grid") genutzt werden.

Da eine Konzession für ein NGA-Anschlussnetz eine Einschränkung für das im Telekommunikationsgesetz (TKG) verankerte Wegerecht  und die Übertragung des Wegerechts
durch die Bundesnetzagentur an Netzbetreiber nach § 69, Absatz 1 darstellt, ist im Vorfeld zu prüfen, ob eine regionale Konzession für den Bau und Betrieb eines passiven NGA-Netzes im bestehenden Rechtsrahmen umsetzbar ist.

Jürgen Kaack 04.09.2013, 09.10 | (0/0) Kommentare | TB | PL

Glasfaserausbau braucht politische Unterstützung

Der Bau von Glasfaser-Anschlussnetzen für eine zukunftssichere Versorgung ist nicht nur in Ballungsgebieten erforderlich sondern auch im ländlichen Raum sinnvoll. Glasfaseranschlussnetze können wirtschaftlich betrieben werden, wenn die Verlegung unter Nutzung von Synergien erfolgt und Amortisationszeiten wie im Immobiliengeschäft angesetzt werden.

Wenn privatwirtschaftliche Infrastrukturbetreiber in einer Region nicht tätig werden, müssen Kreise und Kommunen eigene Aktivitäten entfalten. Im Hinblick auf die Höhe der erforderlichen Investitionen und die langen Vorlaufzeiten bis zur Erzielung des ersten Returns müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen stimmen und Planungssicherheit geschaffen werden. In dieser Hinsicht besteht in vielem Bundesländern Handlungsbedarf. Auch sollte ein entsprechend ausgestattetes Breitbandkompetenzzentrum Unterstützung bei der Umsetzung bieten.

Die angesprochenen Aspekte habe ich zusammen mit Herrn Schomm vom ITM in Münster in einem Artikel ausführlich beschrieben, der bei portel.de nachgelesen werden kann. Der ausführliche Artikel kann dort als pdf heruntergeladen werden.

Jürgen Kaack 03.09.2013, 20.09 | (0/0) Kommentare | TB | PL

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