Über 3.000 Zugriffe auf meinen STZ-blog pro Tag!

Mein blog beschäftigt sich in erster Linie mit Themen, aus meinem Beratungsalltag, z.B. mit Fragen zur Unternehmensgründung, der Entwicklung von Geschäftsmodellen, der Einführung von Risikomanagement unf Vertriebskonzepten, in letzer Zeit schwerpunktmäßig mit dem Vorgehen beim Breitbandausbau und Breitband-Anwendungen bis zu Smart-City Lösungen. Damit ist das Themenspektrum zwar durchaus breit, über alle möglichen Themen aber doch vergleichsweise eingeschränkt, um nicht zu sagen exotisch.

Der STZ-blog besteht seit mittlerweile acht Jahren und die Zugriffszahlen haben sich von anfänglich niedrigen Werten kontinuierlich gesteigert. Im August 2012 gab es bereits 1.579 Besuche und 7.430 Zugriffe. Im Juni 2014 waren es 5.307 Besuche und 24.549 Zugriffe, eine Steigerung um
sagenhafte 236% bei den Besuchen und um 230% bei den Zugriffen! Die bislang höchsten Tageswerte wurden am 22.07.2014 erreicht mit 264 Besuchen und 3.225 Zugriffen, an einem einzigen Tag! Am diesem Tag wurden insgesamt 2.639 Seiten aufgerufen. Diese Werte liegen doch wesentlich höher, als ich es erwartet habe.

Offensichtlich gibt es doch mehr Interessenten für meine Themen und es freut mich, wenn die Texte Antworten oder Anregungen zu konkreten Fragestellungen geben. Andere Rückmeldungen erhält man als Autor auf die Erstellung von Fachtexten ja nur selten! Kommentare und Anregungen sind allerdings trotzdem immer willkommen.


Vielen Dank für das Interesse!

Jürgen Kaack 26.07.2014, 09.30| (1/0) Kommentare (RSS) | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Beratung, Breitband, Management, Telekommunikation, Kooperationen, Geschäftsmodelle,

Neue Ansätze für nachhaltige Förderprogramme

Anstatt beim Breitbandausbau in unterversorgten Gebiten einzelne Netzbetreiber mit verlorenen Zuschüssen zur Deckung einer Wirtschaftlichkeitslücke zu unterstützen, sollte eine öffentliche Förderung auf Nachhaltigkeit beim Infrastrukturausbau ausgerichtet werden. Eine wesentliche Voraussetzung hierfür ist die langfristige Verankerung der Zuständigkeit für Breitbandinfrastrukturen bei Kreis- und Kommunalverwaltungen. Die Zuständigkeit im Sinne der Daseinsvorsorge bedingt die Einrichtung von Breitbandbeauftragten zur dauerhaften Koordination und Steuerung der regionalen Ausbauaktivitäten. Dabei muss nicht in jeder Kommune ein Breitbandbeauftragter eingesetzt werden, interkommunale oder kreisweite Lösungen sind ebenfalls geeignet. Die Einrichtung von Personalstellen für die Breitbandkoordination bedingt zusätzliche Personalkosten, deren anteilige und zeitlich befristete Kompensation mithilfe von Fördermitteln den Kommunen die Umsetzung erleichtern könnte.

Langfristige Zukunftssicherheit bei weiter stark steigenden Datenvolumina schaffen letztlich nur Glasfaser-Anschlussnetze. Aufgrund der hohen Investitionskosten wirkt die Nutzung anderer Tiefbaumaßnahmen in hohem Maße kostensenkend. Die Nutzung von Synergien mit anderen Tiefbaumaßnahmen führt allerdings zu langen Zeiträumen für die Reaslisierung. Regionale Infrastruktur-Betreiber wie z.B. Stadtwerke könnten den Aufbau neuer Anschlussnetze in Ergänzung zu den Kernaufgaben übernehmen und dabei die gewohnt langen Amortisationszeiten für Versorgungsleitungen auch für Breitband-Anschlussnetze nutzen. Die rechtlichen Grundlagen für den Aufbau von Glasfaser-Anschlussnetzen in „grauen“ oder „schwarzen“ NGA-Flecken (mehr als 30 Mbit/s im Downstream und mindestens zwei Anbieter mit eigener Infrastruktur) durch kommunale Institutionen müssen allerdings erst geschaffen werden, da weder die angepasste Bundesrahmenregelung Leerrohre noch die im Notifizierungsprozess befindliche NGA-Rahmenregelung diese Möglichkeit vorsehen.

Die Nutzung von Synergien mit anderen Tiefbaumaßnahmen setzt die Erstellung eines detaillierten Netzplans mit Trassenverläufen, Standorten für Glasfaser-Knoten, Schächten, Muffen und Anbindung an ein Backbone-Netz („Masterplan“) voraus. Anhand des Plans kann der Breitbandbeauftragte oder der Infrastrukturbetreiber entscheiden, ob und wie eine konkrete Tiefbaumaßnahme zur Netzerweiterung genutzt kann und welche Leerrohr-Systeme (z.B. Micro-Ducts) eingesetzt werden. Da auch die Kosten für die Erstellung eines flächendeckenden Netzplans nicht unerheblich sind, können diese für Kreise und Kommunen eine Hemmschwelle darstellen. Auch für diese Maßnahme könnte eine anteilige Kostenübernahme im Rahmen eines Förderprogramms Barrieren senken. In diesem Fall sollte aber vor Bewilligung von Fördermitteln ein schlüssiges Geschäftsmodell vorliegen und ein Betreiber der passiven Anschluss-Infrastruktur identifiziert worden sein.

Sofern bereits ein privatwirtschaftlich aufgestellter Infrastrukturbetreiber tätig geworden ist oder für die Übernahme der Aufgabe gewonnen wurde, kann die Erstellung eines Netzplans durch diesen erfolgen. Um den Einsatz öffentlicher (Förder)-Mittel niedrig zu halten, kann vor Beauftragung einer Netzplanung nach einem privatwirtschaftlichen Infrastruktur-Betreiber gesucht werden. Unter Umständen kann der Betrieb eines Glasfaser-Anschlussnetzes in einer Region mit Auflagen langfristig in Form einer Konzession ausgeschrieben und vergeben werden, so dass Umnternehmen einen Anreiz und Planungssicherheit erhalten.

Die Einsetzung von Breitbandbeauftragten und die Erstellung von Netz-Plänen für ein Anschlussnetz gehören eng zusammen und können im Verbund für die betreffende Region nachhaltige Zukunftssicherheit auf einer finanzierbaren Basis ermöglichen.

Jürgen Kaack 25.07.2014, 08.44| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe,

Glasfaser-Hausanschlüsse von Stadtwerken ohne Rechtsgrundlage?

Deutschland braucht mittelfristig flächendeckend Glasfaser-Hausanschlüsse! In diesem Punkt sind sich die meisten Experten einig. Einigkeit besteht auch darin, dass die Investitionen in neue Anschlussnetze bedingt durch die erheblichen Tiefbauarbeiten sehr hoch sind. Vor diesem Hintergrund ist es wirtschaftlich sinnvoll, dass unter Nutzung von Synergien zu allen in Wohnbereichen durchgeführten Tiefbauarbeiten Leerrohrnetze bis zum Hausanschluss mitverlegt werden. Dies fordere ich schon seit Jahren und bin in diesem Punkt auch nicht alleine.

Die neuen Anschlussnetze werden wohl nicht mehr wie die bestehenden Kupfernetze durch öffentliche Unternehmen ("graue Post") oder durch wenige große Telekommunikationsunternehmen gebaut, sondern durch viele regional agierende Infrastrukturbetreiber. Aus meiner Sicht sind Stadtwerke und regionale Versorgungsunternehmen eine wichtige, wenn nicht die tragende Säule beim Bau neuer Anschlussnetze!

Stadtwerke als kommunale Unternehmen unterliegen dem europäischen Beihilferecht und sind daher nicht frei in der Betätigung außerhalb ihres Kerngeschäftes. Für den Bau von Telekommunikationsnetzen relevant ist derzeit insbesondere die "angepasste Bundesrahmenregelung Leerrohre" und später nach der Notifizierung die "NGA-Rahmenregelung". Beide Regelungen erlauben unter bestimmten Bedingungen die Errichtung von Telekommunikationsnetzen durch Kommunen und kommunale Unternehmen. Eine Voraussetzung ist, dass es sich bei dem geplanten Versorgungsgebiet nicht um sogenannte "graue" oder "schwarze" NGA-Flecken handelt (Gebiete mit heute mehrheitlich mindestens 30 Mbit/s und einem oder mehreren Infrastrukturbetreibern).

Bei dieser Regelung fallen alle heute mit Kabelnetzen, VDSL-50 und zukünftig mit "Vectoring" (VDSL2) versorgten Gebiete heraus. Damit sind schon heute über 70% aller Anschlüsse nicht mehr zugänglich und nach Abschluss der Ausbauarbeiten mit "Vectoring" werden es wohl an 90% werden. Für die Errichtung der Glasfaser-Anschlussnetze bleiben damit für Stadtwerke und andere kommunale Institutionen knapp 10% der Haushalte in Randlagen und nicht zusammenhängenden Weilern. Für diese verbleibenden Gebiete alleine wird ein Ausbau mit Glasfaser-Hausanschlüssen auch auf sehr lange Sicht nicht wirtschaftlich sein!

Die Alternative zur Erlangung einer Genehmigung über einen Privat-Investor-Test wird für viele Stadtwerke kaum gangbar sein. Es bleibt also, entweder auf den Bau von Glasfaser-Anschlüssen in Deutschland zu verzichten, sie direkt durch den Staat mit öffentlichen Mitteln zu errichten oder Umgehungslösungen zu nutzen, z.B. indem die Stadtwerke neue Anschlussnetze als Netze zur Zählerfernablesung bzw. zur Steuerung von Smart-Grid-Netzen umdeklarieren. Im Hinblick auf die zwar regelmäßig übertragenen, aber sehr geringen Datenemengen zur Steuerung eines Smart-Grid Energienetzes reichen auch Mobilfunklösungen und die Begründung für den Ausbau neuer flächendeckender Anschlussnetze erscheint fadenscheinig.

Kann diese Situation von der Poltik gewollt sein? Aus meiner Sicht besteht dringender Handlungsbedarf sowohl bei der Bundesregierung als auch in den Ländern. Andernfalls dürften wir in 10 Jahren vor einer vergleichbaren Situation stehen wie 2007 im Hinblick auf die Grundversorgung mit 2 Mbit/s!

Jürgen Kaack 24.07.2014, 08.47| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Glasfaser, NGA, Vectoring, Kabelnetz, Beihilfe, Stadtwerke, EVU, Rahmenregelung Leerrohre,

Förderung für die Grundversorgung beenden

Im Hinblick auf den erreichten Stand des Breitband-Ausbaus verbleiben Mitte 2014 nur kleinere Siedlungen und Ortsteilen sowie Einzelgehöfte unterversorgt mit Bandbreiten von weniger als 2 Mbit/s . Vermutlich liegt die Rate der unterversorgten Anschlüsse aktuell im Bereich von 2 bis 5% und die unterversorgten Gebiete können mit den herkömmlichen Methoden oft nur zu unangemessen hohen Kosten eine bessere Versorgung erhalten. Selbst Möglichkeiten einer Versorgung mit alternativen Technologien sollten in diesen Gebieten inzwischen überprüft worden sein.

Da beim Vectoring-Ausbau nicht die Wirtschaftlichkeit einzelner Kabelverzweiger zugrunde gelegt wird, sondern diejenige eine kompletten Anschlussbereiches, können unter Umständen solche Gebiete von einem Vectoring-Ausbau profitieren, so dass sich Eigeninitiative der Kommune lohnen kann. Da ein Vectoring-Ausbau aber nicht zuwendungsfähig ist, berührt selbst eine solche Möglichkeit zur Verbeserung der Versorgung die Frage nach Förderprogrammen in keiner Weise. Kommen weder ein Vectoring-Ausbau noch ein Ausbau unter Nutzung alternativer Technologien in Betracht, verbleibt die fast überall in Deutschland verfügbare Breitband-Versorgung via Satelliten mit meist bis zu 20 Mbit/s (ohne Kanalbündelung), so dass sich die Frage stellt, ob eine Förderung zur Sicherstellung der Grundversorgung überhaupt noch sinnvoll ist. Rational betrachtet sollte diese Art der Förderung eingestellt werden.

Jürgen Kaack 23.07.2014, 09.26| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe, NGA,

Förderprogramme verhindern Vectoring-Aufrüstung

Da Vectoring aufgrund des nur bedingt gegebenen offenen Netzzugangs („Open-Access“) bislang und mit Recht nicht zuwendungsfähig ist, dürfen mit Fördermitteln ausgebaute Gebiete während der 7-jährigen Bindefrist nicht von VDSL auf Vectoring aufgerüstet werden. Ob der verbleibende, nicht mit Fördermitteln ausgebaute Teil eines Anschlussbereichs dann von dem Netzbetreiber auf Vectoring hochgerüstet wird oder überhaupt aufgerüstet werden kann, ist noch offen. Die Erfahrungen aus ersten Vorhaben sprechen eher dafür, dass die betroffenen Anschlussgebiete bis zum Ablauf der Zweckmittelbindung warten müssen.

So könnte es sein, dass mit Fördermitteln ausgebaute Gebiete bei der Nutzung des technischen Fortschritts während der Zweckmittelbindefrist von 7 oder 14 Jahren zunächst draußen vor bleiben. In diesem Sinne bremsen bewilligte Fördermittel die nachhaltige Weiterentwicklung bereits ausgebauter Gebiete und die Verbesserung von Nachbargebieten im gleichen Vorwahlbereich. Volkswirtschaftlich kann dies nicht sinnvoll sein, rechtlich aber eine Konsequenz des Einsatzes von Fördermitteln.

Jürgen Kaack 22.07.2014, 09.23| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe,

STZ-Homepage gründlich überarbeitet

Die Homepage von STZ-Consulting ist nach gründlicher Überarbeitung und Aktualisierung mit neuen Seiten, Inhalten und Funktionalitäten fertig. Ich hoffe, der Informationsgehalt und die Übersichtlichkeit sind ein bisschen nutzerfreundlicher geworden, obwohl der Umfang der Informationen noch zugenommen hat.

Ich freue mich auf Rückmeldungen, entweder hier über die Kommentarfunktion, auf der Homepage über das Kontaktformular oder auch durch Teilen über die sozialen Netzwerke mithilfe der eingebundenen Verweise.

Jürgen Kaack 21.07.2014, 10.54| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: PR, Beratung, Homepage,

Grenzwerte für die Bandbreite sind immer falsch

Ein Förderprogramm, das in einem dynamischen Markt mit jährlichen Wachstumsraten von ca. 20% beim übertragenen Datenvolumen Grenzwerte für die Unterversorgung setzt, ist schon bei der Verabschiedung eines Grenzwertes tendenziell veraltet. Die Unterversorgungsgrenze von 2 Mbit/s war vor sechs Jahren noch gerade passend, heute ist sie es sicher nicht mehr. Aber auch eine derzeit diskutierte Erhöhung von 2 auf 6 Mbit/s löst das zugrunde liegende Problem nicht.

Die Grenzwerte schaffen fast automatisch Unzufriedenheit und Ungerechtigkeit in nicht ausgebauten Nachbar-Ortsteilen. Wenn es gelingt, in einem unterversorgten Gebiet einen Ausbau mit Werte oberhalb von 50 Mbit/s umzusetzen, verbleiben recht häufig benachbarte Gebiete mit 3 Mbit/s (oder in Zukunft 7 Mbit/s), die fast genauso schlecht versorgt sind. Die Internetnutzung mit einem 3 Mbit/s-Anschluss ist ebensowenig effizient wie mit einem 2 Mbit/s-Anschluss. Nur gibt es für den Ausbau in diesen Gebieten eben keine Fördermittel aus den EU-Gemeinschaftsaufgaben. Vor Verabschiedung der noch zu notifizierenden NGA-Rahmenregelung gibt es in diesen Fällen heute nicht mal eine rechtliche Grundlage für Kommunen, unter Einsatz von Haushaltsmitteln eine Deckungslücke für einen Ausbau als Zuwendung an einen Netzbetreiber zu gewähren. Auf der Grundlage der NGA-Rahmenregelung sind Gebiete mit weniger als 30 Mbit/s „weiße“ NGA-Flecken und Kommunen dürfen unter Einsatz eigener Mittel tätig werden und Zuwendungen an Netzbetreiber als Beihilfen gewähren.

Einige Bundesländer wie Hessen und Bayern haben im Rahmen von Notifizierungsverfahren Förderprogramme für den Ausbau mit NGA-Lösungen eingeführt, sofern die derzeitige Versorgung unter der NGA-Grenze von 30 Mbit/s liegt. Andere Bundesländer, wie z.B. NRW lassen die Kommunen mit diesem Problem bislang alleine. Mit Grenzwerten für die Versorgung bleibt die Förderung eine eher punktuell als flächig wirkende Maßnahme und löst nicht die Anforderungen an einen nachhaltigen und zukunftssicheren Ausbau.

Jürgen Kaack 21.07.2014, 09.17| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe, NGA,

Was den Leser interessiert ...

Seit über 10 Jahren erstelle ich in unregelmäßigen Abständen Texte zu Studien, Fachthemen schreibe Kommentare zu aktuellen Entwicklungen. Mittlerweile sind es deutlich über 200 Artikel geworden, die die Breite der beruflichen Erfahrungen und Erkenntnisse aus Beratungsprojekten abdecken. Neben den Einträgen in diesem blog und bei verschiedenen Social-Media-Portalen sind so im Durchschnitt 1 bis 2 größere Texte im Monat entstanden.

Thematisch deckt dies ein Spektrum von allgemeinen Themen zur Unternehmensgründung und -führung bis zur Nachfolgeregelung, Strategieentwicklung, Marketing und Produkteinführung, Vertrieb und Kundenbindung. Auf der Marktseite liegt der Schwerpunkt im Telekommunikationssektor und in den letzten Jahren insbesondere bei Internetthemen mit Breitbandinfrastruktur und innovativen Anwendungen.

Welche der abgedeckten Themen und Inhalte interessieren den Leser aber tatsächlich? Neben einzelner Rückmeldung gibt es nur wenig struklturiertes Feedback. Seit fast 10 Jahren veröffentliche ich Texte u.a. auf dem Portal "MittelstandsWiki", da die Zusammenarbeit hier immer sehr konstruktiv und effizient funktioniert. Dafür möchte ich den Beteiligten auch an dieser Stelle ausdrücklich und herzlich danken!

Durch Zufall habe ich gesehen, dass
vier meiner Texte unter den Top 10 der Beiträge "gelandet" sind:

Die Überschriften stammen vom Lektorat, meine Vorschläge waren doch vergleichsweise einfallsloser! Es ist eine ermunternde Rückmeldung, wenn man als Autor auf diesem Wege erfährt, dass die "mühsam" erstellten Texte auf Interesse stoßen. Eigentlich ist es kein Wunder, dass gerade die Texte zu Marketing und Vertrieb auf den vorderen Plätzen des Leserinteresses landen. Die doch auf eine kleinere Zielgruppe ausgerichteten Texte zu Telekommunikationsfragen und insbesondere zu Breitbandthemen finden offensichtlich (noch) nicht den breiten Zuspruch. Dabei wäre es gerade bei diesen Themen von Vorteil, wenn sich breitere Teile der Bevölkerung mit den Problemstellungen auseinandersetzen und entsprechenden Druck auf die politischen Vertreter ausüben, damit über nachhaltige GbIt/s-Anschlüsse nicht nur geredet wird. Dies ist aber als ein langfristiger Prozess zu betrachten.

Eine Übersicht über meine Veröffentlichungen findet sich mit Links auf meiner Homepage auf der Seite "Veröffentlichungen". Hier sind neben den aktuellen auch eine Reihe von älteren Texten aufgeführt, sofern ich deren Inhalte noch nützlich und mit aktuellem Bezug nutzbar ansehe. In dieser Auflistung finden sich natürlich auch die vier obigen Beiträge aus der Top 10 vom MittelstandsWiki, die alle vier schon vor einigen Jahren entstanden sind.

Jürgen Kaack 20.07.2014, 12.30| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: | Tags: Veröffentlichungen, PR, Beratung, Studien, Fachartikel,

Bürokratie und Erfolgsrisiken für Breitband-Förderprojekte

Die Durchführung dvon Förderprojekten mit dem Ziel der Stellung eines Förderantrags ist aufwändig und überfordert oft die Verwaltungen, die bislang keine Zuständigkeit für Breitbandinfrastrukturen haben und daher auch kein Personal. So werden oft zusätzlich externe Berater benötigt, deren Kosten teilweise auch wieder über einen Förderantrag finanziell erstattet werden können.

Bei den EU-Förderprogrammen wird zunächst eine Befragung bei Haushalten und Unternehmen gefordert, um den vorhandenen Bedarf an schnelleren Internetzugängen zu bestätigen. Dabei ist es grundsätzlich unstrittig, dass öffentliche Mittel nur bei tatsächlich vorhandenem Bedarf eingesetzt werden. Gerade im Breitbandbereich kann der Bedarf aber verlässlich aus der vorhandenen Versorgungslage hochgerechnet werden, gegebenenfalls verfeinert mit Angaben zur jeweiligen Bevölkerungs- oder Betriebsstruktur.

Im Durchnschnitt nutzen über 75% der Bevölkerung in Deutschland das Internet, 58% der Anschlüsse verfügen hierfür über einen Breitbandanschluss mit mehr als 2 Mbit/s und geschätzte 20% der Anschlüsse (in entsprechend gut versorgten Gebieten) mit mindestens 25 Mbit/s. Es müssten schon besondere Bedingungen gegeben sein, damit die (repräsentativen) Werte für eine spezifische Kommune erheblich von den Durchschnitten abweichen. Selbst breit angelegte Befragungsaktionen, die mit guter Kommunikation vorbereitet und unterstützt werden, erreichen aber nur sehr selten repräsentative Werte, so dass die Ergebnisse kaum als Grundlage eines Geschäftsplans geeignet sind. Da die Antworten in den Fragebögen teilweise annonym und auf jeden Fall unverbindlich sind, ist der Wert der Befragungsergebnisse an sich schon mehr als fraglich. Gleichzeitig bereitet die Durchführung einer flächendeckenden Befragung zusätzlichen finanziellen wie auch personnellen Aufwand und weckt Erwartungen bei den Befragten, die nicht in jedem Fall zeitnah befriedigt werden können.

Die Unterlagen für einen Förderantrag sind insgesamt recht umfangreich und umfassen nicht selten mehrere Aktenordner. Umfang und Komplexität bedingen oft Nachfragen und eventuell Nacharbeiten, die Zusatzaufwand erzeugen. Die gründliche Prüfung durch den Fördergeber hat allerdings für die Kommunen den positiven Effekt, dass Verstöße gegen das Beihilfe- oder Vergaberecht mit größerer Sicherheit im Vorfeld erkannt und spätere negative Auswirkungen oder gar eine Rückabwicklung weitgehend vermieden werden können.

Neben dem Aufwand mit der Durchführung von Förderprojekten bleibt für die Kommunen das zwar vergleichsweise geringe Risiko einer Bewilligung, aber die reale Unsicherheit, wann ein Förderbescheid ergeht und wann ein Ausbau abgeschlossen wird. Eine Reihe von Vorhaben, die im Sommer 2013 abgeschlossen wurden, wartet Mitte 2014 aufgrund fehlender Budgets bei den Fördergebern noch auf den Förderbescheid. Bindefristen in den Angeboten sind in der Regel nicht länger als 6 Monate, daher sind zwischenzeitlich Verlängerungen mit dem anbietenden Netzbetreiber auszuhandeln. Diese können gewährt werden oder eben nicht. Falls die Bindefristen nicht ohne Neukalkulation verlängert werden und die Kalkulkation zu höheren Deckungslücken führt, muss in vielen Fällen das Auswahlverfahren erneut durchgeführt werden. Es kann über einen so langen Zeitraum auch Teilausbauten von Netzbetreibern in den ausgeschriebenen Gebieten geben, die wiederum eine erneute Durchführung des Auswahlverfahrens erforderlich machen.

 

 

Jürgen Kaack 19.07.2014, 09.16| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Beihilfe,

Politik kann und sollte den Glasfaserausbau stärken

Der Breitbandmarkt ist weiterhin hoch dynamisch und im letzten Jahr hat die Einführung von Vectoring zu erheblichen Veränderungen in den Geschäftsmodellen geführt, die nicht schwerpunktmäßig im technischen Bereich liegen. Bei allen unbestrittenen Vorteilen bleibt Vectoring eine Brückentechnologie, die allerdings etwas mehr Zeit verschafft für den Aufbau von flächendeckenden Glasfaser-Netzen. Mehr Zeit kann bei konsequenter Nutzung von Synergien gleichbedeutend sein mit niedrigeren Kosten!

Damit ein flächendeckender Aufbau trotz der erschwerten Marktbedingungen in größerem Umfang in Angriff genommen wird, bedarf es auch der Unterstützung durch die Politik. Fördermittel sind dabei zwar nicht unwichtig, aber auch nicht von zentraler Bedeutung. In einem Artikel habe ich die aus meiner Sicht wichtigsten 9 Punkte zusammengetragen:

  1. Flächendeckenden Ausbau mit Glasfaser-Hausanschlüssen als Ziel mit einem Zeithorizont von 10 bis 15 Jahren formulieren und kommunizieren;
  2. Glasfasernetze als eigenständige Infrastruktur neben den NGA-Netzen etablieren;
  3. Schaffung von rechtlichen Grundlagen zum Aufbau in "schwarzen" NGA-Flecken durch Kommunen und kommunale Unternehmen;
  4. Schaffung von Investitionssicherheit für Infrastrukturbetreiber;
  5. Ausschreibung des Netzaufbaus in Form langlaufender Konzessionen als Option prüfen;
  6. Neue Förderprogramme aufsetzen zum nachhaltigen Ausbau in der Fläche anstatt punktueller Verbesserungen auf der Basis verlorener Zuschüsse an Betreiber;
  7. Finanzierungsangebote für Infrastrukturaufbau mit Landesbürgschaften absichern;
  8. Entwicklung verbindlicher Normen für die Verlegung in geringerer Verlegetiefe und
  9. Förderung interkommunaler oder kreisweiter Aktivitäten.
Die Glasfaser-Anschlussnetze von morgen werden voraussichtlich nicht von wenigen großen Netzbetreibern aufgebaut wie die Kupferdoppelader-Netze und das Koaxialkabel in der Vergangenheit. Vielmehr werden regionale Betreiber (privatwirtschaftliche Betreiber, Stadtwerke und Versorgungsunternehmen oder andere kommunale Institutionen) diesen Ausbau übernehmen. Für diese ist es aber wichtig, die richtigen Voraussetzungen anzutreffen. Hierbei kann die Politik mit den oben beschriebenen Maßnahmen unterstützten.

Jürgen Kaack 18.07.2014, 08.36| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, Glasfaser, FttB, FttH, Partnerschaften, Masterplan, ,

Billig statt nachhaltig in der Breitbandförderung

Die Förderprogramme zur Sicherstellung der Grundversorgung aus den EU-Gemeinschaftsaufgaben geben für den Vergleich mehrerer Angebote Kriterien und ihre Wichtung vor, die nur bedingt Interpretations-Spielraum einräumen. Die größte Bedeutung bekommt die Höhe der Deckungslücke zu mit einer Wichtung von 45%!

Zwar soll der Fokus richtigerweise auf der Auswahl des wirtschaftlichsten Angebotes liegen. Da aber die Minimalanforderungen für die Grundversorgung niedrig sind, erhält die Deckungslücke eine dominante Bedeutung. Nachhaltige Lösungen können bei der Errichtung höhere Investitionen bedingen, z.B. wenn Tiefbauarbeiten zur Verlegung von Glasfasertrassen erforderlich sind. Eine andere Möglichkeit zur Senkung der Deckungslücke sind vergleichsweise hohe monatliche Kosten für potenzielle Kunden. Diese finden dann eine geringere Akzeptanz und ermöglichen auch nicht die gewünschten Nutzungsergebnisse.

Im Einzelfall kann die überhöhte Gewichtung der Deckungslücke bedeuten, dass ein Angebot zum Ausbau ohne Deckungslücke einem nachhaltigen Ausbau unter Verlegung von neuen Infrastrukturen vorzuziehen ist, selbst wenn Performance-Werte, geringe Ausbaumöglichkeiten und schlechte Kundenkondition eneindeutig dagegen sprechen. Dies spricht nicht gegen alternative Technologie, die im Technologiemix weiterhin ihre Berechtigung haben, wenn niedrige Kundenpotenziale, lange Anlauflängen, schwierige Topographie oder niedrige Besiedlungsdichte einen leitungsgebundenen Ausbau unwirtschafltich bzw. Deckungslücken unverhältnismäßig hoch ausfallen lassen. Diese Technologien kommen in diesen Fällen aber auch zum Zug, wenn die generellen Auswahlkritierien eine höhere Wichtung auf Nachhaltigkeit legen.

Jürgen Kaack 17.07.2014, 08.35| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Grundversorgung, NGA-Rahmenregelung,

Förderkulissen für Breitbandförderung sind ungerecht

Für die Erlangung von Fördermitteln ist von Kommunen eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen. Eine davon ist die Lage des betreffenden Gebietes in einer vorgegebenen Förderkulisse und somit durch eine Kommune nicht beeinflußbar. Ballungsgebiete und Ihre Randbereiche sind regelmäßig von einer Förderung ausgenommen. Dabei ist die Versorgung in diesen Regionen zum Teil ebenso schlecht wie in rein ländlichen Gebieten und auch Besiedlungsstrukturen unterscheiden sich nicht grundsätzlich. Für den Nutzer ist es natürlich unerheblich, ob er mit DSL-light am Rande eines Ballungsgebietes kein Internet nutzen kann oder in ländlicher Umgebung. Die regelmäßige Nutzung eines Internet-Cafes in der Innenstadt stellt für beide Nutzer keine Lösung dar.

In Hessen hatte man dieses Problem frühzeitig erkannt und die Landesregierung hat mithilfe einer generell abstrakten Notifizierung bei der EU die Fördermöglichkeit auf alle unterversorgten Gebiete ausgeweitet, die die sonstigen Voraussetzungen an die Unterversorgung erfüllen.

In NRW konnten so unter anderem die Städte Kaarst und Solingen keine Fördermittel nutzen, obwohl signifkante Teile im Stadtgebiet unterversorgt waren und in ihrer Siedlungsstruktur durchaus ländlich geprägt. Kaarst hat die Deckungslücke für den Breitbandausbau schließlich vollständig aus Haushaltsmitteln finanziert. Solingen musste warten, bis die Planung der Telekom einen Vectoring-Ausbau für große Teile der Stadt ohne Zuwendungen ermöglichte. In Hessen lag Bad Homburg zunächst ebenfalls nicht in der Förderkulisse für den Breitbandausbau. Nach der Notifizierung konnte der unterversorgte Stadtteil Ober-Erlenbach dann aber erfolgreich und unter Nutzung von Fördermitteln ausgebaut werden.

Da Gewerbegebiete in vielen Fällen am Rande der Siedlungskerne liegen, sind oft Anlaufwege lang und somit die Internetgeschwindigkeit gering. Gewerbegebiete sind im Hinblick auf eine mögliche Förderung ebenfalls von der Lage in einer Förderkulisse für RWP oder GRW-Programm abhängig. Nicht wenige Kommunen haben notgedrungen den Ausbau ihrer Gewerbegebiete ohne Nutzung von Förderprogrammen aus Haushaltsmitteln vorgenommen.

Jürgen Kaack 16.07.2014, 08.42| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, GRW, Grundversorgung, NGA-Rahmenregelung,

Offene Fragen zum Einsatz der Vectoring-Technologie

"Vectoring" (VDSL2) als Weiterentwicklung der bewährten VDSL-Technologie verspricht erhebliche Vorteile im Hinblick auf deutlich höhere Leitungswerte im Up- und Downstream mit maximal 40 bzw. 100 Mbit/s. Aufgrund der veränderten Geschäftssystematik mit Betrachtung ganzer Anschlussbereiche werden auch Randbereiche von Siedlungen von einem Ausbau profitieren. In Verbindung mit "Vectoring" bleiben aber sowohl aufgrund der fehlenden Zuwendungsfähigkeit und des veränderten Geschäftsmodells einige Fragen offen:
  • Welchen Einfluss können Kommunen und Kreise aufgrund der fehlenden Zuwendungsfähigkeit überhaupt noch auf Ausbaupläne nehmen, oder steht in Verbindung mit Vectoring der Aspekt der Daseins-Vorsorge völlig zurück hinter betriebswirtschaftlichen Entscheidungen?
  • Welche Auswirkungen auf Kundenakzeptanz und Wettbewerbsangebote werden sich im Markt aufgrund des bei Vectoring auf Bitstream reduzierten Netzzugangs ergeben im Vergleich zur bisher möglichen KVz-Kollokation?
  • Wird die Einschränkung des offenen Netzzugangs zur Stärkung der marktbeherrschenden Unternehmen auf Kosten der alternativen Anbieter führen?
  • Wie wird sich der Vectoring-Effekt unter Last bei zahlreichen gleichzeitigen Nutzern verhalten?
  • Wie bewähren sich in der Praxis die POTS-Portkarten für Umwandlung von IP- in rein analoge Anschlüsse, die auch nach Abschaltung der analogen Netze eine Service-Erbringung für reine Telefoniekunden mit alten Telefongeräten sicherstellen sollen?
  • Wann können Kommunen von einer Aufrüstung mit Vectoring profitieren, falls bereits ein DSL-(Teil)-Ausbau unter Nutzung von Fördermitteln erfolgt ist, wird eine Aufrüstung möglicherweise erst nach Ablauf der Zweckmittelbindung erfolgen?
  • Ist zukünftig die Kommune im Vorteil, die mit Zuwendungen zur Kompensation von Deckungslücken einen Ausbau anstrebt, oder eher diejenige, die abwartet bis ein Betreiber einen Vectoring-Ausbau ohne Zuwendungen vornimmt?
  • Werden nach einem geförderten Teilausbau in einem Anschlussbereich verbleibende Gebiete zeitnah mit Vectoring aufgerüstet oder bleiben diese bis zum Ablauf der Zweckmittelbindung unberücksichtigt?
  • Wird das "Windhundprinzip" für die Reservierung von KVz-Standorten zu einem "Cherry-Picking" der Standorte führen?
  •  Können möglicherweise durch Sicherung kleiner, aber wichtiger Teile eines Anschlussbereiches Wettbewerber aus einer Kommune ferngehalten werden?
  • Welcher Versorgungsgrad mit NGA-Werten wird bis 2018 in der Fläche tatsächlich erreicht und was geschieht mit den relativ gesehen dann noch weiter zurückfallenden nicht aufgerüsteten Gebieten?
  • Wie stellt die Politik die Erreichung der Ausbauziele vor dem Hintergund sicher, dass der Vectoring-Ausbau ausschließlich von Strategien der Netzbetreiber abhängt und Strategien jederzeit geändert werden können (wie z.B. bei dem zwischenzeitlich verworfenen Ziel von 2010 zum Ausbau von 10 % der Haushalte in Deutschland mit Glasfaser-Hausanschlüssen bis 2012)?
  • Wird Vectoring das Problem der "digitalen Spaltung" möglicherweise verschärfen?
  • Was wird unternommen, um trotz eines Vectoring-Ausbaus den Aufbau von nachhaltigen Glasfaser-Anschlussnetzen zu ermöglichen?
Die Beantwortung der Fragen mit stimmigen Konzepten und die Auftstellung einer geschlossenen Breitband-Strategie wird letztlich entscheiden, ob langfristig in der Gesamtwirkung die unbestrittenen Vorteile der Vectoring-Technologie überwiegen werden oder die ebenfalls vorhandenen Nachteile.   

Jürgen Kaack 09.07.2014, 09.24| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Vectoring, VDSL NGA, Förderprogramm, FttC, FttB, Kabelnetz, VDSL, Beihilfe,

Förderung von Breitband-Vorhaben nicht effizient

Viele Kommunen haben in den letzten Jahren die Möglichkeiten zur Finanzierung von Breitbandvorhaben mithilfe von EU-Förderprogrammen genutzt, so dass Mitte 2014  nur noch geschätzte 5 bis 10% aller Anschlüsse in Deutschland unterversorgt sind. In Zeiten klammer Haushalte haben Zuschüsse aus den Förderprogrammen den Ausbau beschleunigt. Aber Förderprogramme unterliegen aufgrund der notwendigen Kriterien für eine Förderbewilligung einem engen Korsett.

Die Nutzung von Förderprogrammen bedeutet nicht nur einen hohen Aufwand für den Antragsteller, sie schafft Ungerechtigkeiten und bringt im Ergebnis nicht zwangsläufig nachhaltige Lösungen. Zu den Kritikpunkten an den Förderprogrammen:
  • die Begrenzung auf Förderkulissen schaft unberechntigte Ungerechtigkeiten;
  • Förderprogramme mit Unterversorgungsgrenzen hinken der Entwicklung von Technoplogie und Bedarf immer hinterher;
  • die Erstellung eines Förderantrags ist aufwändig, brüokratisch und langwierig;
  • eine ausgeprägte Wichtung des Kriteriums "Deckungslücke" bevorzugt billige vor nachhaltigen Lösungen;
  • lange Bearbeitungszeiten bis zur Förderbewilligung passen nicht zu den Bindefristen in den Angeboten und reduzieren Planungssicherheit für Kommunen und Netzbetreiber;
  • bewilligte Fördervorhaben sind vom technischen Fortschritt während der Zweckmittel-Bindefrist abgeschnitten;
  • Teilausbauten mit Fördermitteln in einem Anschlussbereich behindert den weiteren Ausbau mit Vectoring-Technologie.
Im Hinblick auf den Einsatz öffentlicher Mittel sind eindeutige Regeln erforderlich, um einen Mißbrauch zu verhindern, und für die Grundversorgung haben diese mehr oder weniger gut funktioniert. Für den Ausbau mit NGA-Netzen sind sie nicht geeignet. Da die verbleibenden unterversorgten Gebiete aufgrund der Siedlungsstruktur und ihrer Lage kaum für eine wirtschaftlichen Ausbau geeignet sind, sollte die Förderung für die Grundversorgung mit 2 Mbit/s eingestellt werden.

Für NGA-Netze benötigt man andere, nachhaltig wirkende Förderinstrumente. In einem Artikel von Dr. Kaack sind die Resrtriktionen der bestehenden Förderprogramme ausgeführt und ein Vorschlag für alternative Förderprinzipien erläutert.

Jürgen Kaack 08.07.2014, 10.04| (0/0) Kommentare | TB | PL | einsortiert in: Breitband | Tags: Breitband, Förderung, GAK, RWP, Beihilfe,